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Fukushima und der Tod der atmosphärischen Orgonenergie

2. April 2016

Das Unglück von Fukushima ist fünf Jahre her. Es wird gerne behauptet, daß alle Todesopfer dem Tsunami zu schulden sind, der die Atomkatastrophe auslöste. Das Problem, das niemand sehen will bzw. niemand sehen kann, ist die ORANUR-Katastrophe. Nicht nur beispielsweise die Verseuchung der Wildtiere, die Pflanzen fressen, und die schlichtweg astronomische Verseuchung der Raubtiere – und daß der Mensch am Ende der Nahrungskette steht, sondern: in jedem Bericht von unabhängigen Beobachtern ist von jenem geheimnisvollen „schwarzen Staub“ die Rede, der extrem radioaktiv ist und überall zu finden ist: das „Melanor“, das Reich als erster beschrieben hat. Es geht nicht nur um eine radioaktive Verseuchung – es geht um die Zerstörung der Lebensenergie selbst. Das Leben an sich wird umgebracht.

Hier ein sehr informativer Bericht über den neusten Stand in dieser ORANUR-Katastrophe, ab Minute 40:00. Ab 1:19:00 wird ein weiterer Alptraum besprochen: die 30 Satelliten mit Plutonium, die die Erde umrunden und jederzeit abstürzen können.

Dank dem pseudowissenschaftlichen Unsinn von der „Globalen Erwärmung“ zeichnet sich eine Renaissance der Kernenergie ab. Alle paar jahre gibt es GAUs. Jeden Augenblick könnten wir Aachen verlieren

Tschernobyl passierte, weil im Realsozialismus es als zweckmäßig im Sinne der Machterhaltung galt, Posten mit Leuten zu besetzen, die sich für die Arbeit nicht besonders eigneten und vielleicht gänzlich unfähig waren, aber so leicht auszutauschen waren. Diese Mentalität der organisierten Verantwortungslosigkeit prägt Saharasia seit Jahrtausenden. Eigeninitiative und Verantwortungsgefühl gehen gegen Null. „Eigeninitiative“ zeigt sich allenfalls in der ausufernden Korruption und dem eigensüchtigen Schlendrian.

In Rot-China wurde vor 25 Jahren ein hoher Umweltfunktionär entlassen,

weil er seinem Bruder gestattet hatte, Atommüll in einem Dorfbrunnen abzuladen. Wie es in der Zeitung China Daily hieß, habe der Bruder des stellvertretenden Direktors der chinesischen Umweltbehörde mit dessen Billigung im vergangenen Juni in Santumen 25 Tonnen mit Uran verseuchte Abfallprodukte aus einem Forschungslabor in den Brunnen gekippt. Dies habe die radioaktive Belastung in Santumen um das Hundertfache über den Normalwert steigen lassen. (Welt, 24.05.86)

China hat heute 13 Atomkraftwerke, 30 sind in Bau und weitere 50 sind in Planung. Und ich warte darauf, daß der gigantomanische „Dreischluchtenstaudamm“ bricht und eine der verheerendsten Katastrophen der Menschheitsgeschichte auslöst. Da ein Erdbeben das andere nach sich zieht, kann das schon bald sein.

Harrisburg stand 1979 nur eine Stunde vor einem Supergau. Dr. Rosalie Bertell aus den USA berichtete anläßlich einer ärztlichen Fortbildungsveranstaltung 1980 in Hamburg:

Zwei Physiker erzählten mir, daß eine vollständige Reaktorschmelze nur durch einen nicht eingeplanten Zufall verhindert wurde: Der Dampf kühlte die freistehenden Reaktorstäbe. (Bild der Wissenschaft, Aug. 1986)

Dem gleichen Bericht zufolge versagten 1985 im Davis-Besse-Reaktor im Bundesstaat Ohio verschiedene Komponenten. „Nur eine hastig improvisierte Pumpe rettete den Kern vor dem Meltdown.“ Den, der Nuclear Regulatory Commission (NRC) zufolge, US-Reaktoren nicht aushalten könnten. Die NRC, die die Bau- und Betriebsvorschriften für Reaktoren erläßt und kontrolliert, hatte Mitte der 80er Jahre errechnet, „daß eine Kernschmelze in einem US-Reaktor in den nächsten 20 Jahren mit 50prozentiger Wahrscheinlichkeit auftritt“.

