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Klassenkampf, „Rassenkampf“, Emotionelle Pest

2. Juli 2018

Die ästhetisch meist hochwertigen Aufkleber der linken Bübchen sind für mich ein schier unversiegbarer Quell der Inspiration. „Rassismus spaltet, Klassenkampf vereint“. Oder mit anderen Worten: sie wollen, im typischen „Grünen-Sprech“, „eine bunte, eine solidarische Gesellschaft“. Nun, Rotchina lehnt „fremdrassige“ Migranten strikt ab, weil die Chinesen von ihrer ethnischen Überlegenheit überzeugt sind und diese kostbare Ressource nicht verwässern lassen wollen, das gleiche findet sich in Nordkorea (dort wirklich explizit!). Es gibt schlichtweg kein Volk auf Erden, das sich nicht „ethnisch überlegen“ fühlt. Das fängt schon bei den Trobriandern an, die mit ihrem melanesischen Rassendünkel gegenüber dem haarigen, blassen Polen Malinowski diesen schier in die Verzweiflung getrieben haben. Im übrigen wissen wir heute, daß Melanesier die Gene einer bislang unbekannten Menschenart (nicht etwa „Menschenrasse“) tragen, die sie von allen anderen Menschen unterscheiden. Ähnliches läßt sich über das Verhältnis von Europäern und Bantus sagen, die jeweils Gene fremder Menschenarten (Neandertaler hier und eine gleichfalls bisher unbekannte Menschenart dort) in sich tragen.

Ich will hier nicht der „Rassenreinheit“ das Wort reden. Warum auch, denn der europäische Kolonialismus hat in den letzten Jahrhunderten diverse „Mischvölker“ mit einer jeweils eigenen ethnischen Identität geschaffen, die hervorragend zurechtkommen. Oder man nehme die extrem rassistischen Japaner, die selbst eine Mischrasse sind. Was ich sagen will: Rassismus ist schlichtweg eine Tatsache und hat tatsächlich ein biologisches Fundament. Wir streben auseinander und wenn uns die Umstände doch zusammenführen, dann reproduziert sich der Rassismus prompt auf einer neuen Ebene – und Japaner werden zu Rassisten gegenüber Chinesen und Malaien.

Der „Klassenkampf“ setzt diesen Mechanismus tatsächlich außer Kraft. Die „klassenkämpferische“ Linke hat das an sich Unmögliche vollbracht, nämlich Völker (etwa Schweden und Deutsche) dazu zu bringen, sich „ethnisch minderwertig“ zu fühlen und frei nach Schäuble den biologischen Selbstmord aktiv anzustreben. In der Menschheitsgeschichte ist das beispielslos. Blonde und rothaarige Mädel, die so etwas propagieren:

Marx und Engels waren durch und durch Rassisten, die Sowjetunion strebte durchaus keine „Mischrasse“ an und die Ostblockstaaten beruhten zu einem Gutteil auf ethnischem Dünkel. Was um alles in der Welt ist im Westen passiert? Die Antwort ist denkbar einfach: Weiße identifizierten sich mit der Kapitalistenklasse. Die Weißen an sich wurden zu den „Kapitalisten“ der Welt und müssen als Klasse vernichtet werden. Das und nichts anderes steckt hinter „Rassismus spaltet, Klassenkampf vereint“. Das dieses Credo selbst zutiefst rassistisch ist und nichts anderes anstrebt als den größten Genozid der Menschheitsgeschichte, zeigt, daß es sich um Emotionelle Pest handelt: „Kampf gegen Rassismus“ steht drauf, denkbar krasser Rassismus ist drinnen!

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Reich und die Linke (Teil 2)

6. August 2015

Friedrich Engels schreibt in seinen Grundsätzen des Kommunismus, die kommunistische Gesellschaftsordnung werde

das Verhältnis der Geschlechter zu einem reinen Privatverhältnis machen, welches nur die beteiligten Personen angeht (…) Sie kann dies, da sie das Privateigentum beseitigt und die Kinder gemeinschaftlich erzieht und dadurch die beiden Grundlagen der bisherigen Ehe, die Abhängigkeit des Weibes vom Mann und der Kinder von den Eltern vermittelst des Privateigentums, vernichtet.

Abgesehen von der Sache mit dem Privateigentum (das ist kommunistische Dialektik: Privatheit durch Vernichtung der Privatheit!), paßt dies zu Reich wie sonst kaum etwas. Er ließ sich durch die Zerschlagung der bürgerlichen Sexualmoral in der Sowjetunion blenden und wurde zum eifernden „Kommunisten“. Doch dann schälte sich langsam das wahre Gesicht der Marxistischen Religion aus den Blutkrusten „revolutionärer“ Entmenschlichung:

Die Apologie der „festen und gesunden Familie“ und des Kinderreichtums geht mit einer juristischen Einengung des Scheidungsrechts, einer absoluten Ablehnung der Psychoanalyse, einem Appell zur Minimierung der Rolle der Sexualität und einer merklichen Behinderung der Diskussion über sexuelle und sexualpolitische Themata einher.

So beschreibt Hugo C.F. Mansilla (Systembedürfnis und Anpassung, Frankfurt 1973) die Sowjetunion der 1930er Jahre. Er zitiert A.G. Charnev, der als Hauptvertreter der modernen anti-moralistischen (!) Richtung der sowjetmarxistischen Ethik galt:

In diesem Zusammenhang muß auch erwähnt werden, daß bei uns die moralische Bildung, die Erziehung zu solchen sittlichen Werten wie Jungfräulichkeit und männlicher Würde noch sehr im Argen liegt.

Mansilla:

Gerade auf dem Gebiet der Erziehung wird den Jugendlichen Sport und Arbeit als Vorbeugung gegen die Versuchung des Fleisches und der „bürgerlichen Verfallserscheinungen“ (der freien Liebe) nahegelegt; diese frommen Ratschläge gehen nicht zuletzt auf Lenin zurück, der eine ausgesprochen konservative Meinung zu dieser Problematik vertrat und diese in seinen Äußerungen gegenüber Ines Armand und Clara Zetkin zum Ausdruck brachte.

Es gibt zwar auch Marxistische Gegner des Realsozialismus, die in ihm das gleiche sehen, was Reich oder z.B. Kurt Schumacher in ihm sahen: rotlackierten Nazismus, aber diese Marxistischen Kritiker übersehen in ihrer typisch ahistorischen Sichtweise z.B., daß sich sowohl Marx/Engels als auch die Hakenkreuzler bei ihrem „Klassenkampf“ bzw. „Rassenkampf“ auf ein und dieselbe Quelle beriefen und zwar explizit: auf (einen verzerrten) Darwin.

Zudem negieren beide das Individuum (vorgeblich) im Namen der Klasse bzw. „Rasse“. Daß Hitler sich einen Dreck um Deutschland scherte, braucht nicht näher erläutert werden. Aber kämpfen denn die Marxisten nicht für die Emanzipation? Fragt sich nur von wem bzw. für wen! Denn die Marxisten relativieren das „autonome Individuum“ als gesellschaftlich bedingtes, geschichtlich gewordenes kapitalistisch-liberales Ideal („genitaler Charakter“), das im Sozialismus zum kollektiven „ganzen Menschen“ werden wird, der nicht mehr Spielball der Ökonomie sein, sondern sie beherrschen wird. Fragt sich nur wer herrscht, wenn das selbstregulierende Individuum als „kleinbürgerlich“ verteufelt wird? Ein abstraktes Kollektiv? Die Marxisten sagen: „Wir werden die Geschichte selber machen!“ Und diese „Wir“ sind die Marxe, Lenine und andere stählerne Emanzen.

Der Abgrund an Nihilismus und an anti-arbeitsdemokratischer Grundhaltung bei Marx zeigt sich bei ihm schon allein darin, daß er in der Verelendung und zunehmenden Entfremdung des Proletariats und in dessen vollkommener Lostrennung von seiner handwerklichen und „kleinbürgerlichen“, d.h. arbeitsdemokratischen, Herkunft das Heil aufkeimen sah. Es war schon immer ein Slogan der Emotionellen Pest, daß schlimmer besser ist. Betrachtet man im Gegensatz zu Marx die Dinge historisch und dialektisch, sieht man, daß in Wirklichkeit jene Werktätigen sozial am kämpferischten waren, die noch Reste ihres vorproletarischen Bewußtseins in sich trugen – die noch etwas Arbeitsdemokratie in ihrer Charakterstruktur verankert fanden. Aus diesen Quellen ist der Anarchismus und der demokratische Arbeiterkommunismus gesprossen.

Reste dieser demokratischen Arbeiterbewegung, die durch das trojanische Pferd Marxismus schon fast zerstört war, hat Reich noch Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre in Österreich und Deutschland miterlebt – bevor die Faschisten jeder Coleur alles zertreten haben. Es ging beim ganzen Marxismus nie um die Emanzipation der Werktätigen, sondern um die deplazierter Intellektueller wie Marx oder Lenin!

Das muß man wissen, um zu verstehen, um was es sich wirklich handelt, wenn davon die Rede ist, daß „die Relevanz bestimmter gesellschaftsstruktureller Disproportionen systemsprengende Initiativaktionen an der Basis postuliert, um dort die internalisierte Akzeptanz dieser Situation exemplarisch in Frage zu stellen und dadurch den historisch-dialektischen Prozeß wieder zu akzelerieren.“ (oder so ähnlich)

In seinem Buch Weltflucht und Geschichtsgläubigkeit (Strukturelemente des Linksradikalismus, Mainz 1974) sagt Bernd Guggenberger dazu:

[Die] moralische Selbstaufrüstung durch Inanspruchnahme einer imaginären „Allgemeinheit“ und „Eigentlichkeit“ hat die Neue Linke zu einem virtuos gehandhabten Instrumentarium systematischer Verunsicherung erweitert. (…) [So] erfüllt die Berufung auf die „Basis“ für die Strategen der Systemüberwindung vor allem die Funktion, die fehlende Eigen-Legitimität auch für eine Position sicherzustellen, welche sich nicht auf die Zustimmung der Mehrheit der Bevölkerung berufen kann. (…) Die „Basisdemokratisierung“ (…) verkommt zum bloßen Instrument der Selbstversicherung der neuen Elite.

Man denke nur mal an die Durchsetzung des „multikulturellen Projekts“ oder gar das Geschwafel von der „Zivilgesellschaft“, die nichts anderes beinhaltet als die Majorisierung der Mehrheit durch militante Grüppchen. Guggenberger:

Die subkulturelle Version des Modells der Basisgruppen orientiert sich vor allem an Wilhelm Reichs Feststellung, das Klassenbewußtsein werde keineswegs allein durch die großen Kämpfe der Arbeiterklasse, durch Haupt- und Staatsaktionen der großen Politik bestimmt, sondern ganz wesentlich durch verinnerlichte Werte der Werbe-, Konsum- und Freizeitwelt, des sexuellen Bereichs, der Alltagssphäre. (Was ist Klassenbewußtsein?) Die bewußte Organisierung von „Basisprozessen“ auch außerhalb des direkten Machtkampfes war daher auch eine zentrale Forderung der „Kommune 2“.

War Reich denn Marxist? Lassen wir doch die Marxisten selber diese Frage beantworten: Schon 1932 hielt der orthodoxe (sozialdemokratische) Marxist Siegfried Bernfeld dem „Kommunisten“ Reich vor, er

wäre als anarchistischer Sexualethiker zu charakterisieren. Welcher ungeschlichtete Widerspruch oder Zufall aus ihm einen Marxistischen Kommunisten gemacht hat, ist unerfindlich.

1936 schrieb der Marxist Erich Fromm, Reich vertrete philosophisch

keineswegs den historischen Materialismus, sondern einen mechanischen Materialismus. (…) Den Marxismus hat er in Wirklichkeit nie kapiert.

Nun, selbst für den Mitbegründer der KPD, Karl Liebknecht, war dieser ominöse „historische Materialismus“ Marxens

nicht materialistisch, hat keinen materialistischen Faden an sich, wenigstens nicht im eigentlichen, im philosophischen Sinn, höchstens einen Anklang an den Materialismus im vulgär-moralisierendem Sinne. Nicht einmal das!! (…) Der „ideologische Überbau“ ist ungenügend, ja falsch definiert. Die Beziehung zwischen Ideologie und „wirtschaftlichen Verhältnissen“ ist mißverstanden (…)“ (z.n. Hermann von Berg: Marxismus-Leninismus, Köln 1986, S. 242)

Hat nicht Reich in Menschen im Staat nicht verhehlen mögen, daß er die Entdeckung des Wirtschaftsgesetzes der Arbeitswerttheorie „durch Karl Marx für eine der größten Taten halte, die je vom menschlichen Denken vollbracht wurde“? Bei Ossip Flechtheim (Von Marx bis Kolakowski, Köln 1978) kann man nachlesen, wie gering Karl Liebknecht auch diese Marxsche Leistung einschätzte: er sieht

im Gegensatz zu Marx Kategorien wie Wert und Tauschwert, Mehrwert und Ausbeutung weniger abstrakt-ökonomisch als historisch-machtgesättigt. (…) Im Gegensatz zu Marx ist für Liebknecht der Wert der Arbeitskraft ein klassenmäßig, kein allgemein gesellschaftlich bestimmter Wert. Der Lohn wird nicht nach diesem bemessen, sondern nach dem klassenmäßig empirischen „Wert“. (…) Marx sei insofern inkonsequent gewesen, als er in die Bestimmung des Lohnes historisch-moralische Momente aufgenommen habe [etwas was Reich erst den Stalinisten anlastet!]; dieses Moment sei aber in Wahrheit „das Sprengpulver zur Zersprengung der Marxschen Wertkonstruktion.“ Wert und Ausbeutung liegen für Liebknecht auf ganz verschiedenen Ebenen.

Der Ökonom und Experte für die Geschichte der Arbeiterbewegung Hermann von Berg behauptet, Marx habe das Wertgesetz vermurxt, „weil er Qualität und Quantität nicht auseinanderhalten kann“. Überhaupt war Marx

nie ein Wissenschaftler, sondern ein dümmlicher, aber fanatischer Ideologe, ein halbgebildetes Element, wie die demokratischen Arbeiterkommunisten seiner Zeit sagten (…): Synonym für Diktatur und Unmenschlichkeit in Person.

Die Biologie jenseits der Biologie: Rassenkampf, Männeremanzipation und Tierliebe

8. September 2014

Sowohl zu Zeiten der autoritären Gesellschaft, als auch heute in der anti-autoritären Gesellschaft gibt es zwei zentrale Dogmen, die niemand in Frage stellen darf: erstens gäbe es einen fundamentalen Unterschied der Geschlechter und zweitens unterscheiden sich die Rassen und Kulturen fundamental. Galt früher Freuds Diktum, daß „man“ „das Weib“ nicht verstehen könne und daß es „minderwertig“ sei, gilt heute die Frau als eine Art gesonderte Spezies, der alle möglichen Rechte und Privilegien zustehen. Zu Zeiten des Kolonialismus galten „die Farbigen“ als „minderwertig“, während ihnen heute als automatisch „Höherwertige“ alle möglichen Rechte und Privilegien zugestanden werden. „Den Menschen“ gäbe es nicht und habe es nie gegeben.

In seiner Sexualökonomie sprach Reich jedoch explizit über den Menschen. In seiner Orgasmusforschung machte er keinerlei Unterschied zwischen den Geschlechtern, jedenfalls was den zentralen Punkt betrifft: die Erregungskurve des Geschlechtsakts. Eine Ungeheuerlichkeit sowohl in der viktorianischen Zeit, als auch für die moderne Sexualmythologie.

Und was natürliches Sexualverhalten anbetrifft, machte er keinerlei Unterschied zwischen den diversen Menschengruppen. Liest man hingegen die anthropologische Populärliteratur werden beispielsweise westafrikanische Aschanti und finnische Lappen als zwei Menschengruppen dargestellt, die sich in ihrem Sexualverhalten derartig unterscheiden, als handele es sich nicht um Vertreter ein und derselben Spezies Homo sapiens.

Michel Odent zitiert in seinem Buch Die Natur des Orgasmus (München 2010, S. 40f und 57) drei bemerkenswerte Studien, die darauf verweisen, daß es unterhalb aller vermeintlich „offensichtlichen“ Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Rassen eine tiefere Ebene gibt, die Reich erschlossen hat:

E. Vance und N. Wagner führten mit Collegestudenten eine interessante Studie durch, in der sie Orgasmen von Frauen und Männern unter der Perspektive des subjektiven Erlebens verglichen. Sie ließen Studentinnen und Studenten Berichte über ihre eigenen Orgasmen verfassen. Eine Gruppe von Beurteilern (…) versuchte zu erraten, welcher Bericht von einer Frau oder einem Mann stammte. Die Forscher hatten geschlechtsspezifische Wörter in den Berichten durch neutrale Bezeichnungen ersetzt (…), ehe sie sie den Beurteilern vorlegten. In ihrer Analyse der Daten kamen die Autoren zu dem Schluß, daß „die Beurteiler nicht in der Lage waren, aus der schriftlichen Beschreibung eines Orgasmus das Geschlecht der jeweiligen Person abzuleiten. […] Außerdem waren weder Frauen noch Männer besser darin, in der Beschreibung eines Orgasmus Merkmale zu erkennen, die darauf hindeuteten, ob sie von einer Frau oder von einem Mann verfaßt war […].“

Anthropologische Untersuchungen stützen die Vorstellung, daß Verliebtheit ein fest einprogrammiertes Verhaltensmerkmal des Menschen ist. Die romantische Liebe scheint ein universelles Phänomen zu sein, das nicht nur unter ganz bestimmten kulturellen Bedingungen entsteht. Forscher von der University of Honolulu verglichen die Werte, die Collegestudentinnen und -studenten aus einer individualistischen Kultur (den USA) und aus einer kollektivistischen Kultur (Korea) auf der „Skala der leidenschaftlichen Liebe“ und der „Skala der kameradschaftlichen Liebe“ erzielten. Sie konnten keine kulturellen Unterschiede feststellen. Eine 1992 bei einer Tagung der American Anthropological Association vorgestellte Studie ergab, daß die Vorstellung der romantischen Liebe in 147 von 166 untersuchten Kulturen existierte. Wie steht es um die übrigen 19? Die Teilnehmer der Tagung halten es für wahrscheinlich, daß die betreffenden Anthropologen ganz einfach nicht in der Lage waren, die für diese fremdartigen Kulturen typischen Spielarten romantischen Verhaltens zu erkennen.

Klaus hat hier neulich indirekt auf den neurechten „Männerrechtler“ Jack Donovan hingewiesen. Was Donovan sagt, hat viel für sich. Tatsächlich ist es extrem erhellend, wenn man menschliches Verhalten mit der Brille des Primatologen betrachtet, aber erstens sind wir genausowenig Schimpansen (oder Bonobos), wie Gorillas Schimpansen sind und zweitens ist die Tierart Homo sapiens etwas besonderes, weil wir einen direkten Zugang zur kosmischen Orgonenergie haben. Ich habe das – narzißtisch spreizt er sich der Peter – in Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht ausgeführt.

Entsprechend glaube ich, daß die von Donovan propagierte Männerbündelei, so natürlich sie auch ist, in einer nicht-neurotischen Gesellschaft nicht mehr in diesem Sinne aufträte. Weder die moderne Verschwuchtelung, noch die „alten Kameraden“. Sondern:

Erstens (Baker), die Liebe zwischen Mann und Mann unterscheidet sich in nichts zwischen der Liebe zwischen Mann und Frau (sie wird sogar in den Genitalien verspürt!) – mit dem alles entscheidenden Unterschied, daß es keinerlei Drang zur genitalen Überlagerung gibt.

Zweitens (Konia), Beziehungen werden vollkommen unabhängig vom Geschlecht (oder gar von der kulturellen Zugehörigkeit) durch die Zusammenarbeit bestimmt und hören auf, wenn beispielsweise die Arbeitsfunktion einer oder eines der Beteiligten zusammenbricht.

Diese beiden Funktionen (Liebe und Arbeit) sind direkter Ausdruck unserer Natur als „pulsierende Orgonenergie-Säcke“ und nicht im üblichen Sinne genetisch verankert.

Dieser, man verzeihe mir die Wortschöpfung, „meta-genetische“ Bereich tritt uns insbesondere in unserer Beziehung zu Tieren entgegen:

Die meisten Menschen sind sich gar nicht bewußt, wie vollkommen bizarr unser Verhältnis zu Tieren und teilweise auch der Tiere zu uns ist. Wenn man mal von „vermenschlichten“ Haustieren absieht, interessieren sich Tiere unterschiedlicher Arten nicht füreinander. Raubtiere sind keine Ausnahme, denn schließlich haben sie keine emotionale Beziehung zu ihren Opfern – genausowenig wie wir zu dem Hähnchen, das wir essen. Nur wir Menschen fühlen uns emotional zu Tieren hingezogen und, was noch verwunderlicher ist, Tiere zu uns Menschen. Es ist, als würden wir im jeweils anderen etwas Unnennbares erkennen.

