Posts Tagged ‘Onanie’

Die Orgasmustheorie ist tot, weil es den Menschen nicht mehr gibt

29. Juni 2017

In seiner Orgasmustheorie ist Reich ein Kind des 19.Jahrhunderts, das gefesselt war vom Problem der psycho-physiologischen Folgen der „Samenverschwendung“, die zur Gehirn- und Rückenmarksschwindsucht und zur „Neurasthenie“ (Freud) führt – sie entspricht so Reichs „orgastischen Impotenz“.

In der antiautoritären Gesellschaft ist für die Orgasmustheorie kein Platz mehr, da sich der Mensch grundlegend anders empfindet: nicht mehr als „Haushalt“ mit Zufuhr und Abfuhr, nicht als „Dampfkessel“ mit einem Ventil, nicht als „Blase“, die platzen kann, etc., sondern infolge von Genetik („Code“, „Programmierung“), Robotik und Digitalisierung als „Hardware“, auf der „Software“ abgespielt wird. „Sex findet im Kopf statt.“ Wir sind vollkommen andere Lebewesen, eine komplett andere Spezies. Ja, den Menschen selbst gibt es nicht mehr. Der Transhumanismus holt nur physisch nach, was „metaphysisch“ längst eingetreten ist!

Der sexuelle Kampf der heutigen Jugend

25. Oktober 2016

Die Probleme, mit denen Wilhelm Reich während der 1920er und 30er Jahre in Österreich und Deutschland im „Kulturkampf“ konfrontiert war, unterscheiden sich im Grunde kaum von denen, mit denen sich seine Schüler noch heute in den USA auseinandersetzen müssen. Es werden jedenfalls noch immer die gleichen Dinge diskutiert.

90 Jahre später dreht sich in den USA die „liberale” schulische Sexualaufklärung darum, die Jugendlichen vor den verheerenden körperlichen, seelischen und auch geistigen Folgen von sexuellen Aktivitäten zu bewahren. Es wird ihnen vollständige sexuelle Abstinenz nahegelegt.

Die beiden Soziologen Bill McCarthy und Eric Grodsky konnten aufgrund landesweiter Erhebungen zeigen, daß es zwar eine Korrelation zwischen schulischen Problemen und sexuellen Aktivitäten außerhalb liebevoller Partnerschaften gibt, jedoch kaum ein Unterschied zwischen den schulischen Leistungen von Abstinenzlern und jenen Schülern festzustellen ist, die eine liebevolle sexuelle Partnerschaft leben.

McCarthy und Grodsky:

Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse, daß die Schädlichkeit, die allgemein jugendlichem Geschlechtsverkehr zugeschrieben wird, größtenteils in nicht-romantischen Zusammenhängen auftritt. Diese Ergebnisse stellen die Richtigkeit von Programmen zur sexuellen Aufklärung in Frage, die jugendlichen Sex mit jeder Menge von negativen Folgen verbinden.

Offenbar geradezu revolutionäre Forschungsergebnisse für die USA Anfang des 21. Jahrhunderts. Genauso revolutionär wie die „überraschende“ Erfahrung, die Colorado gemacht hat: die Geburtenhäufigkeit bei jungen Frauen zwischen 15 und 19 fiel innerhalb von fünf Jahren um sage und schreibe 40 Prozent, als kostenlose bzw. verbilligte Verhütungsmittel an die entsprechende Klientel mit geringem Einkommen verteilt wurden. Die einzige Alternative, nämlich die „Erziehung zur Abstinenz“, führt nachweislich zu keiner Abstinenz, sondern allenfalls zu einem schlechten Körpergefühl und mehr Verantwortungslosigkeit.

Linke Klitoris, rechte Vagina

7. August 2016

Soweit ich es überblicke, ist es ausnahmslos so, daß, was die weibliche Sexualität betrifft, linke Sexologen vollkommen klitoris-fixiert sind, während die Rechten ganz im Gegenteil vaginal orientiert sind. Zum Beispiel schrieb die rechtskatholische Kinder- und Jugend-Psychotherapeutin Christa Meves (Jahrgang 1925) in ihrem mittlerweile 36. Auflagen erreichten Ehe-Alphabet von 1973:

Der Orgasmus der Frau ist in seiner nackten Form im Grunde eine höchst künstliche Anpassung an das männliche sexuelle Erleben. Er geht von dem anatomischen „Rest“, der Klitoris aus und ist deswegen eigentlich für die Frau ein Rückschritt in die infantile Sexualität. Die große Liebe der Frau, die keine Onanistin war, geht nicht phallisch als Anstieg und abrupter Abfall der Spannung vor sich, sondern sie schwingt in weichen Rhythmen, und für sie gibt es eigentlich kein Ende; denn für sie ist das Ende der männlichen Erregung im Grunde die Hoffnung auf einen großen, langanhaltenden erregenden Anfang: nämlich die Hoffnung, ein Kind empfangen zu haben. (z.n. Vorsicht „Lebensschützer“ – Die Macht der organisierten Abtreibungsgegner (Herausgeber: Frauen gegen den § 218, Bundesweite Koordination), Hamburg: Konkret Literatur Verlag, 1991, S. 58)

Natürlich liegt die Konservative mit ihrem verzerrten Kontakt mit dem Kern der orgonomischen Wahrheit irgendwie näher als ihre linken Kollegen, mit deren totalen Abtrennung vom Kern. Ich habe noch nie einen Konservativen gehört, der die Klitoris verteidigt (in Saharasia schneiden sie sie sogar ab), während alle Linken die vaginale Hingabe als reaktionär ablehnen. Und die Orgonomie sitzt wieder mal zwischen allen Stühlen.

Siehe dazu auch Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht.