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Orgonomie und Metaphysik (Teil 3)

26. Oktober 2021

Reich 1950:

Materielle Organismen sind Werkzeuge der Orgonenergie und nicht umgekehrt. An dieser Stelle ist es wichtig, sich vor dem Mystiker zu schützen. (…) Die Seele des Mystikers ist nichts anderes als die Orgonität der Orgon-Biophysik. In beiden Fällen sind der Körper, die Form, die Materie nur die Werkzeuge des Geistes. Der Mystiker mißversteht uns. Wir haben es mit greifbaren, meßbaren und sichtbaren Manifestationen von Energie zu tun. Ein „Geist“ ist weder greifbar, noch meßbar, noch sichtbar. Es liegt in der Tat im Charakter eines mystischen Geistes, daß er unerkennbar, unkontrollierbar bleibt. Der Geist des Mystikers hat nichts mit der Orgonenergie zu tun, außer dieser einen Verbindung: Was wir im praktischen Sinne zu verstehen vermögen, lebt und erlebt der Mystiker als Spiegelbild. Natürlich hat auch ein Mystiker manchmal recht. Leider weiß er nicht, wo: Der mystische Geist ist das Spiegelbild unserer Orgonenergie, unverständlich, surreal, nutzlos und unmeßbar. („The Orgone Biophysical Meaning of Bions“ Orgonomic Functionalism No. 8, Spring 2021, S. 123)

Das Fatale dabei ist, daß der Mystiker dieses Ungreifbare wie einen fixen Gegenstand behandelt. Der Geist ist sozusagen die „greifbare Wirklichkeit“, während die materielle Welt nur eine Schimäre, „Maya“, ist.

Erhellend in einem negativen Sinne fand ich Seite 99 von Jürgen Fischers Buch Orgon und DOR (Berlin 1995), wo er sich kurz mit Energiefeldern beschäftigt, die die Grundlage der materiellen Erscheinungen seien. Schön und gut, aber in seiner Beschreibung sind diese Energiefelder etwas Statisches, sozusagen eine fixe Blaupause, nach der sich dann die materiellen Strukturen richten. Wenn man dies mit bestimmten Gedankgängen bei Heiko Lassek und Arnim Bechmann ebenfalls von ca. 1995 vergleicht, dann sieht man, daß hier ein Einfallstor steckt, durch das der Mystizismus in die Orgonomie eindringt. Diese Leute können als Vertreter der Orgonomie auftreten, sogar als „orthodoxe“ Vertreter der Orgonomie, denn für sie ist ja das Orgon das Primäre, auf das alles andere beruht. Für Reich war es nur so, daß die Orgonenergie das Bewegende war, während die Materie dieser Bewegung Grenzen zog (z.B. die organismische Orgonenergie vs. die sie umhüllende Membran; oder die Überlagerung zweier vorher freier Orgonenergie-Ströme, die nun einander eine „materielle“ Grenze sind): aus diesem dialektischen Gegensatz geht die Form hervor. Bei den mystischen (vermeintlichen) Vertretern der Orgonomie ist diese Dialektik verschwunden und eine starre, undialektische Naturphilosophie an ihre Stelle getreten, bei der geistige Formprinzipien sich zunächst in „feinstofflichen“ und dann in materiellen Seinsebenen äußern.

Von Seiten der „Esoterik“ wird versucht, die Orgonenergie selbst, die durch die Erforschung der orgastischen Plasmazuckung entdeckt wurde (Orgasmusformel, bioelektrische Experimente, Bion-Experimente), für „spirituelle“ Zwecke zu instrumentalisieren. Demnach ist die Orgonenergie sozusagen eine vermittelnde Zwischenschicht zwischen dieser Welt und der „geistigen Welt“. Die Orgonenergie wird zu etwas rein Subjektivem, das weitgehend bar einer physikalisch meßbaren Realität ist. Etwas, was dem „Geist“ erlaubt, sich in der materiellen Welt zu manifestieren.

Die Orgonomie war von Anfang an mit derartigen Vorstellungen konfrontiert. Schon Anfang der 1920er Jahre setzte sich Reich mit vermeintlich „esoterischen“ Ansätzen in seinen Buchbesprechungen auseinander, die er für psychoanalytische Zeitschriften schrieb. In den 1930er Jahren war Reichs Freund und Mitarbeiter Roger DuTeil ein Bergsonianer und „Spiritualist“. In seinem in der Originalausgabe Die Bione von 1938 veröffentlichten Aufsatz „Leben und Materie“, billigt er dem Leben eine metaphysische Sonderstellung zu. Reich selbst wollte diesen Aufsatz aus späteren Auflagen gestrichen wissen, was ja auch geschah, und im übrigen bestritt Reich schon damals ausdrücklich, daß „das Lebendige ein vom Nichtlebenden völlig abgetrenntes, eigens metaphysisch gegebenes Gebiet“ sei (ebd.). Sechs Jahre später sagt er in seinem Artikel „Orgonotic Pulsation“:

Wenn wir nicht vorsichtig vorgehen, könnten durchaus einige Generationen von Mystikern erstehen, die das Orgon metaphysisch, losgelöst von der nicht-lebenden Natur und nicht vom Standpunkt der Naturwissenschaft her verstehen. Und ich denke, wir haben bereits mehr als genug Mystizismus in dieser Welt. (Orgonomic Functionalism, No. 5, S. 44)

Der Artikel zeigt, wie sich Reich ganz von Zugeständnissen an sowohl den („dialektischen“) Materialismus als auch insbesondere den „Spiritualismus“ befreite. In „Orgonotic Pulsation“ strebt er danach, sich langsam von allen Begriffen, die irgendwelche Konnotationen mit materiellen oder „spirituellen“ Substanzen haben, zu befreien. Entsprechend spricht er von „orgonotischer Erregung von Isolatoren“ statt „Ladung“, und von „orgonotischer Anziehung und Abstoßung“ statt „Kontraktion und Expansion“. An anderer Stelle will er den Substanz-Begriff „vegetative Strömung“ durch die funktionelle „plasmatische Erregung“ ersetzt wissen (Der Krebs, Fischer TB, S. 347).

Was machen nun die ach so innovativen „Weiterentwickler“ der Orgonomie? Sie fallen noch hinter die provisorische, von Substanzbegriffen geprägte Orgonomie der Anfänge zurück, reden von irgendwelchen Seelensubstanzen und müssen metaphysische „Formgesetze“ erfinden, die ihr „chaotisches“ mechano-mystisches Universum ordnen. Wie Reich schreibt: „Mit Zwecken läßt sich leicht alles erklären“ (ebd., S. 77f). Man braucht nicht mehr die Natur unbekannter Funktionen mühsam ergründen, vielmehr wird einem alles fertig auf dem Tablett serviert: es ist „Gottes Wille“, es ist der „Geist“, das „Naturgesetz“, dem alles folgt. Für Blitze ist der Donnergott verantwortlich! – Nichts anderes verbirgt sich hinter inhaltsleeren Begriffen wie „Wirkstruktur“. Was ist für die Struktur der Bion-Präparate verantwortlich? Jenseitige Strukturen!

In die gleiche Kategorie gehören die „Lösungen“ für das Rätsel des menschlichen Bewußtseins. Was ist Bewußtsein? Das „metaphysische Heinzelmännchen“ wie Reich es nennt,

das angeblich im Hintergrunde der Lebensfunktionen wirkt, denkt, fühlt, empfindet, reagiert. Das führt nirgends hin. (ebd., S. 400)

Nach Reich ist Bewußtsein das Zusammenfließen der diversen Sinneseindrücke und Emotionen in eine funktionelle Einheit (Äther, Gott und Teufel, Frankfurt 1983, S. 63). Sinneseindrücke und Emotionen führt Reich ihrerseits bis „auf die Bewegungsformen der Weichtiere und Protisten“ (Charakteranalyse, KiWi, S. 519) und letztendlich auf die „Reizempfindlichkeit des rein physikalischen Orgons“ zurück (Äther, Gott und Teufel, S. 91). Das bedeutet nicht, daß Bewußtsein Tiefe hätte und bis „ins Orgon“ zurückreicht! Vielmehr tritt etwas ins Bewußtsein, wenn ein Impuls an die Oberfläche durchdringt. Bewußtsein ist demnach ein Oberflächenphänomen.

Vom Mystizismus infizierte Leute sprechen von einem „primordialen Bewußtsein“, das Erinnerungen etwa so speichert wie ein Magnetband. Dabei hat Reich in der Charakteranalyse lang und breit ausgeführt, daß das Ich die Summe aller vergangenen Erlebnisse ist. Da wird nichts mechanisch „abgespeichert“, sondern in der Vergangenheit wurden bestimmte Weichen für die Strukturierung des sich entwickelnden Organismus gestellt, weshalb „Erinnerungen“ nichts anderes sind als die Wahrnehmung der aktuellen biophysischen Struktur des Organismus. Wie sollte es auch anders sein? Imgrunde sagen die „Weiterentwickler“ der Orgonomie natürlich auch nichts anderes, nur daß sie die Welt überflüssigerweise verdoppeln.

Die „Orgonmystiker“ fallen der Panzerung zum Opfer. Das, was sie wahrnehmen, ist die durch die Panzerung „umgebogene“ und verzerrte Orgonenergie, die entsprechend etwas Krankhaftes, „Okkultes“ an sich hat und auf ein „Jenseits“ ihrer selbst verweist – d.h. auf jenseits der Panzerung. Die vermeintliche Wahrnehmung der Orgonenergie entspricht hier der krankhaften Transformation von Emotion in Sensation.

