Posts Tagged ‘Toleranz’

David Holbrook, M.D.: ARBEITSDEMOKRATIE

2. Februar 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Arbeitsdemokratie

 

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 8)

6. Juli 2018

von Paul Mathews, M.A.*

Die emotionale Pest (Fortsetzung)

Der Bereich von Sex und Ehe ist voller Pest-Mechanismen. In verschiedenen Medien werden Pornografie und Promiskuität sowie Homosexualität und andere sexuelle Abweichungen häufig als „legitime“ sexuelle Ausdrucksformen propagiert. Es ist in Mode gekommen, Pornografie als nicht nur akzeptabel, sondern als notwendige therapeutische Maßnahme und sogar als „Spaß“ zu verteidigen. Ein Befürworter dieses letzteren Konzepts, ein Theaterkritikerk von gutem Ruf, stellt uns dieses Ideal des Theaters vor (10):

Dali stellt sich einen Mann und eine Frau vor, die in einen Zustand überempfindlicher sexueller Komplizenschaft geraten sind. Nach monatelanger erotischer Praxis erscheinen sie in gegenüberliegenden Ecken eines riesigen Barocksaals, eingehüllt in Gewänder, die sie, abgesehen von schmalen Augenlöchern, von Kopf bis Fuß vollständig umhüllen. Sie sind in der Lage, einen Orgasmus zu erreichen, indem sie sich nur durch die Gucklöcher auf eine besonders ausdrucksstarke Weise betrachten. Es wäre ein großer Triumph, das so auf die Bühne zu bringen, dass es auch das Publikum begeistert. Aber ich fürchte, wir müssen noch viel lernen.

Dies zeigt auch die übliche, weit verbreitete Ignoranz in Bezug auf die Natur der Funktion des Orgasmus

Eng verbunden mit der „Fun-These“ ist die Idee einer massenhaften therapeutischen Wirkung von Pornografie. Dies ist eine Verzerrung des Konzepts der emotionalen Katharsis und man begegnet ihr in einigen extremen Formen in Gruppen vom „Encounter-Typ“. Eine bloße anarchische Abfuhr ist nicht nur nutzlos, sondern kann auch schädlich sein.

Wenn Pornografie „Spaß“ ist, dann ist es Spaß zu einem schrecklichen Preis – die der ständigen Ablenkung von den realen und ernsten sexuellen Problemen, die die Menschen in das Reich der Pornografie locken. Pornografische Einstellungen sind besonders schädlich im Bereich der Kindererziehung. Parallel zur Toleranz gegenüber Pornografie findet man normalerweise die gröbsten Verzerrungen der natürlichen Sexualität und der Prinzipien der Selbstregulierung. Dies wurzelt in der Kontaktlosigkeit der Eltern. Es kann zu einer so schwerwiegenden Pathologie führen wie dem Sexspiel zwischen Kindern und Erwachsenen, der schlüpfrigen und schuldbeladenen Überreizung der Sexualität in der Kindheit und dem Versäumnis, die Entwicklung eines natürlichen Gefühls von Privatsphäre und Feingefühl zu ermöglichen. Eine raffinierte Fassade ist ein schlechter Ersatz für orgastische Potenz, und Zügellosigkeit und Pornografie repräsentieren weder echte Liebe und Sexualität noch die Fähigkeit für beides.

Auch der Bereich der Ehe hat seine Pest-Merkmale. Reichs Konzept einer Ehe, die kein Zwang ist, wurde in Gestalt denkbar neurotischer Formen polygamer oder polyandrischer Ausprägungen, die in sekundären Trieben wurzeln, verzehrt. Kinofilme mit diesen Themen, wie auch andere Formen der Entstellung der Sexualität, stellen Kassenrekorde auf, während das Hauptproblem – orgastische Impotenz – konsequent umgangen wird.

Ein herausragendes Merkmal der Pest ist ihre Fähigkeit, sich in den im Wesentlichen anständigen Eigenschaften der Menschen zu verankern, was es schwierig macht, die guten Absichten von den schlechten zu unterscheiden. Jeder anständige Mensch reagiert beispielsweise positiv auf Parolen wie „Frieden“, „Brüderlichkeit“, „Verhandlungen“, „hungernde Menschen zu ernähren“, „Verdächtigungen zu beseitigen“, „Friedensinitiativen“, „Geld für Bildung und Gesundheit“ usw. Gleichzeitig gehen nur wenige Menschen über diese Slogans hinaus, um ihren Ursprung, ihre versteckten Absichten und ihre langfristigen Folgen zu untersuchen; noch haben sie genügend Selbsterkenntnis, um ihr eigenes Potenzial für Pest-Reaktionen zu erkennen.

