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Der Mißbrauch der Massenpsychologie durch linke „Reichianer“

19. Juni 2023

Reich ist bei der „materialistischen“ (Marxistischen) Linken nach 1933 in Ungnade gefallen, weil er den Erfolg des Faschismus psychologisch erklärte, also in ihren Augen „idealistisch“. Und tatsächlich blieb in der Folgezeit im Reichschen Werke vom Marxschen ökonomischen Determinismus kaum etwas übrig und wurde durch eine andere Art von „Materialismus“ ersetzt: die biophysiologische Struktur des Menschen, die sowohl die Sexual- als auch die Arbeitsenergie reguliert.

Heute, fast ein Jahrhundert später, machen sich vermeintliche Reich-Freunde und „orgonomische“ Laientherapeuten daran, Trumps Erfolge in den USA und die Erfolge der AfD in Deutschland mit Rückgriff auf die Reichsche Massenpsychologie von 1933 zu erklären. Reich soll ihren Marxismus retten, indem mit seiner Hilfe die arbeitenden Massen als psychisch (sexuell) gestört hingestellt werden.

Das ganze ist an Absurdität kaum überbietbar, denn wer vertritt denn heute die Interessen des Monopolkapitals, d.h. Blackrocks?! Und welche Sexualideologie vertreten Blackrock und die woke Linke unisono? Sie können sich vor Fanatismus kaum noch einkriegen, wenn es um die KASTRATION von Kindern geht!

Offenbar ist etwas vollkommen aus den Fugen geraten und wir blicken dem kompletten Wahnsinn ins Gesicht. Was ist dieses „Etwas“? Die Massenpsychologie selbst! Wie Reich in der Einleitung zur revidierten und stark erweiterten amerikanischen Ausgabe seiner Massenpsychologie des Faschismus schrieb, ist der Kern der Massenpsychologie die Unterscheidung der drei biophysiologischen Schichten der Charakterstruktur (Kern, sekundäre Schicht, Fassade) und die Zuordnung der politischen Ideologien zu diesen drei Schichten (Arbeitsdemokratie, Faschismus, Liberalismus).

Kommunismus („Marxismus“) ist, wie Elsworth F. Baker im Anschluß an Reich herausgearbeitet hat, wenn man so will „liberaler Faschismus“, d.h. die liberale Fassade wird benutzt, um den Faschismus der sekundären Schicht um so effektiver durchzusetzen. Und um NICHTS ANDERES geht es diesen vermeintlichen „Antifaschisten“, wenn sie Reich dazu benutzen, um arbeitsdemokratische Impulse in der Gesellschaft zu denunzieren.

Eure woken „Ideale“ könnt Ihr Euch sonstwo hinstecken!

Die biokosmische Grundlage der Bundesrepublik Deutschland

14. Juni 2023

Wenn mir jemand mit Frieden, Freude, Eierkuchen kommt, entsichere ich meine Pistole! Es gibt nichts Schlimmeres als Harmonie und Konsens. Das ist nämlich das Zeichen, daß die Pest am Gewinnen ist! Man schaue sich um, etwa Fernsehdebatten: fünf Köpfe eine Meinung – und jeder, der es wagt, eine andere Meinung zu haben, „ist kein Demokrat“… Tatsächlich kann es aber nur eine einzige alle Lager umfassende, gemeinsame Grundhaltung geben, nämlich die unbedingte Liebe zu Volk und Vaterland, alles andere steht der Debatte offen.

Da die menschliche Natur so geschaffen ist, wird es immer zwei Parteien geben, die sich dann zwar immer weiter verästeln, aber die beiden Grundäste bleiben eindeutig: die Linke und die Rechte. Das ist biophysisch so in uns angelegt. Ohne Linke würden wir ewig in der Vergangenheit verharren und an überkommenen Privilegien ersticken und ohne die Rechte würden wir das Ererbte gefährden. Nur aus dem ständigen Konflikt einer treibenden Energie und einer bindenden materiellen Membran ist Leben möglich – ES IST DAS LEBEN: das Leben unseres deutschen Volkes!

