Archive for the ‘Sozialpsychologie’ Category

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, d. Der moderne Sexterror

28. Juli 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, d. Der moderne Sexterror

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, a. Sexpol heute

18. Juli 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, a. Sexpol heute

Die Bioenergetik der Kapitalinteressen

9. Juli 2026

Heute morgen auf dem Weg zur Bahn ein Plakat mit dem Hinweis auf eine Veranstaltung über die Hamburger Hafencity und ihre historischen Verbindungen zur NS-Zeit und den Kolonialismus. Ständig wird versucht, irgendwie meine Schuldgefühle als hochgesinnter und kultivierter Deutscher zu aktivieren. Man wagt kaum frei zu atmen. Kaum entspannt man sich, kommt der nächste Schlag in die Magengrube. Ich bin schuldig, weil ich ein Deutscher bin, ein heterosexueller Mann, ein atmender Mensch (die Umwelt!). Es ist prinzipiell der gleiche Moralismus wie einst im Christentum, das jeden Lebensimpuls sofort mit der Induktion von Schuldgefühlen unterband. Jedenfalls mußte ich heute morgen angesichts des Plakats spontan an die repressive Sexualerziehung vergangener Zeiten denken, die von einer allgemeinen sexualnegativen Atmosphäre geprägt war, die ab und an mit Gewaltandrohungen verfestigt wurde.

Das Perfide ist, daß die heutigen Moralisten von der allesüberwiegenden Tendenz her eher ausgesprochen „sexualpositiv“ auftreten im Dreieck von Frühsexualisierung, trans und gender. Es ist tatsächlich so, daß der Katholizismus, in dem ein Hitler aufwuchs, praktisch nur die sexuelle Sünde kannte, während heute in der postchristlichen Welt der „Selbsterhaltungstrieb“ als einzige Sünde gilt. Das läßt sich besonders plastisch an der Masseninvasion seit 2015 zeigen, als die jungen Machos, man verzeihe mir das Bild, mit weit offenen Schenkeln freudig erregt begrüßt wurden, während gleichzeitig die genetischen und wirtschaftlichen Selbsterhaltungsinteressen des deutschen Volkskörpers mit Füßen getreten wurden. Man schaue sich den Fußball an! Mit immer abstruseren und denkbar unangebracht schwulen Kampagnen wird der deutsche Mann und wird der Nationalstolz kastriert.

Noch absurder ist, daß diese linke subversive Agenda (Selbsterhaltungstrieb gegen Sexualtrieb) perfekt mit den gegenwärtigen Verwertungsinteressen des Kapitals harmoniert, wird doch auf diese Weise der sofortigen Triebbefriedigung, d.h. dem Konsum das Wort geredet: Schimpanse, achte nicht auf den Leoparden, sondern verlustiere dich! Melanor („Blackrock“) lebt davon, daß der zum geilen Depp mutierte deutsche Mann resigniert, brav sich Morgenthauisieren läßt und dabei sein zartes Gesichtchen mit einer Feuchtigkeitscreme einreibt.

1) der einstige autoritäre Kapitalismus: der Selbsterhaltungstrieb (b) richtete sich gegen den Sexualtrieb (a)

2) der heutige antiautoritäre Kapitalismus: der Sexualtrieb (a) richtet sich gegen den Selbsterhaltungstrieb (b)

Vor 1960 lag der Fokus des Kapitals auf der Herstellung von Gütern, d.h. die Arbeiter mußten diszipliniert, ihre Sexualität unterdrückt werden: Realitätsprinzip gegen Lustprinzip. Nach 1960, d.h. mit dem langsamen Übergang von der autoritären zur antiautoritären Gesellschaft, verlagert sich der Fokus von der Produktion auf die Konsumtion. Im Rahmen der „sexuellen Revolution“ wird der Selbsterhaltungstrieb zum Hauptgegner, was beispielsweise das langfristige Ruinieren durch Kreditschulden beinhaltet. Hauptsache es wird JETZT gelebt! Die woken Linken sind bei der ganzen Sache die heutigen Sturmtruppen des Kapitals. Sie sind der ultimative Abschaum.

Im Nietzscheanischen Fleischwolf

25. Juni 2026

Manche Menschen aalen sich in ihrer vermeintlichen „Biologie“: Männlichkeitskult, Lust am Töten, Negation des ausgelagerten Magens (d.h. des Kochens) durch blutiger, möglichst noch körperwarmer Rohkost, Rücksichtslosigkeit, Lust am „Bösen“. Man läßt die Sau raus! Sie glauben tatsächlich, daß sie sich als einer Karikatur von „Conan, dem Barbaren“ ihrer „primären Natur“ nähern. Tatsächlich sind es aber schlicht und ergreifend schwarze Faschisten, die entsprechend es kaum ertragen können, wenn man sie auf ihre verdrängte tatsächlich primäre Natur verweist, zu der Hingabefähigkeit gehört. Es treibt sie in Raserei, Zynismus und Verachtung. Phallische Abwehr gegen Analität.

Bei Linken ist es vollkommen anders. Sie zelebrieren ihre Analität und sehen auch so aus, als würden sie so riechen! Sie sind nur und ausschließlich Fassade bis hin zu toxischen Warnfarben wie etwa Blau in den Haaren, die signalisieren, daß hier eben keine „Biologie“ vorliegt, sondern Abwehr aller natürlichen Lebensäußerungen: Biohazard. Man denke nur an das garstige Auftreten von denkbar unweiblichen „Feministen“. Jede primäre Regung wird im Keim erstickt und das schon bei Kindern. Man denke nur mal an „Drag Queens“ in Kindergärten! Mit der Natur versöhnen sich diese nekrophilen „Naturschützer“ erst, wenn auch die letzte Naturlandschaft mittels Vogelschreddern in einen Industriepark verwandelt wurde.

Zusammen dominieren diese beiden Fraktionen des Antilebens, die schwarzen und roten Faschisten, den öffentlichen Diskurs abseits des grauen Schlaftablettenhauptstroms. Für die Orgonomie bleibt nicht mal ein schmaler Streifen zum Überleben. Die beiden Fraktionen der Lebensfeindlichkeit haben sogar den gleichen Helden: Nietzsche. Bei den Rechten brauche ich das nicht weiter auszuführen – und die Linken: allein schon der Bolschewismus wurde vollkommen zu recht als „Nietzscheanischer Marxismus“ gekennzeichnet. Als er noch radikaler Sozialist und Genosse Lenins war, äußerte Mussolini 1908 die Hoffnung, daß Nietzsche die Menschheit von der „Nächstenliebe erlösen“ werde.

Man darf auch nicht vergessen, daß Nietzsches Chaosgott Dionysos u.a. bei Herbert Marcuse als Heros der befreiten prägenitalen, vor allem analen Triebe und Gegenentwurf zur kapitalistischen Leistungsgesellschaft und deren „instrumenteller Vernunft“ galt. Die von Drogen und Alkohol geprägten Mysterienkulte dieses Gottes feierten die Sklaven und die anderen Außenseiter der antiken Gesellschaft gemeinsam, was ihn zu einem antiken Sinnbild für den Klassenkampf machte.

Für die Linken, Nietzscheaner im Kern, gibt es keine „ewigen Wahrheiten“, sondern die Moral wird „genealogisch“ zersetzt, d.h. nicht auf einen einheitlichen Ursprung zurückgeführt, sondern ihre zahllose Ursprünge verlieren sich im sich immer weiter aufspaltenden Wurzelgeflecht. In dieser Weltsicht ist alles Wille zur Macht, also Klassenkampf bzw. Kampf zwischen oben und unten mit der jeweiligen machtpolitischen Perspektive, die „die“ Wahrheit bzw. das definiert, was „gut“ und was „böse“ ist. Willkommen in der woken bunten Welt! Wir alle kennen das Zitat des Kinderfreundes: „Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch, sie ist von beträchtlichen sozialen Ungleichgewichten geprägt und kennt Wanderungsgewinner ebenso wie Modernisierungsverlierer; sie hat die Tendenz, in eine Vielfalt von Gruppen und Gemeinschaften auseinanderzustreben und ihren Zusammenhalt sowie die Verbindlichkeit ihrer Werte einzubüßen.“ Später ergänzt von einer SPD-Türkin: „Wir stehen vor einem fundamentalen Wandel. Unsere Gesellschaft wird weiter vielfältiger werden, das wird auch anstrengend, mitunter schmerzhaft sein.“ Das Zusammenleben müsse täglich neu ausgehandelt werden. Eine Einwanderungsgesellschaft zu sein heiße, „daß sich nicht nur die Menschen, die zu uns kommen, integrieren müssen“. Willkommen in der Barbarei unter dem gemeinsamen Banner von Marx und Nietzsche!

Der Krieg gegen den Iran

17. Juni 2026

Vor einem Jahrhundert beherrschte der Westen den gesamten Planeten. Seitdem reibt er sich in nicht enden wollenden Selbstmordversuchen immer weiter auf. Fast immer geht es um unsinnige Garantien und lächerliche „Freundschaften“. Was hatte, beispielsweise, um alles in der Welt, Amerika im Ersten Weltkrieg verloren? Hat es sich für England wirklich gelohnt, wegen einem lächerlichen Regionalkonflikt (Wegerechte durch Westpreußen und der Status von Danzig, zwei Gebiete, die überwiegend von Deutschen besiedelt waren!), den Zweiten Weltkrieg vom Zaun zu brechen?

