Posts Tagged ‘Monetarismus’

Die „wissenschaftliche“ Zerstörung der Arbeitsdemokratie

4. September 2017

Mit Amerika ist es bergab gegangen, als die „wissenschaftlichen“ Experten der Eliteuniversitäten („Ivory League“) immer mehr Einfluß auf die Politik nahmen. Vollidioten, wie der „Harvard-Verfassungsexperte“ Obama, der weniger vom Geist der Verfassung erfaßt hat als jeder ungebildete Durchschnittsamerikaner, hinterlassen nur Chaos und Asche.

Es begann 1961, als Kennedy in „Camelot“ die ersten „Obamas“ um sich scharte. Genies wie Robert McNamara, dem das Unmögliche gelang, nämlich den Vietnam-Krieg zu verlieren, – nachdem die US-Streitkräfte nicht auch nur eine einzige Schlacht verloren hatten. Ähnlichen Harvard-Geistesgrößen gelang es später den einfachen Regime-Wechsel im Irak zu einem blutigen Fiasko zu machen. Zuvor hatten sie die Großstädte Amerikas mit ihrer grandiosen Sozialpolitik in Bürgerkriegsgebiete verwandelt. Diesen Geistesgiganten haben wir die Ideologie von der multikulturellen Gesellschaft zu verdanken, die beim bevorstehenden weltweiten Wirtschaftskollaps ebenfalls in einem blutigen Fiasko enden wird. Das wird Folge einer Wirtschaftspolitik sein, sei sie nun durch Keynesianismus oder Monetarismus geprägt, die sich wirklich nur „Wissenschaftler“ haben ausdenken können. Wir klagen die Politiker an, doch die haben nur auf „die Stimme der Vernunft“, „die Wissenschaft“, gehört.

Was wir dergestalt seit 1960 mit in den Hosentaschen geballten Fäusten beobachten, ist eine weitere Äußerungsform der antiautoritären Gesellschaft. In der autoritären Gesellschaft mußte die „Karriereleiter“ tatsächlich erklommen werden. Selbst Erben mußten erst eine Lehre und dann das Management auf allen Ebenen durchlaufen, bevor sie schließlich an der Spitze ankamen und das Erbe antreten konnten. Heute hingegen ist alles „verwissenschaftlicht“, d.h. Leute ohne Praxis, die von Lehrern ohne Praxis ausgebildet worden sind, spielen den Schlaumeier, dem sich alle anderen unterzuordnen haben. Man denke nur einmal daran, was die „Verwissenschaftlichung“ der Lehrerausbildung eingebracht hat: Abiturienten, die kaum Lesen und Schreiben, geschweige denn fremde Gedankengänge erfassen und eigene klar formulieren können. „Akademiker“, deren Allgemeinbildung sich unterhalb der Grasnarbe bewegt. Produkte der „wissenschaftlichen“ Herangehensweise!

Wie anfangs angeschnitten, sind Politiker selbst neuerdings „wissenschaftlich“ gebildet: Schule → Universität → Politik. Und diese Leute, diese Kinder, wollen dann unsereinem vorschreiben, wie wir zu leben und was wir zu denken haben. Man erinnere sich nur an den „Visionär“ Helmut Kohl, der uns den Euro eingebrockt hat, oder etwa den ehemaligen Lehrer Hans Eichel, den „Berufspolitiker“ Wolfgang Schäuble – und zahllose andere Witzfiguren. Was bilden sich diese dummen Fatzkes eigentlich ein!

Wir beobachten eine fast schon systematische Zerstörung der Arbeitsdemokratie (Praxis → Theorie) durch den Antiautoritarismus (Theorie → Praxis).

Am deutlichsten wurde dieses antiautoritäre „Theorie → Praxis“ durch wandelnde Intellektuellenkarikaturen wie Rudi Dutschke verkörpert. Man höre sich irgendeine seiner sinnlosen „Analysen der Weltlage“ von damals an! Abgesehen von der linksextremistischen Rhetorik: alles, was uns heute „Wissenschaftler“ predigen, ist genauso gehaltvoll, d.h. sinnloser, verantwortungsloser, letztendlich massenmörderischer Nonsens. (Natürlich spreche ich hier ausdrücklich nicht von den wirklichen Wissenschaften wie etwa Physik, Chemie, Biologie, etc.!)