Der amerikanische Physiker Ernest Sternglass hat berechnet, daß – infolge der atmosphärischen Atombombentests – zwischen 1951 und 1966 in den USA zwei bis drei Millionen fötale Todesfälle und 375 000 Todesfälle mehr im ersten Lebensjahr auftraten, als zu erwarten war.

Weitere Schäden, die er einem lokalen Fallout zuordnete, waren kongenitale Mißbildungen und Leukämie bei Kindern. Später beobachtete Sternglass in der Umgebung einiger großer Kernkraftwerke ähnliche Auswirkungen, darüber hinaus auch das Ansteigen von Krebs. (Psychologie heute, Aug. 1986)

Als weitere Folgeerscheinungen des Fallouts fand er eine Abnahme der kognitiven Funktionen bei jenen, die zur Zeit ihrer Geburt dem Fallout ausgesetzt waren. Wobei jene westlichen US-Staaten hervorstachen, die besonders viel Fallout abbekommen haben. Die Abnahme der Intelligenz wurde zuerst 1963, 18 Jahre nach Hiroshima, anhand der Eignungstests amerikanischer High-School-Absolventen sichtbar. Sternglass führt diese Abnahme auf die Einnahme von Jod 131 durch die Nahrung zurück, das beim Ungeborenen und dem Kleinkind die Hormonausschüttung der Schilddrüse so stört, daß die Entwicklung der kognitiven Funktionen gehemmt wird. Der mechanistischen Wissenschaftsgemeinschaft fehlt es bei Sternglass‘ Ergebnissen an der „statistischen Signifikanz“.

Wenn da nicht die folgende Meldung vom Februar dieses Jahres wäre:

Vögel, die in der Nähe des ehemaligen Reaktors von Tschernobyl leben, haben im Durchschnitt ein fünf Prozent kleineres Gehirn als Artgenossen aus anderen Regionen. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt „PLoS ONE“. Sie hatten die Gehirne von 550 Vögeln untersucht, die zu 48 Arten gehörten. Am stärksten ausgeprägt war der Effekt bei Jungvögeln. Die Wissenschaftler glauben, daß die radioaktive Belastung eine Ursache für die Gehirnschrumpfung darstelle. Einen genauen Mechanismus dafür können sie allerdings nicht angeben.

In einem Bericht aus dem Jahre 2006 lesen wir, daß in durch Tschernobyl verstrahlten Gebieten die Kinder so geschwächt sind, daß normaler Schulsport kaum noch möglich ist.

Kinder im Alter von zwölf Jahren leiden unter Bluthochdruck und Magenschleimhautentzündungen. Die Radioaktivität schädigt aber auch die Nieren und greift das Nervensystem an. Pathologien der Organe treten auf. Eine hohe Cäsiumbelastung kann bei Kindern zum Grauen Star und zur Sklerose der Blutadern im Auge führen.

Es kommt zu Störungen des Immunsystem und des Hormongleichgewichts. Alleine in Weißrußland sind 600 000 Kinder betroffen.

Die Folgen der Strahlung haben für die Kinder und Jugendlichen noch viele Gesichter: So verzögert sie das Wachstum einerseits und läßt die Menschen andererseits schneller altern. Sie genesen langsamer nach Krankheiten – schuld ist die Immunschwäche, auch „Tschernobyl-Aids“ genannt.

Anfangs glaubte Reich, man könne ORANUR kurativ nutzen, um verborgene Krankheiten hervorzuholen, die man dann „ausleben“ könne, um von ihnen befreit zu werden. Doch stellte sich heraus, daß langfristig ORANUR durchweg einen pathogenen Effekt hat, insbesondere, wenn man sich dem ORANUR-Einfluß dauerhaft nicht entziehen kann.

Aus der Perspektive von Reichs ORANUR-Experiment sind Atomkraftwerke in zweierlei Hinsicht eine Dauer- bzw. eine absolute Katastrophe:

  1. Jedes Kernkraftwerk ist ein Orgonenergie-Akkumulator, in dem jahrein, jahraus ein ORANUR-Experiment stattfindet: „organisches Material“ (Beton) schließt einen Stahlbehälter ein, in dem sich die hochradioaktive Brennstäbe befinden.
  2. Immerhin sitzt das radioaktive Material fest, während sich die Orgonenergie frei bewegen kann. Werden jedoch bei einem Unfall radioaktive Stoffe freigesetzt, kommt es zu einer schockartigen ORANUR-Reaktion, die buchstäblich wie eine Tsunami-Welle über den gesamten Planeten hinwegrollt.

Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem der orgonotische Lebensfunke, geschwächt durch zahllose Dauer-ORNUR-Experimente, nach einem solchen Schlag endgültig erlöschen wird.

Sodom und Gomorrha und der Weg in den Atheismus

17. August 2015

Eins ist dem gepanzerten Menschen vollkommen unbegreiflich und unzugänglich: spontane Bewegung. Es muß für ihn immer einen Auslöser geben, „jemanden“, der den Anschub zur Bewegung gemacht hat und dieser „Jemand“ hat natürlich „seine Gründe“. Dieses gepanzerte Denken äußert sich beispielsweise in Verschwörungstheorien (irgendjemand muß „das alles“ orchestrieren!) und nicht zuletzt im magischen Denken der Religionen vom „Karma“ bis zum „strafenden Gott“ („Es gibt keinen Zufall!“). Wirst du nachst von einer Türkengang zusammengeschlagen und ausgeraubt, ist das nicht eine Sache von falschem Ort zur falschen Zeit, sondern es ist dein „Karma“, die Wirkung vergangener Ursachen. Vielleicht warst du ja in einem Vorleben bei der SA und hast so 1933 gewütet!

Ich verabscheue den Buddhismus. Ich verweise auf den Film Blindsight über blinde Kinder in Nepal. Wie die Kinder von den Einheimischen verachtet und gehaßt werden. Menschen, die leiden, insbesondere aber Blinde, haben das ihrem „schlechten Karma“ zu verdanken, d.h. es ist die Strafe für Verbrechen in vergangenen Leben. Leidende Menschen sind böse Menschen, die entsprechend abschätzig behandelt werden. „Arbeite man schön dein böses Karma ab, du Hund!“

Wir gedenken der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean von vor 10 Jahren. Was war die Ursache? Nein, kein vollkommen sinnloses, zufälliges Naturereignis, sondern Allah hat die Menschen in Aceh, Indonesien „bestraft und gewarnt“. Entsprechend wandten sie sich verstärkt dem Islam zu.

Als vor 5 Jahren es zu dem verheerenden Erdbeben in Haiti kam, hatte ein Moslem folgendes zum Thema zu sagen:

„naja ich weiß nicht was ich dazu sagen soll, Allah subhana wa taaala hat es so gewollt. Ich denke das war eine Strafe an das Volk von Haiti. Aber ich kenne mciht nicht genau aus was in Haiti so passiert ist in den letzten Jahren. Nun machen die Kuffar so ein aufriss und fangen an Spenden zu sammeln was war denn mit gaza? Keiner außer Muslime haben zu Spenden aufgerufen. Und es passieren fast nie Erdbeben in muslim. Länder , außer im Taghut-Staat Türkei und im Rafida-Paradies Iran. Auch einmal gab es in Algerien ein Erdbeben. Sonst immer bei Kuffar. Die meisten Erdbeben sind ja bei den gottlosen Chinesen.“

Ähnliches findet sich im Alten Testament, wo „Gott“ Israel wachrüttelt und die Bösen straft. Man denke nur an das Schicksal von Sodom und Gomorrha. Entsprechend hat der schmierige amerikanische Fernsehprediger Pat Robertson auf das Erdbeben in Haiti reagiert. Es sei, so legt dieser „Christ“ jedenfalls nahe, Gottes Strafe für den satanistischen Voodoo-Kult auf Haiti.

Wie ein Betrachter des Videos schrieb:

Also hat Gott all diese Menschen getötet, um Gerechtigkeit herzustellen. Das ist kein Gott, mit dem ich irgendetwas zu tun haben will.

Leute wie Pat Robertson oder dieses Arschloch, das seine Scheiße zur Atomkatastrophe in Japan absonderte, sind dabei das Christentum zu zerstören. Kein Mensch mit Anstand und Ehrgefühl möchte Teil dieses moralisch verwerflichen Kultes sein.

Doch ist das wirklich das Christentum? Zunächst einmal sagt uns nach christlicher Lehre das Alte Testament so gut wie nichts über Gott, denn der einzige Zugang zum Vater ist der Sohn! Der Sohn hat gesagt, daß die Letzten die Ersten sein werden. Den Leidenden und Verachteten gehört das Himmelreich.

Und wie kann Gott so viel Leid zulassen? Wir leben nicht mehr im Paradies. Mit dem Sündenfall habe ich mich bereits in Christusfunktionalismus (Teil 1) beschäftigt. Hier wäre anzufügen, daß aus christlicher Sicht der Fall des Menschen mit dem Fall der gesamten übrigen Schöpfung einhergeht.

