Posts Tagged ‘Psychopathen’

Das Aufkommen des Psychopathen (Teil 5)

23. April 2021

von Dr. med. Dr. phil. Barbara G. Koopman

Entsteht ein neuer Trend?

Kehren wir zu unserer ursprünglichen Frage zurück, was in der sexuellen Revolution schiefgelaufen ist. Zufällig kamen mir einige Gedanken zu dieser Frage in den Sinn, als ich gerade dabei war, Reichs The Impulsive Characterb (2) zu übersetzen, eine klassische Monographie, die 1925 geschrieben wurde, aber immer noch bedeutend und aktuell ist. Im Jahr 1925 ließ kein angesagter Analytiker jemals einen triebhaften Charakter in sein Büro kommen. Die Analytiker der damaligen Zeit beschäftigten sich hauptsächlich mit Neurotikern und deren Verdrängungen. Aber in der kostenlosen Klinik, die er leitete, hatte Reich seinen ersten Kontakt mit den mittellosen Schichten. Dies führte zu einer eingehenden Untersuchung einer Art von Charakterstörung, die er als „triebhaft“ bezeichnete und die eine starke Verwandtschaft mit dem Psychopathen aufweist. Obschon einige von Reichs Fällen kaum vom Schizophrenen zu unterscheiden sind, wird die Charakterstörung allgemein als ein Zwischentyp zwischen einem neurotischen Charakter (z.B. hysterisch, zwanghaft, etc.) und einem psychotischen angesehen. Wie dem auch sei, Reichs Studie über die Genese und Struktur des Triebhaften von 1925 hat unser Verständnis des gegenwärtigen Psychopathen erheblich bereichert.

Im heutigen Umfeld der scheinbaren sexuellen Freiheit weichen die alten Zwänge – doch die daraus hervorgehende Charakterstruktur ist weit entfernt von Genitalität. Ich glaube, dass sich in unserer Gesellschaft ein neuer Trend emotionaler Krankheiten abzeichnet: Der praktizierende Psychiater von heute sieht möglicherweise eine andere Art von Patienten im Entstehen – eine Übergangsform zwischen dem triebgehemmten Neurotiker und dem triebgesteuerten Psychopathen. Es ist der letztere Typus, der einige Gemeinsamkeiten mit dem von Reich beschriebenen triebhaften Charakter aufweist. Man muss sich nur im Fernsehen die Filme der 50er Jahre ansehen, um den eklatanten Wandel in der Kultur zu erkennen, der sich innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte vollzogen hat. Die jungen, anständigen Leute in diesen Filmen sehen für die abgestumpften Augen der „coolen Typen“ von heute wie „Spießer“ aus. Erstere sind die triebgehemmten neurotischen Typen, die in einer Atmosphäre der sexuellen Unterdrückung aufgewachsen sind, während unsere coolen „Hipster“ von heute eine lockerere psychische Struktur verkörpern, die von gemischten Übergangstypen bis, im Extrem, hin zum ausgewachsenen Psychopathen reicht.

Ich will damit nicht implizieren, dass die Mehrheit der heutigen jungen Menschen diese Entwicklung beispielhaft zeigen. Es gibt jedoch zwei Gruppen in unserer Gesellschaft, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie erkennbar ist: die Gruppe der städtischen Hochschüler und die der Benachteiligten. Hier kann man ein breites Spektrum von Übergangstypen sehen, alle Formen von Neurotikern mit einem Hauch von Psychopathie (deren Kinder oder Enkelkinder zunehmend triebhafte Züge zeigen können) bis hin zu den ausgewachsenen, triebgesteuerten Psychopathen, die sich am äußersten Pol sammeln.

Anmerkungen des Übersetzers

b Wilhelm Reich: The impulsive character and other writings; translated by Barbara G. Koopman. New American Library, New York 1974

Literatur

2. Reich, W.: The Impulsive Character. In Fortsetzungen veröffentlicht in Journal of Orgonomy, 4:4-18,149-166,1970; 5:5-20,124-143,1971; 6:4-15,1972

[Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 7 (1973), Nr. 1, S. 40-58.
Übersetzt von Robert Hase]

nachrichtenbrief199

4. April 2021

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Reich, Rambo und Eden

17. September 2020

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Reich, Rambo und Eden

David Holbrook, M.D.: MEDIZINISCHE ORGONTHERAPIE IN DER KONVENTIONELLEN PSYCHIATRISCHEN PRAXIS (Teil 1)

12. April 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Medizinische Orgontherapie in der konventionellen psychiatrischen Praxis

 

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

19. Mai 2019

 

Paul Mathews:
Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

 

Sexpol 2018: Selbstregulation von Geburt an!

