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Orgonomie und Christentum: Der Tod, das Christentum und die Emotionelle Pest

5. April 2019

Vorbemerkung: Der folgende Blogeintrag lag seit Wochen zur Veröffentlichung bereit. Ich schalte ihn jetzt frei auch als Reaktion auf den Tod von Dr. Richard Blasband und wie mit diesem umgegangen wird.

Ein beliebtes Argument gegen das Christentum sind Beerdigungen. Warum trauern die Leute am Grab, wenn sie doch so sicher sind, daß die Toten nunmehr im Himmel sind und glücklich ewig Party machen?!

Nein, so empfindet und denkt der Antichrist, nicht der Christ. Man schaue sich nur die Totenfeier des Satanisten L. Ron Hubbard an:

Trauern ist hier verpönt, geradezu verboten, denn die Seele ist ewig und nun endlich frei von den Beschränkungen des Körpers. Der Antichrist haßt Gottes Schöpfung und liebt deshalb den Tod. Für radikale Moslems beispielsweise ist das irdische Leben nur ein unwirklicher Traum, das wirkliche Leben beginnt erst mit dem Ablegen des Körpers, an dem so gut wie alles „haram“ ist.

Für Christen hingegen ist alles um uns herum die heilige Schöpfung Gottes und insbesondere unser Körper sein Tempel. Krankheit und Tod sind (ähnlich wie für den Animisten) nichts Gottgewolltes, nichts „Natürliches“, nicht „Teil des Lebens“, kein Teil des ursprünglichen Schöpfungsplans, sondern Frucht der Sünde.

Der Glaube an Jesus wischt die Sünde von uns und damit den Tod. Gott ist der Gott der Lebenden, nicht der Toten, weshalb er die Seinen körperlich auferstehen läßt. – Ich könnte hier ellenlang den christlichen Mystizismus weiter ausbreiten, doch für uns ist nur eins wichtig: daß das Christentum Raum für die natürliche Emotion Trauer läßt und dabei gleichzeitig verhindert, daß die Menschen der Hoffnungslosigkeit anheimfallen, etwa angesichts des sinnlosen Unfalltodes eines unendlich geliebten Kindes.

Alle anderen Religionen tun so, als gäbe es den Tod nicht und als sei er keine Tragödie (neurotische Verdrängung). Und der mechanistische Materialismus tut so, als wäre alles tot und das Leben eine Art anentropische Anomalie in einem entropischen nirwanischen Meer. Beides ist gleichermaßen Ausdruck der Emotionellen Pest der Menschheit.

Der verdrängte Christus: 13. Christliche Spiritualität

1. Juli 2018

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

13. Christliche Spiritualität

Der Rote Faden: Drei Sozialistinnen

30. November 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

f. Die Untermenschen

2. Der Weg in den Kalten Krieg

a. Das rote Berlin

b. Agenten des Roten Terrors

c. Der Friedenskämpfer Nr. 1

d. Der Kalte Krieger Nr. 1

e. Der Warmduscher

3. Mentalhygiene

a. Sexpol

b. Die sexuelle Revolution in der Sowjetunion

c. Psychoanalyse und Kommunismus

d. Otto Fenichel und seine „Rundbriefe“

e. Die Leninistische Organisation

4. Polithygiene

a. Reich in Norwegen

b. Reich und Marx

c. Reich und Lenin

d. Reich und Trotzki

e. Reich und Stalin

5. Reich in Amerika

a. Drei Sozialistinnen

In the Skies

18. September 2014

Scientology fasziniert mich. Erstens sind generell Sekten eine großartige Unterhaltung und Scientology ist der Prototyp einer Sekte. Es macht einfach Spaß, Irren zuzusehen, die sich selbst tödlich ernstnehmen. Eine bessere Komik als Roboter, die Menschen nachahmen, kann es kaum geben. Entsprechend zeigt Scientology wohin eine strikt „spirit-uelle“ Weltsicht in letzter Konsequenz führt.

Wer an die Autonomie des „Geistes“ glaubt (so als wäre der ein „Ding“), verkörpert das diametrale Gegenteil der Orgonomie. (Übrigens betrachtete L. Ron Hubbard, der Gründer und Messias der Scientology, die Sexualität als Teil der Verschwörung der Psychiater [sic!], mit der diese vor Milliarden von Jahren die Geistwesen versklaven wollten.)

Das Kerngeheimnis, das hinter der fanatischen Verbissenheit der Scientologen steht, stellt sich, soweit ich es verstanden habe, wie folgt dar: Als faktischer Nachfolger der „Großen Bestie 666“ Aleister Crowley (beispielsweise ist das Scientologen-Kreuz Crowleanity pur) galt das Hauptaugenmerk von Hubbard dem Kampf gegen Christus. Die Scientologen wollen ehrlich die Menschheit retten. Die „Wiederkunft Christi“ ist für sie die alptraumhafte Wiederkehr jener dämonischen Außerirdischen, die die Religionen in unser unsterbliches Bewußtsein „eingraviert“ haben, um uns zu versklaven. Die Wiederkehr Christi bedeutet demnach nichts anderes als die endgültige, d.h. auch physische Versklavung der Menschheit. Scientology ist unsere letzte und einzige Hoffnung!

Wie in jedem paranoiden Wahnsystem steckt ein Fünkchen Wahrheit auch in diesem Szenario des satanistischen Science-Fiction-Autors Hubbard. Die rationalistischen Antiscientologen, die kaum weniger engstirnig sind als die Scientologen selbst, haben für so etwas natürlich kein Gespür.

Blicken wir doch einmal auf das Christentum:

Ich liebe Peter Green. Er spielte dieses Lied ein, als er von Drogen und Aufenthalten in der Psychiatrie zerstört, am Tiefpunkt seines Lebens war. Trotzdem konnte er noch immer diese Magie um sich verbreiten. Seit ich In the Skies 1979 das erste Mal hörte, fasziniert es mich. Es ist einer dieser Ohrwürmer, der einen nie wieder loslassen. Gleichzeitig repräsentiert Green den schlimmsten Abgrund, der vorstellbar ist. In wirklich jeder Hinsicht gehen mir kalte Schauer über den Rücken, wenn ich das Stück höre.

Die weitaus meisten Amerikaner, und wohl mehr Europäer als wir denken, ganz abgesehen vom Rest der Menschheit, sind fest davon überzeugt, daß die „Erlösung“ kommen wird. Der „Menschensohn“ wird „aus den Himmeln“ herniederkommen und uns in eine unvorstellbare Herrlichkeit führen. Er wird unsere Seelen ernten und wir werden unsterblich durch herrliche Städte wandeln.

Wie in Außerirdische Seelenfänger angeschnitten, kann sich hinter diesem vermeintlichen „Seelenheil“ etwas ganz anderes verbergen. Demnach wären alle, die an den Jüngsten Tag glauben, Anhänger eines UFO-Kults. Peter Greens In the Skies faßt diesen Aspekt in Töne.

Dieser Vorstellungskreis ist den Christen, den wirklichen Christen, durchaus vertraut. Sie sind beispielsweise angesichts der anhaltenden Harry Potter-Manie, der Verbreitung von Spiritismus (insbesondere Channeling) und Okkultismus zutiefst beunruhigt, weil auf diese Weise den „unreinen Geistern“ ein Einfallstor in diese Welt geschaffen wird.

Es ist voll grausamer Ironie, daß sie selbst vielleicht das größte, das ultimative Einfallstor öffnen. Es ist auch gut möglich, daß derartige Überlegungen der UFO-Geheimhaltung zugrundeliegen. Es stellt sich die Frage, warum die Regierungen, insbesondere die der USA, diese Vorfälle geheim halten. Prinzipiell sind zwei „logische“ Antworten möglich:

  1. Aus Gründen der nationalen Sicherheit werden die Quellen für neue Militärtechnologien geschützt.
  2. UFOs dürfen aus Gründen der nationalen Sicherheit niemals ins allgemeine Bewußtsein treten, weil das Phänomen engstens mit dem menschlichen Bewußtsein verknüpft ist: wir könnten buchstäblich die „Pforten der Hölle“ öffnen, wenn wir („die Massen“) die Realität anerkennen.

Wenn das letztere der Grund ist, könnten dem quantentheoretische Überlegungen zugrundeliegen. Beispielsweise John von Neumann hätte die Geheimdienste der US-Luftwaffe und der US-Marine darlegen können, daß man es hier mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Phänomen zu tun hat, das vom Beobachter und seinem Bewußtsein nicht zu trennen ist.

In diesem Zusammenhang gibt es jede Menge Berichte darüber, daß „Okkultisten“, und zum Beispiels auch die katholische Kirche mit ihrem Marienkult, durch ihre Riten die „Manifestation“ von UFOs „in the skies“ provozieren.

Es lohnt sich auch, nochmals ganau zu erwägen, was Orgonon und Reich nach dem ORANUR-Experiment widerfahren ist. Vielleicht ist es mehr als eine bloße poetische Umschreibung, wenn man sagt, daß er damals ungewollt die Tore der Hölle geöffnet hat.

Siehe dazu meinen Aufsatz Ea und die Wellenfunktion.

Das Christentum als Befreiung von der Orgonomie

5. Juni 2014

Orson Bean ist Schauspieler und Showmaster (in etwa der „Harald Juhnke der USA“), der eine nicht unbedeutende Rolle in der Orgonomie spielte. Beispielsweise war er Gründungsmitglied des American College of Orgonomy. Bekannt geworden ist er durch sein Buch Me and the Orgone, das von seiner Orgontherapie beim Gründer des College, Elsworth F. Baker, handelt.

Für sein neustes Werk, eine Novelle, konnte er in Amerika zunächst keinen Verleger finden, weil das Manuskript den „liberalen“ Verlagen zu christlich war, den christlichen Verlagen zu vulgär. Das Buch ist buchstäblich der sozialen Panzerung der amerikanischen Gesellschaft zum Opfer gefallen. Deshalb sah er sich gezwungen, das Manuskript 2007 ins Netz zu stellen, doch mittlerweile ist M@il for Mikey doch in Buchform erschienen. Hier verarbeitet er seine jahrzehntelangen Alkohol- und Drogenprobleme, die er schließlich durch das Gebet (bei dem er sich anfangs wie ein Idiot vorkam) und, im Anschluß daran, durch seinen Glauben an Jesus bewältigt hat!

Man weiß nicht, was peinlicher ist: daß der Autor von Me and the Orgone wirklich in jeder Hinsicht ein „Harald Juhnke“ war oder daß er zu Jesus gefunden hat? Zum ersten Punkt ist zu sagen, daß die Orgontherapie kein Allheilmittel ist und wie will man wissen, wie sich Bean ohne Orgontherapie entwickelt hätte? Zum zweiten: Reich ist zwar einerseits immer vehement gegen „spirituelle“ Anwandlungen seiner Schüler angegangen, hat aber andererseits auch befremdet reagiert, wenn Schüler aus „orgonomisch prinzipiellen“ Gründen sich dagegen wandten, daß Reich Kontakt mit Geistlichen aufnahm bzw. die Kontaktwünsche von seiten Geistlicher nicht von sich wies. Unzweifelhaft hatte Reich im letzten Jahrzehnt seines Lebens einen großen Respekt für das Christentum entwickelt und beispielsweise seinem Sohn das Gebet nahegelegt.

Unabhängig von Reichs eigenen „privaten“ Schlußfolgerungen und Vorlieben kann man objektiv sagen, daß das (evangelikale) Christentum einige zentrale Elemente mit der Orgonomie gemein hat: es ist „atheistisch“, antimystisch und antispirituell. Für einen Christen ist es absurd sich durch „gute Werke“, „Opfergaben“ oder gar „Riten“ bei Gott einschmeicheln zu wollen, womit jedweder Religion die Grundlage entzogen ist. Magische Praktiken, „Meditationstechniken“, Yoga, Aberglauben, Geisterbeschwörungen, Spiritismus, Astrologie, Handlesen, etc.pp. sind des Teufels. Alles, was den Menschen versklavt, seien das nun religiöse Gesetze, etwa den Sabbat zu halten, Fastenmonate, etc., oder religiöse Praktiken, etwa das Singen von Mantren, das Heraufbeschwören von „Engelwesen“, die gesamte „Esoterik“, Religion an sich – ist dämonisch. Wir erlauben, wie etwa beim Alkohol- und Drogenkonsum, daß fremde Mächte uns okkupieren und uns steuern.

Bleibt die Frage, wer oder was dieser „Jesus“ ist, der uns von diesen Ketten befreit. Reich glaubte, Christus sei einfach nur „unser besseres Selbst“, unser ungepanzertes „Ichideal“, das unverdorbene Lebendige, das mit jedem Neugeborenen von neuem auf die Welt kommt. (vgl. Der verdrängte Christus)

Zu diesem Artikel wurde ich angeregt, als ich in einem Cafe vor dem Münster Dom saß und mir dabei in den Steinarbeiten, die die gotischen Fenster zieren, zwei mir wohlvertraute Symbole aus dem sino-buddhistischen Kulturkreis auffielen. Zwei Symbole, die in der künstlerischen Gestaltung des Doms wirklich zentral sind: das allseits bekannte Yin und Yang-Symbol und das weniger bekannte Symbol der „drei Kostbarkeiten“, wie man es vom Roerich-Pakt her kennt.

Als ich, typischer Schlauberger, meinen Gesprächspartner rethorisch fragte, was denn die beiden ineinander verschlungenen Orgonomen an einer katholischen Kirche zu bedeuten hätten, meinte er spontan: „Sie stellen das männliche und das weiliche Prinzip dar!“ Oh Gott… Tatsächlich symbolisieren sie natürlich die „doppelte Natur Christi: ganz Mensch und ganz Gott“. Was die drei Kreise innerhalb des großen Kreises am Dom zu suchen haben, weiß nun wirklich jeder: die Trinität. Eine untrennbare Gottheit mit drei distinkten Personen, die jeweils ohne jeden Abstrich die Gottheit als ganzes verkörpern.

Diese beiden Symbole beinhalten den metaphysischen Kern des Christentums. Ich unterlasse es lieber, die Dreieinigkeit erklären zu wollen, da ich eh bei der Orgonometrie landen würde. Entsprechend verkörpern diese beiden Symbole auch das, was so viele Studenten der Orgonomie in die Arme des Christentums treibt (Reichs Tochter Eva betrachtete sich beispielsweise als „christliche Sozialistin“ und sah in Jesus ihren persönlichen Befreier). Es ist die Flucht vor den beiden Grundlagen der Orgonomie: die Funktion des Orgasmus und der orgonomische Funktionalismus. Es ist die Flucht in eine asexuelle und vage Welt, in der es nicht das zwangsläufige Ineinandergreifen von Funktionen gibt. Eine Welt, in der sich Bioenergetik und bioenergetisches Denken (zwei Funktionen und das dritte Funktionsprinzip aus denen sie hervorgehen) in mystischen Unsinn verflüchtigen.

Das Christentum ist beides: es verkörpert wie nichts anderes in der gepanzerten Welt den unverdorbenen Kern des Menschen und ist gleichzeitig die ultimative Flucht vor eben diesem Kern.

Das kann man auch an der Geschichte unserer Breiten ablesen. Das Christentum hat den Germanen und den Slaven vom erdrückenden Aberglauben befreit, andererseits aber auch uns von unseren kosmischen Wurzeln getrennt. Wie schon Nietzsche diagnostizierte, hat das Christentum das Tor zum Nihilismus weit aufgestoßen. Man schaue sich um: der europäische Mensch ist gerade dabei aus christlicher Gutmenschlichkeit heraus kollektiven Selbstmord zu begehen. Da es kein Zurück mehr gibt (das „Neuheidentum“ hat Ozeane von Blut und Gebirge von Asche hinterlassen!), ist die Orgonomie die eine und einzige denkbare Rettung. Sie wird an die Stelle des Christentums treten.

