Archive for the ‘Sozialpsychologie’ Category

The Journal of Orgonomy (Vol. 43, No. 2, Fall 2009/Winter 2010)

15. Februar 2013

Charles Konia beschäftigt sich mit dem Artikel „The Origins of Political Correctness“ (S. 49-58) von Bill Lind:

Die biologische Herkunft der politischen Korrektheit

Die von Konia beschriebene gesellschaftliche Transformation der 1960er Jahre, die den Triumphzug der Political Correctness erst ermöglicht hat, wird in folgender BBC-Dokumentation für England hervorragend beschrieben:

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Wo bleibt Marx?

9. Februar 2013

In der neusten Ausgabe der Annals of the Insitute for Orgonomic Science stellt der australische Orgonforscher Dean Davidson eine berechtigte Frage: In den Veröffentlichungen des American College of Orgonomy sei, so Davidson in seinem Aufsatz „Foundations for a Functional Analysis of Economics“, ständig von einer „funktionellen Ökonomie“ die Rede, aber Marx wird von den Schülern Elsworth F. Bakers nie erwähnt. Wenn doch, dann allenfalls als Vertreter der mechano-mystischen Weltanschauung und als pestilenter Charakter. Wie kann das sein, wenn Reich in seinen Schriften bis zuletzt Marx‘ Werttheorie als die Grundlage jeder orgonomischen Überlegung zur Ökonomie hervorgehoben hat?!

Davidson führt aus, daß die besagten neueren Überlegungen zur Ökonomie, etwa über den „freien Austausch“ zwischen den Wirtschaftsteilnehmern, gut und richtig sein mögen, doch falle vollkommen unter den Tisch, daß dies nur unter vor-kapitalistischen (bzw. vor-patriarchalischen) Bedingungen im vollen Umfang gelten könne. Heute würden, so Davidson, die Wirtschaftsbeziehungen von jenen von den Menschen vollkommen unabhängigen Gesetzen bestimmt, die Marx entdeckt und auf die sich Reich immer wieder berufen habe: die Arbeitswertlehre und die Mehrwertlehre, der Unterschied zwischen Tauschwert und Gebrauchswert.

Klingt gut! Das Problem ist nur, daß eine oberflächliche Funktion (die von Marx angeblich entdeckten angeblichen Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus) wichtiger sein soll als eine tiefere Funktion: der Charakter. Und selbst diese Formulierung ist fragwürdig, denn sie suggeriert, daß Marx in irgendeiner Weise praxisnäher („oberflächlicher“) sei. Doch aus dem charakterologischen Ansatz folgt unmittelbar eine gangbare Praxis, wie Reich in seiner Analyse des Scheiterns des Marxismus („Vulgärmarxismus“) in Die Massenpsychologie des Faschismus aufgezeigt hat, während aus der „polit-ökonomischen“ Analyse wirklich nur eins folgt: das gegenwärtige Wirtschaftssystem müsse zerstört werden. Die Marxsche Theorie ist jenseits der „Mobilisierung zur Revolution“ für die Praxis vollkommen folgenlos, denn kein Arbeiter benötigt irgendwelche wirren („dialektischen“) Theorien über den „Mehrwert“, um zu wissen, daß er ausgebeutet wird. Der Marxismus „beweist“ ihm nur eins, daß, egal welchen Lohn er in einer florierenden Wirtschaft auch immer bekommt, der Kapitalismus prinzipiell illegitim ist! Der Marxismus ist eine Lehre der Zerstörung und sonst nichts.

Und was soll diese ominöse Praxis des charakterologischen Ansatzes sein? Welch eine Frage! Es geht schlicht darum, die Arbeitsdemokratie zu verwirklichen, indem man sich beispielsweise dem allgegenwärtigen Drang zur Verantwortungslosigkeit entzieht. Wer behauptet, dieser angestrebte „freie Austausch“ müsse in einer kapitalistischen Gesellschaft Illusion bleiben, da diese von objektiven Gesetzmäßigkeiten bestimmt werde, die die Selbstverwirklichung der Individuen unmöglich mache, da alles dem unerbittlichen Diktat der Profitmaximierung unterworfen sei, sollte „den Laden dichtmachen“ und sich der KPD/ML oder so anschließen! Außerdem sollte er niemals eine Orgontherapie beginnen, denn in einer derartig kranken Welt, kann sich die Gesundheit eh nicht entfalten. Das gleiche gilt dann natürlich auch für Reichs Projekt „Kinder der Zukunft“.

Indem Marx die beiden Gegebenheiten „Wert“ und „Ausbeutung“ miteinander verbunden hat, hat er die Grundlagen der Arbeitsdemokratie zerstört, denn Wert ist mit unserer bioenergetischen Arbeitsfunktion verbunden, während es bei der Ausbeutung schlichtweg um eine Machtfrage geht („wieviel kriegt jeder vom Kuchen ab“). Werden diese beiden Sphären vermengt, kommt Moral dort ins Spiel, wo sie nicht hingehört: „Ich habe nicht nur für den Teil des Kuchens gearbeitet, den ich erhalte, sondern auch für den, den du ungerechterweise erhältst.“

In einer Welt, in der die beiden Gegebenheiten „Wert“ und „Ausbeutung“ getrennt werden, ist Raum für das Lebendige. Eine Welt, in der „Wert“ unlösbar mit „Ausbeutung“ verbunden ist, kann man nur noch zu zerstören trachten, um das Lebendige zu befreien. Das erklärt den ganzen religiösen Wahnwitz der Kommunisten, die 100 000 000 Menschen ermordet haben, um das Paradies auf Erden zu errichten. Es ist bezeichnend, daß sie dabei eine Welt geschaffen haben, in der nicht nur Menschenleben, sondern überhaupt nichts mehr einen „Wert“ hat.

Warum Reich nicht sehen konnte, daß zwischen Werttheorie und Rotem Faschismus ein Gleichheitszeichen gehört, ist biographisch zu erklären. Daß „Reichianer“ es nicht sehen können, ist nur charakterologisch erklärbar.