Wenn etwa Tantra Antisexualität ist, nämlich orgastische Impotenz, sind entsprechend „Orgonesoteriker“ Antiorgonenergie, d.h. Panzerung.

Die folgende Abbildung beschreibt in etwa was geschieht:

Orgonomie und Metaphysik (Teil 2)

22. Oktober 2021

Wohin man blickt, lebt der Mensch in einer doppelten Welt: dieser materiellen Welt und einer immateriellen „Anderswelt“ ganz entsprechend unserem Tagesbewußtsein und unserem Traumbewußtsein. Diesen Doppelcharakter der Weltwahrnehmung findet man bei jedwedem primitiven Stamm und bei allen Religionen und Weltanschauungen. Wenn nicht explizit, wie bei allen „Esoterikern“, dann implizit und verklausuliert, wie etwa bei Moslems und Marxisten: die Welt ist ein bloßer Traum, „entfremdet“, ein „Fetisch“, die wahre Welt kommt erst nach dem individuellen Tod bzw. wenn die Entfremdung kollektiv aufgehoben ist. Okkult, von wegen „verborgene Kräfte“, wird das ganze, wenn man über die „geistige Welt“ die materielle Welt beeinflussen will, das tägliche Brot von Voodoo, Hexen, Schamanen, Satanisten etc.

In die gleiche Kategorie fallen die diversen „energetischen“ Heilmethoden, „energetische Medizin“ und ähnliches, inklusive der diversen „Reichianischen“ Schulen. Sie reden zwar von „Energie“ gar dem „Orgon“, aber das sind alles nur Worte, die für die besagte „Anderswelt“, „Geist“, „verborgene Kräfte“ stehen, keineswegs aber für die kosmische Lebensenergie! Es ist nicht viel anders, als würde man die Orgonenergie mit Sauerstoff, Wasser, Vitaminen etc. gleichsetzen. Das macht zwar bis zu einem gewissen Grad Sinn, trägt aber offensichtlich nicht weit.

Der Mystizismus zeigt sich auch bei denjenigen, die im Bereich der orgonomischen Wissenschaft tätig sind und aufgrund struktureller Beschränkungen nicht in der Lage sind, funktionelle Forschung zu betreiben. Einige engagieren sich in bereits existierenden Alternativen zur mechanistischen Wissenschaft, während andere ihre eigene Art von Mystik entwickeln. Worte und Ausdrücke wie „höheres Bewußtsein“ und „Energie bewegen“ sind Hinweise auf eine Tendenz zum Mystizismus und mystischen Denken. (Charles Konia: „Neither Left Nor Right (Part II): The Breakdown of Social Structure” Journal of Orgonomy 30(1), Spring/Summer 1996, S. 75)

Daß die gespaltene Sichtweise der Welt nicht ganz abwegig ist, zeigt die Wissenschaft schlechthin, die Physik. Physiker (und damit alle anderen Naturwissenschaftler!) können gar nicht anders als Platonisten zu sein. Das fängt bei Berechnungen von Alltagsproblemen an und endet bei der Elementarteilchenphysik: letztendlich reduziert sich die Welt auf abstrakte mathematische Strukturen. Was hier fehlt, hat Reich in Äther, Gott und Teufel angeschnitten, die Rückführung dieser Formeln auf die Bewegungsgesetze der Orgonenergie (siehe Teil 1). In Anlehnung an Henri Bergson („die Idee ist ein stehengebliebener Gedanke“) kann man sagen, die besagten abstrakten Strukturen sind „stehengebliebene Energie“.

Mit der Entdeckung des Orgons und der davon nicht zu trennenden Entwicklung der funktionellen Denktechnik war Reich der Erste, der die Dichotomie überwunden hat, d.h. sowohl die Mystik (Anderswelt) als auch die „Mechanistik“, die voneinander untrennbar sind und den „Mechano-Mystizismus“ bilden.

Imgrunde geht es um die Herstellung von Kontakt, weshalb auch eine Orgontherapie Grundvoraussetzung jeder Beschäftigung mit der Orgonomie ist. Konkret geht es um die Herstellung von emotionaler Tiefe, ohne die jedweder Zugang zum gemeinsamen Funktionsprinzip CFP (siehe Teil 1) unmöglich ist und jede Rede von „Energie“ ein bloßes Lippenbekenntnis bleiben muß (Mystizismus) und jede Praktik unbeholfener Mechanismus.

Siehe auch „Gefühle und Mystizismus“ im 3. Band meines Buches Orgonometrie (S. 88f) und als Illstration die morgige Besprechung.

