
Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, f. Die Atemsperre

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, f. Die Atemsperre
Schlagwörter:Alexander Lowen, Amygdala, Angst, Angsterkrankung, Atemanhalten, Atemübungen, Atemrhythmus, Atemsperre, Atemtechniken, Atmen, Atmung, Aura, Ausatmen, Überraschung, ängstliche Aufmerksamkeit, Bauchmuskulatur, bioenergetisches Feld, Brustkorb, chronische Einatmungshaltung, Depressionen, Einatmen, elektrostatisch, Emotionen, Entspannung, Entspannungstechniken, Fibromyalgie, Gedächtnis, Gerüche, Harold Saxton Burr, Hippocampus, Hirnaktivität, Hyperventilieren, Krebs, Limbisches System, Mediation, Mundatmung, Neurowissenschaften, olfaktorischen Cortex, Panik, Panikattacken, Pharmaindustrie, Psychiatrie, Psychotherapie, Resignation, Rheuma, Schmerzempfindungen, Schmerzen, Schmerzpatienten, sympathisches Nervensystem, Tiefenentspannung, Verdrängung, Yoga, zentrales Nervensystem, Zwerchfell
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Über „das Entspannen“, das Gefühl von „Sinnhaftigkeit“ und das Glück
Panik, Asthma und die Vorteile einer Panikattacke
Kreiselwelle, Projektion, projektive Identifikation, phallische Narzißten versus Schizophrene
Über Einfühlungsvermögen, Liebe, Politik und „Entweder-Oder-ismus“
Schlagwörter:Adrenalin, Asthma, Atmung, Ausatmen, Autonomes Nervensystem, Denkprozesse, Einfühlungsvermögen, Entspannen, Glück, Herzklopfen, Identifikation, Introvertiertheit, Liebe, Lustangst, Narzißmus, Panik, Panikattacken, paranoid, paranoid-schizophren, phallische Narzißten, Polarisierung, Politik, Projektion, projektive Identifikation, Religion, Salbutamol, Schizophrene, Schlaf, Selbstmordgedanken, Sexualität, Sinnhaftigkeit, Wahnsinn, Weinen, Wilfred Bion
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Im Journal of Orgonomy (50(2), S. 76) beschreibt Elsworth F. Baker eine Patientin, die mit einem frei beweglichen, also weitgehend ungepanzerten Beckensegment in Therapie gekommen war. Am Ende der Therapie führte die Beseitigung restlicher Spannungspunkte im Becken und die Mobilisierung des Beckens (Aufforderung die Schließmuskeln des Anus und der Vagina widerholt anzuspannen und wieder loszulassen) zu einem starken Zittern der Schenkel und sie war fähig, beim Ausatmen das Becken nach vorne zu stoßen. Baker war es jedoch nicht möglich den Orgasmusreflex auszulösen. Dazu schreibt er: „Reich wies darauf hin, daß, obwohl einige Fälle ein hohes Gesundheitsniveau erreichen können, sie niemals den Reflex zeigen und manche nie [orgonotische] Strömungen verspüren.”
Umgekehrt berichtet im gleichen Heft (S. 178) Charles Konia von einer Patientin, die er von einem anderen Orgonomen übernommen hatte, bei der bloßes Atmenlassen auf der Couch sofort zu einem generellen Zittern des Körpers und zu einem Orgasmusreflex führte. Das trat zu einem Zeitpunkt auf, als von einer Heilung noch nicht im Entferntesten gesprochen werden konnte, war aber kein Grund zur Besorgnis, weil der vorangehende Orgontherapeut das okulare Segment ausreichend mobilisiert hatte, um eine geregelte Fortführung der Therapie zu garantieren.
Bei Patienten, die in den oberen Segmenten stark verpanzert sind, aber ein freies Becken haben, kann der „Beckenreflex“ auftreten, sozusagen „der halbe Orgasmusreflex“. Dieser kann sogar ein schlechtes Zeichen sein, weil insbesondere bei Schizophrenen zunächst die oberen Segmente entpanzert werden müssen, was nur durch Herstellung einer Panzerung (Immobilisierung) im Becken gelingen kann (die dann am Ende der Therapie natürlich wieder beseitigt werden muß).
Laientherapeuten können das alles nicht richtig einschätzen. Hinzu kommt, daß manchmal der „Orgasmusreflex“ (bzw. etwas, was der Laie für ihn halten könnte) in der ersten Sitzung auftritt. Jedenfalls war das zu meiner eigenen starken Verwunderung bei mir der Fall. Dr. Schwartzman versicherte mir damals, daß dies mitnichten der Orgasmusreflex sei. Am Anfang ist der Organismus (soweit er nicht vollständig erstarrt ist) noch vollkommen unvorbereitet, „naiv“ und es gibt noch keine Übertragung. Der quasi „hysterisch“ erregte Organismus ist deshalb der Situation hilflos ausgeliefert und läßt sich sozusagen gehen. Sehr bald panzert man sich jedoch in der therapeutischen Situation ab und die Illusion von Gesundheit verpufft. Laientherapeuten (Freiheitskrämer) leben von der Kultivierung solcher Illusionen. Ich denke nur an das „Orgasmusreflex-Training“.