Zu diesem Blogeintrag wurde ich inspiriert, als ich zufällig auf YouTube folgendes Video sah und dazu den anschließenden Kommentar las:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=8fNAIoHlYBY%5D

Das ist geil! Es zeigt nur, daß die Menschen wirklich die einzige Spezies auf der Erde sind, die das Wohlbefinden aller anderen Arten bewahren können. Die meisten Tiere fahren nicht fort so liebevoll zu sein, auch nicht gegenüber ihren eigenen Eltern, sobald sie erwachsen sind, doch so viele Tiere, sowohl wilde als auch domestizierte, neigen dazu, wenn sie durch Menschen großgezogen wurden, immer eine Art Zuneigung zu ihren ehemaligen Betreuern zu bewahren. Es ist wirklich erstaunlich!

Was sieht ein solcher Löwe (oder ein beliebiges anderes Säugetier) in uns? Er ist mit etwas konfrontiert, was unmittelbar aus der Orgonenergie heraus operiert und nicht auf der Grundlage bloßer Biorobotik funktioniert. Für die Tiere gibt es keine Mutterliebe jenseits der Aufzucht der Kleinen, keinen Sexus außerhalb der Saison, keine Solidarität jenseits der „egoistischen Gene“.

Um was es geht, läßt sich am ehesten mit folgender heterogenen Funktionsgleichung beschreiben:

biobio1

Evolution ist die Transformation von primordialen Orgonenenergie-Funktionen (OR) in Materie (M); freies, „ungeregeltes“ Funktionieren wird in mechanisches Funktionieren umgewandelt. Man lese ein Buch über Verhaltensbiologie: es ist, als hätte man es nicht mit Lebendigem zu tun, sondern mit Robotik. Erst im Menschen wird der „OR-Bereich“ wieder sichtbar. Das zieht Tiere magisch an – sie werden sich sozusagen ihrer eigenen Natur „bewußt“, wenn sie uns sehen und spüren. Wir kommen dem entgegen, weil wir im Tier („wie süüüüüß!“) nur das Lebendige sehen und spüren können:

biobio2

Stalin und Hitler

19. November 2013

Geschichte sollte nicht der Volkspädagogik dienen und nicht politisch instrumentalisiert werden („Mitgefühl“). Geschichtliche Ereignisse sollte man so betrachten, als würde man fernab von den Menschen über der Erde schweben. Nur so werden die funktionellen Zusammenhänge deutlich. Etwa, daß Bürgerkriege Auseinandersetzungen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Charakterstrukturen sind. Der „europäische Bürgerkrieg“ zwischen 1917 und 1989 war da keine Ausnahme. Am Anfang stand der Rote Faschismus, der die gesamte menschliche Zivilisation bedrohte. Als Immun-Reaktion gegen ihn formte sich der Schwarze Faschismus, der zeitweise nicht weniger zerstörerisch war. Es war wie bei einer Infektion, wo man zeitweise nicht recht weiß, ob die Krankheitskeime oder die überschießende Immunabwehr lebensbedrohlicher sind. Schließlich obsiegten die westlichen Demokratien (OR) über die beiden Faschismen (DOR).

Ursprünglich hatte niemand ausgerechnet Moskau als Zentrum der Weltrevolution vorgesehen. Sowohl Engels als auch Lenin waren wie selbstverständlich davon ausgegangen, daß Berlin das natürliche Epizentrum der Umwälzungen sein werde. Bis 1923 war entsprechend alle Hoffnung der sich gerade bildenden Sowjetunion darauf gerichtet, daß es in Deutschland zu einer Revolution („Räterepublik“) komme und natürlicherweise das „deutsche Proletariat“ die Führung auf dem Weg zur Weltrevolution übernehme, denn von einem nennenswerten „russischen Proletariat“ konnte man kaum sprechen. Diese Hoffnung war alles andere als unrealistisch, – so ist auch der damalige „Hitler-Putsch“ einzuordnen. Nach dem Vorbild Mussolinis wollte Hitler der Machtübernahme durch die Kommunisten ein für allemal einen Riegel vorschieben. Zum Glück erwies sich die parlamentarische Demokratie in Deutschland zu diesem Zeitpunkt als unerwartet stark.