Am Ende hatte wirklich jeder verloren. Das Perfideste ist vielleicht, daß im öffentlichen Bewußtsein die Vorstellung vorherrscht, daß gegen Hitler gekämpft werden mußte, um die Juden zu retten! Der Holocaust begann jedoch erst nachdem man in den Krieg hineingeschlittert war – und während des Krieges ging es von alliierter Seite dezidiert ganz und gar nicht um die Juden. Tatsächlich scherte man sich einen Dreck um sie! (Man nehme nur Reich in Amerika: er verbrachte seine Urlaube u.a. deshalb im Zelt, weil in weiten Teilen der USA neben den Hoteleingängen stand: „Nur für Christen!“) Und den deutschen Widerstand gegen Hitler haben sie geradezu sabotiert.

Heute (2016) haben wir fast ein identisches Szenario mit dem Iran, der seit nunmehr vier Jahrzehnten „eingekreist“, „eingedämmt“ und zum Hort alles Bösen stilisiert wird. Tatsächlich sind aber Saudiarabien und die anderen Golfmonarchien unsere wirklichen Todfeinde, wie einst die Sowjetunion der wirkliche Todfeind der freien Welt war. Die Ölscheichs finanzieren Al Kaida, ISIS und die schleichende Islamisierung des Westens; sie sind es, die uns unterwandern, nicht die Iraner! Die Schiiten sind eine kleine krypto-christliche Minderheit im Weltislam und müssen entsprechend radikal islamistisch (und extrem israelfeindlich) auftreten, doch in der Realität – oder sagen wir lieber perspektivisch – sind sie wegen ihres Status als bedrängte Minderheit, die nicht mal wirklich mohammedanisch ist, eher auf unserer Seite.

Moral oder gar „Gefühle“ haben in der Politik nichts zu suchen, sondern nur Interessen! Das hatte beispielsweise General Patton beherzigt, als er am Ende des Krieges meinte, daß die Deutschen die falschen Gegner gewesen waren und man nun zusammen mit den Resten der Wehrmacht doch bitte gegen den wahren Feind, die Sowjetunion ziehen sollte. Wenige Jahre später hat (bzw. natürlich hätte) man genau das ja auch tatsächlich getan! Nur, daß die Wehrmacht nun „Bundeswehr“ hieß und amerikanische Uniformen trug.

Genauso mag es heute vielleicht moralisch gut aussehen, gegen den „Islamo-Faschismus“ der Iraner anzugehen, aber tatsächlich ist es ein lächerlicher Nebenschauplatz, denn währenddessen breitet sich der saudische Wahabismus über den Planeten aus. Ja, die Bahais werden im Iran blutig verfolgt, aber währenddessen ist die arabische Halbinsel „juden- und christenrein“!

Es ist gut möglich, daß sich am Konflikt mit dem Iran ein neuer Weltkrieg entfacht – und wieder wird der Westen gegen den falschen Gegner antreten. So abgrundtief widerlich und hassenswert das Regime der Ayatollahs auch sein mag: sie sind es, die die Wahabiten in Schach halten.

Ich hatte mich in den 1980er Jahren tierisch über die vermeintliche „Idiotie“ von Rainer Zittelmann (übrigens ein Krypto-Reichianer) aufgeregt, der versucht hatte, den gordischen Knoten der linken Dominanz in Westdeutschland durch eine Neubewertung des nationalsozialistischen Regimes und des Zweiten Weltkrieges zu durchtrennen, d.h. die „Umerziehung“ frontal anzugreifen. Ich betrachtete Zittelmanns Ansatz als gemeingefährliche Idiotie, denn darauf warten ja die Linken: daß Konservative sich als klammheimliche „Nazis“ outen.

Doch erstens nehmen die Linken diese Gleichsetzung ohnehin vor und zweitens: bei mir hat Zittelmanns Taktik mit einer jahrzehntelangen Inkubationszeit gewirkt. Der Zweite Weltkrieg gilt als das Beispiel für einen „gerechten Krieg“ und mit dem Stichwort „Hitler“ läßt sich seitdem wirklich alles rechtfertigen: der Irak, das Kosovo, der Iran, die Überfremdungspolitik… Ich gönne Hitler, Saddam, Milosevic, Gaddafi, etc. ihr Schicksal von ganzem Herzen, aber… Aber, beispielsweise, ohne die durchweg idiotischen Interventionen der Engländer hätte die Wehrmacht Hitler weggeputscht und der Nazispuck wäre verpufft. Den Engländern ging es aber ohnehin nicht um Hitler und erst recht nicht um die Juden, sondern dezidiert um die Vernichtung des Deutschen Reiches von 1871! Saddam und sein unmittelbares Umfeld hätte man beseitigen können und durch ein „normales“ arabisches Regime ersetzten können, ohne Tausende GIs für die „Demokratie“ zu opfern, die in einer Stammesgesellschaft ohnehin nicht funktionieren kann. Das gleiche gilt für Afghanistan und überhaupt alle großartigen Projekte der Neokonservativen, die so auftreten, als wollten sie der Geschichte im Sinne von Marx Beine machen: orientalische Despotie → bürgerliche Demokratie → das Paradies auf Erden (Kommunismus). Genuine Konservative setzen einfach die Interessen ihres Landes durch und achten darauf, daß die Kosten nicht den Gewinn übersteigen: fertig.

Der Bad Apple Effect

9. Juni 2026

Reich hat die Wirkung Modjus (des emotionell pestkranken Charakters) auf Gruppen mit dem sprichwörtlichen Apfel verglichen: Legst du einen frischen Apfel in einen Korb mit verfaulten Äpfeln, wird dessen Gesundheit die kranken Äpfel nicht beeinflussen, sondern er wird ebenfalls schnell verfaulen. Legst du umgekehrt einen faulen Apfel zwischen frische Äpfel, breitet sich die Fäulnis des Einzelnen rasend schnell auf die Gruppe aus. Diese Parabel erklärt das Schicksal der Menschheit: warum sich die Panzerung und die Emotionelle Pest überhaupt ausbreiten konnte, warum weltweit das Kranke (DOR) über das Gesunde (OR) triumphierte.

Dazu paßt ein Phänomen aus dem alltäglichen Arbeitsleben, das die gängige Sozialpsychologie als „Bad Apple Effect“ beschreibt (William Felps, Terence R. Mitchell und Eliza Byington 2006). Bei einem Team kann eine einzige negativ agierende Person die Leistungsfähigkeit, Kreativität und Zusammenarbeit aller Gruppenmitglieder signifikant in Mitleidenschaft ziehen. Die Stimmung kippt, die Arbeitsatmosphäre wird unerträglich und die Zufriedenheit der Einzelnen sinkt.

Es kristallisierten sich drei toxische Verhaltensmuster heraus, die die Effektivität des Teams beeinträchtigten: Erstens sind da die „Verweigerer“, die ihre eigenen Arbeitspflichten vernachlässigen und auf andere abwälzen. Sodann die Nörgler, die für schlechte Stimmung sorgen, indem sie ständig destruktive Kritik an der Arbeit anderer anbringen. Und drittens schließlich die Störenfriede, die nichts besseres zu tun hat, als andere zu provozieren, herablassend zu behandeln und aggressiv aufzutreten. Generell wird eine drückende maligne Stimmung erzeugt: DOR, das alles Lebendige erstickt! Es ist, als wenn diese Leute Energievampire sind, die alle in ihrer Umgebung immobilisieren.

Teams mit einer Person in ihrer Mitte, die diese Charakterzüge zeigte, wiesen 50 Prozent mehr Konflikte auf. Sie hatten in Folge etwa 30 bis 40 Prozent weniger Arbeitserfolge vorzuweisen. Die Qualität ihrer Arbeit sank um 25 Prozent. Was Kreativität und die Problemlösungskapazität betraf, lag der Einbruch sogar bei 50 Prozent.

Die moderne Sozialpsychologie empfiehlt das gleiche, was Reich im Umgang mit Modju vorschlug: die Sequestration des Störenfrieds. Man trennt sich einfach von solchen Mitarbeitern. Sie sind wie Träger einer hochansteckenden Seuche, die bei den restlichen Teammitgliedern zu diversen Störungen führt, wie „innere Immigration“, Abwendung der Aufmerksamkeit von der Arbeitsaufgabe und stattdessen Auseinandersetzung mit Modju und den Konflikten, die er ständig provoziert, wenn nicht selbst unmittelbar hervorruft.

Solche Leute sind die menschgewordene Pest! Sie stechen hervor, weil sie viel Energie und Talent haben, aber nichts damit anfangen können und deshalb chronisch unbefriedigt sind. Andere müssen das dann ausbaden.

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 1. Wilhelm Reich, c. Reich, der Unzeitgemäße

8. Juni 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 1. Wilhelm Reich, c. Reich, der Unzeigemäße

Die Orgonomie jenseits von linkem Ökonomismus und rechtem Biologismus

24. Mai 2026

Anfang der 1930er Jahre geriet Reich sowohl in Konflikt mit den Kommunisten als auch gleichzeitig mit den Nationalsozialisten und zwar aus funktionell identischen Gründen. Diese grundsätzliche Gegenposition der Orgonomie zu den beiden äußeren Flügeln der Gesellschaft, die durch extreme Pestilenz und extreme okulare Panzerung gekennzeichnet sind, hält bis heute an.

Die Marxisten sahen ausschließlich „rationale“ ökonomische Beziehungen: die Kapitalistenklasse focht aus ihrer Sicht vollkommen rational für ihre Interessen, umgekehrt die Arbeiterklasse für die ihren. In seiner vermeintlich „Marxistischen“ Schrift Massenpsychologie des Faschismus deckte Reich hingegen die durch und durch irrationalen (neurotischen) Beweggründe zumindest der Masse der Arbeiter auf, die gegen ihre eigenen Interessen den Faschisten und Sozialdemokraten („Sozialfaschisten“) den Boden ebneten – heute sind es die Grünen und die Sozialdemoratten. Der ökonomische Bereich erwies sich auf eine grundlegende Art und Weise vom Irrationalismus bestimmt – und damit war der Marxismus hinfällig. Daß gleichzeitig die Kapitalisten auf die National-SOZIALISTEN hereinfielen, vervollständigt das Bild! – Heute haben wir das gleiche Bild: die einzige rationale Option, nämlich die AfD, wird von allen dämonisiert. Sie rennen allesamt lieber in den sicheren Untergang! Die Massenpsychologie des Merz-Faschismus!