jesusorgone

Mumps, Reiki und UFOs

19. Oktober 2012

In Äther, Gott und Teufel weist Reich darauf hin, daß unsere Vorstellungen von „Dämonen und Engeln“ eine Funktion der Panzerung sind. Natürliche Kernfunktionen werden verzerrt, entstellt und unser mechano-mystisches (gepanzertes) Empfinden und Denken sorgt dafür, daß diese verzerrten Impulse „personalisiert“ werden. Wir wähnen uns entsprechend von fremden Impulsen und Stimmen aus dem Inneren bedrängt und von Kobolden und Elfen umzingelt. Treiben es diese Wesenheiten zu bunt, landen wir in der Psychiatrie oder wir geben Vorträge über „Esoterik“.

So weit so gut, aber ist das alles? Reichs Analyse von Ende der 1940er Jahre basierte auf der etwas abwegigen Vorstellung, daß es außerhalb des Menschen, d.h. unabhängig von seiner Panzerung keine Verzerrung und Entstellung in der Natur gäbe. Diese Vorstellung änderte sich mit dem ORANUR-Experiment Anfang 1951 und die daran anschließende Entdeckung des DOR, d.h. einer giftigen, lebensfeindlichen Abart der Orgonenergie, die auch unabhängig vom Menschen in der Natur auftritt.

Was ist dann mit den „Dämonen und Engeln“?

Ich habe nur einmal in meinem Leben einen Dämon gesehen. Ich war fünf Jahre alte, lag mit Mumps im Bett, befand mich entsprechend in einem „veränderten Bewußtseinszustand“, als sich die Wand über meinem Bett öffnete und ein vielleicht 20 cm großer „Kobold“ erschien und wieder in der Wand des Kinderzimmers verschwand. Ich habe mich nie recht davon überzeugen können, daß das wirklich ein rein subjektives Ereignis war, denn weder vorher noch nachher hatte ich etwas auch nur ansatzweise Ähnliches erlebt. Außerdem vergißt man irreale Dinge, bloße Halluzinationen, während mich dieser Gnom nicht losgelassen ist.

Wer sich, wie ich, über Jahrzehnte mit der „UFO-Literatur“ auseinandergesetzt hat, dem fällt es schwer, die Vorstellung von „übernatürlichen Wesenheiten“ einfach abzutun, nur weil sie nicht ins eigene Weltbild passen. Ich habe mich damit in Ea und die Wellenfunktion auseinandergesetzt.

Betrachtet man die „UFO-Sache“ unvoreingenommen, fallen zwei Dinge ins Auge: das Phänomen ist extrem elusiv und hat alle Merkmale eines „magischen Rituals“.

Scharfe und eindeutige UFO-Fotos sind durchweg Fälschungen, während jene Aufnahmen, bei denen sich auch die fanatischsten Skeptiker die Zähne ausbeißen, verschwommen und deshalb letztlich ebenfalls wertlos sind. Und über „UFO-Aktivitäten“, oder gar die der „Besucher“, brauchen wir erst gar nicht reden: Verkehrsflugzeuge belästigen, Entnahme von Bodenproben, Untersuchung der menschlichen Genitalien, Verstümmelung von Tieren, das Überbringen „spiritueller Botschaften“. Ich glaube, noch nie hat ein UFO bzw. ein „Besucher“ irgend etwas Sinnvolles getan!

Apropos sinnlos: man gestatte mir einen halsbrecherischen Gedankensprung zum Reiki! Was ist „Reiki“? Es ist so etwas wie „spirituelle Orgonomie“ („spirituelles Chi“). Der Reiki-Meister ist ein Kanal für „heilendes Chi“ (Orgonenergie). Wirksam wird die Heilung über „Reiki-Heilungsgeister“, die heraufbeschworen und angerufen werden. Infolge der „Initiation“ besetzen diese Wesen langsam aber sicher ihre Opfer. Es kommt zu Besessenheitsphänomenen und zu „Begegnungen“ in der Außenwelt, die sich in nichts von den „Begegnungen der dritten Art“ unterscheiden. Was sind diese „Wesen“? „Dämonen“, „unreine Geister“, wie die Handvoll Christen behaupten, die es noch gibt?

