Posts Tagged ‘Neuronen’
1. September 2026
1780, der Arzt Luigi Galvani erforschte die „tierische Elektrizität“. Froschschenkel zuckten durch elektrischen Strom und man malte sich entsprechend die Nervenfunktionen nach dem Muster der Elektrizität aus. Nach 1842 wurde es üblich, stattdessen von einer Form von Energie zu sprechen („psychische Energie“, „Nervenenergie“). In diesem Jahr entdeckte (bzw. veröffentlichte) der Arzt und Physiker Julius Robert Mayer das Gesetz von der Erhaltung der Energie. Für den Organismus bedeute dies, daß Nahrung in Wärme, Kraft und nicht zuletzt „Nervenenergie“ umgewandelt werde. Das ganze gewann an Kontur, als es 1850 dem Arzt und Physiker Hermann von Helmholtz gelang, die Nervenleitgeschwindigkeit zu bestimmen.
Aus dieser Vorgeschichte der „psychischen Energie“ bzw. „Libido“ Freuds und damit des Orgons Reichs sind zwei Richtungen hervorgegangen: jene, die das zweckhafte Verhalten des Lebendigen mit bestimmten Strukturen erklärt hat (mechanischer Materialismus) und jene, die umgekehrt die Strukturen auf die Funktion zurückgeführt hat (funktionalistischer Vitalismus).
Der Mechanismus in Biologie und Medizin, der etwa 1935 seinen unaufhaltsamen Siegeszug begann, erklärt Lebensphänomene mittels materieller Bausteine, insbesondere dem Alles-oder-Nichts-Prinzip der Neuronen (das spätestens 1912 der „Nervenenergie“ den Garaus machte) und dem „genetischen Code“ (dem Ende einer formgebenden „Lebensenergie“). Hier tritt jedoch das Problem des kausalen Rücklaufs bzw. nicht enden wollende Regresses auf: jede gegebene Struktur benötigt eine vorangehende Struktur, die sie erzeugt hat. Das endet stets im Deismus von anno dazumal, nur diesmal im pseudomechanistischen Gewande der Urzeugung und des Urknalls.
Im Vitalismus wird die Bewegung, die Kraft, die Energie als das Primäre angesehen und die materielle Struktur als Erstarrungsprodukte eines zugrundeliegenden „fließenden“ Prozesses. Er blieb jedoch merkwürdig vage und verlief sich stets in Mystizismus, bis Reich im Geiste Galvanis und Meyers Strukturen auf Funktion zurückgeführt hat, indem er im Geiste des Materialismus und durch konkrete Experimente nach und nach die Orgonenergie entdeckte und ihre Funktionsgesetze freilegte. Es mag logisch inkonsistent klingen, doch der Vorgang dieser Entdeckung erklärt erst die Entdeckung. Will sagen, die Orgonenergie ist etwas fundamental anderes als irgendwelche vitalistischen Konzepte wie „Entelechie“ oder „Prana“, die kaum mehr sind als ein anderes Wort für „Geist“ oder „Psyche“ und damit letztendlich etwas Mystisches, sondern sie ist etwas Konkretes, das sozusagen „für das Zucken der Froschschenkel“ verantwortlich ist.
Schlagwörter:Alles-oder-Nichts-Prinzip, Deismus, elektrischer Strom, Elektrizität, Entelechie, Erhaltung der Energie, genetischer Code, Hermann von Helmholtz, Julius Robert Mayer, Lebensenergie, Libido, Luigi Galvani, Materialismus, Mystizismus, Nervenbahnen, Nervenenergie, Nervenleitgeschwindigkeit, Neuronen, Prana, psychische Energie, tierische Elektrizität, Urknalls, Urzeugung, Vitalismus
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19. Dezember 2024
Schlagwörter:Autoimmunerkrankungen, Autoimmunreaktion, Bonobos, Bulgarien, Entzündungsreaktionen, Erich Fromm, evolutionäre Anthropologie, Gorillas, Indien, Karen Horney, Kopfbewegung, Neo-Freudianer, Neo-Psychoanalyse, Neurasthenie, Neuronen, Neurose, Nihilismus, Nordgriechenland, Orang Utans, Panikreaktion, Schimpansen, Schlange, Skoliose, Sri Lanka, Verhaltensforscher
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6. November 2024
Schlagwörter:Abwehrunktion, Affekt, Bauchgefühl, Bewußtsein, Biologie, Charakteranalyse, Denken, Denkprozeß, Emotionen, Erinnerungen, Gedanken, Gefühlsleben, Gehirn, Geist-Körper-Therapie, Hirnstamm, Ideen, Intellekt, Körper, Körperempfindungen, Kognition, menschliche Natur, Neuronen, Organempfindungen, Organismus, Pathophysiologie, Physik, Physiologie, Psyche, Psychologie, Psychotherapie, retikuläres System, Sensationen, sensomotorische Systeme, Sprache, Synapsen, Vegetativum, Verstandestätigkeit, Wahrnehmung
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18. September 2019
Schlagwörter:Bewußtsein, Computer, Feuilleton, Gehirn, Geist, Hochladen, Informationen, Komplexität, Mind Uploading, Naturwissenschaft, Neuronen, Neurowissenschaften, Pseudowissenschaft, Psychiatrie, Psychologie, Roboter, Technologie, Transhumanismus
