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nachrichtenbrief26
27. Mai 2017Blogeinträge Januar/Februar 2011
19. Oktober 2016Im Augist 2010 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz, auf die hier erneut hingewiesen wird, damit sie nicht verlorengehen:
Blogeinträge Januar/Februar 2011
- Antiquierter Liberalismus ist nicht die Antwort auf den arabischen Rassismus
- Das Massaker in Tucson
- Das Problem Aggression
- Die politische Strategie der linken Ideologen
- Die wahre Bedeutung von „Christus starb für unsere Sünden“
- Es ist die Wahl zwischen schlecht und schlechter
- Die sozio-politische Dynamik einer Betrugsaktion
- Die biologische Herkunft der politischen Korrektheit
- Der Triumph des mechanistischen Denkens in den Sozialwissenschaften
- Warum es niemals zu einem Waffenstillstand zwischen der Linken und der Rechten kommen wird
Kommentar zu: „Die wahre Bedeutung von ‚Christus starb für unsere Sünden‘“
Peter 2013: Zum Karfreitag: In der Nachfolge Christi:
http://bazonline.ch/leben/gesellschaft/Alle-fuenf-Minuten-wird-ein-Christ-ermordet-/story/13051615
Kommentare zu: „Warum es niemals zu einem Waffenstillstand zwischen der Linken und der Rechten kommen wird“
Robert: Der Begriff Augenpanzer scheint mir etwas unglücklich, weil die Augen ja selbst nicht muskulär gepanzert sein können. Gemeint ist hier wohl eine geistige Wahrnehmung oder Filterung des Gesehenen, welches spezifisch interpretiert wird, gemeinhin als „selektive Wahrnehmung“ bezeichnet.
Klaus: „Im allgemeinen haben sie weniger Augenpanzer und mehr Muskelpanzer“ – Hier wird von Konia schon zum Ausdruck gebracht, dass „Panzer“ nicht an Muskelverspannung gebunden ist. (Allerdings ist auch Verspannung in Bezug auf die Augen möglich, da sich auch die Augenbewegungen mit Hilfe von Muskeln abspielen. Aber „Panzer“ wird eher in Bezug auf ein Geschehen auf ‚energetischer‘ Ebene verstanden, das ‚Energie‘ chronisch bindet.)
Der arschkonservative Nachrichtenbrief
22. November 2015Es gibt zwei Arten von politischem Handeln: erstens aus Eigeninteresse und zweitens aus „Eigeninteresse“. Das kann man sich am Beispiel der „Flüchtlingspolitik“ vergegenwärtigen. Ein rationaler Politiker wägt nach den Interessen seines Volkes ab. Beispielsweise wäre es schlichtweg irrational, wenn Polen (von dem Multikultikackhaufen „Deutschland“ wage ich gar nicht mehr zu reden!) Moslems aus Syrien aufnähme. Gar Männer im wehrfähigen Alter!!! Warum sollte es das tun? Bei syrischen Christen und insbesondere solchen, die mit Rom verbunden sind, mag das anders aussehen. Erst recht mit möglichen Flüchtlingen aus der Ukraine. Ein irrationaler Politiker wie Merkel hingegen wird irgendein schwachsinniges, pseudomoralisches Zeugs von sich geben und darüber schwadronieren, daß es in unserem besten Eigeninteresse sei, eine Politik zu verfolgen, die nur Kosten und Probleme verursacht und sichtbar in die Katastrophe führt, die den Namen „Islam“ trägt.
Die ersteren Politiker betreiben schlichtweg Politik, so wie wir sie bereits in Schimpansenhorden finden, die letzteren Politiker betreiben etwas vollständig anderes, nämlich Gesellschaftspolitik, d.h. sie folgen einem neurotischen Zwang ähnlich einem Drogenkranken, der sein „Eigeninteresse“ verfolgt, wenn er seine letzten Hirnzellen zerstört. Jeder normale Mensch kann angesichts ihrer Handlungsweise nur mit dem Kopf schütteln, doch sie folgen auf eine verquere Weise ihrem „Eigeninteresse“ – wenn sie sich ins Knie ficken. Nur so kann man die deutschlandfeindliche, volksverräterische Politik Merkels verstehen. Es geht nicht um irgendwelche Verschwörungen oder gar rationales Kalkül, sondern um einen charakterstrukturellen Zwang. Nur von der soziopolitischen Charakterologie her, kann man die Weltläufe verstehen. Jeder andere Zugang bleibt oberflächlich oder muß vollständig in die Irre führen und ist damit integraler Bestandteil jenes irrationalen Geschehens, das er doch erklären will.