Die Geschichte von Sodom und Gomorrha hat eh eine ganz andere Moral. Derjenige, der sich fragend umschaut, statt nach vorne zu blicken, „erstarrt zu einer Salzsäule“. Wer ausgerechnet Gott die Schuld gibt, wendet sich endgültig von ihm ab.

Aber leitet und bestimmt Gott nicht alles? Er respektiert seine Schöpfung! Gott hat dem Menschen die Willensfreiheit geschenkt und läßt entsprechend auch den Naturgewalten ihren freien Lauf.

Teile ich den christlichen Glauben? Nein! Aber ich kenne den Unterschied zwischen guten und schlechten Religionen.

Funktionalismus und Arbeitsdemokratie, unsere einzige Hoffnung!

8. Mai 2015

Während die Tiere traumwandlerisch eine apokalyptische Katastrophe nach der anderen überleben, tapsen wir fremd und hilflos durch die Welt, als wären wir auf einen fremden Planeten gestrandet.

In Der politische Irrationalismus aus orgonomischer Sicht wird der Volksstamm der Shom Pen auf Groß-Nikobar als Beispiel für ein ungepanzertes Leben angeführt.

Da die von Indien verwalteten Nikobaren und Andamanen direkt beim Epizentrum des verheerenden Seebebens lagen, das Ende 2004 Südasien in Mitleidenschaft gezogen hat, standen diese letzten Rückzugsgebiete einer Menschheit im Naturzustand, sozusagen der Gegenpol Saharasias, damals erstmals überhaupt im Zentrum des Weltinteresses.

In der ARD wurde über die Shom Pen berichtet:

Eine Art „Sechster Sinn“ habe die Völker gerettet, vermuten Ethnologen. (…) Gerettet hat sich z.B. das Volk der Shom Pen auf der Insel Great Nicobar. Angeblich besteht das ganze Volk aus gerade mal noch 200 Clanmitgliedern. Die Jäger und Sammler flohen offenbar in die Berge ihrer Inseln oder kletterten auf Palmen. Die Tier- und Wasserbeobachtungen der Urvölker [aus der sie Anzeichen für die unmittelbar bevorstehende Springflut ablasen] hat die hochtechnisierte Welt ersetzt durch milliardenteure Rechenzentren und Forschungsstationen…

Die Naturvölker leben ein funktionelles Leben (vgl. Interview mit Jerome Eden), d.h. sie leben wirklich in ihrer Umgebung, sind Teil der sie umgebenden Welt, während wir (einschließlich der uns nacheifernden Menschen auf Sri Lanka und in Indonesien) wie hilflose Touristen durch die Landschaften eines fremden Planeten stolpern…

Gnade uns Gott, wenn das weltweite Finanzsystem kollabiert und beispielsweise tatsächlich eine Klimakatastrophe eintreten sollte. Wir können uns weder auf die Stabilität des Klimas, noch der Erdkruste unter uns oder gar die Regelhaftigkeit der Himmelsmechanik verlassen. Seit längerem können wir uns nicht mal mehr darauf verlassen, daß wir abends unbehelligt durch unsere Städte gehen können. Griechenland zeigt uns, daß der „Sozialstaat“ sehr bald kollabieren wird. Das Leben selbst zwingt uns in Kontakt mit uns selbst und unserer Umwelt zu treten. Kontakt! Nichts anderes bedeutet „funktionell“ zu leben. Leider treibt uns das „Ersatzleben“, das wir führen systematisch in die Kontaktlosigkeit.

Die Entwicklungspsychologin Lieselotte Ahnert wurde im Spiegel gefragt, was sie denen antwortet, die die Kinderkrippe in den ersten drei Lebensjahren für widernatürlich halten. Das sei, so Ahnert, Unsinn. Es gäbe kein naturgegebenes Betreuungssystem. Dabei verweist sie auf zwei Naturvölker: die Efe-Pygmäen in Zentralafrika und die !Kung-Buschmänner in der Kalahari. Die Efe würden ihre Säuglinge „von Schoß zu Schoß weiterreichen“.

So ein Efe-Baby verbringt manchmal nur ein Fünftel der Zeit bei der leiblichen Mutter und hat im Schnitt 14 Betreuerinnen. Einige der Frauen stillen es sogar. Wir sehen aber auch Mütter wie die der !Kung (…), die ihre Kleinen drei Jahre lang praktisch immerzu am Körper tragen. Was ist jetzt das Natürliche?

