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Der Nachweis des Kontinuums der Funktion in der Medizin (Teil 2)

26. Oktober 2012

Reich hat sich bemüht, den Schweregrad seelischer Erkrankungen und den Schweregrad der Genitalstörung wenigstens ansatzweise zu quantifizieren: in seinen bio-elektrischen Untersuchungen und seinen Untersuchungen zur orgonotischen Erstrahlung. Sein Hauptfeld war aber natürlich die Klinik.

Es stehen sich gegenüber erektive, ejakulative und orgastische Impotenz, Orgasmusangst und Sexualstauung als Indikatoren für die Schwere der genitalen Störung und Panzerstruktur, psychosomatische Beschwerden und „psychoneurotische“ Beschwerden als Indikatoren für die Schwere der seelischen Störung. Wenn sich da nicht einiges mehr oder weniger direkt statistisch untersuchen läßt, dann läßt sich ja wirklich gar nichts untersuchen. Es ist also nicht so, daß hier nur zwei Variablen vorliegen, die man nicht miteinander korrelieren darf.

Nach dem ICD-10 gibt es etwa 13 000 Krankheiten. Ich habe gehört, daß für den praktischen Mediziner etwa 100 Krankheiten wichtig sind, da sie den weit überwiegenden Teil der Fälle ausmachen. Den Rest kann man getrost den Spezialisten zur Abklärung überlassen. Wie viele von diesen 100 Krankheiten mögen davon Biopathien sein? Eine Handvoll biopathischer Krankheiten, einschließlich den biopathischen psychiatrischen Störungen, machen imgrunde das gesamte Gesundheitsproblem der Nation aus. Sie beruhen Durchweg auf einer Genitalstörung. Der Rest ist Noise!

Über die Ursachen dieser Krankheiten kann die Schulmedizin größtenteils nichts sagen. Es gibt nur mehr oder weniger plausible Theorien und Therapien, die zumeist durch Zufall entdeckt wurden. Wirkliche „Wirkungsketten“ können nicht angegeben werden. Um die „Wissenschaftlichkeit“ der Medizin im allgemeinen und der Psychiatrie im besonderen sieht es nun wirklich nicht gerade berauschend aus!

Der Ansatz der Orgonomie war nun (und dieser Ansatz kann mangels Personal auch nicht nur ansatzweise mit Leben ausgefüllt werden – aber bei einer Handvoll Krankheiten wird es wohl doch realistisch machbar sein) für jede Biopathie das herzustellen, was Reich als „den Nachweis der Kontinuums der Funktion“ bezeichnet hat (Die bio-elektrische Untersuchung von Sexualität und Angst, S. 52). Lückenlos, d.h. ohne jene Lücken, die (wie Reich kritisiert hat) Biologie und Medizin stets mit den beiden Worten „um zu“ übersprungen haben, muß theoretisch und in der klinischen Praxis aufgezeigt werden, was etwa den biopathischen Bluthochdruck mit der orgastischen Impotenz verbindet.

Das ist m.E. „wissenschaftlicher“ als bloße statistische Korrelationen ohne jedes „Kontinuum der Funktion“. Es wurde z.B. schon nachgewiesen, daß die Storchenpopulation mit der menschlichen Geburtsrate perfekt korreliert. Entsprechend wäre es zugegebenermaßen nicht unbedingt berauschend, wenn man die Abhängigkeit des Schweregrads seelischer Erkrankungen vom Schweregrad der Genitalstörung nun statisch doch noch nachweisen könnte. Zumal es zwei gravierende theoretische Schwierigkeiten gibt: da ist zunächst das Energieniveau als Zwischenglied, d.h. (übertrieben ausgedrückt) wo keine Energie ist, kann auch keine entladen werden, weder in Symptomen noch in der genitalen Umarmung; und zweitens kann ja grade der Mangel an Symptomen ein ganz übles Zeichen sein, da die Panzerung perfekt ist.

Natürlich ist die reine Klinik, die bis heute die medizinische Orgonomie bestimmt, mit all ihren Unwägbarkeiten kein tragfähiger Boden. Immerhin hat aber die medizinische Orgonomie mit Reichs primitiver statistischen Erhebung, die er 1927 in Die Funktion des Orgasmus veröffentlichte, angefangen – und sie endete 1948 in Der Krebs mit Reichs Vorschlag, die Wirkungen des Orgonenergie-Akkumulators statistisch in einem Großversuch zu überprüfen. Die heutigen Orgonomen wären sicherlich über alle Maßen begeistert, wenn so eine Untersuchung der Orgasmustheorie möglich wäre – und, wie gesagt, theoretisch muß sie möglich sein, trotz aller Probleme.

An sich gibt es nur ein Problem: die Orgonomie im allgemeinen und die Orgasmustheorie im speziellen würde erst infolge einer solchen statistischen Untersuchung offiziell anerkannt werden, – doch um diese praktisch möglich zu machen, müßte sie bereits offiziell anerkannt sein…

The Journal of Orgonomy (Vol. 15, No. 1, May 1981)

11. Januar 2012

Hinsichtlich Charles Konias Aufsatz „The Schizophrenic Biopathy“ (S. 108-126) möchte ich zwei Problembereiche diskutieren: die Schizophrenie als „Vererbungskrankheit“ und als „internistische Krankheit“.

