Posts Tagged ‘Charakterstruktur’

Grausam entstellte Leichen am Wegesrand der Orgonomie

28. Februar 2017

Die Bösewichter sind Elsworth F. Baker und Charles Konia. Baker habe nach Reichs Tod die Orgonomie bis zur Unkenntlichkeit entstellt, insbesondere mit seiner soziopolitischen Charakterologie. Nach Bakers Tod 1985 habe Konia das seit Anfang der 1990er Jahre noch weiter ins Extrem getrieben, insbesondere mit seiner Darstellung der antiautoritären Gesellschaft. Seine Artikel und Bücher zeigten, daß er keine Ahnung von der Emotionellen Pest hätte. Man bräuchte doch nur Reich selbst lesen und mit den „Machwerken“ Bakers und Konias vergleichen. Außerdem hätte Baker ein Doppelleben geführt, heimlich eine zweite Frau und eine zweite Familie gehabt. Als sein Sohn Courtney F. Baker das entdeckt habe, habe er sich von seinem Vater losgesagt und 1982 das Institute for Orgonomic Science gegründet. Baker, ein durch und durch verlogener Mensch, habe das American College of Orgonomy wie eine Sekte geführt und Konia das nach Bakers Tod bruchlos weitergeführt, sei extrem autoritär, etc.

Da weiß man kaum, wo man anfangen soll. Baker hat eine Familie hintergangen, die aus erwachsenen Kindern in ihren besten Jahren bestand, die selbst bereits Familien hatten, und seine Gattin war selbst bereits Greisin. Wäre das nicht rausgekommen, wo ist das Problem? Und die Sache mit der Sekte: Ja! Aber es fällt mir schwer, da einen großen Unterschied zu Reich zu sehen. Kaum ist der organisatorischer Druck und der Einfluß der Führerpersönlichkeit weg, verflüchtigt sich die Sache in nichts. Das hat man gesehen, als Reich nacheinander Wien, Berlin, Kopenhagen, Oslo und New York verließ. (Mit „New York“ meine ich den Wechsel ganzjährig nach Maine und die Entwicklungen, die etwa gleichzeitig mit dem ORANUR-Experiment ihren Anfang nahmen.) Jeweils verflüchtigten sich all die Leute, die zuvor unaufgefordert „unverbrüchliche Treue“ geschworen hatten. Erst Recht nach seinem Tod. All diese Helden waren denkbar unproduktiv, nachdem sie „frei“ waren. (Was ich in den letzten 40 Jahren schon mit „ultra-orgonomischen“ und entsprechend ultra-kritischen Wichtigtuern zu tun hatte – die sich durchweg nach kurzer Zeit buchstäblich in Luft aufgelöst haben und mittlerweile kaum noch „Wilhelm Reich“ buchstabieren können!)

Und zu Dr. Konia und dem heutigen ACO: Mir persönlich zieht diese Art von Kritik die Schuhe aus! Erst plärren diese Kritiker, daß es in der Orgonomie keine Weiterentwicklung gibt, dann, nachdem Baker und Konia sie im Bereich des Verständnisses der Emotionellen Pest um Riesenschritte vorangebracht haben, verweisen die gleichen Leute, die eben noch von „Sektiererei“ sprachen, auf die heiligen Schriften Reichs. Leute, die im Gegensatz zu Konia kaum eine orgonometrische Gleichung zustandebringen und auch ansonsten durchgehend ein schrecklich plattes Zeugs fabrizieren. Tatsächlich hassen sie Baker und Konia so sehr, weil die gefährlich nahe an ihre Charakterstruktur gekommen sind. Und wenn ich die peinlichen Ergüsse der Baker- und Konia-Kritiker lese, die Trump indirekt (wenn nicht sogar direkt) mit Hitler gleichsetzen und dabei eins zu eins auf die Massenpsychologie des Faschismus verweisen – und wirklich nichts merken… Leute, macht das, was ihr für „Orgonomie“ hält, und ich frage mich währenddessen, warum ich mir euren Müll ständig zu Gemüte führe. Es ist wie bei einem schweren Unfall mit grausam entstellten Leichen – man muß hingucken, auch wenn man es sogleich bereut…

Fassade und Kern (Teil 3)

7. Oktober 2016

Beim Durchstöbern von YouTube bin ich auf die beiden folgenden Kommentare zum Film über Johnny Cash’ berühmtes Konzert in San Quentin gestoßen:

Wenn ich auf die Gesichter der damaligen Gefängnisinsassen blicke, sehe ich einen anderen Menschen als heute, 2007. Unsere Nation [Amerika] hat sich verwandelt. Schau sie dir an… Es ist nicht nur der Haarschnitt.

