Archive for the ‘Sozialpsychologie’ Category

Das orgonomisch-konservative Manifest (Teil 2)

1. Januar 2026

Orgontherapie ist nichts anderes als der Kampf gegen eine bestimmte Infektion, die sich im Patienten ausbreitet, die Emotionelle Pest. Es ist ein „Hör auf, meinem Kumpel wehzutun, du Mistkerl!“ Dazu muß eine „freundschaftliche Allianz“ zwischen Therapeut und Patient aufgebaut werden, ein Bündnis gegen die Infektion. Das ist so, als würde die freie Welt Freunde in der ganzen Welt suchen, um die Ausbreitung des Islamo- und Roten Faschismus zu stoppen. Aber das bedeutet nicht, daß „der Westen sich ausbreitet“, sondern nur, daß er die zerstörerische Ausbreitung des Faschismus aufhält. Das Prinzip der Ausbreitung selbst ist unser Gegner. Man nehme die Kreuzzüge: daß war keine Ausbreitung, sondern das Errichten einer Mauer gegen die Ausbreitung der Pest! Wenn ich mich gegen die Antifa stelle, ist das etwas grundlegend anderes als umgekehrt!

Es ist wie die Sache mit den Äpfeln. Faule Äpfel infizieren gesunde Äpfel. Die Fäulnis breitet sich aus. Aber gesunde Äpfel verbreiten ihre Gesundheit nicht. Das geht gar nicht! Alles, was man tun kann, ist, die Ausbreitung der Fäulnis zu stoppen, indem man ihr Hindernisse in den Weg stellt und dann darauf zu warten, daß sie förmlich „austrocknet“. Zur Enttäuschung aller wohlmeinenden Menschen ist Liebe und Gesundheit leider nicht ansteckend. Das Gute kann nur arbeitsdemokratisch nach Verbündeten Ausschau halten, um sich gemeinsam der Ausbreitung des Bösen entgegenzustämmen. Alles andere ist liberale Verblendung! Die Liberalen fangen immer erneut mit „Laßt uns die Botschaft der Liebe und des Verständnisses verbreiten!“ an, aber weil sie keine Ahnung von dem grundlegenden Unterschied zwischen Gut und Böse haben, werden sie letztlich selbst zu Roten Faschisten, d.h. dem schlimmsten vorstellbaren Übel. Der Liberale ist dem Untergang geweiht, gerade weil er so „liebevoll“ ist. Nur der Konservative hat eine Chance, seine Seele nicht an den Teufel zu verkaufen!

Das Leben ist durch drei Funktionsbereiche gekennzeichnet:

1. Sexualökonomie: Liebe gegen die Emotionelle Pest (beispielsweise Pornographie und LGBTQ+)

2. Wirtschaft: Arbeit gegen die Emotionelle Pest (beispielsweise Friedrich Merz und BlackRock)

3. Weisheit: Wissen gegen die Emotionelle Pest (beispielsweise Ursula von der Leyen und die Internetzensur)

Wenn diese drei Bereiche (Liebe, Arbeit und Wissen) relativ frei sind, funktionieren sie einfach und kümmern sich nicht um die Außenwelt. Werden sie von Perversen und Lobbyisten angegriffen setzen sie einfach ihre Aufklärungsarbeit fort und suchen verbündete in der Trump-Administration, wie es gegenwärtig unsere AfD tut. Wobei die AfD nach der Machtübernahme niemals so handeln wird wie die gegenwärtigen linken Pestratten, die roten Nazis: Debanking, aus öffentlichen Dienst entlassen, flächendeckende Linkspropaganda, Gleichschaltung der gesamten Akademie, antiweißer Rassismus, Christophobie, die Jugendorganisation blockiert die Parteitage anderer Parteien, der militärisch durchstrukturierte Antifa-Terror, etc. ES IST UNDENKBAR, DASS DAS LEBENDIGE LEBEN (die AfD) JEMALS SO PESTILENT HANDELN WÜRDE! Leipzigs Antifa zieht gegen die Bürger von Schwarzenberg. Der umgekehrte Fall ist jenseits allen Vorstellungsvermögens, so absolut grotesk wäre er. In nichts ähnelt unser Verhalten dem der Emotionellen Pest. Das „Wie“ ist das „Was“!

So arbeitsdemokratisch waren im Wesentlichen die USA in der Zeit zwischen General Washington und Teddy Roosevelt. Es war der pseudoliberale pestilente Charakter Woodrow Wilson, der die irrsinnige Idee der „Verbreitung der Demokratie“ auf der ganzen Welt einführte. Das ist nicht die Art und Weise, wie Liebe, Arbeit und Wissen mit dem Pest umgehen. Wahre Konservative wie Senator Robert A. Taft zur Zeit Reichs Anfang der 1950er Jahre haben immer versucht, den gesunden Menschenverstand und Rationalität nach Amerika zurückzubringen. Trump ist die jüngste Inkarnation dieser Vernunft. Kein einziger amerikanischer Steuerdollar, kein einziger amerikanischer Blutstropfen für die Ukraine und anderen destruktiven Blödsinn!

Stattdessen sollten sich die USA all dieser wahnsinnigen pseudoliberalen, neokonservativen, krypto-Trotzkistischen Pestbeulen entledigen, die ständig „Demokratie“ in der Welt verbreiten wollen. Das ist nicht die Art des lebendigen Lebens! Lebendiges Leben ist friedlich und wehrt sich nur gegen die Ausbreitung der Pest, indem es Barrieren aufrichtet. Es ist nie und nimmer mit der Freiheit hausieren gegangen. Pornographie und Perversion (LGBTQ) verbreiten sich, während die Genitalität sich nur vor Pornographie ekelt und nicht im geringsten an Perversion interessiert ist. Die Genitalität ignoriert diese Dinge einfach! In dieser Hinsicht ist Genitalität konservativ und „isolationistisch“. Die Liberalen wollen „die Welt verändern“, während die Konservativen einfach in Ruhe gelassen werden wollen!

Also würde die Genitalität immer durch die Pest dominiert werden? Keineswegs, denn „Ausbreitung“ ist der Modus Operandi der Pest. Wenn sie sich nicht ausbreiten kann, schrumpft sie einfach und stirbt. Das Gegenteil ist bei der Genitalität der Fall: Wenn sie sich ausbreitet, wird sie verwässert und von der Pest infiziert. Dies geschah mit Amerika nach Woodrow Wilson. Wie viele schreckliche Dinge wurden im „Namen der Demokratie“ verübt? Wie viele Menschen wurden völlig sinnlos getötet? LASST DIE WELT IN RUHE!! So wie Trump es tut: Verbündete in fremden Ländern finden, Deals machen, aber aufhören, „Demokratie zu verbreiten“. Mit potentiellen Freunden in Kontakt treten und andererseits „eine Mauer bauen“, aber nichts „verbreiten“. Reich operierte auf ähnliche Weise: „Keine Propaganda ist die beste Propaganda.“ Mache einfach deine Arbeit und das war’s.

Du sagst, daß es mir an Optimismus mangelt und daß ich irgendwie DOR erliege, weil ich sage, daß sich die Genitalität nicht ausbreitet, sondern einfach auf dem Boden bleibt. Was ich eigentlich ausdrücken will, ist doch offensichtlich. Die pestigen Comanchen terrorisierten die Prärie und verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Es ist absolut unvorstellbar, daß ein genitaler Stamm etwas ähnliches getan hätte. Die Pest breitet sich aus, während die Genitalität einfach ihr Leben lebt und sich verteidigt. Wenn sie den Comanchen nacheifern würde, würde es bald selbst zur Pest werden!

Ein schönes Beispiel ist der Zweite Weltkrieg. Ich habe mich hier schon breit genug über das atlantische Theater ausgelassen, nehmen wird deshalb das pazifische: Nachdem Japan 1905 den Krieg gegen Rußland gewonnen hatte, beschloß es, den westlichen Weg einzuschlagen und ebenso wie Großbritannien und andere Länder expansionistisch bzw. imperialistisch zu werden, anstatt einfach nur Handelspartner zu sein. Als Amerika mit lähmenden Sanktionen gegen Japan reagierte, war der japanisch-amerikanische Krieg unvermeidlich. Die Dynamik der Emotionellen Pest begann also schon lange vorher, z.B. mit Großbritanniens irrsinnig verbrecherischer Politik wie dem Opiumkrieg in China. Wie auch immer, Amerikas angebliche „Befreiung“ Ostasiens führte zur Ausbreitung des Roten Faschismus, was wiederum eine militärische Intervention der USA erforderlich machte. Nichts an dieser Kette von Ereignissen war in irgendeiner Form „genital“ oder „rational“. Trump, hätte es ihn damals gegeben, hätte einen Deal gemacht, so wie er jetzt die Situation in der Ukraine handhabt: auf eine rational konservative Weise, nicht mit dem halbirren liberalen Ansatz seiner „neokonservativen“ Gegenspieler.

Es ist der charakteranalytische Ansatz. Man geht nicht mit der Brechzange vor, sondern systematisch und angepaßt von außen nach innen, von der Oberfläche aus zum Kern und dämmt so langsam aber sicher die Pest ein. Was man nicht tut, ist, den Lebenskern zu einem Putsch gegen die Pest anzustacheln, sondern diese gemeinsam immer mehr einzugrenzen und zu „sequestrieren“. Das mechanistisch-mystische Denken stellt den Kampf zwischen Gut und Böse so dar, als sei es eine manichäische Auseinandersetzung zwischen irgendwie zwei gleichen Kräften. Nein, der Unterschied ist fundamental und zeigt sich vor allem im WIE der Auseinandersetzung auf der jeweiligen Seite.

Das orgonomisch-konservative Manifest (Teil 1)

31. Dezember 2025

Man kann nicht oft genug wiederholen, daß wirklich alles, ausnahmslos alles, was man an pathologischem menschlichem Verhalten beobachten kann, eine bloße Übertreibung vollkommen natürlicher Triebregungen ist. Diese eine Erkenntnis hat weitreichende Folgen für die Psychotherapie und gesellschaftliche Projekte, denn offensichtlich folgt daraus, daß es einen „neuen Menschen“ nicht geben kann. Es ist alles gut so wie es ist. Jeder Versuch es besser zu machen, als es jetzt ist, wird nur alles schlimmer machen!

Das fängt beim Individuum an und endet bei der Gesellschaft. So, wie du jetzt bist, bist du absolut perfekt. Du bist du! Und genauso ist die Gesellschaft, so wie sie ist, absolut perfekt. Wie sollte das anders sein? Beweise? Wer „sich selbst sucht“, ist geisteskrank und wird bei der Suche immer geisteskränker (okular gepanzerter). Schau dir doch die Psycho-Szene an! Versuche die Gesellschaft zu verändern – alles wird schlechter werden als zuvor!

Man kann die menschliche Natur nicht verändern. Alles, was man tun kann, ist den Panzer zu beseitigen, der die natürlichen Regungen so entstellt, wie man das Abbild der eigenen Person in einem Zerrspiegel abgebildet findet. Die einen Strebungen werden grotesk hervorgehoben, während die anderen kaum sichtbar sind. Das hat Reich als „Charakter“ bezeichnet, etwa den „passiv-femininen Charakter“ oder dessen Gegenteil den „phallisch-narzißtischen Charakter“.

Das kann man auf alle Bereiche des menschlichen Lebens übertragen. Ein radikaler Umsturz oder eine weniger radikale Reform des Wirtschaftssystems, Bildungssystems oder irgendeines anderen …systems bringt rein gar nichts, wie wir immer und immer wieder erleben durften. Einziges Ergebnis sind jeweils Verschlechterungen, wenn überhaupt irgendetwas Entscheidendes geschieht. So wie es sich in den Jahrhunderten eingespielt hat, hat es seine Richtigkeit.

Die Menschen schauen stets in die falsche Richtung. Beispielsweise können sie angesichts der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise das Zinssystem abschaffen – Ergebnis wird ein wirtschaftlicher Niedergang sein. Wirklich alles, ausnahmslos alles, was uns in welchem Bereich auch immer an Reformen, gar Revolutionen angeboten wird, wird in einem mehr oder weniger totalen Desaster enden. Das liegt daran, daß der wirklich entscheidende Faktor von niemandem gesehen und angegangen wird: die Panzerung.

Der Kleine Mann stellt sich in seiner mechano-mystischen Verwirrung vor, daß eine ungepanzerte Welt etwas ganz anderes wäre als die heutige Welt. Daß es etwa keine Eifersucht mehr gäbe, keine Familien, keine Hierarchien; daß alle gleich wären, es keine Gewalt mehr gäbe, etc.pp. Ein Paradies auf Erden! Tatsächlich sind das infantile und imgrunde lebensfeindliche Träume, aus denen nicht etwa der bioenergetische Kern spricht, sondern Lebensangst und das Ressentiment. Nietzsche hat sich lang und breit darüber ausgelassen.

Was tun? Zunächst einmal müßten sämtliche bisherigen „Reformen“, die aus der Ignoranz hinsichtlich der Panzerung erwachsen sind, ersatzlos gestrichen werden. Die „Geisteswissenschaften“, die diesen ganzen Unsinn verzapft haben, sind Horte der Emotionellen Pest. Sie haben etwa das Gender Mainstreaming, den Feminismus und Multikulturalismus ausgebrütet. Alles Träume von einer „besseren Welt“, die in einer rationalen Gesellschaft keinen Platz hätten. Ich paraphrasiere den bekannten Ausspruch: wer Visionen hat, gehört in die Psychiatrie, nicht an eine Universität! Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie diese Geisteskranken nach dem Untergang des Kommunismus „das Ende der Utopien“ beweinten.

Durch all das zieht sich ein roter Faden: die Kontaktlosigkeit. Sie sorgt dafür, daß der Einzelne und die ganze Gesellschaft gepanzert bleiben. Sie sorgt dafür, daß nicht etwa trotz, sondern wegen aller Reformen und Revolutionen sich in der Gesellschaft nicht wirklich etwas ändert. Unser naturgegebenes Wesen und die naturgegeben Arbeitsdemokratie wird durch die angeblichen Umbrüche nur auf andere Weise verzerrt, während der „Verzerrer“ (die Panzerung), dessen Existenz vorher zumindest erahnt wurde, vollständig aus dem Blickfeld gerät. Und, wie gesagt (Vorsicht Dialektik!), es wird sich auch glücklicherweise niemals etwas ändern: die Verzerrung durch die Panzerung läßt sich beseitigen, aber unser naturgegebenes Wesen und die naturgegebene Arbeitsdemokratie niemals.

Leute, die Menschen oder Gesellschaften „umkrempeln“ wollen, sind ausnahmslos (!) von der Emotionellen Pest befallen oder gar pestilente Charaktere. „Gurus“ und Sozialreformer welcher Art und Ausrichtung auch immer sind nichts weiter als Schweine. Jeden, der dir weismachen will, daß mit dir oder der Gesellschaft, in der du lebst, etwas nicht in Ordnung ist, solltest du stehen lassen oder aggressiv in seine Schranken weisen. Oder bist du wirklich so naiv, daß irgendeiner dieser Menschheitsbeglücker auch nur den blassesten Schimmer von deinen wirklichen Problemen und den wirklichen Problemen der Gesellschaft hat? Diese Leute sind der letzte Abschaum dieses Planeten und genauso solltest du sie behandeln!

zerrspiegel

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 26)

27. Dezember 2025

Der technische und wissenschaftliche Fortschritt des Kaiserreichs hat dazu beigetragen, daß Deutschland in vielen Branchen, wie etwa in der chemischen Industrie, weltweit führend war. Beispielsweise war weltweit so gut wie jeder Gartenzaun mit deutscher Farbe angestrichen. Wenn man sich die Liste der Nobelpreisträger ansieht, gingen in dieser Zeit etwa 30-40% aller Nobelpreise für Medizin und in den Naturwissenschaften an Deutsche oder Österreicher. Deutsch war die internationale Wissenschaftssprache. Siehe z.B. den „X. Internationalen Medizinischen Kongreß in Berlin 1890 mit dem späteren Nobelpreisträger Robert Koch als Eröffnungsredner, zu dem sage und schreibe 5.600 Ärzte aus der ganzen Welt angereist kamen.

