Man hört etwas und denkt, die eigne Seele singt. Bei Schopenhauer war es Rossini, bei Herman Hesse war es Mozart, bei Reich war es Beethoven „und bei mir“… zufällig habe ich 1973 oder 74 auf NDR 3 ein obskures Stück eines in den 1920er Jahren berühmten, mittlerweile aber vollkommen vergessenen Komponisten der modernen Klassik gehört: „Musik zum Gedächtnis der Einsamen“ (1952) von Philipp Jarnach:
Es ist der gleiche Geist, der auch Bartoks „Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta“ durchwirkt – die ich abgöttisch verehre. Musik für Menschen, die in einer Umgebung und in einer Familie aufgewachsen sind, die durch zwei Weltkriege zerrissen und die ins kalte Weltall hinausgeschleudert wurden.
Es begann Ende 1971 oder Anfang 1972 als ich das erste Mal das Mahavishnu Orchestra bei Michael Naura im NDR-Radio hörte und es später im Jahr vollkommen zufällig Sonntagsmittags im ZDF sah:
Von diesem Zeitpunkt an, wußte ich, daß dies nicht nur ein „Körper“ ist, sondern ein Feuer, das Teil eines allumfassenden „Weltenbrandes“ ist. Alles, das gesamte Universum, wird von der Lebensenergie durchwirkt. Damals habe ich versucht dieses Brennen auf Papier zu bannen.
Ich habe Jahre gezögert, daß hier zu präsentieren. Kann ich das wirklich bringen? JA: