Posts Tagged ‘Rechte’

Paul Mathews: Ideologie und das Nichtglaubenwollen (Teil 4)

25. April 2020

von Paul Mathews, M.A.

 

Ideologie ist aus orgonomischer Sicht eine organisierte intellektuelle Abwehr: Reich sprach vom kommunistischen Roten Faschismus als die „politisch und militärisch gerüstete ORGANISIERTE EMOTIONELLE PEST“ (8)d. Ebenso können wir auch von der Verwendung des Intellekts eines Individuums als Abwehr sprechen und betrachten Ideologie als Zusammenschluss individueller intellektueller Arten von Abwehr zu einem organisierten System, sei es mechanistisch, wie im Marxismus-Leninismus, oder mystisch, wie in den verschiedenen Religionen und Kulten. Obwohl die extremistischen Ideologien der Linken und Rechten mehr als das sind, da sie in ihren totalitären Systemen Manifestationen der organisierten emotionellen Pest sind, nutzen sie das Bedürfnis in den Menschenmassen nach Ideologie für die Zwecke der emotionellen Pest aus. Aus Reichs funktioneller Sicht ist es auch wichtig zu verstehen, dass, da alle Formen der Abwehr eine gemeinsame Quelle haben – dem Schrecken vor dem Leben und des freien Strömens der Energie im Körper –, scheinbar gegensätzliche Ideologien miteinander in Wechselwirkung treten können. Was immer an der Oberfläche dominant erscheint, kann eine zugrunde liegende Antithese haben, z.B. im Mechanismus existiert ein zugrunde liegender Mystizismus und umgekehrt. Unsere funktionellen Werkzeuge ermöglichen es uns, analoge Zusammenhänge in der Medizin zu erhellen. Bei Krebs beispielsweise überwiegt die Sympathikotonie, während bestimmte zugrunde liegende parasympathische Prozesse dem entgegenwirken. Umgekehrt ist Asthma an der Oberfläche eine Manifestation der Parasympathikotonie, während die zugrunde liegende Erkrankung eine sympathische Kontraktion ist. In beiden Fällen handelt es sich um eine Intoleranz für natürliche Pulsation, die auf eine chronische Stauung zurückzuführen ist. Im Bereich der Ideologien, unabhängig von den Ätiologien und Methodologien, können in ähnlicher Weise Vermischungen auftreten, insbesondere an den Extremen der Linken und der Rechten, wo die Konvergenz am sichtbarsten und am feststellbarsten ist. Der Nazi-Sowjet-Pakt des Zweiten Weltkriegs war kein bloßer Zufall oder Zweckmäßigkeit, wie manche Apologeten gerne glauben. Er stellte eine grundlegende Verschwörung gegen die Freiheit durch antithetische soziale Organisationen mit einem gemeinsamen grundlegenden Feind dar (abermals Intoleranz gegenüber der natürlichen Pulsation). Hitlers Angriff auf die Sowjetunion, seine Rivalin um emotionell pestartige Macht und Dominanz, kam zu einer Zeit, als er glaubte, er könne die Alliierten besiegen und gleichzeitig die Sowjets liquidieren. Er verrechnete sich. Sogar ein emotioneller Pestcharakter kann dies tun. Die Volksfronten, die sich gegen einen ideologischen Feind ausbreiten, sind wohl bekannt. Die konkurrierenden soziopolitischen Philosophien auf beiden Seiten des politischen Spektrums werden sich in Solidarität gegen den grundlegenden Feind vereinen – die größere Bedrohung (in der Regel jene Kräfte, die wirtschaftliche und politische Freiheit als eine Identität und die kommunistische Welt als einen lebensbedrohlichen Feind betrachten). So haben wir sogenannte Liberale und „demokratische Sozialisten“, die an der Seite von Trotzkisten, Stalinisten, Maoisten marschieren und „Neue Linke“, die gegen ein Vorgehen der Freien Welt gegen einige Linksextremisten protestieren, und Konservative, die sich mit Fundamentalisten, Reaktionären und Rechtsextremisten zusammenschließen, um eine gemeinsame ideologische Prämisse oder Regierung der Rechten zu verteidigen. Ehemalige Nazis sind dafür bekannt, dass sie sich leicht an die Kader und Methoden des kommunistischen Blocks anpassten und es ist keineswegs sicher, dass die zum harten Kern gehörende kommunistische Elite sich nicht an die Nazis angepasst hätte, wenn das historischen Schicksal es so entschieden hätte.1, 2

 

Anmerkungen

1 Es ist bemerkenswert, dass die Sowjets den angeklagten österreichischen Ex-Nazi Kurt Waldheim verteidigten, indem sie die sogenannte „Hetzkampagne der USA und zionistischer Kreise“ angriffen.

2 Es ist allgemein bekannt, dass es unter dem sandinistischen Regime mehr ehemalige somozistische Gardisten gibt als bei den Kontras (9).