Ich schließe Österreich ein, da die meisten Österreicher sich deutsch fühlten und deutsch dachten und bestrebt waren sich mit Deutschland zu vereinen. Wilhelm Reich („Wilhelm Reich“) selbst war ein gutes und anschauliches Beispiel für das, worüber ich spreche. Obwohl er im äußersten Südosten der österreichisch-ungarischen Monarchie aufwuchs, identifizierte sich seine Familie vollständig mit dem deutschen Kaiserreich und seiner Kultur. Soweit ich weiß, gibt es keine Anhaltspunkte für die Annahme, Reich habe Deutschland und Österreich/Ungarn als „böse imperialistische Kriegstreiber“ eingeschätzt, im Gegensatz zu gutartigen „nicht-imperialistischen westlichen Demokratien“. Wie ich schon an anderer Stelle zitierte, schrieb er noch 1939 an seine „sexualökonomischen Anhänger“, daß es ihm egal sei, ob der britische oder der deutsche Imperialismus den kommenden Krieg gewinnen werde.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf zwei Bücher verweisen:

In ihrem Buch Der Krieg, der nicht enden durfte haben die beiden schottischen Historiker Jim Macgregor und Gerry Docherty in jahrzehntelanger Recherchearbeit auf beiden Seiten des Atlantiks Dokumente und Memoiren eingesehen, Reden vor dem amerikanischen Kongreß und dem britischen Parlament herangezogen, sowie führende internationale Zeitungen und andere Quellen der damaligen Zeit ausgewertet. Kapitel um Kapitel legen sie stichhaltige Beweise dafür vor, daß im Ersten Weltkrieg das Kriegsende vorsätzlich und unnötigerweise hinausgezögert wurde, um den wahren Strippenziehern hinter den Kulissen unglaubliche Gewinne zu sichern, während Millionen Soldaten auf den Schlachtfeldern ihr Leben ließen und die Bevölkerung Armut und Elend erdulden mußte. (Wer denkt da heutzutage nicht an Merz und seine Freunde in London und Paris…)

Die genaueren Zusammenhänge macht das Buch von Thomas Jung und Friedrich Georg, 1918 – Die Tore zur Hölle, deutlich:

Der „Große Krieg“ war ein kommerzieller, inszenierter Krieg mit dem Ziel, das Kaiserreich als führende und moderne Wissenschafts- und Wirtschaftsmacht zu zerstören. Frankreich und England waren bei US-Banken und Investoren hochverschuldet. Im Falle eines deutschen Sieges oder eines Ausgleichsfriedens drohte ihnen der Bankrott. Die USA traten in den Weltkrieg ein, um ihre milliardenschweren Investitionen in England und Frankreich zu retten.

Neben der hochprofessionellen deutschen Handelsflotte wurden die hohe Wirksamkeit und Qualität deutscher Fabriken immer mehr zu einer echten Bedrohung für die britische, amerikanische und französische Vorherrschaft auf dem Weltmarkt. Deutschland war ein starker Wettbewerber geworden, weil die Produkte Deutschlands für hohe Qualität und vernünftige Preise standen. Großbritannien, die USA und Frankreich waren deshalb neidisch und nervös. Sie hatten ein natürliches Interesse daran, Deutschland wieder klein zu machen. Es war ein umfassender Weltkrieg der Ausbeuter gegen die Arbeiterklasse! So sah Reich die Angelegenheit, bis er angesichts der Entwicklung in der Sowjetunion erkannte, daß es auf tieferer Ebene um die Auseinandersetzung zwischen Emotioneller Pest und Arbeitsdemokratie ging.

Aber zurück zu Reichs Österreich: Ergebnis des Kriegsendes, wie es von Präsident Wilson inszeniert wurde, war die totale Zersplitterung der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie, die lange Zeit ein stabiler Staat war, in dem viele kleine Ethnien friedlich unter einem Dach zusammenleben konnten. Imperialismus? Kann man mir eine einzige österreichisch-ungarische Kolonie in Übersee nennen? (Über die Adria hatte die k.u.k.-Monarchie durchaus Zugang zu den Ozeanen.) Bei dieser Gelegenheit sei auch an das Osmanische Reich erinnert, das England und Frankreich (bis auf Kleinasien) unter sich aufteilten und damit für einen Bürgerkrieg im Nahen Osten sorgten, der nunmehr über mehr als ein Jahrhundert anhält. Ohne diese beiden blutrünstigen imperialistischen Verbrecherstaaten hätten der deutsche Kaiser und der osmanische Sultan in Palästina über kurz oder lang ein deutschsprachiges (bzw. jiddischsprachiges) Protektorat eingerichtet, wo Juden konfliktfrei hätten siedeln können! Sozusagen das „Hongkong“ des Osmanischen Reiches mit Deutschland als Schutzmacht.

Nachdem die Entente Österreich-Ungarn von der Landkarte gelöscht hatte, konstruierte sie willkürlich eine Vielzahl künstlicher Mini-Staaten. Das Ergebnis waren viele Jahrzehnte Kriege und Bürgerkriege. Selbst der jugoslawische Bürgerkrieg kann als späte Folge des Auseinanderbrechens des alten österreichisch-ungarischen Reiches angesehen werden. Es wird gern vergessen, daß der „Weltkrieg im Osten“ sich zwischen 1912 (1. Balkankrieg) und 1923 (die Befriedung der sowjetischen Westgrenze) hinzog, was mit Pogromen und der Bildung nationaler Minderheiten einherging, von denen ein erneutes Konfliktpotential ausging (siehe Wlodzimierz Borodziej und Maciej Górny: Der vergessene Weltkrieg: Europas Osten 1912-1923).

Arbeitsdemokratische Weihnachten

24. Dezember 2025

Reich zufolge ist

Arbeitsdemokratie (…) der naturwüchsige Prozeß der Liebe, der Arbeit und des Wissens, der die Wirtschaft, das gesellschaftliche und kulturelle Leben des Menschen regierte, regiert und regieren wird (…). Arbeitsdemokratie ist die Summe aller natürlich gewachsenen, sich natürlich entwickelnden und organisch die rationalen zwischenmenschlichen Beziehungen regierenden Lebensfunktionen. (Die Massenpsychologie des Faschismus, Fisch TB, S. 276f)

Entsprechend ist „lebensnotwendige Arbeit“, oder besser „gesellschaftlich lebensnotwendige Arbeit“, nicht etwas, was man intellektuell definieren kann. Man könnte sich beispielsweise darüber streiten, daß wir doch von Wasser, Brot und Vitamintabletten leben könnten und den Rest als „nichtlebensnotwendig“ abtun. Rotfaschistische Gesellschaftsingenieure a la Pol Pot denken so. Solche Leute könnten auch argumentieren, daß Sexualität nicht „lebensnotwendig“ ist und deshalb auf den Zweck der Fortpflanzung beschränkt werden sollte!

Lebensnotwendige Arbeit ist eine Funktion des bioenergetischen Kerns. Beispielsweise sind Feste wie Weihnachten lebensnotwendig, weil sie die Menschen zusammenführen, insbesondere die Familien. Der ansonsten nur quantitative Fluß der Zeit wird „strukturiert“, d.h. es gibt eine qualitative Entwicklung und damit Sinnhaftigkeit, statt einem „ewigen Trott“. Es ist selbstevident, daß man solche Feste nicht künstlich erschaffen kann, sondern daß sie aus der Tradition erwachsen sein müssen, d.h. sich mit Sinn sozusagen aufgeladen haben müssen.

Weihnachten und vollkommen „sinnlose“ Dinge wie der Weihnachtsbaum sind ein Beispiel für lebensnotwendige Arbeit. Das Gefühl der Geborgenheit und des Wunderbaren in der dunkelsten Zeit des Jahres ist insbesondere für kleine Kinder lebensnotwendig! Was sie hingegen heutzutage an Geschenken bekommen, ist meist vollkommen überflüssig und eine Funktion der sozialen Fassade, teilweise Ausdruck der sekundären Schicht, wenn man beispielsweise an sadistische Videospiele denkt.

Was jeweils gemeint ist, kann man nicht intellektuell oder etwa „mit Strichlisten“ eruieren, sondern es ist eine Sache des unmittelbaren orgonotischen Kontakts.

arbeitsweihe

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 25)

21. Dezember 2025

Wenden wir uns dem Versailler Diktat, dem „Geschichtsrevisionismus“ und seinen „deutschen Opfermythen“ zu:

In einer quasi offiziösen Verlautbarung heißt es über den Schandfrieden:

Der Friedensvertrag von Versailles wird in der heutigen Forschung gleichermaßen als zu hart und zu milde bewertet. Das Vertragswerk erwies sich ohne Zweifel als eine schwere Bürde für die junge deutsche Demokratie. Gleichzeitig waren die Bedingungen des Friedensvertrages aber weniger rigoros ausgefallen, als dies aufgrund der Gegebenheiten möglich gewesen wäre. Der Vertrag besaß durchaus einen Kompromißcharakter, wenn er auch nicht den deutschen, realitätsfernen Hoffnungen auf einen milden „Wilson-Frieden“ entsprach. Das Deutsche Reich konnte trotz des Vertrages seinen Status als europäische Großmacht behalten und man hätte, bei geduldigem Vorgehen, auf längere Sicht wieder eine aktive Rolle in der europäischen Politik spielen können. Die außenpolitische Bewegungsfreiheit hatte sich durch die Abdrängung Rußlands aus Mitteleuropa und durch die anhaltende Fokussierung auf innenpolitische Probleme in Rußland sogar vergrößert.