Darauf ein anderer Zuschauer:

Ich hatte ein ähnliches Gefühl. Sogar die Leute, die damals im Gefängnis saßen, wirken weitaus naiver als der Durchschnittsmensch von heute.

Ähnliches kann man anhand von Dokumentationen aus den 1960er Jahren über die deutsche „Unterwelt“ sehen.

Die Panzerungsstruktur der Massen in der westlichen Welt hat sich seit den 1960er Jahren grundlegend verändert, da sich das „CFP“ (das Gemeinsame Funktionsprinzip) der Gesellschaft gewandelt hat. Genauso wie die Produkte einer Fabrik wechseln, wenn beispielsweise von einer Fernglasproduktion auf die Herstellung von Mikroskopen umgerüstet wird, d.h. das CFP, das Common Functioning Principle der Fabrik ein anderes wird, – genauso haben sich die Massen verändert, als die Gesellschaft sich von einer autoritären in ihr Gegenteil, die antiautoritäre Gesellschaft verwandelte. Charles Konia beschreibt diesen Prozeß und seine Folgen in seinem Netztagebuch www.orgonomie.wordpress.com im einzelnen.

Zu Reichs Zeiten war die autoritäre Gesellschaft noch intakt, d.h. sekundäre Triebe wurden unterdrückt und primäre Triebe fristeten ein Nischendasein, das geduldet wurde, solange der gesellschaftliche Status Quo nicht gefährdet war. In der neuen, antiautoritären Gesellschaft überwuchern im Namen der Freiheit des Einzelnen die sekundären Triebe alles. Für die primären Triebe gibt es keinen Platz mehr. Gemeinheit und Niedertracht sind cool, Anständigkeit und Offenheit ist etwas für Trottel. In Filmen wie No Land For Old Men oder etwa in Batman werden psychopathische Killer zu coolen Helden, gegenüber denen die Spießer von vornherein keine Chance haben. Die oben beschriebenen Gefängnisinsassen mit ihren offenen Gesichtern würden heute keinen Tag überleben. Schon auf den Schulhöfen hätten sie gelernt, daß man alles Lebendige in sich abtöten muß, um nicht zum „Opfa“ zu werden.

Neulich betrete ich spätabends das Haus und ein etwa 15jähriger kommt mir im Eingangsbereich entgegen. Er schaute mich voller „Härte“ und Herablassung aggressiv an, dermaßen abwegig, weil ohne jede bioenergetische Ladung bzw. „Substanz“, daß ich mir ein leichtes Lachen nicht verkneifen konnte. Ein Gangsta im bürgerlichen Norden Hamburgs! Langenhorn ist voll das Ghetto, Altä! So überall: man denkt, man sei in eine billige Gangster-Klammotte hineingeraten.

Andere Jugendliche wirken wie Wesen von einem anderen Planeten: metrosexuelle Schaufensterpuppen, die bioenergetisch wirklich nur aus Fassade bestehen ohne irgendetwas dahinter. Ich komme beispielsweise nicht über dieses spindeldürre Etwas mit der Emo-Frisur, grüner Strähne im Gesicht und Lippenpiercing hinweg, das ich neulich während der Mittagspause im Imbiß gesehen habe. Der Bart wies auf einen jungen Mann hin, obwohl er sich wie eine magersüchtige Frau bewegte. Eine auffällige Aufmachung, aber ein Gehabe, als wolle er sagen: „Bitte keine Photos, ich bin hier privat.“ Was für seltsame Wesen doch meinen Alltag bevölkern.

Unabhängige Bestätigungen von Elsworth F. Bakers soziopolitischer Charakterologie

22. Juni 2015

Generell sprechen die Menschen nicht gerne über ihre Sexualität, weil sie sich dadurch buchstäblich entblößen. Das scheint sich zwar in den letzten Jahren geändert zu haben („Let’s talk about sex!“), doch hat das mehr jene Qualität, die sich schon von je her in Männergesprächen gefunden hat, wo man seine (angeblichen) Eroberungen zum besten gab. Man hat Angst davor, daß die eigene Pseudopotenz entlarvt wird. Entsprechend sprechen Konservative nicht gerne über ihre religiösen Gefühle, weil sie Angst davor haben, daß diese „psychoanalytisch“ entzaubert werden. Ähnlich sieht es bei Linken hinsichtlich ihrer politischen Einstellungen aus. Erstaunlicherweise scheint das letzte der drei Tabus einer gepanzerten Gesellschaft in unserer Gesellschaft das stärkste zu sein!

