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DER ROTE FADEN: Der Übermensch

12. Juni 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

 

 

Manuel schrieb 2011: Das EINZIGE was Sinn macht, ist nach einem „persönlichen Motiv“ zu suchen!
Das Hitler seinen Selbsthass und seine Selbstverachtung auf „die Juden“ projeziert hat – ist das etwa kein „persönliches“ Motiv ?
Das Hitler an einer einzigen Stelle – dem Arzt gegenüber, der seine Mutter behandelte- so etwas wie Mitgefühl zeigte – was könnte „persönlicher“ sein?
Das Hitler von allen Deutschen einen Nachweis der „arischen“ Abstammung bis in die dritte Generation verlangte, den er selbst nicht erbringen konnte – ist das nichts „persönliches“??
Das Hitler seinen Vater hasste – von dem er annahm, daß er jüdischer Herkunft war – weil dieser ihn einsperrte, täglich schlug, verspottete (zB. wegen angeblich mangelnder Intelligenz!) und nicht mit seinem Namen, sondern mit einem Pfiff -wie einen Hund- rief, weil dieser Vater seine „arische“ Mutter mit „jüdischer“ Grausamkeit behandelte…
keine persönlichen Motive?
Mir reicht die genaue Betrachtung der Kindheit Adolf Hitlers aus, um das Phänomen Hitler vollständig und logisch zu erklären. Für den Rachefeldzug gegen seine in der Kindheit erlittenen Demütigungen standen dem Führer genügend Menschen zur Verfügung, die aufgrund ähnlicher Kindheitserfahrungen ähnlich strukturiert waren.
Diese Geschichte ist kein Rätsel mehr – dank Alice Miller ( „Am Anfang war Erziehung“).
Hitler hat übrigens versucht, die Spuren seiner Herkunft zu tilgen – er ist sogar so weit gegangen, Gräber seiner Vorfahren zerstören zu lassen!
Trotzdem ist seine Kindheit aussergewöhnlich gut durch übereinstimmende Zeugenaussagen seiner Verwandten und Bekannten dokumenmtiert, so daß es keinen Zweifel an der Situation geben kann, in der er aufgewachsen ist.

Dazu Peter: An Hitlers Werdegang von der Geburt an ist kaum etwas Außergewöhnliches. Nichts unterschied ihn von Millionen anderen. Der Bruch zum exterminatorischen Antisemiten mit Messiaskomplex fand irgendwann zwischen Ende 1918 und Herbst 1919 statt. Was nun der Auslöser war, wird sich wohl kaum je rekonstruieren lassen, zumal bei einem paranoid-schizophrenen Charakter, der darüber hinaus durch eine lange Reihe von Inzucht erblich vorbelastet war, wirklich so gut wie alle Anlässe sonst was auslösen können.
Reich hatte in vieler Hinsicht eine weitaus traumatischere Kindheít, Jugend, Kriegszeit und Nachkriegszeit als Hitler!

Peter: Noch mal zur Verdeutlichung: es geht um MASSENpsychologie, sozusagen um Statistik, nicht um individuelle Biographien. Es gibt genitale Charaktere, die aus einer Familienhölle mit Alkoholismus und Mißbrauch hervorgegangen sind, und es gibt neurotische Wracks, deren Eltern Orgonomen waren.
Statistik wie sie DeMeo in seiner Saharasia-Arbeit vorexerziert hat. Individuelle Biographien sind ziemlicher Quark. Es hilft kaum etwas beim Psychotherapeuten und erst recht nicht bei „Fernanalysen“, die etwa Fromm und Miller bei Hitler vorgenommen haben. Das erinnert mich an eine Möchtegerntherapeutin, bei der ich mal in „Therapie“ war und der ich mal von mir erzählt habe: Ich konnte ihr einfach nicht mehr ausreden, daß meine Kindheit von Gewalt geprägt war. Vollkommener Quatsch! „Arbeiterkind >> Gewalt gegen Kinder!“ Und wenn man dagegen argumentiert, ist das Ausdruck von „Verdrängung“!
Ein Orgontherapeut interessiert sich ausschließlich für das Hier und Jetzt und nicht für irgendwelche mythischen Vergangenheiten – die eh eine Funktion der Gegenwart sind. Ja, diese Gegenwart ist aus der Vergangenheit hervorgegangen, aber das ist ein massenpsychologisches Problem.
Reich: erst Biologie (die Gegenwart), dann Soziologie (Massenpsychologie) und schließlich weit abgeschlagen ein bißchen Psychologie (Freud). Bei Miller und Konsorten ist diese Reihenfolge umgekehrt.

Manuel: „Es ist auffallend, daß alle Charakterisierungen des Juden, auf die Nazis am besten selbst zutreffen.“
Diesem Punkt möchte ich aus eigener Erfahrung zustimmen. Ich hatte einmal einen Alt-Nazi als Chef, der im Geschäftsgebaren alle den Juden zugeschriebenen Eigenschaften zeigte. Er selbst bemerkte das natürlich überhaupt nicht, sondern fühlte sich „arisch-rein“. Das war damals ein Aha-Erlebnis für mich -ich hatte einen Grundmechanismus des Antisemitismus „entdeckt“ (d.h. live erlebt und somit seine Wahrheit bestätigt). Wie wohltuend war es für diesen Mann, all seine miesen PERSÖNLICHEN Eigenschaften einem Sündenbock -den Juden- zuschreiben zu können und sich selbst gut und rein und stark zu fühlen. Vor diesem Erlebnis hatte ich es nicht für möglich gehalten, das die Motivation für antisemitischen Hass so einfach und durchschaubar und bloß auf persönlichen Defiziten basieren könnte, von denen man sich befreien möchte ohne an sich „arbeiten“ zu müssen.
Was Reichs traumatische Kindheit angeht: Reich hatte keinen emotionalen Rückhalt in seiner Familie aber zB. bei seinem Hauslehrer. Ich denke, das hat ihm sehr geholfen und seinen späteren Lebensweg als Wissenschaftler stark beeinflußt. Adolf Hitler ist aber scheinbar ohne eine EINZIGE Person aufgewachsen, die ihm liebevolle Zuwendung gegeben hätte.

Manuel: Ich bin gerade auf folgenden Artikel gestoßen:
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/zeitgeschichte/michael-grandt/adolf-hitler-teufel-daemon-oder-schwer-misshandeltes-kind-.html
Leider wird hier die möglicherweise jüdische Herkunft des Vaters als „Ammenmärchen“ abgetan. Es ist aber wahrscheinlich, daß Hitler dieses Gerücht in seiner Kindheit zu hören bekommen hat. Die Ungewißheit hat in jedem Fall an ihm genagt, denn er versuchte alles über seine Herkunft herauszufinden und gleichzeitig so viele Spuren wie möglich zu verwischen.