Die Bewältigung der Pest war immer deshalb schwierig, weil sie eine Erfahrung und eine Einsicht erfordert, die dem Durchschnittsmenschen fehlen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass das Konzept der emotionalen Pest für persönliche Beschimpfungen zweckentfremdet wird – und damit ein fundierter medizinischer Begriff missbraucht wird. Andererseits wäre es ein schwerwiegender Fehler, durch Unentschlossenheit hinsichtlich der richtigen Diagnose so gelähmt zu sein, dass die Pest unentdeckt bleibt und von vornherein ihre Ziele erreicht. Dieser Verpflichtung nicht Gerecht zu werden, weil man „nett“ oder „tolerant“ sein will, kann tödlich sein.

Reich hat erklärt, dass wir bei der Bekämpfung der Pest, wo immer möglich, ihre Mechanismen enthüllen und die Pest sequestrieren müssen, um ihren charakteristischen Angriff aus dem Hinterhalt zu verhindern. In der Angst der Menschen, sie zu entlarven, hat die Pest einen gewaltigen Verbündeten gehabt. Diese Angst hat natürlich eine vernünftige Grundlage, um Missbrauch und Verleumdung zu vermeiden. Die Aufdeckung von Motiven und Methoden ist jedoch die einzige Möglichkeit, die Auswirkungen der Pest dort zu neutralisieren, wo es notwendig ist. Wenn die Diagnose falsch ist, wird sie wahrscheinlich bei genauerer Prüfung nicht bestehen. Ich glaube eher, dass das Element der Gefahr größer ist, der Pest nicht ausreichend entgegenzutreten, als Unschuldige zu schädigen. Die einzige andere Alternative wäre, sich auf den Glauben an den ultimativen Triumph des Guten über das Böse zu verlassen – historisch gesehen eine äußerst dürftige Prämisse.

 

Folgerungen

Die menschliche Rasse ist mit einer Vielzahl von tief verwurzelten, komplexen Problemen konfrontiert. Diese Probleme wirken noch größer und komplexer, da es der Menschheit gewissermaßen gelungen ist, dem entscheidenden Ursprung dieser Probleme, dem verzerrten Funktionieren der biologischen (Orgon-) Energie im Organismus, auszuweichen. Wie können wir hoffen, diese gewaltigen Probleme zu lösen, die Massen von Menschen betreffen, wenn wir nicht einmal das Dilemma der einzelnen Männer und Frauen lösen können, die nicht in der Lage sind, einander zu lieben, nicht kommunizieren können und von irrationalem Hass und Furcht belastet sind? Es ist dieser biologischer Rechenfehler, wie Reich es formuliert hat, der für unsere bisherigen Misserfolge verantwortlich ist.

Es gibt einige hoffnungsvolle Zeichen. Zum ersten Mal stehen dem Menschen das Wissen um die Existenz einer kosmischen Lebenskraft und der Beginn des Verständnisses der Gesetze des Lebens zur Verfügung. Wenn wir seine Verschleierung durch die emotionale Pest verhindern können, können wir vielleicht einen größeren Teil des Umschwungs in Richtung Freiheit bewahren, als es bisher möglich war. Wir wollen uns zum Wohle der Kinder der Zukunft dieser Aufgabe verschreiben.

 

Fußnoten

* Pädagoge, Sprachlehrer und Kliniker. Doktorand der Psychologie, New York University. Mitglied des American College of Orgonomy. [Anm. d. Übers.: Paul N. Mathews (1924-1986)]

 

Anmerkungen des Übersetzers

k Kenneth Tynan (gest. 1980), galt als Bewunderer Reichs. Plante sein Hauptwerk über ihn, das wegen Erkrankung unvollendet blieb. Für Tynan war Pornografie die Hauptplattform zur sexuellen Befreiung.