Ganz offensichtlich ist der zentralafrikanische Urwald eine vollkommen andersgeartete Umgebung als die südwestafrikanische Wüste. Entsprechend haben sich die Pygmäen und Buschmänner an ihre Umwelt angepaßt, inklusive was den Umgang mit Säuglingen anbetrifft.

Hier zeigt sich der Unterschied zwischen der mechanistischen und der funktionellen Lebensauffassung. Obwohl Ahnert selbst ausdrücklich betont, die Efe würden ihre Säuglinge „von Schoß zu Schoß weiterreichen“ und diese dabei, so Ahnert, „sogar“ gestillt werden, bleibt sie doch vollkommen abstrakt und „mechanisch“ an dem nebensächlichen Umstand haften, daß die Efe-Mütter anders als bei den !Kung ihre Säuglinge aus der Hand geben. Dabei übersieht sie ganz das Wesentliche: den engen Körperkontakt, der sowohl bei den Efe als auch bei den !Kung gegeben ist. Aus funktioneller Sicht gibt es demnach gar keinen Unterschied, d.h. keinen wesentlichen Unterschied, im Umgang mit Säuglingen: sie bleiben stets in engem Körperkontakt.

Es ist vollkommen hoffnungslos mit Leuten wie Ahnert zu diskutieren.

Der amerikanische Sozialwissenschaftler John McKnight beschreibt in seinem Buch The Careless Society: Community and its Counterfeits, wie die Behörden mit all ihren Sozialprogrammen nachweislich zum sozialen Chaos, zur wachsenden Armut und Kriminalität beitragen, statt sie einzudämmen. Verschärft wird der Trend dadurch, daß, dank Arbeitsplatzabbau in der Industrie, Jobs im sozialen Dienstleistungsgewerbe immer attraktiver werden. Ein neuer Markt wird erschlossen und immer neue Bedürfnisse ausgemacht, unabhängig davon, ob es sie wirklich gibt. Aufgaben für die einst Nachbarschaft und Familie zuständig waren, werden zur ökonomischen Grundlage einer neuen sozialen Schicht.

Die Folgen verdeutlicht McKnight anhand einer faszinierenden Parabel. Als die amerikanischen Pioniere die Prärie erreichten, waren die alten gußeisernen Pflüge nicht mehr zu gebrauchen. Deshalb entwickelte 1837 ein gewisser John Deere den ersten selbstreinigenden Stahlpflug, mit dem man wie mit einem Messer durch die klebrige Erde schneiden konnte. In dem County in Wisconsin, in dem McKnight lebt, wurden die bodenständigen Sauk-Indianer von den Siedlern, die die Prärie mit dem neuen Pflug urbar machen wollten, in die Reservation verdrängt, wo sie sehr schnell die alten Anbaumethoden vergaßen. Der Landstrich hatte die Indianer über unzählige Generationen hinweg ernährt, doch nun war der Boden dank des agronomischen Fortschritts in einem Zeitraum von nur 30 Jahren ausgelaugt, so daß viele der Siedler weiterziehen mußten. McKnight faßt das Geschehen dahin zusammen, daß John Deeres Erfindung innerhalb einer Generation drei Wüsten produziert hatte: Wisconsin, die Reservation und das geistige Erbe der Indianer.

Zwar habe Wisconsin sich durch den Übergang zur Milchviehwirtschaft wieder erholt, aber heute bräche über Sauk County eine neue verheerende Invasion herein. Die Sozialbürokratie schicke bereavement counselors (Trauerbeistände) ins Land, die mit einer eigens entwickelten „Trauertechnik“ nun jenen beistehen, die einen ihrer Lieben verloren haben. Vor dem Auftauchen der Trauerarbeiter standen Nachbarn und Verwandte den Hinterbliebenden bei. Durch Teilen der Trauer und die gemeinschaftlichen Zeremonien war ein Todesfall etwas, das die Gemeinschaft enger zusammenschweißte und vermehrte Kraft zum Weitermachen schenkte. Doch nun werde, so McKnight, der Hinterbliebene den Trauerarbeiter mit einem Freund verwechseln und die Menschen, die dafür schließlich ihre Steuern zahlen, auf ihr Recht zur professionellen Trauerbegleitung pochen. Aus Angst, die Arbeit des professionellen Trauerarbeiters zu stören, werden die Nachbarn nicht mehr vorbeischauen.