Peter : David hat mich neulich auf folgendes verwiesen:
http://www.bild.de/BILD/ratgeber/kind-familie/2010/11/15/horror-eltern-historischer-figuren/joerg-zittlau-luther-balzac-liz-taylor-hitler.html

O.: Was mich immer erstaunte, war, dass es soviel schwule Nazis gab, die aber nicht offen so auftreten konnten. Und gerade aus diesem Zwiespalt wurde der eigenen Trieb (Neigung) ständig unterdrückt und suchte sich um so heftiger ein Ventil …
Ebenso ist die „Elite“ alles andere als arisch, sportlich (athletisch) und nordisch. Auch heute noch sieht die Nazi Szene nicht als typisch arisch aus und würde nach eigenen Maßstäben „ausgesondert“ werden. Aber da sie ihren Hass nach außen projezieren können, scheint die Verdrängung der eigenen Häßlichkeit zu glücken. Je mehr sie sich selbst für minderwertig halten, desto brutaler gehen sie vor. Und wenn die neue „Elite“ besser zu sein scheint, gibt es dann den inszenierten „Röhm-Putsch“ und sie werden vernichtet.
Die Liquidation des SA durch die SS zeigte dem Volk, dass jeder willkürlich vernichtet werden könne, der nicht richtig spurt und ein Widerwort gibt.
Man müsste sich noch einmal die Attribute anschauen, die den Juden angedichtet worden sind: Diese passen wohl am besten zur eigenen Lebensweise und Motivation. (Projektion)
Dennoch kann man nicht die Macht des geschlossenen Gedankensystems, der Propaganda und der Einbeziehung jeder gesellschaftlichen und beruflichen Gruppe in ihrer Wirkung unterschätzen. Und das ist genau das Problem, dass uns heute nicht mehr der „Zauber“ gegenwärtig ist, den die Nazis wirkungsvoll und theatralisch aufgebaut haben.

Peter: Bei der ganzen „Bewegun“g ging es immer nur um eins: Sex, insbesondere Sadomaso. Allein schon der Uniformenfetisch. Das ganze nahm seinen Anfang mit Wagners Musikdramen und all den hysterischen, schwulen Wagnerianern, die bei der „überwältigenden“ Musik zu Gelee wurden. Wirklich alles war auf „Überwältigung“ ausgerichtet.

Manuel Says:
25. März 2011 um 12:52 | Antwort
Und wie kommt es, daß Sex mit Sadomasochistischen Vorstellungen besetzt wird?
Damit schließt sich der Kreis zu dem, was ich Eingangs schon erwähnte

O.: Ich stutze über diesen Satz:
„Nietzsche hat diese „negative Egologie“ [gemeint war Stirner] in eine positive umgeformt, indem er den theologischen Bezugsrahmen zu einem biologischen machte:…“
Ich würde umgekehrt eher von positiver „Egologie“ sprechen bei Max Stirner, da er einen positiv besetzten Egoismusbegriff diskutiert. Beim hier gezeigten Nitzsche Zitat gilt das „Ich“ als „negative besetztes Ich“ mit allen destruktiven Anteilen (sekundäre Schicht bei Reich) und das „Selbst“ bei Nitzsche – als positives Gegenstück (der biologische Kern bei Reich). Die Selbst-Psychologie scheint diesen Begriff dann wohl von Nietzsche übernommen zu haben …

Peter: Anfang des 19. Jahrhunderts hat Stirner die Theologie, die besagt, daß man Gott durch Festlegungen nicht dem Menschen verfügbar machen kann, radikal umgekehrt: ICH bin nicht verfügbar – „habe meine Sache auf nichts gestellt“, bin eigenschaftslos wie Gott. Am Ende des Jahrhunderts war der Bezugrahmen nicht mehr theologisch bzw. antitheologisch, sondern biologistisch: „Ich bin eine wilde Bestie“, d.h. nicht domestiziert – aber ich habe jede Menge „positive“ (definierbare) Eigenschaften.

Erik Jan van Hanussen: Naja Alice Miller hat Adolf Hitler unter die Lupe genommen mit Biographien die auf undurchsichtigen Quellen beruhen.
So ist von der Nekrophilie Hitlers die Rede, der sich gern unter scheissende Frauen gelegt hat und der den Orgasmus bekam wenn er mit Tritten penetriert wurde. Die Quelle ist der damalige englische Geheimdienst OSS.
Den Werdegang von Hitler logisch zu erklären schafft niemand, warum hat er denn während des 2. Weltkriegs jeden Tag das eiserne Kreuz getragen was ihm von einem jüdischen Offizier überreicht wurde? Warum hat er Amerika den Krieg erklärt zu einem Zeitpunkt wo man sich vor Moskau zurückzog?
Vielleicht wurde ihm ja wirklich der Zippedäus von einer Ziege abgebissen sowie es ein Mitschüler aus Leonding später an der Ostfront erzählt und deshalb vom NS-Gericht zum Tode verurteilt wird. Man kann und wird es wohl niemals begreifen.

Peter: Was Hitler letztendlich angetrieben hat, ist ziemlich gleichgültig, Vielleicht war es ja die lange Linie von Inzucht, aus der er hervorgegangen ist. So wie der süße „reinrassige“ Familienhund, der aus heiterem Himmel zur Bestie wird und von der Polizei erschossen werden muß. Wichtig ist nur, daß solch ein Individuum nur wirksam wird, „wenn seine persönlichen Anschauungen, seine Ideologie oder sein Programm am die durchschnittliche Struktur einer breiten Schicht von Massenindividuen anklingt“ (Massenpsychologie des Faschismus, S. 53). Meines Erachtens war dies bei Hitler seine widersprüchliche Doppelstruktur: einerseits das Feige und Beharrende (ein unglaublich willensschwacher Mann, der keine Entscheidungen traf = die Panzerung) und andererseits das Treibende, Kompromißlose (die radikalsten Lösungen wurden jeweils bewilligt = die aufgestaute Energie will RAUS). Das treibt die Massen bis heute: eine alles erstickende feige reaktionäre Indolenz hier und doch der Traum von Glorie, revolutionärer Rache und Befreiung da. Man schaue sich doch die zahllosen heimlichen bis unheimlichen Hitler-Fans im Internet an: sie glauben heroisch gegen den Zeitgeist anzukämpfen, doch tatsächlich verkörpern sie diesen wie kaum welche.