Und Marx selbst war nichts weiter als ein Haufen Scheiße:

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Ein kurzer Abriß über die acht sozio-politischen Charaktertypen

5. Februar 2013

Winston Churchill hat seine konservative Charakterstruktur wie folgt in einem oft zitierten Spruch perfekt zum Ausdruck gebracht:

So schön die Strategie auch ist, sollte man doch gelegentlich auf das Resultat blicken.

Der konservative Charakter sieht sich räumlich und zeitlich in die Tradition eingebunden und handelt entsprechend wie ein verantwortungsvolles Familienoberhaupt. Er denkt an die Nation, nicht nur indem er sich seinen Mitmenschen (desto mehr, je näher sie ihm stehen), sondern auch seinen Vorfahren und seinen Kindern gegenüber verantwortlich fühlt. Niemals würde er das für irgendeinen „Fortschritt“ gefährden. (Daß er in einer gegebenen Situation aufgrund seiner Rigidität doch absoluten Mist bauen kann, ist dabei unbenommen.) Während „Progressive“ blind drauflos stürmen und alles Überkommene zerstören, betrachtet der Konservative immer genau, was aus seinen Taten folgen könnte.

Progressiven geht es, im krassen Gegensatz zu den Konservativen, immer nur um eins: um Rebellion, letztendlich um Rebellion gegen Gott selbst. Oder wie Stalin 1943 gegenüber Churchill sagte:

Gott steht auf Ihrer Seite? Ist er ein Konservativer? Der Teufel steht auf meiner Seite, er ist ein guter Kommunist.

Rechts vom Konservativen steht der erzkonservative Charakter, etwa Pat Buchanan, Redenschreiber von Nixon, später selbst Präsidentschaftsanwärter, Fernsehkommentator und Buchautor. In seinem Buch Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte kritisiert er, daß Churchill Hitlers Friedenbemühungen ignorierte und stattdessen alles tat, um die USA und Rußland in den Konflikt hineinzuziehen. Ergebnis war letztendlich die Vernichtung des britischen Empire. Ähnlich verhängnisvoll sei die Politik von G.W. Bush, der sich vollkommen den Interessen Israels unterordne, statt mit der islamischen Welt Frieden zu schließen.

Ohne selbst rechtsradikal zu sein, fühlt sich der Erzkonservative im Gegensatz zum einfachen Konservativen zum „rechten Spektrum“ zugehörig und hat damit eine gewisse instinktive Affinität zu faschistischen und beispielsweise auch islamistischen Strebungen. Churchill wäre nie auf die Idee gekommen, mit einem Faschisten gemeinsame Sache zu machen oder auch nur „Friedensangebote“ ernstzunehmen. (Selbstredend wäre die Sache anders gewesen, wäre es zu einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Großbritannien und der Sowjetunion gekommen: Staatsräson! Es geht hier nicht um Moral, sondern darum, wie Charakterstrukturen Handlungen bestimmen.)

Rechts vom Erzkonservativen findet sich der Reaktionär, der sogar noch weiter vom gesunden Menschenverstand entfernt ist und dessen Kontakt zum bioenergetischen Kern noch prekärer und noch mehr mystisch verzerrt ist.

Unser Beispiel hier sei Recep Tayyip Erdogan, der Ministerpräsident der Türkei. Seine ganze Haltung kommt vielleicht am besten durch den folgenden Ausspruch zum Ausdruck, mit dem er sämtliche Anschuldigungen gegen Türken und Mohammedaner, etwa hinsichtlich der Armenier oder Dafur vom Tisch wischte: „Ein Muslim kann keinen Völkermord begehen“.

Der echte faschistische Charakter findet sich unter den islamischen Terroristen, die für Taktierer und Kompromißler wie Erdogan nur Verachtung übrighaben. Ihre Kontaktlosigkeit ist fast vollständig. Es handelt sich zumeist um paranoid-schizophrene Charaktere.

Ein liberaler Charakter und deshalb in mancher Hinsicht Churchills Gegenspieler war Franklin D. Roosevelt. Obzwar ebenfalls gemeinhin kein Vertreter der Emotionellen Pest, ist dieser Charakter durch seine Kontaktlosigkeit und seinen Glauben an das Gute im Menschen doch gefährlich. So sagte Roosevelt beispielsweise 1943:

Ich habe einfach das Gefühl, daß Stalin nicht solch ein Mann ist. … und ich denke, wenn ich ihm alles gebe, was in meiner Macht steht und im Gegenzug um nichts bitte, er, Noblesse Oblige, nicht versuchen wird, sich irgendwelche Gebiete anzueignen und mit mir für eine Welt der Demokratie und des Friedens arbeiten wird.

Immerhin muß man diesem Idioten zugute halten, daß er ein amerikanischer Patriot war. Ganz anders sieht das bei seinen linken Kritikern aus, die ihm vorhalten, er hätte Pearl Harbor geschehen lassen, um einen zwingenden Kriegsgrund gegen Japan zu haben oder die USA hätten zumindest die armen Japaner mit Embargos dermaßen in die Enge getrieben, daß Nippon einfach zuschlagen mußte. Derartige Verschwörungstheorien haben immer einen einzigen Hintergrund: die USA zu delegitimieren und als „Aggressor“ dastehen zu lassen.

Wenn Linke irgendetwas hassen, dann dieses „Experiment der Selbstregierung“, d.h. Amerika. Nicht etwa, daß sie irgendwelche nachvollziehbaren rationalen Gründe hätte (alle „Gründe“ sind nur vorgeschoben und nichts weiter als Blablabla), sondern einzig und allein aus charakterologischen Gründen, d.h. Dinge (in diesem Fall die „Selbstregierung“) werden aus der Umwelt entfernt, die unerträgliche Emotionen, Sensationen und Antriebe provozieren könnten.

Die emotionell pestkranke Linke setzt sich charakterologisch aus Sozialisten, Pseudo-Liberalen (von Elsworth F. Baker als modern liberals bezeichnet) und Kommunisten zusammen.

