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Die Krebsmafia

15. März 2015

Reich wurde von der amerikanischen Gesundheitsbehörde juristisch verfolgt, weil er angeblich behauptet habe, Krebs heilen zu können und er viel Geld mit dem entsprechenden Gerät (dem Orgonenergie-Akkumulator) gemacht habe.

Damals und in dem mehr als einem halben Jahrhundert, das seitdem verflossen ist, hat die Pharmaindustrie praktisch wöchentlich revolutionäre Durchbrüche verkündet – aus denen nie etwas geworden ist. Und was die Chemotherapie betrifft: trotz immer neuer Präparate gab es in den letzten drei Jahrzehnten keinen Anstieg der Überlebensrate bei Organkrebs. Bei Brustkrebs hat sich die Situation sogar verschlechtert.

Um was es geht – nämlich um Profite, wie sie sonst nur die Mafia kennt – zeigt ein Beitrag auf Spiegel online, über eine neue Generation von Wundermitteln:

Ärzteprotest gegen Krebsmittel-Kosten: „Die Preise sind schlicht obszön“ – Trotz des enorm hohen Preises sei der klinische Nutzen der fraglichen Arzneien nur geringfügig oder gar nicht zweifelsfrei belegt, kritisieren Onkologen und Gesundheitsökonomen in einem Gutachten für das Bundesgesundheitsministerium. Mehr als ein Dutzend derartige Präparate – meist Antikörper oder Enzymhemmstoffe – werden schon heute verschrieben, bis zu 40 weitere könnten nach Expertenschätzung in den nächsten sechs Jahren Marktreife erlangen.

Es geht um Ausgaben pro Patient von bis zu 100.000 Euro im Jahr!

Dazu ein bezeichnender Leserkommentar eines Onkologen, dem ein Medikament zur Verwendung beim multiplen Myelom (Knochenmarkkrebserkrankung) aufgefallen ist. Es handelt sich um einen Contergan-Abkömmling. Ein weiterer Onkologe weist darauf hin, daß die Originalsubstanz Thalidomid in den 1960er Jahren in Deutschland in der 10er Packung für unter 5 DM verkauft wurde. Hier die aktuellen Preise des erwähnten Krebsmedikaments:

5 mg: ca. 6000
10 mg: ca. 6500
15 mg: ca. 6800
25 mg: ca. 7000 oder mehr. EURO!!!
Das Fiese ist, daß das auch noch Kapseln sind, man kann also nix teilen. Man kann einen Patienten noch nicht einmal guten Gewissens aufdosieren (weil auch nicht so gut verträglich) und ihm erst einmal 2 x 5 mg Packungen rezeptieren, weil die fast so teuer sind wie die 10 mg Packungen.

Gegenwärtig wird die Krebsforschung von der Vorstellung dominiert, daß genetische Veränderungen für die Entwicklung von Krebszellen verantwortlich sind. Reichs Theorie, daß eine gestörte „Zellatmung“ das Problem ist, wirkt dem hingegen altertümlich. Doch neuerdings zeichnet sich eine Renaissance derartiger Krebstheorien ab.

In Reichs Der Krebs spielt die sogenannte „Warburg-Hypothese“, die Otto Warburg (1883-1970) 1924 aufgestellt hat, eine zentrale Rolle: während gesunde Zellen ihre Energie aus der Verbrennung von Sauerstoff gewinnen, schöpfen Krebszellen die ihre aus der Vergärung von Zucker („Erstickungsstoffwechsel“). Bis vor kurzem konnte diese These weder falsifiziert noch verifiziert werden.

2006 hat eine Arbeitsgruppe (Michael Ristow et al.) von den Universitäten Jena und Potsdam sowie dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke Krebszellen (Dickdarmkrebs) mittels molekularbiologischer Techniken gezwungen, oxidativen Stoffwechsel zu betreiben. Daraufhin verloren die Zellen die Fähigkeit, bösartige Geschwulste in Versuchstieren zu bilden. In einer Art „Kontrollstudie“ schalteten die Forscher den oxidativen Stoffwechsel in Leberzellen aus, woraufhin sich Tumorzellen schneller ausbreiteten und gesunde Zellen begannen, wie Tumoren zu wachsen (Journal of Biological Chemistry, 2006; 281(2): 977-981).

Ebenfalls an Warburg gemahnen die Forschungen von Dolores Takemoto (Kansas State University).

In einer Forschungsarbeit, in der es ursprünglich um den Erhalt der Sehkraft von Diabetikern ging, untersuchte Takemoto das Protein Kinase C gamma in der Augenlinse. Dabei entdeckte sie eine Verbindung zwischen dem Protein Connexin46 (Cx46) und Hypoxie, d.h. Sauerstoffmangel im Zellgewebe. Cx46 entsteht, wenn das Sauerstoffniveau sinkt. Natürlicherweise tritt Cx46 nur im Auge auf, da dies das einzige Gewebe im Körper ist, in dem unter normalen Umständen Hypoxie auftritt. Ansonsten findet sich Cx46 nur in Krebszellen.

Takemoto glaubt, daß ihre Forschungsergebnisse zur Behandlung des Retinoblastoms (Netzhautkrebs), das vor allem bei Kindern auftritt, beitragen könnten. Dazu müßte medikamentös der Gehalt von Cx46 im Gewebe gesenkt werden. Das Cx46 würde es nämlich dem Krebsgewebe ermöglichen, in der hypoxischen Umgebung zu bestehen. Bei Mäusen wurde dieser Ansatz bereits erfolgreich getestet.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Thu Annelise Nguyen untersuchte Takemoto auch Kulturen von Brustkrebs und fand dort ebenfalls Cx46, desgleichen bei Darmkrebszellen.

„Immer wenn im Körper der Sauerstoffgehalt sinkt, taucht Cx46 auf“, sagt Takemoto.

An Reichs Krebstherapie erinnert auch der Ansatz von Nicholas Roberts (Johns Hopkins Sidney Kimmel Comprehensive Cancer Center, Baltimore, Maryland) et al. Anaerobe Clostridium novyi-Bakterien werden ins Zentrum von Tumoren gespritzt, woraufhin diese von innen heraus schrumpfen. Wie das geschieht, können die Forscher nicht erklären.

Erste Versuche, Krebs mit Hilfe von Bakterien zu bekämpfen, gab es bereits vor mehr als 100 Jahren. Ein Arzt hatte in den 1890er Jahren beobachtet, daß einige seiner Krebspatienten sich erholten oder gar völlig gesund wurden, wenn sie nach einer Krebsoperation eine Infektion bekamen. Seine darauffolgenden Versuche, eine auf diesen Beobachtungen basierende Behandlung zu entwickeln, waren jedoch wenig erfolgreich, so daß die Methode bis heute nicht weiter intensiv erforscht wurde.

2007 sorgten Evangelos Michelakis und seine Kollegen von der University of Alberta in Edmonton, Kanada mit einem ebenso altbekannten wie denkbar einfachen Medikament für Furore: Dichlorazetat (DCA). An menschlichen Zellkulturen stellten sie fest, daß DCA zwar Krebszellen aus Lunge, Brust und Gehirn abtötet, gesunde Zellen jedoch unangetastet läßt. Bei Ratten, in denen menschliche Tumorzellen wuchsen, schrumpften die künstlich erzeugten Krebswucherungen drastisch zusammen, wenn den Versuchstieren über einige Wochen DCA ins Trinkwasser gegeben wurde. Bisher behandelte man mit DCA seltene Stoffwechselkrankheiten. Das Medikament ist mit keinem Patent belegt, weshalb die Pharmaindustrie kaum an der Entwicklung zu einem Krebsmittel interessiert sein wird.

Mittlerweile hat zwar einige Ernüchterung Fuß gefaßt, doch aus orgonomischer Sich bleibt DCA von großem Interesse:

Während normale Zellen Energie aus ihren Mitochondrien gewinnen, sozusagen den „Lungen“ der Zelle, schöpfen Krebszellen, offenbar weil sie von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten wurden (Panzerung!), in einer Art „Erstickungsatmung“ ihre Energie aus ineffizienter (anaerober, „fauliger“) Glykolyse, die im gesamten Zellkörper abläuft. Michelakis‘ Experimente beweisen, daß auch Krebszellen weiterhin funktionsfähige Mitochondrien besitzen, die durch das DCA reaktiviert werden können. Dadurch scheint es zu einer Art energetischem Schock zu kommen, denn unmittelbar danach setzt „Apoptose“ ein, d.h. die Krebszellen zerfallen in Bione – genauso wie unter konzentrierter Orgonenergie (siehe Der Krebs).

Hier und da wird weiter geforscht, wie eine Dissertation aus Tübingen über den Sauerstoffverbrauch bei bestimmten humanen Neuroblastom-Zelllinien zeigt:

Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, daß [diese Zellen] die aerobe Glykolyse nutzen. […] In Hinsicht auf die therapeutische Nutzung des Warburg Effektes scheint die durch Dichloracetat ausgelöste Verschiebung des Glukosemetabolismus bei Neuroblastomzellen ein möglicher Ansatz zu sein, allerdings waren die erzielten Effekte nicht so ausgeprägt wie aus Literaturdaten zu vermuten war.

Mag sein, daß die Krebsbekämpfung mit Natron auf einem ähnlichen Prinzip beruht…

Hier noch ein interessanter Leserbrief, der zu einem entsprechenden Artikel erschien:

Alpha-Liponsäure sowie Dichloracetat können Krebsarten, die ihre Energie durch Vergärungsprozesse gewinnen, zum Absterben bringen. Dies geht aus Versuchen im Reagenzglas und mit Tieren hervor. Das Absterben geschieht aber rasant. Schon nach einer Woche etwa, ist ein Drittel eines Tumors abgestorben. Dies kann bei großen oder vielen Tumoren in einem Organismus zu einer lebensgefährlichen Vergiftung, durch die abgestorbenen Krebszellen führen. Es hat wohl etwas mit der Menge an Elektrolyten zu tun, die beim schnellen Absterben eines größeren Tumors plötzlich in den Organismus gelangen. Vielleicht kann man es zum besseren Verständnis mit der Einnahme von destilliertem Wasser und seinen (tödlichen?) Folgen vergleichen. Unter dem Stichwort „Tumor Lysis-Syndrom“ kann man im Internet mehr dazu lesen.