Tzindaro schrieb 2016: Hitler was not unusual. His attitudes toward Judaism was close to the Central European norm, in a tradition going back centuries. Look at the anti-semitic writings of Martin Luther for example. Anyone writing such things today would be arrested for volkverhetzung.
The anti-semitic teachings of the Catholic church over hundreds of years set the stage for the extermination of the Jews. If there was any single root cause of Nazism, that was it. Hitler and almost all the Nazi leadership were brought up in the church and instructed in it’s teachings. They remained church members in good standing throughout their lives. In fact, when they had lost the war, many Nazis were helped to escape by the church, which hid them in monasteries and got them safe passage to South America, where they were granted refuge at the request of the Vatican.
Seen from the long viewpoint of history, Nazi anti-semitism was only the latest outbreak of the long-term program of the Catholic Church to rid Europe of the main competing religion. Nazism, like Lutheranism, was only a sect of the Christian culture that created it.
Fortunately, Europe since the war has rejected religion of all kinds and embarked on an experiment: the first truely secular society in history. An agressive secularism, following the French model, is the best hope of avoiding any future holocausts.

Robert schrieb 2011: Der Hinweis auf Rainer Zitelmann war mir neu. Bei Wikipedia steht etwas über ihn.
Ich frage mich, ob Theleweits „Männerphantasien“ ebenfalls durch Reich angeschoben wurden und ob es neben Zitelmann noch weitere Geisteswissenschaftler gibt, für die Reich den Anstoß gab.

Robert weiter: Diskussion „Hitler Heute“ von 1995 mit Rainer Zitelmann:

Manuel 2011: Die widersprüchliche Persönlichkeitsstruktur Hitlers, die Wilhelm Reich treffend mit den Worten charakterisiert: „Rebellion gegen die Autorität mit gleichzeitiger Anerkennung und Unterwerfung“ lässt sich nur durch die Kindheitssituation Hitlers erklären: Als Kind eines brutalen, sadistischen (usw.) Vaters muss man sich auflehnen und rebellieren um als eigenständiges Wesen zu überleben, gleichzeitig muss man seine Autorität anerkennen, ihn lieben und bewundern, sonst könnte man als KIND emotional (und manchmal auch physisch) nicht überleben.

O.: Rainer Zitelmann scheint Hitler positiv als „Revolutionär“ zu verstehen (Wikipedia) und kann seine Begeisterung auch in der Gesprächsrunde kaum unterdrücken, zumindest passt sein Bart zur inneren Haltung, von der er sich wohl frei glaubt. Ein 25-jähriger Zuschauer betitelt ihn als „mother fucker“, da er Frau M. Mitscherlich aufdringlich widersprechen muss und stellt die interessante Frage, die nicht beantwortet wird: Ob die Deutschen nicht Hitler gegen Ende des Krieges darüber getäuscht haben, dass sie noch hinter ihm stehen würden und vielmehr boykottieren würden?
Die Reduzierung von des deutschen Faschismus auf Hitlers Wahn und die Vernichtung der Juden, wie es in dieser Sendung Tenor ist, verkennt, dass die Basis für einen neuen Faschismus weiter existiert. Um meine Oma zu zitieren: „Hitler war nicht verkehrt, nur das mit den Juden, hätte er nicht machen sollen.“ Hitler hat begeistert und fasziniert und die damalige „deutsche“ Jugend in seinem Sine erzogen, ein Erbe, dass weiter besteht. Insbesondere bei den Arbeitern konnte er Punkten … und seine SA/SS-Terrorherrschaft ausbauen.
Wo Bildung fehlt – wie heute – wird Faschismus geschaffen, an Führer/innen fehlt es nicht. Nur ein neues Feindbild müßte her …
Da der Mut fehlt, W.R.´s Massenpsychologie des Faschismus zu verstehen, gibt es kein Jenseits des Faschismus. Er lebt in den autoritären Gesellschaftsstrukturen weiter und Hitler-Analysen sind Heucheleien.
Hitler war „nicht“ wahnsinnig, sondern hat den üblichen Wahnsinn auf die Spitze getrieben und ihn benutzt. Er hat den Faschismus in der „Demokratie“ entlarvt, in dem er den Faschismus offen ausgelebt hat. Dass er nicht siegreich war, verdanken wir nicht einem „deutschen Widerstand“ (des Militärs) – sondern seiner Dummheit, stets den größten Unsinn zu verzapfen. Wäre er nur ansatzweise genial gewesen, nicht auszudenken, wo wir jetzt leben würden.
Dennoch wird ihm nachgeeifert aller Orten.
Ob Reich hier die (einzig) richtige Antwort gefunden hat, ist schwer zu sagen, doch es ist ein Anfang, die Sache zu verstehen.

Robert: Um meine Oma zu zitieren: „Hitler war nicht verkehrt, nur das mit den Juden, hätte er nicht machen sollen.“
Jede Zeit hat ihre Mythen und heutzutage wird geglaubt, unsere Urgroßeltern wären alle verführte Trottel gewesen, die einem geisteskranken Schreihals hinterherrannten. Womöglich wird man ebenso in 70 Jahren unsere heutige Überzeugung als Unsinn entlarven.
Meiner Überzeugung nach besteht das Problem mit M. Mitscherlich mit ihrem Psychologismus, der bar der Fakten Psyche erklärt. Das Gleiche passt übrigens zu Reichs „Massenpsychologie des Faschismus“ von 1933, die geprägt ist von Reichs kommunistischer Ideologie, die letzlich die eigene Position als Selbstverständlich voraussetzt.
Bei den letzten freien Wahlen waren immerhin 60% der Wähler gegen Hitler, also schneiden unsere Vorfahren gar nicht so schlecht ab. Verwechselt werden heutzutage ständig Volksabstimmungen über Gebiete mit Parlamentswahlen.
Meiner Erfahrung nach ist historisches Faktenwissen zur damaligen Zeit sehr gering. Da liegt der Hang zum Psychologismus nahe.

Manuel: „Hitler war nicht verkehrt, nur das mit den Juden, hätte er nicht machen sollen.“
Ja, so ähnlich habe ich das auch schon öfter von Menschen dieser Generation gehört. Mir scheint, daß ausser einzelnen Perversen kaum jemand in Deutschland die „Endlösung“ wollte – trotz allgemeinem (latenten) Antisemitismus. Ohne Hitler hätten wir einen „ganz normalen“ Faschismus gehabt, so wie in Italien, Spanien etc.
Der Verlauf des Krieges und die Obsession der Judenvernichtung zeigen, daß Hitler wirklich wahnsinnig war und nicht „bloß“ ein manipulativer politischer Stratege.