16. November 2018

Wir leben nicht mehr, wie zu Reichs Zeiten, im triebgehemmten autoritären, sondern im triebhaften anti-autoritären Zeitalter. Um so erstaunlicher ist es, daß seine erste größere Schrift vom „triebhaften Charakter“ handelte (1925), wo er dessen zerrissene Libido- und Ich-Struktur beschrieb. Sie entspricht weitgehend dem des Psychopathen, der innerlich tot ist, nach außen hin jedoch für wirres Chaos sorgt. Später, in der erweiterten Neuauflage von Die Massenpsychologie des Faschismus (1945) war Hitler der „Generalpsychopath“. Er war der Prototyp für das, was Reich nach dem ORANUR-Experiment als „emotionale Wüste“ beschreiben sollte. Heute wird diese flächendeckend in den „Kinderkrippen“ erzeugt. Das wird in einer Verwüstung münden, für die der Zweite Weltkrieg nur ein Vorgeschmack war.

Was Not tut ist eine revolutionäre Umgestaltung der Wirtschaftspolitik, auf daß Familien wieder auf eine ökonomisch sichere Grundlage gestellt werden und Frauen nicht (unter dem irrwitzigen ideologischen Versatzstück „Selbstverwirklichung“) in die Lohnsklaverei gepreßt werden. Es muß ein Ende gemacht werden mit einer Politik, in der die letzten noch funktionierenden Familien durch eine nur als verbrecherisch zu bezeichnende Steuer- und Abgabenlast bis in den Ruin hinein ausgepreßt werden. Produktive Arbeit wird systematisch bestraft, damit der Staat die menschliche Verfügungsmasse der Großkonzerne, das Gesindel, finanzieren kann.

TOD DER REAKTION!

Blogeinträge August-Oktober 2014

9. Oktober 2018

Charles Konia über den roten und shwarzen Faschismus:

August-Oktober 2014

  • Es reicht nicht Obama zur Rede zu stellen
  • Die Funktion von Terroristen und Terrorismus verstehen
  • Die Organisation des schwarz-faschistischen Staates
  • Ein College-Kurs über sozio-politische Orgonomie
  • Die Entwicklung des okularen Panzers bei Säuglingen
  • Ebola und ISIS

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 3)

19. Juni 2018

 

Paul Mathews: Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

Der Angriff der „Wahrheitsbewegung“ auf die Orgonomie

18. Juni 2018

Alle Menschen sind Idioten, sie sind gepanzert, d.h. nehmen nichts richtig wahr und verzapfen nur Murks; ihre gesamte Naturwissenschaft ist Murks, da sie nichts vom Orgon weiß und so weiter und so fort… Kein Wunder, daß sich offensichtliche Psychopathen, persönlichkeitsgestörte Sonderlinge, hirnorganisch Angeschlagene, Leute, die nach einer „Weltanschauung“ suchen, „Weltverbesserer“ und unbedeutende minderbegabte aber um so narzißtischere Spinner zur Orgonomie und ganz konkret zu diesem Blog hingezogen fühlen. Leute, die an „Vril“, die flache oder an die hohle Erde glauben, an „Chemtrails“, an „reptiloide Formwandler“, all die anderen „Sinnsucher“ und Halbirren, etwa Holocaustleugner, denen das Internet endlich aus ihrer Isolation hilft.