„Kapitalistische Reichianer“ (Teil 2)

3. März 2015

Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre setzte sich Reich im Rahmen einer „Marxistischen“ „politischen Sexualökonomie“ fast ausschließlich mit der Pathologie des rechten Spektrums auseinander. Dabei wollte er insbesondere erklären, warum die „Massen“ nicht die Ideologie der „herrschenden Klasse“, die zur Ideologie der gesamten Gesellschaft geworden war, spontan von sich abtaten, „der wirtschaftlichen Entwicklung gemäß ein revolutionäres Klassenbewußtsein entwickelten“ und die „Ausbeuterklasse“ aus ihrer Machtstellung beseitigten.

Reich konnte das Ausbleiben dieser revolutionären Umwälzung damit erklären, daß wohl die ökonomische Unterdrückung in die Rebellion führe, die damit aber verbundene sexuelle Unterdrückung das genau gegenteilige Ergebnis zeitigte. Die sexuelle Unterdrückung würde autoritätshörige Menschen erzeugen, die aktiv die Interessen ihrer Unterdrücker verfechten. Die Agentur dieser charakterlichen Verformung durch sexuelle Unterdrückung ist die Familie, deren Erhalt deshalb der Kern jedweder konservativen Gesellschaftsdoktrin sei. Darüber hinaus sei erst der sexuell verkrüppelte Mensch überhaupt in der Lage, die entfremdete Fabrikarbeit zu leisten. Daß diese strukturelle Umformung auch weitere neurotische Symptome bedingt, die durchaus ungewollt sind, da sie die Arbeitsfähigkeit letztlich doch untergraben, ist ein nicht zu vermeidendes Nebenprodukt.

Eben wegen dieses letzten Punktes ist Reichs Kritik am Kapitalismus hinfällig geworden und hat sich in eine des Sozialismus verwandelt. Der entwickelte Kapitalismus benötigt kreative, innovative Mitarbeiter, keine menschlichen Automaten, die stur einen festgesetzten Plan erfüllen. Demgemäß war ja auch die sexuelle Unterdrückung in sozialistischen Wirtschaftssystemen weit größer als in kapitalistischen.

In seiner Schrift Die natürliche Organisation der Arbeit zeichnete sich 1939 Reichs Bruch mit der sozialistischen Bewegung ab, um sich in Weitere Probleme der Arbeitsdemokratie 1941 ganz zu vollenden. Am 7. November 1940 schrieb Reich an Neill, er fühle sich, was seine bisherigen sozialistischen Ansichten beträfe, „völlig verunsichert“ und er tendiere dazu,

das meiste zu revidieren, was ich je in Europa darüber gelernt habe, was Sozialismus sein könnte oder sollte. Ich kann nur hoffen, daß die Grundlagen meiner fachlichen Arbeit mich davor schützen, reaktionär zu werden. Wenn man Sozialisten und Kommunisten, die hier herübergekommen sind, sagen hört, daß Roosevelt ein Diktator oder Faschist sei, dann dreht sich einem einfach der Magen um. Ich fange an, sie zu hassen. Sie erscheinen mir ausgesprochen schädlich mit ihrer völligen Unfähigkeit, einen Gedanken zu Ende zu denken oder irgendeine Arbeit zu tun. Aber es kann sein, daß dies Gefühl zum Teil nichts als Enttäuschung ist.“ (Hervorhebungen hinzugefügt)

Doch schon 1942 sollte Reich im Vorwort zur Massenpsychologie des Faschismus die Grundlage für die objektive Bewertung linker Politik schaffen, indem er den falschen Liberalismus auf die oberflächliche, verlogene Charakterschicht zurückführte.

Heute, 70 Jahre später, geht es schlicht darum, was den Zielen der Orgonomie (= die individuelle und gesellschaftliche Selbststeuerung) näher steht: die libertär-kapitalistische eigentümlich frei oder all die krypto-kommunistischen Medien, die in einem Land gegen „die Auswüchse des Neo-Liberalismus“ wettern, dessen Staatsquote und Sozialleistungen (in denen Deutschland ungeschlagen Weltspitze ist) es zu einem de facto sozialistischen Land machen.

Was soll ich tun? Für noch mehr „Arbeitnehmerrechte“ eintreten? Damit noch weniger Leute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben! Für mehr Mieterrechte? Damit der Wohnungsmarkt weiter schrumpft! Für mehr Konsumentenrechte? Damit unser aller Leben noch komplizierter und bürokratisierter wird! Mehr Mitbestimmungsrechte im Betrieb? Damit die politische Pest weiter um sich greift! Höhere Besteuerung der Reichen? Um die Kapitalflucht und das Auswandern der Leistungsträger zu fördern! Soll ich gegen die Ausgrenzung älterer Arbeitnehmer wettern? Damit würde ich für noch mehr Antidiskriminierungsgesetze eintreten! Soll ich in den allgegenwärtigen „Antiautoritarismus“ einstimmen und „gegen die da oben“ wettern? Also das tun, was ohnehin alle tun! Soll ich (gegen meine Überzeugungen) gegen die „Zinsknechtschaft“ anschreiben oder Marx Mehrwerttheorie vertreten?

