Archive for the ‘www.orgonomie.net’ Category

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 120)

27. März 2024

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Bei Hal Cohen (A Secret History of the Sexual Revolution: The Repression of Wilhelm Reich. Lingua franca, March 1999, S. 24-33) findet sich ein leichter Anklang an Stirner, der ansonsten leicht übersehen wird:

Im Zentrum von Reichs durch ständige Ortswechsel geprägte Karriere steht eine ehrwürdige, wenn auch unzeitgemäße Überzeugung: Unter dem Mantel gesellschaftlicher Konventionen verbirgt sich ein natürliches, instinktives Selbst, und die Befreiung der Energien dieses Selbst von der Unterdrückung durch die Gesellschaft ist der einzige Weg zu psychischer Gesundheit, politischer Gerechtigkeit und geistigem Wohlbefinden. Dieser Gedanke findet heute nur wenige ernsthafte Anhänger. Innerhalb der Akademie verhöhnen die Nachfahren des französischen Poststrukturalismus die Idee eines natürlichen Selbst, während außerhalb der Akademie die konventionelle Weisheit die Tugenden der Unterdrückung wiederentdeckt hat.

Es war und ist in dieser Welt kein Platz für den Eigner seiner selbst, den Einzigen, er muß von inkorporierten Hierarchien, dem Über-Ich, der Panzerung gezähmt und kontrolliert werden.

Dies zeigt die verborgene funktionelle Anziehung zwischen linken poststrukturalistischen „Philosophen“, die als pseudoliberale Charaktere den Kontakt zum Kern völlig verloren haben (z.B. Cohen), und dem reaktionären kleinen Mann, der diesen Kern behandelt, als sei dieser der Teufel selbst.

Cohens Essay ist ein perfekter Ausdruck dieses sado-masochistischen Weltbildes. Cohen ist einer derjenigen, denen Reich in psychoanalytischen und kommunistischen Kreisen begegnete. Es hat sich in dieser Hinsicht seit den 1920er und 30er Jahren nichts geändert!

Email [Laskas Weg] 2008

29. Februar 2024

Email [Laskas Weg] 2008

Email [Bücherverbrennung in den USA] (2009)

11. Februar 2024

Email [Bücherverbrennung in den USA] (2009)

Peter auf dem Weg zur Orgonomie (Teil 10)

7. Februar 2024

In der Zeit, als ich dieses Bild zeichnete, schaute ich mir im Fernsehen häufiger die Geschichten von Luis Trenker an. Erst Jahrzehnte später ist mir aufgegangen, wie nah er Reich kommt von seinem Aussehen, seinen Manierismen, seinen Gesten, seiner überbordenden „alpinen“ Energie:

Dieser Beitrag ist bemerkenswert, weil Trenker aus einer Zeit erzählt, die Reich als verlorene Jahre gerne hinter sich gelassen hatte. Reichs eigene Beschreibung des Ersten Weltkrieges an der Italienischen Front, einem der schlimmsten Frontabschnitte im gesamten Krieg, Marke „Verdun“, ist im Verglich dazu merkwürdig skizzenhaft, blaß, konturlos – wie die so vieler anderer Weltkriegsteilnehmer.

Hier Trenkers Film von 1931 Berge in Flammen. Trenker ist Reich und die Handlung entspricht in etwa Reichs Kriegserlebnissen. Reich hätte diesen Film 1931 sehen müssen. Der Alptraum des Krieges!

