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Grundelemente einer orgonomischen Soziologie (Teil 9)

4. Mai 2013

Zum weiteren Verständnis muß zunächst eine Grundschwierigkeit ausgeräumt werden, an der viele bei ihrer Beschäftigung mit Max Stirner scheitern: er hat nicht der subjektiven „solipsistischen“ Willkür Tür und Tor geöffnet, sondern ganz im Gegenteil sich gegen die Willkür der Menschensatzungen empört, um den Gesetzen der Natur wieder Geltung zu verschaffen, gegen die jede Empörung einfach nur eine Kinderei, also Religion ist. Aber genau das haben sich seine „Nachfolger“, Adorno & Co., zuschulden kommen lassen: kindsköpfigerweise „entlarvten“ sie auch „die Natur“ (z.B. die Genitalität) als bloße Ideologie – und öffneten so der Willkür wieder Tür und Tor. Getoppt wird diese merkwürdige „Dialektik der Aufklärung“, indem plötzlich Reich und Stirner als Faschisten „entlarvt“ dastehen (vgl. dazu Bernd Laskas rororo Bildmonographie über Wilhelm Reich, S. 39).

Zum besseren Verständnis Stirners möchte ich Nietzsche zitieren:

Wir aber wollen Die werden, die wir sind, – die Neuen, die Einmaligen, die Unvergleichbaren, die Sich-selber-Gesetzgebenden, die Sich-selber-Schaffenden! Und dazu müssen wir die besten Lerner und Entdecker alles Gesetzlichen und Notwendigen in der Welt werden: wir müssen Physiker sein, um, in jenem Sinne, Schöpfer sein zu können, – während bisher alle Wertschätzungen und Ideale auf Unkenntnis der Physik oder im Widerspruch mit ihr aufgebaut waren. Und darum: Hoch die Physik! (Die fröhliche Wissenschaft, A 335)

Die Nähe zu Reich, dem „Stirnerischen“ Naturwissenschaftler, ist evident.

In der Denkweise der Kritischen Theorie wird Reich „entlarvt“ als Instrument der kapitalistischen „instrumentellen Vernunft“, die ihn zum totalen Herrscher über die Schöpfung macht, indem er den Menschen und insbesondere dessen Sexualität verdinglicht. Nochmals: Das ist Reich (bzw. Stirner) gegen sich selbst gewendet! Die Kritische Theorie stellt eine radikale Absage an „Stirner-Reich“ dar – indem deren „Aufklärung über die Aufklärung“ gegen die „Aufklärung über die Aufklärung“ gewendet wird.

Jenen (Reich und Stirner), die gegen die „Enteignung des Einzigen“ bzw. gegen die Zerstörung der Selbstregulation protestieren, wird Hybris vorgeworfen: als Non-Plus-Ultra-Kapitalisten würden sie die Natur enteignen. Mit diesem Vorwurf unterscheiden sich Adorno & Co. aber in nichts von den christlichen Kritikern der Aufklärung. Theodor Adornos Dialektik der Aufklärung entlarvt sich so letztendlich als pfaffenhafte Anti-Aufklärung, die aufschreit: „Nichts ist diesen Teufeln heilig!“

Schauen wir, wie Adorno Reichs soziologische Erklärung der Wende von Weimar nach Hitler-Deutschland, bewertet hat:

Es ist nicht so, daß psychologische Dispositionen wirklich Faschismus verursachen, sondern „Faschismus“ bezeichnet eigentlich ein psychologisches Gebiet, das von Kräften, die ihn aus ganz unpsychologischen Interessengründen fördern, erfolgreich ausgenutzt werden kann. (z.n. Annete Leppert-Fögen: Die deklassierte Klasse, Fischer TB, 1974, S. 191)

Was, um alles in der Welt, sind „unpsychologische Interessengründe“? Das soll wohl Adornos „Materialismus“ zum Ausdruck bringen. Adorno will Beweggründe entlarven, verschleiert aber ihren ideologischen, d.h. „bio-psychologischen“ Hintergrund! Überhaupt trifft das ganz allgemein auf den Marxismus zu: er will entlarven, verschleiert aber nur, weshalb er sich so hervorragend als Herrschaftsideologie eignete.

