Posts Tagged ‘Waldsterben’

„Natur“ und „Unnatur“

4. August 2026

Man kann den menschlichen Organismus (die Biologie) unmöglich vom zivilisatorischen Umfeld trennen. Genausowenig wie man einen Einsiedlerkrebs von der Blechdose trennen kann, die seinen Hinterkörper schützt. Aus dieser Sicht ist es egal, ob z.B. ein Splitter, der in die Unterhaut eindringt, von Makrophagen aufgefressen oder von Chirurgen entfernt wird. Von der Funktion her gibt es nämlich keinen Unterschied zwischen der Instanz „Immunsystem“ mit dessen Angestellten (den Makrophagen) und der Instanz „Krankenhaus“ und dessen Angestellten. Die einzige Frage, die zählt, ist, ob die für den Organismus lebensnotwendige Funktion erfüllt wird oder nicht. So gesehen geht etwa die Frage, ob ein Tumor „natürlich“ abgebaut wird oder „unnatürlich“ chirurgisch beseitigt wird, vollkommen am Kern des Problems vorbei. Diese Trennung von Natur und Zivilisation ist selbst ein zivilisatorisches Kunstprodukt.

Das Lehren uns die beiden großen Funktionalisten Wilhelm Reich und Hans Hass: aus funktioneller Sicht sind Gegensätze wie biologische Selbstregulation vs. zivilisatorischer Eingriff, oder selbstherrliches Individuum vs. universalistischer Gruppenzwang vollkommen künstlich und lenken nur von der wirklichen Fragestellung ab. Und diese wirkliche Fragestellung lautet schlicht und ergreifend: Leben oder Tod?

Es geht darum die orgonotische Pulsation zu steigern. Dies kann sogar bedeuten gegen die „Natur“ zu arbeiten. Zum Beispiel gilt es die Sexualität endgültig von der Fortpflanzung zu trennen, d.h. durch bessere Verhütungsmittel von der „Biologie“ zu befreien. Etwas „Unnatürlicheres“ als Verhütung kann man sich wohl kaum vorstellen. Auch könnte ich mir Eingriffe in die Keimbahn vorstellen, um alle Erbkrankheiten endgültig auszumerzen. Auch sehe ich nicht ein, daß es fürderhin objektiv unattraktive Menschen geben sollte. Es ist dem Lebensprozeß inhärent, daß wir uns von den Evolutionsgesetzen befreien und eine neue Rasse züchten, über den Menschen hinaus. Seit dem letzten Jahrhundert ist die natürliche Auslese ohnehin außer Kraft gesetzt, so daß von „Natürlichkeit“ keine Rede mehr sein kann, und wenn wir nicht entarten wollen, muß etwas Neues an ihre Stelle treten. Solange der weiteren Entfaltung der Genitalität gedient wird, ist alles erlaubt, wobei, frei nach Reich, dabei der Weg identisch mit dem Ziel sein muß.

Um die Zukunft zu sichern, d.h. keine Frankensteins an die Keimbahn heranzulassen, ist es notwendig, daß es neben der Orgonomie keine andere „Weltsicht“ geben darf. Und das meine ich vollkommen ernst. Alles andere ist Verrat am Lebendigen. Es geht hier nicht um größenwahnsinnige Weltherrschaftspläne, sondern schlicht und ergreifend darum, daß anstelle der mechanistischen Wissenschaft der orgonomische Funktionalismus zu treten hat. Und das ist nicht so unrealistisch, wie es klingt. Man denke nur daran, wie in ihrem Bereich, d.h. auf atomarer Ebene, praktisch von heute auf morgen die Quantenmechanik die klassische Mechanik weltweit verdrängt hat. Das geht wahnsinnig schnell. Erinnert sei daran, wie vor nicht langer Zeit ganz real von einem Tag zum Tag anderen die gesamte etablierte Theorie über Magengeschwüre umgestoßen wurde. Täglich liest man, daß dank neuer Beobachtungen, Experimente, Erkenntnisse irgendwelche bisherigen Theorien hinfällig geworden sind.