Nehmen wir nacheinander Sigmar Gabriel und seine Genossen, Joschka Fischer und schließlich dessen Gegenspielerin Jutta Ditfurth:

Während Sozialdemokraten gemeinhin ganz offen in ihren staatsgläubigen Bestrebungen sind und unverhohlen mit der sozialistischen Sehnsucht, d.h. der Hilflosigkeit der Massen spielen, versteckt der Pseudo-Liberale seine viel weitgehenderen und explizit zerstörerischen Ziele hinter einer liberal-bürgerlichen Fassade. Man denke an den gewalttätigen Revoluzzer Fischer, der sich bürgerlich gab und sich der Staatsräson unterwarf, heimlich aber seine subversiven Ziele um so effektiver verfolgte, etwa die Umvolkung Deutschlands. Der einzige Unterschied zu einem kommunistischen Charakter wie Ditfurth ist, daß die letztere diese Ziele offen und unverhohlen verfolgt, so als sei die linke Machtübernahme bereits erfolgt. Man denke auch an die RAF in den 1970er Jahren, ihrem pseudo-liberalen Umfeld (den „Sympathisanten“) und dem sozialdemokratischen Zeitgeist, der den Nährboden bildete. Man hatte zumindest („letztendlich“) die gleichen Ziele!

Die Linken sind vor allem dadurch gekennzeichnet, daß sie ihre sekundären Triebe abwehren. Die „politische Korrektheit“ ist ihr Lebenselixier. Kernkontakt („Gott“) ist kaum vorhanden. Bei den Rechten ist es genau umgekehrt: sie haben einen, wenn auch mystisch verzerrten Kernkontakt, während die Abwehr gegen sekundäre Triebe kaum eine Rolle spielt: man spricht „eine klare Sprache“ mit einem Hang zu unverblümtem Sadismus. Es sind die sprichwörtlichen „Kreuzritter“.

achtspinner

Was hat die Orgonomie gegen arme Menschen?

24. Januar 2013

Gar nichts! Reich selbst war derjenige Psychoanalytiker, der so ziemlich als erster, auf alle Fälle jedoch als engagiertester sich in „Armenambulanzen“ für die Benachteiligten der Gesellschaft engagiert hat. Später dann auch politisch, zeitweise radikal, und im Gegensatz zu den theoretisierenden Salonmarxisten seiner Zeit a la Otto Fenichel ging er dabei stets auf Tuchfühlung mit der Unterschicht. Von den Kommunisten wurde ihm sogar vorgeworfen, er gebe sich zu sehr mit dem „Lumpenproletariat“ ab. Siehe beispielsweise auch die Auseinandersetzungen um den von ihm verlegten Roman Untermenschen.

Als er sich nach und nach immer mehr in die Laborarbeit zurückzog, kam er nach übereinstimmender Meinung sämtlicher Zeitzeugen immer hervorragend mit Handwerkern, Arbeitern, Hilfskräften, etc. zurecht. Standesdünkel oder „intellektuelle Abgehobenheit“ waren ihm in jeder Hinsicht wesensfremd.

Gleichzeitig mußte Reich aber auch irgendwo Geld auftreiben für seine teilweise extrem kostspielige Forschung (seine Laboreinrichtung, etwa die Mikroskope, war stets vom Feinsten und konnte mit jedem anderen Labor der Welt konkurrieren!) und für seine Öffentlichkeitsarbeit mit einem eigenen Verlag. Entsprechend mußte er sich mit Menschen seiner eigenen großbürgerlichen Ursprungsklasse umgeben, um an ausreichende Finanzmittel zu gelangen. In den 1930er Jahren war dies beispielsweise der steinreiche Karl Motesiczky und in den 1940er Jahren beispielsweise die Mutter von Myron Sharaf. Eine schizophrene Frau, mit der sich Reich mit Sicherheit kaum abgegeben hätte, hätte sie nicht zum Geldadel gehört und immer wieder großzügig zum Forschungsfond beigetragen. Über sie hat er auch Myron Sharaf und William Washington kennengelernt, zeitweise seine engsten Mitarbeiter. Eine „Putzfrau“ hätte ihm nicht derartige Kontakte vermitteln können.

Das mit dem Geldadel und „Leuten mit Verbindungen“ hat sich bis heute nicht geändert. Zwar ist es eine Mär, daß die Therapie nur etwas für Superreiche sei (in den USA übernehmen viele Versicherungen die Kosten einer Orgontherapie, die schließlich von anerkannten Psychiatern ausgeübt wird), aber es gehört einfach zu den Realitäten des Lebens, daß Menschen mit Geld „interessanter“ sind. Das war immer so und wird immer so bleiben. Reich hat versucht sich unabhängiger zu machen, indem er mit der Orgonenergie selbst Geld für die aufwendige Orgonforschung zu machen versuchte durch Vermietung von Orgonenergie-Akkumulatoren. Das brachte ihn ins Gefängnis. Auch danach sind Versuche, Geld mit nicht-medizinischen „Sachen“ Geld zu verdienen, bisher gescheitert bzw. haben sich nie materialisiert. Und an Forschungsgelder von Stiftungen ranzukommen – das klappt ohnehin nur über Beziehungen mit den „Reichen und Mächtigen“…

Im Laufe der Jahre wurde Reich zunehmend kritischer was den Sinn von sozial-politischen Maßnahmen anging. Anfang des Jahrhunderts und insbesondere durch die Kriegsfolgen war die materielle Not in Österreich derartig groß gewesen, daß auch der psychisch stabilste sich leicht aufgab, doch mit wachsendem Wohlstand, insbesondere im Nachkriegsboom der USA, zeigte sich, daß nicht nur die psychische Not sich kaum verbesserte, sondern vor allem, daß die psychische Not unmittelbare Ursache von materieller Not auch unter den besten sozialen Bedingungen war. Zu einem ähnlichen Schluß war Reich bereits bei seiner Analyse des „sozialistischen Aufbaus“ in der Sowjetunion gelangt.