Nein, ich ziehe es vor mit „Libertär-Kapitalisten“ wie Hayek, Mises und Rothbard gegen das planwirtschaftliche System der Zentralbanken und die politische Korruption der Großindustrie „anzugehen“.

Dabei bin ich mir mit Adam Smith durchaus bewußt, daß es der Natur des Kapitalismus entspricht wirklich aus allem „Kapital zu schlagen“ und seien es Heroin oder Kinderpornos. Deshalb war Smith durchaus für einen starken und schlagkräftigen Staat, der gegen das vorgeht, was Reich später als „Emotionelle Pest“ bezeichnet hat. Je mehr der Staat in dieser Hinsicht überflüssig wird, desto mehr nähern wir uns einer Arbeitsdemokratie an.

Die anhaltende Weltwirtschaftskrise spiegelt unser tragisches Leben in der Falle wider:

Einerseits ringen die Massen darum, daß alles noch bürokratisierter und gesellschaftlich immobiler (gepanzerter) wird und schaden sich durch das Abwürgen der Arbeitsenergie nur selbst, da die Produktion des Reichtums immer weiter erschwert wird. (Wenn man die Staatsquote von formal fast 50% und real 70% betrachtet, sind wir bereits ein sozialistisches Land! 80% der Parlamentarier sind eh Beamte. Der Asozialstaat verschlingt schon mehr als die Hälfte des Etats. Vor 20 Jahren gab der Bund 90 Milliarden Euro für Asolziales aus, heute sind es 150 Milliarden!) Andererseits haben die Massen durchaus recht, wenn sie gegen „die da oben“ anrennen, denn der gesellschaftliche Reichtum wird von der Nomenklatura immer mehr monopolisiert und sinnlos verpulvert. Man denke nur an den ungeheuerlichen Betrug, dem Kleinaktionäre in den letzten Jahren zum Opfer gefallen sind. Vom Betrug mit dem Euro und an den Kleinsparern wollen wir gar nicht erst reden.

Doch auch hier schädigen sich die Massen mit ihrem Engagement nur selbst, denn sie fordern die Verschärfung genau dessen, was Ursache der Misere ist: die „Kontrolle der Finanzmärkte“, letztendlich Planwirtschaft. Dabei ist die Ausbeutung nur möglich, weil Geld heute gar keine echte Ware ist, sondern planwirtschaftlich, d.h. mafiös verwaltet wird. Dieser Bereich ähnelt der strukturellen Mißwirtschaft in der ehemaligen UdSSR und erodiert entsprechend unsere Wirtschaft langsam aber sicher (vgl. Ökonomie und Sexualökonomie).

Symptomatisch für die umrissene Falle ist der vor drei Jahren verstorbene Ökonom Milton Friedman.

Konservative, insbesondere in den angelsächsischen Ländern, können sich in ihren Lobreden für diesen „Champion der Freiheit und Demokratie“ kaum überbieten. Der Student der Orgonomie kann bei Friedman über ein Phänomen sinnieren, das Reich in Äther, Gott und Teufel diskutiert hat:

Mit neurotischer Zwanghaftigkeit geht der Mensch immer wieder in die Irre, weil er eine panische Angst davor hat, folgerichtig zu denken. Stattdessen bleibt er immer an irgendeinem „Absoluten“ hängen, an dem sich dann von neuem das alte Elend kristallisiert und mit frischer Kraft perpetuiert. Es ist wie mit der Panzerung: die Energie fließt, bis sie an einem bestimmten Punkt ins stocken gerät.

Beim Friedmanschen „Monetarismus“ war es die sozialistische (sic!) Bewirtschaftung des Geldes. Die Wirtschaft soll vollkommen frei sein, aber ausgerechnet das Geld, das Lebensblut der Wirtschaft, habe einer strengen planwirtschaftlichen Regulierung unterworfen zu sein! Jene Völker, die in die richtige, und d.h. die kapitalistische, Richtung gehen, werden auf diese Weise immer weiter ins sozialistische Elend getrieben und die Linken können ihren Finger auf das Amok laufende „Finanzkapital“ richten, das Scheitern des Kapitalismus konstatieren und, wie gegenwärtig in Südamerika, ausgerechnet den Sozialismus als Alternative preisen.