Reichs Versuche der Krebsheilung sind am Tumorlyse-Syndrom gescheitert, was er auf die Überschwemmung des Organismus mit „T-Bazillen“ zurückführte.

Die Funktion des Orgasmus (Teil 1)

16. Juli 2014

Das folgende ist eine Vertiefung von Fickende Gehirne.

Alte Sexualmoral und moderne „Esoterik“ töten, da sie die organismische Pulsation unterbinden und dadurch verhindern, daß die Gewebe, insbesondere im Beckenbereich, ständig von frischen Sekreten um- und durchspült werden. Enthaltsamkeit ist hochgradig unhygienisch. Das gilt insbesondere für Frauen, aber auch Männer sind betroffen, wie 2003 eine australische Studie über Prostatakrebs zeigte.

Ein Team unter Prof. Graham Giles vom Cancer Council Victoria verglich die Sexualpraktiken von 1079 Prostatakrebs-Patienten mit denen von 1259 gesunden Männern. Wer vom 2. bis 4. Lebensjahrzehnt öfter als fünf mal pro Woche ejakuliert, senkt diesen Ergebnissen zufolge sein Risiko für Prostatakrebs um ein Drittel. Giles geht davon aus, daß häufiges Ejakulieren den Rückstau der mit chemisch hochaktiven Substanzen überladenen und deshalb möglicherweise karzinogenen Samenflüssigkeit verhindert. Der gesundheitsfördernde Effekt häufigen Ejakulierens sei mit der Senkung des Brustkrebsrisikos durch Stillen vergleichbar.

Ein Jahr später wurde dieses Ergebnis durch eine amerikanische Studie mit mehr als 30 000 Probanden in vollem Umfang bestätigt.

Der gleiche Chemiecocktail, der Männern schadet, ist für das Wohlbefinden von Frauen unerläßlich, da das Sperma antidepressiv wirkende Hormone und Wachstumsfaktoren enthält, die von der Schleimhaut der Vagina resorbiert werden.

2002 veröffentlichte ein Team um den Psychologen Gordon Gallup (State University of New York) eine Studie an 293 College-Studentinnen, die einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Kondomen und der Häufigkeit von depressiven Stimmungen (und sogar Selbstmordversuchen) bei jungen Frauen nachwies. Junge Frauen, die ohne Kondom Geschlechtsverkehr hatten, litten signifikant seltener an Depressionen. Auch seltener Geschlechtsverkehr hatte negativen Einfluß auf die Stimmungslage. Die Depressionen nahmen mit längerer Enthaltsamkeit deutlich zu.

David Greening, der an der privaten Fruchtbarkeitsklinik Sydney IVF in Australien forscht, machte 2009 seine Studie zur Spermaqualität publik. Er hatte 118 Probanden mit schlechter Spermaqualität zu täglichem Geschlechtsverkehr aufgefordert. Bei 81 Prozent der Studienteilnehmer ging die Zahl der beschädigten Spermien nach sieben Tagen um 12 Prozent zurück.

Entsprechend fordert Greening Paare mit unerfülltem Kinderwunsch zu besonders häufigem Geschlechtsverkehr auf. Bezeichnenderweise rieten Fortpflanzungsmediziner bisher eher zu längerer Abstinenz, damit sich ausreichend Sperma sammelt.

Regelmäßiger Geschlechtsverkehr hat ganz allgemein eine positive Auswirkung auf das kardiovaskuläre System und die Immunabwehr. Eine sich über 10 Jahre hinziehende Langzeitstudie mit 2500 Männern zwischen 45 und 59, die von Wissenschaftlern der britischen University of Bristol und der nordirischen Queen’s University of Belfast durchgeführt wurde, zeigt, daß ein aktives Sexualleben die Gesundheit des Mannes fördert und ihn vor Schnupfen, Krebs, Schlaganfällen und vielen anderen Leiden schützt. Bei 3 bis 4 Geschlechtsakten pro Woche sinke beispielsweise das Risiko eines Herzinfarkts um die Hälfte. Zudem sei Geschlechtsverkehr ein wirksames Schmerzmittel. Beim Sex ausgeschüttete Hormone würden bei Gelenk- und Kopfschmerzen helfen. Zusätzlich stärken sie das Immunsystem, schützen vor Arterienverkalkung und Osteoporose.

Forscher von der Wilkes University in Wilkes-Barre, Pennsylvania konnten zeigen, daß Leute, die ein- oder zweimal pro Woche Geschlechtsverkehr haben, ihr Immunsystem stärken. Das ermittelten sie über die Konzentration bestimmter Antikörper im Speichel. Deutlich mehr oder aber weniger Geschlechtsverkehr reduzierte die Menge an Antikörpern.

Im Anschluß daran haben Forscher der Technischen Hochschule Zürich in einer Studie herausgefunden, daß sich regelmäßiger Geschlechtsverkehr positiv auf das Immunsystem auswirkt. Ideal sei zwei- bis dreimal pro Woche. Sowohl eine höhere als auch eine niedrigere Frequenz macht den positiven Effekt zunichte.

Weder eine ungezügelte Sexsucht noch die mancherorts propagierte Enthaltsamkeit haben sich als vorteilhaft erwiesen.

Bei den Probanden erhöhte sich unmittelbar nach dem Orgasmus die Konzentration von „Killerzellen“ im Blut auf das Doppelte.

Die Auswirkung auf das Immunsystem konnte bisher aber nur bei Männern nachgewiesen werden.

1976 hat eine Studie an israelischen Frauen zwischen 40 und 60 den Zusammenhang zwischen Frigidität und Herzerkrankungen beleuchtet. Dazu wurden 100 Frauen, die wegen einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert worden waren, über ihr Sexualleben befragt und das mit einer Kontrollgruppe von 100 Frauen verglichen, die aus anderen Gründen im Krankenhaus lagen. Frigidität und sexuelle Frustration (vor allem wegen Ejaculatio praecox oder Impotenz des Ehemannes) fanden sich bei 65% der Herzpatienten, aber nur bei 24% der Kontrollgruppe. Außerdem hatten die Wechseljahre bei den Herzpatienten früher eingesetzt.

Ein reges Geschlechtsleben sorgt für ein längeres Leben. So meint der amerikanische Forscher Michael Roizen, daß ein Mann, der 350 Orgasmen pro Jahr hat, etwa vier Jahre länger lebt und sich dabei acht Jahre jünger fühlt, als der durchschnittliche Geschlechtsgenosse, der nur 81 Orgasmen hat. 700 (sic!) Orgasmen würden die Lebenszeit sogar um acht Jahre verlängern.

Der Neuropsychologe David Weeks vom Royal Edinburgh Hospital in Schottland kam nach der Untersuchung von 3500 Personen zu dem Ergebnis, daß regelmäßiger Geschlechtsverkehr, d.h. mindestens dreimal pro Woche, die Menschen um durchschnittlich 10 Jahre jünger aussehen läßt. Er führt das auf die Aktivierung des Wachstumshorms Somatotropin zurück, das das Bindegewebe verjüngt. Der Effekt ist desto größer, je mehr die Menschen im Geschlechtsleben auch emotional befriedigt sind.

Und immer so weiter, Studie auf Studie… Beispielsweise könnte man ausführen, daß nach dem Orgasmus bei den Partnern das Glückshormon Oxytocin ausgeschüttet wird und zu einer wohligen Entspannung und erholsamem Schlaf führt. Die ausgeschütteten Endorphine wirken wie ein Schmerzmittel, sorgen Depressionen und Angststörungen vor und verhindern Fettsucht, weil sie Freßattacken verhindern.

Tatsächlich kann man an der Adipositas den zentralen Punkt festmachen: die überschüssige Orgonenergie, die nicht über den Orgasmus abgeführt wird („Befriedigung“), wird in jedem Fall anders reguliert – mit verheerenden Folgen. Kirsi Pietiläinen von der Universität Helsinki und ihre Kollegen haben festgestellt, daß Übergewicht zu einer Beeinträchtigung der Zellkraftwerke, den Mitochondrien führt: der Körper verliert an Energie.

Dadurch werden Nahrungsfette und andere Nährstoffe sehr viel weniger effizient verbrannt (…). Gleichzeitig entstehen größere Mengen an ungesunden Nebenprodukten – ähnlich wie bei einem schlecht laufenden Automotor, der zu viele Abgase produziert. Die Folgen sind die typischen gesundheitlichen Probleme bei Übergewicht, wie etwa eine Fettleber, hohe Entzündungswerte und Störungen im Zuckerstoffwechsel.

geschlechtsreife

Krebs, Chromosomen und Orgonenergie (Teil 2)

12. April 2014

Gestern habe ich anhand neuer Forschungsergebnisse und Theorien erläutert, daß Krebs mit der Teilung der Chromosomen zusammenhängt, also mit der Orgasmusfunktion auf zellulärer Ebene. Tatsächlich scheint der gesamte Alterungsprozeß von der Teilung der Chromosomen abzuhängen.

Seit Jahrzehnten weiß man, daß bei Wirbeltieren mit jeder Zellteilung eine Struktur, die das Chromosom abschließt und zusammenhält, das „Telomer“, kürzer wird. Wenn die Telomeren eine gewisse Länge unterschreiten, verlieren die Zellen die Fähigkeit sich zu teilen und beginnen schließlich bionös zu zerfallen („Apoptose“). Für Reich war Krebs ein verfrühter Alterungsprozeß, u.a. gekennzeichnet durch diesen bionösen Zerfall, dem im Zellkern eine „chromosomale Destabilisierung“ vorangeht.

Richard M. Cawthon (University of Utah) berichtete 2003 über weitere Belege, daß sich die Lebenserwartung des Menschen an der Länge der Telomeren ablesen läßt. Konkret fanden Cawthon und sein Team eine Korrelation zwischen der Länge der Telomeren bei 60jährigen und deren Sterblichkeitsrate 15 Jahre später.

Ebenfalls 2003 konnten Alan K. Meeker, Angelo M. DeMarzo et al. zeigen, daß die Verkürzung der Telomeren eine der frühesten und am häufigsten auftretenden Veränderungen in der präcanzerösen Zelle ist. Das Ausmaß der Verkürzung entspricht ungefähr der bei voll ausgeprägtem Krebs, ist also kein Resultat der rasch aufeinanderfolgenden Zellteilungen, die (nach gängiger Theorie) dem Tumorwachstum zugrunde liegen, sondern gehört zur Vorgeschichte der Tumorentwicklung.