Es bringt nur wenig bis nichts die Menschen mit sozialen Wohltaten zu überschütten, vielmehr verfestigt es die Not. Nicht nur weil es den Menschen die Initiative nimmt, sondern auch ihre Möglichkeiten zur Eigeninitiative einschränkt. Die Bürokratie füttert sie und versklavt sie gleichzeitig. Das traurigste Beispiel sind die Sozialprogramme für die Neger in den USA seit den 1960er Jahren. Es zeichnete sich ab, daß sie endlich am amerikanischen Traum teilnehmen könnten. Stattdessen zerbrachen unmittelbar als Folge der besagten Sozialprogramme die legendär engen Familienzusammenhänge der Neger. Mittlerweile zeichnet sich ein regelrechter Genozid ab: astronomische Kriminalitätsraten, es gehört geradezu zur Normalität, daß junge schwarze Männer einen gewaltsamen Tod finden, die schwarze Kultur feiert geradezu das Unterschichtendasein und die Dummheit, etc. Es wird kaum einen neuen Miles Davis oder John Coltrane geben! Entsprechendes zeichnet sich überall ab, wo der Staat „den Armen“ helfen will. Man denke auch an die verheerende Wirkung der Entwicklungshilfe in der Dritten Welt. Was etwa unsere „Kleidersammlungen“ in Afrika angerichtet haben, macht einen fassungslos. Ganze Branchen, ganze Ökonomien wurden irreparabel geschädigt.

Das Gegenargument sind dann Beispiele, wo Kapitalisten gewachsene ökonomische Zusammenhänge zerstören, von Landvertreibungen in Äthiopien bis zu ruinösen Mieterhöhungen für kleine Krämerläden in den guten Lagen der Innenstädte. Es sollte offensichtlich sein, daß das erste (die Zerstörungen durch den Sozialismus) mit dem zweiten (die Zerstörungen durch den Kapitalismus) wenig bis nichts zu tun hat bzw. sozusagen „umgekehrt“ ein Schuh draus wird: Es ist die Hilflosigkeit der Massen, die sie zum Opfer macht. In Japan florieren die kleinen unabhängigen Geschäfte, die hierzulande zugrunde gehen, weil sie sich organisieren und lebendige „Geschäftsstraßen“ herstellen. „Gemeinschaften zu organisieren“ kann nicht bedeuten, sie zu Bittstellern zu machen, die sich Almosen erstreiten, sondern nur sie aus ihrer Hilflosigkeit zu befreien, so daß sie sich auf Augenhöhe mit ihren Gegnern auseinandersetzen können. Für Sozialisten sind derartige Äußerungen „anti-revolutionäre Agitation“!

Community Organizer wie Obama gerieren sich gerne als Freunde der Armen, tatsächlich sind sie ihre Todfeinde, weil sie die ursächliche Grundlage der Armut verewigen: die charakterstrukturelle Hilflosigkeit. Wegen pestilenten Charakteren wie Michelle und Barack Obama wird Chicago für Neger ewig ein Höllenloch bleiben.

Bedeutet das, daß Arme krank und Reiche gesund sind? Zumindest tendenziell? Mit dem Thema habe ich mich bereits in Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur beschäftigt.

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Probleme der Arbeitsdemokratie in Rußland und China

22. Januar 2013

Für das alte China, das zentral durch die Lehren von Konfuzius geprägt war, war die Welt in ihrem Grundwesen „himmlische Ordnung“. Alles hatte, ganz ähnlich wie bei Aristoteles, seinen „natürlichen Platz“. Oben war oben und Unten war unten. Diese Ordnung konnte zwar gestört werden, blieb jedoch die naturgegebene und damit ewige Ordnung. Nach fast drei Jahrtausenden trat mit Mao die erste wirkliche Veränderung in China ein. Die Welt wurde nun in ihrem Grundwesen von Konflikten bestimmt gesehen. Insbesondere dem Konflikt zwischen Oben und Unten. Aus den Konflikten konnte sich Ordnung erst durch revolutionäre Umwälzungen ergeben, bei denen Oben und Unten ihre Positionen austauschten. Dieses Programm wurde während der Kulturrevolution brutal auf die Spitze geführt. Das Ergebnis wäre beinahe das Ende Chinas als Nation gewesen. (Man denke nur an das Schicksal des im Vergleich klitzekleinen Kambodschas unter den Maoisten!) Zum Glück dauerte die Kulturrevolution nur knapp eine halbe Generation und konnte deshalb nicht wirklich Fuß fassen.

Durch den Einfluß des Westens, insbesondere aber der neuen Heilslehre „Marxismus“, war es in China zu einer verhängnisvollen Umgestaltung gekommen. Sowohl die Zusammenarbeit als auch die Konkurrenz zwischen den Menschen wurde als Verrat am „Klassenkampf“ tabuisiert und durch die willkürlichen Vorgaben einer weltfremden „Elite“ ersetzt. Eine neue Panzerstruktur, die wie kein anderer Mao verkörperte, wurde zum Leitbild der Kultur. An die Stelle der stabilen sozusagen „erdigen“ Muskelpanzerung traten eine instabile „luftige“ Augenpanzerung und die mit ihr einhergehende Kontaktlosigkeit. China verlor die Orientierung und tapste wie ein zwar in Bewegung geratener, aber halluzinierender Riese dem Abgrund entgegen. Man denke nur an Maos „Großen Sprung“, das verrückteste, kontaktloseste Projekt der Menschheitsgeschichte!

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Ähnliches hatte sich zuvor in Rußland zugetragen. Lenin wurde zum Nachfolger Marxens („Marxismus-Leninismus“), indem er mit dem orthodoxen Marxismus brach und sich nicht um „materialistische“ Voraussetzungen kümmerte, sondern einzig und allein um seine eigenen fixen Ideen. Marx und Engels hatten Rußland wie die Pest gehaßt und in vieler Hinsicht sind die Bolschewiki mit ihrem denkbar „antimaterialistischen“ Voluntarismus Schüler des Marxschen Todfeindes Bakunin gewesen. Es gehört ein Höchstmaß an Kontaktlosigkeit dazu, eine „Marxistische“ Revolution ausgerechnet im rückständigsten Teil Europas, nach Marx und Engels dem Hort der Reaktion, auszurufen oder das ganze sogar im noch rückständigeren China zu versuchen. Ergebnis war ein unglaubliches Chaos, gefolgt von einem rigorosen Durchgreifen, das alle Grausamkeiten der Vergangenheit in den Schatten stellte, und 100 000 000 Tote.