An diesem Beispiel wird auch deutlich, daß es ziemlich gleichgültig ist, wie man sich selbst ideologisch einordnet oder von anderen eingeordnet wird. Man kann „Friedmanianer“ und trotzdem ein pseudoliberaler modern liberal character (ein Kommunist) sein, der alles tut, um die kapitalistische Gesellschaft in den Untergang zu treiben.

Die Nomenklatura der „Marktwirtschaft“

19. Juli 2014

Die kapitalistische Nomenklatura wuchert wie ein Krebsgeschwür am arbeitsdemokratischen Organismus.

Als Oskar Lafontaine 2005 aus der SPD austrat, verwies er als Alternative zu Schröder und Merkel voller Begeisterung auf die expansive Geld- und Fiskalpolitik der angelsächsischen Welt. Gemeinsam höhlten und höhlen Kommunisten wie Lafontaine und sein fiskalpolitisches Vorbild, der angeblich „konservative“ George W. Bush, den Kapitalismus energetisch aus und steuern auf eine apokalyptische Weltwirtschaftskrise zu. Mit Obama sind alle Dämme gebrochen.

Es ist unfaßbar, welche Summen die Leute, die die Weltwirtschaft und damit die Menschheit an den Rand des Abgrundes geführt haben, raffen.

Bereits 2003 zitierte das rechtskonservative Internet-Journal The Federalist Digest den Finanzanalytiker und Publizisten Don Bauder:

Wenn der Klassenkrieg ausbricht, werden sich die Aktiengesellschaften und Wall Street nur selbst die Schuld geben können. Vor drei Jahrzehnten verdienten die Geschäftsführer der 100 größten Gesellschaften das 39-fache dessen, was der durchschnittliche Arbeiter erhielt. Jetzt sind es 1000mal mehr.

2002 war das Einkommen in den Chefetagen Großbritanniens dramatisch angestiegen – um das Siebenfache im Vergleich zum durchschnittlichen Einkommen. Bei den Spitzenmanagern der 100 führenden Gesellschaften stieg das Einkommen im Durchschnitt um 23% (auf 1 677 685 Pfund), während es beim Volk nur 3,2% waren. Gleichzeitig war der Wert der betroffenen 100 Firmen in den vorangegangenen drei Jahren um 50% gesunken!

Damals berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf die US-Steuerbehörde, daß die 400 größten Steuerzahler der USA im Jahr 2000 ein Vermögen von fast 70 Milliarden Dollar aufgewiesen hatten – gegenüber 53,5 Milliarden Dollar im Jahr zuvor!

An der Abkoppelung der Managergehälter vom realen Wirtschaftsleben und aberwitzigen Steigerungsraten im Einkommen der vermeintlichen „Elite“ wird sofort deutlich, wie über alle Maßen grotesk unser Geldsystem ist. Die einzige gangbare Alternative zum derzeitigen irrealen Kapitalismus findet sich in Ökonomie und Sexualökonomie.

Dort wird der planwirtschaftliche (!) Mechanismus beschrieben, der die „Nomenklatura“ unermeßlich reich macht. Es sind mafiöse Strukturen, die langsam aber sicher unsere Gesellschaft unterhöhlt haben und sie sehr bald zum Kollabieren bringen werden.

Man schaue sich etwa an, was gegenwärtig bei der EZB abläuft. Dazu Andreas Marquart vom Ludwig von Mises-Institut. Die Milliarden von Mario Draghi nutzen jenen, die das Geld als erste bekommen: Staaten, Banken und Großunternehmen. Der Mittelstand, die Arbeitsdemokratie, wird geschröpft. Marquart:

Weil sich das neu in Form von Kredit geschaffene Geld nicht gleichmäßig in einer Volkswirtschaft verteilt. Wer das neue Geld als erster erhält, profitiert zu Lasten derer, die in der Reihe weiter hinten stehen. Die Hauptprofiteure sind Staat, Banken und Großunternehmen. Es verliert aber sogar der relativ, der sich am liebsten gar nicht oder nur gering verschulden möchte. Er muß zuschauen, wie beispielsweise die Immobilie, auf die er anspart, immer teurer wird. Viele andere, die bereit sind, sich zu verschulden oder sich höher zu verschulden, bieten um diese Immobilie mit und treiben den Preis nach oben. (…) Von den jüngsten Geldspritzen profitieren vor allem Staaten und Banken. Die Staaten profitieren in der Form, daß ein Teil der immensen Liquidität, die geschaffen wird, in Staatsanleihen fließt und deren Renditen sinken läßt. Das erhöht für die Staaten den Spielraum für weitere Schulden. Die Banken profitieren, weil sie relativ risikolos in Staatsanleihen investieren können. Sie haben gar kein großes Interesse, Darlehen an Unternehmen zu vergeben. Warum auch … sie bekommen Geld fast umsonst und streichen durch die Investition in Staatsanleihen die Zinsdifferenz ein. (…) Es profitieren aber auch Unternehmen aus Sektoren und Branchen, die überdimensioniert sind und eigentlich eine Bereinigung erfahren müßten. Hier werden Unternehmen indirekt künstlich am Leben erhalten, deren Ressourcen woanders dringender benötigt würden.