Dieser Punkt unterstützt Reichs Krebstheorie, die zwischen dem bionösen Zellzerfall des Gewebes (Destabilisierung der Chromosomen durch Verkürzung der Telomeren führt zur Apoptose) und dem Versuch einer Selbstheilung unterscheidet, welche zur Reorganisation des Gewebes und damit zur Zellwucherung führt. Langsam gehen auch den mechanistischen Krebsforschern diese funktionellen Zusammenhänge auf.

2009 wurde über die ersten Ergebnisse einer groß angelegten Langzeitstudie berichtet, in der die Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs dingfest gemacht werden sollten. Insgesamt werden 50 000 Frauen im Alter zwischen 35 und 74 untersucht. In den ersten beiden Teilstudien geht es um die Beziehung zwischen der Lebensführung und dem Zustand der Chromosomen. Es zeigte sich, daß Übergewicht und Streß die Telomeren verkürzen und so den Alterungsprozeß beschleunigen.

Tatsächlich sind, so Dean Ornish (University of California, San Francisco) et al., die Telomeren bzw. deren Länge kein unabwendbares Schicksal. Heute steht fest, daß Diät mit viel Früchten und Gemüse, körperliche Ertüchtigung, Streßbewältigung (Yoga, Meditation, etc.) und ein verbessertes Sozialleben zu längeren Telomeren führen. Eine Gruppe von Männern im Frühstadium des Prostatakrebses hatten mit einem entsprechenden Programm nach fünf Jahren im Vergleich zu einer Vergleichsgruppe immerhin 10 Prozent längere Telomeren.

Darüber hinaus war es so, daß je mehr die Menschen ihr Verhalten geändert hatten, indem sie dem empfohlenen Lifestyle-Programm folgten, desto dramatischer ihre Verbesserungen in der Länge der Telomere waren. Im Gegensatz dazu hatten die Männer in der Kontrollgruppe, die nicht gebeten worden waren ihren Lebensstil zu ändern, meßbar kürzere Telomere – fast um 3 Prozent kürzere, als die Fünf-Jahres-Studie endete. In der Regel verkürzt sich die Telomer-Länge im Laufe der Zeit.

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Biogenese und Krebsschrumpfungs-Biopathie (Teil 11)

13. Oktober 2013

Reichs Mitarbeiter Myron R. Sharaf wies auf damalige Forschungsergebnisse hin, die u.a. zeigten, daß Frauen, die weniger sexuelle Befriedigung erlangen, wahrscheinlicher an Gebärmutterkrebs erkranken. Patientinnen mit Brustkrebs könnten nicht mit Wut und Aggressivität umgehen bzw. diese ausdrücken und seien ebenfalls sexuell gehemmt. Patienten, bei denen sich die verschiedenen Krebsarten rasch ausbreiteten, seien zurückhaltend, würden sich dauernd entschuldigen und seien schüchtern, während jene, bei denen die Krebstherapie anschlug, mehr aus sich herausgingen (Sharaf: „Priority in Reich’s Cancer Findings”, Orgonomic Medicine, 1(2), November 1955, S.145-150).

In den letzten Jahren ist es um die „Psychoonkologie“ sehr still geworden. Wikipedia faßt die Situation wie folgt zusammen:

Die Psychoonkologie als Wissenschaft begann in den 70er Jahren zunächst mit der Untersuchung von psychosozialen Faktoren, die für die Entstehung einer Krebserkrankung mitverantwortlich sein sollten (Psychoimmunologie). Bekannt geworden ist in diesem Kontext die in den 1980er Jahren postulierte Behauptung, derzufolge das Krebsrisiko hoch mit bestimmten Persönlichkeitszügen korreliere, die sich im „Persönlichkeitstyp C“ verdichten. Der „Typ C“ repräsentiert unselbständige und überangepaßte Menschen, die antriebsgehemmt, defensiv und depressiv erscheinen und nicht in der Lage sind, ihre Gefühle angemessen auszudrücken. Inzwischen ist das Konstrukt der „Krebspersönlichkeit“ von der Wissenschaft weitgehend verworfen, erfreut sich aber dennoch im Alltagsdenken recht großer Popularität und wird nach wie vor auch von einzelnen Wissenschaftlern verfochten – zumeist ohne fundierte systematische Belege.

Heutzutage ginge es in der Psychoonkologie in erster Linie um die Folgen der Krebserkrankung für die Psyche.

Als Beispiel für das „überholte“ Denken erinnere ich nur an das Buch von Gerald Pohler Krebs und seelischer Konflikt aus dem Jahre 1988 (2. Auflage 1989), dessen abschließendes Kapitel Reichs Krebstheorie behandelte, nachdem vorher die „Krebspersönlichkeit aus tiefenpsychologischer Sicht“ beschrieben wurde.

Wie gesagt, ist davon heute so gut wie nichts mehr zu hören. Um so interessanter ist eine Studie der Kanadierin Jillian Satin von der University of British Columbia, Vancouver. Satin und ihre Kollegen haben 26 Studien analysiert, in denen insgesamt 9417 Krebspatienten (mit unterschiedlichsten Tumorarten) untersucht worden waren. Speziell ging es um den Einfluß einer Depression auf den Verlauf der Krebserkrankung und die Todesrate.

„Wir fanden eine erhöhte Todesrate bei Patienten, die von depressiven Symptomen berichten. Desgleichen bei Patienten, bei denen eine depressive Störung diagnostiziert worden war im Vergleich zu Patienten, bei denen das nicht der Fall war“, sagte Satin. Zusammengefaßt war in den Studien die Mortalität um bis zu 25 % bei Patienten höher, die depressive Symptome zeigten, und um 39 % höher bei denen eine Major oder Minor Depression [endogene Depression oder depressive Neurose] diagnostiziert worden war.

Diese Ergebnisse hatten Bestand, wenn man andere klinische Daten, die die Mortalität beeinflussen konnten, berücksichtigte. Demnach kann eine Depression die Überlebenszeit eines Krebspatienten verkürzen.

Unzweifelhaft ist Reich Ahnherr der modernen Psychoonkologie (Pohler: Krebs und seelischer Konflikt, S. 13). Tatsächlich ist die psychosomatische Vorstellung der Krebserkrankung älter als die rein körperliche (Ekkehard Ruebsam: „Emotionale Blockierung und Krebs“, emotion 2, 1981, S. 57), trotzdem galt Krebs bis vor kurzem als rein somatische Erkrankung (Bernd A. Laska: Wilhelm Reich, rororobildmono, S. 115). Siehe auch Chester M. Raphaels Bemerkung über die moderne „Doktrin der spezifischen Ätiologie“:

Ein großes Hindernis für das Verständnis der Reichschen Krebstheorie ist die vorherrschende mechanistische Art, Krankheiten zu begreifen. Vor gar nicht langer Zeit, tatsächlich vor weniger als hundert Jahren, schrieb man Krankheiten den Wechselwirkungen vieler Variablen im Individuum und seiner Umgebung zu. Beginnend mit den Forschungen Pasteurs und Kochs entstand jedoch die „Doktrin der spezifischen Ätiologie“, nach der eine Krankheit durch einen spezifischen Faktor verursacht ist, z.B. durch ein Bakterium, einen Virus oder einen Hormonausfall. Die moderne Medizin basiert auf dieser mechanistischen Sichtweise, und diese ist es auch, die gegenwärtig durch die großzügigen staatlichen Fonds zur Krebsforschung unterstützt wird. Die Begeisterung für den mechanistischen Ansatz gründet sich auf Wissen, daß durch einen einzelnen isolierten Faktor bei einem Versuchstier eine Krankheit hervorgerufen werden kann und daß ein mechanisches Verfahren oder eine chemische Substanz, die oft durch einen glücklichen Zufall entdeckt wird, bei der Behandlung von Krankheiten helfen kann. Es gibt prominente Wissenschaftler, die diesen Ansatz beim Krebs ablehnen und die versichern, daß die Suche nach einem spezifischen kausalen Faktor fruchtlos ist. Trotzdem geht die Suche weiter. (Raphael im Vorwort zu Der Krebs, Fischer TB, S. 10)

Gerald Pohler schreibt zu Reichs psychosomatischer Krebstheorie: „Damit hat Reich wieder einmal Befunde vorweggenommen, die in der gegenwärtigen Psychoonkologie immer wieder erwähnt werden“ (Pohler: Krebs und seelischer Konflikt, S. 101).

„Der Krebs ist“, so Reich, „eine Sexualbiopathie (Sexualhungerkrankheit)“ (Der Krebs, S. 217). Durch mangelnde Lebensfreude erlischt der Lebensfunke in dieser „Lusthungerseuche“ (ebd., S. 260). In der traditionellen Krebs-Therapie wird dies allenfalls angegangen mit Bekämpfung des Tumors durch Sexualhormone („Orgonomic and Chemical Cancer Research – A Brief Comparison“, Orgone Energy Bulletin, 2(3), July 1950, S. 139-142).

Die biopathische Kontraktion tritt am eindeutigsten in der Atemsperre hervor (Der Krebs, S. 170f). Diese schlechte äußere Atmung hat dann auch eine schlechte Gewebeatmung zur Folge (ebd., S. 174f). Dabei konnte Reich lückenlos an die Forschung des Nobelpreisträgers Otto Warburg anschließen (David Boadeall: Wilhelm Reich, Scherz Verlag, S. 196).

Reich beschreibt, wie er die Atemsperre einer Krebspatientin beheben will (Der Krebs, S. 193). Durchbricht man bei einer Stauungsneurose die Atemsperre, kommen starke Erregungen an die Oberfläche, nichts dergleichen bei der Krebsbiopathie, bei der es auch nach Lösung der Atemsperre zu keinerlei Affektäußerungen kommt (ebd., S. 223).