Das Grundübel des linksliberalen charakterstrukturellen Zwangs, der unsere Gesellschaft bis ins Mark aushöhlt, ist die pathologische Angst vor Aggression, d.h. vor dem Einstehen für das Eigene. Das zeigt sich insbesondere im Umgang mit dem islamischen Faschismus oder der Unfähigkeit faschistischen Gewaltherrschern wie Putin massiv entgegenzutreten. Wie feige Ratten wenden sich Linke stattdessen todesmutig mit viehischer Mordlust gegen die paar Solitäre, die sich dem selbstmörderischen Massenwahn entgegenstellen:
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In Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie habe ich versucht, die auf Elsworth F. Baker zurückgehende (und von Charles Konia leicht modifizierte) stark von der amerikanischen Szene geprägte „soziopolitische Charakterologie“ auf deutsche Verhältnisse zu übertragen. Ich glaube zwar immer noch, daß meine Formulierungen zum Verständnis beitragen, jedoch verwischen sie durch die besagte „Anpassung an heutige deutsche Verhältnisse“ ein, vielleicht das wichtigste, biosoziologische Geschehen der letzten 50 Jahre: die sich zunehmend beschleunigende Verschiebung des politischen Spektrums als Ganzes nach links.
In Amerika hat es zwar auch diese Verschiebung gegeben, aber nicht in diesem Ausmaß. Ein Republikaner aus dem Mittleren Westen (oder auch so mancher Demokrat aus dem Süden) wäre auf deutsche Verhältnisse übertragen schlichtweg undenkbar. Das gesamte Land würde einen hysterischen Anfall erleiden! Es gibt hier faktisch keine Konservativen mehr! Die heutigen Handvoll „Konservativen“ vertreten in Wirklichkeit linksliberale Positionen, die CDU sozialistische und die SPD/Grüne/Linke kommunistische. Und, nein, das ist nicht maßlos übertrieben!
Solche Einschätzungen scheinen nur jenen übertrieben, die sich vom ständig beschworenen „gesellschaftlichen Konsens“ mitreißen lassen. Für Leute, die das ganze von draußen betrachten, d.h. jenen, die einen biosozialen Standpunkt einnehmen, bewegt sich die gesamte Gesellschaft vor ihren Augen nach links. Den willenlosen Massenindividuen müssen sie deshalb zunehmend als „Rechtsextreme“ erscheinen, obwohl sie sich tatsächlich nie aus der Mitte wegbewegt haben. Oder anders ausgedrückt: die Orgonomie steht nicht rechts – es ist die Gesellschaft, die sich nach links bewegt!
Es bleibt die Frage, ob sich nur ideologisch etwas ändert oder auch (charakter-) strukturell! Diese Frage hat Reich in seiner Massenpsychologie des Faschismus diskutiert. Ideologisch mag sich eine Gesellschaft nach links entwickeln, doch die beharrende Kraft der unbeweglichen Charakterstrukturen wird sich langfristig doch immer durchsetzen. Auch kurzfristig kann das der Fall sein, etwa in wirtschaftlichen Krisensituationen. (Genauso wie auch beim Einzelnen in persönlichen Krisen immer der Charakter durchbricht, egal was für ein Schauspiel der Neurotiker in guten Zeiten auch immer abgezogen haben mag!)
Leider (oder, je nachdem, zum Glück) ist es aber auch so, daß sich langfristig eben auch die Charakterstrukturen verändern. Beispielsweise haben die Lebensumstände der Landbevölkerung über die Jahrhunderte hinweg die Charakterstrukturen der Menschen „konservativ gefärbt“, während aus Städtern eher „linke Kopfmenschen“ wurden. Durch ähnliche Mechanismen wird sich auch die ideologische Linksverschiebung der letzten 50 Jahre biosozial (charakterologisch) niederschlagen. Tatsächlich ist es bereits soweit, wenn man die heutigen Heranwachsenden betrachtet.
Hier Bakers ursprüngliche Aufstellung. Sie ist weitgehend mit der heute gültigen von Konia formulierten Aufstellung identisch, wenn man den „modernen Liberalen“ (Pseudoliberalen) mit dem Sozialisten austauscht und entsprechende kleine Korrekturen vornimmt.
Unabhängige Bestätigungen von Elsworth F. Bakers soziopolitischer Charakterologie
22. Juni 2015Generell sprechen die Menschen nicht gerne über ihre Sexualität, weil sie sich dadurch buchstäblich entblößen. Das scheint sich zwar in den letzten Jahren geändert zu haben („Let’s talk about sex!“), doch hat das mehr jene Qualität, die sich schon von je her in Männergesprächen gefunden hat, wo man seine (angeblichen) Eroberungen zum besten gab. Man hat Angst davor, daß die eigene Pseudopotenz entlarvt wird. Entsprechend sprechen Konservative nicht gerne über ihre religiösen Gefühle, weil sie Angst davor haben, daß diese „psychoanalytisch“ entzaubert werden. Ähnlich sieht es bei Linken hinsichtlich ihrer politischen Einstellungen aus. Erstaunlicherweise scheint das letzte der drei Tabus einer gepanzerten Gesellschaft in unserer Gesellschaft das stärkste zu sein!
Dies ist auch der tiefere Grund dafür, daß kaum ein anderer Reich-Schüler in bestimmten Kreisen derartig unbeliebt, wenn nicht sogar verhaßt, ist, wie Elsworth F. Baker, der zu Reichs Zeiten der informelle Anführer der zum größtenteils in New York ansässigen amerikanischen Orgonomen war. Er wird geradezu zu einem „Anti-Reich“ hochstilisiert. Dies vor allen Dingen wegen seines 1967 in Amerika erschienen Buches Der Mensch in der Falle (Man in the Trap), in dem er ein ausführliches Kapitel der „soziopolitischen Charakterologie“ gewidmet hat und dort insbesondere die wahren Motive des „modern liberal“ entlarvt.
In Der politische irrationalismus aus Sicht der Orgonomie habe ich versucht, Bakers Analyse in ihrer von den Orgonomen Charles Konia und Robert Harman leicht revidierten Form auf das deutsche Spektrum anzuwenden und dabei weiter zu systematisieren. Obwohl ich überzeugt war, daß Baker im Grundsatz recht hat (und dazu auf jede Menge unabhängiger Untersuchungen, die überhaupt nichts mit der Orgonomie zu tun haben, verweisen konnte), mußte ich doch Bakers Formulierungen an die deutschen Verhältnisse anpassen. Hatte er also doch nicht bioenergetische Vorgänge erfaßt, sondern nur soziokulturelle Gegebenheiten? Nach der Lektüre von Charles Konias Buch The Emotional Plague, das in mancher Hinsicht eine Fortführung von Bakers Buch ist, bin ich mittlerweile wieder mehr von Bakers Schema als bioenergetischer Realität überzeugt.
Das Problem mit Deutschland und Europa allgemein ist die Verschiebung des gesamten politischen Spektrums nach links außen im Verlauf der letzten hundert Jahre. (Man zeige mir einen einzigen genuin konservativen Politiker!) Dadurch wurde Bakers Schema bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Oder mit anderen Worten: was die Leute in Anpassung an die linke Atmosphäre von sich geben („political correctness“), hat wenig Verbindung zu ihrer Charakterstruktur. (Daß uns der linke Abschaum noch nicht durch ständige Provokationen in den Rechtsradikalismus getrieben hat, beweist mal wieder wie stabil doch der konservative Charakter ist im Gegensatz zum [links-] libralen Charakter. Ganz entsprechend Bakers Theorie.)
Trotz aller Verzerrungen des politischen Spektrums, die zunehmend auch Amerika betreffen, liegen unabhängige Studien vor, die Bakers Ansatz in wirklich jeder Hinsicht bestätigen:
Baker unterschied zwischen zwei soziopolitischen Grundcharakteren: dem Liberalen auf der linken Seite des Spektrums und dem Konservativen auf der rechten Seite. Je mehr gepanzert sie seien, desto mehr schäle sich ihr Grundwesen heraus: bei den Liberalen ihr Kollektivismus, weshalb Baker den modern liberal auch als „kollektivistischen Charakter“ bezeichnet, und aus Bakers Beschreibung des „extremen Konservativen“ wird deutlich, daß er diesen entsprechend als „individualistischen Charakter“ hätte bezeichnen können.
Michael Dodd (University of Nebraska, Lincoln) et al. untersuchten 72 linke (im amerikanischen Sprachgebrauch „liberale“) und konservative Probanden. Sie saßen vor einem weißen Computerbildschirm, in dessen Mitte sich ein kleines schwarzes Kreuz befand.
Dieses verschwand nach wenigen Sekunden und wurde durch ein Gesicht ersetzt, dessen Augen zunächst leer waren. Dann erschienen die Pupillen, die entweder nach links oder nach rechts schauten. Die Aufgabe der Freiwilligen bestand darin, mittels Tastendruck zu signalisieren, sobald rechts oder links neben dem Gesicht ein kleiner Kreis erschien. Allen Teilnehmern wurde erklärt, daß die Blickrichtung der Augen kein Hinweis darauf sei, wo der Kreis erscheinen würde. Obwohl es insofern eigentlich keinen Grund gab, den Blicken des Computergesichts zu folgen, taten die Liberalen genau das.
Die Forscher fanden es verwunderlich, daß die Konservativen nicht dem instinktiven Impuls nachgaben, den Blicken ihres Gegenübers zu folgen, sondern im Gegensatz zu den „Liberalen“ vollkommen immun gegenüber diesem zentralen Schlüsselreiz sozialer Interaktion blieben.
Möglicherweise führe diese unterschiedliche Wahrnehmung der Umwelt dazu, daß manche Menschen eine eher konservative Position einnähmen, die die persönliche Autonomie in den Vordergrund stelle, mutmaßen die Forscher. Entsprechend würden Menschen, die besonders intensiv auf ihre Mitmenschen reagieren, eher eine liberale Ausrichtung einnehmen.
Diese und viele weitere neuere Untersuchungen zeigen, daß politische Unterschiede biologisch, nicht ökonomisch verankert sind!
Jacob Hirsh (University of Toronto) et al. haben gezeigt, daß sich aus der Persönlichkeit (Charakter) unsere politischen Vorlieben bestimmen lassen. Unsere Werte seien tief in der Biologie verankert.
Die Forscher fragten mehr als 600 Teilnehmer aus Kanada und den USA nach deren politischen Grundhaltung, weniger nach ihren parteipolitischen Präferenzen. Danach führten sie einen Persönlichkeitstest durch, um ihre Persönlichkeitszüge und deren Beziehung zu ihren politischen Vorlieben zu bestimmen.
Hirsh und seine Kollegen konnten zeigen, daß eine Einstellung, die sich um Mitleid, Mitfühlen und Gleichheit dreht, mit einer (links-) liberalen Haltung einhergeht, das Betonen von Ordnung und der Befolgung sozialer Normen mit einer konservativen. Konservative zeigen, so Hirsh, höhere Testwerte bei dem Persönlichkeitszug „Ordnung“, niederigere bei „Offenheit“. Ihnen ist eine tiefsitzende psychologische Motivation eigen, die gegenwärtige Gesellschaftsstruktur zu bewahren.
Diese Arbeit fügt sich zu anderen Forschungsberichten, die unisono darauf hinweisen, daß politisches Verhalten von zugrundeliegenden psychologischen Bedürfnissen bestimmt wird. Hirsh:
Wenn die Bedürfnisse nach Ordnung und nach Gleichheit einigermaßen ausgeglichen sind, ist der Betreffende wahrscheinlich politisch moderat eingestellt. Wird eines der Beweggründe stärker als der andere, bewegen sich die politischen Vorlieben zum jeweiligen Ende des Spektrums.
Jordan Peterson, ein Co-Autor der Studie:
Die Wertvorstellungen der Menschen sind tief in ihr biologisches und genetisches Erbe eingebettet. Das bedeutet, daß man politische Wert- und Moralvorstellungen von einer tieferen Warte, d.h. vom Ursprung der Beweggründe her, betrachten muß. Politische Vorlieben gehen nicht einfach aus einer rationalen Betrachtung der Probleme hervor.
Nichts anderes hat Baker gesagt! Und genau wie Peterson hat auch Baker argumentiert, daß um eine Gesellschaft funktionsfähig zu erhalten, beide Arten von politischer Motivation notwendig sind.
Soweit die Studie.
Wie bereits angedeutet, gefährdet die Linke die soziopolitische Balance, die die Gesellschaft lebensfähig erhält. Beispielsweise fordern mittlerweile gerade „konservative“ Politiker eine „buntere Republik“! Das kann nur in einem gewaltigen Knall enden: entweder in einer kommunistischen Diktatur oder in einem maßlosen konservativen Gegenschlag, der allen konservativen (also weitgehend christlichen) Grundsätzen hohnsprechen wird. Möge uns Gott beistehen!
Die biologische, psychologische und soziologische Struktur des Menschen (Teil 2)
9. Januar 2015In einer Orgontherapie wird der Charakter behandelt. Folglich muß am Anfang der Behandlung eine Diagnose stehen, eine „Charakterdiagnose“. Zur Klassifikation bieten sich die Zustände der Orgonenergie an (OR, ORANUR, DOR) oder ihre pulsatorische Bewegung (die E-Motionen: Lust, Angst, Wut, Sehnsucht, Trauer). Da wir es aber mit der Charakter-Struktur zu tun haben, sind die sieben Panzersegmente naheliegender (Augen, Mund, Hals, Brust, Zwerchfell, Bauch, Becken).
Tatsächlich beruht Reichs provisorische Aufteilung der Charaktere in seinem Buch Charakteranalyse auf den Vorarbeiten Freuds und anderer Psychoanalytiker (Jones, Abraham, etc.). Diese gingen von den erogenen Zonen bzw. erogenen Stufen aus. In der Entwicklung werden nacheinander die oralen, analen und genitalen „Zonen“ libidinös besetzt. Hemmungen in der Entwicklung führen zum „analen“ Zwangscharakter. Es ist nur folgerichtig diese Vorstellung mit Panzerung im Kopf- und Beckenbereich zu verbinden.
Reich stellte sich die Situation zur Zeit von Charakteranalyse wie folgt dar, wobei es jeweils um die Bewältigung des ödipalen Konflikts geht:
- Rückkehr zum infantilen Sexualobjekt mit Verbleib auf der genitalen Stufe. Flucht vor dem Sexualobjekt: Hysterie
- Rückkehr zur infantilen Sexualität (anale Stufe): Zwangsneurose
- Abwehr der Rückkehr zur Analität mit Verbleib auf der phallischen Stufe: phallischer Narzißmus
Die letztere Charakterstruktur wurde 1926 von Reich selbst in die Psychoanalyse eingebracht. Von diesem Gerüst ausgehend und mit Rückgriff auf den von Reich zusätzlich beschriebenen passiv-femininen Charakter, den masochistischen Charakter und (später) den schizophrenen Charakter hat Elsworth F. Baker die orgonomische Charakterologie entworfen. Dazu hat er eine weitere libidinöse Stufe postuliert: die okulare. Die dreizehn wichtigsten Charaktere werden im folgenden frei nach Bakers Der Mensch in der Falle schematisch präsentiert:
Wir haben:
- reiner hysterischer Charakter
- hysterischer Charakter mit einem verdrängten oralen Block
- hysterischer Charakter mit einem unbefriedigten oralen Block
- reiner phallischer Charakter
- phallischer Charakter mit einem verdrängten oralen Block
- phallischer Charakter mit einem unbefriedigten oralen Block
- chronisch-depressiver Charakter
- manisch-depressiver Charakter
- Zwangscharakter
- masochistischer Charakter
- passiv-femininer Charakter
- paranoid-schizophrener Charakter
- kataton-schizophrener Charakter
Es gibt weitere Charaktere, aber die sind „mangels Patientenmasse“ nur von akademischem Interesse. (Selbst der masochistische Charakter kommt wohl eher selten vor und wird hier nur wegen seiner Bedeutung für die Geschichte der Orgonomie aufgelistet!)
Die im obigen Schema skizierte Charakterologie ist nicht am Schreibtisch, sondern seit Ende des vorletzten Jahrhunderts sukzessive in der Klinik entstanden. Beispielsweise könnte man fragen, warum es keine „oralen Charaktere“ gibt dafür aber „anale Charaktere“. (Tatsächlich gibt es einen „oralen Charakter“, aber der ist nur bedingt überlebensfähig und wird kaum zur Psychotherapie gehen!) Oralität spielt in der obigen Aufstellung offensichtlich eine zentrale Rolle, insbesondere in der Depression, aber anders, als man das sich aus abstrakter Warte vorstellen würde. Nochmals: das hat sich niemand so ausgedacht, sondern es ist historisch gewachsen und hat sich immer wieder bewährt. Hier sei nur angeführt, daß die fünf libidinösen Stufen (okular, oral, anal, phallisch und genital) qualitativ nicht gleichwertig sind und allein schon von daher eine „logischere“ Aufstellung Unsinn wäre! Leitfaden ist dabei die Orgasmustheorie.
Nehmen wir dazu die obige Liste: Die Charaktere 2 und 3 müssen von ihren prägenitalen Anteilen befreit und dann der Charakter 1 zu einem erwachsenen Sexualobjekt hingeführt werden. Ähnlich sieht es bei den Charakteren 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 11 aus: der phallische Narzißt (Charakter 4) muß seinen Ödipuskomplex überwinden, nachdem er sich von seiner Oralität bzw. Analität befreit hat, wobei die analen Charaktere die phallische Stufe in ihrer Entwicklung kaum ganz besetzt hatten. Bei Charakter 12 läuft nach der Beseitigung des okularen Blocks alles wie bei Charakter 4 ab, bei Charakter 13 ist es entsprechend Charakter 9. Es geht jeweils darum, zunächst die prägenitalen (präödipalen!) Konflikte zu bearbeiten, bis man zum ödipalen Kern der psychischen Biopathien und damit zur orgastischen Impotenz vordringen und diese beseitigen kann.
Was nun die soziopolitische Charakterologie betrifft: bei ihr geht es um zwei Arten der Abwehr, die jeweils sozial weitreichende Folgen haben. Der Neurotiker (und Psychotiker) leidet gewöhnlich still vor sich hin. Schlimmstenfalls kommt es zu Familiendramen oder entsprechenden Vorkommnissen am Arbeitsplatz. Der soziopolitische Charakter hingegen stellt sein neurotisches Gleichgewicht her, indem er praktisch die gesamte Gesellschaft instrumentalisiert.
Es gibt prinzipiell zwei Arten von Menschen: die einen bewältigen das menschliche Zusammenleben durch ständiges „Intellektualisieren“, die anderen mit körperlicher Gewalt. Die einen zerreden alles, lenken von den gegebenen Problemen ab, indem sie „grundsätzliche“ Gesichtspunkte anbringen, sie relativieren und setzen alles „in Perspektive“. Man denke nur, wie die Gewalt und das teilweise unmögliche Verhalten von sogenannten „Migranten“ solange „wegdiskutiert“ wird, bis sich die Opfer dieser Gewalt und dieses Verhaltens schuldig fühlen. Die andere Seite, die Rechte, scheint hingegen wie blind für die Umstände der Migranten zu sein: für sie sind es nur „Kanaken“ und man möchte seine Ruhe haben. Auch wenn keine körperliche Gewalt ausgeübt wird, man spürt doch die Atmosphäre „geballter Fäuste“, die zum Kampf kontrahierte Körpermuskulatur.
Man vergleiche etwa die verkopfte, wirre Reaktion der linksliberalen Liberation auf den Terroranschlag in Paris mit der offen bellizistischen des konservativen Figaro:
KOPFABWEHR: Die Fanatiker verteidigen keine Religion, weil Religion tolerant sein kann (sic!), und sie verteidigen nicht die Muslime, die in ihrer überwältigenden Mehrheit mit Entsetzen auf diese niederträchtigen Morde reagiert haben. Die Fanatiker greifen die Freiheit an. Der Gegner ist der Terrorismus, nicht der Islam, der Gegner ist der Fanatismus, keine Religion, und der Gegner ist der Extremismus. Der hat nichts zu tun mit unseren muslimischen Mitbürgern.
MUSKELABWEHR: …einem Krieg des islamischen Fanatismus gegen den Westen, gegen Europa und gegen die Werte der Demokratie. Dieser Kampf wird nicht aus dem Verborgenen geführt, sondern von organisierten Killern, deren gelassene Brutalität uns das Blut in den Adern gerinnen läßt. Zu lange sind wir im Namen eines irregeleiteten Humanismus unseren schlimmsten Feinden entgegengekommen. Gegen diese Fanatiker, die sich offen gegen unser Land und unsere Sicherheit verschwören, müssen wir hart durchgreifen. Wenn es Krieg gibt, muß man ihn gewinnen.
Alle ach so intellektuellen Auseinandersetzungen lassen sich auf das alltägliche „Abwehrverhalten“ zweier Typen von Neurotikern reduzieren: die einen zerreden bei alltäglichen Konflikten alles, die anderen werden sofort gewalttätig oder drohen zumindest damit. Man denke nur an zwei denkbar unterschiedliche Milieus im heutigen Deutschland: das grün-rote Milieu („das müssen wir ausdiskutieren“) auf der einen und das türkische Milieu („was guckst du?“) auf der anderen Seite. Politik kann nur ein Psychiater wirklich verstehen.
Was hier in das gesellschaftliche Leben überschwappt sind direkte Ausläufer des ödipalen Konflikts. Die linke Seite, mit ihrer intellektuellen Abwehr, rebelliert gegen den Vater, will ihn beseitigen und nimmt aus der Todesangst des im Vergleich unendlich Schwachen Zuflucht zum Intellekt („David gegen Goliath“). Die rechte Seite, mit ihrer muskulären Abwehr, wetteifert nur mit dem Vater. Das führt dazu, daß die Linke (in unserem obigen Vergleich) alles tut, um die Nation zu untergraben, während die Rechte ganz im Patriotismus (!) aufgeht. Im Extrem mündet beides im Faschismus (rot bzw. schwarz). Entscheidend ist, daß dies alles nichts mit realen und aktuellen Problemen zu tun hat, sondern mit zwei unterschiedlichen Abwehrmöglichkeiten des weit zurückliegenden ödipalen Konflikts.
Diese soziopolitische Aufstellung, die man weiter aufteilen kann, wie Baker es getan hat, hat sich ebenfalls niemand ausgedacht, sondern sie ist gewachsen. In jeder demokratisch verfaßten Gesellschaft bildet sich ein politisches Spektrum aus, das in seinen Grundzügen diese beiden Arten der neurotischen Abwehr widerspiegelt. Reale Interessenkonflikte sind nur vorgeschoben und spielen, wie Reich bereits 1933 in seiner Massenpsychologie des Faschismus ausgeführt hat, nicht die entscheidende Rolle.
Zusammenfassend kann man sagen, daß psychische Biopathien auf der Panzerung im Kopf- und Beckenbereich beruhen und soziale Biopathien darauf, wie der Organismus in seiner Gesamtheit die Orgasmusangst abwehrt (intellektuell oder muskulär). Die somatischen Biopathien beruhen sowohl auf der Panzerung beliebiger Segmente (insbesondere ist das Zwerchfellsegment zu nennen) sowie auf der Längsbewegung der Orgonenergie (energetisches Orgonom) und ihrer Erstrahlung. Sie haben keine unmittelbare Beziehung zum ödipalen Konflikt, weshalb hier der Begriff „Charakter“ keinen Platz hat.
Nachtrag zu „Die sozio-politische Charakterologie Elsworth F. Bakers am Beispiel der Bundestagsparteien“
5. Dezember 2012Man meint, den Streit Liberalismus gegen Konservativismus dadurch umgehen zu können, indem man („Schluß mit der Politik!“) einfach die Lebensfeindlichkeit schlechthin bekämpft oder positiver ausgedrückt: für das Leben einsteht, egal ob es nun von rechts oder von links bedroht wird. Aber ist nicht a priori „politisch sein“ identisch mit „links sein“? Die Linken sagen doch selber immer, daß eine apolitische Haltung zu reaktionären Ansichten führt. Politik bestimmt unser Leben wie kaum etwas, wir sollen aber nicht versuchen sie zu begreifen?
Um effektiv für das Leben und gegen das Antileben eintreten zu können, muß man:
- die pestilenten Mechanismen in ihren Einzelheiten erkennen; und
- sich im konkreten Leben, jenseits nebelhafter Grundsätzlichkeit, so neurotisch wie es nun mal ist, für eine Seite in einer bestimmten Situation entscheiden. Genauso wie sich Reich immer entschieden hat.
Mit grundsätzlichen (einfachen) Überlegungen kommt man im Leben halt nicht immer weiter.
Menschen denken gemeinhin nach dem mechano-mystischen Ausschließlichkeitsprinzip, anstatt funktionell („dialektisch“) zu denken. Für sie scheint es so zu sein, daß sich:
- der Liberale als „guter Mensch“ und der Faschismus einander ausschließen. In Wirklichkeit können sie aber sehr wohl funktionell identisch sein. Etwas, was Leute nicht verstehen, die immer beklagen, Reich hätte wahllos jeden Linken als Roten Faschisten bezeichnet.
- der rigide konservative und der weiche genitale Charakter einander ausschließen. In Wirklichkeit können auch sie funktionell identisch sein, z.B. dann, wenn sie im Gegensatz zum Liberalen die Freiheit und nicht den „Frieden“ an die erste Stelle setzen.
In Die Massenpsychologie des Faschismus hat Reich drei Charakterschichten postuliert und sowohl mit soziologischem Verhalten als auch mit Gesellschaftssystemen in Zusammenhang gebracht:
- die oberflächlichste, die Fassade: das Reich der liberalen Gesinnung; soziales System: die liberale Gesellschaftsordnung;
- die perverse mittlere Schicht: faschistische Gesinnung; Gesellschaftssystem: Faschismus; und
- die tiefste, primäre Schicht: Genitalität; Arbeitsdemokratie.
Diese Einteilung ist die Grundlage für die Beurteilung der Politik in der Orgonomie.
Zur „Fassade“ ist zu sagen, daß es hier zwei Arten des Liberalismus gibt, die das Gesetz der gleichzeitigen Gegensätzlichkeit und Identität (mit der zweiten Schicht) aufzeigen:
- Der Gegensatz: der genuine Liberale, der seinen rationalen Platz in einer gesunden Gesellschaft hat, um den Konservativen in Schach zu halten, versucht ehrlich seine mittlere Schicht durch intellektuelle Abwehr unter Kontrolle zu halten. Leider Gottes ist diese Abwehr aber äußerst labil und schlägt leicht in ihr Gegenteil um. Damit haben wir:
- Die Identität: die Abwehr wird zum Diener der mittleren Schicht. In „Modju at Work in Journalism“ schreibt Reich dazu:
Das Motiv fair und rational zu erscheinen, ist nicht etwa fair und rational zu sein, sondern nur den Anschein des Fairen und Rationalen zu wahren, um auf besonders gerissene Weise zu verbergen, daß man unfair und zerstörerisch irrational ist. (Orgone Energy Bulletin, Vol. 5, March 1953)
Deshalb haut also die Orgonomie immer so „einseitig“ auf die Linke ein:
- weil der Liberalismus doch nur der Zuckerguß über einer stinkenden Eiterbeule ist;
- weil er sehr schnell nach unten in die mittlere Schicht abgleiten kann; und
- weil dies der Liberalismus auf eine unglaublich teuflische Weise tut: all die „Gutheit“ wird benutzt, um so effektiver böse sein zu können – man schaue sich nur die „Friedensoffensiven“ der Sowjetunion an!
Das erklärt, warum die Orgonomie gegen die Linke ist (jedenfalls tendenziell). Warum tendiert sie dann mehr zur Rechten?
In der obigen Reichschen Einteilung in die drei Charakterschichten fällt natürlich auf, daß dort kein Platz für das Reich des Konservativen ist. Aus persönlicher Erfahrung heraus werden die meisten den Konservativen wie folgt beschreiben:
- rigid und sexuell verklemmt;
- mystisch veranlagt (Primärprozeßdenken: Mutter = Nation, Vater = Staat); und
- autoritär.
Der erste Punkt weist darauf hin, daß eine muskuläre, anstatt einer intellektuellen Abwehr vorliegt. Der zweite Punkt auf einen verzerrten Kontakt mit dem Kern, der sich nicht nur in Religiosität zeigt, sondern auch in der Verbindung mit dem Ahnenerbe. Ist es nicht naheliegend den konservativen Charakter aus diesen Gründen zwischen die mittlere Schicht und den Kern einzuordnen? Und kommt er damit nicht der Genitalität am nächsten?
Seine Rigidität und sein Konservatismus schützt den Konservativen „nach oben“ in die mittlere Schicht abzugleiten und zum Nazi zu werden.
In der Welt, wie sie nun mal ist, müssen wir, wenn wir den Genitalen Charakter suchen, wohl vorerst mit dem Konservativen vorlieb nehmen. Das ist auch der Grund dafür, daß man faktisch die Arbeitsdemokratie mit dem Kapitalismus gleichsetzen kann. Eine entsprechende Frage von mir hat Charles Konia wie folgt beantwortet:
Der Kapitalismus ist eine Kernfunktion im ökonomischen Bereich. Die Arbeitsdemokratie ist eine Kernfunktion im tieferen, umfassenderen bio-sozialen Bereich.
Kommen wir nun, immer noch unter dem strukturellen Gesichtspunkt „tiefer-höher“, zu einer mehr therapeutischen Sichtweise:
Dazu wollen wir den liberalen Charakter mit dem Schizophrenen vergleichen, wobei aber nicht vergessen werden darf, daß es genauso viele liberale wie konservative Schizophrene gibt:
- beide können oberflächlich manchmal ziemlich gesund wirken, da sie nicht so rigid gepanzert sind wie der Zwangs- bzw. der konservative Charakter;
- beide sind unglaublich kontaktlos;
- deshalb können sie weit destruktiver sein als ihre neurotischen Pendants; und
- beide müssen zuerst neurotisch bzw. konservativ werden, bevor sie die Genitalität erreichen können.
Leider ist es dabei so, daß der so freie Schizophrene erst zum beschränkten Spießer werden muß (wie Reich es in Charakteranalyse beschreibt), während der Liberale zuerst seine angeblich fortschrittliche Haltung aufgeben muß, was ihn sicherlich auch nicht sympathischer werden läßt.




