 

Literatur

10. Tynan, K.: „Pornography? And Is that Bad?“ New York Times, Section 2, 15. Juni 1969, S. 1

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 111-125.
Übersetzt von Robert (Berlin) mit Unterstützung von Peter Nasselstein

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 3)

19. Juni 2018

von Paul Mathews, M.A.*

Rassismus

Rassismus ist, wie Reich gezeigt hat, eine Folge des Mystizismus und der Notwendigkeit, eine patriarchalische Gesellschaftsordnung aufrechtzuerhalten, die durch die der Rassenmischung innewohnenden Freiheit bedroht wäre. Er liefert uns auch Sündenböcke für die Schuldprojektion und das Ausweichen vor persönlicher Verantwortung. So machen sich weiße und schwarze Rassisten gegenseitig für ihre Probleme miteinander verantwortlich. Rassismus, einschließlich anti-schwarze Vorurteile, betrifft nicht nur Amerika, obwohl die öffentliche Aufmerksamkeit dazu neigt, uns das vergessen zu lassen. Er ist seit der Antike eine Pandemie in der Welt und wurzelt in den Tiefen der menschlichen Struktur aus Panzerung und Genitalangst, die zu Verzerrungen und sozialen Problemen führen. Wie die Sexualfeindlichkeit ist er im Charakter eines jeden Menschen verankert. Diese Tatsache entbindet uns nicht von der Verantwortung für die Bewältigung des Problems, sondern hilft uns, eine rationale Perspektive zu erlangen.

Rassismus, der auf Energiestauung und Panzerung basiert, sollte nicht mit rationaler Antipathie verwechselt werden. Eine geächtete und unterdrückte Gruppe kann mit der Zeit Charaktereigenschaften entwickeln, die sich für rationale Abneigung und sogar Unterdrückung anbieten. Brutalität, Unehrlichkeit, Kriminalität, Arroganz, ungesunde Lebensgewohnheiten usw. sind immer Zeichen von Pathologie. Ungeachtet ihrer Herkunft sollten sie nicht geduldet werden. Die bloße selbstaufopfernde Nachsicht für solche Eigenschaften, um die Sünden der Vergangenheit zu sühnen, wird der unterdrückten Gruppe nicht helfen; es wird nur zur (berechtigten) Verachtung für die Gruppe ermutigen, der diese Toleranz gewährt, da sie herablassend und respektlos ist. Hier liegt eine der grundlegenden Unterschiede zwischen den Einstellungen liberaler und konservativer Charaktertypen (1, 2 und 8: S. 173d). Liberale neigen dazu, sich vor ihrer „ererbten Kollektivschuld“ niederzuwerfen und so ihre Gesellschaft (die die Extremisten unter ihnen sowieso verabscheuen) der Destruktivität der unterdrückten Gruppe auszuliefern. Sie opfern sich bereitwillig auf, da sie nicht wirklich betroffen sind, denn sie sind zumeist Mittelschicht und wohlhabend und sie leben nicht in den notleidenden Bezirken, wo man die Hauptlast ihrer Handlungen zu spüren bekommt. Auf der anderen Seite neigen die Konservativen dazu, von anderen das zu erwarten, was sie selbst tun würden (zum Teil aufgrund ihres Gewahrseins der Existenz sekundärer Triebe).

S. I. Hayakawae, der unter Belagerung stehende amtierende Präsident des San Francisco State College – selbst ein ehemaliger Kolumnist einer Negerzeitung in Chicago – hat erklärt: „Es gibt viele Weiße, die für Schwarze nicht den gleichen Standard an Moral und Verhalten wie für Weiße haben. Das ist eine Haltung der moralischen Herablassung und jeder Schwarze, der sich selbst respektiert, hat das Recht, das übelzunehmen und er nimmt dies auch übel.“4 In demselben Artikel wird er zitiert, wie er die „intellektuell schlampige Gewohnheit“ von Weißen und Schwarzen angreift, die jeden als rassistisch anprangern, der sich irgendeiner Negerforderung widersetzt.5

Die liberale Herangehensweise ist, dass Toleranz ein Beweis für die Aufrichtigkeit des Verlangens nach Wiedergutmachung sei und eine Periode notwendiger Katharsis für den Hass und die Wut der unterdrückten Gruppe ermögliche. Dass es so nicht funktioniert, zeigt die Zunahme der Bewegung für Separatismus und Missachtung für Weiße sowie die Zunahme von Gewalt und des Gewaltpotenzials auch in Bereichen, in denen viel gute Arbeit geleistet wurde und Fortschritte erzielt worden sind. Genau wie bei der Pornografie ist eine bloße Massenkatharsis sekundärer Triebe, ohne Vorbereitung oder Kontrolle, ein ähnlich nutzloses und gefährliches Manöver wie bei einem Patienten – umso mehr, als es große Menschenmassen betrifft und lawinenartig zum Krieg anwachsen kann.