Diese Christen haben ohne Zweifel die tiefste und „kosmischte“ Sichtweise, aber auch diese ist mystisch und damit „dämonisch“. Was tatsächlich bei Reiki, dem tantrischen Buddhismus, Core-Energetics und all dem anderen bösen Mumpitz geschieht, ist Resultat der Zersplitterung („Kanalisierung“) der einheitlichen orgonotischen Strebung beim Durchdringen der Panzerung:

Wir selbst sind, unser „Ich“ ist, eine Funktion der besagten einheitlichen orgonotischen Strebung. An Schizophrenen kann man unmittelbar beobachten, wie das Ich in tausend Stücke zerfällt, wenn diese einheitliche orgonotische Strebung durch eine extrem starke okulare Panzerung hindurchtreten muß.

Gott und „Jesus“ symbolisieren die einheitliche orgonotische Strebung. Die „Dämonen“ sind eine Funktion der Zersplitterung. Es sind verschiedene „Iche“. Wie sie eine quasi physikalische Existenz fristen können, etwa als „UFOnauten“, habe ich in Ea und die Wellenfunktion erläutert: sie existieren am unscharfen Rande der Realität. Ich verweise auch auf die fünf Abschnitte von Die DOR-Menschen. Was heute UFO-Fälle sind, waren früher Visionen der Hölle und ihrer unaussprechlichen Qualen:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=fzSxzYNfkGA%5D

Jeder, der irgendeine Verbindung mit dem Okkulten aufnimmt (Schutzengel, Astrologie, Tarot, Hexerei, Voodoo, Schamanismus, Channeling, Talismane, Handlesen, Spiritismus, abergläubische Befürchtungen, Halloween, Harry Potter, Märchen, Magie, Esoterik, Anthroposophie, Yoga, Geistheilung, St. Germaine, Drogen, etc. pp.), ist auf dem Weg seine Seelen zu zerstören. Heißt das, daß ich an „die geistige Welt“ glaube? Nein! Andersherum wird ein Schuh draus: es geht um energetische Phänomene, um Schwingungen. Wer mit jenen Kräften mitschwingt, die der zersplitternden Panzerung entstammen und umgekehrt das einheitliche Funktionieren des Organismus („Gott“, „Jesus“) untergraben, – der ist verloren. Es ist kein Zufall, daß unsere zunehmend verDORende „Kultur“ immer „spiritueller“ wird, daß kaum noch eine Unterhaltungssendung ohne Hexen und Dämonen auskommt. „Harry Potter“, wo man hinschaut! Es ist alles eine Funktion des DOR.

Um dem Schluß entgegenzuwirken, ich würde hier ständig gegen „den Osten“ wettern, hier ein sehr schönes Video eines KungFu-Meisters, das er eine Woche aufnahm, nachdem er das erste Mal von Reich hörte. Kampfsportler kennen die organismische Orgonenergie aus Erfahrung:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=hJjJJnda0kE%5D

Leben nach dem Tod? (Teil 1)

7. Juli 2012

1906 versuchte Duncan McDougall, ein Arzt aus Massachusetts, in einem Hospital das Gewicht der „Seele“ durch spezielle Präzisionswaagen zu bestimmen, die groß genug waren, um das Bett eines Sterbenden zu tragen. Genau im Augenblick des Todes gab es einen plötzlichen medizinisch unerklärlichen Gewichtsverlust zwischen 8 und 35 Gramm, so als hätte etwas Reales aber Unsichtbares den Körper verlassen (Werner F. Bonin: Lexikon der Parapsychologie, München 1976, S. 312).

Ist die Vorstellung von einem Leben nach dem Tode natürlich? Und steckt vielleicht sogar eine Realität dahinter?

In diesem Zusammenhang ist das Schicksal des „magisch-wissenschaftlichen“ „Animalischen Magnetismus“ von Interesse, der von Reichs Vorläufer in der Lebensenergie-Forschung, Franz Anton Mesmer entdeckt wurde.