Auf der Seite der rechtsextremen Pestilenz propagierten die Hitleristen und Freudisten ein biologistisches Weltbild, das von einem Pseudo-Darwinismus geprägt war. Alles, jede neurotische und perverse Abweichung, war von biologischen Trieben vorgegeben und der Mensch war nicht mehr als ein „sadomasochistisches Tier“, das es, je nachdem, zu zügeln galt oder das man gemäß dem alles bestimmenden Willen zur Macht zum Triumph bringen mußte. Alles war „unveränderliche Natur“ und damit „rational“. Für Reich hingegen war diese „innere Natur“, d.h. Freuds „Unbewußtes“ oder der „unerbittliche Kampf um Dominanz“ der Nazis, ganz und gar nicht „natürlich“, sondern Kunstprodukt einer repressiven Erziehung, die das Menschentier seit unzähligen Generationen hat grotesk entarten lassen. Man denke heute an den universell gelehrten „biologischen Zynismus“, den Triumph der mechano-mystischen Genetik, die nach wie vor in der Tradition Josef Mengeles steht! Inklusive Massenmord, wenn man an die C-Zeit denkt!

Die orgonomische Alternative zum naiven Ökonomismus der Linken ist die Gedankenwelt der Arbeitsdemokratie, die Reich am Ende von Massenpsychologie des Faschismus ausgebreitet hat. Die Antwort auf die rechten Sadomaso-Eugeniker ist die von Reich gegen Josef Mengele und Konsorten initiierte antifaschistische „sexualökonomische Lebensforschung“, aus der sich die Orgonbiophysik entwickelte.

Charles Konia in der Diskussion (Teil 13)

18. Mai 2026

Zu den Blogeinträgen Juni-November 2016 liegen folgende Kommentare von Lesern vor.

Zu „Die Eckpfeiler der sozialen Orgonomie“ verwies Robert (Berlin) darauf, daß, was „Die soziopolitische Charakterstruktur“ betrifft, die Trennung zwischen modern liberals und conservatives sich auch durch die Parteien zieht. Er verweist dabei auf einen nicht mehr im Netz zu findenden Artikel von pi-news von 2016 demzufolge Überfremdung und Islamisierung die gesellschaftliche Linke spalten. Dazu ich: Richtige Soziologie sieh mittlerweile wie folgt aus:

Zu „Betrachtungen zu Trumps Strategie für das Jahr 2016” verweist David auf: https://www.sueddeutsche.de/politik/aussenansicht-trump-kann-gewinnen-1.3106136

Robert (Berlin) sagt:

Pussy- und Arschkriecher-Generation“: Clint Eastwood outet sich als Trump-Versteher

Der 86-jährige Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood hat in einem Esquire-Interview zugegeben, von der Politkorrektheit und Kriecherei in den USA müde zu sein und bekannte sich zu dem Präsidentschaftskandidaten und US-Milliardär Donald Trump. Auch wenn der Republikaner „viele Dummheiten“ sagt. (Linkt nicht mehr vorhanden)

Robert (Berlin): US-Elite-Studenten: Harvard-Republikaner wenden sich gegen Trump – https://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-harvard-studenten-wenden-sich-gegen-ihren-kandidaten-a-1106235.html

Peter Nasselstein sagt:

James Strick, das IOS, Renate Reich, Peter Robbins, etc. – sie alle unterstützen Clinton. Warum? Neben dem üblichen Müll („Faschismus“) vor allem aus sexualökonomischen Gründen: das Recht auf Abtreibung. Mit anderen Worten MORD, denn heutzutage gibt es so viele Verhütungsmittel, daß man die Lage kaum mit den 1930er Jahren vergleichen kann. Und was wird Trump vorgeworfen? Er und seine Famiiie hätte jede Menge Tiere getötet: (Link nicht mehr vorhanden)

http://www.wnd.com/2016/08/secret-service-shields-hillary-from-hecklers/#i99iTEFplFDqVZ9o.99

Liberalism is a mental disorder!

Und Peter weiter:

Nach Deutschland: Hier ein Beispiel für die Verschiebung des politischen Spektrums nach linksaußen zum Stalinismus hin:

Wer wählt sowas?

