Archive for Dezember 2016
5. Dezember 2016
Je weiter man zu den beiden extremen des soziopolitischen Spektrums geht, desto schwerwiegender wird die okulare Panzerung. Man schaue sich etwa das Geschwafel von Holocaust-Leugnern an, die einfach nicht sehen, daß „Zyklon B“ (Blausäure) ein sehr schlechtes Insektenvernichtungsmittel ist, aber bei Säugetieren schnell und sicher zum Tod führt. Es wurde nur deshalb als Insektenvernichtungsmittel benutzt, weil es sich rückstandlos verflüchtigt und deshalb problemlos etwa in Getreidesilos angewendet werden konnte, auch wenn diese über viele Stunden begast werden mußten, damit tatsächlich alle Insekten starben. Das Mittel war leicht, und ohne großes Aufsehen zu erregen, verfügbar und ideal für den Massenmord an Menschen, ohne etwa mit Kontaminierungen kämpfen oder „Industrieunfälle“ befürchten zu müssen. Liest man dazu Neo-Nazi-Seiten im Internet, wird einem nicht nur speiübel, sondern man bekommt auch Kopfschmerzen angesichts der verqueren Logik dieser Leute. Es ist nicht nur Propaganda – sie sind wirklich nicht in der Lage klar zu denken. Eine Diskussion ist vollkommen sinnlos.
Genauso sieht es bei der extremen Linken aus, die wie selbstverständlich mit den schlimmsten Neo-Nazis „Aktionsbündnisse“ eingehen, etwa den türkischen „Grauen Wölfen“, nur weil diese keine „weißen Männer“ sind. Sie würden auch Hitler toll finden, wenn der nur brauner, gelber oder schwarzer Hautfarbe gewesen wäre! Ich kann mich noch allzugut an ihre überbordende Begeisterung für „nationale Befreiungsbewegungen“ erinnern – und wie buchstäblich keinem von ihnen die ganze Ironie dieses Begriffes aufgegangen ist! Erinnert sich noch jemand, mit welchem Haß und welcher Verachtung sie auf die „Refugees“ der 1970er Jahre, die vietnamesischen „Boat People“, reagiert haben?
Auf beiden Seiten hat man es schlichtweg mit Irren zu tun. Daß sie zunehmend ernstgenommen werden, ist der generellen Zunahme an okularer Panzerung in der Bevölkerung zu schulden.
Schlagwörter:Aktionsbündnisse, Auschwitz, Blausäure, Boat People, Extremismus, Graue Wölfe, Holocaust-Leugner, Insektenvernichtungsmittel, nationale Befreiungsbewegungen, Neo-Nazis, Propaganda, Refugees, Vietnam, Zyklon B
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4. Dezember 2016
Ich habe mich eingehend mit der „Widerstandsarbeit“ der Sozialisten und Kommunisten gegen das Dritte Reich auseinandergesetzt. Am Ende fragt man sich, was das eigentlich alles sollte, welchen Sinn die teilweise lebensgefährlichen Unternehmungen hatten. All das Gezänk zwischen den verschiedenen Fraktionen und Parteien „des Widerstands“, das sich in ganzen Bibliotheken voller leerem politischen Geschwafel und tödlich langweilig ausgewalzten Parteiinterna niedergeschlagen hat. Schließlich ist mir aber doch der Sinn in diesem Nonsens aufgegangen, als ich von der Rechtfertigung von Jacob Walcher, Vorsitzender der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) im Ausland erfuhr. Bei Kriegsende, „wertete er den Erfolg vor allem darin, daß die Gastländer durch die Presse-, Publikations- und Öffentlichkeitsarbeit der SAP über die nationalsozialistische Diktatur aufgeklärt wurde, die es dem englischen Premierminister Neville Chamberlain und dem französischen Premier Eduard Daladier unmöglich gemacht habe, vollends vor Hitler zu kapitulieren, was sie letztlich gezwungen habe, Deutschland den Krieg zu erklären“ (Gertrud Lenz: Gertrud Meyer, Paderborn 2013, S. 110).
Angesichts der zig Millionen Kriegsopfer und der vielleicht 3000 Toten, die auf das Konto des Nationalsozialismus vor dem Krieg gingen, hält sich meine Begeisterung für die Aufklärungsarbeit in Grenzen. (Der Ku-Klux-Klan, ein Organ der Demokratischen Partei, hat genausoviel Menschen ermordert.) Oder mit anderen Worten: an den Händen dieser „Öffentlichkeitsarbeiter“ klebt Blut und hat seit jeher Blut geklebt. Sie haben den Sieg der Bolschewiki herbeigeschrieben, genauso wie den von Mao Tse Tung oder Fidel Castro, drei der mörderischten Regime der Weltgeschichte. Sie haben den Sieg Nordvietnams herbeigeschrieben (bzw. „herbeigesendet“) und standen knapp davor, den Sieg des Weltkommunismus im Kalten Krieg zu erreichen. Beinahe hätten sie Hillary Clinton an die Macht gebracht und damit den Dritten Weltkrieg zu verantworten. Die Exemplare der New York Times kann man, nachdem sie sich 100 Jahre mit dem Blut der 100 Millionen Opfer vollgesogen hat, auswringen.
Reich hat sich 1937, mit der Entwicklung seines Konzepts der Arbeitsdemokratie, spätestens aber 1947, mit dem Angriff Mildred Bradys, von diesem „antifaschistischen“ Milieu losgesagt und es schließlich aktiv bekämpft.
Schlagwörter:Antifaschismus, Demokratische Partei, Dritter Weltkrieg, Drittes Reich, Eduard Daladier, Fidel Castro, Hillary Clinton, Kommunisten, Ku-Klux-Klan, Mao Tse-tung, Nationalsozialismus, Neville Chamberlain, New York Times, SAP, SAPD, Sozialisten, Sozialistischen Arbeiterpartei, Widerstandsarbeit
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3. Dezember 2016
Schlagwörter:Aberglauben, Astrologie, Bioenergetik, Biologie, Chi, Christentum, Daoismus, das Transpersonale, Emotionen, Esoterik, Fliegende Untertassen, Frauenzeitschrift, Frauenzeitschriften, Gefühle, Gefühlsleben, Karma, Körpertherapie, Kismet, Kundalini, Kundalinienergie christliche Mystik, Marxismus, Meditation, Mikrosphären, Mohammedanismus, Mond, Mormonismus, Mystik, mystische Erfahrung, Mystizismus, Narzißmus, Okkultismus, orthodoxes Judentum, Psychoszene, Psychotherapie, Qi, Reichianismus, schwarze Magie, Spiritualität, Stillen, Tantra, Taoismus, tibetischer Buddhismus, UFOs, Wirkstrukturen, Zen
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2. Dezember 2016
In der Merkelschen Postdemokratie ist regierungsamtlich viel von „Haß“ die Rede. Etwas ganz Schreckliches, was ausgemerzt werden müsse. Dabei gehört Haß, neben Liebe und Angst, zu den drei Grundemotionen. Phylogenetisch steht sie mit dem Mesoderm und damit der Muskulatur im Zusammenhang: Hindernisse werden beseitigt. Die dazugehörige Emotion ist der Haß. Er ist sowohl eine Antwort auf die Angst (Kontraktion), die das Hindernis hervorruft, hat aber gleichzeitig auch eine expansive, in die Umwelt ausgreifende Komponente. Haß ist dementsprechend etwas Lebensförderndes, Positives.