Dagegen kann man einwenden: „Eine Gesellschaft hat keine Membran und ist deshalb nicht mit Organismen vergleichbar!“ Stimmt diese Aussage? Es geht um Funktionen, d.h. was grenzt eine Gesellschaft von der Umgebung ab und was konstituiert ihre Identität? Traditionen, „Abgrenzung“, „Leitkultur“, Gesetzeslage etc., also alles, was wir als „rechts“ verorten, – während die „Progressiven“ alle „Grenzen“ (im übertragenen und im wörtlichen Sinne) gerne überwinden und „sprengen“ möchten: Fortschritt.

Die beiden grundsätzlichen Lebensausrichtungen werden ewig im Streit liegen und das ist gut so, denn eine „Einheitsfront“ kann nur in den Untergang führen, einfach weil es dann keine Alternative mehr gibt. Wer immer geradeaus geht, muß irgendwann in einen Abgrund fallen. Das haben wir unter der Modju Merkel erlebt, für die es keine Alternative gab zu ihrer Zerstörung von Volk und Vaterland. Es herrschte und herrscht mehr als je zuvor eine totalitäre Einheitsideologie, die grob wirklichkeitsfremd und kontraproduktiv ist und die jeden Tag mehr die Grundfesten unseres Verfassungsstaates untergräbt.

Die einzige Hoffnung ist nicht etwa eine „Querfront“, sondern die Rückkehr zur demokratischen Normalität mit einer rationalen WIRKLICHEN Linken unter Sarah Wagenknecht und einer rationalen WIRKLICHEN Rechten unter Alice Weidel. Das, was sich heute „Mitte“ schimpft, ist die organisierte Emotionelle Pest und agiert im Auftrag deutschfeindlicher Mächte. Hört einfach nicht auf das pseudodemokratische Gequatsche, sondern schaut doch einfachhin, WAS SIE TUN!

Selbstverständlich wird eine rekonstruierte Bundesrepublik, die zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückgekehrt ist und aus ihren Fehlern gelernt hat, nicht das Paradies auf Erden bringen, aber das ist auch nicht die Aufgabe von Politik. Nochmal: Wenn mir jemand mit Frieden, Freude, Eierkuchen kommt, entsichere ich sofort meine Pistole! Aufgabe der Politik ist es, die Lebensinteressen des Volkes zu sichern, das Erbe unserer Ahnen zu wahren und die Zukunft unserer Kinder zu sichern. Was auf der dergestalt gesicherten Bühne geschieht, geht der Politik einen Scheißdreck an! Entreißen wir der Emotionellen Pest die vielgepriesene „Zivilgesellschaft“ und praktizieren wir sie im Alltag!

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 63)

7. Mai 2023

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Reich kam aus einer bürgerlichen Welt. Es ist nur natürlich, daß er aus dieser verkorksten Welt, die er gerade noch als Offizier in aller Pracht erlebt hatte, zur Linken floh. Ein Milieu, in dem er den Rest seines Lebens zubrachte. Ich glaube, die einzige bedeutende Ausnahme in seiner Umgebung war Elsworth F. Baker.

Interessant, wie er sich zunehmend entfremdete: erst in Skandinavien, was er in seiner Rede an den Kleinen Mann beschreibt, dann von seiner Sekretärin Gertrud Gaasland und den ganzen SAP-Sympathisanten um Ilse Ollendorff herum Anfang der 1940er Jahre in New York. Darauf brachten ihn seine ultralinken Anwälte (insbesondere Hays) in eine unmögliche Situation gegenüber zunächst Mildred Brady und dann der FDA, was ihn endgültig zum Umdenken zwang.

Oder man denke nur an Neill. Ein bekannter, „einflußreicher“ Mann in der englischen Linken, der von einer Peinlichkeit in die andere stolperte, als er unter seinen Bekannten für Reich Werbung machte.

Der Mann (Reich) muß eigentlich ständig zu sich selbst gesagt haben: „Ich verstehe die Welt nicht mehr!“

Meines Erachtens liegt des Rätsels Lösung in den Beweggründen für Reichs fanatischen Linksradikalismus 1927-1934: endlich wirklich ernst machen mit dem Linkssein. Überhaupt das erste Mal wirklich ernst machen. Das ganze ist kläglich gescheitert, weil sich Reich falsch verortet hatte (Marx, Lenin und im Hinterkopf auch Nietzsche).

Ich glaube nicht, daß Reich von irgendeiner realen Linken noch irgendetwas hielt. Siehe seine Ablehnung gegen jene, die ihm noch am ehesten Sympathie und sogar praktische Hilfe entgegenbrachten: die englischen Anarchisten und die amerikanische Bürgerrechtsorganisation ACLU.

Stattdessen eine fiktive, bzw. eine denkmögliche Linke: eine, die beispielsweise den „Kern-Marx“ („die lebendige Arbeit“) begriffen hat. Er glaubte wohl tatsächlich Marx besser verstanden zu haben, als ein Erich Fromm und die anderen Marx-Talmudisten, die sich ihren Lebtag mit nichts anderem beschäftigt hatten. (Ähnlich mit den Freudianern.) Es wäre auch irgendwie peinlich gewesen, wenn ausgerechnet der Ultra-Leninist Reich von 1928-1934 sich theoretisch von Marx abgewandt hätte.

Reichs „linke Gesprächspartner“ waren die toten Klassiker. Seine Adressaten waren zukünftige Generationen. Aber ich glaube nicht, daß er auch nur ansatzweise glaubte, Linke müßten die Konsequenzen, die er aus dem Scheitern der Linken gezogen hat, besser nach- und mitvollziehen können als andere.

Bezeichnend ist doch etwa die Auseinandersetzung mit Theodore P. Wolfe und Gladys Meyer über Pfaffen: Reich hat den Gedanken ventiliert, ausgerechnet in dieser Gruppe vielleicht Verständnis zu finden. Und nicht von ungefähr kommt die Tradition, die nach 9/11 selbst James DeMeo angesteckt hatte, bei der amerikanischen Rechten nach Resonanz für die Orgonomie zu suchen. Die Konservativen hätten ihre Seele noch nicht dem Teufel übereignet. Ausgerechnet sie glauben noch an die Zukunft. Man denke nur an den Greis Reagan, der voller jugendlichem Elan war.

Imgrunde geht es doch darum, daß die Linke seit Jahr und Tag zynisch, sarkastisch und voll von Verachtung ist. Erstaunlich miefig, defätistisch, depressiv und pestig aufgrund von Verwesung. Verliebt in den Untergang (a la Extinction Rebellion) und ins Obskure und Perverse (etwa Transgender). Imgrunde verkörpern sie jene blasierte, dem Untergang geweihte Welt, aus der Reich einst geflohen war. Es gibt nichts Traurigeres als einen Altlinken: die größten Arschlöcher, die miefigsten Launebremsen sind „alternde, impotente linke Sozialpädagogen“.

Ich persönlich hasse sie aber aus einem ganz anderen Grunde: IHR Produkt begegnet mir tagtäglich auf der Straße, diese außerirdischen Wesen, diese „Kinder der Zukunft“ der 68er. Und schaue ich zurück, finde ich bei Stirner Trost, nicht bei Marx, bei LaMettrie und nicht bei Rousseau.

Ich muß gerade daran denken, ob nicht Reichs Denken eine radikale, fast schon „Leibnizsche“, Absage an jede Form von Utopismus (= der Suche nach einer besseren Welt) ist, „an sich“: „Arbeitsdemokratie“ und „Kinder der Zukunft“ als Verkörperungen der dynamischen Kraft des Faktischen. Beides im Sinne der „Nichteinmischung“ – da alles perfekt ist, so wie es ist – bzw. ohne das ständige Einmischen es wäre.