So weit, so gut, man darf aber nicht das eigentlich Perfide an diesem Vertrag vergessen: daß Deutschland seine Reparationszahlungen nur hätte leisten können, wenn es freien Zugang zum Welthandel gehabt hätte, aber genau dieser wurde Deutschland verwehrt. Das war ja auch das eigentliche Kriegsziel der Alliierten! Dieser antideutsche Grundimpetus setzt sich über den Zweiten Weltkrieg hinweg bis heute fort. So verglich Le Figaro den Vertrag von Maastricht mit dem Vertrag von Versailles:

Die Gegner von Maastricht fürchten auch, daß die Einheitswährung und die europäische Zentralbank die Überlegenheit der Mark und der Bundesbank festigen würden. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn der Vertrag angewandt wird, muß Deutschland seine Geldmacht teilen, die es heute gebraucht und mißbraucht, indem es sich die Wiedervereinigung vom Ausland bezahlen läßt. „Deutschland wird zahlen“, sagte man in den zwanziger Jahren. Heute zahlt es: Maastricht, das ist der Versailler Vertrag ohne Krieg.

Es ist unmöglich über diese Verträge frei zu diskutieren, denn wir sind eingenebelt von den propagandistischen Hirngespinsten von Deutschland als „Obrigkeitsstaat“ und Hort der Barbarei („Hunnen“), gegen den es galt die Zivilisation zu retten. Das deutsche Kaiserreich war sicherlich keine Demokratie im westlichen Sinne, aber eben auch alles andere als eine Diktatur. Es hatte einen gewählten Reichstag, der den Haushalt kontrollierte, und einen Bundesrat, der die Interessen der verschiedenen Länder vertrat, aus denen sich das Reich zusammensetzte. Nur Elsaß-Lothringen wurde unmittelbar vom Kaiser regiert (in Preußen war er in Personalunion der König). Deutschland war eines der ersten Länder mit allgemeinem Wahlrecht – wenn auch ohne Frauen, obwohl es bereits 1918 das volle Frauenwahlrecht einführte, während es in England und Frankreich erst 1928 bzw. 1944 soweit war. Vor allem war das Kaiserreich aber ein Rechtsstaat. Ein armer Bauer konnte einen Herzog vor Gericht zerren. Das damals zusammengestellte „Bürgerliche Gesetzbuch“ gilt ungebrochen bis heute. Tatsächlich war, wie bereits ausgeführt, das deutsche Kaiserreich historisch der erste moderne Wohlfahrtsstaat, der mit Jahrzehnten Vorsprung Pionierarbeit für andere Staaten leistete. Bereits 1883 wurde die obligatorische Krankenversicherung für die Arbeiterklasse durch den Staat eingeführt, 1884 die Unfallversicherung, 1889 die Altersrente und die Invalidenversicherung. Auch nach heutigen Maßstäben brauchte sich Deutschland hinter keinem Land dieser Welt verstecken.

Die höchst fortschrittlichen sozialen Errungenschaften in Deutschland waren etwas, von denen die Arbeiter der viel reaktionäreren Klassengesellschaften in Frankreich, England (mit seinem „Manchester-Kapitalismus“) oder gar dem zaristischen Rußland nur träumen konnten. Verglichen mit dem herzzerreißenden Elend englischer Fabrikarbeiter im viktorianischen Zeitalter oder der extremen Armut des russischen Volkes (beide wurden von einer kleinen Gruppe von dekadenten „Herrenmenschen“, unglaublich reichen Adeligen, erbarmungslos ausgebeutet) war die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Situation der unteren Klassen im deutschen Kaiserreich wesentlich besser.

Im Gegensatz zu Frankreich, England und Rußland hatte das Kaiserreich eine florierende Mittelschicht. Vor allem die Handwerkergilden waren mächtig, wohlorganisiert und hatten einen hohen gesellschaftlichen Rang. Sie bildeten eine expandierende Bürgergesellschaft (zwischen den Proletariern und den wohlhabenden Adligen), so daß ein fleißiger Handwerker oder Besitzer einer Manufaktur mit Adligen durchaus wirtschaftlich konkurrieren konnte. Dies war eine wirklich fortschrittliche und zutiefst „demokratische“ Entwicklung. Der Kaiser konnte keine Politik gegen die Mehrheit seines Volkes machen, zumal das Land von seiner Struktur her im krassen Gegensatz zu England (London) und Frankreich (Paris) nicht zentralistisch organisiert war.

Im Kaiserreich war die vertikale soziale Beweglichkeit viel höher als in vergleichbaren Ländern. Wenn du als Sohn eines ungelernten Arbeiters in den Docks von Liverpool geboren wurdest, war zu 99% vorgezeichnet, daß du in den unteren Klassen verbleiben wirst. Rußland war in dieser, und jeder anderen, Hinsicht das Schlimmste. Entsprechend waren die deutschen Sozialdemokraten (übrigens ganz im Geiste der fanatischen Rußland-Hasser Marx und Engels!) im Ersten Weltkrieg besonders bestrebt, gegen Rußland zu kämpfen, denn der Zarismus stand für eine äußerst reaktionäre Klassengesellschaft, die die Bedürfnisse der Bevölkerung mißachtete.

Das Kaiserreich war also (im Verhältnis zu anderen Monarchien und sogar zu einer Republik wie Frankreich) eine bemerkenswert moderne Gesellschaft. Das wurde durch die wirklich beeindruckende Entwicklung der technischen und naturwissenschaftlichen Revolution in Deutschland zwischen 1871 und 1914 verstärkt und beschleunigt. Wobei dieser Wohlstand nicht, wie in England, Frankreich, Belgien und den Niederlanden auf Jahrhunderten des Kolonialismus beruhte. Die Geschichte des deutschen Kolonialismus war auf kleine Gebiete beschränkt und dauerte gerade mal 30 Jahre an! Der gute Leumund Deutschlands ist in Afrika und der Südsee bis heute ungebrochen. Man vergleiche das mit dem britischen Imperium, das ein Drittel der Welt beherrschte… Wollen wir über all die Völkermorde, Massaker, die Ausbeutung Indiens sprechen? Fragen wir mal KI:

Schätzungen zufolge starben während der Hungersnot in Bengalen 1943-1944 zwischen 800 000 und 3 Millionen Menschen, wobei viele Historiker Winston Churchill und seiner Regierung eine Mitschuld geben, da sie eine Blockade von Nahrungsmittelhilfen aufrechterhielten, obwohl sie von der Katastrophe wußten und die Situation durch Kriegsmaßnahmen verschlimmert wurde, was zu massiver Unterernährung, Krankheiten und Tod führte, wobei Churchills rassistische Äußerungen über Inder die Debatte über seine Verantwortung weiter anheizen.

Für ihn waren sie einfach nur Ungeziefer , ähnlich den deutschen Untermenschen…

Deutschland und die Emotionelle Pest (24)

11. Dezember 2025

Geschichte sollte nicht der Volkspädagogik dienen und nicht politisch instrumentalisiert werden („Mitgefühl“). Geschichtliche Ereignisse sollte man so betrachten, als würde man fernab von den Menschen über der Erde schweben. Nur so werden die funktionellen Zusammenhänge deutlich. Etwa, daß Bürgerkriege Auseinandersetzungen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Charakterstrukturen sind. Der „europäische Bürgerkrieg“ zwischen 1917 und 1989 war da keine Ausnahme. Am Anfang stand der Rote Faschismus, der die gesamte menschliche Zivilisation bedrohte. Als Immun-Reaktion gegen ihn formte sich der Schwarze Faschismus, der zeitweise nicht weniger zerstörerisch war. Es war wie bei einer Infektion, wo man zeitweise nicht recht weiß, ob die Krankheitskeime oder die überschießende Immunabwehr lebensbedrohlicher sind. Schließlich obsiegten die westlichen Demokratien (OR) über die beiden Faschismen (DOR).

Ursprünglich hatte niemand ausgerechnet Moskau als Zentrum der Weltrevolution vorgesehen. Sowohl Engels als auch Lenin waren wie selbstverständlich davon ausgegangen, daß Berlin das natürliche Epizentrum der Umwälzungen sein werde. Bis 1923 war entsprechend alle Hoffnung der sich gerade bildenden Sowjetunion darauf gerichtet, daß es in Deutschland zu einer Revolution („Räterepublik“) komme und natürlicherweise das „deutsche Proletariat“ die Führung auf dem Weg zur Weltrevolution übernehme, denn von einem nennenswerten „russischen Proletariat“ konnte man kaum sprechen. Diese Hoffnung war alles andere als unrealistisch, – so ist auch der damalige „Hitler-Putsch“ einzuordnen. Nach dem Vorbild Mussolinis wollte Hitler der Machtübernahme durch die Kommunisten ein für allemal einen Riegel vorschieben. Zum Glück erwies sich die parlamentarische Demokratie in Deutschland zu diesem Zeitpunkt als unerwartet stark.

