Posts Tagged ‘Totalitarismus’

Paul Mathews: Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

28. Dezember 2019

 

Paul Mathews:
Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

 

Paul Mathews: People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest

1. November 2019

 

Paul Mathews:
People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest

 

Über den Terrorismus (Teil 5)

19. Oktober 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.
 

In gewisser Weise unterstützen moderne Liberale den Terrorismus heimlich, indem sie seinen Missetaten vollkommen kurzsichtig gegenüberstehen und seine Motive rationalisieren. Auch sie haben ein „Interesse daran, sich gegen Lösungen für die Probleme zu wehren“. Auch sie werden „alle notwendigen Allianzen“ mit irgendwelchen Linken, Radikalen oder „Volksfront“-Gruppen eingehen, um eine für sie unangenehme Lösung zu verhindern, bis fast zur „Zerstörung des Staates“ selbst. Sie verstehen sich als intellektuelle und moralische Elite jenseits des Willens der krassen Mehrheit, die mit ihnen nicht einverstanden ist und über ihre Medien und Schulen „umerzogen“ werden muss. Sie preisen „das Volk“, hegen ihm gegenüber aber eine heimliche Verachtung, weil sie glauben, dass es die Führung der Liberalen in das gelobte Land benötigt. Sie scheren sich nicht um die Unfähigkeit der gepanzerten Massen, geschweige denn, dass sie sie sehen können, da sie nicht tief in sich selbst hineinschauen können. Deshalb entschuldigen und/oder rationalisieren sie die neurotischsten und destruktivsten Taten. Sie setzen sich besonders für Menschen ein, mit denen sie ihr moralisches Überlegenheitsgefühl stärken können, wie die Unterprivilegierten, die Entwicklungsbedürftigen, für bedürftige Künstler und sogar für gefährliche Kriminelle (z.B. das Gespann Dyade Norman Mailer-Jack Abbotg). Zu der Frage, „das Volk“ zu preisen, hat Reich erklärt: „Hört endlich auf, die Menschen und ihre Taten zu entschuldigen . . . Sie werden sich erst einmal selbst so erkennen müssen, wie sie wirklich sind und handeln. Nur die widerlichen Freiheitskrämer verherrlichen die Massen“ (6, S.143) h.

Untersucht man das Leben der Terroristen und Radikalen, erweist sich meist die mittelständische soziologische Schicht als der Boden, der sie hervorbringt. Es ist ein Bereich voller ödipaler Obertöne, wie es Lewis Feuer in einer seiner klassischen Studien (7) beschrieben hat. Ob reicher oder ärmer, das bürgerliche Ethos von Liberalismus und Intellektualismus, kombiniert mit einem moralischen Grundmoralismus, der eher der Schuld als echter Vernunft nachgibt, und einem strukturellen Hang, eine „permissive“ Atmosphäre zu schaffen, führt bei ihren Nachkommen zu sozialer Irrationalität und Zerstörungswut. Das heißt, die Eltern sind bei der „Freiheit“ so „kopfgesteuert“ wie der Pornograf beim „Sex“. Dies ist ein Thema, das von Midge Decter gut erläutert wurde, die die Beziehung zwischen bestimmten Typen von liberalen Eltern und ihren radikalen Kindern deutlich aufgezeigt hat (8). Diese Eltern ziehen ihre Kinder auf dem Boden ihrer eigenen Neurosen auf und fördern sie, um stellvertretend ihren eigenen Hass gegen das Establishment zu entfalten. Mit anderen Worten, sie selbst sind „Terroristen in grauen Flanell-Anzügen“. Aus solchen Hintergründen entsprangen Terroristen oder Terroristenführer, Mikro- und Makro-, sowie Radikale in den meisten Weltregionen. Die Kathy Boudins, Mark Rudds, Judith Clarks, Ted Golds, Bernardine Dohrnsi und andere solche „Weathermen“ Gruppierungenj und Individuen haben Eltern oder Modelle, die für ihre eigenen politisch extremistischen Ideologien bekannt sind. Lucinda Franksk, eine Journalistin aus ihren Reihen, hat in ihrem aufschlussreichen Artikel im New York Times Magazine (9) ihre Hintergründe und ihr Leben beschrieben. Es ist zu einer Binsenweisheit geworden, dass die meisten der linken revolutionären Führer aus dem gleichen patriarchalischen Autoritarismus mit seinen fehlgeschlagenen Lösungen und Reaktionsbildungen von Schuldgefühl, Rebellion, Subversion und mörderischem Hass stammen.

Es ist äußerst wichtig, die oben genannten Dynamiken zu verstehen, wenn mit ihnen effektiv umgegangen werden soll, um die Bedrohung unseres Lebens, unseres Glücks und unserer Freiheit so gering wie möglich zu halten. Unaufhaltsam führt die Zermürbung von Kraft und Willen, die sich aus den Aktivitäten der Terroristen und Radikalen ergibt, zu einem Totalitarismus der einen oder anderen Art, wie James Q. Wilson hervorhob.

 

Anmerkungen des Übersetzers

g Bezieht sich auf den Kapitalverbrecher und Mörder Jack Henry Abbott, dessen vorzeitige Begnadigung durch Norman Mailer unterstützt wurde. Mailer unterstützte Abbott finanziell, half ihm, ein Buch zu veröffentlichen, so dass dieser die Bewunderung der Literaten-Szene in New York City gewann. Abbott erstach bald nach der Freilassung einen angehenden Schauspieler und erhängte sich später im Gefängnis.
Zu seinem Buch Mitteilungen aus dem Bauch der Hölle (Ullstein 1982) schrieb Mailer das Vorwort.

h Christusmord, Ullstein 1983, S.262f.
Mathews geht etwas frei mit dem Text um, so dass ich die Laska-Übersetzung dementsprechend angepasst habe. Auszeichnung bei „verherrlichen“ von Mathews.

i Kathy Boudin (*1943) war eine ehemalige Terroristin der Terrorgruppe Weathermen. Sie war 1981 bei einem Banküberfall beteiligt, bei den 3 Menschen erschossen wurden.
Kathy Boudin wurde in eine Familie mit langer linker Geschichte geboren. Sie wuchs in Greenwich Village, New York City auf. Ihre Familie war jüdisch. Ihr Großonkel war Louis B. Boudin, ein marxistischer Theoretiker. Ihr Vater, Rechtsanwalt Leonard Boudin, hatte umstrittene Klienten wie Judith Coplon, die kubanische Regierung und Paul Robeson vertreten. Leonard Boudin, ein Anwalt der National Lawyers Guild , war der Rechtspartner von Victor Rabinowitz , der selbst zahlreiche linke Organisationen beriet.

Mark William Rudd (*1947), ehemaliges Mitglied der Terrorgruppe Weathermen. Tötete durch eine Bombenexplosion 3 seiner Gesinnungsgenossen.
Wuchs in einer jüdischen Familie auf. Sein Engagement für den „Kampf gegen den US-Imperialismus“ sei von der revolutionären Bewegung in Kuba inspiriert worden. Besuchte 1968 Kuba, um sich mit kubanischen, sowjetischen und nordvietnamesischen Delegierten zu treffen. Beschrieb das Leben auf Kuba als „extrem humanistisch“ und idealisierte Ernesto „Che“ Guevara, indem er ihn als „heroischen Guerilla“ bezeichnete.

Judith Alice Clark (*1949), ehemaliges Mitglied der Terrorgruppe Weathermen. War 1981 bei einem Banküberfall beteiligt, bei den 3 Menschen erschossen wurden.
Clark wuchs in einer jüdischen Familie auf. Ihre Eltern waren viele Jahre lang Mitglieder der Kommunistischen Partei (CPUSA). Als Kind lebte Clark von 1950 bis 1953 in der Sowjetunion.

Theodore „Ted“ Gold (1947– 970), ehemaliges Mitglied der Terrorgruppe Weathermen. Starb durch eine Bombenexplosion der Weathermen.
Gold war ein rotes Windelbaby (Kind von CPUSA-Mitgliedern). Er war der Sohn von Hyman Gold, einem prominenten jüdischen Arzt und Mathematiklehrer an der Columbia University. Die Eltern waren Teil der Alten Linken gewesen.