Es gibt Schichten des Lebensapparates verschiedener Tiefe um den biologischen Kern herum. Es gibt höhere und tiefer gelegene Schichten im Biosystem. Es gibt demzufolge oberflächliche und tiefergreifende Störungen der Körperfunktion. Eine akute Atemstörung wird dem Kern des Biosystems nichts anhaben. Eine chronische Atemstörung durch Inspirationshaltung wird chronische Angst erzeugen, aber die biologische Zellplasmafunktion nicht berühren, solange die bioenergetischen Funktionen in den Zellen selbst weitergehen, solange der Organismus weiter kräftige Impulse produziert. Ist aber die Impulsproduktion in den Zellen selbst getroffen, hat die periphere charakterliche Resignation das Zellplasmasystem erfaßt, dann haben wir es mit dem Prozeß der biopathischen Schrumpfung zu tun. (Der Krebs, S. 224)

Im ganzen führt Gerald Pohler sechs Punkte an, in denen Reich die heutige Psychoonkologie vorweggenommen hat:

  1. Der Tumor ist zeitlich späterer Ausdruck einer tieferliegenden Krankheit.
  2. Tumorbeseitigung alleine ist keine Heilung, sondern nur eine symptomatische Therapie.
  3. Heilung ist nur dort möglich, wo es zu einer Persönlichkeits- bzw. Verhaltensänderung kommt.
  4. Es gibt einen Zusammenhang von „charakterlicher Resignation“ (Depression) und der Tumorentstehung.
  5. Die „Krebsdisposition“ ist durch den „Charakterpanzer“ bzw. muskuläre Verspannungen, die schon in der frühesten Kindheit entstehen können, mitbedingt.
  6. Persönlichkeitsmerkmale, wie sie Reich für Krebskranke beschrieb, wurden später bestätigt. (Pohler: Krebs und seelischer Konflikt, Frankfurt 1989, S. 115)

Zusammenfassend kann man sagen, daß sich die Reichsche Herangehensweise an den Krebs in sechs Punkten von der traditionellen unterscheidet: er untersuchte lebendes Gewebe unter extrem hohen Vergrößerungen und entdeckte so die Zwischenstufen in der Entwicklung der Krebszellen, ging das Problem grundsätzlich von seinen Grundlagen an (Biogenese) und betrachtete den Krebs aus der Warte des Gesamtorganismus (Der Krebs, S. 254).

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The Journal of Orgonomy (Vol. 26, No. 1, Spring/Summer 1992)

21. Juni 2012

Grundsätzliches über die Endphase der Orgontherapie findet sich bei Charles Konia: „Orgone Therapy: The Application of Functional Thinking in Medical Practice. Part XIII: The Endphase of Therapy“ (S. 115-129).

Am Ende der Orgontherapie können somatische iatrogene Probleme auftreten, wenn die Beckenpanzerung aufgelöst wird. Dabei kann es zu zweierlei Komplikationen kommen: erstens kann die Entpanzerung der oberen Segmente nicht gründlich genug erfolgt sein, sodaß die freigesetzte Energie unvermittelt auf diese alten Panzerungsringe stößt und der Patient sich von neuem und diesmal um so stärker abpanzert; zweitens ist selbst bei bester Vorbereitung der Endphase die Therapie extrem schwierig, da

es neben dem Beckensegment kein anderes Segment gibt, wo die Arbeit mit der Panzerung so eng mit dem rapiden Anstieg des Angstpegels verknüpft ist. Es gibt keine Angst, die so tief ist wie diese Angst. (Morton Herskowitz: „The Physical Dissolution of Armoring“, Annals of the Institute for Orgonomic Science, 5(1), September 1988, S. 31)

Herskowitz erwähnt in diesem Zusammenhang Panikattacken, Fallangst und Todesangst („Therapeutic Procedure“, Annals of the Institute for Orgonomic Science, 7(1), September 1990, S. 25). Es ist die berechtigte Angst des kontrahierten Organismus auseinandergerissen zu werden: so wie ein frischer Grashalm lustig sich im Winde biegt, ein verholzter-verpanzerter aber umgeknickt wird.

Man beginne nicht, so Herskowitz, sich mit dieser „sexuellen Angst“ zu beschäftigen, bevor der Patient „nicht dadurch Energie und emotionale Stärke gewonnen hat, indem er mit den Ängsten sich auseinandergesetzt hat, die mit den höheren Segmenten verbunden sind“ (ebd., S. 17).

Zu dieser Problematik berichtet Elsworth F. Baker das folgende aus Reichs Ausbildungsseminar:

Während der Endphase begegnet man der Hauptgefahr in der Therapie. Es beginnt, wenn alle Blöcke aufgelöst worden sind, so daß der volle Energiefluß ins Becken eindringen kann und der Organismus als eine Einheit zu funktionieren beginnt. Die Gefahr rührt vom plötzlichen Sprung zu einem Energieniveau, an das der Organismus nicht gewöhnt ist. Früher funktionierte der Organismus durch Bindung der Energie. Jetzt ist er dazu nicht mehr in der Lage. (…) den Organismus können körperliche Krankheiten befallen; sogar Krebs kann sich entwickeln. (…) Reich sträubte sich dagegen, die Orgonomen in der Technik der Endphase zu unterrichten, da er glaubte, die meisten von ihnen könnten sie nicht richtig handhaben und daß es für die Mehrheit der Patienten besser sei, die Therapie vor dieser Phase abzubrechen. („My Eleven Years with Wilhelm Reich”, The Journal of Orgonomy, 11(2), November 1977, S. 171f)

Längst überwunden geglaubte Symptome können erneut auftreten und der Patient glaubt, wieder ganz am Anfang zu stehen. Insbesondere Blockaden, die vorher nur schwer nachgegeben hatten, werden wieder aktiv. Wenn die Blockade im Zwerchfell-Segment lag, wo so viele wichtige Organe liegen, ist ganz besonders auf somatische Erkrankungen, wenn nicht sogar den körperlichen Zusammenbruch zu achten (Baker: „Medical Orgonomy“, The Journal of Orgonomy, 11(2), November 1977, S. 193

Bei der Befreiung des Becken-Segments können in diesem Segment selbst (bzw. im darüber liegenden Bauch-Segment) iatrogen schlimme Krankheiten ausbrechen, wie Appendizitis, Eierstockzysten, Fibroide und sogar Krebs (siehe auch Der Krebs, Fischer TB, S. 381). Allein schon deshalb kann die Orgontherapie (die nichts weiter als Orgasmustherapie ist) ausschließlich von ausgebildeten Medizinern praktiziert werden.

