Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 83)

3. Oktober 2023

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Ausgerechnet Edmund Burke hat, Murray Rothbard zufolge, „vielleicht als erster den modernen rationalistischen und individualistischen Anarchismus zum Ausdruck gebracht“, seine anonyme „Jugendsünde“ A Vindication of Natural Society, 1756. Das galt gemeinhin als eine „eindeutige“ Satire, doch es blieb immer ein Rest von Unsicherheit und Doppelbödigkeit, der jeden Interpreten verunsichert hat. Burke erinnert mich etwas an Nietzsche, aber ich kann mir nicht recht vorstellen, daß Burke LaMettrie kannte, bzw. dessen Bedeutung erkannt hat.

Bezieht sich Burke im folgenden (u.a.) auf LaMettrie?

Da der Kontroversgeist sehr leicht auf gewaltsame Mittel denkt, so fingen sie an, sich zu einer Korrespondenz mit fremden Fürsten zu drängen in der Hoffnung, daß sie durch das Ansehen derselben, welchem sie damals auf alle Weise schmeichelten, die Änderungen, mit denen sie umgingen, zustande bringen würden. Es war ihnen völlig gleichgültig, ob diese Änderungen durch den Donnerkeil des Despotismus oder durch das Erdbeben eines Volksaufruhrs bewirkt wurden. Der Briefwechsel dieser Sekte mit dem verstorbenen König von Preußen wirft kein geringes Licht auf den eigentlichen Geist aller ihrer Unternehmungen. (Ich möchte die Gefühle des moralisch empfindenden Lesers mit keinem Zitat aus ihrer niedrigen und vulgären Sprache sowie ihren Flüchen schockieren.) (Betrachtungen, Suhrkamp 1967, S. 182).

Im Zusammenhang diskutiert Burke „das Bündnis der Gelehrten in Frankreich mit den Geldbesitzern“, also wird er kaum auf LaMettrie anspielen. Erinnert irgendwie an den Reich der 1950er Jahre: „Wall Street und Moskau“. Das wird sich wohl auf Voltaire beziehen, dessen Briefwechsel mit Friedrich II damals schon veröffentlicht wurde.

Burke, dergestalt vorher eher als „Linker“ und „klassischer Aufklärer“ bekannt, benutzte den Begriff „Vorurteil“, um seine vorgeblichen „Mitaufklärer“ zu schocken. Um was es ihn dabei wirklich ging, war eine Art „Aufklärung über die Aufklärung“: der Mensch lebt nicht im Kopf allein, man darf die irrationale Seite des Menschen nicht vergessen. Alles ganz entsprechend zu Reichs Kritik am „Vulgärmarxismus“.

Im übrigen ist mir durchaus klar, daß Burke wenig mit Reich verbindet. BSA (siehe Teil 82) und LSR nicht nur in vielem „funktionell identisch“ sind, sondern gleichzeitig auch antagonistische Gegensätze. Man nehme etwa Burkes „anti-Stirnerschen“ Ausfälle in seinen Betrachtungen:

Einer der ersten Beweggründe, eine bürgerliche Gesellschaft zu errichten, und eine der ersten Fundamentalregeln einer solchen Gesellschaft ist, daß niemand Richter in seiner eigenen Sache sein soll. Vermöge dieses Grundgesetzes entsagt jeder einzelne unmittelbar dem ersten Fundamentalrecht des unverbündeten Menschen, für sich selbst zu entscheiden und seine Sache nach eigner Willkür durchzufechten. Er entsagt allen Ansprüchen auf die natürliche, unbeschränkte Souveränität über seine Handlungen. Er gibt sogar, wenn auch nicht gänzlich, doch im großen Maße, das Recht der Selbstverteidigung, das älteste Gesetz der Natur, auf. Der Mensch kann nicht die Rechte eines ungesellschaftlichen und eines gesellschaftlichen Zustandes zu gleicher Zeit genießen. Damit nur Rechte überhaupt gelte, tut er Verzicht auf seine Befugnis zu bestimmen, was gerade in den Punkten, die für ihn die allerwesentlichsten sind, Recht ist. Damit er nur über einen Teil seiner Freiheit wahrhaft disponieren könne, legt er die ganze Masse derselben in den gemeinschaftlichen Schatz der Gesellschaft. (ebd., S. 106f)

Nun gut, daß ist gerade noch tolerabel und entspricht sogar fast wörtlich vielem, was im Journal of Orgonomy zu soziologischen Fragen zu lesen ist, es entspricht vielleicht auch dem, was Laska als „rationales Über-Ich“ bezeichnet hat… Aber es geht weiter und Burkes pessimistische Anthropologie kommt zum Vorschein, die nun wirklich mit LSR unvereinbar ist: „… Der Mensch hat ein Recht zu verlangen, daß seinen Bedürfnissen durch menschliche Weisheit abgeholfen werde. Unter diesen Bedürfnissen ist eins der dringensten, daß es für menschliche Leidenschaften, die im außergesellschaftlichen Zustande schrankenlos wüten, einen Zügel gebe“ (ebd. S. 108).

Warum ich trotzdem für BSA eintrete? Man nehme einen Mann wie den Schriftsteller Walter Kempowski (1929-2007), der als typischer „BSAler“ sich in seiner publizistischen Tätigkeit nicht für hehre Geschichtstheorien interessierte, sondern für die unendlich kostbaren Alltagserfahrungen des Mannes von der Straße. Kempowski, der als ehemaliger Lehrer aus seinem Kontakt mit dem Leben heraus gegen die ach so grandiose Bildungsreform mit ihren Lernfabriken anging – die uns nach 50 Jahren eine Generation von Vollidioten beschert! Es ist die BSA-Empörung gegen die (pseudo-) intellektuelle Schweinerei, gegen die weltfremde Infamie, gegen die hochnäsige Dummheit. Ich hätte beinahe geschrieben: „der heilige Zorn des Lebendigen“. Tatsächlich heißt ein bekanntes Buch über Burke The Rage of Edmund Burke. Es ist der Haß auf jene, die weder dieses Land lieben, noch seine Menschen und schon gar nicht die Kinder, sondern nur stur und unmenschlich ihre verqueren abstrakten Ideen von „Chancengleichheit“, „Emanzipation“, „Gender“, etc. nachgehen.

Mir geht es darum, wie man um Himmels willen LSR „legitimieren“ kann, d.h. heimisch machen kann in einer Anti-LSR-Welt. – Will ich praktisch werden? Mir geht es bei meiner Beschäftigung mit BSA um die theoretische Möglichkeit einer praktischen Durchsetzung von LSR.

David Holbrook, M.D.: Liebe, Mut, Kontrolle, Direktheit, Spekulationen über die Motive, Masochisten, Religion, Lebe!

2. Oktober 2023

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Liebe braucht Mut

Kontrollieren oder nicht kontrollieren: Ist das die Frage?

Direktheit

Über Spekulationen über die Motive von Menschen, Paraphrasieren und darüber, daß politische Diskussionen manchmal auf Projektionen beruhen

Die Emotionelle Pest macht Menschen zu Masochisten

Die der religiösen Erregung innewohnende Verzerrung

Lebe!

DER ROTE FADEN (Band 2): 33. Sigmund Freud, Constantin Vlad, Wilhelm Reich

1. Oktober 2023

DER ROTE FADEN (Band 2): 33. Sigmund Freud, Constantin Vlad, Wilhelm Reich

Marx und Nietzsche

30. September 2023

Es wird immer wieder versucht Marx und Nietzsche zu vereinigen und so die Widersprüchlichkeiten der europäischen Aufklärung aufzulösen und auf diese Weise diese zu vollenden. Wohlan:

Was macht das Verständnis von Bernd A. Laskas LSR-Projekt so schwierig? Die vermeintlichen „Mitaufklärer“ insbesondere Stirners, haben praktisch nie mit offenen Visier gefochten, sondern fast ausschließlich hochmanipulativ. Beispielsweise hat Marx den Stirnerschen „Eigner“ nicht frontal angegriffen, sondern sozusagen von hinten rum „ent-eignet“, d.h. zu einem Ensemble klassen-gesellschaftlicher Beziehungen gemacht, während umgekehrt Nietzsche aus dem Eigner einen „Enteigner“ machte, d.h. eine Karikatur dessen, was ohnehin die Klassengesellschaft bestimmt. Bei Marx wird der Eigner zu einem „kleinbürgerlichen“ Naivling, der keine Ahnung hat, an welchen Marionettenschnüren er baumelt. Bei Nietzsche wird der Eigner zur rücksichtslosen „blonden Bestie“, die sich alles gewaltsam aneignet, aus dem angeeigneten eine neue Synthese erzwingt, um dergestalt über den Menschen hinauszuwachsen. Mit anderen Worten: es geht um Zucht und Züchtung und nicht zuletzt um Züchtigung – genauso wie beim vollkommen vergesellschafteten Menschen bei Marx.

Aber genau das ist der Stand der „Aufklärung“, wie sie heute von der meinungsbildenden „antibiologistischen“ Intellektuellenklasse vertreten wird. Es geht schlicht um die Selbstermächtigung einer Nomenklatura, die die Massen „dekonstruiert“, um sie zu einer formbaren „Masse“ zu machen. Man schaue sich doch die moderne Kindererziehung an von der Krippe an aufwärts mit all dem Vegan-, Gender-, Antirassismus- und Klimawahn und der damit einhergehenden kompletten Verblödung von neuen Generationen von „Menschen“, die immer mehr wie leere Hüllen wirken, die sich von einer kleinen Machtelite an der Nase rumführen lassen und schier ausrasten, wenn man es wagt, diese „Elite“ zu kritisieren: dann bist du ein „Schwurbler“ und Schlimmeres.

Marx reduzierte den Menschen auf den Klassenkampf, Nietzsche auf den Rassenkampf. Die Synthese aus beidem finden wir heute beispielsweise im „Intersektionalismus“ und seiner vermeintlichen Entlarvung von Klassismus, Sexismus, Rassismus, Spezie-ismus, Able-ismus etc. durch die eine Hierarchie der Opfer konstituiert wird, an deren Spitze die mittellose körperbehinderte schwarze Lesbe steht, die sich als Ozelotweibchen identifiziert und nach einem Schlaganfall nur noch maschinell unterstützt atmen und kommunizieren kann. Dabei sind die wirkliche Elite an der Spitze natürlich jene intersektionalistischen Linken, die die vermeintlich wahren Interessen dieses Transozelotcyberweibchens vertreten!

Es sind diejenigen, die noch vor wenigen Jahren ihr Zucht-, Züchtungs-, Züchtigungsprogramm offenbarten, als sie uns sagten, wir sollen uns auf eine urbanere und buntere Zukunft einstellen, in der das Zusammenleben hart und brutal sein wird und das Miteinander täglich neu ausgehandelt werden muß. Jetzt sagen sie uns ganz offen nicht nur, was wir sagen dürfen, sondern sogar was wir FÜHLEN sollen. Ich höre jetzt auf, weil ich sonst etwas schreibe, was ich bereuen werde. FUCK YOU!

Der LaMettrie-Werbetag im NACHRICHTENBRIEF!

29. September 2023

Anfang 1740er Jahre kam es bei dem bretonischen Arzt Julien Offray de La Mettrie zu einer wachsenden Entfremdung gegenüber medizinischen Lehrmeinungen, die sich, wie es weiter in dessen von Ursula Pia Jauch verfaßten Monumentalbiographie Jenseits der Maschine (S. 132f) heißt, in eine Distanz zu metaphysische Dogmen ausdehnen sollte. Ausgangspunkt war das Totalversagen der Medizin angesichts der damaligen Seuchen, die teilweise ganze Dörfer auslöschten.

Zuvor hatte er ein Jahrzehnt darum gerungen, durch medizinische Aufklärung der Kollegen und des breiten Publikums die Welt zu verbessern. Doch schließlich sieht La Mettrie keinen Sinn mehr darin, „weiterhin mit allen Mitteln um das Leben einzelner Patienten zu kämpfen, während doch die ‚hohe‘ Fakultätsmedizin aus ihrem Jahrhundertversagen angesichts der bretonischen Choleraepidemie keine besonderen Konsequenzen abzuleiten für nötig erachtet“.