In Deutschland besitzen die reichsten 5 Prozent über die Hälfte des Vermögens – und die Politik der EZB setzt alles daran, diese Quote zu erhöhen. Das, was in dieser Hinsicht gegenwärtig in Spanien geschieht, wirkt, als hätte es sich ein durchgeknallter Gesellianer ausgedacht! Der krypto-Gesellianische Wahnsinn hat Methode! Gleichzeitig überlegen die Finanzeliten, wie sie die von ihnen erzeugte soziale Kluft langfristig überleben können.

Im Kapitalismus hat, wie Milton Friedman es einmal ausdrückte, farbig bedrucktes Papier nur deshalb einen Wert, weil alle glauben, daß es einen Wert hat! In diesem Sinne ist Geld etwas rein „Ideeles“. Entsprechend ist der Kapitalismus ein Tummelplatz der Gaukler und Betrüger und Verschwörer (die Nomenklatura), die wie die Maden im Speck der Arbeitsdemokratie leben.

Der wirkliche Wert des Geldes beruht darauf, daß es mit der dem arbeitsdemokratischen Kern der Gesellschaft verbunden ist, d.h. eine „materielle“ Grundlage hat: das Versprechen, für das das „farbig bedruckte Papier“ steht, wird tatsächlich eingelöst. Diese „Einlösung“ ist prinzipiell in zweierlei Gestalt möglich: jemand arbeitet, buchstäblich werden die Schulden „abgearbeitet“, oder der Geldschein wird gegen eine entsprechende Menge Gold eingetauscht, also etwas Materielles, was alle guten Eigenschaften des immateriellen Geldes hat. Beispielsweise, daß es gegen alles andere ausgetauscht werden kann, was bei einem beliebig anderen Gegenstand, etwa einer Banenenstaude oder einem Plastikeimer voller Würme oder einem Drehzahlmesser, nicht der Fall wäre.

Die besagte Nomenklatura versucht alles, um ihre Machtbasis, die Geldwirtschaft, von diesen materiellen und damit behindernden Grundlagen zu kappen. Die alten, vorkapitalistischen Zeiten sollen wiederhergestellt werden, in der alles auf Symbolik beruhte. Entsprechend sind die natürlichen Verbündeten der kapitalistischen Nomenklatura die rechts- und linksextremen Antikapitalisten.

In Ökonomie und Sexualökonomie wird erklärt, warum die Islamisten und die neo-feudalistischen Sozialisten die USA (den Kapitalismus) so abgrundtief hassen. Die wirtschaftlichen, politischen und sogar religiösen Gründe sind nur vorgeschoben. Um was es wirklich geht, ist das verzweifelte Festklammern an überkommenen Strukturen, die zwar unglücklich machen, aber gleichzeitig verhindern, daß die Menschen ihr Elend spüren („erleiden“) müssen.

Diese Strukturen sind vor Jahrhunderten aufgebrochen und haben in blutigen Geburtswehen dem Kapitalismus schließlich freie Bahn gelassen. Reich hat, unter dem verhängnisvollen Einfluß der Marxschen Lehre, diesen Prozeß anfangs nicht durchschaut. Als er dann in Die Massenpsychologie des Faschismus die „sexuellen Verhältnisse“ gleichberechtigt neben die wirtschaftlichen Verhältnissen zu stellen wagte, wurde er von den Marxisten geächtet. Später, im Christusmord, betonte er schließlich, daß die genitale Misere im Westen in der Bedeutung im Rang weit vor den wirtschaftlichen Sorgen steht „und in den asiatischen Gesellschaften sind sie unmittelbarer Grund und ständige Quelle von deren ökonomischem Elend“ (Christusmord, Freiburg 1978, S. 115).

Was bei der kapitalistischen Emanzipationsbewegung falsch gelaufen ist, wird ebenfalls in Ökonomie und Sexualökonomie ausgeführt: der Kern des Kapitalismus, das Geld, ist sozusagen „feudalistisch“ geblieben, d.h. es hat sich von der arbeitsdemokratischen Sphäre gelöst bzw. nie an sie Anschluß gefunden.