Die kriecherische, furchtsame Haltung der Weißen ruft Verachtung bei den Schwarzen hervor und führt zu arroganten, unrealistischen Forderungen der Extremisten, wie dem Aufruf zum Selbstmord bzw. der Vernichtung aller Weißen.6 Dieses umgekehrte Vorurteil und dieser Rassismus ist äußerst gefährlich, da er zu Gewalt und Aufruhr in großem Umfang führt, in Verbindung mit anderen Formen der Pest. Wie der weiße faschistische Rassismus entspringt der Rassismus bestimmter frustrierter, unreifer schwarzer Revolutionäre der Mystik der sekundären Triebe. Er wird also nicht durch den Wunsch motiviert, den Zustand der Schwarzen zu verbessern (wenn auch leidenschaftlich rationalisiert durch ihre redegewandten Psychopathen), sondern durch den zerstörerischen Hass blockierter Energie. Diese pestartigen Charaktere benutzen das Elend ihres eigenen Volkes zur persönlichen Glorifizierung und sinnlosen Zerstörung. In Listen, Little Man! hat Reich erklärt, dass ein Kommunist nicht jemand ist, der die Armen liebt, sondern jemand, der die Reichen hasst. Ebenso sind diese schwarzen Extremisten nicht durch die Liebe zu Schwarzen motiviert (sie versinnbildlichen wirklich einen extremen Hass auf ihre eigene Schwarzheit), sondern durch den Hass auf Weiße. Wie alle Faschisten wollen sie das menschliche Glück überall zerstören, da sie in ihrem gepanzerten Zustand echte Liebe, Arbeit und Wissen – besonders in den Rassenbeziehungen – nicht tolerieren können. Sie sollten nicht von einem leichtgläubigen Publikum, das von schuldbeladenen Liberalen und ihren Kommunikationsmedien irregeführt wird, gepriesen, entschuldigt und gar gefeiert werden.

 

Fußnoten

* Pädagoge, Sprachlehrer und Kliniker. Doktorand der Psychologie, New York University. Mitglied des American College of Orgonomy. [Anm. d. Übers.: Paul N. Mathews (1924-1986)]

4 New York Daily News, 6. Dezember 1968.

5 Artikel von schwarzen Extremisten werden häufig von Weißen geduldet, selbst wenn sie deren Ausrottung propagieren.

6 Vgl. Artikel von LeRoi Jones, Eldridge Cleaver und anderen schwarzen Nationalisten.

 

Anmerkungen des Übersetzers

d Christusmord, Zweitausendeins, Seite 291/92.
„Wie er es schon in der Vergangenheit getan hat, so wird der Freiheitsscharlatan auch in Zukunft Jugendbewegungen ins Leben rufen, und später wird er das Leben der Heranwachsenden in seinem innersten Kern verraten, indem er, weil er mehr versprochen hat, als er halten kann, noch reaktionärer wird als der gute alte Konservative.“

„Der Konservative, der den gesellschaftlichen Status quo verteidigt, weil er die Schwierigkeiten kennt, die mit der Suche nach der Wahrheit verbunden sind, ist bei weitem ehrlicher. Ihm steht zumindest die Möglichkeit offen, anständig zu bleiben. Der Freiheitsscharlatan muss seine Seele zwangsläufig dem Teufel verschreiben, wenn er vorwärts kommen will.“

e Hayakawa war von 1968-1973 amtierender Präsident des San Francisco State College (heute San Francisco State University).
Stichwort belagert: 1968-69 erbitterter Studenten- und Black Panthers-Streik am College. Längster Streik von Studenten einer akademischen Einrichtung in den Vereinigten Staaten.

 

Literatur

1. Mathews, P.: „A Functional Understanding oft the Modern Liberal Character“, Journal of Orgonomy, 1:138-148, 1967.
2. Reich, W.: The Mass Psychology of Fascism. New York: Orgone Institute Press, 1946.
8. Reich, W.: The Murder of Christ. Rangeley, Me.: Orgone Institute Press, 1953

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 111-125.
Übersetzt von Robert (Berlin) mit Unterstützung von Peter Nasselstein

ARBEITER! Peters Kampfrede zum 1. Mai

1. Mai 2018

Ich habe es nie verstanden, daß Arbeiter, Arbeiterkinder, etc. links sein können. Ja, mein Vater war durch und durch Sozialdemokrat und hätte sich lieber die Hand abhacken lassen, als irgendwas anderes zu wählen. Arbeiter, jedenfalls in Norddeutschland, waren Sozialdemokraten. Punkt. Aber die Denke im Arbeitermilieu, die Arbeiterkultur selbst war dermaßen rechts… Lauter derbe Akif Pirinccis! Heute ist das anders. Angefangen bei den Funktionären der Partei und der Gewerkschaften ist seit etwa Willy Brandts Kanzlerschaft ein linker Geist eingesickert und mittlerweile ist alles von einem „1. FC St. Pauli-Miasma“ durchdrungen, daß es einem graust. Es geht hier nicht um ökonomische Fragen, sondern um Fragen der „Toleranz“, der politischen Korrektheit und dem ganzen linken lebensfremden Schwachsinn.

Diese Dynamik hat nie in mein Weltbild gepaßt. „Linke, das sind Studenten aus dem Unternehmer- und Beamtenmilieu!“ Wie kann ein in der Wirklichkeit geerdeter Mensch links sein? Wie kann ein in der Sphäre der praktischen Arbeit geerdeter Mensch derartig viel Scheiße im Hirn haben? Arbeitende Menschen sind doch alle, im Bakerschen, bio-psychiatrischen Sinne, konservativ strukturiert! Wie können die dem linken Gesindel nachlaufen, es nachäffen, sich so rückgratlos an die, wenn man so will, „bürgerliche Gesellschaft“ anpassen?

Die Erklärung findet sich in Reichs Broschüre Was ist Klassenbewußtsein? aus dem Jahre 1933. Dort beschreibt er, wie das Klassenbewußtsein der Arbeiter, d.h. die Fähigkeit der Arbeiter ihre eigenen Lebensinteressen selbst durchzusetzen, dadurch untergraben und schließlich zerstört wurde, indem der ganze Krampf der bürgerlichen Lebensanschauung sich bei ihnen in den kleinen Verhaltensweisen des Alltags einnistete und von dort wie ein Krebsgeschwür das genuin proletarische Bewußtsein zerfraß.

Auslösendes Motiv ist, daß der Arbeiter sich seiner selbst schämt, nicht „unten“ sein will. In Reichschen Begriffen „kein Tier“ sein will, sondern „etwas besseres“. Heute, in der antiautoritären Gesellschaft findet sich exakt der gleiche Mechanismus, wenn auch grundlegend anders konnotiert. Man möchte nicht „intolerant“ sein, sondern „aufgeklärt“, „weltoffen“, „kritisch“ und intellektuell. Also weg vom Genital, vom Tiersein, hin zum Gehirn. Man wird „links“ und „multikulti“, auch wenn das den eigenen ökonomischen Interessen diametral widerspricht und das unmittelbare Lebensumfeld sich in eine übelriechende Müllhalde verwandelt. Man wird enteignet und jubelt dabei!

Das soziale Leben kann man nur aus biologischer (bioenergetischer) Warte aus verstehen!

Arbeitsdemokratie (Teil 2)

21. April 2018

http://orgonomie.net/holbrook1.htm#arbeit

Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters (Teil 6)*

8. April 2018

von Paul Mathews

In diesem Sinne ist der Liberale verstohlener als der Rote Faschist, denn er kann seine schmutzige Arbeit verrichten, ohne von ihr zu wissen und sogar während er sich ihr zu widersetzen scheint. Auf diese Weise erlaubt er sich ein williges Werkzeug des Roten Faschisten zu sein. Seine Wahnideen sind Produkt seiner Kontaktlosigkeit und des charakteristischen Augenblocks, den Reich, Baker11 und andere beschrieben haben. So kann er aufrichtig gottesfürchtig, rechtschaffen und moralistisch sein, während er mittels seiner „Toleranz“ und Wortverdrehungen zu den menschlichen Katastrophen beiträgt, gegen die er vorgibt vorzugehen.