Robert schrieb 2011: Deswegen auch der irrsinnige Hass auf Sarrazin, der sich Gedanken über Genetik und Intelligenz gemacht hat. Für die linken „Antifaschisten“ soll es soviel Inzucht und künstliche Auslese Richtung Verblödung geben wie nur möglich.
https://i0.wp.com/www.spiegel.de/images/image-20024-panoV9free-ljud.jpg?zoom=2

O.: … Dann wäre die freie und selbstbestimmte Partnerwahl der „Wissenschaft“ geopfert und die Liebe hätte (auch wieder) keine Chance, so wie der Gutsherr, der bestimmt, welcher Knecht welche Magd ehelichen dürfe oder der Vater, der den Schwiegersohn für die Tochter aussucht, was wir ja in der muslimischen Welt noch so als Brauch haben. … „Schöne neue Welt“ – da war es doch ähnlich. Retortenkinder (ohne energetischen Zeugungskontakt), ausgesucht nach deren Erbmaterial.

O.: Was soll die Genetik hervorbringen?
Resistente und somatisch gesunde „Körper“? – Oder das Konstrukt, von dem wir glauben, jemand sei intelligent?
Demnach wäre Intelligenz vererbbar??? Darüber ließe sich trefflich philosophieren und, weiß Gott, streiten.
Mit der Intelligenz verhält es sich so, dass das gemessene IQ-Kontrukt (meist sprach- und kulturgebunden, sowie altersgebunden) eine Varianz um den Mittelwert 100 für die meisten Menschen misst (so ist der Test angelegt). Wer zwei Standardabweichungen drunter oder drüber liegt, bekommt einen auffallenden Wert, der klinisch interessant werden könnte, da er aus dem Rahmen fällt. Nun mag man sich freuen, wenn ein Kind einen höheren IQ nach HAWIK hat als 130, doch was sagt diese Intelligenz für die soziale Realität aus?
Das Kind ist „überbegabt“ (hochbegabt) und wird Probleme bekommen, die nur mit Soziapädagogik auszugleichen wären. Die wenigsten finden eine Nische, in der sie mit ihren einseitgien Fähigkeiten etwas anfangen können. Die meisten werden scheitern. Die Hochbegabung wird zur „quasi-geistigen Behinderung“, wie für jemanden der unter 70 IQ-Punkten liegt. Was nützt also das Geschwafel von der Intelligenz? Jeder normal Begabte hat die Möglichkeit sich besser zu entwickeln und dies hängt von sozialen und finanziellen Mitteln ab.
Hätte Hr. Sarrazin einen Bachelor in Psychologie und hätte die Vorlesung in Differenzielle Psychologie besucht, müssten die Leser nicht solch Laienwissen sich anhören, behaupte ich mal. Ebenso wird es sich mit seinen Genetikkenntnissen verhalten. Aber als Politiker reicht es ja meist nur fürs Jurastudium und dies behaupte ich mit Nichtwissen, wie es Juristen zu tun pflegen.

O.: Wer sich zum Thema Intelligenz noch mal „intelligent“ machen will, dem sei diese Seite empfohlen:
http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzwasistdas.html
Über Genetik steht da auch so manch amüsantes.

Robert: Ich habe mich schon als Jugendlicher mit der Kritik der IQ-Messung beschäftigt. Das Problem ist, die Literatur ist leider ideologische Pseudo-Wissenschaft. Während im Physischen jederman akzeptiert, dass es unterschiede gibt, soll es im geistigen nicht gelten. Klar ist es schwieriger, Intelligenz statt Renngeschwindigkeit zu messen, ohne Frage. Doch es funktioniert, sogar weltweit.. Man kann Japaner mit Afrikaner vergleichen usw. Die Unterschiede von Völkern, Rassen und Individuen anzuerkennen, heißt nicht automatisch, sie in schlecht oder gut einzuteilen.

Peter: Leute, die die „Gleichheit aller Menschen“ propagieren, vermeinen mehr Humanität zu verbreiten. In Wirklichkeit verbreiten sie Terror. Man denke nur an all die armen durchschnittlich, vielleicht sogar unterdurchschnittlich intelligenten Kinder, die von ehrgeizigen Eltern durchs Gymnasium gepeitscht werden. Früher hatte jedes Unterschichtkind normale Rechtschreib- und Rechenkenntnisse. Heute, wo wirklich alle Kinder mit hochwissenschaftlichen Methoden unterrichtet werden, bleiben die weniger intelligenten Kinder auf der Strecke und lernen gar nichts. Beispielsweise macht aus abstrakt mathematischer Sicht es wirklich Sinn mit der Mengentheorie anzufangen (weil die Menge fundamentaler ist als die Zahl) – mit der aber leider kein Mensch etwas anfangen kann, der nicht Mathematik studieren will.
Diese Gleichmache sind zutiefst inhuman. Es geht eh nur darum, daß SIE (die Gleichmacher) sich gut fühlen. „Ich bin kein Rassist!“

claus schrieb 2015:
“ […] manche Leute können einfach nicht genug kriegen von Hitler und Konsorten. Es bringt Bewegung in die erstarrten Glieder.“
Er ist das einzige, was alle Hauptschüler von deutscher Geschichte kennen. Und viele (alte Linke) behaupten immer noch, man laufe Gefahr, den NS nicht ausreichend zu behandeln. Was ja stimmt: Es fehlt Kontext – also Geschichte vor dem NS.

claus: Sehe gerade: „Neuheidentum“ auf dem mittleren Strang. Nee, das ist ähnlich wie Schuler, Wolfskehl, … eher schon etwas, das den NS auf einem Seitenstrang vorbereitet. Es ist einfach zu ästhetisch, träumerisch, versponnen. Man denke auch an Georges Maximin-Kult, der sicher sehr verwandt damit ist, und auch an den theosophischen Runenforscher, dessen Name mir nicht einfällt, …

Peter: Akif Pirincci und das faschistische Merkel-Regime: http://www.pi-news.net/2015/11/p489523/

Peter: Ja, die hege Bunte Republik ist eine Wiedergängerin des Dritten Reiches! Helldeutschland ist ein Terrorstaat, der quasi offiziell Mordaufrufe ausgibt!
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/helldeutsche_wirklichkeit_hass_hetze_brand

Nationalsozialistische Hippies

27. März 2017

Der Nationalsozialismus ist heute von Bedeutung nicht als Warnung vor den Schrecknissen der autoritären Gesellschaft per se, sondern vor den Schrecknissen des Zusammenbruchs der autoritären Gesellschaft.

Eines der Probleme bei der Vermittlung von Charles Konias Theorien über die antiautoritäre Gesellschaft, die sich seit 1960 ausformt, ist, daß diese Entwicklung natürlich nicht einheitlich ist. Bis heute findet man ganze Familien, ganze Dörfer, die noch durch und durch autoritär geprägt sind. Oder man nehme die „türkische Community“, die weitgehend noch in autoritären bis extrem reaktionären Parallelgesellschaften verharrt. Hinzu kommt, daß es infolge des allgemeinen Linkstrends zu einer fortschreitenden politischen Polarisierung kommt, durch die Menschen, die früher nicht im Traum „reaktionärer Tendenzen“ verdächtig waren, schon aus Protest etwa die Welt des Kaiserreichs zu glorifizieren beginnen und sich entsprechend nonkonformistisch im Alltag verhalten.

Ähnliches läßt sich über die alte autoritäre Gesellschaft vor 1960 sagen. Es gab zu dieser Zeit jede Menge antiautoritärer Tendenzen insbesondere nach der industriellen Revolution und ihren Umbrüchen und natürlich nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Aber auch das waren nur vereinzelte und isolierte Erscheinungen. Eine davon war nicht zuletzt der Nationalsozialismus. In der Eigenwahrnehmung waren Leute wie Hitler oder Goebbels alles andere als „Reaktionäre“. Imgrunde verachteten sie das „Völkische“, auch in der eigenen Bewegung. Wichtiger als diese ideologischen Fehlfarben war jedoch ihr konkretes Handeln, etwa der Kampf gegen die Autorität der traditionellen Familie durch die Hitler-Jugend, der aus taktischen Gründen nie offen ausgetragene antikirchliche Kampf und nicht zuletzt die generelle Tendenz zur Zentralisation und, ja, „Gleichschaltung“, d.h. die Zerschlagung lokaler und traditioneller Autoritäten. Dazu gehört auch der Sozialstaatsgedanke. In vieler Hinsicht war das Dritte Reich der Probelauf der BRD, Hitler der Vorgänger Willy Brandts!

Unerwähnt bleiben soll auch nicht, daß praktisch die gesamte Führungsmannschaft des Nationalsozialismus aus bizarren Sonderlingen bestand, die im bürgerlichen Leben untergegangen wären. Angefangen bei der Künstlernatur Hitler, der sein ganzes Leben kaum einen Tag gearbeitet hat, über den Junkie Göring, bis zum wirren Esoteriker Himmler, zu dessen Hauptanliegen die Rehabilitierung der Hexen gehörte. Wer von 1968 spricht, darf von 1933 nicht schweigen!

Das ändert nichts daran, daß die Nationalsozialisten ganz rechts standen und Reichs Analyse des Faschismus korrekt ist, genauso wie Konias Analyse des heutigen Antiautoritarismus korrekt ist.

Er ist wieder da!

23. November 2016

Ich habe mir den Film Er ist wieder da angeschaut – und mich geärgert. Erstens wird Hitler als eine viel zu drahtige und dynamische Persönlichkeit gezeichnet. Und zweitens wird er instrumentalisiert, um jeden nationalen Widerstand in die Nazi-Ecke zu stellen: Pegida, Wilders, LePen. Wir seien verführbar mit „einfachen Lösungen“, die Demokratie sei nur ein Firnis über dem animalisch Bösen und die Umerziehung des Deutschen Volkes sei noch nicht abgeschlossen, da es immer noch nach Führung lechze. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich diese Art von „Antifaschismus“ verachte.

Er ist wieder da ist Emotionelle Pest, denn der Film zeichnet einen geschönten, ansprechenden Hitler, den es nie gegeben hat. Ein Wiedergänger von Hans Albers spielt Hitler! Hitler war ein linkischer Mensch und alles anderes als souverän im Auftreten. In einer „Fernseh-Demokratie“ wäre er nie an die Macht gekommen, aber genau das Gegenteil ist das Thema des Films: Hitler als souverän agierender Medienstar, der in Interviews brilliert, gar Humor (d.h. Selbstdistanz) hat. Hitler, Humor!! In dem Film ist es Hitler, ausgerechnet Hitler, der der zweiten Hauptfigur Ratschläge darüber gibt, wie man eine Frau erobert und prompt setzt der Protagonist dies erfolgreich in die Tat um. Ausgerechnet Hitler, der sich nur an Kindfrauen herantraute, der alles andere als drahtig war, dessen Körperhaltung schlaff war, dessen Uniform nie paßte, dessen Hut immer zu groß war! Man fragt sich wirklich, inwieweit die Filmemacher Hitleristen sind, denn sie inszenieren diesen entscheidungsschwachen Bohémien zu einem übermenschlichen Helden, so wie es Goebbels und Riefenstahl vor ihnen taten. Im Jahre 2016 wird der Hitler-Mythos zelebriert! Hitler als Macher!

Um der pestilenten Sauerei dann auch noch die Krone aufzusetzen, werden die heutigen Kämpfer gegen die moderne Form des Faschismus, nämlich gegen Salafismus und wertezersetzenden Globalismus, als Wiedergänger Hitlers gebrandmarkt, indem ihre Gesichter an strategischen Punkten des Films immer wieder eingeblendet werden. Ihre Anhänger werden als Dummbratzen gezeichnet. Es gibt in diesem Land nur eine einzige sinnvolle Parallele zum Großdeutschen Reich und seinem Untergang: eine wahnsinnig gewordene Merkel, ein auf Kadavergehorsam getrimmtes Pseudoparlament und eine gleichgeschaltete Lügenpresse. Dieses filmische Machwerk reiht sich da perfekt ein.

Kurz, dieser Film ist das Produkt des in wirklich jeder Hinsicht gescheiterten, vollständig verpeilten faschistischen „Antifaschismus“ der Nachkriegszeit. Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte!

In dem Interview unten wird exakt gezeigt, wie wir in eine neue pestilente Diktatur abgleiten:

Das war 2012, mittlerweile ist es um Potenzen schlimmer!

Bildung als Allheilmittel

30. Dezember 2015

In jeder Diskussion, insbesondere aber über das Mohammedanertum, wird gesagt, daß Bildung vor Gewalt schütze, vor Frauenunterdrückung, vor religiösem Fanatismus, vor Intoleranz und Terrorismus, etc. Das ist offensichtlicher Unsinn, denn in der SS mag es tatsächlich unfaßbar ungebildete und dumme Führungskräfte gegeben haben, aber ein Gutteil waren umfassend gebildete Akademiker. Naturwissenschaftliche oder „geisteswissenschaftliche“ Bildung machte da keinen Unterschied, bzw. waren die letzteren vielleicht eher noch verbohrter und brutaler. Man denke nur an einen umfassend gebildeten Mann wie „Dr. Goebbels“. Das gleiche gilt etwa für die Rote Armee Fraktion oder die Leute, die den 9/11 durchgeführt haben. Ein „Prof. Dr.“ kann unglaublich gewalttätig, ideologisch verrannt und hinterhältig sein. Man denke nur an die teilweise wirklich umfassend gebildeten Bolschewiki! Kaum besser waren die dünkelhaften Herrenreiter, die von Privatlehrern unterrichtet worden waren und die die teuersten Universitäten besucht hatten: sie betrachteten „das Volk“ als Viehzeugs und behandelten es entsprechend, wahren Antisemiten, Kriegstreiber, etc.

Trotzdem, gegen jede Erfahrung und Evidenz, reden uns Kulturkonservative, insbesondere aber Sozialdemokraten ständig ein, daß „mehr Bildung“ das Allheilmittel sei. Das hat zwei Gründe: einen „psychoanalytischen“ und einen „marxistischen“.

Erstens glauben diese Verkünder der Bildung frei nach Freud, daß durch intellektuelle Aktivitäten zerstörerische psychische Energien im Gehirn gebunden werden („Verurteilen von irrationalen Triebregungen“). Das überzeugt insbesondere Sozialdemokraten, deren Charakterstruktur dadurch gekennzeichnet ist, daß die besagten Energien nicht wie bei Konservativen durch muskuläre Panzerung gebunden werden, sondern fast ausschließlich durch okulare Panzerung („Verkopfung“). Ihre gesamte gutmenschliche Ideologie beruht darauf, entsprechend ist Bildung ihr Gott und Erlöser.

Zweitens ist da der Vulgärmarxismus, der unsere gesamte Kultur zersetzt. Bildung kann zwar dazu führen, daß man ein höheres Einkommen hat, aber das hat nichts mit der Anfälligkeit für unmenschliche Ideologien, Terrorismus, etc. zu tun bzw. nur in der bizarren Welt des Vulgärmarxisten, wo alle gesellschaftlichen Auseinandersetzungen auf materiellen Unterschieden beruhen. Die „Unterprivilegierten“ lebten in einer veritablen Hölle und deshalb sei Gewalt unausweichlich und könne nur durch „Umverteilung“, letztendlich aber durch gleiche Bildungschancen gemildert werden. Das stimmt sogar bis zu einem gewissen Grade, denn egalitäre Gesellschaften sind tendenziell tatsächlich friedlicher, doch staatliche Eingriffe führen fast immer zum Gegenteil des Erstrebten. Erinnert sei daran, was die Billiarden an Dollar, die Washington etwa in die „Black Community“ gepumpt hat, anrichtete, oder wie die gigantomanische Entwicklungshilfe Afrika verwüstete. Der Wille zur Bildung kann nur aus der Gesellschaft selbst erwachsen, niemals aufoktroyiert werden. Beispielsweise war die Bildung der Arbeiter zu Zeiten der „Arbeiterbildungsvereine“ mit Sicherheit höher als heute, wo jedem zumindest den Realabschluß hinterhergeworfen wird.

Die Bildung ist ein falscher Messias. Natürlich hat niemand etwas gegen „Bildung“, ganz im Gegenteil, doch der orgonomische Ansatz ist vollkommen anders als der „psychoanalytische“ und „marxistische“. In der Charakteranalyse geht es zwar auch, wie in der Psychoanalyse, um das „Bewußtmachen des Unbewußten“, doch dreht sich das nicht um ferne Ereignisse, also letztendlich um einen Glaubensakt, um Interpretation, sondern um das konkrete „unbewußte“ Verhalten im Hier und Jetzt, etwa ein fixes Grinsen, hochgezogene Schultern, beständiger Sarkasmus, etc. Die erstere Art von „Deutung“ führt im Zweifelsfall in die Kontaktlosigkeit und zu haltlosen Verdächtigungen gegenüber den Eltern; Reich sprach in seiner Freudianischen Periode in diesem Zusammenhang von einer „chaotischen Situation“. Ähnlich agierte er in seiner teilweise parallel verlaufenden Marxistischen Periode: statt die Massen mit abgehobener (und ohnehin wissenschaftlich extrem fragwürdiger) „Politökonomie“ und holzschnittartigem Agitprop zu malträtieren, diskutierte er ihr Alltagsleben und ihre Bedürfnisse im Hier und Jetzt.

Mit beiden Ansätzen gab Reich den Menschen Werkzeuge in die Hand den Opferstatus zu verlassen und ihr Leben selbst zu bewältigen. Und genau hier findet sich der Unterschied zwischen „Bildung“ und Bildung. Es ist die Frage, welche Schicht der Charakterstruktur angesprochen wird:

Psychopolioekonomie

Es ist die Frage, ob man den Intellekt dazu benutzt tiefere Einsichten abzuwehren, wie es mit den Versatzstücken der Psychoanalyse und des Marxismus gang und gäbe ist. Es sei nur an all den hanebüchenen Unsinn erinnert, mit dem sogenannte „Nahostexperten“ den islamischen Terrorismus erklären. Da ist dann davon die Rede, daß wir nicht „kultursensibel“ seien, für die Sünden des Kolonialismus büßten und für die Ungerechtigkeiten des kapitalistischen Systems. Auf einer tieferen Ebene zeigt sich hier eine unverhohlene Sympathie mit dem Terrorismus, der relativiert und als gerechte Strafe für unsere vermeintlichen Untaten hingestellt wird. Ganze Bibliotheken füllen sich mit diesen willkürlichen „Analysen“ und der kaum verbrämten Sympathie mit Mord. Man denke nur an das, was über 9/11 geschrieben wurde! Was nie erwähnt wird, ist das, worum es eigentlich geht: der seit Jahrhunderten anhaltende Zusammenbruch der Sexual- und Arbeitsfunktionen in der gesamten islamischen Welt, die zutiefst autoritär geprägt ist, und deren Konfrontation mit dem zunehmend antiautoritärer werden Westen, bei dem die Sexual- und Arbeitsfunktionen, wenn auch auf andere Weise, ebenfalls zusammenbrechen. Diskussionsrunden mit „Nahostexperten“ können Stunden, Tage, Wochen anhalten und nie würde erwähnt werden, daß praktisch niemand in diesen Ländern arbeitet, so wie man in Deutschland arbeitet (zumindest gearbeitet hat), und daß man wie selbstverständlich mit seiner Cousine verheiratet wird. Es würde auch nie die Frage gestellt werden, wie auf diese extrem patriarchale und hierarchische Gesellschaft der immer weiter ausufernde gesellschaftliche Zerfall der antiautoritären Gesellschaft des Westens wirken muß. Vollends unzugänglich ist, warum der antiautoritäre Westen gar nicht genug vom dysfunktionalen Islam haben kann.