„Die politschen Auswirkungen des Niedergangs des Zweiparteiensystems“:

Robert (Berlin) 

Konia sieht unsere europäische Parteienvielfalt als noch kränker als die us-amerikanische an. Wenn Linke und Rechte die zwei Seiten der Panzerung sind, dann wird die Panzerung durch die Parteienvielfalt zersplittert – in noch mehr Symptome. Generell könnte man das Parteienheer in Konservative und Liberale einsortieren.

Peter:

Es ist einfach Teil von „Checks and Balances“:

Innerhalb der beiden großen Blöcke halten sich Linke und Rechte in Schach und im Großen die beiden Blöcke selbst.

Innerhalb der Blöcke wird der jeweilige (linke und rechte) Rand weitgehend integriert und so die Emotionelle Pest weitgehend neutralisiert. Und was das gesamte politische System betrifft können die Konservativen beispielsweise nicht mit ihren Extrempositionen hinsichtlich dem Totalverbot der Abtreibung durchkommen und umgekehrt die Linken nicht mit den ihren (daß Abtreibung wie in der Sowjetunion ein Mittel der Geburtenkontrolle wird). Es kommt immer zu VERNÜNFTIGEN Kompromissen, die das Maximum an Rationalität darstellen, die es in einer gepanzerten Gesellschaft geben kann. Generell geht es um Sachfragen, weil der politische Streit in den Hintergrund tritt.

Ganz anders in Ländern wie etwa Holland oder Israel: die großen Parteien zerfallen in Splitterparteien, die jeweils homogen ideologische Extrempositionen und Sonderinteressen vertreten, nie das gesamte Land im Blick haben. Es kommt zu einer generellen Politisierung, in der Sachfragen vollständig in den Hintergrund treten und die Politik verselbständigt sich: es kommt zu absurden Koalitionen. Ich wähle etwa die CDU, um die Grünen draußenzuhalten – und bin dann mit einer schwarzgrünen Regierung konfrontiert. Das ist keine Demokratie mehr!

Als sich die Bundesrepublik konsolidierte, steuerte alles von der anfänglichen Zersplitterung auf ein Zweiparteiensystem zu. Mit dem Zerfall der Bundesrepublik zersplittert die Parteienlandschaft erneut.

Generell kann man sagen, daß es („quasi orgonometrisch“) bei jeder Frage um zwei Alternativen geht. Invasion! Verteidige ich am Strand oder im Hinterland? Beides hat sein Für und sein Wider und es ist ziemlich egal, wofür man sich entscheidet, solange es konsequent durchgeführt wird. Zum Desaster kommt es, bei „Koalitionen“ und den entsprechenden halbherzigen und widersprüchlichen Kompromissen: am Strand wird ein bißchen verteidigt und die Verteidiger entsprechend überrannt. Im Hinterland gibt es entsprechend keine ausreichende Kräfte – der Krieg ist verloren. Und so in allen Lebenslagen.

Robert (Berlin):

„zerfallen in Splitterparteien, die jeweils homogen ideologische Extrempositionen und Sonderinteressen vertreten“

Ähnlich die Zersplitterung in Minigewerkschaften, wie die der Lokführer oder Fluglotsen, die ein ganzes Land öfters am lahmlegen sind.

Robert (Berlin) 2018: Neuer Trend in den USA – geh weg von der Democratic Party

Konias über „Die politischen Vorteile der Linken“

Peter kommentiert:

Dank der linken Medien leben wir in einem Lalala-Land:

Alles läuft auf eine Alternative hinaus: Untergang in die Barbarei oder der eiserne Besen, eine Militärdiktatur! (Link existiert nicht mehr)

Peter: Berlin! https://www.berlinjournal.biz/jugendliche-brechen-nasenbein-s-bahn/ Man kann sich sehr effektiv wehren, aber dann kriegt man mehr, sehr viel mehr Ärger als die Angreifer = man ist absolut schutzlos!

Peter: Heutzutage gibt es ausschließlich bei „Rechten“ Sexpol-Aufsätze! https://der-kleine-akif.de/2016/09/08/fucking-deutsch/

Auf dem Weg zur Antiorgonomie (Teil 2)

5. Mai 2026

Ende der 1920er, Anfang der 1930er Jahre war Reich ein Kommunist. Reich wurde von der KPD zur Mitgliederwerbung mißbraucht. Heute nimmt z.B. entsprechend Die Linke buchstäblich alles Wahre, Gute und Schöne mitsamt ihrer Vertreter in Beschlag. Diese Grundtendenz zum Mißbrauch des Lebendigen ist keine Stalinistische Entstellung, sondern gehört zum falschen, verlogenen Grundwesen des Marxismus („die soziale Fassade“). Deshalb sind Marxisten, gerade wenn sie sich Reich positiv zuwenden, Todfeinde der Orgonomie. Das Fatale ist, daß sie zu diesem Mißbrauch von Reich selbst geradezu eingeladen wurden. Mit der Revision seiner alten Marxistischen Texte wollte Reich in den 1940er Jahren seinen eigenen Marxismus der 1920er/1930er Jahre zurückdrängen, doch dummerweise hatte dies bei der Veröffentlichung in Europa den gegenteiligen Effekt, denn so wurde die Orgonomie in einem Marxistischen Kontext vermittelt. Reich hatte sich bereits 1951 voller Selbstzweifel notiert:

Ich muß damit aufhören, meine früheren Bücher zu vertreiben, z.B. Massenpsychologie und Sexuelle Revolution. Nicht, weil sie falsch sind, sie stehen so da, wie sie geschrieben wurden, sondern weil sie die entscheidende Frage, d.h. die Orgonenergie, verdecken und von den Leuten mißbraucht werden. (z.n. Chester M. Raphael: Wilhelm Reich – Misconstrued – Misesteemed, New York 1970, S. 86)

Das Phänomen des „Reichschen Freudo-Marxismus“ kann man am besten anhand des orgonomischen Modells von der Dreischichtung der menschlichen Charakterstruktur erfassen:

Die oberflächliche soziale Fassade ist das Reich des Marxismus, der die Vorstellung, der Mensch sei primär Objekt der Biologie, vehement von sich weist, vielmehr läßt er den Einzelnen und seine Bedürfnisse in ein kollektivistisches Ensemble sozialer Beziehungen aufgehen. Es ist die kontaktlose Theorie des Intellektuellen, der vom Leben isoliert das Leben mit Theorien bewältigen will, ohne sich vorher auf das Leben einzulassen. Entsprechend kann die Marxistische Soziologie nur ökonomisch rationales Verhalten erklären. Reich schreibt im Rückblick auf seine Marxistische Periode:

Die Kluft zwischen ökonomistischer und bio-soziologischer Anschauung wurde unüberbrückbar. Der „Theorie des (vom rationalen ökonomischen Kalkül geleiteten, PN) Klassenmenschen“ trat die irrationale Natur der Gesellschaft des Tieres „Mensch“ gegenüber. (Die Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 21)

Was für Marx rational war (der durch unterschiedliche ökonomische Interessen bestimmte Klassenkampf), wurde für Reich zum Inbegriff der Irrationalität, während das, was für Marx irrational war (die Postulierung gemeinsamer Interessen zwischen den Klassen), für Reich die Essenz seiner Bio-Soziologie wurde: die alle Klassen übergreifende natürliche Arbeitsdemokratie.

Freud war in den Bereich des Irrationalen vorgestoßen, ist aber in der von den sekundären Trieben entstellten mittleren Schicht der Charakterstruktur steckengeblieben. Bei ihm löste sich das Leben in einen sadomasochistischen Alptraum auf, über den sich der menschliche Geist stoisch erheben müsse. Während Marx mit seinem Hegelianischen Geschichtsmystizismus die gesamte bisherige Entwicklung, das gesamte bisherige Patriarchat gerechtfertigt hatte, da es im Paradies münden würde, leugnete der resignative Schopenhauerianer Freud überhaupt jede Entwicklung zum Besseren.

Reich hat die optimistischen Illusionen der sozialen Fassade und die Resignation der sekundären Schicht transzendiert und ist zum biologischen Kern des Menschen vorgedrungen. Zunächst war Reich aber selbst noch in Illusionen befangen und wollte einen ins optimistische gewendeten Freud mit Marx verbinden: das perverse Unbewußte sei ein Produkt jener sozialen Prozesse, die Marx beschrieben und beherrschbar gemacht hätte. Hatten die Marxisten aber schon Probleme mit Freud, der doch immerhin lehrte, der Mensch müsse in die anarchische Natur ähnlich eingreifen wie ins Marktgeschehen, konnten sie rein gar nichts mit der nun vollkommen dem menschlichen Zugriff entzogenen ahistorischen Biologie Reichs anfangen.

Reich selbst erkannte zunehmend, daß dieser Widerstreit von Psychoanalyse und Marxismus wenig mit Wissenschaft zu tun hatte, sondern daß die beiden Weltanschauungen eine Funktion des jeweiligen Charakters ihrer Exponenten waren. Dieser war für das resignative konservative Beharren auf der einen und die optimistische liberale Kontaktlosigkeit auf der anderen Seite verantwortlich. Die Psychoanalyse beharrte gegen Reichs Optimismus auf der Unwandelbarkeit der Conditio humana. Reich mußte aber auch erkennen, daß Marx ihm nichts zu geben hatte:

Die ökonomischen Bewegungen, die durch den Einfluß von Karl Marx auf die Soziologie entstanden sind, haben durch das Hervortreten eines neuen menschlichen und sozialen Problems die Basis ihrer Wirksamkeit verloren. (Einbruch der sexuellen Zwangsmoral, Fischer TB, S. 10)

Die soziale Existenz des Lebewesens Mensch ist bioenergetisch betrachtet an sich nur ein kleiner Gipfel auf dem gigantischen Berg seines biologischen Daseins. (Ausgewählte Schriften, S. 24)

Die Orgonomie kann mit dem Marxismus rein gar nichts anfangen. Doch leider ist es umgekehrt anders und es entwickelt sich eine „Antiorgonomie“.