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Beim Schreiben dieses Blogeintrags flattert eine Einladung des „Instituts der Deutschen Gesellschaft für Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo“ auf den Schreibtisch. Es geht um die „12. Jahrestagung mit Einführungkurs: Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach [Habib] Davanloo: DIE SUCHE NACH DEM WIDERSTAND“. Das ganze findet im „Exerzitienhaus der Diözese Würzburg HIMMELSPFORTEN“ statt. Bei diesem ganzen Zauber geht es um die Nutzung der Übertragung, die einen Widerstand gegen emotionale Nähe mobilisiert. Schon mal Wilhelm Reichs Buch Charakteranalyse gelesen? Der hatte aber Respekt vor dem Widerstand des Patienten, der im Kern ein charakterlicher Widerstand ist. Das alles zu Umgehen und, wie es im Flyer, heißt u.a. einen „vertikalen Zugang zum Unbewußten“ zu finden, ist von einer erschreckenden Rücksichtslosigkeit: die Abwehr wird mit Gewalt durchbrochen. Ähnlich wie das „Orgasmusreflex-Training“ wirkt es wie eine Karikatur des Reichschen Ansatzes. Das ganze gemahnt an das, was Morton Herskowitz über Lowen und Janov geschrieben hat: http://www.orgonomie.net/hdobespr3.pdf (dort S. 154-160).
Schlagwörter:Alexander Lowen, Anus, Arthur Janov, Ausatmen, Becken, Davanloo, Gesundheit, Habib Davanloo, Immobilisierung, Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie, IS-TDP, Körperpsychotherapie, Laientherapeuten, Metapsychologie, Orgasmus, Schizophrene, Spannungspunkte, Sphinkter, Vagina, Widerstand
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In Psychology Today ist zu lesen, daß Entzündungen oft die Antwort des Organismus auf Streß seien. Statt Medikation sei die Erhöhung des „vagischen Tonus“ eine Option, etwa durch Yoga und Meditation oder durch die Implantation von Geräten, die den Vagusnerv ständig stimulieren.
1921 entdeckte der deutscher Physiologe Otto Loewi, daß Stimulation des Nervus vagus eine Reduktion der Herzfrequenz verursacht, indem er die Freisetzung eines Stoffes auslöst, den Loewi „Vagusstoff“ nannte. Der Vagusstoff wurde später als Acetylcholin identifiziert, der erste Neurotransmitter überhaupt, den Wissenschaftlern identifiziert haben.
Der Vagusstoff (Acetylcholin) ist wie ein Beruhigungsmittel, das man einfach sich selbst verabreichen kann, indem man ein paar tiefe Atemzüge mit langem Ausatmen macht. Das bewußte Erschließen der Kraft deines Vagusnervs kann einen Zustand der inneren Ruhe erzeugen und dabei den Entzündungs-Reflex zähmen. (…)
Ein gesunder Vagotonus wird durch einen leichten Anstieg der Herzfrequenz beim Einatmen angezeigt und eine Abnahme der Herzfrequenz beim Ausatmen. Tiefe Zwerchfellatmung – mit einem langen, langsamen Ausatmen – ist der Schlüssel, um den Vagusnerv zu stimulieren und die Herzfrequenz sowie den Blutdruck zu verlangsamen, vor allem bei Zeiten des Leistungsdrucks.
Ein höherer Index des Vagotonus ist mit körperlichem und psychischem Wohlbefinden verbunden. Umgekehrt geht ein niedriger Index des Vagotonus mit Entzündungen einher, Depression, negativen Stimmungen, Einsamkeit, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Mit derartigen Erkenntnissen und Erläuterungen ist die moderne Medizin wieder da, wo Reich in den 1920er Jahren mit der Entwicklung der medizinischen Orgonomie angefangen hat. Reichs Ansatz zur Bekämpfung der chronischen Sympathikotonie war die charakteranalytische Vegetotherapie (psychiatrische Orgontherapie) und später der Einsatz des Orgonenergie-Akkumulators (physikalische Orgontherapie). Das mechanische Äquivalent heute ist die direkte Stimulierung des Vagusnervs mittels eines kleinen unter die Haut implantierten „Schrittmachers“. Problem mit dieser neuen „bioelektronischen Medizin“, und übrigens auch mit den erwähnten „Yoga und Meditation“, ist, daß diese Interventionen nur oberflächlich wirken und der alte Zustand rasch wiedekehrt, wenn sie eingestellt werden.
Die Hoffnungen sind groß, daß die Nervenstimulation die kostspielige und nebenwirkungsreiche Medikation bei rheumatischer Arthritis, Parkinson, Morbus Chron und Alzheimer ersetzen könnte. Wie weit wären wir, wenn man vor 70 Jahren die medizinische Orgonomie unterstützt hätte, statt dem verbrecherischen Irrweg des Verabreichens giftiger Substanzen!
Schlagwörter:Acetylcholin, Alzheimer, Ausatmen, bioelektronische Medizin, Depression, Einsamkeit, Entzündungen, Herzfrequenz, Herzinfarkt, Meditation, moderne Medizin, Morbus Chron, Nervenstimulierung, Nervus vagus, Otto Loewi, Parkinson, Physiologie, rheumatische Arthritis, Schlaganfall, Sympathikotonie, Vagotonus, Vagusnerv, Vagusstoff, Yoga
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