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22. Mai 2019
Schlagwörter:Achtsamkeitsmeditation, Amygdala, antisoziale Persönlichkeitsstörung, Atemfrequenz, Autonomes Nervensystem, Bewußtsein, Bewußtseinsveränderung, Borderline-Persönlichkeitsstörung, das Unbewußte, Demenz, Depressionen, Diabetes, Dominanz, Emotionen, Emotionsfokussierte Therapie, Gehirn, Geist, Geist-Körper-Beziehung, Herzfrequenz, Herzkrankheiten, Hirnstamm, Ich-Psychologie, Körper, Kognitionsneurolinguistik, Kognitionsneurowissenschaft, Kognitionspsychologie, kognitive Verhaltenstherapie, Kortex, Limbisches System, Linguistik, Makaken, Metaphern, Methylierung, multiple Persönlichkeitsstörung, Muskeltonus, Nervensystem, Neurolinguistik, Neurologie, Neuronen, Neuropsychoanalyse, Neurowissenschaft, Neurowissenschaften, nonverbal, parasympathisch, Physiologie, Posttraumatische Belastungsstörung, Psychodynamik, Psychologie, Psychose, Psychotherapeuten, Psychotherapie, retikuläres Aktivierungssystem, Schizophrenie, Schlaganfall, Sigmund Freud, Spiegelneuronen, Streß, Sympathikus, Traumatheorie, Traumtheorie, Triebe, Vagotonus, Vagus, vegetatives Nervensystem, verbalen, Verhaltenstherapie, viszeral, Wahrnehmungen
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3. Februar 2019
Schlagwörter:Amygdala, Bewußtsein, Bewußtseinsveränderung, Emotionen, Gehirn, Geist, Hirnstamm, Körper, Kortex, Makaken, Neurologie, Neuronen, Neurowissenschaften, Psychose, retikuläres Aktivierungssystem, Schizophrenie, Spiegelneuronen
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28. April 2018
Schlagwörter:Altern, Alzheimer, Antischwerkraft, Arbeitsgedächtnis, Aura, Cannabis, Crack, Drogen, Drogenkrieg, Ecstasy, Gedächtnis, Gehirn, Geist, Gravitation, Halluzinationen, Kiffen, Kiffer, Kokain, Kurzzeitgedächtnis, Marijuana, Massive Attack, Methamphetamin, Nervenzellen, Neuronen, Pink Floyd, Pot, Psychosen, Schizophrenie, Schwerkraft, THC
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1. Dezember 2016
Reich zufolge ist Religion eine Art Ersatzbefriedigung, ein Ersatz für sexuelle Erfüllung. Das wird offensichtlich in der religiösen Imagination, ob diese nun in der Musik oder der bildenden Kunst zum Ausdruck kommt. Die „Liebe“ zu Gott hat sexuelle Konnotationen, das Paradies; religiöse Ekstase ist ununterscheidbar von sexueller. Die Religion sorge, so Reich, gleichzeitig aber auch dafür, daß die Menschen sexuell gehemmt werden, sich jede natürliche Lust als sündhaft versagen und „Disziplin lernen“.
Michael Ferguson et al. (University of Utah) konnte jetzt zeigen, daß das Glücksgefühl in Phasen intensiver religiöser Gefühle vom Belohnungszentrum im Gehirn hervorgerufen wird. „Bei der spirituellen Erfahrung feuern ähnliche Neuronen wie bei Liebe, Sex, Glücksspiel oder auch Sucht.“ An die Stelle der Selbstregulierung auf der Grundlage sexueller Befriedigung tritt ein sadomasochistisches Seelendrama.
Die jungen Mormonen, die die Forscher mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie während ihrer religiösen Hingabe untersuchten, beschrieben „ein Gefühl des Friedens und der Wärme, viele waren sogar so bewegt, daß sie Tränen in den Augen hatten (…). Auch im Gehirn der Gläubigen tat sich einiges: Während der Phasen starker spiritueller Gefühle registrierte der Hirnscanner eine deutliche Aktivierung des Nucleus accumbens – einem wichtigen Teil des Belohnungs-Schaltkreises im Gehirn. Dieses Hirnzentrum trägt unter anderem dazu bei, daß wir bei Liebe, Sex, Musik, aber auch Glücksspiel und Drogen intensive Befriedigung verspüren. Offenbar hat auch das Glücksgefühl bei der religiösen Praxis der Mormonen in diesem Schaltkreis seinen Ursprung.“
Gleichzeitig „löste die religiöse Praxis bei den gläubigen Probanden aber noch weitere Hirnveränderungen aus: Auch Zentren für die Aufmerksamkeit und der mediale präfrontale Cortex waren in den Phasen starker spiritueller Empfindungen besonders aktiv. Dieses Hirnareal ist unter anderem für Bewertungen, die Einschätzung von Situationen und moralische Überlegungen zuständig. Demnach hat die religiöse Verzückung bei den frommen Mormonen durchaus auch eine rationale Komponente und ist kein reines, diffuses Gefühl.“
Schlagwörter:Belohnungszentrum, Drogen, Ekstase, Ersatzbefriedigung, Gehirn, Glücksspiel, Gott, Hirnareale, Liebe, Magnetresonanz-Tomographie, Moral, Mormonen, Musik, Neuronen, präfrontaler Cortex, religiöse Ekstase, Religion, Sex, Sucht
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