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 62)

1. Mai 2023

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Der amerikanische Philosoph Eric Hoffer, den ich hier nach Charles Konias Clueless (S. 246) zitiere, schreibt etwas über die junge Generation, das man so auch auf das innige Verhältnis von Konservatismus und Stirners Anthropologie anwenden kann:

Menschen, die [wie es „woke“ Linke tun] ihr Leben als unheilbar verdorben betrachten, können in der Selbstverwirklichung kein lohnendes Ziel finden. Die Aussicht auf eine individuelle Karriere kann sie nicht zu einer gewaltigen Anstrengung bewegen, noch kann sie in ihnen Glauben und hingebungsvolle Zielstrebigkeit hervorrufen. Sie betrachten das Eigeninteresse als etwas, das mit dem Bösen behaftet ist, als etwas Unreines und Unglückliches. Alles, was unter der Schirmherrschaft des Egoismus unternommen wird, scheint ihnen zum Scheitern verurteilt. Nichts, was seine Wurzeln und Gründe in der eigenen Person hat, kann edel und gut sein. Ihr innerstes Verlangen ist das nach einem neuen Leben – einer Wiedergeburt – oder, falls dies nicht möglich ist, nach einer Chance, durch die Identifikation mit einer heiligen Sache neue Elemente des Stolzes, der Zuversicht, der Hoffnung, der Sinnhaftigkeit und des eigenen Wertes zu erlangen. Eine aktive Massenbewegung bietet ihnen Möglichkeiten für beides. Wenn sie sich der Bewegung als vollständige Konvertiten anschließen, werden sie in einem neuen Leben in ihrem eng verbundenen kollektiven Körper wiedergeboren, oder wenn sie sich zu Sympathisanten hingezogen fühlen, finden sie Elemente des Stolzes, der Zuversicht und des Ziels, indem sie sich mit den Bemühungen, Errungenschaften und Aussichten der Bewegung identifizieren.

Den Enttäuschten bietet eine Massenbewegung entweder Ersatz für ihr ganzes Selbst oder für die Elemente, die das Leben erträglich machen und die sie aus ihren individuellen Ressourcen nicht hervorbringen können.

Der Erfolg des Westens im allgemeinen und des Kapitalismus im besonderen beruht darauf, daß Menschen ihre Sache auf nichts gestellt haben. Durch bloße Initiative erschaffen sie sich, nach dem Vorbilde Gottes, aus dem Nichts ( = voraussetzungslos, im Sinne von spontan, nicht-mechanisch!). Man hat eine Geschäftsidee und verwirklicht sie, ohne seine Gedanken über den Zustand dieser Welt zu verschwenden. Das beste Beispiel ist Reich selbst, der eine „Gesellschaft“ nach der anderen aus dem Boden gestampft hat. Oder wie der Rocksänger Sammy Hagar nach seinem Rauswurf bei Van Hallen einmal in einem Interview sagte: „Setz mich nackt irgendwo in der Wüste Arizonas aus. Nach zwei Jahren werde ich in einem Ferrari zurückkehren.“

Elsworth F. Baker hat gezeigt, daß der Konservative der Vater-Imago („Gott“) nacheifert, während der Linke dagegen rebelliert, gegen die „Ungerechtigkeit“ protestiert und in der Jauche der Jammerei versinkt. Kein Wunder, daß Stirner als „Urvater des Faschismus“ „entlarvt“ wurde… (Ich verweise wieder auf The Omega Man aus Teil 53!)

Nochmal: „seine Sache auf nichts bauen“. Die Erschaffung der Welt aus dem Nichts, ist keine naturphilosophische oder gar „physikalische“ Aussagen, sondern hat eine theologische Bedeutung: Gott handelt spontan, „selbstherrlich“. Gott (und damit sein in seiner Natur mit ihm identische Sohn Christus) wird von Anfang an so definiert, daß nichts über ihm steht, das ihn zu irgendetwas veranlassen könnte. Gewisserweise ist Gott bzw. Christus als „über-ich-frei“ (ungepanzert) definiert, d.h. als spontan agierend.

Wenn man aus dieser Sichtweise Stirners Der Einzige und sein Eigentum, insbesondere aber seine Parerga, Kritiken, Repliken liest, wird offensichtlich, warum Reich Stirners Hauptwerk in die Bibliographie am Ende seines Werkes aufgenommen hat. Der „Einzige“ (sic!) ist der ideale genitale Charakter, der, frei nach Elsworth F. Baker, im realen Leben dem konservativen Charakter noch am nächsten kommt.

DER ROTE FADEN (Band 2): 10. Warum Linke in der Orgonomie nichts verloren haben

20. April 2023

DER ROTE FADEN (Band 2): 10. Warum Linke in der Orgonomie nichts verloren haben

Das Jüngste Gericht begann 1960 (Teil 4)

22. März 2023

Reichs Lobpreisung des Konservatismus in der Zeit nach 1947, also dem Jahr der Attacke des linksliberalen bis sowjetfreundlichen Amerika auf Reich in der Gestalt Mildred Bradys, die sich vor allem in Christusmord (1953) niederschlug, entspricht weitgehend dem, was zur gleichen Zeit etwa sein ehemaliger Freund William Schlamm (in Deutschland „der Kalte Krieger Nr. 1“) von sich gab. Siehe dazu meine Ausführungen in Der Rote Faden.

Es ist wirklich zu blöd, daß, dank Sharaf, Boadella & Co. auf der einen Seite und Schlamm auf der anderen Seite, Reich neben dem schwulen „Proto-68er“ Paul Goodman und den linken Opfern des McCarthyismus gestellt wurde. Dazu der konservative Vordenken Günter Rohrmoser in seinem Buch Ernstfall (Ullstein 1994):

Die konservative Bewegung in den USA hat als „geistige Strömung“ begonnen. Während des ersten Jahrzehnts nach dem Krieg bestand sie aus einem versprengten Häuflein Intellektueller, die sich in Büchern und Aufsätzen verzweifelt gegen den linksliberalen Zeitgeist zur Wehr setzten. 1955 und 1957 wurden die ersten Zeitschriften gegründet; und erst Anfang der sechziger Jahre wurde ernsthaft der politische Kampf aufgenommen…

Das ist schon eine etwas andere Sichtweise, als die, die von linken Reich-Biographen propagiert wurde, nämlich daß das freiheitliche Licht Reichs sich in einem von den Konservativen restlos beherrschten Dunkelamerika nicht gegen die Finsternis durchsetzten konnte. Tatsächlich war Reich Teil der ersten Anfänge einer konservativen intellektuellen Revolution, die erst nach Reichs Tod wirklich Fahrt aufnahm.

Damit ist praktisch alles, was über den damaligen Reich geschrieben wurde, auf fundamentale Weise schief und krumm. Nochmal: Reich wäre in einem stickig-stinkigen rechtskonservativen Amerika gefangen gewesen (dem er sich aus opportunistischen Gründen teilweise sogar angepaßt habe), das alles Linke und Progressive marginalisierte und erst die „68er“ hätten Reichs Erbe aus diesem Panzer befreit. Unsinn!

Das bedeutet natürlich nicht, daß nach 1960 Amerika konservativer geworden ist, sondern daß Leute wie Barry Goldwater, Ronald Reagan und schließlich Donald Trump etwas taten, was vorher undenkbar gewesen wäre: sie wurden etwas, was ein Widerspruch in sich selbst ist, „progressive Konservative“, und schlugen mit der Faust auf den Tisch. Berühmt ist Senator Goldwaters Wutausbruch, er könne nicht nachvollziehen, warum die CIA (die Fortführung Neu Beginnens) in Amerika ausgerechnet sozialistische Bewegungen und die „Gegenkultur“ aktiv fördere. Auf Goldwater folgte Reagans Versuch beide Bewegungen einzuschränken und schließlich Trumps Kampf gegen diesen mittlerweile offen linksradikalen „tiefen Staat“.

Während bis um das Jahr 1960 herum, Amerika weitgehend apolitisch war bzw. vielmehr „a-ideologisch“, sondern pragmatisch und man vor allem einfach amerikanisch war, kam es nunmehr zu einer Aufspaltung:

Seit der Roosevelt-Administration in den 1930er Jahren hatten es die Linken mit ihrer ideologischen Dominanz in den USA einfach zu wild getrieben und das allumfassende „Amerikanertum“ ausgenutzt, um eben diesem „Leben und Leben lassen“-Pragmatismus ein Ende zu setzen. Es kam zu einer anfangs eher zaghaften ideologischen Gegenreaktion von konservativer Seite, was schließlich im Verlauf der 1960er Jahre sich zu einer sich immer weiter voneinander entfernenden Spaltung führte, die spätestens seit dem Wahlbetrug, der Trump das Amt kostete, in einem Bürgerkrieg kulminiert, wenn die beiden Seiten „aufeinander losgehen“: Stadt gegen Land, die beiden Küsten gegen das Kernland, „Drag Queen Book Hour“ gegen die christliche Nation, „Kopf gegen Bauch“.

„1960“ beschränkt sich dabei nicht auf Amerika, sondern ist ein weltweites Phänomen. „Weltgeschichtlich“ ist das Jahr 1960 aber aus einem anderen Grund. Wie Charles Konia ausgeführt hat, begann um dieses Jahr herum, eine 6000 Jahre alte Kultur sich erstmals FUNDAMENTAL zu verändern. Erstmals veränderte sich die individuelle und gesellschaftliche Panzerstruktur fundamental. Der Körperpanzer verlagerte sich praktisch vollständig auf den Augenpanzer und parallel dazu lösten sich alle lokalen Autoritäten, angefangen vom Familienoberhaupt bis hin zu regionalen Funktionsträgern, in ihrer Bedeutung in nichts auf und alles verlagerte sich auf die ferne Autorität des Zentralstaates, was zu einer unglücklichen Mischung von Anarchie und Tyrannei führt. Typisch sind die „kritischen Geister“, die, mit blaugefärbten Haaren und ultraaggressivem Auftreten, sich von nichts und niemandem etwas sagen lassen, aber fanatische Verfechter der Corona-Todesspritze sind. Seit 1960 erleben wir buchstäblich die Zombie-Apokalypse. Der kleine konservative Haufen, der das sieht und noch etwas retten will, darunter die paar wenigen Orgonomen, die Reich treu geblieben sind, werden als „Nazis“ diffamiert und zum Abschuß freigegeben.

Trotzdem ist es korrekt, daß in der obigen Abbildung die beiden divergierenden bzw. konvergierenden Pfeile gleich stark sind, denn sowohl die Waffenträger als auch die, die die Güter produzieren, von denen wir alle leben, haben von Natur aus eine konservative Struktur. Die Linken mögen die ideologische Hegemonie haben und alle Kinder von der Krippe an indoktrinieren, wir haben die Gewehre und das Brot – und wir haben Eier!

Das Jüngste Gericht begann 1960 (Teil 2)

20. März 2023

Für die Linke ist es konstituierend die „göttliche Ordnung“, den „Logos“, zu leugnen. Ihrer Meinung nach ist es reaktionär von einer „natürlichen Ordnung“, einer „natürlichen Gesellschaftsstruktur“, neuerdings sogar von einer „natürlichen Sexualität“ zu sprechen. Es sei alles gesellschaftlich bedingt und könne beliebig geändert werden, selbst das Geschlecht. Ihr Hauptvorwurf gegen Reich war immer, daß er „biologistisch“ sei, ein „wahrer Sozialist“, d.h. jemand, der eine „natürliche Ordnung“ wiederherstellen, dem „Naturrecht“ Geltung verschaffen will.

Die Lebenslüge der Linken ist die Verleugnung der Natur. Beispielsweise gibt es, entgegen der linken Ideologie, keine „Homosexualität“. Doch: der Höhepunkt schwulen Sexes ist das Aufeinandertreffen von Macho-Man und Sissy-Boy. Bei Lesben ist es der überdimensionale Umschnall-Dildo. Von dem ganzen Genderkrampf will ich gar nicht erst anfangen… Was immer die Linken tun oder lassen, letztendlich scheitern sie an – der Natur.