1923 kam es in der Sowjetunion zum Richtungskampf: sollte man die Weltrevolution doch vorantreiben (Trotzki) oder sollte man gegen alle Marxistische Orthodoxie (die schon Lenin selbst kaum beachtet hatte) versuchen, zunächst einmal die Sowjetunion zu konsolidieren und auf eine Art „sowjetischen Nationalismus“ setzen (Stalin)? Dies hatte zur Konsequenz, daß die Komintern zu einem bloßen Instrument der sowjetischen Außenpolitik wurde. Für Deutschland bedeutete dies, daß die Kommunisten für das „Mutterland des Sozialismus“ Werbung machen mußten und von ihren Feinden nicht zu Unrecht als „Moskau-hörig“ gebrandmarkt wurden. Hinzu kam, daß die Säuberungen gegen Abweichler, insbesondere aber „Trotzkisten“, d.h. „Weltrevolutionäre“, nach Deutschland übergriff. Die deutschen Kommunisten sollten die Weimarer Republik schwächen, aber auf keinen Fall ein „Sowjet-Deutschland“ errichten, das Moskau Konkurrenz machen würde und vom „Trotzkistischen Geist“ durchsetzt wäre.

Hitlers Machtergreifung kam Stalin mehr als Recht. Hitler war der Eispickel, den Stalin in den Schädel des Trotzkismus rammte. Deutsche Kommunisten, die in die Sowjetunion flohen, wurden vor dem Krieg fast restlos ausgemerzt, jene, die ins westliche Ausland flohen, nach dem Krieg. Sie hatten ihre Schuldigkeit getan, nämlich Deutschland und den Westen zu zersetzen, was sollte die Sowjetunion schon mit solchen „Zersetzern“ im eigenen Territorium anfangen?

Schließlich erfüllte Hitler als „Eisbrecher“ genau jene Aufgabe, die Stalin ihm zugewiesen hatte: mit Hilfe der Ressourcen der Sowjetunion, vor allem Lebensmittel, Erdöl und seltene Metalle, schaltete Hitler die westlichen Demokratien aus und war drauf und dran, sich in einem Krieg mit England zu verausgaben. Stalin war bereit, Europa „vom Faschismus zu befreien“ und die Sowjetunion bis zum Atlantik auszudehnen. Die deutsche Armee war derartig schwach, das kurz vorher die deutschen Generäle beinahe Hitler weggeputscht hätten, weil sie panische Angst hatten vor einem Krieg mit – der Tschechoslowakei! Der Einfall ins Deutsche Reich und damit nach Westeuropa wäre für Stalin ein Spaziergang gewesen, wenn Hitler nicht das Undenkbare und deshalb vollkommen Unerwartete getan hätte: in Stalins Aufmarsch hinein anzugreifen. Die Sowjetarmee war überhaupt nicht auf Verteidigung ausgerichtet und deshalb ein leichtes Ziel für die von der Ausrüstung her eher minderwertige Wehrmacht. Immerhin hielt Hitler die Rote Armee solange zurück, bis Westeuropa (gegen Hitlers verzweifelten Widerstand!) von der amerikanischen Armee besetzt war. Die Sowjetunion konnte nicht mehr expandieren, trotz verzweifelter Versuche in der Dritten Welt, und kollabierte deshalb schließlich unter Gorbatschow.

Der wirklichkeitsfremde Hitler selbst ist nichts weiter als eine kuriose Randerscheinung. Kurios in zweifacher Hinsicht: erstens war der Angriff auf die Sowjetunion ein schlichtweg größenwahnsinniges Unternehmen, nur ein Irrer konnte so etwas befehlen, und zweitens hätte dieser Wahnsinn beinahe doch funktioniert, hätte man die Sowjetvölker, insbesondere aber die Ukrainer, auf seine Seite gebracht. Aber Hitler hatte von den von ihm so bewunderten Kommunisten gelernt: eine in sich geschlossene Ideologie ist unbesiegbar, – kreierte entsprechend eine abgrundtief schwachsinnige Gegenideologie („Rassenkampf“ statt Klassenkampf), der er dann jedoch selbst zum Opfer fiel. Immer, wenn es darum ging, rational hellsichtig oder ideologisch verblendet zu entscheiden, wählte er die letztere Option. Im krassen Gegensatz zum genialen Stalin war er unfähig dialektisch zu denken.

Dazu zwei Vorträge vor amerikanischen Militärakademien:

Deutschland und die Emotionelle Pest (23)

8. Dezember 2025

Zeitzeugen haben immer wieder berichtet, daß alle Hollywood-Streifen über den Zweiten Weltkrieg, etwa Der Soldat James Ryan, ein vollkommen falsches Bild zeichnen, egal wie sie sich bemühen, die Deutschen nicht klischeehaft zu behandeln. Sie können die damalige Wirklichkeit unmöglich darstellen, denn es war tatsächlich so, daß, wenn beispielsweise 20 deutsche SS-Männer auf eine US-Einheit von 100 Soldaten stießen, die letzteren kaum eine Chance hatten. Wenn umgekehrt 100 Amerikaner auf 20 Deutsche stießen, zogen sie sich erst in Panik zurück, ließen die deutsche Einheit unter Artilleriebeschuß setzen und trauten sich selbst erst wieder aus der Deckung, wenn jede Menge amerikanischer Panzer auf dem Schlachtfeld erschienen waren.

Daß die deutschen Soldaten mit ihren Erzählungen eigener Heldentaten nach dem Krieg durchaus nicht übertrieben haben, hat der bereits erwähnte bedeutende Militärhistoriker Martin van Creveld in seinem Buch Kampfkraft (ARES Verlag, Graz 2007) aufgezeigt, in dem er die amerikanische Armee mit der deutschen Wehrmacht verglich. Das Ranking der Kampfkraft sah demnach ungefähr wie folgt aus: 1 Waffen-SS-Mann = 2 Soldaten der Wehrmacht = 5 englische Soldaten = 10 US-Marines = 20 normale US-Soldaten. Das meinte ich, wenn ich vom „Mangel an Professionalität“ der US-Armee sprach, die dann von technischem Overkill (mit entsprechenden Kollateralschäden!) überkompensiert werden mußte, das ansonsten nicht notwendig gewesen wäre. Man denke nur an Vietnam. Das erklärt auch zum Teil den weltweiten Antiamerikanismus.

Interessanterweise ist die Kampfkraft der Armeen direkt mit der Sexualökonomie der Gesellschaften verknüpft, die sie an die Front geschickt haben! Es ist schon etwas seltsam, wenn man ein militärhistorisches Buch über die „Militärische Organisation und Leistung der deutschen und amerikanischen Armee 1939-1945“ wie das von van Creveld liest und dabei unvermittelt ausgerechnet der Name „Wilhelm Reich“ auftaucht (S. 26). Im Kapitel über die Rolle des Nationalcharakters in der Kampfkraft der deutschen und amerikanischen Armee referiert der Autor die typischen Charakteristika, die man „dem Deutschen“ gemeinhin zuschreibt, und er fährt fort:

All dies ist zweifellos das Ergebnis einer verfrühten Erziehung zur Sauberkeit, zu der deutsche Mütter angeblich neigen. Unter Verwendung der Gedanken von Wilhelm Reich sind einige Psychologen zu dem Schluß gelangt, die Deutschen hätten einen zwanghaften analerotischen Charakter. Das führt zu Starrheit, Disziplin und Unfähigkeit zur Entspannung. Ihr Verhältnis zu Frauen wird „oft durch bewußte und unbewußte Furcht, Aggression und Verachtung bestimmt“.

Der Autor van Creveld zitiert hier eine Untersuchung aus dem Jahre 1948 (Some Psychological Hypotheses on Nazi Germany) von Kecskemeti und Leites.

Interessanterweise sind die Ausführungen über den amerikanischen Nationalcharakter weit näher an Reichs sexualökonomischen Erkenntnissen. Der Autor referiert breit ein Buch über den Unterschied zwischen Green Berets und Kriegsdienstverweigerern (D.M. Mantell: Familie und Aggression: Zur Einübung von Gewalt und Gewaltlosigkeit. Eine empirische Untersuchung, Frankfurt a.M. 1972):

Im Gegensatz zu den Kriegsdienstverweigerern wuchsen die kriegsfreiwilligen Elitesoldaten (Green Berets) in weniger harmonischen Familien auf. Zwischen den beiden Elternteilen herrschte eine Beziehung von Überordnung und Unterordnung. Es wurde in den Familien besonders auf materiellen Besitz, Sozialstatus, Arbeit und Fleiß, Ordnung und Sauberkeit, Disziplin, Anpassung, Gehorsam und körperliche Ertüchtigung Wert gelegt. Bei den Familien der späteren Kriegsdienstverweigerer waren es hingegen Güte, Freude am Leben und persönliche Leistung. Während bei den ersteren vor allem Stehlen, Lügen, Vandalismus und Ungehorsam als Sünden galten, war es bei den letzteren in erster Linie Rücksichtslosigkeit, die geächtet wurde. Außerdem waren in den „kriegerischen“ Familien Strafen und Drohungen viel weiter verbreitet.