Richard A. Blasband beschreibt einen Fall, wo es denkbar ist, daß durch die Freilegung der genitalen Impulse und der dadurch verursachten reaktiven organismischen Kontraktion es zu Brustkrebs gekommen ist.

Von Interesse ist, daß die Krebsdiagnose innerhalb eines Jahres nach der bemerkenswerten Steigerung der genitalen Empfindungen erfolgte. War demnach die Geschwulst Ergebnis der Kontraktion im Brustsegment beim Versuch des Organismus eine unerträgliche Expansion einzudämmen? Baker hat von Fällen berichtet, wo sich somatische Symptome, einschließlich Krebs, im Becken in ähnlichen Situationen entwickelt haben. In einem meiner eigenen Fälle entwickelte die Patientin eine gutartige Eierstockzyste mit einer außergewöhnlichen Wachstumsrate kurz nach einer vorläufigen Öffnung des Beckens. („The Cancer Biopathy – A Case History“, The Journal of Orgonomy, 9(2), November 1975, S. 152)

Einen weiteren Fall beschreibt Norman M. Levy („Hepatitis as a Complication of Therapy“, The Journal of Orgonomy, 4(1), May 1970, S. 91-96). Levy beruft sich dabei ausdrücklich auf das oben erwähnte Seminar Reichs über die Endphase der Orgontherapie. Beispielsweise habe ein Patient eine Tendenz zu Lebererkrankungen, trete sie in dieser Phase der Therapie in der einen oder anderen Form zutage. Siehe auch Emanuel Levine „Treatment of a Hypertensive Biopathy with the Orgone Energy Accumulator“, wo das ganze im Zusammenhang mit der Struktur eines Bluthochdruckpatienten beschrieben wird (Orgone Energy Bulletin, 3(1), January 1951, S. 32).

Überhaupt kann es von Anfang an ratsam sein, gar nicht erst bis zum Beckensegment vorzudringen. Reich sagte seinen Studenten, daß „das Persistieren einer Blockierung, die einfach nicht weichen will, Grund genug ist, die Therapie zu beenden“ („My Eleven Years with Wilhelm Reich”, The Journal of Orgonomy, 11(2), November 1977, S. 171f). Über diese Blockierungen, die Reich auch als „Haken“ bezeichnet hat, schreibt Dew:

Ebenso wie bestimmte (Charakter-) Strukturen vielleicht nicht imstande sind, die Therapie zu tolerieren, ist es genauso wahrscheinlich, daß einige der (somatischen) Biopathien „hakenartige“ Eigenschaften haben. Mit anderen Worten könnte für einige Patienten die Auflösung von Panzerung einen nicht tragbaren medizinischen Zustand auslösen. („The Biopathic Diathesis: Autoimmune Inflammatory Biopathies“, The Journal of Orgonomy, 3(1), March 1969, S. 74)

Herskowitz weist ausdrücklich auf den Schaden hin, den „Reichianische Therapeuten“ verursacht haben, die das Becken vorschnell von Panzerung befreit haben, wodurch in den oberen Segmenten eine starke Panzerung hervorgerufen wird, „die therapeutischen Bemühungen nicht mehr zugänglich ist“ („The Physical Dissolution of Armoring“, Annals of the Institute for Orgonomic Science, 5(1), September 1988, S. S. 32).

Wie eine Fallgeschichte zeigt, die der Orgonom Arthur Nelson aus seiner Praxis beschreibt, kann es selbst bei voll ausgebildeten, voll qualifizierten medizinischen Orgonomen zu derartigen Fehlern kommen, die die Heilungschancen des Patienten praktisch vernichten (Laurence Holt: „Premature Pelvic breakthrough“, The Journal of Orgonomy, 4(2), November 1970, S. 215-218).

Etwa 1949 fragte Reich eine kleine Gruppe von Orgonomen, wie viele von zehn ihrer Patienten die Genitalität erlangen würden. Die Aussagen reichten von sieben bis zu zwei. Wozu Reich anmerkte: „Das ist doppelt so gut wie bei mir. Bei mir schafft es einer” (Myron Sharaf: „Further Remarks of Reich (1946-1949)“, The Journal of Orgonomy, 10(1), May 1976, S. 130). Für Sharaf zeigt diese Anekdote dreierlei auf: Reich bestand darauf, daß orgastische Potenz das wirkliche Ziel der Therapie war, er hielt dieses Ziel auch gegen alle Widerstände und ständigen Enttäuschungen im Auge und er machte sich über die Wirksamkeit der Therapie keinerlei Illusionen. Ganz ähnlich wie Freud! Ich werde mich morgen damit beschäftigen.