Archive for 4. Mai 2020

Covid-19 und die antiautoritäre Gesellschaft

4. Mai 2020

Antiautoritarismus ist nicht einfach anarchistische Nichtautorität, sondern vielmehr die sozialistische Zentralisierung der Autorität weg von der persönlichen Verantwortung, weg von der Familie und weg von der lokalen Gemeinschaft. Diese drei Funktionen werden weitgehend von der Zentralregierung übernommen, die dadurch sehr „persönlich“ wird: sie übernimmt einige Funktionen der Familie und der lokalen Gemeinschaft und degradiert dich auf den Status eines Kindes, das nicht selbst für sich verantwortlich ist.

Für dich ist das Überleben deiner kranken und/oder alten Ehefrau, Mutter oder Großmutter von unendlicher Bedeutung, auch wenn sie 100 Jahre alt sind. Du wirst um jeden zusätzlichen Monat, jede zusätzliche Woche, ja sogar jeden zusätzlichen Tag ihres Verbleibens auf dieser Erde kämpfen. Während du als vernünftiger Mensch, der eine 88jährige gebrechliche Frau Helga Müller in der, sagen wir, fernen Lausitz betrachtet, sehr wohl weißt, daß es eine unverantwortliche Verschwendung medizinischer und wirtschaftlicher Ressourcen wäre, alles für das Überleben von Frau Müller zu mobilisieren. Dasselbe „kalte“ Denken prägte den alten rationalen autoritären Staat.

Aber heute, in der antiautoritären Ära, werden die Frau Müllers des Landes wie Mitglieder der inneren Familie behandelt. Wir opfern unsere gesamte Wirtschaft (und damit potentiell Millionen von Leben!), um einige gebrechliche und kranke Menschen zu retten, die sowieso bald sterben würden. Ja ja, ich weiß, „die Sprache des Unmenschen“…

Dieses verantwortungslose vermeintlich „humanitäre“ Getue hat mit der Augenpanzerung zu tun. Die Unfähigkeit in der Perspektive zu sehen, d.h. den qualitativen Unterschied zwischen nah und fern. Plötzlich wird „Frau Müller“ für „die Gesellschaft“ genauso wichtig wie für uns unsere eigene Mutter. Was im Falle „der Gesellschaft“ ein falsches und unaufrichtiges Gefühl ist – Kontaktlosigkeit unter dem Deckmantel des Kontakts! Es ist eine echte psychiatrische Psychose im Massenmaßstab.

Ein verantwortungsbewußter Kanzler würde sagen: „Gut, wir verlieren 20 000 Menschen bei jeder Grippewelle. Dieses Mal werden es 30 000 Menschen sein. Es ist schwer für die Familien, aber als Gesellschaft akzeptabel. Ich kann die Wirtschaft nicht runterfahren, was als Endresultat vielleicht 300 000 zusätzliche Todesopfer fordern würde. DAS wäre unmoralisch!“

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Spenden: paypal.me/nachrichtenbrief oder hier.