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Die Gene oder die Umwelt? Nein, die Bioenergetik!

30. September 2012

An anderer Stelle habe ich auf frühere Studien hingewiesen, die gezeigt haben, daß emotionale („psychische“) Traumata in frühen Lebensjahren die DNA-Methylierung, d.h. die Aktivität bestimmter Gene, langfristig verändert. Damit verschiebt sich die Frage von der einfachen Präsenz bestimmter Gene („Veranlagung“) darauf, ob diese Gene überhaupt sozusagen „angeschaltet“ werden.

Forscher der Ruhr-Universität Bochum (E. Unternaehrer et al.) haben nun gemeinsam mit Kollegen aus Basel, Trier und London gezeigt, daß sich die Methylierung der DNA auch nach akutem emotionalen Streß ändert und so psychische und körperliche Erkrankungen verursachen kann.

Die Forscher untersuchten die Gene für den Oxytocin-Rezeptor und für den Brain-Derived Neurotropic Factor (BDNF). Oxytocin hängt mit der Mutter-Kind-Beziehung, Liebe und Sex zusammen, insbesondere mit dem Gefühl von Glück, Befriedigung und Entspannung nach dem Orgasmus. Der „Wachstumsfaktor BDNF“ ist mit dem Schutz bestehender und dem Wachstum neuer Neuronen verbunden.Belastende soziale Situationen haben im Experiment die Mehylierung des BDNF-Gens nicht beeinflußt, sehr wohl jedoch die Mehylierung in einem Abschnitt des Oxytocin-Rezeptor-Gens.

Die Wissenschaftler testeten 76 Personen, die an einem fiktiven Jobinterview teilnahmen und unter Beobachtung Rechenaufgaben lösen mußten – ein bewährtes Mittel, um im Experiment akuten Streß auszulösen. Für die Analyse der DNA-Methylierung nahmen sie den Probanden vor dem Streßtest sowie 10 und 90 Minuten danach Blut ab.

Streß hatte keinen Einfluß auf die Methylierung des BDNF-Gens. In einem Abschnitt des Oxytocin-Rezeptor-Gens stieg sie jedoch bereits in den ersten zehn Minuten nach der Streßsituation an. Das legt nahe, daß die Zellen weniger Oxytocin-Rezeptoren bildeten. 90 Minuten nach dem Streßtest fiel die Methylierung dann unter das Ausgangsniveau vor dem Test. Das deutet an, daß die Rezeptorproduktion übermäßig angekurbelt wurde.

Diese Ergebnisse zeigen, wie widersinnig der alte Streit ist, ob man alles auf (insbesondere soziale) Umweltfaktoren zurückführen kann oder ob das Erbgut allein unser Schicksal bestimmt. Es ist offensichtlich, daß die DNA die Bauanleitung für den Organismus enthält, aber es sollte auch offensichtlich sein, daß „eine Bauanleitung gelesen werden muß“. Diese „epigenetischen“ Faktoren sind eindeutig bioenergetischer Natur und sind entsprechend hauptsächlich von Kontraktion (Hemmung von Oxytocin) und Expansion (Ausschüttung von Oxytocin) geprägt. Die Gene stellen die strukturellen Voraussetzungen zur Verfügung, die Umwelt (d.h. größtenteils andere Organismen) beeinflußt die Bioenergie, die wiederum die Genexpression steuert. Die biologische Energie ist der alles entscheidende „dritte Faktor“, neben „Umwelt und Vererbung“, der bisher übersehen wurde.

The Journal of Orgonomy (Vol. 15, No. 1, May 1981)

11. Januar 2012

Hinsichtlich Charles Konias Aufsatz „The Schizophrenic Biopathy“ (S. 108-126) möchte ich zwei Problembereiche diskutieren: die Schizophrenie als „Vererbungskrankheit“ und als „internistische Krankheit“.

Was die Diskussion über Umwelt und Vererbung betrifft verweist Konia auf das naheliegende Gemeinsame Funktionsprinzip: die pulsatorische Störung. Wie Reich und Elsworth F. Baker ausgeführt haben, ist Schizophrenie auf eine sehr frühe okulare Panzerung zurückzuführen („okularer Charakter“). Wie sind aber Erbfaktoren konkret mit der spezifischen pulsatorischen Störung in der Schizophrenie verknüpft? Beruht es auf einer Panzerung im mütterlichen Organismus (Einschränkung der orgonotischen Pulsation), Anorgonie (eine bedenkliche Senkung des Energiepegels) oder eine bisher unbekannte energetische Funktion?