Der Mesmerismus hat die relative Unabhängigkeit der „Seele“ (oder des „magnetischen Feldes“) vom Körper aufgezeigt. In diesem Bezugsrahmen entwickelte sich der Spiritismus des 19. Jahrhunderts:

Die frühe spiritistische Bewegung übernahm weitgehend den Deutungsrahmen und das Phänomenenrepertoire des Mesmerismus. Der somnambule Zustand kehrte als „Trance“ wieder; Geistersehen, Clairvoyance, Jenseitsreisen wurden als Fähigkeiten einer besonders „begabten“ Person, des „Mediums“, angesehen, das zum Mittler zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Welt geworden war; das Séance-Ritual und seine besonderen Bedingungen kristallisierten sich heraus, z.B. Dunkelheit und Kettenbildung der Sitzungsteilnehmer, damit die „fluidale Kraft“ durch sie hindurchströmen konnte und dem Medium bei der jenseitigen Kontaktaufnahme behilflich war. (Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen, Freiburg 1991, S. 977)

Als Zeitzeuge hat Nietzsche eine rationalistische Erklärung der spiritistischen Erscheinungen vorgebracht, die ganz in diese Richtung geht:

Ein Teil der intellektuellen Funktionen des Mediums verlaufen ihm unbewußt: sein Zustand ist darin hypnotisch (Trennung eines wachen und schlafenden Intellekts) Auf diesen unbewußten Teil konzentriert sich die Nervenkraft. – Es muß zwischen den durch die Hände verbundenen Personen eine elektrische Leitung nach dem Medium zu stattfinden, vermöge dessen Gedanken einer jeden Person in das Medium übergehen. Eine solche Leitung von Gedanken ist nicht wunderbarer als die Leitung vom Gehirne zum Fuße, im Fall eines Stolperns, innerhalb eines Menschen. Die Fragen werden durch die Intellektualität der beteiligten Personen beantwortet: wobei das Gedächtnis oft etwas leistet und bietet, was für gewöhnlich vergessen scheint. Folge der nervösen Emotion. – Es gibt kein Vergessen. – Auch unbewußter Betrug ist möglich: ich meine, ein betrügerisches Medium fungiert mit allerlei betrügerischen Manipulationen, ohne darum zu wissen: seine Art Moralität äußert sich instinktiv in diesen Handlungen. – Zuletzt geht es immer so zu, bei allen unseren Handlungen. Das Wesentliche verläuft uns unbewußt, und der Schelm ist sich unbewußt hundertmal mehr und häufiger Schelm als bewußt. Elektrizitäts-Erscheinungen, kalte Ströme, Funken sind möglich dabei. Gefühle angefaßt zu werden können die Sache der Täuschung sein, Halluzinationen der Sinne: wobei möglich ist, daß es für mehrere Personen Halluzinations-Einheit gibt. (Wie bei den alten orgiastischen Kulten.) Der Glaube an die Wiederbegegnungen mit Toten ist die Voraussetzung des Spiritismus. Es ist eine Art Freigeisterei. Wirkliche Fromme haben diesen Glauben nicht nötig. (Studienausgabe, Bd. 10, S. 16)

Im erwähnten Lexikon (S. 975) lesen wir weiter über den Spiritismus, daß er aus der nordamerikanischen Geisteshaltung hervorgegangen sei und demgemäß Spökenkiekerei mit naturwissenschaftlichem Fortschrittsglauben und philosophisch anspruchslosem Pragmatismus verbunden habe: eine „handgreifliche“ Spiritualität und ein „handgreiflicher“ religiöser Trost (von nachweisbaren Klopfzeichen damals bis zu Tonbandstimmen und sogar Videoaufzeichnungen heute). So sei er mit Christian Science vergleichbar. Ideengeschichtlich basierte er neben der eklektischen Synthese der kosmologischen Vorstellungen von Emanuel Swedenborg und Mesmer auch auf den Utopien Charles Fouriers. Fourier bezog mit seinem Frühsozialismus auch die Natur in die utopische Vision mit ein, außerdem schrieb er über „die Fehler des Systems, das die Liebe unterdrückt“ und hat so die Orgonomie verblüffend vorweggenommen (vgl. Helmut Dahmer: Libido und Gesellschaft, Frankfurt 1973). Die spiritistischen Geisterbotschaften beinhalteten die Kunde von einer besseren, „ungepanzerten“ Welt.