Seit Nixon 1971, getreu der Doktrin John Maynard Keynes‘, die Golddeckung des Dollars endgültig beseitigte, ist die Fiskal- und Geldpolitik nichts anderes als staatliche Herstellung von Falschgeld, das den Organismus des Kapitalismus von innen her aushöhlt. Der Kapitalismus ist an einer Art „Krebsschrumpfungs-Biopathie“ erkrankt! Die Wirtschaft wird ständig künstlich mit „Geldschöpfung“ angekurbelt. Es fließt dermaßen viel Geld in den Markt, daß es dafür keine sinnvollen Investitionsmöglichkeiten gibt. So platzt eine „Blase“ (ein „Tumor“) nach der anderen, die Internetblase, die Imobilienblase, etc. Jetzt ist das System dermaßen instabil, die Fundamente des Geldwertes dermaßen brüchig, daß noch mehr Geld, und zwar unermeßlich viel, „geschöpft“ wird.

Der Wirtschaftswissenschaftler Guido Hülsmann führt in seinem Nachwort zu Murray Newton Rothbards Buch Das Schein-Geld-System folgendes aus:

Genau wie die nationalen Währungssysteme geschaffen wurden, um den jeweils politisch einflußreichsten Gruppen ständige Vorteile zu Lasten aller anderer Bürger zu verschaffen, so wurden bestimmte internationale Institutionen (EWS, EZB, IWF usw.) ins Leben gerufen, um diese Vorteile für die politische und administrative Kaste zu erhalten und zu festigen.

Siehe auch Roland Baaders Geld, Gold und Gottspieler.

Die entsprechenden staatskriminellen Kreise in Europa stecken z.B. hinter dem Euro. Die Nomenklatura will an die Goldreserven, so eine mögliche Wiedereinführung des Goldstandards hintertreiben und die ökonomischen Grundlagen der Arbeitsdemokratie endgültig zerstören, auf daß sie ewig für ihre Klientel Geld „schöpfen“ können.

Naiv wie unsereiner ist, frägt er sich, warum man nicht gleich auf die eine funktionierende Weltwährung zurückgreift: das Gold!

Selbst den Science Fiction-Autoren fällt kein besseres Geld ein als das fiktive Edelmetall „Latinum“ der Ferengi! Wie, um alles in der Welt, soll eine internationale (gar „interplanetare“) Wirtschaft auch anders funktionieren können!

Star Trek ist in dieser Hinsicht tatsächlich sehenswert. Wie wäre ein längerfristiger Handel zwischen unterschiedlichen Sternensystemen möglich, also Zivilisationen, die nichts miteinander verbindet außer gegenseitiges Mißtrauen und Angst? Über das Universalzahlungsmittel Gold (bzw. „Latinum“) und/oder über Arbeit! Betrug und Übervorteilung sind dergestalt so gut wie ausgeschlossen. Unruhe kommt erst ins Spiel, wenn irgendeine „dritte Macht“ auf Gewalt setzt und das Wechselspiel von Geben und Nehmen außer Kraft setzt.

legendsoftheferengi

Kinder an der Macht

11. Mai 2012

Mit Amerika ist es bergab gegangen, als die „wissenschaftlichen“ Experten der Eliteuniversitäten (Ivory League) immer mehr Einfluß auf die Politik nahmen. Vollidioten, wie der „Harvard-Verfassungsexperte“ Obama, der weniger vom Geist der Verfassung erfaßt hat als jeder ungebildete Durchschnittsamerikaner, hinterlassen nur Chaos und Asche.

Es begann 1961, als Kennedy in „Camelot“ die ersten „Obamas“ um sich scharte. Genies wie Robert McNamara, dem das Unmögliche gelang, nämlich den Vietnam-Krieg zu verlieren, – nachdem die US-Streitkräfte nicht auch nur eine einzige Schlacht verloren hatten. Ähnlichen Harvard-Geistesgrößen gelang es später den einfachen Regime-Wechsel im Irak zu einem blutigen Fiasko zu machen. Zuvor hatten sie die Großstädte Amerikas mit ihrer grandiosen Sozialpolitik in Bürgerkriegsgebiete verwandelt. Diesen Geistesgiganten haben wir die Ideologie von der multikulturellen Gesellschaft zu verdanken, die beim bevorstehenden weltweiten Wirtschaftskollaps ebenfalls in einem blutigen Fiasko enden wird. Das wird Folge einer Wirtschaftspolitik sein, sei sie nun durch Keynesianismus oder Monetarismus geprägt, die sich wirklich nur „Wissenschaftler“ haben ausdenken können. Wir klagen die Politiker an, doch die haben nur auf „die Stimme der Vernunft“, „die Wissenschaft“, gehört. [Bis hierhin ist der Blogeintrag weitgehend ein Plagiat von etwas, was neulich der amerikanische Radiotalker Michael Savage gesagt hat.]