Orgonomie und Metaphysik (Teil 1)

17. Oktober 2021

Man sollte die Differentia specifica betonen, die Reichs Orgonenergie von allen ähnlichen Konzepten unterscheiden. Es ist weder mystisch noch mechanisch, sondern funktionell. Was das bedeutet, wird deutlich, wenn man sich den eigenen Körper ansieht. Das Orgon entfaltet sich weder bloß im Geist, noch in den Knochen und im Fleisch – diese beiden Bereiche sind nur sekundäre Varianten der primären, bioenergetischen Bewegung, die wir vor allem als Emotion und Empfindung wahrnehmen. Reichs Naturforschung sucht also nicht primär nach dem „spirituellen Geist“ in der Natur und auch nicht nach dem „physischen Äther“, sondern nach der expressiven Sprache der Formen. Diese Formen sind eingefrorene Bewegung, und die Art der Bewegung verweist auf die Art der dahinter stehenden Energie. Diese Bewegungen können wir nur nachvollziehen, wenn wir in Kontakt mit den bioenergetischen Funktionen in unserem eigenen Körper sind.

Vor Reich hat sich niemand in diesen Bereich begeben und entsprechende Konzepte blieben vage und ohne praktische Konsequenzen. Es ist viel von „Gott“ und „Äther“ die Rede, aber es wird nie die Ausdruckssprache der Natur berührt, die mit dem eigenen emotionalen Eindruck/Ausdruck des Beobachters funktionell identisch wird. In der menschlichen Sphäre führt es zu genitalem Kontakt, in der „natürlichen“ Sphäre (insbesondere beim Akt der Naturforschung) zur Hingabe an das Gesamterlebnis. Ein Gefühl, dazuzugehören, Teil zu sein, eins zu sein mit dem Universum – ganz einfach lebendig zu sein. Diese Erfahrung ist dem Mechanisten natürlich fremd, aber auch dem Mystiker, der die organismische Einheit immer aufspaltet. Er mag zwar in „orgonomischen“ Begriffen sprechen, aber in Wirklichkeit gibt es immer eine Spaltung in „höhere“ und „niedere“ Ebenen, was einfach nur die „zerstückelnde“ Panzerung nach außen projeziert: die Weltsicht ist gepanzert. Zwar versucht der Mystiker eine „Einheitsschau“, aber die erreicht er, indem er in den Augen weggeht, d.h. Räumlichkeit und damit Bewegung verschwinden bzw. zurren zu einer zweidimensionalen Ebene zusammen, d.h. die Welt erstarrt. Tatsächlich sieht er nicht mehr die Welt, sondern seinen eigenen Panzer, der Ausdruck seiner Gespaltenheit ist und diese immer wieder reproduziert.

Der wahre emotionale Ausdruck ist immer total, er umfasst das ganze Wesen, das durch ein CFP (das gemeinsame Funktionsprinzip) zu einer Ganzheit vereint ist. Er reproduziert sich durch die orgastische Plamazuckung, die durch die Panzerung negiert wird und an ihre Stelle tritt. Das ist der letztendliche Gegensatz von Orgonomie und Metaphysik.

„Implications of Orgone for Consciousness Research“ von Leon Southgate

27. September 2021

Das Problem mit Southgates Arbeit (hier und hier) fängt bereits mit seiner Definition von Bewußtsein als jede subjektive Erfahrung an. Emotionen, Empfindungen, Kognitionen, Wollen und Ideation, Seele und Geist – wird alles zusammengeworfen. Daraus zaubert er eine Art „orgonomischen“ Panpsychismus frei nach Rupert Sheldrake, bei dem Bewußtsein und Orgonenergie schlichtweg gleichgesetzt werden. Es ist ähnlich wie bei Maglione, der die Lebensformel auch auf die unbelebte Natur angewendet hat. Auf diese Weise wird Reichs gesamte Lebensleistung ad absurdum geführt, denn dann hätte Reich gleich beim Vitalismus eines Driesch und dem Panpsychismus, der die Psychoanalyse der 1920er Jahre umwaberte (Groddeck), bleiben können. Es ist auch bezeichnend, daß Maglione mit keinem Wort das wirkliche Geheimnis des Orgonenergie-Motors erwähnt, nämlich die Kreiselwelle, und Southgate mit keinem Wort das wirkliche Geheimnis des Bewußtseins (die Funktionen Wahrnehmung und Erinnerung), nämlich die koexistierende Wirkung.

Was mich an dieser Arbeit geradezu abgestoßen hat, ist die sie prägende schizoide Weltsicht. Ein einzelner Mensch, mag jede Menge „Subjektivität“ haben und wie ein Autist in einer „psychischen Welt“ leben („Panpsychismus“), aber das ist das Gegenteil von Bewußtsein im eigentlichen Sinne. Bewußtsein im eigentlichen Sinne ist vor allem eine soziale Funktion. Herdentiere brauchen angesichts der hochkomplexen Vorgänge innerhalb einer Herde ein Konzept von „Ich“ und „Du“ und eine innere Bühne („Bewußtsein“), in dem sie ihre „Schachzüge“ im Voraus planen. Allein schon die Frage der Sprache! Bewußtsein ohne Sprache? Schwierig. Sprache ohne andere Menschen? Sinnlos. Die Psyche ist vom Sozialen nicht zu trennen. Das hat Freud gewußt („Ödipuskomplex“) und der Soziologe Reich gewußt, während Southgate, eine Art Wiedergänger C.G. Jungs, alles wieder in den autistischen Urschlamm des Okkultismus hinab zieht. Man vermeint bei der Lektüre geradezu die Ouvertüre von Wagners „Rheingold“ zu vernehmen…

Aber lassen wir Southgates Beitrag Revue passieren: Nach einer umfassenden Darstellung des wissenschaftlichen Problems „Bewußtsein“ und einer her oberflächlichen Darstellung des Reichschen Beitrags zu diesem Bereich kommt Southgate zu seiner eigenen Theorie, dem „orgonotischen [gemeint ist natürlich „orgonomischen“] Panpsychismus“, dem zufolge das Bewußtsein schlichtweg eine nicht weiter reduzierbare Eigenschaft der Orgonenergie ist. Was Southgate nicht aufzugehen scheint, ist, daß in diesem Zusammenhang „Bewußtsein“ genauso nichtssagend ist, wie „Sein“. Will sagen: das ganze bringt uns ungefähr so weit, als würde man sagen, daß „das Sein“ eine Eigenschaft der Orgonenergie ist. Es erklärt rein gar nichts!

Wenn es sich darauf beschränken würde, aber für Southgate „unterstützen Bione und die Abiogenese den panpsychischen Ansatz, daß Materie lebendig und bewußt ist“. Ich kann mir kaum einen schlimmeren Mißbrauch der Reichschen Theorie vorstellen. Die Bionforschung war nicht zuletzt ein antifaschistisches Projekt, das gegen den Mystizismus (Panpsychismus) gerichtet war, d.h. sowohl gegen das Neuheidentum der Nazis und die damalige „Erbforschung“, als auch gegen den kirchlichen Mystizismus. Reich wollte das Leben und damit auch „Geist und Seele“ (dialektisch-) materialistisch erklären. Southgate hingegen meint, daß die Beweise insgesamt darauf hindeuten, „daß sich der Geist gar nicht im Körper befindet, sondern lediglich mit ihm verbunden ist“. Dagegen hielt Reich, daß die funktionelle Einheit des Seelischen und Körperlichen „Jenseitigkeit oder auch nur Autonomie des Seelischen völlig und endgültig ausschließt“ (Äther, Gott und Teufel, S. 95).

Southgate kritisiert, daß Reich nicht den Ort des Bewußtseins angeben kann. Für Southgate ist dieser „Ort“ das Orgon selbst: das Bewußtsein sei die grundlegende Realität und Geist und Orgon seien „auf der tiefsten Ebene“ identisch. Entsprechend könnten die Gesetze der Psyche auf das Orgon übertragen werden. Das heißt nichts anderes, als daß wir wieder bei Georg Groddeck angelangt sind!

Southgates ganze Argumentation krankt daran, daß er „Soma“ und „Psyche“ nicht definiert. Das Soma, das ist die Gesamtheit der Teile des Organismus („die Niere auf Zimmer 7“), während die Psyche aus dem ganzheitlichen Funktionieren des Organismus bzw. dessen Störungen hervorgeht („Charakteranalyse“). Daß die Lebensenergie strömt, erregt wird und wahrnimmt, ist davon unabhängig und bedeutet nicht, daß das Orgon so etwas wie eine „Psyche“ hat. Es ist alles eine Frage der Orgonometrie, d.h. der Klassifizierung und richtigen Einordnung:

 

Southgate hintertreibt genau das, indem er alles mit allem gleichsetzt:

Orgon wird von Reich als eine unbewußte, nicht lebende, aber schöpferische Energie dargestellt, während seine Schöpfungen – Lebenswesen – immer bis zu einem gewissen Grad Bewußtsein zu haben scheinen. (…) Es ist unlogisch zu sagen, daß eine Energie, die Leben erschafft, kein Bewußtsein hat, wenn überall Leben mit Bewußtsein gepaart ist und nirgendwo Leben mit Nicht-Bewußtsein gepaart ist. (…) Man kann sagen, daß die Amöbe nur wahrnimmt und kein echtes Selbstbewußtsein hat, aber solche Klassifizierungen sind in diesem Zusammenhang bedeutungslos – jede Wahrnehmung ist eine Form von Bewußtsein. Es ist bei der Amöbe dasselbe wie bei unserem Selbst – es ist nur eine Frage des Grades.