Dies ist auch der tiefere Grund dafür, daß kaum ein anderer Reich-Schüler in bestimmten Kreisen derartig unbeliebt, wenn nicht sogar verhaßt, ist, wie Elsworth F. Baker, der zu Reichs Zeiten der informelle Anführer der zum größtenteils in New York ansässigen amerikanischen Orgonomen war. Er wird geradezu zu einem „Anti-Reich“ hochstilisiert. Dies vor allen Dingen wegen seines 1967 in Amerika erschienen Buches Der Mensch in der Falle (Man in the Trap), in dem er ein ausführliches Kapitel der „soziopolitischen Charakterologie“ gewidmet hat und dort insbesondere die wahren Motive des „modern liberal“ entlarvt.

In Der politische irrationalismus aus Sicht der Orgonomie habe ich versucht, Bakers Analyse in ihrer von den Orgonomen Charles Konia und Robert Harman leicht revidierten Form auf das deutsche Spektrum anzuwenden und dabei weiter zu systematisieren. Obwohl ich überzeugt war, daß Baker im Grundsatz recht hat (und dazu auf jede Menge unabhängiger Untersuchungen, die überhaupt nichts mit der Orgonomie zu tun haben, verweisen konnte), mußte ich doch Bakers Formulierungen an die deutschen Verhältnisse anpassen. Hatte er also doch nicht bioenergetische Vorgänge erfaßt, sondern nur soziokulturelle Gegebenheiten? Nach der Lektüre von Charles Konias Buch The Emotional Plague, das in mancher Hinsicht eine Fortführung von Bakers Buch ist, bin ich mittlerweile wieder mehr von Bakers Schema als bioenergetischer Realität überzeugt.

Das Problem mit Deutschland und Europa allgemein ist die Verschiebung des gesamten politischen Spektrums nach links außen im Verlauf der letzten hundert Jahre. (Man zeige mir einen einzigen genuin konservativen Politiker!) Dadurch wurde Bakers Schema bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Oder mit anderen Worten: was die Leute in Anpassung an die linke Atmosphäre von sich geben („political correctness“), hat wenig Verbindung zu ihrer Charakterstruktur. (Daß uns der linke Abschaum noch nicht durch ständige Provokationen in den Rechtsradikalismus getrieben hat, beweist mal wieder wie stabil doch der konservative Charakter ist im Gegensatz zum [links-] libralen Charakter. Ganz entsprechend Bakers Theorie.)

Trotz aller Verzerrungen des politischen Spektrums, die zunehmend auch Amerika betreffen, liegen unabhängige Studien vor, die Bakers Ansatz in wirklich jeder Hinsicht bestätigen:

Baker unterschied zwischen zwei soziopolitischen Grundcharakteren: dem Liberalen auf der linken Seite des Spektrums und dem Konservativen auf der rechten Seite. Je mehr gepanzert sie seien, desto mehr schäle sich ihr Grundwesen heraus: bei den Liberalen ihr Kollektivismus, weshalb Baker den modern liberal auch als „kollektivistischen Charakter“ bezeichnet, und aus Bakers Beschreibung des „extremen Konservativen“ wird deutlich, daß er diesen entsprechend als „individualistischen Charakter“ hätte bezeichnen können.

Michael Dodd (University of Nebraska, Lincoln) et al. untersuchten 72 linke (im amerikanischen Sprachgebrauch „liberale“) und konservative Probanden. Sie saßen vor einem weißen Computerbildschirm, in dessen Mitte sich ein kleines schwarzes Kreuz befand.

