Posts Tagged ‘Natur’

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20. September 2019

Paul Mathews: Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

5. September 2019

 

Paul Mathews:
Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

 

Die soziopolitische Diathese

19. Juli 2019

 

Paul Mathews:
Die soziopolitische Diathese

 

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 23

9. Juli 2019

orgonometrieteil12

23. Was ist Wissenschaft?

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 22

25. Juni 2019

orgonometrieteil12

22. Induktion und Deduktion

Die Wirkungsweise der emotionalen Pest* (Teil 1)

9. Januar 2019

 

Paul Mathews:
Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

 

Die soziopolitische Diathese (Teil 4)

6. November 2018

Paul Mathews: Die soziopolitische Diathese

Der verdrängte Christus: 14. Wer war Jesus?

5. Juli 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

14. Wer war Jesus?

Der orthodoxe Funktionalismus

26. April 2017

Ich bin immer wieder verblüfft, wie nahe doch die Orthodoxie dem orgonomischen Funktionalismus steht. Während der Katholizismus von der sozusagen „gradlinigen“ Emanation des Göttlichen geprägt ist (Gottvater zeugt den Sohn, der wiederum den Heiligen Geist schickt) und der Protestantismus mit seiner Kreuzestheologie von einem existentiellen Dualismus, nimmt die orthodoxe Kirche die Dreieinigkeit wirklich ernst. Sie prägt ihr gesamtes Denken. Wie das zum Ausdruck kommt, zeigt folgendes Beispiel:

In der linksliberalen Umweltbewegung ist der Mensch ein schädlicher Fremdkörper in der Natur und sollte am besten verschwinden, während bei den Konservativen sich der Mensch die Natur zum Untertan machen soll. Bei den einen hat die Natur, die zu einer Art Gottheit wird, Priorität, bei den anderen der Mensch, der sich im Auftrag Gottes die feindliche Natur aneignet. Die Auseinandersetzung dieser beider Lager prägt einen Gutteil des gesellschaftspolitischen Diskurses in der westlichen Welt. Die Herangehensweise der Orthodoxie ist eine grundlegend andere. Hier gehen der Mensch und die Natur beide aus dem, wenn man so will, „gemeinsamen Funktionsprinzip“ Gott hervor. Die Natur ist der unantastbare Tempel Gottes und der Mensch der Priester in diesem Tempel.

Wenn alles Natur ist, wie kann es dann Widernatur geben?

29. Juni 2012

Das folgende ist eine Ergänzung zu Wenn sich die Natur gegen sich selbst richtet und geht auf eine Anfrage aus meiner schier unüberschaubar großen Leserschaft zurück.

Frager: In der Orgonomie wird Pathologie mit dem Verweis auf Panzerung erklärt. Diese behindere die natürlichen selbstregulatorischen Vorgänge, sei also etwas „widernatürliches“. Wenn aber alles Natur ist, wie kann es dann Widernatur geben?

Peter: Selbstverständlich kann nichts „der Natur“ fremd gegenüberstehen, aber hier verwenden wir einen philosophischen, allumfassenden Naturbegriff, der jede mögliche Erfahrung übersteigt. Reich hingegen folgt einem ganz pragmatischen Gebrauch dieser Begriffe, der unmittelbar mit bioenergetischem Kontakt verbunden ist.

Die Position, daß es in der Natur keine Widernatur geben könne, ist allein schon deshalb – widersinnig, weil man sich mit der Behauptung, daß grundsätzlich alles zur allumfassenden Natur gehört, selbst außerhalb dieser allumfassenden Natur stellt, so als würde man nicht dazugehören, über der Natur stehen und könnte sie deshalb überblicken. Doch diese Illusion des „draußen vor“ geht auf die biophysische Struktur der Proponenten derartiger Anschauungen zurück.

Reich hatte von Anfang an darauf bestanden, daß es sinnlos ist, derartig hochabstrakt und abgehoben zu philosophieren. Von Anfang an hat er solche Bemerkungen von der Art „Das Unbewußte kann es nicht geben, weil dieser Begriff philosophisch gesehen ein Widerspruch in sich selbst ist!“ beiseite geschoben und als das abgetan, was sie in Wirklichkeit sind: pathologische Zwangsgrübelei. – Oder anders ausgedrückt: die Behauptung, daß alles Natur ist, ist zutiefst – widernatürlich. Es ist abstraktes, philosophisches Denken, das von einer haltlosen Scheinlogik bestimmt wird. Das, was Reich als „bloße formale Logik“ bezeichnet hat, im Gegensatz zur funktionellen Logik.

Das ganze erinnert an eine Einsicht, die dem Leben von C.S. Lewis die alles endscheidende Wende gab. Der große Apologet des Christentums erinnerte sich an seine Zeit als Atheist:

Mein Einwand gegen Gott war, daß das Universum so brutal und ungerecht zu sein schien. Aber woher nahm ich diese Vorstellung von Recht und Unrecht? Jemand bezeichnet eine Linie nicht als krumm, wenn er keine annähernde Vorstellung von einer geraden Linie hat. Mit was habe ich das Universum verglichen, als ich es als ungerecht bezeichnete? (Mere Christianity)

Lewis hatte Gott, etwas „Überweltliches“, für sich entdeckt, wobei die Gleichsetzung von Sittlichkeit und Geometrie („eine gerade Linie“) kein Zufall ist, sondern natürlich auf Kant („der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir“) und von dort weiter zurück auf die antike Philosophie verweist.

Für Reich ging ein solches „Denken“ auf die Loslösung der Wahrnehmung von der bioenergetischen Erregung zurück, was zu einer Aufspaltung des Welterlebens in „Welt“ hier und „Jenseits“ dort führt:

Der jenseitige Gott legt dann an die Welt die Elle der Moral an. Auf diese Weise wird aus einer pathologischen Störung (okulare Panzerung) ein ganzes Gedankengebäude, das das Leben von Milliarden Menschen bestimmt.

Was in uns gegen die Ungerechtigkeit und Brutalität rebelliert, etwa wenn der Wind einen Baum fällt, der ein glücklich spielendes Kind erschlägt, ist zwar tatsächlich „das Göttliche“ in uns, doch das steht nicht außerhalb der Natur. Dies ist eine grundsätzlich andere Weltsicht als die von Lewis und Konsorten. Ich habe versucht sie in Warum ich kein Christ bin zum Ausdruck zu bringen, mehr schlecht als recht. Sie hat etwas mit Geometrie („dem gestirnten Himmel“) und unserem Mitgefühl zu tun, aber nichts mit dem psychopathologischen Alptraum des Mystizismus. Die Widernatur ist unser Feind. Egal wie sie zum Ausdruck kommt, ob in „logischen“ Widerlegungen der Orgonomie oder in irgendwelchen Vorstellungen von „Gott“. Oder mit anderen Worten: unterschiedslos alle Philosophien und Religionen beruhen auf einem psychischen Defekt und sollten nicht allzu ernst genommen werden, selbst wenn sie scheinbar die „Logik“ auf ihrer Seite haben.