Was wir dergestalt seit 1960 mit in den Hosentaschen geballten Fäusten beobachten, ist eine weitere Äußerungsform der antiautoritären Gesellschaft. In der autoritären Gesellschaft mußte die „Karriereleiter“ tatsächlich erklommen werden. Selbst Erben mußten erst eine Lehre und dann das Management auf allen Ebenen durchlaufen, bevor sie schließlich an der Spitze ankamen und das Erbe antreten konnten. Heute hingegen ist alles „verwissenschaftlicht“, d.h. Leute ohne Praxis, die von Lehrern ohne Praxis ausgebildet worden sind, spielen den Schlaumeier, dem sich alle anderen unterzuordnen haben. Man denke nur einmal daran, was die „Verwissenschaftlichung“ der Lehrerausbildung eingebracht hat: Abiturienten, die kaum Lesen und Schreiben, geschweige denn fremde Gedankengänge erfassen und eigene klar formulieren können. Produkte der „wissenschaftlichen“ Herangehensweise!

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=pOaYSGHAEnQ%5D

Wie anfangs angeschnitten, sind Politiker selbst neuerdings „wissenschaftlich“ gebildet: Schule → Universität → Politik. Und diese Leute, diese Kinder, wollen dann unsereinem vorschreiben, wie wir zu leben und was wir zu denken haben. Man erinnere sich nur an den „Visionär“ Helmut Kohl, der uns den Euro eingebrockt hat, oder etwa den ehemaligen Lehrer Hans Eichel – und zahllose andere Witzfiguren. Was bilden sich diese dummen Fatzkes eigentlich ein!

Wir beobachten eine fast schon systematische Zerstörung der Arbeitsdemokratie (Praxis → Theorie) durch den Antiautoritarismus (Theorie → Praxis).

Am deutlichsten wurde dieses antiautoritäre „Theorie → Praxis“ durch wandelnde Intellektuellenkarikaturen wie Rudi Dutschke verkörpert. Man höre sich irgendeine seiner sinnlosen „Analysen der Weltlage“ an! Abgesehen von der linksextremistischen Rhetorik: alles, was uns heute „Wissenschaftler“ predigen, ist genauso gehaltvoll, d.h. sinnloser, verantwortungsloser, letztendlich massenmörderischer Nonsens. (Natürlich spreche ich hier ausdrücklich nicht von den wirklichen Wissenschaften wie etwa Physik, Chemie, Biologie, etc.!)

Lenin und Stalin haben dieses wirr vor sich hin stammelnde Gesindel, nachdem es nicht mehr nützlich war, einfach an die Wand gestellt! Oder wie ein „DDR“-Funktionär einmal sagte: soll Ernst Bloch im Westen nur die Geister verwirren, wir werden ihnen dann schon wieder das klassenmäßige Denken beibringen.

Reich sprach vom arbeitsdemokratischen Fachbewußtsein, das man gegen diese irrlichternden Pseudointellektuellen, die von einem tiefsitzenden Ressentiment gegen jeden getrieben sind, der mit beiden Beinen in der Arbeitsdemokratie steht, verteidigen muß.

Die Ideologen der Kommunistischen Partei waren Intellektuelle, die, wie Reich selbst, aus dem Bürgertum stammten und ihre falsche Herkunft und die damit einhergehende sehr dubiose Motivation mit revolutionärer Verve zu kompensieren suchten. 1933 prangerte Reich in seiner Massenpsychologie des Faschismus diesen typischen intellektuellen Revoluzzer an, dessen „linkes“ Verhalten, im Gegensatz zu dem des Proletariers, nicht ökonomisch, sondern rein psychologisch aus der infantilen Revolte gegen den Vater zu erklären sei. „Wenn“, wie Reich damals schrieb,

soziologisch bornierte Psychoanalytiker die Revolution aus der infantilen Revolte gegen den Vater erklären, so haben sie den Revolutionär aus intellektuellen Kreisen im Auge, bei dem dieser Faktor in der Tat entscheidend ist. Das trifft aber nicht für die Arbeiterklasse zu. (Massenpsychologie des Faschismus, Sexpol, S. 101; Fischer TB, S. 77)

Einen Schritt über diese psychoanalytische Erklärung hinaus machte Reich ein Jahr später in seiner Abhandlung über Psychischen Kontakt und vegetative Strömung, in der er die „Denkarbeit“ der „Intellektuellen“ als Werkzeug entlarvt, um Einsichten auszuweichen, die ihr neurotisches Gleichgewicht gefährden könnten. Die charakteranalytische Arbeit habe ihm enthüllt, daß die intellektuelle Aktivität derart strukturiert und gerichtet sein kann, „daß sie wie eine äußerst raffiniert arbeitende Apparatur gerade zur Vermeidung der Erkenntnis, wie eine von der Wirklichkeit ablenkende Tätigkeit aussieht“ (Charakteranalyse, KiWi, S. 413).