McKnight schließt:

Das neue Werkzeug der Berater wird durch die Sozialstruktur schneiden und Verwandtschaft, Beistand, nachbarschaftliche Verpflichtungen und das gemeinschaftliche Erleben und Verarbeiten beiseiteschieben. Wie John Deeres Pflug werden die Werkzeuge der Trauerberatung eine Wüste hinterlassen, wo einst eine Gemeinschaft blühte.

Man sieht, wie abstrakte Zielvorgaben das lebendige Leben zerstückeln und zerstören.

Wisconsin war nur Teil einer den ganzen Kontinent in Mitleidenschaft ziehenden Entwicklung, die erst richtig ingang kam, als nach dem Ersten Weltkrieg die US-Regierung ein gigantisches farming program zur Industrialisierung der Landwirtschaft ins Leben rief, um Getreideexporte im großem Stil möglich zu machen. Die Agrarindustrie brach über den Mittleren Westen herein und verwandelte die vielfältige Landschaft in eine großflächige Getreidemonokultur. Viele Monate im Jahr waren die von schweren Traktoren, Mähdreschern und Motorpflügen malträtierten Böden ungeschützt der Witterung ausgesetzt. Eine große Dürre tat ein übriges und die Katastrophe war da. Staubgeschwängerte „schwarze Blizzards“ trugen die fruchtbare Bodenkrume bis nach New York.

In einem kleineren Maßstab kann man heute ähnliches in Spanien und Portugal beobachten, wo die EUdSSR mit unseren Steuergeldern riesige Flächen irreparabel zerstört. Nutznießer sind letztendlich nur die Agrarindustrie, die Großbanken und die perfekt abgesicherten Bürokraten. In Deutschland geschah in den letzten 80 Jahren ähnliches, nachdem die Nationalsozialisten die „Flurbereinigung“ eingeführt hatten. Nur das feuchte mitteleuropäische Klima hat verhindert, daß aus unseren ausgeräumten Agrarsteppen Wüsten geworden sind. Die dilettantische Agrarpolitik der EUdSSR hat ein Übriges getan, um aus weiten Teilen des flachen Landes eine öde Sozialbrache zu machen. Und die Krankheit breitet sich, via Exportsubventionen, weiter aus in alle Welt durch Zerstörung der bodenständigen Agrarmärkte.

All diesen malignen Erscheinungen liegt ein Nenner zugrunde: das lebendige Geschehen wird in das Prokrustesbett lebensfremder Pläne gezwängt. Was dergestalt allgegenwärtig auf diesem Planeten passiert, wird wohl am ehesten anhand des Mussolinis der Karibik deutlich, der Kuba wie eine große Hazienda leitet und dessen Landwirtschaftspolitik zu einer beispiellosen ökologischen und ökonomischen Katastrophe geführt hat. Castro wird ein in jeder Hinsicht restlos zerstörtes Eiland hinterlassen. Bekannter ist, was Mao in China angerichtet hat oder Chruschtschow in Mittelasien. Man ist erschüttert über den Kommunismus, ohne zu ahnen, daß er nur die grotesk überzeichnete Karikatur unserer eigenen hoffnungslosen Lage darstellt. Zum Beispiel läßt sich mit einiger Sicherheit voraussagen, daß dank der Saatgutmultis die Standardisierung des (mittlerweile nicht nur sortenreinen, sondern auch erbgleichen) Saatgutes eines Tages für eine globale Katastrophe unausdenkbaren Ausmaßes sorgen wird, da durch die Uniformierung Erreger aller Art ein leichtes Spiel haben. Dann wird es auch keine Alternativen mehr geben, mit deren Hilfe man neu anfangen könnte…

Angesichts der Globalisierung der Wirtschaft (was freier Welthandel bedeutet, kann man ermessen, wenn man an die paradoxe Wirkung importierter Arten auf die heimische Artenvielfalt denkt), angesichts wachsender Fremdbestimmung durch parasitäre und inkompetente nationale und gar internationale Administrationen und multinationale Konzerne, dem Wechsel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft und der kontaktlosen „Virtualisierung“ aller Lebensbezüge läßt sich prognostizieren, daß sich die Verwandlung der Erde in einen Wüstenplaneten beschleunigen wird. Die einzige Überlebenschance ist die radikale arbeitsdemokratische Reorganisierung der Gesellschaft von unten nach oben.