Er kann zum Beispiel empört sein über die Zivilopfer, die durch das amerikanische Vorgehen gegen einen fanatischen und skrupellosen Feind12 verursacht werden und zur gleichen Zeit blind sein gegenüber den vorsätzlichen Gräueltaten oder sie rechtfertigen, die dieser Feind verübt hat, um durch Terror Unterwerfung zu erzwingen. Dies enthüllt seine Heuchelei und falsche Humanität. In Wirklichkeit geißelt er sein Land dafür, dass es versucht, die Ausbreitung der emotionalen Pest (via kommunistischer Aggression) zu stoppen, und er stimmt, auch wenn nur durch seine Versäumnisse, den Übeln zu, die von den roten Aggressoren auf ihrem Weg zur Welteroberung begangen werden. Er wird eine Intervention in der Dominikanischen Republik, in Kuba oder Korea aus Gründen der „Souveränität“ verurteilen, während er eine Intervention in Angola, Rhodesien, Südafrika und sogar in Indonesien und im Nahen Osten billigt oder verschweigt.o Es gibt zwei Dinge, die sein Augenblock vernebelt: den Unterschied zwischen einem todbringenden, endemischen Befall und einer lokalen, sich selbst begrenzenden Infektion, und seinen eigenen Doppelstandard zugunsten der Pest des Roten Faschismus. Er versäumt es, den Roten Faschisten als den gefährlichsten Träger der heutigen emotionalen Pest zu erkennen – die größte Bedrohung für die menschliche Freiheit, die Selbstregulierung und die natürliche bioenergetische Bewegung.

Ist eine solche Haltung lediglich Blindheit oder ist sie Aufwiegelung? Reich erklärte (4)p:

Die Menschen tragen ihren Hass nicht offen zur Schau. Sie verheimlichen ihn und leben ihn auf meisterhafte Weise im Verborgenen. Der Hass kommt so perfekt bemäntelt daher, als Hass auf den ewigen Feind, den Imperator, den Übeltäter von außen, dass keine vertrauensvolle und liebende Seele ihn im Traum im Innern eines rechtschaffenen Menschen selbst vermuten würde. Und doch ist es so: Die klammernde Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist in Wahrheit Hass; die unverbrüchliche Treue einer Ehefrau ist in Wahrheit Hass. . . .
Die Abhängigkeit eines Mannes als Versorger seiner Familie ist in Wahrheit Hass. . . .

All das ist so unglaublich, dass wir es weder begreifen noch damit umgehen können. Aber es ist wahr. . . . die Quintessenz der allgemeinen Flucht vor allen Wahrheiten. . . . Bevor wir die Wahrheit greifen können, müssen wir erst diese große Lüge entlarven. Und die Entlarvung dieser großen Lüge stürzt alle Beteiligten ins Unglück.

Der Liberale ist nicht in der Lage, mit diesem Hass13 in Kontakt zu treten, da er ihn in der oberflächlichen Schicht seiner Struktur abwehrt; aber je mehr er ihn abwehrt, desto drängender sind seine Forderungen nach Ausdruck in Ersatzformen und die Notwendigkeit der Rationalisierung. Demgemäß werden der Liberale und seinesgleichen zu den „Freiheitsscharlatanen“, die, wie Reich sagt (4), „Unterstützung erfahren (…) durch Intelligenzmaschinen, die keine andere Funktion haben als die, den abgestorbenen Zustand ihrer Genitalien zu erhaltenq“. Es ist diese verzweifelte Reaktion gegen seinen Hass, die den Liberalen in den pestkranken Kreuzritter verwandelt, der schließlich seinen Hass im Zusammenbruch der Menschheit befriedigt, der mit seiner Hilfe herbeigeführt wird. Masochistische Duldung des Pestverhaltens ist selbst ein Aspekt der Pest. Der Liberale duldet nicht nur, sondern unterstützt es aktiv durch die entstellten Programme sozialen Aktivismus, die leicht zugunsten von Modju kanalisiert werden können.

Wir wissen, dass die letztendlichen Lösungen für die Menschheit, wie Reich betont hat, aus der Arbeit an Säuglingen und Kindern kommen müssen; nicht von der „Politik“. Dennoch glauben wir, dass wir in diesem Zeitalter des nuklearen Alptraums alles in unserer Macht Stehende tun müssen, um sicherzustellen, dass die Welt lange genug besteht, um die Möglichkeit eines solchen Jahrtausends zu testen – wie auch immer die statistischen Chancen gegen uns stehen mögen. Daher müssen wir vorbereitet sein, die Pest in jeder ihrer Erscheinungen und Ausprägungen zu erkennen, denn „Die Waffe der Wahrheit erfordert, dass Fragen gestellt werden ohne Rücksicht darauf, ob sie gefallen oder nicht und zu welchen Antworten sie führen“ (4)r.

 

11 Siehe im speziellen „okulare Charaktertypen“ (1, S. 138ff).

12 Es ist interessant festzustellen, dass bei den amerikanischen Aktionen gegen die Zivilbevölkerung in den Achsenländern während des Zweiten Weltkrieges kein so großes Interesse geäußert wurde und dass selbst Hiroshima und Nagasaki erst dann zu causes célèbres wurden, als der kommunistische Propagandaapparat das Stichwort ausgab.

13 Ein Artikel in der New York Times vom 3. September 1967, (S. 40), berichtet, dass die meisten Morde in Familien und unter Freunden begangen werden; normalerweise von „netten“, „überkontrollierten“ Leuten. „Misshandelnde Eltern haben 1962 mehr Kinder getötet als zusammen an Leukämie, Mukoviszidose und Muskeldystrophie gestorben sind.“

 

Anmerkungen der Übersetzer:

o Mathews bezieht sich hier auf „Volksbefreiungsbewegungen“, die in den 1960er Jahren beispielsweise in Angola von der Sowjetunion ins Leben gerufen und unterstützt wurden und etwa auf Kuba von den USA bekämpft wurden. Nur das letztere sind für den modernen Liberalen „Interventionen“, die das Prinzip der staatlichen Souveränität untergraben. PN

p Christusmord, Zweitausendeins, S. 125

q Christusmord, Zweitausendeins, S. 359

r Christusmord, Zweitausendeins, S. 338

 

4. Reich, W.: The Murder of Christ. Rangeley, Me.: Orgone Institute Press, 1953

ZUKUNFTSKINDER: 2. Die Vererbungsfrage, c. Das Menschentier

4. Februar 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

2. Die Vererbungsfrage, c. Das Menschentier

Nationalsozialismus 2017/2018

22. Dezember 2017

Reichs Massenpsychologie des Faschismus zufolge zogen die Nazis ihre Macht aus der Manipulation der Massen mit 1. ihrer „Rassentheorie“, 2. ihrer Familienideologie und 3. ihrer Sexualfeindlichkeit. Wie diese drei Elemente zusammengehalten wurden, können wir heute aus nächster Nähe an unseren Nachbarn ablesen, wenn diese aus Saharasia kommen, etwa der Türkei oder dem Libanon: es ging bzw. es geht um „Reinheit“ und „Ehre“. Übrigens: und deshalb waren die Nazis Rechte, auch wenn es viele linke Elemente in ihrer „nationalsozialistischen“ Ideologie gab – genauso wie unsere erzreaktionären Kulturbereicher gar nicht genug bekommen können von der sozialdemokratischen Ideologie!

Aber zurück zum Thema: Wir leben mittlerweile in der antiautoritären Gesellschaft und entsprechend stellen sich die besagten drei Elemente der Nazipropaganda bei den gegenwärtigen Nazis vollkommen anders dar: Aus der „Rassentheorie“ wurde der Kampf gegen den „Rassismus“, d.h. der rassistische Kampf gegen die „Weißheit“, Träume vom „white genocide“. Aus der Familienideologie, die das Lebensglück der Partner, aber insbesondere das ihrer Kinder, zerstörte, wurde die systematische Zerstörung der Familie durch „Feminismus“, brutalsten ökonomischen Druck und der totalitäre Zugriff der Sozialdemokratie auf das Kind von der Krippe bis zur Universität (was kurioserweise auch dem Ansatz des durch und durch widersprüchlichen Nationalsozialismus entsprach). Der Effekt ist sogar noch größer als der der reaktionären Familienideologie: die Menschen sind noch unglücklicher und können mangels Lebensglück nur noch mit Psychopharmaka und anderen Drogen überdauern. Ähnlich ist es mit der Sexualfeindlichkeit bestellt: „Transgender“ et al. unterminieren die Befriedigungsfähigkeit noch radikaler als alle Verklemmtheit der autoritären Ära zusammengenommen. Die Menschen wissen ja nicht mal mehr, ob sie Männlein oder Weiblein sind!