Man versucht Reichs Lebenswerk systematisch Schritt für Schritt aufzuarbeiten, so wie es sich historisch entwickelt hat: von Freud über Marx zur „sexualökonomischen Lebensforschung“ und schließlich dem „kosmischen Orgon-Ingenieurswesen“. Demnach könne man beispielsweise Reichs Konzept der „Arbeitsdemokratie“ erst richtig verstehen, wenn man sich mit dem Marxismus beschäftigt hat (der in diesem Zusammenhang viel wichtigere Leninismus wird dabei stets ausgeblendet!); die Orgonbiophysik erschließe sich erst vor dem Hintergrund der Psychoanalyse, etc.

Ich, der Verfasser einer umfangreichen Chronologie und Bibliographie der Entwicklung des Reichschen Denkens bin sicherlich der letzte, der diese Herangehensweise nicht zu würdigen weiß, doch trotzdem ist ihr ein tiefgreifender Denkfehler inhärent, denn Reichs Entwicklung verlief sozusagen „falsch herum“. Er hat sich von der Psychologie (Psychoanalyse) über die Soziologie (Marxismus) zur Biologie (Orgon-Biophysik) entwickelt. Also vom oberflächlichsten Funktionsbereich zum tiefsten Funktionsbereich. Nun kann man jedoch daß Höhere nur vom Tieferen her verstehen.

Es geht schlicht darum, daß in der Natur tiefere und umfassendere Funktionsbereiche die höheren und weniger umfassenden Funktionsbereiche bestimmen statt umgekehrt. Das Umgekehrte ist funktionell identisch mit widernatürlicher Panzerung. Wer also Reich „chronologisch“ aufarbeiten will, verfehlt die Orgonomie auf eine denkbar fundamentale Weise. Mehr Entstellung geht gar nicht!

Es ist schlicht und ergreifend Unsinn die Charakteranalyse, wie sie heute von Orgontherapeuten angewendet wird, von Freud her begreifen zu wollen, „um tiefer in sie einzudringen“. Desgleichen wird man die Arbeitsdemokratie grundlegend mißverstehen, wenn man sie von Reichs Beschäftigung mit Marx her begreifen will. Das gleiche gilt auch beispielsweise für den orgonomischen Funktionalismus und Engels.

Die entsprechenden „systematischen“ Ausführungen „kritischer Orgonomen“ mögen ja alle sehr schlau und akademisch klingen, man wird alle möglichen Reich-Zitate anführen können (teilweise auch aus Reichs späteren Jahren!), aber das ändert nichts an der Tatsache, daß hier eine Art „Orgonomie“ konstruiert wird, die tatsächlich so etwas wie Antiorgonomie ist. Eine Orgonomie, die auf den Kopf gestellt ist.

Übrigens beruhte auch ein Gutteil des mittlerweile zum Glück weitgehend erloschenen „Reichianismus“ auf dieser „Antiorgonomie“. Ich kann mich noch gut an die arroganten Ergüsse erinnern: die Amerikaner könnten Reich gar nicht verstehen, weil sie seine Frühschriften nicht kennen; von Arbeitsdemokratie hätten sie keine Ahnung, da sie nichts von Marx verstünden, etc.pp.

Da gibt es Leute, die haben die erste Hälfte der Charakteranalyse gelesen, fangen an wild herumzupsychologisieren – und glauben allen ernstes damit Orgonomie zu betreiben. Nicht weniger schlimm sind jene, die angeregt durch die zweite Hälfte der Charakteranalyse, sich als „Körpertherapeuten“ verstehen, d.h. die Orgontherapie auf eine Art mechanische „Gymnastik“ reduzieren.

Oder man nehme jenen amerikanischen Erzieher, der vor vielen Jahren im Wilhelm Reich Museum einen Vortrag hielt, in dem er Elsworth F. Bakers Ausführungen über die soziopolitischen Charaktere als „Travestie der Orgonomie“ abkanzelte, denn wie man anhand der Massenpsychologie des Faschismus unschwer erkennen könne, habe Reich seine soziologischen Theorien von Marx und Engels abgeleitet, von denen Baker keine Ahnung habe. Baker erklärt soziologische Phänomene von der Orgon-Biophysik (d.h. hier von der Charakterstruktur) her – und wird dafür von einem „buchkundigen“ „kritischen Orgonomen“ angegriffen.

Fast alle diese Leute haben eine linksliberale Charakterstruktur und entsprechend „intellektualisieren“ sie alles: eine oberflächliche Funktion (das Gehirn, der Intellekt) maßt sich an, die tiefere Funktion (den Körper, die Bioenergie) zu bestimmen. Von ihrer verkorksten Struktur her können sie die Orgonomie unmöglich verstehen. Sie bleibt ihnen imgrunde fremd.