Er fährt fort – und man merkt richtig, wie alles zerfällt – die Psyche geradezu dekompensiert:

Orgon und Bewußtsein werden auf der tiefsten Ebene identisch, so wie Energie oder Materie in Sheldrakes Panpsychismus mit dem Bewußtsein identisch ist. Orgon gewinnt erst auf oberflächlicheren Ebenen an Differenzierung, die als Orgonenergie und schließlich als Materie erfahren wird, die eine Form von gefrorener Orgonenergie ist. Es gibt also ein monistisches Kontinuum in einem Dreiklang: von orgonotischem Bewußtsein zu Orgonenergie und schließlich zu Orgon-Materie. Dieses monistische Kontinuum hat drei verschiedene Aspekte: Orgon-Bewußtsein, Orgon-Energie und Orgon-Materie. Alle drei sind physisch und alle drei sind real, aber man könnte sagen, daß die Bewußtseinsebene die „realste“ oder die primäre Realität ist. Orgonenergie und -materie sind in dieser Sichtweise spezialisierte Formen eines physischen orgonotischen Bewußtseins. Energie und Materie existieren noch immer für sich, sind aber nicht vom Bewußtsein getrennt.

Alles gerät heillos durcheinander und wird auf den Kopf gestellt, Worte verlieren ihre Bedeutung. Aus der Orgonenergie wird ein bloßes Wort. Wie bei allen „Reichianern“, etwa in der „energetischen Medizin“, ist das, was sie als „Energie“ oder „Orgon“ bezeichnet, nichts anderes als Psyche:

Dieser Mystizismus, und um nichts andere handelt es sich hier, mündet schließlich in Ausführungen über, man glaubt es kaum, künstliche Intelligenz, die von Magliones Arbeit inspiriert sind.

Southgate führt aus:

Ursprünglich war es das Ziel des Autors zu untersuchen, ob das Orgon selbst ein Bewußtsein besitzt. Im Laufe einiger Jahre dämmerte die Erkenntnis, daß die einzige Möglichkeit, dies zu erreichen, darin bestand, das Orgon selbst zum „Sprechen“ zu bringen – unabhängig von jeder anderen Entität. Alles andere wäre nur eine Demonstration des Bewußtseins eines Organismus, der bereits existiert. Eine solche Einrichtung, in der das Bewußtsein von Orgon demonstriert werden könnte, müßte also jegliche Organismen oder andere Eingaben ausschließen. Sie müßte völlig künstlich sein und sich nur auf das Orgon selbst stützen, um zu kommunizieren. Dann dämmerte dem Autor, daß dieses Ziel nicht ohne die Erforschung einer starken künstlichen Intelligenz verfolgt werden könnte.

Ich erinnere an Reichs oben zitierte Aussage in Äther, Gott und Teufel über die funktionelle Einheit von Psyche und Soma. Bei Southgate kommt das kurzschlüssige mystische Denken zum tragen, das untrennbar mit dem Mechanismus verbunden ist.

Er schließt an Magliones Konzept einer Art „Orgonenergie-Motor-Einrichtung“ an: einem Orgonenergie-Akkumulator, dessen orgonotisches Potential durch eine radioaktive Quelle derartig hochgepusht wird, daß „dadurch das Orgon von seinem ‚nebligen‘ Zustand in seinen aktiven ‚spitzen‘ Zustand übergehen würde. Wenn dies geschieht, findet ein spontaner Wechsel von orgonotischen zu teilweise elektrischen Energien statt. Organismen scheinen auf einer trilateralen Basis zu funktionieren – ein nicht-energetisches Bewußtseinsfeld, das sich in Orgonenergie umwandelt, die sich wiederum in elektromechanische Bewegung umwandelt. Es gibt Parallelen zum Orgonmotor, der auf der Übersetzung von Orgonenergie in elektrische und dann in mechanische Energie beruht.“ Das ist nichts anderes als „orgonomisch“ verbrämter Mechomystizismus! Die magische-okkulte Weltsicht die letztendlich hier zum Ausdruck kommt, offenbart sich im letzten Satz des Autors: „Dieser Autor glaubt nicht, daß Bewußtsein oder bewußte Wesen erschaffen werden können, sondern daß ihnen eine Gelegenheit geboten werden kann, sich aus einem nichtmateriellen Bereich zu manifestieren.“

Ergänzung zu „Besprechung von ORGONOMIC FUNCTIONALISM No. 8, Spring 2021 (Teil 3)“

13. August 2021

Am 27. März 1939 schrieb Reich einen sehr interessanten Brief an den Physiker Willem F. Bon (S. 69f), in dem zwei wichtige Dinge angeschnitten werden:

Das erste betrifft die universelle Ablehnung der Bionforschung unter den Wissenschaftlern und in der öffentlichen Meinung: „Ich glaube nicht, daß es sich um Bosheit oder einfachen Konservatismus handelt, sondern vielmehr um eine unausgesprochene Angst vor dem Vorgang, durch den anorganische Materie organisch wird, eine psychologische Abwehrhaltung.” Es war letztendlich die Angst vor dem – Schöpfergott bzw. ging es um das letzte Tabu. Nur Gott Vater konnte die Materie erschaffen, nur der Heilige Geist das Leben und nur Christus (der Logos) den menschlichen Geist.