Die Frage ist nun, ob, wie sich der Spiritismus organisch aus dem Mesmerismus entwickelt hat, nicht ähnliches wiederum auf nordamerikanischem Boden bei der Orgonomie geschehen wird. Es ist wohl ein zwangsläufiger Prozeß, daß aus Funktionen der kosmischen Orgonenergie ideengeschichtlich Substanzen („Geister“) werden. Damit wiederholt sich im Theoriegebäude nur das, was sich auch in der Natur selbst ereignet: die ständige schöpferische Bildung von Strukturen und Substanzen. (Siehe Peter erklärt abschließend die letzten Fragen von Leben und Tod.) Es hat etwas Lebensfeindliches an sich, daß man diese Illusionen (diese „Substanzen“, z.B. „Geistseelen“) ständig wieder zerstören muß, um den wissenschaftlich-funktionellen Charakter der Orgonomie zu bewahren. Es ist möglicherweise pestilent, die religiöse „Simulation von Leben nach dem Tod“ wissenschaftlich zu zerstören. Pestilent, weil dieser Glaube Ausdruck von genitaler Liebe ist, die sogar den Tod besiegt. „Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich“ (Hld 8,6).

Der Spiritismus krankt daran, daß man alle seine Phänomene mit Telepathie und Telekinese erklären kann. Man möchte die geliebte Person sehen und das eigene organismische Orgonenergie-Feld ruft ihr Erscheinen hervor. Charakteristischerweise hat kein „Geist“ bisher irgend etwas von Bedeutung oder Tiefe verkündet. Das Traurige am Spiritismus ist, daß wir verzweifelt ins Jenseits hineinrufen, nur um das hohle Echo unserer eigenen Stimme zu vernehmen. Man lese nur Rudolf Steiner, Mohammed, die mormonischen Propheten oder irgendeine andere „Offenbarung“ aus den höheren Welten: man wird nur depressiv und will an die frische Luft. Wenn etwas tragisch ist, dann sind es diese höchsten Aspirationen des Menschen, denen all seine Hoffnung und Liebe gilt und die nichts weiter sind als Seelenfurze.

Und selbst wenn es Kontakt mit einem „realen“ „Gegenüber“ geben sollte: man schaue um sich, welche Hölle diese „Offenbarungen“ aus diesem Planeten gemacht haben! Als wären wir den Eingebungen des Teufels gefolgt. Satanische Verse! So ziehen z.B. die Neo-Spiritisten aus den „Tonbandstimmen aus dem Jenseits“ Hoffnung, während ihr Tun doch nur einen weiteren Schritt in der Zerstörung des Lebendigen markiert: sie verbinden sich mit der DORigen Welt der Elektronik. Wenn man selber „in Kontakt treten“ will, braucht man nur auf Mittel- oder Kurzwelle weißes Rauschen oder einen fremdsprachigen Sender suchen und das dann aufnehmen. Während der Aufnahme ruft man die Toten und wenn man dann das Tonband abspielt, wird man die Antwort hören. Schon sehr viele Skeptiker wurden so überzeugt! Dieses Phänomen ist vielleicht eng mit den DOR-Invasoren aus dem All verbunden. Jedenfalls ist jede Form von „Channeling“ ein Einfallstor der „Dämonen“. Ohnehin bedeutet das, was die Spiritisten behaupten, nichts anderes, als daß der Tod das Leben bestimmt! Was haben uns die Toten schon zu sagen? Kadaver, Faulgase, lebloser Kot, der abgetrennte Geist bestimmt das peristaltische, pulsierende Leben. Das DOR triumphiert über das ORgon.