Der Haß hat einen so schlechten Leumund, weil es ein sozusagen „inneres Hindernis“ gibt: die Panzerung. Alle expansiven, liebevollen Impulse, die vom bioenergetischen Kern aus nach außen streben, müssen dieses Hindernis überwinden und verwandeln sich dabei in Haß. Dementsprechend gibt es einen „rationalen Haß“, der sich gegen reale äußere Hindernisse richtet, und einen „irrationalen Haß“, der eine Funktion unserer gepanzerten Charakterstruktur ist und nicht der Wirklichkeit. Wenn ich mich etwa gegen die Vernichtung des deutschen Volkes durch Umvolkung, die sich ganz konkret in der Vergiftung meines Alltags zeigt, der immer anstrengender und gefährlicher wird, wende, dann ist das rational. Die blinde Niedertracht gegen Ausländer und Fremdrassige („Rassismus“) ist stets irrational (Emotionelle Pest). Das Gesindel, das uns regiert, vermischt das heillos, um darauf sein politisches Süppchen zu kochen. Widerliches Pack!
Schlagwörter:Ausländer, Emotionen, Fremdrassige, Haß, Hate Speech, Merkel, Postdemokratie, Rassismus, Umvolkung
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1. Dezember 2016
Reich zufolge ist Religion eine Art Ersatzbefriedigung, ein Ersatz für sexuelle Erfüllung. Das wird offensichtlich in der religiösen Imagination, ob diese nun in der Musik oder der bildenden Kunst zum Ausdruck kommt. Die „Liebe“ zu Gott hat sexuelle Konnotationen, das Paradies; religiöse Ekstase ist ununterscheidbar von sexueller. Die Religion sorge, so Reich, gleichzeitig aber auch dafür, daß die Menschen sexuell gehemmt werden, sich jede natürliche Lust als sündhaft versagen und „Disziplin lernen“.
Michael Ferguson et al. (University of Utah) konnte jetzt zeigen, daß das Glücksgefühl in Phasen intensiver religiöser Gefühle vom Belohnungszentrum im Gehirn hervorgerufen wird. „Bei der spirituellen Erfahrung feuern ähnliche Neuronen wie bei Liebe, Sex, Glücksspiel oder auch Sucht.“ An die Stelle der Selbstregulierung auf der Grundlage sexueller Befriedigung tritt ein sadomasochistisches Seelendrama.
Die jungen Mormonen, die die Forscher mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie während ihrer religiösen Hingabe untersuchten, beschrieben „ein Gefühl des Friedens und der Wärme, viele waren sogar so bewegt, daß sie Tränen in den Augen hatten (…). Auch im Gehirn der Gläubigen tat sich einiges: Während der Phasen starker spiritueller Gefühle registrierte der Hirnscanner eine deutliche Aktivierung des Nucleus accumbens – einem wichtigen Teil des Belohnungs-Schaltkreises im Gehirn. Dieses Hirnzentrum trägt unter anderem dazu bei, daß wir bei Liebe, Sex, Musik, aber auch Glücksspiel und Drogen intensive Befriedigung verspüren. Offenbar hat auch das Glücksgefühl bei der religiösen Praxis der Mormonen in diesem Schaltkreis seinen Ursprung.“
Gleichzeitig „löste die religiöse Praxis bei den gläubigen Probanden aber noch weitere Hirnveränderungen aus: Auch Zentren für die Aufmerksamkeit und der mediale präfrontale Cortex waren in den Phasen starker spiritueller Empfindungen besonders aktiv. Dieses Hirnareal ist unter anderem für Bewertungen, die Einschätzung von Situationen und moralische Überlegungen zuständig. Demnach hat die religiöse Verzückung bei den frommen Mormonen durchaus auch eine rationale Komponente und ist kein reines, diffuses Gefühl.“
Schlagwörter:Belohnungszentrum, Drogen, Ekstase, Ersatzbefriedigung, Gehirn, Glücksspiel, Gott, Hirnareale, Liebe, Magnetresonanz-Tomographie, Moral, Mormonen, Musik, Neuronen, präfrontaler Cortex, religiöse Ekstase, Religion, Sex, Sucht
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