Und was oder wer sind jene „Kräfte“, die ein „psychologisches Gebiet“ (sic!) aus rein materiellen „Interessengründen“ ausnutzen? Natürlich das mythische „Kapital“ mit seinen Klasseninteressen. Nun hat aber Reich gezeigt, daß der Faschismus alles andere als eine Verschwörung des „Finanzkapitals“ war, das ein „psychologisches Gebiet“ rational für seine Interessen manipulierte, sondern daß hier vollkommen irrationale politische Prozesse am Werk waren, die wiederum auf bestimmten Charakterstrukturen beruhten, nicht auf vagen „psychologischen Dispositionen“.

Es geht nicht um isolierte „Dispositionen“, sondern um Charakterstrukturen, die mit der gesellschaftlichen Struktur funktionell identisch sind. Funktionell identisch in der Hinsicht, daß es um die Erfüllung bzw. Nichterfüllung der biologischen Grundbedürfnisse geht. Das sind die „unpsychologischen Interessengründe“. Adornos Kritik zielt also ins Leere. Ein eklektisches Zusammenmanschen von laienhafter Psychoanalyse und abstraktem Pseudomarxismus, das Reich seit Beginn der Sexualökonomie 1928 vernichtend kritisiert hat.

Seinerseits hat (bzw. hätte) Horkheimer als guter Marxist den Reichschen Ansatz, über den Umweg Nietzsche, wie folgt kritisiert:

Weder im individuellen noch im nationalen Charakter liegt der Grund der von ihm (Nietzsche) bekämpften (intellektuellen) Unsauberkeit, sondern in der Struktur der gesellschaftlichen Totalität, die beide in sich enthält. Indem er als typisch bürgerlicher Philosoph die Psychologie, wenngleich die tiefste, die es bis heute gibt, zur Grundwissenschaft der Geschichte machte, hat er den Ursprung der geistigen Verkommenheit sowie den Weg aus ihr verkannt, und das Schicksal, das seinem eigenen Werke widerfuhr (…) hat daher seine Notwendigkeit. (z.n. Steven E. Aschheim: Nietzsche und die Deutschen, Stuttgart 1996, S. 195)

Diese Aussage von 1935 ist vorweggenommen die perfekte Marxistische Kritik an der „faschistischen“ sozialen Orgonomie, wie sie sich heute darstellt. Es ist imgrunde die gleiche Kritik, die der frühe Marx Stirners Der Einzige und sein Eigentum angedeihen ließ: Selbststeuerung und die Bio-Psychologie ihrer Verhinderung sind des Teufels.

Dieses Zusammenspiel von „psychologischen Dispositionen“ (dilettantische Psychoanalyse) auf der einen und „unpsychologischen Interessengründen“ (dilettantische Politökonomie) auf der anderen Seite zeigt die ganze Scharlatanerie Adornos, der als Laie sowohl nichts von Psychologie, Psychiatrie und Medizin als auch nichts von Volkswirtschaft versteht, und zu allem Überfluß nie einen direkten Kontakt mit dem sozialen Kampf der Massen hatte. Aber „Soziologie“ betreiben… In Wirklichkeit ist er einfach nur ein spintisierendes Kind, das mit Freudschen und Marxschen Mythen („das Kapital“, „das Über-Ich“, etc.) wie mit Bauklötzen spielt und sich ein verschrobenes Märchenschloß errichtet, an dem nichts aber auch rein gar nichts stimmt! Daß modern-liberale Charaktere auf diesen Dreck reinfallen, liegt an ihrer Kontaktlosigkeit: der Intellekt ist kein Erkenntnisorgan mehr (Kontakt), sondern ein Organ der Abwehr (Unterbindung von Kontakt).