Sie sind wie jene Leute, die, wenn Reich von der „Funktion des Orgasmus“ sprach, an Dildos, Strapse und Fußfetischismus dachten. Sie sind wie jene, die, als Reich den Mystizismus nicht nur als Sexualitätsersatz, sondern als (verzerrte!) Wahrnehmung des Orgons zu betrachten begann, Morgenluft witterten und das zum Anlaß nahmen, die Orgonomie in einer Schlammflut des „Spirituellen“ zu ersticken. Auch zu seiner Zeit begegnete Reich Gralssuchern, Anthroposophen und Anhängern der Welteislehre, aber er hätte sich wohl nie träumen lassen, daß er selbst eines Tages zu ihren Heroen zählen würde:

Es ist praktisch unmöglich sich dieser Leute zu erwehren, denn das Problem, d.h. IHR Problem läßt sich nicht mit Argumenten angehen, sondern nur biophysisch auf der Couch eines orgonomisch orientierten Psychiaters, der ihre Augen- und Brustpanzerung, etc. auflöst. Doch typischerweise unterziehen sich solche Leute niemals einer Orgontherapie. Oder mit anderen Worten: sie stellen das ganze Universum infrage, aber niemals sich selbst. Kurz gesagt sind es Kleine Männer, die alles leer und bedeutungslos machen, was sie berühren.

Warum werden John F. Kennedy und Harvey Oswald derartig verehrt?

4. August 2017

Der in eine Mafia-Familie hineingeborene John F. Kennedy war ein lebenslanger Nichtsnutz. Ein sexsüchtiger Junkie. Seine Präsidentschaft war das Produkt von Wahlmanipulation, Marketing, „Hollywood-Inszenierung“ und einer Journaille, der nur ein kompletter Idiot auch nur ein Wort glauben kann. Vor allem war seine Präsidentschaft, und noch weit mehr sein Nachleben im kollektiven Bewußtsein Amerikas, Produkt eines bestimmten massenpsychologischen Mechanismus.

Er war zwar eine wirklich komplette Null, aber ihn zeichnete eine Charakterstruktur aus, die ihn für den durchschnittlichen Neurotiker absolut unwiderstehlich macht: er war ein triebhafter Charakter, d.h. in vieler Hinsicht ein lebender Leichnam, ein Zombie. „Lebende Menschen“ (man verzeihe mir den Ausdruck) zeichnen sich dadurch aus, daß sie Angst haben, leicht verunsichert werden, Scham und Schuld empfinden, mit einem Wort „schwach“ sind. Sie verlieben sich, sind in ihre Gefühlsleben ambivalent, sind naiv, können ihre Regungen nicht verbergen, sind leicht aus dem Konzept zu bringen, etc. – halt normale Menschen. Da sie sich dessen schämen, letztendlich davor schämen sexuell zu sein, ein „sexuelles Tier“ zu sein, bewundern sie Rock- und Popstars, etwa David Bowie, die so „cool“ sind. Diese bioenergetisch toten („coolen“) Menschen scheinen nicht unter chronischer Kontraktion („Sympathikotonie“) zu leiden und stehen deshalb auf verquere Weise für Expansion, Optimismus, Hoffnung, Inspiration. Aus diesem denkbar perversen Grund üben auch Triebmörder und Psychopathen wie Charles Manson so eine unwiderstehliche Faszination auf die Massen aus. Deshalb, und nur deshalb, auch diese vollkommen irrationale Vergottung von Harvey Oswald, einem typischen psychopathischen Mörder.

Die Religion um „JFK“ und seinen Mörder ist so unausrottbar, die Geschichte um einen an sich simplen Mordfall wird auch in Zukunft ganze Bibliotheken füllen, weil wir es hier einzig und allein mit einem massenpsychologischen Phänomen zu tun haben. Kennedy wurde zu einer Christusfigur, weil die Massen durch diese „mystische Verbindung“ frei von Ängsten, Scham- und Schuldgefühlen sein wollen; frei, wie ihr angebeteter Held. Die Tragik ist, daß niemand, wirklich niemand sie aufklärt, sondern alles getan wird, damit sie weiterhin ihr Leben vertun – beispielsweise in der nichtigen Beschäftigung mit unsinnigen Verschwörungstheorien, die nirgend hinführen, sondern nur die Kontaktlosigkeit perpetuieren. Das hat die gleiche Qualität wie die Vergötterung von hohlen Pop- und Kinostars.

Interessant ist auch, wie genau die Verschwörungstheorie um „JFKs“ Ermordung entstanden ist: sie wurde vom KGB ins Leben gerufen, ähnlich wie der KGB zuvor die Verfolgung Reichs durch die amerikanischen Gesundheitsbehörden „angeregt“ hatte.