 

Anmerkungen des Übersetzers

d Menschen im Staat, Stroemfeld Verlag, 1995, S. 213. Der deutsche Text unterscheidet sich von der englischen Übersetzung. Der deutsche Text lautet: „Er ist die organisierte emotionelle Pest. 2. Diese politisch organisierte und militärisch gerüstete emotionelle Pest…“

 

Literatur

8. Reich, W.: People in Trouble. Rangeley, Maine: Orgone Institute Press, 1953, S. 158.
9. Evans, M. S.: „Who Are the Contras?“ Human Events, June 28, 1986.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 21 (1987), Nr. 1, S. 68-83.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Der rechte Blick auf DIE MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 12)

19. April 2020

Zum aufklärerischen Gestus gehört es darauf zu verweisen, daß die politische Einteilung in links und rechts ungeeignet wäre, die Realität zu spiegeln, da sie historisch willkürlich auf die Sitzverteilung in irgendwelchen Ständeversammlungen oder Parlamenten zurückgehe. Nun, auch in der Physik ist die Einteilung in „plus“ und „minus“ vollkommen willkürlich (und eigentlich falsch!), aber trotzdem würde niemand in eine Steckdose greifen. Wie immer die Begrifflichkeit entstanden ist und welche sachlich falschen Vorstellungen auch in sie eingeflossen sind: sie spiegelt eine Realität wider.

Im Falle der grundlegenden politischen Einteilung in links und rechts hat Elsworth F. Baker den tiefenpsychologischen und bioenergetischen (den charakterologischen) Hintergrund dieser Einteilung offengelegt. Der Linke rebelliert gegen den Vater auf subversive Weise und trennt sich dabei von seinem bioenergetischen Kern, während der Rechte dem Vater nacheifert und mit ihm in offene Konkurrenz tritt. Entsprechend bleibt der Rechte mit seinem Kern in Kontakt, wenn auch auf mehr oder weniger stark verzerrte („faschistische“) Weise. Praktisch wird dieser Unterschied vor allem im Verhältnis zu den Toten, den Ahnen, also letztendlich dem Vater, deutlich. Der Linke haßt und verachtet die Toten. Am liebsten würde er gerne ihr gesamtes Erbe vom Tisch wischen, vergißt dabei aber, daß er sich selbst damit der Grundlage seiner gesamten ideellen und materiellen Existenz entledigt. Der Rechte liebt die Toten und geht ganz im Überkommenen auf und schwebt so in der ständigen Gefahr selbst in Totenstarre zu verfallen.

Ein Beispiel ist die Weimarer Republik, wo die Kommunisten trotz aller nationalistischen Rhetorik eindeutig das zerstörerische Element waren, während „die Reaktion“ eben das war, trotz aller sozialistischen Rhetorik der „Nationalsozialisten“. Anfangs hatte Hitler sogar vor, ähnlich wie später Franco in Spanien, die Monarchie wiedereinzusetzen. Nichtsdestotrotz ist es im Rahmen des „Dritten Reiches“ sinnvoll, Hitler als den Linken zu betrachten, der sich von allem Überkommenen löste und sich von der „verknöcherten Reaktion“ bedroht sah. Er betrachtete den Stauffenberg-Anschlag als Angriff von rechts und lag damit richtig, beriefen sich die Putschisten doch auf das Preußische Erbe, während Hitler „wie Stalin“ am liebsten Tabula rasa gemacht hätte.

War Hitler nun ein Linker oder ein Rechter? Das muß man funktionell betrachten! In der Elektrizitätslehre ist die Einteilung in Minus- und Pluspol eindeutig: die Elektronen fließen immer von minus zu plus, doch trotzdem können sich Batterien umpolen (und dabei schnell kaputtgehen), so daß die Elektronen nun vom (aufgedruckten) „Pluspol“ zum (aufgedruckten) „Minuspol“ fließen. Man muß immer den Zusammenhang sehen, was aber eben durchaus nicht bedeutet, daß „alles relativ ist“.

Der rechte Blick auf DIE MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 6)

1. April 2020

Ich möchte die bisherigen Ausführungen dahin ausweiten, daß man unsereins nicht nur vorwerfen kann, daß wir Reich nicht nur „nach rechts drehen“, sondern unser gesamter Impetus gegen den vermeintlich „faschistischen“ linken Mainstream vollkommen verlogen sei, weil, wenn wir, die Rechten, erst einmal die metapolitische und politische Macht innehätten, wir diese genauso, wenn nicht schlimmer mißbrauchen würden, wie es heute die Linken tun, halt Faschismus!

Dieser Vorwurf entspricht ebenfalls der unhistorischen und undialektischen (mechano-mystischen) Sichtweise, die Hitler mit Trump bzw. Höcke gleichsetzt. Man kann das linke und rechte Spektrum nicht mechanisch gleichsetzen!

  1. Charles Konia hat dargelegt, daß es wegen der allgemeinen „Rotverschiebung“ in den westlichen Gesellschaften (die mit der antiautoritären Transformation verbunden ist) zu einer sozusagen „soziopolitischen Stauung“ gekommen ist, die jedweden Unterschied zwischen Linksliberalen, Sozialisten und Kommunisten funktionell unbedeutend gemacht haben: es sind heute alle die gleichen roten Faschisten. Das wird etwa daran sichtbar, daß einem selbst bei manchem CDU-Politiker der pure Stalinismus anstarrt. Auf der rechten Seite gibt es so etwas nicht: Konservative und auch extrem Konservative sind wie eh und je deutlich von Reaktionären oder dem äußersten rechtsextremen Rand zu unterscheiden – auch wenn uns die linke (kommunistische) Propaganda das genaue Gegenteil weismachen will.
  2. Konias Lehrer, Elsworth F. Baker, hat in der Zeit bevor die besagte „Rotverschiebung“ sichtbar wurde, gezeigt, daß der konservative Charakter wegen der spezifischen Natur seiner Panzerung, die auf muskulärer Abwehr beruht, weitaus stabiler, sozusagen „weltanschaulich gefestigter“ ist, als sein liberales Pendant, das auf intellektueller Abwehr beruht. Der Konservative ist „bodenständig“ und „in sich ruhend“ wie eine Pyramide. Beim Liberalen steht diese Pyramide buchstäblich auf dem Kopf und ist entsprechend instabil. Durch seine intellektuelle Abwehr ist seine gesamte Energie zum Kopf hin verlagert, was seine Verachtung für alles und jedes, seine wankelmütige Kontaktlosigkeit und seinen Hang zum Radikalismus erklärt.

Von daher kann man „uns Rechte“ unmöglich mit dem linken Gesindel, das unser Leben beherrscht, gleichsetzen. Der „Weg nach rechts“ ist schlichtweg der Weg zur Normalisierung und der Wiederherstellung ausgewogener demokratischer Verhältnisse.

Über den Umgang der Regierung mit dem Coronavirus

9. März 2020


Die Massen wollen sich „verwirklichen“ und die Regierung will „helfen“.

Über den Umgang der Regierung mit dem Coronavirus

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Spenden: paypal.me/nachrichtenbrief oder hier.

Meme und Visionen

28. Februar 2020

An dieser Stelle habe ich mich vor kurzem gefragt, warum Linke keine Meme bilden können. Wie am gestrigen Beitrag von Dr. Holbrook bzw. in den dort zitierten Ausführungen von Dr. Konia deutlich wird, beruht diese grundlegende Unfähigkeit auf der Störung der Funktion der Bildung von Symbolen und Metaphern. Dieses Manko ist wiederum auf eine Störung der Fähigkeit zum Assoziieren zurückzuführen. Aufgrund ihrer Panzerstruktur sind Linke unfähig das CFP (das Gemeinsame Funktionsprinzip) zu sehen.

Umgekehrt sind Konservative zwar ungeschlagene Weltmeister im Kreieren von Memen, doch sind sie charakterstrukturell vollkommen unfähig vernünftige, in sich logische „Visionen“ einer erstrebten Zukunft zu formulieren: sie haben kein stringentes „politisches Konzept“.

Auf diese Weise sind die beiden Gruppen vollkommen unfähig im gesellschaftlichen Raum angemessen zu agieren. In ihrer kompletten Hilflosigkeit gegenüber den Meme-Meistern der AfD (in den USA Trump) können Linke nur inkohärent und geradezu grenzdebil etwas von „Haß und Hetze“ stammeln. Auch können sie mit dem politischen Gegner bzw. Feind nicht diskutieren, weil der stets von den tatsächlichen in der Vergangenheit liegenden Ursachen der Probleme spricht, während sie in dieser Hinsicht nur wirres Zeugs von sich geben und nur Luftschlösser einer hellen Zukunft anzubieten haben.

Entsprechend fehlt Rechten die Unbekümmertheit und Leichtigkeit der Linken und sie verirren sich leicht in deren sich immer weiter verzweigenden und komplexer werdenden Gedankenlabyrinthen und wirken entsprechend hilflos, engherzig und beschränkt.

David Holbrook, M.D.: ORGONOTISCHE FUNKTIONEN IN DER KLINISCHEN SITUATION. DIE BIOENERGETISCHE EINHEIT VON PSYCHE UND SOMA (Teil 7)

27. Februar 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Orgonotische Funktionen in der klinischen Situation. Die bioenergetische Einheit von Psyche und Soma

 

Was passiert heute wirklich in der Politik?

18. Februar 2020


Die Bioenergetik hinter der Tagespolitik.

Was passiert heute wirklich in der Politik?

nachrichtenbrief136

27. Oktober 2019

Politik ist ein Symptom, nicht die Krankheit

26. Juli 2019

Dr. Charles Konia sagt, daß man die Schuld für die gesellschaftlichen Probleme nicht allein der Politik und den Politikern zuschieben kann, sondern daß das Problem tiefer geht:

Politik ist ein Symptom, nicht die Krankheit

Die soziopolitische Diathese

19. Juli 2019

 

Paul Mathews:
Die soziopolitische Diathese