Was das letztere betrifft hat Barbara G. Koopman im Editorial des Journal of Orgonomy vom Nov. 1990 (Vol. 24, No. 2) erwähnt, daß die organismische Orgonenergie in der Lage zu sein scheint, auf irgendeine Weise zu speichern, was dem Organismus widerfährt. Beispielsweise erwähnt sie, daß bei der Auflösung der somatischen Panzerung Erinnerungen aus frühesten Kindertagen auftauchen, als das Gehirn noch nicht weit entwickelt war. Und sie erwähnt in diesem Zusammenhang Reichs Überlegungen aus Die kosmische Überlagerung, daß die Orgonenergie selbst „wahrnehmungsfähig“ ist.

In Der Krebs hat sich Reich ausführlich mit der Vererbung bei der Krebsschrumpfungs-Biopathie befaßt. Er führt aus, daß sich der Hang zur Anorgonie, der der Krebsbiopathie zugrundeliegt, sehr weit in die Kindheit zurückverfolgen läßt. Reich weiter:

Der Ursprung der Anorgonie kann nicht früh genug angesetzt werden. Es ist wahrscheinlich, daß die Funktionen des Körperorgons im Verlauf der Keimentwicklung ihre Eigenart erwerben. (S. 382)

Konkret übertrage sich die „Ladungsfähigkeit des mütterlichen Gewebes (…) auf die des Embryos, der ja nur einen Funktionsteil der Uterusschleimhaut bildet“ (ebd., S. 396).

Da die Schizophrenie ebenfalls eine Schrumpfungsbiopathie ist, lassen sich diese Überlegungen sicherlich auch auf sie übertragen. In der Schizophrenie zerfällt die Welt des Schizophrenen und schließlich sogar sein eigener Körper in zusammenhanglose Einzelteile. In der „Kunst“ von Schizophrenen kann man das unmittelbar ablesen. Die Köperteile (Ohren, Beine, etc.) werden typischerweise so dargestellt, als gehörten sie gar nicht zum Körper, und die äußeren Gegenstände so, als gäbe es keinerlei Beziehungen zwischen ihnen. Es ist, als wenn von Anfang an es der organismischen Orgonenergie an innerem Zusammenhalt gemangelt hätte.

Was die Anorgonie des „Keims“ betrifft, differenziert Reich weiter in eine ursprüngliche Anorgonie des Keims und eine, die dieser sich sekundär infolge der Anorgonomie im Uterus zugezogen hat (ebd., S. 397). In diesem Zusammenhang muß man natürlich an die immer weiter um sich greifende In-vitro-Vertilisation denken, die einen medizinischen Großversuch am Menschen darstellt. Welche Auswirkung die so künstlich hervorgerufene primäre Anorgonie der Keime auf zukünftige Generationen hat, wird sich eines Tages an der Medizinstatistik ablesen lassen.

Konia unterstreicht, daß die medizinische Forschung angesichts zahlloser Befunde, die bei Schizophrenen auf einen tiefgehenden somatischen Verfall hinweisen, verwirrt ist, denn diese Befunde deuten nicht auf eine greifbare zugrundeliegende Pathologie wie bei anderen Krankheiten. Das ist so, weil der mechanistischen Medizin die spezifische orgonotische Pulsationsstörung, die der Schizophrenie zugrundeliegt, nicht zugänglich ist.

Daran hat sich in den letzten 30 Jahren nichts geändert. In der Studie METEOR wurden die Untersuchungs- und Befragungsdaten von 2270 erwachsenen, klinisch stabilen Schizophrenen ausgewertet. Gleichgültig ob die Patienten mit Antipsychotika der ersten oder zweiten Generation („Typika“ oder „Atypika“) behandelt wurden: in beiden Gruppen zeigten sich im Vergleich zur übrigen Bevölkerung hohe, nahezu identische Raten metabolischer Störungen. 28,4% hatten erhöhte Blutzuckerwerte und fast 70% einen gestörten Fettstoffwechsel. Nahezu 30% waren stark übergewichtig (BMI über 30) (Neuro-Depesche, 3/2011).

Man führt das auf „krankheitsbedingten“ Bewegungsmangel und Fehlernährung zurück. Man führt die Krankheit auf die Krankheit zurück! Der energetische Hintergrund all der Symptome, die mit der Schizophrenie einhergehen, ist der modernen Medizin grundsätzlich unzugänglich.