Kaum weniger kontaktlos waren die Versuche des Voluntaristen Gorbatschow, den sich mühsam stabilisierenden Sauhaufen zu „reformieren“. Ihm blieb es vorbehalten, das zu zerstören, was die Kommunisten mit der „Neuen ökonomischen Politik“, der Zwangskollektivierung unter Stalin und der daran anschließenden „Volksdemokratie“ (an die Stelle der Todesdrohung trat ein allgegenwärtiges mafiöses System der Korruption) aus dem Chaos gemacht hatten, das sie von Lenin geerbt hatten. In dieser Hinsicht war Mao mit der Kulturrevolution sozusagen „sein eigener Gorbatschow“! Die „Reformen“ Maos und Gorbatschows dienten nur dem einen Ziel, die sich wieder „verkrustende“ Gesellschaft durchsichtiger zu machen und so die Kontrolle durch letztendlich eine Person an der Spitze zu ermöglichen. Alles entsprechend der obigen Illustration.

Die Frage ist, warum Rußland untergegangen ist (ohne seine Rohstoffe wäre Rußland heute ein einziges großes Armenhaus), China jedoch prosperiert.

Die Antwort ist einfach. Trotz allem blieb China unwandelbar, die Menschen blieben trotz der angeblichen „Kulturrevolution“ und dem zweifelhaften „modernen“ Charisma der kommunistischen Führer doch weitgehend muskulär gepanzert und konservativ. Zumal der Marxismus allein schon aus der Unmöglichkeit einer adäquaten Übersetzung den Chinesen imgrunde fremd blieb: „Revolution“ bedeutet für sie nicht mehr als „Dynastiewechsel“. Die Chinesen blieben vor allem individualistisch (was sich in China auf den Familienverband bezieht!), in der restlos atomisierten Gesellschaft Rußlands hingegen ist der Kollektivismus tief verankert, die Menschen sind passiv und warten darauf, daß ihnen gesagt wird, was sie tun sollen. Den Kommunisten gelang in Rußland etwas, wozu ihre Genossen in China einfach die Zeit und die Voraussetzungen fehlten: die endgültige Trennung der Menschen von ihrem biologischen Kern und damit auch voneinander.

Eine Gesellschaft wird durch „Simultanität“ zusammengehalten, d.h. (frei nach dem Orgonomen Robert A. Harman) unternehmen die Individuen als Teile der Gesellschaft Handlungen, von denen die Gesellschaft als ganzes und simultan alle anderen Individuen profitieren. Konkret ist das die Zusammenarbeit und der Wettstreit. Menschen arbeiten spontan zusammen und verzichten dabei spontan auf eigene kurzfristige Vorteile und gleichzeitig wetteifern sie um die besten Ergebnisse. Beides hat jeweils den Effekt, daß es (im statistischen Durchschnitt) allen mit der Zeit besser geht.

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Diese grundlegenden orgonotischen Funktionen können in der Gesellschaft nur zur Wirkung kommen, wenn ein Mindestmaß an orgonotischem Kontakt mit den eigenen Gefühlen und den Gefühlen der Mitmenschen vorhanden ist. In Rußland gelang den Kommunisten, nicht zuletzt Gorbatschow, der endgültig für Verwirrung gesorgt hat, die Kontaktlosigkeit zu zementieren. Ergebnis war eine denkbar unsolidarische und gleichzeitig extrem wettbewerbsfeindliche Gesellschaft, in der sich nur Kriminelle durchsetzen können. In China müssen Auslandschinesen zwar ebenfalls einen erschreckenden gesellschaftlichen Zerfall konstatieren, aber die Kontaktlosigkeit ist bei weitem nicht so schlimm wie in Rußland. Die obige Gleichung kann trotz allem noch greifen, weshalb der Kapitalismus in China florieren kann.

In Deutschland und weiten Teilen des restlichen Europa geschieht ähnliches wie einst in Rußland und China. Das Gift der Sozialdemokratie zerstört sowohl das Gemeinschaftsgefühl (der Staat kümmert sich ja!) als auch im Namen von Egalitarismus und „Gerechtigkeit“ den Wettstreit. In der Gesellschaft wird entsprechend alles „lockerer“, gleichzeitig nimmt die gesellschaftliche Selbstregulierung rapide ab und alles wird „von oben“ reguliert, sogar das Denken selbst (Political Correctness). In ihrem paranoiden Wahn warten sie nur darauf, die ersten „Feinde des sozialistischen Staates“ in Lager deportieren zu können!

The Journal of Orgonomy (Vol. 42, No. 2, Fall 2008/Winter2009)

20. Januar 2013

Peter A. Crists Aufsatz „What is the Emotional Plague? A Brief Introduction“ (S. 70-77) wurde in deutscher Übersetzung auf Dr. Vittorio Nicolas Netzseite veröffentlicht.

Hier die beiden Filme, bzw. die TV-Serie, die im Aufsatz eine Rolle spielen:

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[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=7s3D8f1x5V8%5D

Die anti-autoritäre Ökonomie: Die Emotionelle Pest als die Grundlage der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzpolitik

6. Januar 2013

Der amerikanische Orgonom Robert A. Harman bringt die Nullzinspolitik der Zentralbanken in Amerika und den anderen großen westlichen Ländern als eines der schlagenden Beispiele für die Wirkungsweise der Emotionellen Pest in den kapitalistischen Ökonomien vor („Practical Functional Economics, Part III“, The Journal of Orgonomy, Vol. 45, No. 1, Spring/Summer 2011)

Das spotbillige Geld der Zentralbanken ermöglicht weitgehend risikofreie Finanztransaktionen, bei denen zwar mit kleinen Gewinnmargen, aber um so größeren Geldbeträgen hantiert wird und durch Tricks riesige Vermögen angehäuft werden, ohne daß irgendetwas Produktives geleistet würde. Es ist eine bizarre Karikatur wirtschaftlicher Aktivität. Besonders pervers ist, daß es nicht etwa der individuellen Gewieftheit besonders kreativer Finanzjongleure entstammt, sondern quasi staatlich subventioniertes Raubrittertum ist: die Dauerhaftigkeit der Nullzinspolitik wird mehr oder weniger garantiert und damit das Risiko von Spekulationen minimiert. Wer also seine ökonomische Expertise nutzt, um voller Risiken wirklich etwas Produktives zu leisten, statt das System mit immer komplizierteren Finanzaktionen risikolos auszunutzen, ist ein Idiot! Warum arbeiten, wenn man seine Beziehungen spielen lassen und am PC zocken kann!

Es sieht zwar oberflächlich nach „wirtschaftlicher Tätigkeit“ aus, ist aber bei näherem Hinsehen das genaue Gegenteil. Genau das macht die Emotionelle Pest bei der ganzen Angelegenheit aus.

Der stets extrem lesenswerte Gunnar Heinsohn vertieft diese Analyse: die Pest wird eher früher als später zu einer Wirtschaftskatastrophe apokalyptischen Ausmaßes führen.

Die Zentralbanken wurden, so Heinsohn, seit Anfang des Jahrtausends zunächst unter Clinton und W. Bush, dann unter Obama politisch genötigt Geschäftsbanken gegen Nullzins und obendrein für schlechte Pfänder Geld zu leihen und/oder solche schlechten Sicherheiten direkt anzukaufen und dadurch frisches Geld in Umlauf zu bringen. Aufgrund des billigen Geldes hat sich der Preis der 500 größten börsennotierten US-Firmen zwischen März 2009 und Dezember 2012 verdoppelt, obwohl ihre Leistungsfähigkeit teilweise sogar gefallen ist. Oder mit anderen Worten: die Börsennachrichten sind ein schlechter Witz und haben mit der wirklichen (arbeitsdemokratischen) Entwicklung nichts zu tun. Ein pestilentes Affentheater!

Noch schlimmer sieht es bei Staatspapieren aus.

Ihr Volumen stieg global von 18 Billionen Dollar nach dem Dotcomcrash 2001 über 28 Billionen 2006 bis auf 50 Billionen Dollar Ende 2012 (…). Fast alle diese Schulden werden von Regierungen begeben, deren Steuerbürger älter, arbeitsloser und oft auch weniger werden, weshalb es um ihre Ertragsaussichten noch schlechter steht als bei Aktien. Hinter letzteren steht immerhin die Leistungskapazität aus Firmen und ihren Arbeitskräften – in welchen Territorien auch immer die tätig sind. Die Staatsschulden hingegen bleiben ohne direkte Berührung mit dem Leistungssektor.

Diese Schrottpapiere werden massiv von den Zentralbanken selbst gekauft und durch Tricks (Geschäftsbanken brauchen ihre Investitionen in Staatspapiere nicht mit Eigenkapital unterlegen) unter die Leute gebracht. In dem Moment, wo wirtschaftliche Vernunft einkehren würde (die okulare Panzerung aufbricht!), wären praktisch alle Banken und viele Betriebe instantan ausgelöscht. Es ist nichts da, was realen Wert hat, d.h. durch produktive Arbeit gedeckt wäre.

Wir leben heute einzig und allein vom Schein, daß alles in Ordnung ist, aber diesen Schein aufrechtzuerhalten wird immer kostspieliger. Das wirklich Erschreckende an der ganzen Angelegenheit ist, daß, je länger man den schlimmen Zusammenbruch der Wirtschaft hinauszögert, dessen soziale und politische Konsequenzen schon heute unvorstellbar sind (bewaffne dich oder begehe lieber gleich Selbstmord!), es mit jedem Tag sozusagen noch unvorstellbar schlimmer wird. Es ist wie bei einem Pyramidenspiel: je länger es andauert, desto mehr Teilnehmer werden zwar kurzzeitig vor dem Ruin bewahrt, aber dafür werden auch umso mehr unausweichlich in den Ruin getrieben.

Diese verhängnisvolle Entwicklung nahm beispielsweise in Deutschland Anfang der 1970er Jahre ihren Anfang, als die SPD auf die grandiose Idee kam durch Ausbau des Staates die Wirtschaft anzukurbeln. Es entstand eine unübersehbare Heerschar von Leuten, deren „Arbeit“ darin besteht, den produktiv Arbeitenden die Arbeit so gut wie unmöglich zu machen. Finanziert wurde das ganze auf Pump, denn – so komme, frei nach Keynes, die Wirtschaft in Schwung…

In der Wirtschaft selbst kam der anti-autoritäre Umschwung darin zum tragen, daß statt wie früher Unternehmungen mühsam aufgebaut wurden, man sich lieber als Finanzjongleur betätigt.

Es ist, als wäre der ganze Planet in die Hände von Jürgen Harksen gefallen.

heinwahrheit

Grundelemente einer orgonomischen Soziologie (Teil 3)

23. Dezember 2012

Teil 1

Teil 2

In der Psychotherapie bringt es nicht wirklich etwas, mit dem Patienten zu reden oder irgendwelche „bioenergetischen“ Übungen mit ihm zu machen. In jedem Fall wird er sich weiter im Kreis seiner Neurose drehen und allenfalls zu einer narzißtischen Nulpe werden. Man kann den Patienten nur dadurch verändern, daß man tiefere Funktionsebenen angeht, also die Orgonenergie aus Verhaltens- und Verspannungsmustern löst durch Charakteranalyse und Vegetotherapie, d.h. charakteranalytische Vegetotherapie bzw. psychiatrische Orgontherapie. Indem man auf einer tieferen Funktionsebene etwas ändert, ändert man automatisch auch die höheren Funktionsebenen. Das ist durchaus kein ungefährliches Unterfangen, da die große Wahrscheinlichkeit besteht, daß bei einem unsystematischen Vorgehen der gesamte „Überbau“ kollabiert: Psychose, Suizid, Absturz ins soziale Nichts, somatische Krankheiten, etc. Das geschieht beispielsweise, wenn der Orgasmusreflex verfrüht mobilisiert wird.

Wirkliche Veränderung ist nur durch eine Änderung der Charakterstruktur möglich. Dieser Satz ist natürlich kaum mehr als eine Leerformel, wenn man ihn nicht richtig versteht. Charakter ist erstarrte, stillstehende Historie (Blockierung, „Panzerung“), die wie in einer Zeitkapsel fortwirkt, auch wenn die historische Entwicklung weitergelaufen ist. Deshalb muß das Verhalten der gepanzerten Menschen nicht von den „realen Verhältnissen“, sondern vom Charakter her betrachtet werden. Beispielsweise kann man das Verhalten der Juden in Amerika, die fast durchweg die israelfeindlichen „Progressiven“ und sogar den Moslem Hussein Obama unterstützen, nur verstehen, wenn man weiß, daß sich unter den Juden überdurchschnittlich viele liberale Charaktere finden.