Wie ist Adorno mit den Stirnerschen Einsichten über das „Heilige“ umgegangen? Er hat, um sowohl dem „Heiligen“ als auch den Stirnerschen Einsichten zu entgehen, einen „dialektischen“ Irrgarten angelegt, in dem sich keiner mehr zurecht findet. Ein Alptraum von kontaktlosem Intellektualismus. Wie Adorno so schön schreibt: „In schroffem Gegensatz zum üblichen Wissensideal bedarf die Objektivität dialektischer Erkenntnis nicht eines Weniger, sondern eines Mehr an Subjekt“ (Negative Dialektik, suhrkamp, S. 50). In seinem reaktionären Obskurantismus unterscheidet er sich in nichts von Figuren wie Heidegger (dem er einen „Jargon der Eigentlichkeit“ vorwirft) und Carl Schmitt.

Daß solche Leute mit ihrer „Dialektik der Aufklärung“ Reich entlarven und die Natur vor seinem sexualökonomischen und orgon-technologischen Zugriff bewahren wollen – ist einfach ein schlechter Witz. Ihre Verteidigung von Natur und Autonomie erinnert fatal an die Verteidigung des Proletariats durch die Marxisten. Es ist in jedem Sinne des Wortes Verrat an Stirners „Aufklärung über die Aufklärung“.

Was ist dann falsch an der Moderne? Es ist nur eines falschgelaufen und das hat nichts mit der Moderne per se zu tun: die Panzerung des Menschentiers. Am sichtbarsten wird diese Panzerung in der Verdoppelung der Welt in das angeblich „barbarische“ Tier und die objektive Wertewelt. Wie Stirner hat Reich gezeigt, daß der Mensch gespalten ist:

Er ist im Grunde hilflos, freiheitsunfähig und autoritätssüchtig, denn er kann nicht spontan reagieren; er ist gepanzert und erwartet Befehle, denn er ist widerspruchsvoll und kann sich auf sich selbst nicht verlassen. (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 176)

Aber Adorno, Zygmunt Bauman, et al. haben nichts besseres zu tun als weiter gegen die „barbarische Natur“ zu kämpfen. Natürlich predigen sie keine objektive Wertewelt, sondern – die Selbstrücknahme, den Selbsthaß. Gramgebeugte Pfaffen! Etwa wenn Bauman als Essenz seines Denkens in Dialektik der Ordnung „eine Ethik der Distanz und des Ferneffekts (fordert), die mit der unheimlichen Zunahme der räumlichen und zeitlichen Folgen technischen Agierens vereinbar wäre“ und gegen den „nackten, nüchternen Überlebenswillen“ zu mobilisieren sei… Klingt gut, aber dahinter tun sich pseudo-liberale Abgründe auf…

stinrerich

Wo bleibt Marx?

9. Februar 2013

In der neusten Ausgabe der Annals of the Insitute for Orgonomic Science stellt der australische Orgonforscher Dean Davidson eine berechtigte Frage: In den Veröffentlichungen des American College of Orgonomy sei, so Davidson in seinem Aufsatz „Foundations for a Functional Analysis of Economics“, ständig von einer „funktionellen Ökonomie“ die Rede, aber Marx wird von den Schülern Elsworth F. Bakers nie erwähnt. Wenn doch, dann allenfalls als Vertreter der mechano-mystischen Weltanschauung und als pestilenter Charakter. Wie kann das sein, wenn Reich in seinen Schriften bis zuletzt Marx‘ Werttheorie als die Grundlage jeder orgonomischen Überlegung zur Ökonomie hervorgehoben hat?!

Davidson führt aus, daß die besagten neueren Überlegungen zur Ökonomie, etwa über den „freien Austausch“ zwischen den Wirtschaftsteilnehmern, gut und richtig sein mögen, doch falle vollkommen unter den Tisch, daß dies nur unter vor-kapitalistischen (bzw. vor-patriarchalischen) Bedingungen im vollen Umfang gelten könne. Heute würden, so Davidson, die Wirtschaftsbeziehungen von jenen von den Menschen vollkommen unabhängigen Gesetzen bestimmt, die Marx entdeckt und auf die sich Reich immer wieder berufen habe: die Arbeitswertlehre und die Mehrwertlehre, der Unterschied zwischen Tauschwert und Gebrauchswert.

Klingt gut! Das Problem ist nur, daß eine oberflächliche Funktion (die von Marx angeblich entdeckten angeblichen Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus) wichtiger sein soll als eine tiefere Funktion: der Charakter. Und selbst diese Formulierung ist fragwürdig, denn sie suggeriert, daß Marx in irgendeiner Weise praxisnäher („oberflächlicher“) sei. Doch aus dem charakterologischen Ansatz folgt unmittelbar eine gangbare Praxis, wie Reich in seiner Analyse des Scheiterns des Marxismus („Vulgärmarxismus“) in Die Massenpsychologie des Faschismus aufgezeigt hat, während aus der „polit-ökonomischen“ Analyse wirklich nur eins folgt: das gegenwärtige Wirtschaftssystem müsse zerstört werden. Die Marxsche Theorie ist jenseits der „Mobilisierung zur Revolution“ für die Praxis vollkommen folgenlos, denn kein Arbeiter benötigt irgendwelche wirren („dialektischen“) Theorien über den „Mehrwert“, um zu wissen, daß er ausgebeutet wird. Der Marxismus „beweist“ ihm nur eins, daß, egal welchen Lohn er in einer florierenden Wirtschaft auch immer bekommt, der Kapitalismus prinzipiell illegitim ist! Der Marxismus ist eine Lehre der Zerstörung und sonst nichts.

Und was soll diese ominöse Praxis des charakterologischen Ansatzes sein? Welch eine Frage! Es geht schlicht darum, die Arbeitsdemokratie zu verwirklichen, indem man sich beispielsweise dem allgegenwärtigen Drang zur Verantwortungslosigkeit entzieht. Wer behauptet, dieser angestrebte „freie Austausch“ müsse in einer kapitalistischen Gesellschaft Illusion bleiben, da diese von objektiven Gesetzmäßigkeiten bestimmt werde, die die Selbstverwirklichung der Individuen unmöglich mache, da alles dem unerbittlichen Diktat der Profitmaximierung unterworfen sei, sollte „den Laden dichtmachen“ und sich der KPD/ML oder so anschließen! Außerdem sollte er niemals eine Orgontherapie beginnen, denn in einer derartig kranken Welt, kann sich die Gesundheit eh nicht entfalten. Das gleiche gilt dann natürlich auch für Reichs Projekt „Kinder der Zukunft“.

Indem Marx die beiden Gegebenheiten „Wert“ und „Ausbeutung“ miteinander verbunden hat, hat er die Grundlagen der Arbeitsdemokratie zerstört, denn Wert ist mit unserer bioenergetischen Arbeitsfunktion verbunden, während es bei der Ausbeutung schlichtweg um eine Machtfrage geht („wieviel kriegt jeder vom Kuchen ab“). Werden diese beiden Sphären vermengt, kommt Moral dort ins Spiel, wo sie nicht hingehört: „Ich habe nicht nur für den Teil des Kuchens gearbeitet, den ich erhalte, sondern auch für den, den du ungerechterweise erhältst.“

In einer Welt, in der die beiden Gegebenheiten „Wert“ und „Ausbeutung“ getrennt werden, ist Raum für das Lebendige. Eine Welt, in der „Wert“ unlösbar mit „Ausbeutung“ verbunden ist, kann man nur noch zu zerstören trachten, um das Lebendige zu befreien. Das erklärt den ganzen religiösen Wahnwitz der Kommunisten, die 100 000 000 Menschen ermordet haben, um das Paradies auf Erden zu errichten. Es ist bezeichnend, daß sie dabei eine Welt geschaffen haben, in der nicht nur Menschenleben, sondern überhaupt nichts mehr einen „Wert“ hat.