LaMettries Desillusionierung angesichts einer körperlichen Seuche geht dergestalt unmittelbar in seine Registrierung der seelischen Seuche über. Es geht um die Emotionelle Pest, deren Bekämpfung ab nun in den Mittelpunkt von LaMettries aufklärerischen Arbeit tritt. Wie sich das gestaltete und zu welchen Schlußfolgerungen er gelangte, ist in den von Bernd A. Laska übersetzten und jeweils ausführlich eingeleiteten vier Hauptwerken LaMettries nachzulesen:

DER MENSCH ALS MASCHINE, XL+100 S., 12.00 EURO

ÜBER DAS GLÜCK oder DAS HÖCHSTE GUT („ANTI-SENECA“), XXIX+162 S., 18.00 Euro

PHILOSOPHIE UND POLITIK, XIV+118 S., 12.00 Euro

DIE KUNST, WOLLUST ZU EMPFINDEN, XXX+125 S., 15.00 Euro

Informationen zu Bestellungen und Nachfragen folgen demnächst.

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 82)

28. September 2023

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Max Stirner von konservativer Warte? Nehmen wir Edmund Burkes klassische Betrachtungen über die Französische Revolution, die eine brillante Verteidigung der Institution der Erbmonarchie und anderer „Vorurteile“ darstellen. Burke positioniert hier die Legitimität der Vorurteile gegen die „rationalen“ Kopfgeburten der französischen Aufklärer. Damit inspirierte er den Freiherrn vom Stein und dessen Mitarbeiter und späteres Mitglied der Paulskirche Ernst Moritz Arndt. Dieses Dreigestirn („BSA“) meine ich, wenn ich von „Konservativen“ spreche. Es sind jene, die die absolutistische Tyrannei aufbrechen wollten (und es auch praktisch getan haben), indem sie die Legitimität wiederherstellten: der preußische Staat zog sich (praktisch einmalig in der Weltgeschichte) vollkommen aus der Gesellschaft zurück, die Gemeinden erhielten ihr Recht zurück, sich selbst zu verwalten, etc. Nichts weltbewegendes, aber genau jenes Maß an Freiheit („Wahrheit“), die die Strukturen der Menschen noch gerade so eben aushalten konnten. Der Weg in die richtige Richtung: Dezentralisierung ohne „krebsigen“ Zerfall, Selbstverantwortung und Selbstbestimmung ohne „krebsiges“ Chaos, Demokratie ohne „krebsige“ Verantwortungslosigkeit.

Die Gegner von BSA waren die verdammten Wahrheits- und Freiheitskrämer mit ihren heeren Ideen. BSA ist zwar nicht gerade aufregend, nicht weltbewegend, nicht sexy, aber es ist der erste Schritt hin zu mehr Lebensfreude (weil es buchstäblich der Weg zurück zur Erde ist, weg von den hehren Ideen), zu mehr „Einzigkeit“ (weil nicht mehr die Idee der „Freiheit“ der Leitfaden ist, sondern das praktische Leben), zu mehr Arbeitsdemokratie.

Nehmen wir mal an, die Stirnerity würde sich durchsetzen. Wäre sie wirklich tragfähig? Wäre das nicht vielleicht ein ziemlich lustloser Haufen, der fatal an jene Pseudo-Stirnerianer im Paris der 1940er und 1950er Jahre erinnern würde: die grämeligen, kreidebleichen, schwarz-in-schwarz gekleideten Existentialisten, die „aus sich heraus ihre selbstverantwortete eigene Welt schaffen“ (oder so)? – Ich meine, wann kommt in einem „Verein“ (von der Betriebsfeier, über die Dorffeier bis zum Fest der Pygmäem im Kongo) wirklich genuine gemeinsame verbindende buchstäblich ansteckende Lebensfreude auf? Wenn der gemeinsamen Tradition gedacht und diese „Vorurteile“ (die für den Außenstehenden vollkommen gaga sind) zelebriert werden! Wenn es über Kopfgeburten, gemeinsame „kalte Interessen“ und Unverbindlichkeiten hinausgeht, d.h. wenn die gemeinsame Einzigkeit gefeiert wird. Identität. Legitimität. „Justified and ancient!