Und so in allem: das, was als Bildung durchgeht, entspricht fast immer der oberflächlichen Fassade oder der mittleren (sekundären) Schicht der Charakterstruktur. (Rein mechanisches Wissen, etwa Mathematik, ist neutral.)

Große Kunst, etwa Goethes Faust kommt aus dem bioenergetischen Kern heraus und verbindet uns mit dem bioenergetischen Kern. Entsprechend schaue man sich an, was aus den großen Werken der Weltliteratur in den letzten Jahrzehnten auf bundesdeutschen Bühnen gemacht worden ist! Diese Werke wurden sozusagen von der dritten Schicht zur ersten und zweiten Schicht „herauftransformiert“. Von modernen Produkten der Kultur brauchen wir erst gar nicht reden.

Da man die Massen prinzipiell nur durch Worte (allgemeiner durch „Signale“) erreichen kann, ist „Bildung“ tatsächlich der Schlüssel zu allem. Die entscheidende Frage ist nur, welche Charakterschicht angesprochen wird. In Äther, Gott und Teufel weist Reich darauf hin, daß die Freudsche Tiefenpsychologie den Menschen von Schuldzuweisungen befreit hat, von den Zwängen der bürgerlichen Fassade. In Menschen im Staat streicht Reich hervor, daß Marx selbst, im Gegensatz zu den späteren „Marxisten“, nicht das Ressentiment gegen die Kapitalisten schüren, d.h. nicht an die sekundäre Schicht der Massen appellieren wollte, sondern nur bestrebt war die ökonomischen Zwänge freizulegen, denen auch sie unterworfen sind. Der einzige „Appell“, der irgendwo hinführt, ist der an den bioenergetischen Kern. Jede Bildung, die diesen Namen verdient, spricht den Kern an – kommt aus dem Kern. Bildung ist bisher fast stets gescheitert, weil sie nie klar zwischen den drei Schichten unterschieden hat und so auch der Irrationalität und dem Lebenshaß dienen konnte.

bildung

Hitler und die Orgonomie (Teil 1)

14. August 2014

Es hat etwas Befriedigendes, am Anfang einer Biographie über Joseph Goebbels (Narziß Goebbels. Eine psychohistorische Biographie) Reich zitiert zu sehen.

Im ersten Kapitel geht es um jene Gruppe, aus der Goebbels entwachsen ist und die die Hauptstütze des Nationalsozialismus war: das Kleinbürgertum, das durch den Untergang des wilhelminischen Deutschland sich gezwungen sieht, die sie tragenden gesellschaftlichen Strukturen so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Dazu diene insbesondere die Aufrechterhaltung der gewohnten Feindbilder.

So steht [das Kleinbürgertum] den Vertretern des Großkapitals feindlich gegenüber, und zwar als unbewußte Wahrnehmung der ökonomischen und damit auch der sexuellen Freiheit, wie Wilhelm Reich darstellt, weshalb es Adolf Hitler und Joseph Goebbels später ein Leichtes sein wird, aus einem latenten einen massiv-aggressiven Antisemitismus in der Bevölkerung aufzubauen. (S. 18)

Reichs Analyse fassen die Autoren wie folgt zusammen:

Eine politisch-gesellschaftliche Diktatur, wie der Nationalsozialismus sie darstellt, gründet ihr Fundament auf Begriffe wie Reinheit, Ehre, Pflicht, Tapferkeit und Disziplin, wodurch ein vermehrter Druck auf die zwangsmoralischen gesellschaftlichen Vorstellungen ausgeübt wird. Da diese permanente sexuelle Selbstbeherrschung und die Angst vor der eignen Sexualität den Kleinbürger überfordern, entsteht eine Führersehnsucht, um die eigene individuelle (und damit auch sexuelle Verantwortung) abzugeben, womit die Strukturlegung für den reaktionären Menschen gegeben ist. (S. 19)

Reich hält Hitlers Persönlichkeit, oder gar die eines Goebbels, für vollständig nebensächlich und denkbar uninteressant. Ihm ging es darum, wie die Massen auf solche Knallchargen haben hereinfallen können. Die Frage ist demnach: Was geht in den Massen vor?

Daß [die] Massenorganisierung gelang, lag an den Massen und nicht an Hitler. Es lag an der autoritären, freiheits-ängstlichen Struktur der Menschen, daß seine Propaganda Wurzeln fassen konnte. Daher kommt das, was an Hitler soziologisch wichtig ist, nicht aus seiner Persönlichkeit, sondern aus der Bedeutung, die er von den Massen bekommt. (Massenpsychologie des Faschismus, S. 57)

Es geht darum, ob die Massen ihr Leben selbst in die Hand nehmen oder irgendeinem „Obama“ folgen, weil der ihnen verspricht, er werde sie an die Hand nehmen und sie „betreuen“. Es geht um die Übernahme von Eigenverantwortung.

Die Grundlage von Eigenverantwortung ist der ungehinderte „psychische“ Kontakt mit seiner Umgebung. „Psychohistorie“, wie sie in immer neuen Büchern über die Nazi-Größen zelebriert wird, verlagert jedoch die Energie ins Gehirn („Grübelei“, „Logelei“) und verstärkt dadurch die Kontaktlosigkeit des Lesers. (Sie ist in etwa mit dem Marxismus vergleichbar, dessen „Analysen“ den gleichen blöde machenden Effekt haben. Kein Wunder, daß Psychoanalyse und Marxismus bei „Intellektuellen“ so beliebt sind!)

goebbels

Und dann ist da etwas, was die Bücher über die Protagonisten des Dritten Reiches schlichtweg ungenießbar macht: Es wird nie diskutiert, daß Leute wie Hitler und Goebbels nicht einfach nur „böse“ waren und Lügen verbreitet haben, sondern vor allem auch Wahrheiten ausgesprochen haben, die nie über die Lippen unserer vermeintlichen „Demokraten“ kommen. Reich:

Es ist nie aus den Augen zu verlieren, daß Hitler stets an den berechtigten Haß des Massenmenschen gegen die Scheindemokratie und das Parlamentssystem anknüpfte – und mit viel Erfolg! (ebd., S. 233)