Dieses verschwand nach wenigen Sekunden und wurde durch ein Gesicht ersetzt, dessen Augen zunächst leer waren. Dann erschienen die Pupillen, die entweder nach links oder nach rechts schauten. Die Aufgabe der Freiwilligen bestand darin, mittels Tastendruck zu signalisieren, sobald rechts oder links neben dem Gesicht ein kleiner Kreis erschien. Allen Teilnehmern wurde erklärt, daß die Blickrichtung der Augen kein Hinweis darauf sei, wo der Kreis erscheinen würde. Obwohl es insofern eigentlich keinen Grund gab, den Blicken des Computergesichts zu folgen, taten die Liberalen genau das.

Die Forscher fanden es verwunderlich, daß die Konservativen nicht dem instinktiven Impuls nachgaben, den Blicken ihres Gegenübers zu folgen, sondern im Gegensatz zu den „Liberalen“ vollkommen immun gegenüber diesem zentralen Schlüsselreiz sozialer Interaktion blieben.

Möglicherweise führe diese unterschiedliche Wahrnehmung der Umwelt dazu, daß manche Menschen eine eher konservative Position einnähmen, die die persönliche Autonomie in den Vordergrund stelle, mutmaßen die Forscher. Entsprechend würden Menschen, die besonders intensiv auf ihre Mitmenschen reagieren, eher eine liberale Ausrichtung einnehmen.

Diese und viele weitere neuere Untersuchungen zeigen, daß politische Unterschiede biologisch, nicht ökonomisch verankert sind!

Jacob Hirsh (University of Toronto) et al. haben gezeigt, daß sich aus der Persönlichkeit (Charakter) unsere politischen Vorlieben bestimmen lassen. Unsere Werte seien tief in der Biologie verankert.

Die Forscher fragten mehr als 600 Teilnehmer aus Kanada und den USA nach deren politischen Grundhaltung, weniger nach ihren parteipolitischen Präferenzen. Danach führten sie einen Persönlichkeitstest durch, um ihre Persönlichkeitszüge und deren Beziehung zu ihren politischen Vorlieben zu bestimmen.

Hirsh und seine Kollegen konnten zeigen, daß eine Einstellung, die sich um Mitleid, Mitfühlen und Gleichheit dreht, mit einer (links-) liberalen Haltung einhergeht, das Betonen von Ordnung und der Befolgung sozialer Normen mit einer konservativen. Konservative zeigen, so Hirsh, höhere Testwerte bei dem Persönlichkeitszug „Ordnung“, niederigere bei „Offenheit“. Ihnen ist eine tiefsitzende psychologische Motivation eigen, die gegenwärtige Gesellschaftsstruktur zu bewahren.

Diese Arbeit fügt sich zu anderen Forschungsberichten, die unisono darauf hinweisen, daß politisches Verhalten von zugrundeliegenden psychologischen Bedürfnissen bestimmt wird. Hirsh:

Wenn die Bedürfnisse nach Ordnung und nach Gleichheit einigermaßen ausgeglichen sind, ist der Betreffende wahrscheinlich politisch moderat eingestellt. Wird eines der Beweggründe stärker als der andere, bewegen sich die politischen Vorlieben zum jeweiligen Ende des Spektrums.

Jordan Peterson, ein Co-Autor der Studie:

Die Wertvorstellungen der Menschen sind tief in ihr biologisches und genetisches Erbe eingebettet. Das bedeutet, daß man politische Wert- und Moralvorstellungen von einer tieferen Warte, d.h. vom Ursprung der Beweggründe her, betrachten muß. Politische Vorlieben gehen nicht einfach aus einer rationalen Betrachtung der Probleme hervor.

Nichts anderes hat Baker gesagt! Und genau wie Peterson hat auch Baker argumentiert, daß um eine Gesellschaft funktionsfähig zu erhalten, beide Arten von politischer Motivation notwendig sind.

Soweit die Studie.

Wie bereits angedeutet, gefährdet die Linke die soziopolitische Balance, die die Gesellschaft lebensfähig erhält. Beispielsweise fordern mittlerweile gerade „konservative“ Politiker eine „buntere Republik“! Das kann nur in einem gewaltigen Knall enden: entweder in einer kommunistischen Diktatur oder in einem maßlosen konservativen Gegenschlag, der allen konservativen (also weitgehend christlichen) Grundsätzen hohnsprechen wird. Möge uns Gott beistehen!

Angst in der Orgontherapie, ihre Bedeutung und ihre Behandlung. Ein Fallbericht

11. März 2014

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Dr. Vittorio Nicola: Angst in der Orgontherapie, ihre Bedeutung und ihre Behandlung. Ein Fallbericht