Warum Reich nicht sehen konnte, daß zwischen Werttheorie und Rotem Faschismus ein Gleichheitszeichen gehört, ist biographisch zu erklären. Daß „Reichianer“ es nicht sehen können, ist nur charakterologisch erklärbar.

Und Marx selbst war nichts weiter als ein Haufen Scheiße:

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Der biologische Rechenfehler am Beispiel der Verschwörungstheorien

1. Oktober 2012

Verschwörungstheorien rechnen nicht mit der biophysischen Hilflosigkeit der Menschen. Imgrunde sagen Verschwörungstheorien aus, daß alles „unter bewußter Kontrolle“ steht und die Massen nur Opfer sind. Verschwörungstheorien sind die mystische Entsprechung des Marxismus: bei ihm sind trotz aller pseudo-dialektischen Verrenkungen die Menschen bloße Marionetten der „materiellen Entwicklung“. Charakteristischerweise kamen bei den Marxisten sofort Verschwörungstheorien auf, als sich eine Schere zwischen der Bewußtseinsentwicklung der Massen und der besagten „materiellen Entwicklung“ auftat. „Saboteure“, „Trotzkisten“, „Kosmopoliten“, etc. hatten Schuld, wenn es mit dem Aufbau des Sozialismus nicht von der Stelle kam und die Arbeiterklasse im Westen kein internationalistisches Klassenbewußtsein zeigte. Diese Phase des Marxismus bezeichnet man als „Stalinismus“. Verschwörungstheorien handeln von Dingen wie „Sabotage“ und „Fraktionsbildung“. Es geht um bewußte Eingriffe, die die vermeintlich natürliche Entwicklung behindern.

Wenn sich die Entwicklung des Sozialismus hinauszögert, sind hinterhältige Machenschaften des Klassenfeindes schuld. Für die Schwäche Deutschlands nach außen und dem Elend im Inneren, können nur „semitische Untermenschen“ verantwortlich sein, die den „arischen Herrenmenschen“ ständig hinterhältig ein Bein stellen. Für den bedauernswerten Zustand der islamischen Länder können nur die Ungläubigen verantwortlich sein, die den naturgegebenen Segen Allahs auf satanische Weise sabotieren. Und wenn das satanische Amerika das offensichtliche Opfer ist, dann sind es nach dem verqueren Prinzip „cui bono“ in Wahrheit die Amerikaner selbst, die im Verborgenen die Untaten inszeniert haben, die sie dann anderen zuschreiben, um Angriffskriege rechtfertigen zu können. Auf diese Weise ist die natürliche Ordnung, in der die Amerikaner immer das Böse schlechthin sind, wiederhergestellt.

Tatsächlich ist die „natürliche Entwicklung“ eine Fiktion. Nichts entwickelt sich in der Gesellschaft „natürlich“, solange die Massen gepanzert sind. Es gibt nur eine einzige wirkliche Verschwörung und die ist tatsächlich gegen die natürliche Entwicklung gerichtet: der Christusmord. Reich:

Es wäre natürlich falsch anzunehmen, daß irgendeinmal irgendwo ein geheimer Rat der gepanzerten Menschentiere tagte und beschloß, in welcher Weise die Erkenntnis (…) verhindert werden sollte (…). Nein, es gab keine geheime Beratung, und es gab keine Beschlüsse. Der tödliche Kampf der emotionellen Pest (…) war von den charakterlichen Funktionsgesetzen gepanzerter Lebewesen diktiert, gelenkt und durchgeführt. (Äther, Gott und Teufel, S. 83)

Ich habe keinen Bock mich jetzt wieder mit 9/11 oder ähnlichem rumzuschlagen. Nehmen wir stattdessen den Fall Kirsten Heisig. Hat sich die Jugendrichterin wirklich selbst umgebracht oder wurde sie geselbstmordet? Das wird ausführlich auf der diesem Fall gewidmeten Netzseite dokumentiert und diskutiert

