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Wilhelm Reich über den gegenwärtigen Loggdaun

7. Januar 2021

Wie konnte Corona zu einer sadomasochistischen Religion werden und die Massen dazu bringen, ihre Unterdrücker (etwa Södolf und das Ferkel) mehr zu lieben denn je? Der kleine Mann identifiziert sich mit diesen Horrorgestalten. Die freie Wirtschaft der kleinen Gewerbetreibenden, die Arbeitsdemokratie selbst, das Atmen selbst, „Liebe, Arbeit und Wissen“ verfolgt er mit einem untergründigen Haß – bis endlich die Gelegenheit auftritt, an dem er diesen Haß frei ausleben kann, dafür wird er Södolf und das Ferkel ewig lieben!

Es ist die „Massenpsychologie des Faschismus“. Wie Reich schrieb: „Der Gepanzerte mag in allen anderen Lebenslagen tolerant, ja liebreizend, freundlich und hilfsbereit sein. Er ist nur konsequent und rabiat, wenn er Lebendiges panzerfrei funktionieren sieht“ (Äther, Gott und Teufel, S. 70).

Sein destruktiver Haß richtet sich vor allem, es wäre nicht übertrieben zu sagen: einzig und allein, gegen alle echten und vollen Äußerungen des Lebendigen, gegen das Unwillkürliche, Hingegebene, Enthusiastische, Schwingende, Tolle und Törichte im Leben. Er richtet sich vor allem gegen das Unwillkürliche und Freie im körperlichen Bereiche. In seiner destruktiven Haltung gegen das Lebendige ist der gepanzerte Organismus ohne Rücksicht. Hier verlieren sich die Eigenschaften, die er sonst zum Ideal des menschlichen Verhaltens erhoben hat. Unter der Maske idealen oder hygienischen Verhaltens versteht es der gepanzerte Organismus, jede spontane Lebensregung in sich selbst und in anderen Organismen zu ertöten. (ebd., S. 68)

Er will mehr Unterdrückung, härter und konsequenter denn je! Seine Todesangst, die Angst vor dem Corona-Virus, ist in Wirklichkeit eine panische Angst vor dem Leben. Oder wie neulich jemand in einem Post auf Fähsbugg schrieb: „Nur weil jemand keine Angst vor Covid hat, leugnet er das Virus nicht automatisch. Er entscheidet sich nur für das Leben statt die Angst.“

„Du bettelst um Glück, aber Sicherheit ist dir wichtiger“ (Rede an den kleinen Mann, S. 35).

The Journal of Orgonomy (Vol. 10, No. 2, November 1976)

14. Dezember 2011

In seinem Artikel „The Emotional Plague in Literature“ analysiert Robert N. Pasotti sechs Figuren der Weltliteratur:

  1. William Shakespeare: Jago gegen Othello in Othello, der Mohr von Venedig
  2. Herman Melville: John Claggart gegen Billy Budd in Billy Budd
  3. George Orwell: Parteifunktionär O’Brien gegen Winston Smith in 1984
  4. Nathaniel Hawthorne: Roger Chillingworth gegen Arthur Dimmesdale in Der scharlachrote Buchstabe
  5. Fjodor Dostojewski: Pjotr Werchowenski gegen Nikolai Stawrogin in Die Dämonen
  6. Herman Melville: Kapitän Ahab gegen „Moby Dick“ in Moby Dick

In den meisten Beschreibungen der Schurken finden sich folgende zwölf Elemente, die unabhängig Reichs Konzept des „pestilenten Charakters“ bestätigen, wie er es in Charakteranalyse und Christusmord beschrieben hat:

  1. Die Genitalität seines Opfers ruft im pestilenten Charakter mörderischen Haß hervor. Sein Verhalten kann also nur aus biosexueller Sicht richtig verstanden werden. Die Psychoanalyse hatte nur einen oberflächlichen Zugang, indem sie sein irrationales Verhalten nur im Zusammenhang mit unterdrückter Homosexualität sah („Paranoia“).
  2. Da er sich seiner eigenen Motive nicht bewußt ist, wirkt der pestilente Charakter entsprechend auch auf seine Mitmenschen eher harmlos und wird im allgemeinen von ihnen respektiert.
  3. Sexualität spielt in seinem Leben entweder keine Rolle, jedenfalls nach außen hin, oder sie wird von ihm mit Verachtung belegt.
  4. Das Vorgehen gegen sein unschuldiges Opfer hat keinen nachvollziehbaren Grund.
  5. Wie ein Parasit lebt er von der Lebensenergie des genitalen Charakters – und wird deshalb mit ihm zusammen untergehen.
  6. Er ist entweder unfähig seine auf Lebenshaß beruhenden Motive zu erklären oder er weigert sich schlichtweg es zu tun.
  7. Er zeigt oft andeutungsweise „unmännliche“ Züge, ohne jedoch wirklich homosexuell zu wirken.
  8. Er tritt als Freund auf, dem es wirklich um das Wohlergehen des genitalen Charakters zu tun ist.
  9. Im Lügen, Ausspionieren und Intrigieren ist er ein Genie. Eine direkte Attacke erfolgt allenfalls, wenn er sich des Todesstoßes sicher ist.
  10. Er ist voller Energie, hochintelligent, willensstark, steuert seine Ziele konsequent an und ist in der gepanzerten Gesellschaft entsprechend erfolgreich.
  11. Es steht immer die unbeantwortete große Frage im Raum, warum er gegenüber dem genitalen Charakter so handelt, wie er handelt.
  12. Er hat unausweichlich Erfolg bei seinem Bestreben Liebe, Leben und Gesundheit zu zerstören.