Umgekehrt ist die Lebenslüge der Rechten ihr Vertrauen in die Natur; daß die Menschen irgendwann gemäß dem Bio-Logos aufwachen, „bio-logisch“.

Die Linken haben von vornherein kein Zugang zur Panzerung, die uns von der Natur abschneidet. Leider ist es mit den Rechten kaum besser bestellt, deren Vorstellung von „Biologie“ sadomasochistisch entstellt ist. Sie sind kaum weniger pervers als die Linken.

Die Linken haben die rosarote Brille auf und sind blind für die Perversionen ihrer Mitmenschen, die Rechten sind so beschränkt, daß sie die eigene Perversion nicht sehen. Zusammen sind sie in der Falle gefangen.

DER ROTE FADEN (Band 2): 2. Wilhelm Reich wird ins Fadenkreuz Moskaus genommen

27. Februar 2023

DER ROTE FADEN (Band 2): 2. Wilhelm Reich wird ins Fadenkreuz Moskaus genommen

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 48)

12. Februar 2023

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Das Problem liegt im Grundwesen der Psychoanalyse (das in den diversen „Weiterentwicklungen“ der Reichschen Therapie wieder durchgebrochen ist): die innere Natur steht vor Gericht, sie wird mit diversen psychischen und körperlichen Methoden hinterhältig und sadistisch überlistet (z.B. den bioenergetischen „Streßpositionen“ bei Alexander Lowen) und schließlich unterworfen. Während Reich ihr zum Durchbruch verhelfen will. – Daraus folgt alles: der Vorwurf ein triebenthemmter Psychopath zu sein, ein Psychotiker, und ein Mensch, den man Todschweigen muß, weil er eine tödliche Gefahr darstellt. Über den Teufel spricht man nicht!

Mein Blick fällt gerade auf Myron Sharafs Fury on Earth (frei übersetzt „Die Leidenschaft wütet auf Erden“). Statt all dieser Psycho-Analyse mit Reichs Mutter und dem ganzen Psychologieren…. Warum hat Sharaf nicht klar und deutlich ausgesprochen, was wirklich in Reich gebrannt hat, worin wirklich dieses „Wüten auf Erden“ bestand?! Der Buchtitel wirkt fast so, als wollte Sharaf sich zu etwas zwingen, wozu er dann doch nicht den Mut fand: den obenerwähnten „Teufel“ zu entfesseln.

Statt alles auf die letztendlich vollkommen unwichtige Episode Selbstmord der Mutter zurückzuführen, hätte Sharaf lieber darstellen sollen, wie das Wunder möglich war, daß Reich die Entfremdung von der Gesellschaft, die jedes Kind durchmachen muß, bis ins Mannesalter ausgehalten und erhalten hat: daß diese Gesellschaft im Mark krank und lebensfeindlich ist und keine Legitimation besitzt! – Aber wer in solchen Kategorien denkt, ist ja ein Fanatiker, während Leute wie Sharaf „objektiv“ bleiben wollen….

Man denke auch an Gunnar Heinsohns Antisemitismus-These? Hitler wollte, so Heinsohn, das europäische Judentum ausradieren, um (sozusagen die „ethnischen“) Grundlagen der Ethik zu beseitigen, auf daß der Germane wieder zur blonden über-ich-freien Bestie werden kann. – Der perfekte Ansatz um LaMettrie, Stirner und Reich auf die gleiche Stufe mit Hitler zu stellen: „Gegner des Über-Ich sind Judenmörder!“ (natürlich kein Zitat!).

Das wäre auch die Grundlage für eine mögliche politische Seite des Problems: auf der einen Seite der bürgerliche Freud, der unter allen Umständen den wildgewordenen Marxisten eindämmen will – und auf der anderen Seite der sozialistische Org’ler (Neu Beginnen) Siegfried Bernfeld, der die Linke von ihren sektiererischen Entartungen am rechten und linken Rand reinigen will und für eine zukünftige Sozialistische Einheitspartei intrigiert.

Der Zusammenbruch der absoluten Moral in der antiautoritären Ära

25. Januar 2023

Der Zusammenbruch der absoluten Moral in der antiautoritären Ära