Hier sieht man, daß es an sich zwei Fragen gibt:

  1. Die Aktivität einiger weniger pestilenter Charaktere: Wurde die Richterin von den Clans Mercedes- und BMW-fahrender GastHartzIVler, die Berlin weitgehend beherrschen, aus dem Weg geräumt, weil sie die „Familienehre“ beleidigt und Geschäften in die Quere gekommen war?
  2. Die Inaktivität der gepanzerten Massen: Hat eine Melange aus Political Correctness, antideutscher Staatsräson und dem mafiösen Politsumpf Berlins mit seinem institutionalisierten Unvermögen dafür gesorgt, daß nach dem (vermeintlichen) Mord kritische Fragen erst gar nicht gestellt wurden und jede Berichterstattung darüber im Keim erstickt wurde? Nach dem Motto: „Nicht dran rühren!“

Ohne die gepanzerten Massen, die Grüne und Sozialdemokraten an die Macht bringen, hätte sich das kriminelle Clanwesen nie ausbreiten können. Es wäre nicht mal nach Deutschland gekommen! Und hätte sich das Problem doch entwickelt, hätte man es schnell ausgemerzt. Der Fall Kirsten Heisig wäre schnell abschließend geklärt worden, etc. Der Mord an der Richterin, wenn er denn einer war, war wegen seiner Komplexität zweifellos eine klassische Verschwörung. Doch bleibt sie imgrunde eine Fußnote, selbst wenn Berliner Politiker involviert wären, denn ohne die emotionale Verschwörung, die den überdüngten Humus für all das giftige Unkraut zur Verfügung stellt, würde jede Verschwörung schnell kollabieren.

Marukusu shugi

6. August 2012

Bei Marx’s Theorie aus Produktionsmitteln (Maschinen, Fabriken, Patente, etc.) und Produktionsverhältnissen (Kapital und Arbeit), Arbeitswertlehre (der Wert der Waren häng von der in ihnen verausgabten in Zeiteinheiten gemessener durchschnittlicher gesellschaftlicher Arbeitskraft ab) und Mehrwertlehre (der Gebrauchswert der Ware „Arbeiter“ ist höher als sein Tauschwert, d.h. der Arbeiter erwirtschaftet mehr als er als Lohn erhält, mit dem er seine Arbeitskraft erhalten muß) stimmt etwas Grundsätzliches nicht:

  1. Die Produktionsmittel entwickeln sich nicht aus sich selbst heraus, sondern aufgrund unternehmerischer Initiative.
  2. Deshalb ist das Produktionsverhältnis „Kapital und Arbeit“ naturgegeben und kann nicht einfach auf den einen Faktor „Arbeit“ reduziert werden.
  3. Menschliche Tätigkeit wird erst zu „Arbeit“, wenn sie einem Leitfaden folgt und dabei selbst Initiative ergreift. Beispielsweise wird ein Haus nach den Bauplänen des Architekten gebaut, der jedoch in den einzelnen Arbeitsschnitten vom Fachwissen der Arbeiter abhängig ist. Entsprechend ist „Wert“ etwas intrinsisch Qualitatives, das nur bedingt in abstrakten Zeiteinheiten gemessen werden kann. „Roboten“ schafft keinen Wert!
  4. Es ist aus den ersten drei Punkten offensichtlich, daß der Unternehmer selbst auch „Mehrwert“ erwirtschaftet und deshalb der Kapitalismus kein inhärent ausbeuterisches System ist.

Marx hatte vollkommen recht, daß nur Arbeit Wert erschafft, aber seine Vorstellungen waren viel zu mechanistisch und liefen letztendlich darauf hinaus, den einen Faktor zu delegitimieren und letztendlich zu vernichten, der der eigentliche Motor der gesellschaftlichen Entwicklung ist: der menschliche Erfindergeist und seine unmittelbare unternehmerische Umsetzung.