Was die Diskussion über Umwelt und Vererbung betrifft verweist Konia auf das naheliegende Gemeinsame Funktionsprinzip: die pulsatorische Störung. Wie Reich und Elsworth F. Baker ausgeführt haben, ist Schizophrenie auf eine sehr frühe okulare Panzerung zurückzuführen („okularer Charakter“). Wie sind aber Erbfaktoren konkret mit der spezifischen pulsatorischen Störung in der Schizophrenie verknüpft? Beruht es auf einer Panzerung im mütterlichen Organismus (Einschränkung der orgonotischen Pulsation), Anorgonie (eine bedenkliche Senkung des Energiepegels) oder eine bisher unbekannte energetische Funktion?

Was das letztere betrifft hat Barbara G. Koopman im Editorial des Journal of Orgonomy vom Nov. 1990 (Vol. 24, No. 2) erwähnt, daß die organismische Orgonenergie in der Lage zu sein scheint, auf irgendeine Weise zu speichern, was dem Organismus widerfährt. Beispielsweise erwähnt sie, daß bei der Auflösung der somatischen Panzerung Erinnerungen aus frühesten Kindertagen auftauchen, als das Gehirn noch nicht weit entwickelt war. Und sie erwähnt in diesem Zusammenhang Reichs Überlegungen aus Die kosmische Überlagerung, daß die Orgonenergie selbst „wahrnehmungsfähig“ ist.

In Der Krebs hat sich Reich ausführlich mit der Vererbung bei der Krebsschrumpfungs-Biopathie befaßt. Er führt aus, daß sich der Hang zur Anorgonie, der der Krebsbiopathie zugrundeliegt, sehr weit in die Kindheit zurückverfolgen läßt. Reich weiter:

Der Ursprung der Anorgonie kann nicht früh genug angesetzt werden. Es ist wahrscheinlich, daß die Funktionen des Körperorgons im Verlauf der Keimentwicklung ihre Eigenart erwerben. (S. 382)

Konkret übertrage sich die „Ladungsfähigkeit des mütterlichen Gewebes (…) auf die des Embryos, der ja nur einen Funktionsteil der Uterusschleimhaut bildet“ (ebd., S. 396).

Da die Schizophrenie ebenfalls eine Schrumpfungsbiopathie ist, lassen sich diese Überlegungen sicherlich auch auf sie übertragen. In der Schizophrenie zerfällt die Welt des Schizophrenen und schließlich sogar sein eigener Körper in zusammenhanglose Einzelteile. In der „Kunst“ von Schizophrenen kann man das unmittelbar ablesen. Die Köperteile (Ohren, Beine, etc.) werden typischerweise so dargestellt, als gehörten sie gar nicht zum Körper, und die äußeren Gegenstände so, als gäbe es keinerlei Beziehungen zwischen ihnen. Es ist, als wenn von Anfang an es der organismischen Orgonenergie an innerem Zusammenhalt gemangelt hätte.

Was die Anorgonie des „Keims“ betrifft, differenziert Reich weiter in eine ursprüngliche Anorgonie des Keims und eine, die dieser sich sekundär infolge der Anorgonomie im Uterus zugezogen hat (ebd., S. 397). In diesem Zusammenhang muß man natürlich an die immer weiter um sich greifende In-vitro-Vertilisation denken, die einen medizinischen Großversuch am Menschen darstellt. Welche Auswirkung die so künstlich hervorgerufene primäre Anorgonie der Keime auf zukünftige Generationen hat, wird sich eines Tages an der Medizinstatistik ablesen lassen.

Konia unterstreicht, daß die medizinische Forschung angesichts zahlloser Befunde, die bei Schizophrenen auf einen tiefgehenden somatischen Verfall hinweisen, verwirrt ist, denn diese Befunde deuten nicht auf eine greifbare zugrundeliegende Pathologie wie bei anderen Krankheiten. Das ist so, weil der mechanistischen Medizin die spezifische orgonotische Pulsationsstörung, die der Schizophrenie zugrundeliegt, nicht zugänglich ist.

Daran hat sich in den letzten 30 Jahren nichts geändert. In der Studie METEOR wurden die Untersuchungs- und Befragungsdaten von 2270 erwachsenen, klinisch stabilen Schizophrenen ausgewertet. Gleichgültig ob die Patienten mit Antipsychotika der ersten oder zweiten Generation („Typika“ oder „Atypika“) behandelt wurden: in beiden Gruppen zeigten sich im Vergleich zur übrigen Bevölkerung hohe, nahezu identische Raten metabolischer Störungen. 28,4% hatten erhöhte Blutzuckerwerte und fast 70% einen gestörten Fettstoffwechsel. Nahezu 30% waren stark übergewichtig (BMI über 30) (Neuro-Depesche, 3/2011).

Man führt das auf „krankheitsbedingten“ Bewegungsmangel und Fehlernährung zurück. Man führt die Krankheit auf die Krankheit zurück! Der energetische Hintergrund all der Symptome, die mit der Schizophrenie einhergehen, ist der modernen Medizin grundsätzlich unzugänglich.