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DOR-Wolken und DOR-Linien: eine Korrektur (Teil 2)

27. August 2026

Im Anschluß an den Italiener Giobanni Schiaparelli hat der bedeutende amerikanische Astronomen Percival Lowell die berühmt-berüchtigten „Marskanäle“ entdeckt. Über 50 Jahre später mit Beginn der Raumfahrt war „natürlich“ Lowells Theorie widerlegt und für die amerikanischen Wissenschaftler Carl Sagan und Paul Fox war „die überwiegende Mehrzahl der Kanäle (…) weitgehend ein Phantasieprodukt (…) ein anschauliches Beispiel für die Unzuverlässigkeit des Systems von Augen, Hirn und Hand unter schwierigen Beobachtungsbedingungen“ (A.C. Clarke 1981: Geheimnisvolle Welten, München: Knaur, 1981).

Mittlerweile habe ich den Verdacht, daß „meine“ Bloomschen DOR-Linien genau das gleiche sind: ein Beispiel für die Unzuverlässigkeit des Denkens und Schließens… Dazu folgende zusätzliche Beobachtung, die mich total verwirrte. Vor etwa 25 Jahren schrieb ich einem Freund: „Kannst Du Dich noch daran erinnern, wie ich Dir öfter von den Kondensstreifen berichtet habe und den DOR-Linien, die sie begleiten? Jetzt sitze ich an einem Teich und sehe im Wasser einen schneeweißen Kondensstreifen, der am Ende abrupt in eine schwarzgraue Linie übergeht. Verwundert schaue ich hoch und sehe, wie das Flugzeug wirklich exakt in eine DOR-Linie hineinfliegt, als wäre es eine Himmelsstraße. Mir ist das Phänomen schlechtweg UNERKLÄRLICH! Eine Stunde später ist an genau der gleichen Stelle wieder ein schneeweißer Kondensstreifen. Bilden sich auf den offiziellen, ständig beflogenen Luftstraßen mit der Zeit feste DOR-Linien?! Stecken UFOs dahinter, die diese Luftstraßen ausgekundschaftet haben? Verdammt nochmal, was steckt bloß dahinter? Eine DOR-Linie, die von einem Flugzeug ausgeht, OK! Aber eine DOR-Linie in die ein Flugzeug so reinfliegt, daß sich sein Kondensstreifen mit der DOR-Linie hinter dem Flugzeug deckt.“

Nun bin ich im Netz auf einen älteren Aufsatz inklusive aufschlußreichem Photo von jemanden gestoßen, der ausgerecht (wir erinnern uns an Bloom) Felix Blumer heißt: Flugzeuge fliegen dem Schatten nach. Die schwarze Linie sei nichts anderes gewesen als der Schatten des eigenen Kondensstreifens auf einer tieferliegenden dünnen Schleierwolkenschicht, wobei sich das Flugzeug von der Sonne wegbewegt! „Fliegt das Flugzeug nicht von der Sonne weg, sondern aus Sicht des Beobachters quer über den Horizont, so kann ein schwarzer Strich parallel zum Kondensstreifen beobachtet werden.”

Weitere Recherche mit Hilfe von KI belehrt mich, daß manchmal gar keine zweite Wolkenschicht existiert, auf die der Schatten des Kondensstreifens fällt. Bei sehr hellen Lichtverhältnissen, nähme das Auge die Kante des dichten Kondensstreifens durch den extremen Helligkeitskontrast als dunkle Linie wahr.

Das muß ich wohl so akzeptieren, obwohl sich das nicht recht mit Blooms und meinen (wirklich sehr seltenen) eigenen Beobachtungen decken will. Wie paßt etwa ein zerfledderter Kondensstreifen zu seinem wirklich perfekt „linealgezogenen“ vermeintlichen Schatten?

Bin ich physikalisch dumm und ungebildet oder wird hier wieder einmal eine potentiell sehr wichtige Entdeckung vom Strom des sich akkumulierenden menschlichen Wissens ferngehalten bzw. entfernt? Diese Frage bringt mich zurück zu den „Marslinien“:

1971, im Jahre der kartographischen Erfassung des Mars durch Mariner 9, machte der amerikanische Astronomen Peter Boyce eine überraschende Entdeckung in Chile an einem der besten Teleskope der Welt. Er sah „plötzlich von der Spitze eines der trompetenförmigen Dunkelgebiete (Syrtis major) in der Äquatorzone des Planeten einen klassischen Lowellschen Kanal ausgehen.“ Dann „erschienen weitere Markierungen, darunter immer mehr Linien und ‘Oasen’.“ Durch ein weiteres Teleskop sah auch sein Kollege Jim Westfall, sie „plötzlich überall auftauchen“ (A.C. Clarke 1981: Geheimnisvolle Welten, München: Knaur, 1981).

Was hatte Lowell wirklich gesehen? Über die Oberfläche ziehender Staub, wie Boyce glaubt? Oder waren es vielleicht eine Art von „DOR-Linien“? Was hat es mit den dunklen Linien („Brücken“) auf dem Mond auf sich, die ich in Ea und die Wellenfunktion beschreibe? DOR-Linien?

Auf dem Jupitermond Europa wurden rätselhafte Linien entdeckt – dunkel und gerade – sie werden als „Risse in einer dicken Eisschicht“ interpretiert. Man sprach aber auch von „Serien von eigenartigen, feinen, dunklen Linien, die bis zu Tausenden von Kilometern lang und über diese Distanz bemerkenswert gerade sind. Ihr Ursprung bleibt vorerst ein Rätsel“ (Guest et al.: Planeten Geologie, Freiburg: Herder, 1981).

Am 19.10.03 machte der Astrophotograph Olivier Meeckers ein Photo des Jupiters, auf dem ein unerklärlicher schwarzer Fleck zu erkennen ist. Eine DOR-Wolke?

Nun, die Linien auf dem Jupitermond seien Bruchlinien und die schwarzen Flecken auf dem Jupiter selbst Folgen von Meteoriten-Einschlägen. Klingt vernünftig und stimmt mit großer Wahrscheinlichkeit auch. Trotzdem sollte man DOR-Linien und DOR-Wolken nicht ausschließen, die man schließlich auf der Erde direkt beobachten kann.

Was ist mit den Sonnenflecken? Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Theorie des berühmten britischen Astronomen Fred Hoyle und seines Schülers N. Chandra Wickramasinghe, denen zufolge Viren und Bakterien im kosmischen Staub vorhanden sind und vom Sonnenwind getrieben auf die Erde herunter prasseln.

Die beiden Forscher konnten für die Zeit seit 1761 alle 11 Jahre eine große Grippeepidemie nachweisen. Dabei ist nicht nur auffällig, daß dieser 11-Jahresrhythmus mit der Sonnenfleckenaktivität synchron läuft, sondern auch mit dem Rhythmus, in dem Dürrekatastrophen auftreten.

Vielleicht haben die Grippeepidemien nichts mit „Viren aus dem All“ zu tun, wie Hoyle und Wickramasinghe annehmen, sondern mit einem vermehrten DOR-Gehalt der Erdatmosphäre entsprechend dem periodischen DOR auf der Sonnenoberfläche.