Linke/Liberal und Konservative (BSA) sind eben nicht die gleiche Kategorie. Auf BSA kann man nicht „hereinfallen“!

Desgleichen mit der „Wissenschaft“: man kann auf den „Szientismus“ hereinfallen, aber eben nicht auf die Wissenschaft. Das eine ist ein Wahngebilde (und gerade die moderne „Wissenschaft“ entwickelt sich immer mehr zu einem solchen bloßen Wahngebilde, das jeden bezug zur Wirklichkeit verliert) – das andere ist Faktizität.

LSR (die totale Gegnerschaft) und BSA („Legitimität“) gehören zusammen: ohne das „anti-aufklärerische“ BSA kann sich die Aufklärung (LSR) nie durchsetzen. Ja sie darf sich sogar nicht (ohne BSA) durchsetzen! (Siehe oben alles zusammengenommen.)

Faschismus ist Ausdruck der Mittleren Schicht. Roter Faschismus ist Ausdruck der Mittleren Schicht mit Hilfe der sozialen Fassade. Und da sind wir gewisserweise immer noch, trotz des Sieges über den Kommunismus: in der kontaktlosen sozialen Fassade. Eine „illigitime“ (also „unechte“) Kontaktlosigkeit, gegen die schon BSA ankämpften, als sie mit der Französischen Revolution und ihren Folgen konfrontiert waren.

Drei alltägliche Orgon-Beobachtungen

27. September 2023

1. Um zu wissen, warum Leute dermaßen erpicht darauf sind, sich in die Sonne zu legen und in das in unseren Breiten meist sehr kühle Wasser eines Badesees zu springen, muß man eben das tun: sonnen und baden. Man spürt sofort, worum es geht, um Aufladen und Entladen.

Das ist, was jeder sofort spürt. Nur leider wird das mit lächerlichen Erklärungen weggewischt: man wärmt sich in der Sonne und kühlt im Wasser ab. Was tatsächlich passiert und warum die Menschen derartig süchtig nach dem Badevergnügen sind, ist natürlich etwas ganz anderes: sie laden sich mit „Sonnenorgon“ auf (ich erinnere an Reichs allererste Versuche mit dem Orgon!) und entladen DOR. Das eine stärkt und das andere erfrischt. Und jeder, der nur etwas natürliches Körperempfinden bewahrt hat, weiß, daß es einen gewaltigen Unterschied macht, ob man sich in einem Hallenbad verlustiert und in die eklige Chlorbrühe springt, oder unter freiem Himmel in das Gemisch aus Grund- und Regenwasser.

2. Ein einfach nur herrlicher Sommertag. Eine ruhige schattige Wohnstraße, Linden, parkende Autos. Vom Fahrrad aus fällt mein Blick auf „Bewegung vor der Hecke links“. Ich mache mit einiger Mühe einen jungen Mann aus, auffällige Haarpracht, Dreadlocks, üppig, wie man sie selten sieht. Doch ich muß zweimal hinschauen, um diese interessante Erscheinung überhaupt zu sehen. Es ist so als würde er mit dem Hintergrund verschmelzen, gar nicht richtig da sein, gar nicht dreidimensional vorhanden sein, so als wäre er „flach“ und durchsichtig, auch irgendwie verschwommen, ohne deutliche Konturen. Geradeaus, etwa 20 Meter weiter, sehe ich einen stämmigen Familienvater mit Frau und Kind. Er ist da, solide, dreidimensional, unübersehbar, „straight and square“.