1923 kam es in der Sowjetunion zum Richtungskampf: sollte man die Weltrevolution doch vorantreiben (Trotzki) oder sollte man gegen alle Marxistische Orthodoxie (die schon Lenin selbst kaum beachtet hatte) versuchen, zunächst einmal die Sowjetunion zu konsolidieren und auf eine Art „sowjetischen Nationalismus“ setzen (Stalin)? Dies hatte zur Konsequenz, daß die Komintern zu einem bloßen Instrument der sowjetischen Außenpolitik wurde. Für Deutschland bedeutete dies, daß die Kommunisten für das „Mutterland des Sozialismus“ Werbung machen mußten und von ihren Feinden nicht zu Unrecht als „Moskau-hörig“ gebrandmarkt wurden. Hinzu kam, daß die Säuberungen gegen Abweichler, insbesondere aber „Trotzkisten“, d.h. „Weltrevolutionäre“, nach Deutschland übergriff. Die deutschen Kommunisten sollten die Weimarer Republik schwächen, aber auf keinen Fall ein „Sowjet-Deutschland“ errichten, das Moskau Konkurrenz machen würde und vom „Trotzkistischen Geist“ durchsetzt wäre.

Hitlers Machtergreifung kam Stalin mehr als Recht. Hitler war der Eispickel, den Stalin in den Schädel des Trotzkismus rammte. Deutsche Kommunisten, die in die Sowjetunion flohen, wurden vor dem Krieg fast restlos ausgemerzt, jene, die ins westliche Ausland flohen, nach dem Krieg. Sie hatten ihre Schuldigkeit getan, nämlich Deutschland und den Westen zu zersetzen, was sollte die Sowjetunion schon mit solchen „Zersetzern“ im eigenen Territorium anfangen?

Schließlich erfüllte Hitler als „Eisbrecher“ genau jene Aufgabe, die Stalin ihm zugewiesen hatte: mit Hilfe der Ressourcen der Sowjetunion, vor allem Lebensmittel, Erdöl und seltene Metalle, schaltete Hitler die westlichen Demokratien aus und war drauf und dran, sich in einem Krieg mit England zu verausgaben. Stalin war bereit, Europa „vom Faschismus zu befreien“ und die Sowjetunion bis zum Atlantik auszudehnen. Die deutsche Armee war derartig schwach, das kurz vorher die deutschen Generäle beinahe Hitler weggeputscht hätten, weil sie panische Angst hatten vor einem Krieg mit – der Tschechoslowakei! Der Einfall ins Deutsche Reich und damit nach Westeuropa wäre für Stalin ein Spaziergang gewesen, wenn Hitler nicht das Undenkbare und deshalb vollkommen Unerwartete getan hätte: in Stalins Aufmarsch hinein anzugreifen. Die Sowjetarmee war überhaupt nicht auf Verteidigung ausgerichtet und deshalb ein leichtes Ziel für die von der Ausrüstung her eher minderwertige Wehrmacht. Immerhin hielt Hitler die Rote Armee solange zurück, bis Westeuropa (gegen Hitlers verzweifelten Widerstand!) von der amerikanischen Armee besetzt war. Die Sowjetunion konnte nicht mehr expandieren, trotz verzweifelter Versuche in der Dritten Welt, und kollabierte deshalb schließlich unter Gorbatschow.

Der wirklichkeitsfremde Hitler selbst ist nichts weiter als eine kuriose Randerscheinung. Kurios in zweifacher Hinsicht: erstens war der Angriff auf die Sowjetunion ein schlichtweg größenwahnsinniges Unternehmen, nur ein Irrer konnte so etwas befehlen, und zweitens hätte dieser Wahnsinn beinahe doch funktioniert, hätte man die Sowjetvölker, insbesondere aber die Ukrainer, auf seine Seite gebracht. Aber Hitler hatte von den von ihm so bewunderten Kommunisten gelernt: eine in sich geschlossene Ideologie ist unbesiegbar, – kreierte entsprechend eine abgrundtief schwachsinnige Gegenideologie („Rassenkampf“ statt Klassenkampf), der er dann jedoch selbst zum Opfer fiel. Immer, wenn es darum ging, rational hellsichtig oder ideologisch verblendet zu entscheiden, wählte er die letztere Option. Im krassen Gegensatz zum genialen Stalin war er unfähig dialektisch zu denken.

Dazu zwei Vorträge vor amerikanischen Militärakademien:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=wYSy80WlmWY%5D

 

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=5agLW7fTzBc%5D