Im gleichen Jahr, 1934, formuliert er in der Schrift Was ist Klassenbewußtsein? seine Kritik an der politischen Praxis dieser „intellektuellen Revolutionäre“. Man dürfe, so Reich, in der „Massenpolitik“ nicht von den abstrakten Kategorien der Intellektuellen, sondern müsse von den konkreten Bedürfnissen des Massenindividuums ausgehen (Menschen im Staat, Frankfurt 1995, S. 219). Es ginge nicht an, Klassenbewußtsein intellektuell von oben, sozusagen „vom Kopf herab“, „in die Massen zu tragen“, sondern es müsse sich aus dem Leben der Massen selbst entwickeln. Dann sei

die revolutionäre Befreiung vom Joche des Kapitals (…) die zusammenfassende Tat, die aus dem vollentwickelten Klassenbewußtsein der Masse von selbst erwächst, wenn die revolutionäre Führung auf allen Lebensgebieten die Massen begriffen hat. (Was ist Klassenbewußtsein?, S. 65)

Das wirkliche Leben der Massen gruppiere sich aber um ihr Streben nach sexuellem Glück.

In dieser sexuellen Revolution stellen, Reichs Ausführungen in Die Sexualität im Kulturkampf von 1936 zufolge,

die allergrößte Schwierigkeit (…) die Pastoren im revolutionären Lager dar. Es sind meist sexuell verkrampfte Intellektuelle, Revolutionäre aus neurotischen Motiven, die, statt mit Wissen zu helfen, nur Verwirrung stiften. (Die sexuelle Revolution, Fischer-TB, S. 250)

Nie mehr darf eine siegreiche Arbeiterbewegung es dulden, daß pastorale Sozialisten, ethisierende Intellektuelle, zwangskranke Grübler und sexuell gestörte Frauen über die Neuordnung des sexuellen Lebens zu entscheiden haben. Man muß wissen, daß diese Schichten der Bevölkerung gerade in den Augenblicken, wo alles höchste Klarheit erfordert, gedrängt von unbewußten Gefühlen sich in die Debatte mischen. So wird gewöhnlich der ungeschulte Arbeiter zum Schweigen gebracht, wie er, was überhaupt nicht gerechtfertigt ist, aus Respekt vor dem Intellektuellen einräumt, daß dieser es besser wisse. (ebd., S. 262)

In seinem Aufsatz „Dialektisch-materialistische Facharbeiter contra geistige Irrlichter der sozialistischen Bewegung“ von 1937 beklagt Reich, die revolutionäre Führung habe die sexuelle Frage nicht nur übergangen, sondern sie würde auch jeden, der diese Alltagsprobleme der Arbeitermassen anspräche, zum Reaktionär erklären.

Sie konstruieren einen Gegensatz von Sexualproblem und sozialistischem Problem. (…) In Wirklichkeit sind solche „prinzipielle Marxisten“, die ich sehr genau kenne, schwere Sexualneurotiker, die sich nie die Mühe gemacht haben, hier einmal ganz einfach ins Leben unterzutauchen und sich erst mal dieses Leben ohne jede Theorie anzuschauen. Ihr sozialistischer Radikalismus ist ein Ausfluß einer krankhaften Rebellion gegen tiefe Bindungen an die bürgerliche Familiensituation und an bürgerliche Ideologie; sie sind von Neid und Minderwertigkeitsgefühlen vor dem bürgerlichen Fachmann gequält. Sie haben dies so stark in sich, daß sie sich immerfort beweisen müssen, wie „radikal“ sie sind und wie „sozialistisch“ und wie sehr „marxistisch“. Als Neurotiker sind sie nicht in der Lage, über das Problem der Sexualität ruhig und sachlich zu sprechen und zu denken. Das Motiv, von dem aus sie an die Fragen herangehen, ist reaktionärer Antisexualismus. (…) Diese Ultralinken im Geschwätz sind für die Arbeiterbewegung viel gefährlicher als offene klare Reaktionäre. Sie kranken an einem sozialistisch verhüllten trockenen Intellektualismus, an Prinzipienreiterei (…). (Zeitschrift für politische Psychologie und Sexualökonomie)