Und schließlich:

Die Kriegsdienstverweigerer betrachteten Frauen als gleichberechtigte Partner und die Sexualität als gemeinsame Erfahrung. Obwohl zu oberflächlicher Beziehung fähig, lachten sie doch nie über Frauen oder verachteten sie. Im Gegensatz dazu waren die „Green Berets“ „bemerkenswert skrupellos und gefühllos“ in ihren Beziehungen zu Frauen. Auch waren sie männliche Chauvinisten in dem Sinne, daß sie die sexuelle Freiheit nur auf die Männer beschränken wollten. Das wiederum bedeutete, daß eine Frau, mit der sie schliefen, automatisch zu einem Gegenstand der Verachtung wurde. (van Creveld, S. 29)

Ich verweise auf meinen Vergleich von Deutschen und Franzosen in Teil 7 und natürlich generell auf Teil 2.

Neoscholastik (Teil 2)

2. Dezember 2025

Ähnlich wie vor der „Machtübernahme“ der Nationalsozialisten werden auch heute die deutschen Universitäten von „National-Sozialisten“ dominiert. Dazu eine typische Veranstaltungsankündigung eines beliebigen Allgemeinen (!) Studierendenausschusses:

„Grenzgänge – Critical Whiteness Studies und Weißseinsforschung in Deutschland“ (sic!). Eine Frau Dr. Soundso diskutiert die Bedeutung der Hautfarbe in Deutschland. „Weißsein“ gelte „als Signatur für Deutschsein, als das Normale und somit Normative.“ Wie in den USA müsse nun auch in Deutschland die Debatte um Rassismus und „Weißsein“ geführt werden.

Zu den Feldern, auf denen diese Debatte geführt wird, gehört auch die Richtung von Queer Theorie, deren Fokus auf De/Konstruktionen von Gender und Sexualität liegt. (sic!)

Diese Leute mögen sich für „Antifaschisten“ halten, aber die systematische Zerstörung („Dekonstruktion“) wissenschaftlichen Denkens und die Aufteilung der Gesellschaft in willkürlich konstruierte „Gruppen“ brandmarken sie als Nazis.

In der Massenpsychologie des Faschismus hat Reich gezeigt, wie die ursprünglich noble Idee eines internationalen Sozialismus aufgrund der Struktur der Massen und ihrer „Führer“ unweigerlich in einen nationalen Sozialismus degenerieren muß: in Absonderlichkeiten wie etwa „nationale Befreiungsbewegungen“ und die Kreierung und Instrumentalisierung immer neuer derartiger „Nationen“ (beispielsweise der „queer nation“).

Siehe dazu auch Der politische Irrationalismus aus orgonomischer Sicht, wo die funktionelle Identität solcher modern liberals mit rechtsradikalen Obskurantisten diskutiert wird.

Hier ein bezeichnender Einblick in das alltägliche Geschehen deutscher Universitäten: die „antifaschistische“ Einheitsfront von Stalinisten und Islamisten.

Wie der neue Stalinismus, der dieses Land überzieht, konkret aussieht, hat Henrick M. Broder sehr schön beschrieben: „Der nackte Wahnsinn gibt den Ton an“.

Für diesen Wahnsinn steht ein Name: Judith Butler:

Konsequent verweigert Butler auch in ihrem politischen Denken die Unterscheidung von sex und gender. Ihr Ausgangspunkt ist die Annahme, dass auch das biologische Geschlecht/sex durch materialisierende Akte von Sprache entstehe. Durch Dekonstruktion gelte es auch hier, Spielraum für ein Erproben von alternativen Geschlechtsidentitäten, „queer identities“, zu schaffen. „Queer“ ist hierbei nicht als ständig wechselbare Identität gedacht, ebenso wenig wie „queer“ auf den Wunsch eines Körpers jenseits von Macht verweist. Ziel sei vielmehr, die Kontingenz von anatomischen Körpermerkmalen und performativer Geschlechtsidentität aufzuzeigen und Geschlechter-Verwirrung zu stiften. Butlers Konzept der Subversion setzt voraus, dass Subjekte, die gegebene Geschlechtsidentitäten annehmen, zwangsläufig inkohärente Konfigurationen erzeugen, die durch die Valenz überschneidender und widersprüchlicher Diskurse Widerstand hervorrufen. Durch diese Koexistenz der Diskurse entsteht die Möglichkeit der Rekonfiguration und Neu-Einsetzung: zum Beispiel durch Parodie, Travestie oder andere experimentelle Praktiken.

Vor der Linken bzw. vor obskurantistischen Linken kann man heutzutage nur noch angewidert ausspucken! Geistig korruptes debiles stinkendes Nazi-Dreckspack! Ekelhaft wie Julius Streicher und dumm wie Brot.

Um den Obskurantismus abzurunden Butler zu Freuds – Todestrieb:

Es paßt, daß die linken Obskurantisten ein symbiotisches Verhältnis zu den heutigen Nationalsozialisten haben, d.h. den „Islamisten“. Der Islam ist Nationalsozialismus. Da wäre Rassismus und das Führerprinzip. Zum ersteren hat, wie oben verlinkt, Hartmut Krauss gesagt: „Der Reinrassigkeit als totalitärem Druckmittel im faschistischen Terrorstaat entspricht die Rechtgläubigkeit als totalitärem Druckmittel im gottesherrschaftlichen Terrorstaat.“

Der Journalist Gideon Böss erzählte im Netz eine Begebenheit aus dem Berliner Wedding:

Ich wartete auf den Bus und las dabei einen Artikel über die Satanischen Verse von Salman Rushdie, da setzt sich ein Mann neben mich und fragt nach der Uhrzeit. Sein Blick fällt auf den Artikel. „Allah wird ihn bestrafen!“, bemerkt er, nicht aggressiv, eher wie eine Feststellung. (…) Ich überlege, ob ich eine Diskussion über Meinungs-, und Kunstfreiheit führen will und entscheide mich dagegen. „Ich glaube eigentlich, daß Allah Rushdie ziemlich mag, immerhin läßt er ihn mit Models schlafen, während die iranischen Mullahs Frauen gewaltsam dazu zwingen müssen, mit ihnen das Bett zu teilen. Es ist doch eindeutig, auf wessen Seite Allah da steht.“ Der Tunesier lacht und verabschiedet sich wieder.

Was an dieser Geschichte bemerkenswert ist? Der Nordafrikaner bzw. „Araber“ wäre schier ausgerastet, vielleicht sogar handgreiflich geworden, wäre nicht von Allah, sondern von Mohammed die Rede gewesen! Im Islam steht Mohammed über Gott.

Martin Bormann hat auf die Frage seines Sohnes, was denn nun eigentlich „Nationalsozialismus“ sei, lapidar geantwortet: „Der Wille des Führers!“ Nichts anderes ist der Islam: der Wille Mohammeds, wie er im Koran, in den überlieferten Aussprüchen und Handlungen und in der Biographie des „Propheten“ niedergelegt ist.

Nur ein eurozentrisch beschränkter Mensch kann glauben, der Islam sei einfach eine „Religion“ wie jede andere auch. Der spirituelle Gehalt des Islam ist gleich Null. Das einzige, was ihn zu einem Faszinosum macht, ist seine politische Dimension.

Leider fehlt heute das, was nur ein lebendiger Führer geben kann: der unmittelbare Befehl, an dem es nichts zu deuteln gibt und der aus der Gemeinschaft eine schlagkräftige Armee macht. Das strebt die Kalifats-Bewegung an: eine Umma, ein Weltreich, ein Führer. Ihr Motto ist: „Der Islam wird die Welt beherrschen!“

Imgrunde ist bereits heute alles so wie zu Reichs Lebzeiten! Die Nazis (Hamas und die Hisbollah) bedrohen Israel mit Raketen, die nur eine Funktion haben: so viele Zivilisten wie nur irgend möglich zu verstümmeln und zu töten und auf diese Weise Angst und Schrecken zu verbreiten. Die Hisbollah droht mit „Wunderwaffen“. Es gibt gewisserweise sogar den Hitler-Stalin-Pakt: heute unter dem gemeinsamen Dach „Antizionismus“.