Bernardine Rae Dohrn (*1942), ehemalige Leiterin der Weathermen. Hatte einen jüdischen Vater und war Mitarbeiterin von Martin Luther King, Jr. Später Radikalisierung und Untergrund.

j Linksradikale inländische Terrorgruppe der USA, existierte 1969-1976. Der Weather Underground war für Bombenanschläge auf das Kapitol der Vereinigten Staaten, das Pentagon und mehrere Polizeistationen in New York sowie die Stadthausexplosion in Greenwich Village verantwortlich, bei der drei ihrer Mitglieder getötet wurden. Unterstützung durch Kuba. Hatte mehrere Abspaltungen wie z.B. PFOC und ARU.

k Lucinda Franks (*1946), Pulitzer Preisträgerin, schrieb“ über Leben und Tod von Diana Oughton (ehemaliges Mitglied der Terrorgruppe Weathermen).

 

Literatur

6. Reich, W.: The Murder of Christ. New York, Orgone Orgone Institute Press, 1953
7. Feuer, L.: The Conflict of Generations. New York: Basic Books, 1969
8. Decter, M.: Liberal Parents Radical Children. New York: Coward, McCann & Geoghegan, 1975
9. Franks, L: „The Seeds of Terror“”, New York Times Magazine, November 22, 1981

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 16 (1982), Nr. 2, S. 235-243.
Übersetzt von Robert (Berlin).

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 4)

11. August 2019

 

Paul Mathews:
Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

 

Die soziopolitische Diathese

19. Juli 2019

 

Paul Mathews:
Die soziopolitische Diathese

 

Die Regeln des politischen Engagements der äußersten Linken

7. Juli 2019

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia setzt sich mit der roten Gefahr heute auseinander:

Die Regeln des politischen Engagements der äußersten Linken

People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest (Teil 2)

6. Mai 2019

 

Paul Mathews:
People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest

 

DIE MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS in drei Teilen (Teil 3)

26. Januar 2019

Teil 3 der Massenpsychologie des Faschismus handelt von der Überwindung der beiden Totalitarismen. Etwa anhand der Herstellung und der Verwendung von Mikroskopen wird einem das objektiv notwendige Ineinandergreifen der verschiedenen Arbeitsebenen und Arbeitsschritte deutlich vor Augen geführt und wie überflüssig und störend hier jede Ideologie ist. Das Eingreifen irgendwelcher Apparatschiks, die nichts mit den Arbeitsvorgängen verbindet, die Behinderung bis hin zur Unterbrechung des Arbeitsprozesses durch nationalistische und rassistische Wahnideen, etc.

Was uns dieses Werk heute zu sagen hat, ist offensichtlich. Ist doch die Asylkrise von Ideologie geprägt, ist ständig von „Demokratie“ die Rede, wenn es um die Durchsetzung von Politiken geht, die dem „Demos“, dem Volk massiv schaden. Und schließlich werden die Menschen von Kindesbeinen an derartig verbogen, daß sie nicht mehr ihre eigenen Interessen sehen und für ihre eigenen Interessen einstehen können. Und das alles im Namen der „moralischen Reinheit“, was uns zu Teil 1 zurückführt.

Die Sozialrevolutionäre Bewegung aus der Reich (der „Marxist“) herausgewachsen ist und ohne die dieses Buch schlichtweg undenkbar wäre, kann man auch als einen Aufstand der Arbeitssphäre gegen eine Schicht von nichtarbeitenden Nichtsnutzen und Parasiten betrachten: „Adel“, Rentiers, die Nomenklatura. Eine Schicht, die gerade Deutschland in den Untergang reitet.

Die soziopolitische Diathese (Teil 3)

4. November 2018

Paul Mathews: Die soziopolitische Diathese

Sozialismus und orgonomischer Funktionalismus

7. Oktober 2017

Rousseau war der archetypische Vertreter der kollektivistischen Grundhaltung der Linken. Sein „Gesellschaftsvertrag“ hat im Kern „einen einzigen Paragraphen: das vollständige Aufgehen des Individuums mit allen seinen Rechten in der Gesamtheit. Jedermann muß sich gänzlich hingeben, sich selbst und alle seine Kräfte, zu denen auch das Vermögen gehört, das er etwa besitzt. Ebenso wie die Natur jedem Menschen eine absolute Gewalt über alle seine Glieder gibt, verleiht der Gesellschaftsvertrag dem Gesellschaftskörper eine absolute Gewalt über seine Angehörigen“ (Klaus Hornung: Das totalitäre Zeitalter, Berlin 1993, S. 29).

Dieses Konzept hat eindeutig seine Wurzeln in der damals aufkommenden mechanistischen Lebensauffassung. Man vergleiche das mit Reichs Ausführungen in Äther, Gott und Teufel, wo er die die totalitäre Staats- und Gesellschafsauffassung mit der mechano-mystischen Auffassung des menschlichen Körpers gleichsetzt, wo das Gehirn als Diktator seine Anweisungen an die Organe und Gliedmaßen erteilt. Er kontrastiert das mit der arbeitsdemokratischen Vorstellung des gesellschaftlichen und organismischen Funktionierens.

Marx zitiert Rousseau in seinem antisemitischen Machwerk Zur Judenfrage (1843), einem Fanal sowohl für den rechten als auch für den linken Faschismus, wie folgt: „Wer den Mut hat, einem Volke eine Rechtsordnung zu geben, muß sich fähig fühlen, sozusagen die menschlich Natur zu ändern, jedes Individuum, das in sich selbst und für sich allein ein vollkommenes Ganzes ist, in den Teil eines größeren Ganzen umzuwandeln, von dem dieses Individuum in gewisser Weise sein Leben und Sein empfängt, an die Stelle einer physischen und unabhängigen eine moralische Teilexistenz zu setzen. Er muß dem Menschen seine eigenen Kräfte nehmen, um ihm fremde dafür zu geben, die er nur mit Hilfe anderer gebrauchen kann.“ Daran schließt Marx an, der behauptet, die „menschliche Emanzipation“ sei erst vollbracht, wenn der individuelle Mensch ganz im „Gattungswesen“ aufgegangen sei (Konrad Löw: Das Rotbuch der kommunistischen Ideologie, München 1999, S. 38).

Mit erstaunlicher Offenheit reden die Linken von der „Vergesellschaftung des Menschen“. Erstaunlich auch, wie 1977 die angesehene Chronistin der SPD, Susanne Miller, in einer einschlägigen Untersuchung darlegte, worauf das letztendlich hinausläuft: „Der Ansatzpunkt der Freiheitsvorstellungen der Sozialisten war stets die Freiheit ‘des Proletariats’, ‘der Klasse’, ‘des Volkes’, ‘der Menschheit’, niemals die Freiheit des einzelnen. Das Problem der Freiheit des Individuums lösten sie durch einen Identifikationsprozeß von Individuum und Gemeinschaft auf, der sich in einer klassenlosen Gesellschaft vermeintlich von selber vollziehen werde. (…) Der einzelne wurde der Gesellschaft gegenüber als ‘nichtig’ betrachtet (Karl Kautsky), und es wurde ihm das Recht abgesprochen, seine Freiheitsansprüche gegenüber einer sozialistischen Gesellschaft geltend zu machen, sobald diese dem etablierten Kodex dieser Gesellschaft nicht entsprachen“ (z.n. Löw: …bis zum Verrat der Freiheit, München 1993, S. 66f). Freiheit oder Sozialismus!

Der Führer der national-sozialistischen Deutschen Arbeitsfront, Robert Ley, verglich das Volk mit einem Kind, das genauso störrisch, trotzig und unartig sei, wie gläubig treu und liebebedürftig. Ley: „Das Volk hat einen Anspruch darauf, von seiner Führung gehegt und gepflegt zu werden. Es war die größte Torheit des demokratischen Systems zu glauben, daß sich ein Volk selber führen kann“ (z.n. Hornung: Das totalitäre Zeitalter, S. 233f).

Nur ein Traumtänzer kann glauben, daß die linken, die roten Faschisten mit ihrer Version des Sozialismus eine andere Haltung zur Selbststeuerung haben, sei es bei der Erziehung der Kinder oder bei der Organisierung der Gesellschaft. Es ist ein und der gleiche lebensfeindliche mechano-mystische Geist, den Reich in Äther, Gott und Teufel bloßgelegt hat.

Im National-Sozialismus „wurde die Anrede ‘Genosse’ benutzt, die Ferien sollten kollektiv organisiert werden, es galt das Prinzip ‘Das Volk ist alles, Du bist nichts’. Volk ist lediglich durch ‘Arbeiterklasse’ zu ersetzen, und von da ab gelten die gleichen Vokabeln“ (Erwin K. Scheuch,: „Vom Weiterwirken des Sozialismus“. In: Heiner Kappel/Alexander von Stahl: Für die Freiheit, Berlin 1996, S. 79f).