Egal wie technologisch fortgeschritten und „unnatürlich“ wir sind, wir bleiben Teil der Natur. Die einzige Frage ist, um mit Reich zu reden, ob wir „charakterologisch und neurotisch krank (sind), deformiert und (nicht) funktionieren im Sinne der Naturgesetze“ (Reich über Freud, S. 86). Wir müssen von der individuellen (Genitalität) und gesellschaftlichen (Arbeitsdemokratie) Panzerstruktur wieder Teil der Natur werden (orgonomischer Funktionalismus).

Ein gutes Beispiel für fehlgeleitete „Natürlichkeit“ war das „Waldsterben“: ein bloßer Mythos. Er beruhte einfach darauf, daß es in Mitteleuropa seit über 1000 Jahren nicht mehr soviel Wald gab, daß dieser Wald hoffnungslos überaltert ist und daß ein Großteil der Bäume nicht dort stehen, wo sie eigentlich hingehören. Natürlich stirbt der Hochwald ab, wenn dort Bäume aus dem Flachland angepflanzt wurden, und natürlich sterben Nadelbäume dort ab, wo natürlicherweise Laubbäume wüchsen. Und was etwa Waldbrände in Amerika betrifft: sie sind ein Produkt der Feuerbekämpfung in den letzten Jahrzehnten! Als die ersten Weißen nach Amerika kamen, waren sie baß erstaunt, wie „aufgeräumt“ doch die Wälder waren, ohne viel Unterholz und sehr licht (das Gegenteil der wilden Urwälder im feuchten Mitteleuropa). Das war so, weil diese Wälder regelmäßig durch Blitzschlag Feuer fingen, was sie licht hielt. So konnte es mangels Brennholz am Boden nie richtige Feuerkatastrophen geben. Dann kamen in diesem Jahrhundert die weißen „Umweltschützer“ und haben diese sporadischen natürlichen Waldbrände jeweils gelöscht. D.h. die Wälder wurden dicht und voll Unterholz – und je mehr man die immer schlimmer werdenden Feuerkatastrophen eindämmt, desto verheerender werden sie. Und das Tragische ist, daß die heutigen Großfeuer die Wälder tatsächlich irreparabel schädigen. Es gibt also keine schlimmeren Verbrecher als Feuerlöscher. Das ist mein Credo: je mehr Waldsterben und Waldbrände (wenn es nicht eh schon zu spät für gesunde Feuer ist) desto besser.

Orgonomisches zum Atomstreit

1. August 2015

Ich halte die Atomdebatte für ziemlich blödsinnig. Da wäre zunächst einmal die Frage nach dem Endlager. In spätestens hundert Jahren werden wir in der Lage sein, radioaktive Stoffe in nichtradioaktive umzuwandeln. Und was die Castor-Transporte angeht: also ich würde die Polizei zurückziehen und den Demonstranten viel Spaß mit den Castoren wünschen!

Das Problem der Kernkraft sind weder Endlagerung noch die Gefahr eines Supergaus ausgerechnet in Deutschland, sondern schlicht die Radioaktivität selbst. Kurzfristig sind beispielsweise Castor-Transporte „ORANUR“-Ereignisse, die die atmosphärische Orgonenergie in einen Zustand krankhafter Überexpansion versetzt, während um die Atomkraftwerke und Zwischenlager selbst langsam aber sicher die Orgonenergie abstirbt, d.h. sich in DOR umwandelt.

Ich möchte in diesem Zusammenhang auf eine 25 Jahre zurückliegende Arbeit von Günther Reichelt und Roland Kollert verweisen: Waldschäden durch Radioaktivität (Karlsruhe 1985).

Den beiden Autoren zufolge geht die hohe Waldsterbensrate um kerntechnische Anlagen nicht direkt auf die radioaktive Emission zurück, sondern auf eine akkumulative synergistische Wechselwirkung mit konventionellen Schadstoffen wie SO2 oder NOx.