Hier ein weiterer Blick in den Wahnsinn:

  1. Strategischer Essentialismus und Klassen-Hurenkampf (Class Whorefare): Evangelische Christen als Analogie
  2. Die „Ander-ungen“ („Other-ings“) des Zionismus und der Apartheid: Reflektionen über schwules und jüdisches Aufwachsen im Südafrika der Apartheid
  3. Das Pinkwashing meiner Diaspora: LGBTQ-Geburtsrechts-Trips und der Homonationalismus der zurückblickt
  4. Vom Heteronormativen zum Homonationalen: Die gegenderte Verrassung (Racialization) des „Jüdischseins“ im Zionismus
  5. Homonationalismus/Ethnizität: über die Selbstproduktion der Zionisten als eine liberale und kritische Gesellschaft durch die Erschaffung des Araber-Juden (Mizrahi) als des Anderen

Neoscholastik (Teil 1)

1. Dezember 2025

Funktionalistisches Denken ist imgrunde nichts anderes als einfach nur klares Denken, d.h. Denken ohne okulare und letztendlich ohne jede Panzerung. Diese Art von Denken führt mit unerbittlicher Konsequenz zu Schlußfolgerungen, vor denen der mechanistische und mystische Denker Angst hat. Diese Angst ist identisch mit Orgasmusangst. Mechanismus und Mystizismus sind nicht etwa schlichtweg „falsch“, sondern drücken jeweils nur Teilwahrheiten aus. Diese zerrissene Wahrnehmung ist Funktion der Panzerung. Der Funktionalist kann diese Teilwahrheiten aufnehmen und zur vollen Wahrheit zusammenfügen. Letztendlich gibt es wohlverstanden also überhaupt kein Denken, das nicht zum orgonomischen Funktionalismus gehört.

Wann begann die Moderne? Am sinnvollsten kann man den Anfang vielleicht an Martin Luther und Galileo Galilei festmachen, die sich jeder auf ihre Weise von der Tradition emanzipierten. Luther befreite das Christentum von krausen Überwucherungen, wie Marienverehrung, Heiligenkult, Purgatorium, Ablaßhandel, etc. Galilei befreite die Naturforschung von der aristotelischen Philosophie: das einzige Buch, das es zu lesen galt, war „das Buch der Natur“. Das ganze kulminierte schließlich in Newton und Kant.

Die „Postmoderne“ ist ein Thema für Bindestrich-„Wissenschaften“. Das ganze Blablabla, das diesen Begriff umgibt, kondensiert sich zu der ach so welterschütternden These, daß auch die Moderne nichts anderes sei als eine Tradition. Die Moderne sei deshalb eine Lüge, es gelte konsequent zu sein und die Tradition im Kern zu zerstören. Entsprechend gelte es alles „grundsätzlich“ infrage zu stellen, etwa die Einteilung der Menschen in zwei Geschlechter oder den Mythos von der Objektivität der Wissenschaft.

Seit den 1960er Jahren beherrscht dieses Gedankengut die Universitäten. Die Gelehrten in der Tradition von Deleuze, Derrida und Foucault haben es kurioserweise soweit gebracht, daß die Universitäten heute zweigeteilt sind wie in der Renaissance: genauso wie damals in der einen Fakultät der pure Schwachsinn (Scholastik) gelehrt wurde, während in der anderen die moderne Wissenschaft Gestalt annahm, ist es heute so, daß im einen Seminarraum in „Gender Studies“ und ähnlichem gerührt wird, während nebenan ganz „naiv“ Wissenschaft betrieben wird. Die Postmoderne wollte die Moderne vollenden, ist jedoch ins tiefste Mittelalter zurückgekehrt.

Ich werde noch näher darauf eingehen, daß sich die postmoderne „Wissenschaft“ in nichts von der nationalsozialistischen „Wissenschaft“ unterscheidet. Sogar der Fanatismus ist gleich. Man versuche doch einmal mit einem dieser Leute in einen „Diskurs“ zu treten!

Das absolut Erschreckende ist, daß mittlerweile ganze Generationen von Journalisten und anderen „Intellektuellen“ durch (steuerfinanzierte!) Studiengänge geschleust wurden, die ungefähr das geistige Niveau der Koranschulen in Pakistan haben. Man erinnere sich doch nur an die Sarrazin-„Debatte“, in der dem naiven Mann an sich nur eins vorgeworfen wurde: er habe sich auf Teufelszeug wie Statistik und Biologie berufen! Dabei gelte es doch derlei Dinge als westlich-imperialistische Machtinstrumente zu dekonstruieren!

Was mit den Postmodernen in den Medien, Universitäten und im Staatsapparat machen? Wie mit ihnen umgehen?

  • Erst einmal sollte man es sich ein für allemal verbeten, daß sie wie einst die Scholastiker „in Latein“ mit einem reden! Mit anderen Worten darauf bestehen, daß Begriffe wie „Migranten“, „Gender“, „Identitätsräume“, „Community Organizing“, etc. gefälligst ins Deutsche übersetzt werden. Allein schon dadurch zerfällt ein Großteil des grandiosen neoscholastischen Gedankengebäudes, das auf nichts anderem beruht als vollständiger Kontaktlosigkeit. Wobei die integrierte Vernetzungsterminierung eine programmierte Flexibilitätsproblematik mit manipulativen Prozeßtendenzen impliziert, welche, jedenfalls aus poststrukturalistischer Sicht, wiederum die Funktionalität irreversibler Interaktivierungsstrategien zumindest tendenziell präjudiziert.
  • Wie einst die Inquisition lebt die Neoscholastik von der Skandalisierung des gesunden Menschenverstandes. Ihr Problem ist, daß es einer ungeheuren Kraftanstrengung bedarf, um die Lüge aufrechtzuerhalten. Die Wahrheit ist einfach gegeben, die Lüge muß kreiert und mühsam aufrechterhalten werden. Deshalb ist die Terrorherrschaft dieser Leute (zeige mir einen Sarrazin-Gegner und du zeigt auf einen von ihnen!) dem baldigen Untergang geweiht.
  • Ein zentrales Thema, wenn nicht das Thema des Postmodernismus ist die Relativierung der geistigen Gesundheit, weshalb seine Vertreter auch Wilhelm Reich bis aufs Messer hassen. Die Emotionelle Pest kann nur überleben, wenn sie klares Denken einschränkt und schließlich ganz vom sozialen Schauplatz verbannt. So haben die Religionen überlebt, so wuchert noch heute der Islam, so hat der Real- und der Nationalsozialismus herrschen können. So wurde beispielsweise auch Reichs Lebenswerk systematisch zerstört. Man lese ein beliebiges „Reichianisches“ Pamphlet! – Die mittelalterliche Reaktion läßt sich nur mit kompromißlos klarem, autoritätskritischem, d.h. „modernem“ Denken überwinden.
  • Heute sind ganze Universitätsbibliotheken mit Schriften gefüllt, die dem Studenten systematisch das logische, folgerichtige Denken austreiben. Der offensichtliche Unsinn kann nur mit einem Mittel aufrechterhalten werden, da normalerweise jeder, der auch nur ein wenig bei Verstand ist in schallendes Gelächter ausbrechen würde, – dieses eine Mittel ist die Autorität oder, mit anderen Worten, die Tradition. Die Neoscholastiker berufen sich stets auf irgendwelche Gurus des Postmodernismus, deren vermeintliche Weisheiten unantastbar sind. Das ganze erinnert fatal an die Kulturrevolution, bei der der greise Kaiser von China (Mao) die Jugend aufforderte, die gesamte materielle und geistige Infrastruktur der Nation zu zerstören. Heute heißt so ein Mao beispielsweise „Jean Baudrillard“, für den die Matrix des Urbanen nicht mehr die der Realisierung einer Kraft (der Arbeitskraft) ist, sondern die Realisierung einer Differenz (der Operation des Zeichens).

Deutschland und die Emotionelle Pest (22)

30. November 2025

Apropos Emotionelle Pest gegen Deutschland: Im Februar 1945 war es ziemlich irrelevant, ob Dresden Militärausrüstung produzierte, etwa Periskop-Optik. 90 Prozent der militärischen Stärke Deutschlands war zusammengebrochen, alliierte Truppen hatten bereits die Hälfte des Territoriums erobert, die Fabriken waren zerstört, die meisten Regionen hatten weder Strom noch Wasser, der Himmel über Deutschland war dunkel von alliierten Bombern und Jägern, die, kaum erschien ein LKW auf einer Landstraße, ihn sofort zerschossen. Ob es also noch Rüstungsindustrie in Dresden gab, hatte wenig oder gar keine Folgen für die Verbündeten, ohnehin war Deutschland schon seit Wochen nicht in der Lage, in irgendeiner Weise in die Offensive zu gehen.