In den 1940er Jahren erschloß Reich, wie die Materie aus der kosmischen Orgonenergie hervorgegangen war (Die kosmische Überlagerung, 1951). In den 1930er Jahren beschäftigte er sich mit dem Übergang zum Lebendigen (Die Bione, 1938) und in den 1920er Jahren, wie der Organismus sich seiner selbst bewußt werden kann (Charakteranalyse, 1933).

Das zweite „wichtige Ding“ betrifft eine skurrile Stelle bei Reich, wo er schreibt: „Die SAPA-Bione waren aus Meeressand entstanden. Meeressand ist aber nichts anderes als erstarrte Sonnenenergie. Das Glühen und die Aufquellung des Sandes hatten diese Energie wieder aus dem materiellen Zustand freigemacht“ (Der Krebs, Fischer TB, S. 106).

An Bon hatte Reich geschrieben: „Wenn die Sonnenenergie vor Äonen im Erdmaterial eingefroren wurde, dann ist es nicht verwunderlich, daß diese Energie durch Erhitzen des Materials bis zum Glühen wieder freigesetzt werden konnte und daß wir es mit einfacher Sonnenenergie zu tun haben.“ Wozu die Herausgeber anmerken, daß Reich hier vielleicht an das Werk von Svante Arrhenius gedacht habe, insbesondere dessen Buch Das Werden der Welten (1908), das Reich August 1938 gelesen hatte. Ich finde nichts, worauf Reich sich hier bezogen haben könnte. In Die Vorstellung vom Weltgebäude im Wandel der Zeiten. Das Werden der Welten, neue Folge (ebenfalls 1908) lesen wir immerhin:

Das Großartige in Amenhoteps – oder Chut-en-atens, „Glanz der Sonnenscheibe“ – Religion war, daß er die Sonne als Höchstes in der Natur einsetzte. Das entspricht fast unserer eigenen Vorstellung. Die Sonne gibt nämlich jeder Bewegung auf Erden, mit Ausnahme derjenigen der unbedeutenden Gezeiten, die Energie. Nach der Laplaceschen Hypothese ist ja auch alle Materie auf Erden von der Sonne ausgegangen, ausgenommen die verhältnismäßig geringen Mengen, die in Form von kleinen Meteoriten vom Himmel niederfallen. Alan kann also sagen, die Sonne sei „der Ursprung aller Dinge“, ob man nun, wie die Naturvölker nur an irdische Gegenstände, oder an das Sonnensystem denkt. (S. 47)

Arrhenius an anderer Stelle:

Als Laplace seine klassische Arbeit über die Stabilität des Sonnensystems mit großer Befriedigung abschloß, konnte er der Hoffnung leben, daß die Sonne während unendlicher Zeiträume den um sie kreisenden Planeten ununterbrochen ihr belebendes Licht spenden würde. (S. 157)

Im ersten Buch hatte Arrhenius geschrieben:

Laplace nahm […] wie Swedenborg an, daß der Urnebel, aus dem sich unser Sonnensystem entwickelte, um eine Achse in seiner Mitte rotierte. Nach Laplace würden sich bei der Zusammenziehung des Systems Ringe, ungefähr wie die um den Saturn, abgeschnürt, und aus denselben sodann Planeten und ihre Monde (und Ringe) gebildet haben. (S. 200)

Eine Vorstellung, die Arrhenius selbst kritisiert! Was Reich im zweiten Buch sicherlich angestrichen hat, ist, daß Laplace annahm, „daß die Materie, aus welcher die Planeten entstanden, erst glühendheiß war und sich dann abgekühlt hatte“ (S. 155). Etwas, was Reich im Labor bei seinen Bionversuchen wiederholte.

Vielleicht habe ich etwas übersehen und die Herausgeber von Orgonomic Functionalism beziehen sich auf andere Stellen, jedenfalls so macht das wenig bis gar keinen Sinn, denn der dröge, durch und durch mechanistische Arrhenius referiert hier nur „poetische“ Glaubenssätze von Echnaton bzw. populärwissenschaftliche „Poesie“. Entsprechend schreibt Reich: „Bislang war es schwer zu verstehen, warum fast alle indigenen Religionen irgendwie mit der Sonne verbunden sind. Der Ursprung der menschlichen Mythenbildung dreht sich um einen Sonnengott. (…) Zugegeben, ein wesentlicher Keim dieser Idee war bereits vorhanden und ist erst jetzt wissenschaftlich erklärbar geworden, auch wenn die Entwicklung dieser Ideen lediglich auf der Erkenntnis beruht, daß die Sonne sowohl Leben bringt als auch die sexuelle Fortpflanzung anregt“ (S. 93).