Von all dem wußte ich um das Jahr 1973 natürlich nichts. Aber trotzdem: Trenker hat damals bei mir einen „Eindruck“ hinterlassen. Als Norddeutscher war ich auf Reich eingestellt…

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Aberglaube” und folgende

5. Februar 2024

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Aberglaube“ und folgende

DER ROTE FADEN (Band 2): 65. Die grundlegenden Mißverständnisse Reichs bei seiner Auseinandersetzung mit der FDA und der US-Justiz

28. Januar 2024

DER ROTE FADEN (Band 2): 65. Die grundlegenden Mißverständnisse Reichs bei seiner Auseinandersetzung mit der FDA und der US-Justiz

Email [Die Welt, ein Irrenhaus] (2003)

25. Januar 2024

Email [Die Welt, ein Irrenhaus] (2003)

Brief [Reich Nahebringen, seine politische Einordnung] (1978)

15. Januar 2024

Brief (Reich Nahebringen, seine politische Einordnung) (1978)

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 97)

8. Januar 2024

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Warum wollten die Psychoanalytiker Reich vernichten? Wegen Reichs Orgasmustheorie, die doch nur eine logische Fortführung von Freuds eigener Theorie der „Aktualneurose“ war? Kaum! Wegen dem Orgon? Kaum:

Auch bezüglich des elan-vital-Konzeptes des Philosophen und Literaturnobelpreisträgers Henri Bergson gab es Übereinstimmungen. Reich war nicht der einzige Psychoanalytiker, der sich darauf berief. Schon der Gründungspräsident der US-amerikanischen Psychoanalytikerorganisation, der international anerkannte Neurologe James Putnam, hatte 1911 auf dem Weimarer IPV-Kongreß die Analytiker aufgefordert, das Wirken einer „selbsttätigen“, „sich selbst erneuernden“ „Lebensenergie“ zur Kenntnis zu nehmen. Dabei verwies er neben Hegel insbesondere auf Bergson. In einem Brief vom 8. Juli 1915 gestand Freud, erneut von Putnam auf Bergson angesprochen, ebenfalls zu: „Ich weiß, daß jeder einzelne ein Stück Lebensenergie repräsentiert.“ Auch das Libido-Verständnis C.G. Jungs, der Bergson ohnehin sehr schätzte, wies deutliche Verwandtschaft auf zum „elan vital“ – und damit eben auch zum „Orgon“. Doch was bei Freud oder Jung offenbar nicht einmal einer kritischen Erwähnung bedarf, dient bei Reich bis heute als Alibi zum Attestieren einer Geisteskrankheit. Der Umgang der Analytiker mit Reich ist voll mit solcherart Absurditäten (Andreas Peglau: Unpolitische Wissenschaft?, S. 302-311, 416).

Es bleibt etwas, was mit den beiden genannten Faktoren unlösbar verknüpft ist, ohne das die ganze Sache aber unverständlich bleibt und sich ins Gegenteil kehrt (Stichwort C.G. Jung). Es geht um „LSR“, das nur unzureichend mit den Stichworten „Panzerung“ bzw. „Über-Ich“ umrissen wird: die Möglichkeit der Selbstregulierung. Jene, die den Konflikt zwischen Freud und Reich auf die Politik reduzieren wollen, tun dies, um genau diesen Kern zuzukleistern. Gleichzeitig geht es natürlich in der Tat um „Politik“, d.h. die Frage nach der individuellen und gesellschaftlichen Selbststeuerung.

Um mit LaMettrie zu reden: „Machen wir diese häuslichen Feinde [unsere Selbstanklagen] doch endlich nieder; seien wir nicht länger im Krieg mit uns selbst“ (z.n. Ursula Jauch: Jenseits der Maschine, S. 559). Ursprünglich glaubte Reich, komplementär dazu müßten auch sozusagen die „außerhäuslichen“ Feinde, die Ausbeuter niedergemacht werden. Deshalb seine Hinwendung zum Marxismus. Im Laufe der 1930er Jahre erkannte er, daß es tatsächlich um den Kampf gegen die Emotionelle Pest geht, konkret die Auseinandersetzung zwischen der ihrem Wesen nach unaufhebbar rationalen Arbeitsdemokratie und der irrationalen Politik.

Email [Reich und das große Ausweichen] (2008)

6. Januar 2024

Email [Reich und das große Ausweichen] (2008)