Für den gepanzerten Menschen ist Hitler ein absolutes Faszinosum. Manchmal will es scheinen, daß der Spiegel und das ZDF kein anderes Thema kennen und das Jahr ein, Jahr aus, über Jahrzehnte hinweg. Der paranoid-schizophrene Charakter Hitler hatte und hat diesen Erfolg seit nunmehr über 90 Jahren, weil er auf verzerrte Weise drei Dinge ansprach, die schlichtweg wahr sind:

  1. Seine Darstellung „des Juden“ ist fast eine perfekte Beschreibung der Emotionellen Pest im allgemeinen und des pestilenten Charakters im besonderen.
  2. Sein extremer Rassismus verweist darauf, daß der Mensch ein Tier ist und entsprechend gesellschaftliche Probleme letztendlich biologische Probleme sind.
  3. Sein Kampf gegen die christliche Mitleidskultur, mit dem er die abendländische Kultur vor dem Untergang bewahren wollte, ist von geradezu prophetischer Bedeutung.

Mit traumwandlerischer Sicherheit sind es gerade diese drei Aspekte, die dämonisiert werden: jedwede Analyse des Bösen als charakterologisches Problem ist Anathema, die biologische Bestimmtheit des Menschen, selbst seine Zweigeschlechtlichkeit, wird radikal infrage gestellt und christliche Tugenden werden auf masochistische Selbstverleugnung zugespitzt. Beide christliche Kirchen sind zu Todfeinden des deutschen Volkes mutiert. Auf diese Weise wird Hitler immer ein Faszinosum bleiben!

Ein weiteres Moment wird gerne verdrängt, da es zu sehr nach Apologetik klingt. Rechte Bewegungen appellieren immer an das Gesunde im Menschen, das „gesunde Volksempfinden“, während die Linke immer an das Kranke in den Menschen appelliert: wie bedürftig (infantil) doch alle „Unterdrückten“ seien, man müsse „Widerstand“ (sic!) leisten. Der Nationalsozialismus hingegen handelte zentral von nichts anderem als von Gesundheit und Schönheit und ihrer Erhaltung („Rassereinheit“). Siehe dazu den ausgezeichneten Film von Peter Cohen Architecture of Doom.

Die Frage stellt sich, ob die Nationalsozialisten wirklich „Rechte waren“, betrachtete sich doch Hitler als „Deutschen Lenin“. Man führe sich dazu folgendes Video zu Gemüte:

Es läßt sich trefflich darüber streiten, ob der „Kampf gegen Rechts“ nicht Etikettenschwindel ist. Bzw. kann man streiten, solange man auf der oberflächlichen Ebene von Politik, Ökonomie, Soziologie und Psychologie verharrt.

Die Orgonomie behauptet, daß der ideologische Unterschied zwischen Liberalen („Linken“) und Konservativen letztendlich auf strukturellen Unterschieden beruht, d.h. grundsätzlich unterschiedliche Charakterstrukturen vorliegen. Den grundlegenden bioenergetischen Unterschied zwischen „Linken“ und „Rechten“ hat Charles Konia in seinem Blog herausgearbeitet.

Aber zurück zur Frage, ob „Nazis“ wirklich „rechts“ stünden. Das obige Video will uns suggerieren, daß dies vollkommener Unsinn sei: natürlich seien National-Sozialisten Linke, was denn sonst?! Nun, die meisten Menschen haben dieses ach so „offensichtliche Faktum“ nicht so gesehen. Aber man kann dieses Thema von der Warte der Ideologie her ohnehin nicht sinnvoll behandeln.

Die beste Annäherung an das Thema ist, wie stets bei solchen Dingen, wenn man nach einem entsprechenden Problem in der Gegenwart sucht. Hier bietet sich der Islamismus an, der ohne jeden Zweifel „rechts“ ist: es geht um konsequente Fortschrittsfeindlichkeit, um blinden Glauben an Autoritäten, um Frauenfeindlichkeit, Kulturimperialismus, Rassismus, Geschäftemacherei, Machismo, Klassenunterschiede, Gewaltverherrlichung, etc.pp. Am eindeutigsten „rechts“ ist der alles durchdringende Mystizismus im Islam.

Der Islam ist zweifellos rechts und zweifellos wurde er von Menschen geschaffen und geprägt, die auch von ihrer Charakterstruktur rechts waren. Aber wie Charles Konia in seinem Buch The Emotional Plague (S. 256) ausführt, gibt es auch im Islam Menschen mit einer „linken“ Charakterstruktur. Konia zufolge erkennt man sie daran, daß es ihnen vor allem um ihre kulturelle Identität zu tun ist.

Wie ihre pseudo-liberale Entsprechung im Westen zieht es sie zu linksgerichteten politischen Versammlungen, etwa Demonstrationen von Feministinnen, oder sie schließen sich antiamerikanischen Antikriegs-Bewegungen an. Sie identifizieren sich mit den Unterprivilegierten und Außenseitern und betrachten Amerikaner als Rassisten, die gegen Moslems Vorurteile hegen. Ihre Identität gruppiert sich um die muslimische „Opferrolle“ und nicht um das westliche Land, das sie aufgenommen hat. Sie tragen Schleier nicht so sehr aus religiöser Überzeugung, sondern als Zeichen des Protests und um ihre „Gruppenidentität“ zu feiern. Sie blühen auf, wenn sie Kontroversen hervorrufen und beim Debattieren sozialer und politischer Fragen, weil auf diese Weise Energie in ihr Gehirn hochgezogen wird.

Ähnlich muß man die Nationalsozialisten betrachten. Beispielsweise war Goebbels von der Charakterstruktur her wohl doch eher ein „Linker“, während Himmler ein „Rechter“ war.

Die Frage, wie man die „Bewegung“ als ganzes einordnen soll, läßt sich nur beantworten, wenn man den Nationalsozialismus in die gesamte Geschichte des Abendlandes einordnet, wie Konia es getan hat. Dann geht es schlicht um die Frage, ob intellektuell durchschaubare mechanische Kräfte das Geschehen bestimmen (Mechanismus) oder ein undurchschaubarer Gott bzw. „die Vorsehung“ (Mystizismus). Diese beiden grundsätzlich unvereinbaren Weltanschauungen gehen auf die Charakterstruktur ihrer Anhänger zurück. Diese bioenergetische Ebene wird zwar von politischen, ökonomischen, soziologischen und psychologischen Verwerfungen überlagert, teilweise bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, kommt aber letztendlich doch zum tragen.