Und außerdem erklärt das in keinster Weise die Bedeutung von Sandproben vom Meeresstrand. Wenn alles auf der Erde „eingefrorene Sonnenenergie“ ist, warum wird die nicht auch (in diesem Ausmaß!) frei, wenn ich Eisenbione oder Moosbione herstelle?

Am 4. April 1939 wiederholt Reich seine Aussage, „daß wir die Möglichkeit in Betracht ziehen sollten, daß die Sonnenenergie, die irgendwann einmal eingeschlossen wurde, wieder freigesetzt wird“ (S. 73). Als Beweis führt er an, daß Gummi in der Sonne genauso aufgeladen wird, wie durch die Strahlung der SAPA-Bione, sowie Experimente mit Photoplatten, die zeigen sollen, daß Metall und Gummi nicht etwa das Licht abschirmen, sondern „solare Orgonstrahlung“ konzentriert weitergeben. In diesem Zusammen erwähnt er in einer Notiz vom 12.04.1939, daß, wenn man die Sonnenstrahlung durch eine Linse auf das besagte Gummi fokussiert die solare Orgonstrahlung schwarze diffuse Flecken auf der Photoplatte hinterläßt (S. 98).

Am 17. Mai erwähnt er, daß die Teilnehmer an den Experimenten alle eine Hautfärbung hätten, als wären sie in der Sonne gewesen, und unter Augenschmerzen leiden würden, als hätten sie in die Sonne geschaut (76f).

Reich fährt fort: „Auf Grund der bisherigen Beobachtungen muß ich annehmen, daß uns die SAPA-Strahlung einen sehr wichtigen Zusammenhang aufgedeckt hat: eine merkwürdige Identitätsbeziehung zwischen vegetativer Erregbarkeit, vegetativer Energie und Sonnenstrahlung. Das war zwar dem Laiendenken immer bewußt, und ebenso den Sonnenmythen, doch es experimentell zu haben, bedeutet sehr viel“ (Jenseits der Psychologie, S. 317f). Und er verweist auf die „lehrreichen, theoretisch wichtigen Beziehungen zwischen Ansteigen der Sexualität im Frühling, der Wirkung der Sonne in der belebten Natur überhaupt – und den Phantasien, die sich die Mensch seit Urzeiten über diese geahnten Beziehungen bildeten“ (S. 78; Jenseits der Psychologie, S. 318).

Ich persönlich habe Reichs Aussage: „Meeressand ist aber nichts anderes als erstarrte Sonnenenergie“ immer so erklärt, daß am Strand eine ständiger Wechsel von „Rösten in der Sonne“ und bionöser Quellung in einer Natriumchloridlösung erfolgt, was zu einer sehr starken Aufladung des Sandes mit „solarer Orgonstrahlung“ führen muß.

In seinem Diktat vom 11. April 1939 sagt er denn ja auch: „Aufgrund des Rahmens, in dem [das Orgon] entdeckt wurde, muß es mit einer bestimmten Art von Sonnenenergie identisch sein. Sand ist eine Substanz, die vor Tausenden von Jahren als verfestigte Sonnenenergie entstanden ist. Unserer Vermutung nach haben die SAPA-Bionversuche diese Energie wieder freigesetzt“ (S. 92). Obzwar, im gleichen Dokument schreibt er wieder, daß die Planeten und damit das Leben auf der Erde aus der Sonne hervorgegangen sind.

David Holbrook, M.D.: SOLSCHENIZYN, DOSTOJEWSKI, GOTT UND DER KOMMUNISMUS / ÜBERLEGUNGEN ZU POLITIK, POLARISIERUNG UND DER FRAGE NACH DEM „GEIST“

20. April 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Solschenizyn, Dostojewski, Gott und der Kommunismus

Überlegungen zu Politik, Polarisierung und der Frage nach dem „Geist“

nachrichtenbrief195

7. März 2021

David Holbrook, M.D.: RELIGION, EMOTION UND VERNUNFT

4. Januar 2021

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Religion, Emotion und Vernunft

 

David Holbrook, M.D.: ÜBER GÜTE, DEN GEIST, DIE SEELE UND DAS CHRISTENTUM: GEDANKEN NACH DEM SEHEN VON DAVID LEANS Geheimnisvolle Erbschaft

11. November 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Über Güte, den Geist, die Seele und das Christentum: Gedanken nach dem Sehen von David Leans GEHEIMNISVOLLE ERBSCHAFT

 

nachrichtenbrief175

18. Oktober 2020