Jede halbwegs professionelle Armee der Welt hätte in der Lage sein sollen, das Geschehen souverän zu kontrollieren und einen Gesamtsieg innerhalb von Wochen zu besiegeln, ohne ganze Städte einzuebnen, ohne Massenmord (!) und ohne Zerstörung des Kulturerbes der Menschheit. Ich bin mir ziemlich sicher, daß die Bombardierung von Dresden nur einen psychologischen und symbolischen Grund hatte. Erstens als ein Mittel der sadistischen Rache gegen Deutschland und zweitens (wie Hiroshima und Nagasaki) als ein Mittel, den Russen zu zeigen, wie mächtig und skrupellos der Westen vorgehen kann, wenn er nur will.

Dresden, Hiroshima und Nagasaki haben gezeigt, daß unter den Alliierten die Emotionelle Pest ähnlich an der Arbeit sein konnte wie in Deutschland. Angesichts ihrer absoluten Überlegenheit an Manpower, Material, Waffen und Technologie hatten die Alliierten elegantere (und „weichere“) Möglichkeiten den Krieg zu beenden, statt die schlimmsten Werkzeuge, die sie zur Verfügung hatten, zur Anwendung zu bringen.

Für die westliche Welt (und in allen politisch korrekten Geschichtsschulbüchern) steht „Coventry“ für die verachtenswerte, brutale, kriminelle und bösartige Kriegsführung der Nazis. Der deutsche Luftangriff auf Coventry in der Nacht vom 14. November 1940 kostete aber gerade mal 568 Todesopfer, und Coventry war in der Tat die Rüstungsmetropole Britanniens. Amerikas Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki (zu einem Zeitpunkt, als der Krieg sowieso längst entschieden war) führte zu 260mal so vielen Toten, d.h. 130 000 sofortigen Opfern, sowie mehreren Hunderttausend Fällen von verzögertem Tod wegen der langanhaltenden Folgen der radioaktiven Verseuchung.

Das Hauptproblem der USA, das letztendlich den Einsatz der Atombomben auf Japan erzwang, war ein eklatanter Mangel an Professionalität in der Ausbildung der US-Eliteeinheiten. Ein Muster, das immer wieder in Amerikas Kriegführung zum Ausdruck kam, war die feige Tendenz zum „Overkill“. Es wurde stets weit mehr Personal, Waffen und Hardware als nötig verwendet, um ein bestimmtes militärisches Ziel zu erreichen. Clint Eastwood hat das in seinen beiden Filmen Flags of Our Fathers und Letters from Iwo Jima über die Landung der Amerikaner auf Iwo Jima herausgearbeitet: den Kontrast zwischen der amerikanischen Overkill-Mentalität und der japanischen Opferbereitschaft.

Apropos Overkill: Wie bereits in Teil 21 gezeigt, hat Polen, das damals chauvinistischste Land in Europa, sämtliche Angebote Hitlers brüsk zurückgewiesen, weil es fest mit dem unmittelbar bevorstehenden Kriegseintritt Frankreichs und Großbritanniens rechnete. Als die Wehrmacht Richtung Warschau marschierte, wurde offensichtlich, wie schwach die polnische Armee war und beispielsweise polnische Kosaken gegen deutsche Panter anritten. Einige Stunden, bevor die erste Bombe auf Warschau fiel, unterrichtete die Luftwaffe die eingekreiste Stadt davon, daß bereitstünde, die gesamte Stadt in Schutt und Asche zu legen. Man möge doch bitte kapitulieren, und kein einziges Gebäude werde zerstört. Die polnische Antwort lautete, daß die Invasion Deutschlands durch die Westmächte unmittelbar bevorstünde und die glorreiche polnische Flak sowieso jedes deutsche Flugzeug vom Himmel holen würde. Es geht nicht darum, den pestilenten Charakter Hitler zu rechtfertigen, der daraufhin ein „rücksichtsloses Vorgehen“ anordnete, sondern es soll nur darauf hingewiesen werden, wie sehr auch bloßes neurotisches Verhalten, schlichtweg kindische Unvernunft, Unheil anrichtete.

Ein dritter Faktor war schlicht und ergreifend die Maschinerie, in die die Menschen eingebunden waren und die sie kaum beherrschen konnten. Man nehme Rotterdam am 14. Mai 1940: Bis eine Stunde vor dem Angriff verweigerte die Stadt, aus ähnlichen Gründen wie zuvor Warschau, jede Kapitulation. Dann, als der deutsche Angriff bereits ins Laufen gekommen war, änderten die Holländer plötzlich doch noch ihre Meinung und erklärten Rotterdam zur „offenen Stadt“. Die Luftwaffe versuchte ihre Flugzeuge sofort zurückzurufen, aber wegen technischer Probleme und weil es ohnehin schon zu spät war, kam es zu Bombardierungen. Im Anschluß entschuldigten sich die Deutschen für die Tragödie und gaben ihr Bedauern zum Ausdruck für das, was geschehen war. Doch nach Rotterdam waren alle Dämme gebrochen: Der neue britische Premierminister, Winston Churchill, hob einen Tag später, am 15. Mai die Sperre gegen zivile Ziele in Deutschland auf. Noch in derselben Nacht griff ein Verband von 99 Bombern Öl- und Eisenbahnziele im Ruhrgebiet an. Die strategische Bomberoffensive gegen Deutschland hatte damit ernsthaft begonnen.

Es bleibt natürlich die Ursünde Guernica: Die einen sagen, man wollte einfach die baskische Zivilbevölkerung terrorisieren und deren Widerstandswillen brechen. Andere glauben, es wäre ein Versehen gewesen. Eine wichtige Brücke über den Fluß Orca sollte zerstört werden, und wegen der schlechten Sichtverhältnisse seien die Bomben auf die Stadt gefallen. Und schließlich verweisen wieder andere, daß es bei der Legion Condor vor allem um die Erprobung der damaligen Waffentechnik ging. Wie auch immer, die gleiche Rücksichtlosigkeit und – Sinnlosigkeit wie in Dresden.

Beim Schreiben dieser Blogserie mußte ich immer wieder an den Beamten der Reichsbahn denken, der mir seine Kriegerlebnisse erzählt hat. Wegen seiner unersetzbaren Stellung war er vom Kriegsdienst freigestellt worden und im besetzten Polen tätig. Er sah die Bahnwaggons mit Juden, die weiter Richtung Osten fuhren. „Ich wußte, wohin sie gebracht wurden, aber ich hatte keine Ahnung, was dort mit ihnen geschah.“ Er war ein kleines, aber unverzichtbares Rädchen in der Maschinerie des Holocaust. Er war es, der buchstäblich die Weichen nach Auschwitz stellte.

Er funktionierte einfach solange, bis ihn die Rote Armee überrannt hatte und er sich in einem polnischen Internierungslager wiederfand, in dem die Zustände „unbeschreiblich“ gewesen seien. Eine der Folter- und Mordmethoden war es, die deutschen Gefangenen fast verhungern zu lassen und ihnen dann verschimmelte Brotlaibe vor die Füße zu werfen. Die, die sich nicht zurückhalten konnten und die Laibe aus dem von menschlichen Exkrementen übersätem Morast aufklaubten und gierig verschlangen, sind ihrer letzten menschlichen Würde beraubt samt und sonders elendig verreckt. „Recht so, diese Nazischweine!“ Wer so denkt, vergißt, daß die SS-Wachmänner in den KZs durch Goebbels‘ und Himmlers Greuelpropaganda genauso emotional gepolt waren wie die Wachmänner im polnischen Internierungslager.

Wir konstatieren, daß im zweiten Dreißigjährigen Krieg drei Elemente zusammengespielt haben:

  1. Die Emotionelle Pest, d.h. die eigene bioenergetische Erregung wird bewältigt, indem man die bioenergetische Erregung bei anderen ausschaltet, diese anderen sogar tötet. Der pestilente Charakter rechtfertig dieses Morden vor sich selbst und anderen mit den fadenscheinigsten Begründungen.
  2. Die Massenneurose, die u.a. dazu führt, daß diese Begründungen allen Ernstes akzeptiert werden. Sie bewirkt, daß die Massen alles erdulden und sich sogar danach sehnen unterdrückt („befreit“) zu werden, weil ihnen das Sicherheit schenkt, – sie vor der eigenen Erregung schützt.
  3. Die Maschinenzivilisation, die dafür sorgt, daß die Menschen sich in „Zwängen“ wiederfinden, denen sie hoffnungslos ausgeliefert sind. Letztendlich gründet sich die „Kriegsmaschinerie“ mit ihrem „unerbittlichen Eigenleben“, den technischen, wirtschaftlichen, politischen, geostrategischen, militärstrategischen, etc. Zwängen, einzig und allein darin, daß der Mensch selbst maschinell entartet ist, d.h. „strukturellen Zwängen“ unterliegt: er ist gepanzert.