In diesem Zusammenhang ist die Untersuchung der Walschäden in der Umgebung der früheren Kobalt-Silbermine „Sophia“ bei Wittichen besonders aufschlußreich. Die Grube war zwischen 1703 und 1856 in Betrieb. Die Abraumhalden sind uranhaltig und heute noch radioaktiv. Gleichwohl wuchsen in der Umgebung mindestens 150 Jahre lang berühmte gute Fichten und Tannen. 1962 wurden die ersten Schadsymptome der Forstbehörde gemeldet. Heute gibt es in der Gegend von Wittichen kaum noch eine über 60jährige gesunde Fichte oder Tanne, selbst die Jungwuchsbestände sind schwer geschädigt.

Die Autoren vermuten, daß die Kombination der jeweils alleine nicht wirksamen Faktoren, also Radioaktivität und Luftschadstoffe, zu den Waldschäden geführt hat. Daß also „die Radioaktivität der Halden zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung“ für die auftretenden Waldschäden ist.

Aus orgonomischer Sicht ist auf den allgemeinen DOR-Notstand zu verweisen, der sich, ähnlich wie ein Krebsgeschwür im Organismus, an schon vorgeschädigtem „Gewebe“ fokal manifestiert, bevor es letztendlich zu einem umfassenden atmosphärischen Desaster kommt.

Erinnert sei an die Akkumulation von DOR-Wolken über Orgonon Monate nachdem der ORANUR-Versuch abgebrochen worden war! Erinnert sei auch an Reichs Gleichung aus Das ORANUR-Experiment II (Contact with Space):

Großstädte + chemische Abfallprodukte + sterbende Natur + Ea + DORisierte Gesundheitsbeamte (…).

Interessant ist in diesem Zusammenhang die aktuelle Diskussion über Fracking, bei dem große Mengen an giftigem und radioaktivem Schlamm anfallen. Generell geht die Förderung von Erdöl mit einer horrenden radioaktiven Belastung einher!

Es geht dabei um mit Radium 226, Polonium 210 und anderen gefährlichen Stoffen versetzte Schlämme, die bei der Öl- und Gasförderung mit an die Oberfläche gelangen. Man bezeichnet sie auch als „NORM-Stoffe“ (naturally occurring radioactive material). Diese radioaktiven Stoffe finden sich in den Tiefen der Erde, aber an der Erdoberfläche sind sie alles andere als „natürlich“ und schon gar nicht in diesen Konzentrationen!

Im Gegensatz zum Uran selbst ist Radium leicht wasserlöslich. Zusammen mit dem Wasser, das bei jeder Öl- oder Gasförderung zwangsläufig an die Oberfläche gelangt, wird das Radium aus der Tiefe der Erdkruste geholt. Es lagert sich in Form von Krusten, sogenannten Scales, in den Förderrohren ab und sammelt sich als Schlamm in Filtern, Pumpen, Kesseln und anderen Produktionsanlagen.

Aus orgonomischer Sicht ist dazu das gleiche zu sagen wie bei Unfällen in Atomkraftwerken, bei denen radioaktive Stoffe entweichen: Bis auf das Radon-Gas, (ein Zerfallsprodukt von Radium 226, das sich in Kellergewölben gefährlich konzentrieren kann), sind die radioaktiven Stoffe gut im Erdinneren aufgehoben. Im Laufe der Jahrmillionen ist es zu einem Gleichgewicht zwischen der frei beweglichen atmosphärischen Orgonenergie (OR) und dem immobilen, in tiefen Gesteinsschichten gefangenen Nuklearmaterial (NUR) gekommen. Indem diese Materialien an die Erdoberfläche befördert werden, dazu noch in künstlich angereicherter Form, verschiebt sich das Gleichgewicht zu Ungunsten der Orgonenergie und es kommt zu einer ORANUR-Reaktion (OR Against NUR).

Dies verschlimmert insbesondere in den Hauptfördergebieten des Nahen Ostens (dem Kern Saharasias!) die ohnehin schon horrende DOR-Belastung und führt global zu einer Verschlimmerung des DOR-Notstandes – ganz ohne Atomindustrie.