Diese meine Kritik an Marx, die ich an anderer Stelle erläutert habe, wird durch die gegenwärtige wirtschaftliche Lage Japans illustriert.

Ich kann mich noch sehr gut an die 1980er Jahre erinnern, in denen uns Japan als führende Wirtschaftsmacht des damals bevorstehenden neuen Jahrtausends gezeichnet wurde. Japan war das uneinholbare Vorbild. Das Erfolgsgeheimnis seien unglaublich fleißige Arbeiter, die wie Roboter funktionieren, sowie das harmonische Ineinandergreifen von Kultur, Wirtschaft und Staat. Tatsächlich geht es jedoch seit Anfang der 1990er Jahre kontinuierlich bergab und weltwirtschaftlich sollte man sich mittlerweile vielleicht mehr Sorgen um Nippon als um die Eurozone machen!

In einem sehr interessanten Artikel führt nun Yuri Kageyama den Niedergang Japans auf den Niedergang der unternehmerischen Initiative zurück. Die konformistische Kultur Japans betrachte Mißerfolg als große Schande, was jeden Risikowillen in schwierigen wirtschaftlichen Situationen ersticke. Er beschreibt die junge Unternehmensberaterin Chiaki Hayashi, die diesem verhängnisvollen Trend entgegenarbeitet.

Sie bietet einen Dienst an, der aus ihrer Diagnose der Krankheit erwachsen ist, die in den Unternehmen grassiert: Verlust an innovativem Geist. Sie hofft, einen Kern der Kreativität in den Unternehmen anzustoßen, der „klein anfängt, aber lawinenartig anwächst“. Japanische Spitzenunternehmen hätten eine Menge an talentierten fleißigen Mitarbeitern, aber diese seien derartig von Erstarrung erfaßt, etwa Qualitätskontrolle in der Massenproduktion, daß ihr Denken statisch geworden sei und sie sich nicht vorstellen könnten, wo und wie Änderungen in Gang zu bringen seien. „Die Unternehmen brauchen unsere Hilfe, weil sie zu einem gigantischen Gundam-Roboter herangewachsen sind und dergestalt nicht mehr der Lage sind, feine Neuerungen zu handhaben, die Ameisen zu Füßen des Riesenroboters ähneln und deshalb zerquetscht werden.“ So Hayashi, die sich auf einen Transformer-ähnlichen Roboter bezieht.

Einem Studenten der Orgonomie sollten diese Gedankengänge nicht fremd sein, denn die Orgonomie im allgemeinen und die Entwicklung des Orgonenergie-Akkumulators im besonderen beruht einzig und allein auf dem Erfindungsgeist und der „unternehmerischen Initiative“ Reichs. Die Verbreitung des Orgonenergie-Akkumulators wurde unterbunden von einer quasi „sozialistischen“ Regierungsstelle (der Food and Drug Administration, die auf die Roosevelt-Jahre zurückgeht) und von der amerikanischen Pharmaindustrie, die jede innovative Konkurrenz auszuschalten trachtete (corporate socialism).

Wie in den USA junge innovative Unternehmer durch das Establishment ausgebremst wurden und dergestalt ein unermeßlicher volkswirtschaftlicher Schaden angerichtet wurde, wird sehr schön in dem Film Tucker: The Man and His Dream (1988) beschrieben.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=ziAXmTCeapE%5D

Wirkliche Menschheitsfeinde sind

  1. eine konservative, wenn nicht reaktionäre Kultur, die jede Innovation als Gefährdung des Status quo im Keim erstickt und Neuerer zu Parias erklärt;
  2. der Marxismus, der letztendlich genau dieselben Faktoren aus dem gesellschaftlichen Gefüge beseitigen will; und
  3. die Großindustrie, die alles tut, um die „Tuckers“ buchstäblich zu vernichten.

Wir sprechen von der Emotionellen Pest, die die freie, schöpferische Bewegung der Orgonenergie nicht ertragen kann und sie deshalb erstickt.