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Ihr Charakter, nicht ihre wirklichen Interessen, bestimmen ihre Handlungen! In einer Art „Schleife“ geht aber der Charakter der Juden wiederum auf ihre materielle Existenz zurück: sie sind liberal, weil sie jahrhundertelang durch die Christen von den zentralen Funktionen, den Kernfunktionen der Gesellschaft verdrängt und in den Handel, Geldverleih, später in die Juristerei abgedrängt wurden. Dadurch kam es zu einer „intellektuellen“, statt „muskulären“ Panzerung. Daß Reichs Eltern Viehzüchter waren, ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

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Charakterliche Veränderungen ereignen sich unter dem Druck der ökonomischen Verhältnisse. Durch den Zwang, ökonomisch auf eigenen Füßen zu stehen, verändern sich Menschen, da ihre biologische Energie aktiviert wird – oder sie zerbrechen unter dem Druck der Energie. Die gesamte sozialistische Bewegung ist nichts anderes als der verzweifelte Versuch, das neurotische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten („soziale Sicherheit“). Grundsätzlich führen alle Sozialprogramme nirgendswohin, sondern führen allenfalls zur Verschlimmerung der Situation, d.h. zur Verhärtung: die Lage läßt sich dann immer schwerer wirklich ändern. Man denke nur an die verheerenden Folgen von Arbeitslosigkeit auch unter den denkbar besten Bedingungen der ökonomischen Absicherung.

In Israel wurden durch den Druck der Umstände aus murkligen Ghettojuden zionistische „Übermenschen“. Gleichzeitig kann man in Israel den umgekehrten Prozeß beobachten, wie nämlich die in den Charakterstrukturen verankerte Freiheitsangst die Ökonomie bestimmt. Israel wurde durch den Sozialismus fast zerstört. Und nachdem das sozialistische Monster aus englischer Labour-Tradition (gegen die George Orwell angeschrieben hat) und deutscher Sozialdemokratie durch die Sephardim zerschlagen wurde, kommt jetzt die Gefahr von Rechts: der quasi „iranische“ religiöse Wahn der Sephardim und der national-religiöse Wahn der Aschkenasim. Die Umstände treiben nach vorne, doch der Charakterpanzer bremst.

Politik (im weitest denkbaren Sinne) kann nur dann verantwortungsvoll betrieben werden, wenn man versteht, was Charakter ist, wie er sich entwickelt und wie man ihn handhaben kann. Was das im einzelnen bedeutet, erläutert Charles Konia in seinem Blog. Jede andere Herangehensweise ist gemeingefährliches Herumdoktern an den Symptomen und wird letztendlich in einer totalitären Gesellschaft enden, in der die freiheitliche Verfassung mit Füßen getreten wird. In vieler Hinsicht sind wir schon heute soweit. Die Political Correctness hat die amerikanische Verfassung und das deutsche Grundgesetz zu bedeutungslosen Fetzen Papier degradiert.

Das Gandalf-Syndrom

13. Dezember 2012

Gandalf ist eine große, neurotische Graueule. Er wurde von Kindesbeinen an von Menschen großgezogen und genießt Vollpension, wird gefüttert und gepflegt. Nichts kann den gefiederten Agoraphobiker aus seinem kleinen Backsteinschuppen in die freie Wildbahn herausbringen, vor der er eine Heidenangst hat. Er wird ewig Gefangener seiner eigenen Ängstlichkeit, seiner Bequemlichkeit und der vermeintlichen „Tierliebe“ seiner „Herrchen“ bleiben. Aus einem herrlichen Raubvogel ist eine bedauerliche Kreatur geworden. Sie braucht nie wieder hungern und frieren, ist keinen Feinden ausgesetzt, ist befreit von Sexualität und Rivalenkämpfen. Die bioenergetische Dynamik habe ich bereits an anderer Stelle beschrieben.

Das ist der Zustand, den der Sozialist, der „Sozialliberale“ und der Kommunist für jeden Menschen erträumt. Jedenfalls erträumen sie ein Leben, in dem niemand mehr von materiellen Sorgen und Rivalität bedrängt wird, sondern alle im „Volksheim“ leben. Die Menschen könnten dann ihre „wahren Bedürfnisse“ erkennen und ihre „wahre Natur“ entfalten. Resultat wird etwas sein, was man im Zoo und bei Haustieren beobachten kann – das Gandalf-Syndrom.

Was wird nicht alles in die Waagschale geworfen, um den Kapitalismus, diese „freie Wildbahn“ des Menschen, zu diskreditieren! Es ist offensichtlich, daß er Wohlstand schafft, wie kein anderes Gesellschaftssystem vor ihm. Um ihn trotzdem grundsätzlich infrage stellen zu können, wird das Wirtschaftssystem in seinem Kern angegriffen – vollkommen unabhängig von seinen Erfolgen: „Alles hat seinen Preis, aber nichts hat einen Wert!“ Das gibt sich zwar das Gewand einer „wissenschaftlichen Theorie“ (im Marxismus ist etwa von „Tauschwert“ die Rede), aber letztendlich läuft es auf die Aussage hinaus: „An [diesem Gegenstand] klebt Blut!!“ Das Blut der „Ausgebeuteten“ in der Dritten Welt, der Werktätigen, der durch die Umweltverschmutzung geschädigten, etc.

Tatsächlich ist das eine mystische Aussage. Ich schaue jetzt auf eine Plastikflasche mit „Vielzweckkleber“ der Firma „tesa“, die auf meinem Schreibtisch steht. Nichts, aber auch rein gar nichts, ändert sich an diesem Gegenstand, wenn er anstatt von mittelmäßig bezahlten Arbeitern in Ungarn von Kindersklaven in Indien hergestellt oder wie auch immer sonst hergestellt wurde. Ich brauche Kleber und der Preis bildete sich nach Angebot und Nachfrage, nicht weil der Ware irgendeine feinmaterielle Substanz anhaftet, die aus ihr etwas anderes macht als einen Gegenstand mit Gebrauchswert.

