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Der Mensch als Orgonmotor

18. September 2026

Frei nach Pawlow glaubte man ursprünglich, daß (beispielsweise) die wellenförmige Schwimmbewegung eines Aals auf einer Kette von Reflexen beruht. Ein Reflex regt den nächsten an. Ein rein mechanischer Vorgang. Doch durch Durchtrennen von Nerven konnte experimentell gezeigt werden, daß diese Bewegung auch ohne sensorische Rückmeldung abläuft, sozusagen „autonom“. Die Nervenzellen im Rückenmark feuern von sich aus in einer perfekt koordinierten wellenförmigen Sequenz. In den 1930er Jahren hatte der Verhaltensbiologe Erich von Holst (beispielsweise) bei Aalen das Gehirn vom Rückenmark getrennt und die sensorischen Nervenbahnen durchschnitten. Dieses simple Experiment bildete die Grundlage der modernen Neurobiologie und Verhaltensforschung. Was wir hier vor uns haben sind pulsatile orgonotische Funktionen, die unabhängig von der Umwelt und unabhängig vom Gehirn aus sich heraus agieren.

Hans Hass schreibt dazu:

Dieses Ergebnis war in doppelter Weise ungemein interessant. Erstens widerlegte es die Ansicht des russischen Biologen Pawlow und seiner Schule, die alle Instinkthandlungen auf „Ketten“ von einzelnen Reflexen zurückführten. Nach dieser Vorstellung – die damals von den meisten Biologen geteilt wurde – hätte die Bewegung eines Muskelsegmentes über innere Sinnesreize die Bewegung des nächstfolgenden auslösen müssen. Als einen solchen „Kettenreflex“ hatte man sich bisher den regelmäßigen Ablauf der Schwimmbewegung des Aales vorgestellt. Bei diesem Präparat waren jedoch keinerlei Rückmeldungen an das Rückenmark möglich, es konnten somit die Segmente einander nicht beeinflussen. Zweitens aber, und fast noch wichtiger, zeigte dieses Experiment, daß dieser offenbar von einer Stelle gesteuerte Bewegungsvorgang gar keines äußeren Reizes bedurfte, um abzulaufen. Die motorischen Zellen, welche die Schlängelbewegung kommandierten, waren vielmehr „spontan aktiv“. (Hass: Expedition zu uns selbst. Das Geheimnis menschlichen Verhaltens, NATURPHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN, Bd. 4, München: Universitas 1987)

Es ist etwas unglücklich, da die falschen Assoziationen hervorgerufen werden, daß das lokale Netzwerk im Rückenmark, daß für die Rhythmik autonomer Muskelbewegungen, u.a. das Atmen, zuständig ist, ausgerechnet als „Zentraler Mustergenerator“ (Central Pattern Generator, CPG) bezeichnet wird, weil das Rückenmark Teil des Zentralen Nervensystems ist. Nochmal: das ganze läuft als „kontinuierlicher Antrieb“ autark, spontan aktiv ab, d.h. ohne sensorische Rückmeldungen von der Peripherie und ohne Befehle vom Gehirn.

Natürlich initiiert das Gehirn das Gehen, Kauen und Schlucken und beeinflußt das Atmen, doch der CPG feuert die Nervensignale autonom. Genauso modulieren Signale von der Peripherie her zwar diese autonome Rhythmik des CPG, aber das ändert nichts daran, daß der CPG aus sich selbst heraus pulsiert, d.h. auch sozusagen „im Leerlauf“ weiterlaufen würde.

Werden der betreffende CPG zerstört, kann man beispielsweise zwar noch gehen, doch ist dieses Gehen nicht mehr flüssig, nicht mehr koordiniert, nicht mehr unwillkürlich, sondern nur noch rein mechanisch, roboterhaft. Es ist wie bei Reichs Orgonmotor, der zwar mit elektromagnetischer Energie betrieben werden konnte, seine charakteristische „flüssige“ Bewegung aber nur durch das Einspeisen von autonom pulsierender Orgonenergie vollführen konnte.