Der erste „Mann“ war eindeutig ein Cannabiskonsument, was zweierlei bedeutet: Erstens Verschwinden die Emotionen und Sensationen treten an ihre Stelle – es wird alles „cool und easy“. Deshalb raucht man das Gras ja auch. Und zweitens wird das organismische Energiefeld „schmutzig“ (DOR), verliert an Strahlkraft und hört auf zu funkeln und vor allem verliert es seine Kompaktheit, es dünnt aus und geht ohne Grenze unmerkliche in das atmosphärische Energiefeld über. Im Englischen sprechen die Hascher treffend von „Spaced Out“. Das Ich verliert an Kohärenz und man fühlt sich eins mit der Welt. Das und die Emotionslosigkeit mindert die Angst. (Weniger schön ist, daß solche Leute sich regelmäßig darüber beklagen, daß sie von der spießigen Welt regelmäßig nicht gesehen bzw. übersehen werden, insbesondere aber auch nicht vom anderen Geschlecht…)

Deshalb, d.h. aus energetischen Gründen, habe ich diese merkwürdige Kreatur nicht wirklich gesehen, deshalb war sie wie ein Gespenst, während der Familienvater, der mit Sicherheit regelmäßig dem Alkohol zuspricht, aus der Umgebung hervorstach. Kein Gespenst, sondern ein wirklicher Mensch! Dieses „Da-Sein“ bzw. eben „Nicht-Da-Sein“ ist ein energetischer Effekt, den zwar alle Menschen wahrnehmen, aber da ihnen die Konzeption und die Begrifflichkeit fehlt, nimmt es eben doch niemand wirklich wahr.

3. Ich sitze im IC an einem Tisch. Neben mir eine junge Mutter, vor mir ihr Gatte und diagonal von mir die Tochter. Vielleicht im Einschulalter. Während ich vor meinem Notebook sitze, starrt mich das kleine Mädchen unentwegt neugierig an, wird schließlich immer unruhiger und quengeliger, um schließlich mit dem Oberkörper immer unruhiger hin und her zu wippen, mit den Beinchen zu schlagen (weil es das Becken nicht bewegen kann) und mit den Armen zu fuchteln, während sie immer faszinierter zu mir hinblickt und die Augen glasig werden. Irgendwann verebbt das und bei der nächsten Station muß die junge Familie den Zug verlassen.

Die Eltern haben nicht reagiert, sich nur vielsagend angeblickt. Es ist kaum auszumalen, welche Tragödien entstehen können, weil diese kranke Gesellschaft keine Ahnung von Genitalität hat. Die medizinische Literatur reiht diese Ausbrüche junger Mädchen irgendwo bei „Paroxysmalen Bewegungsstörungen bei Kindern“ ein.

Gratifikationsphänomene bzw. kindliche Masturbationen: Diese treten vorwiegend innerhalb der ersten 5 Lebensjahre bei Mädchen auf. Typisch sind gekreuzt und aneinander gepreßte Beine bzw. Oberschenkel. Die Kinder wirken abwesend, blicken verklärt, oft bemerkt man eine Gesichtsrötung. Rhythmische Beckenbewegungen sind typisch, können aber auch ganz fehlen. Manchmal pressen die Mädchen ihren Schritt auch gegen Gegenstände (Tisch- oder Stuhlbeine). Versucht man die Kinder anzusprechen, reagieren sie nur unwillig. Beendet man die Bewegung aktiv, werden sie ärgerlich und fahren anschließend wieder damit fort. Es liegen keine psychologischen Konfliktsituationen zugrunde! Die kindliche Masturbation ist von sexualisierten (sic!, PN) Verhaltensmustern – die im Gegensatz hierzu andere Personen miteinbeziehen – zu differenzieren. Die Therapie (sic!, PN) besteht in Abwarten. (Quelle)

Erregte Orgonenergie, energetische Expansion, das Zucken der in einer Membran gefangenen Kreiselwelle.

Unsere Mitmenschen tappen durchs Leben und bekommen praktisch nichts von dem mit, was um sie alltäglich geschieht.

DER ROTE FADEN (Band 2): 32. Die Krebsmafia (III)

26. September 2023

DER ROTE FADEN (Band 2): 32. Die Krebs-Mafia (III)

DER ROTE FADEN (Band 2): 31. Die Krebsmafia (II)

25. September 2023

DER ROTE FADEN (Band 2): 31. Die Krebs-Mafia (II)

DER ROTE FADEN (Band 2): 30. Die Krebsmafia (I)

24. September 2023

DER ROTE FADEN (Band 2): 30. Die Krebs-Mafia (I)