Was wird hier mit Theorien über den „Warenfetisch“ konstruiert? Es ist eine böse Welt da draußen und egal, was immer ist: Du machst dich schuldig, weil du nichts gegen dieses böse System unternimmst oder gar von ihm profitierst!

Welch ein lebensfeindlicher Irrsinn das ganze ist, sieht man daran, daß manche Menschen nicht etwa stolz darauf sind Hemden aus Bangladesch zu tragen (sie unterstützen dadurch eine aufstrebende Nation!), sondern sich ganz im Gegenteil schämen, weil sie von „Ausbeutung“ profitieren. Funktion dieser Gesinnung ist es, uns alle (einschließlich der Bangladeschis) sozusagen in „Gandalfs Backsteinschuppen“ zu halten: die Welt da draußen ist böse und gefährlich.

Der zweite, und heute immer mehr in den Vordergrund tretende, „grundsätzliche Einwand“ gegen den Kapitalismus betrifft das, was den Kapitalismus erst möglich macht: das Geld im allgemeinen und Kredit und Zins im besonderen.

Nach diesem Einwand macht sich, wer immer sich im Kapitalismus engagiert, d.h. einen Kredit aufnimmt oder vergibt, eines ungeheuerlichen Verbrechens schuldig, weil er teilhat an der unausweichlichen Zerstörung sämtlicher menschlicher und natürlicher Ressourcen. Das Argument lautet auf das Wesentliche reduziert wie folgt: „Hätte vor 2000 Jahren Josef nur einen einzigen Cent mit einem minimalen Zins angelegt, wäre der Gewinn, den heute seine Nachkommen einheimsen könnten, nur in mehreren Weltkugeln aus purem Gold darstellbar.“ Oder mit anderen Worten: Um mit der Finanzwirtschaft mit ihrem exponentiellen Wachstum Schritt halten zu können, muß die Realwirtschaft verzweifelt, und zum unausweichlichen Scheitern verurteilt, versuchen Schritt zu halten, d.h. versuchen Zins und Zinseszins zu bedienen, und dabei Mensch und Natur erbarmungslos ausbeuten.

Das klingt mathematisch zwingend, ist jedoch offensichtlicher Unsinn, denn es gibt keinen risikolosen Zins. In der wirklichen Welt, kann der imaginäre Nachfahre Josefs froh sein, wenn er nach 2000 Jahren überhaupt einen Cent erhält. Ein Euro wäre schon ein Weihnachtswunder!

Nichts zeigt besser als die Griechenlandkrise, wie vorsichtig die Anleger des berühmten „Josefpfennigs“ hätten agieren müssen. Die Finanzwirtschaft kann sich nur dann verselbständigen und es kann nur dann zu einem exponentiellen Wachstum kommen, wenn im Rahmen einer Keynesianischen Politik der Staat und die Notenbanken die besagten Anleger immer wieder von neuem retten. Das wird natürlich stets aus „sozialen“ Gründen getan, etwa um „General Motors und Detroit“ zu retten.

Letztendlich kommt hier auch nichts anderes als das Gandalf-Syndrom zum Ausdruck: Die parasitären Superreichen und die parasitäre Unterschicht können weiter im geschützten „Backsteinschuppen“ hausen, während für den produktiven Teil der Bevölkerung die Bedingungen dermaßen unerträglich werden, daß sie ebenfalls in den „Backsteinschuppen“ drängen. Am Ende steht der Kommunismus.

Kapitalismuskritiker, egal ob sie Marx oder Gesell auf ihre Fahnen geschrieben haben, sind nichts anderes als Rote Faschisten (oder zumindest die nützlichen Idioten von Roten Faschisten).

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Lebenshilfe im NACHRICHTENBRIEF (Teil 3)

7. November 2012

Die verhängnisvollste Lüge stammt von „Aufklärern“ wie Adorno. Sie lautet, daß es „im Falschen kein Richtiges gibt“ oder wie Ernst Bloch es ausgedrückt hat:

Gesundheit ist ein sozialer Begriff, genau wie das organische Dasein der Menschen, als Menschen insgesamt. So ist sie überhaupt erst sinnvoll steigerbar, wenn das Leben, worin sie steht, nicht selber von Angst, Not und Tod überfüllt ist. (Bloch: Das Prinzip Hoffnung, Frankfurt/Main 1977, Bd. 2, S. 541)

Klingt gut, ist aber die denkbar radikalste Lebensverneinung. Selbst wenn es in Europa allen Menschen hervorragend ginge, kämen solche Leute mit dem Schicksal irgendwelcher Aborigines auf fernen Kontinenten an oder gleich mit dem Schicksal der Tiere, die an unserem „Spezieismus“ leiden, einer Form von Rassismus.

Es wird immer „Angst, Not und Tod“ geben. Es ist gut möglich, daß das jetzige Deutschland bereits den Höhepunkt des gesellschaftlichen Glücks verkörpert. Heißt das, daß Gesundheit, bzw. in Reichschen Begriffen „Genitalität“, ein ewiger uneinholbarer Wunschtraum bleiben muß?

Ja, solange es pestilente Freiheitskrämer wie Adorno und Bloch gibt, die den Einzelnen von jeder Verantwortung freisprechen, da ja „die Gesellschaft“ und „die Umstände“ Schuld an der Misere trügen. Es sind alles nur Ausreden! Der Intellekt wird als Abwehr benutzt. Die Massen folgen diesen Scharlatanen, weil diese jeden Einzelnen von seiner persönlichen Verantwortung exkulpieren. Es sind diese angeblichen „Aufklärer“, die die Falle verewigen.

Imgrunde ist diese angebliche Quintessenz der Aufklärung („kein Wahres im Falschen!“) ganz gewöhnlicher sadomasochistischer Mystizismus, denn es läuft darauf hinaus, daß die „Erlösung“ von außen kommt, statt aus der freien Initiative jedes Einzelnen.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=UKR7LgP1jDM%5D