Der historische Nationalsozialismus hat die „faszinierten“ Massen in den sicheren Untergang geführt und daß der moderne Nationalsozialismus heute genau das gleiche tut… Mach die Augen auf: der Wahnsinn ist allgemein und um dich herum stürmen die Lemminge hocherregt auf den Abgrund zu. Aus „Reinheit“ wurde „Toleranz“ und aus „Ehre“ wurde der maßlose Haß auf das Eigene.

Der verlogene Wilhelm Reich

26. Februar 2017

Man kann sich moralisch über Leute wie Christopher Turner (Adventures in the Orgasmatron) und andere Reich-Kritiker echauffieren und deren Doppelmoral beklagen, daß sie einerseits Reich alle Schlechtigkeiten der Welt andichten, andererseits aber Kinderfickern und pseudowissenschaftlichen Ideologen wie Alfred Kinsey unendlich viel Kredit einräumen. Warum dieser abgrundtiefe Haß auf den integeren, faßt schon „puritanischen“ Reich und diese auffällige Liebe für irre und schlichtweg böse Freaks wie Kinsey?

Wie James DeMeo in seinem Buch In Defense of Wilhelm Reich ausführt, sind praktisch alle Reich-Kritiker wie Turner extrem links zu verorten. Konservative wenden sich typischerweise erst gegen Reich, wenn sie durch Linke dadurch angestachelt wurden. (Man denke nur an den Untertitel von Turners Buch: „Wie Reich die sexuelle Revolution nach Amerika brachte und für die permissive Gesellschaft verantwortlich zeichnet“.) Diese Linken haben eine denkbar unglückbringende Charakterstruktur: die soziale Fassade propagiert Frieden, Gleichheit, Meinungsfreiheit, Toleranz und „Diversity“, dient aber der Durchsetzung des genauen Gegenteils (sekundäre Schicht), der erbarmungslosen Ausmerzung des ideologischen Gegners und der Etablierung eines weltweiten Konzentrationslager-Systems, in dem sie die Wächter sind.

Diese Linken identifizieren sich mit allen, die wie sie selbst ausschließlich in der sozialen Fassade und der sekundären Schicht leben, etwa einem Perversen wie Kinsey, der im Namen der Toleranz Kinderseelen zerstörte. Reich, der fast ausschließlich aus dem bioenergetischen Kern heraus agiert, muß ihnen wie jemand vorkommen, der, wie sie selbst, ein böses Spiel spielt. Entsprechend versucht Turner Reich zu „demaskieren“. Ein Mensch ohne Maske ist ihm unvorstellbar. Beispiel: ein Orgonenergie-Akkumulator in Summerhill kann nicht einfach ein „Orgonenergie-Akkumulator in Summerhill“ sein (schließlich war Neill Reichs bester Freund); nein, es müssen sich Abgründe dahinter verbergen („einge-box-te“ Kinder, Kinder im „Orgasmatron“, das Gegenteil von freier Erziehung und Selbstregulation). Charakterologische Kommunisten wie Turner schließen stets von sich auf andere

Die Tradition im Islam

6. Juli 2016

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bedford-Strohm, fordert mehr islamischen Religionsunterricht und mehr islamisch-theologische Fakultäten an den Universitäten. Anstatt Muslime auszugrenzen, müsse die Gesellschaft die Kräfte im Islam fördern, die für Menschenrechte, Toleranz und Religionsfreiheit einträten (…). Gefördert werden müßten auch diejenigen, die die islamische Tradition selbstkritisch überprüften, so wie das auch hinsichtlich der christlichen Tradition spätestens seit der Aufklärung der Fall sei. Durch islamischen Religionsunterricht könnten muslimische Jugendliche vor fundamentalistischen Abwegen bewahrt werden, erklärte Bedford-Strohm.

An „islamisch-theologischen Fakultäten“ sollen Methoden der kritischen Theologie, die das Christentum seit Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelt hat, auf Mohammed und den Koran angewendet werden. Das ist Augenwischerei! Es kann keine „islamischen Theologen“ geben, nur islamische Rechtsgelehrte! Bei den Angriffen der Staatsmoslems etwa auf Islamkritiker Hamed Abdel-Samad wird schnell klar, worum es im Islam wirklich geht. Er könne vielleicht den Koran auswendig, habe aber keine Ahnung von der Tradition. Man könne nicht einen Vers des Koran herauspicken und deuten, sondern müsse ihn im Lichte der Überlieferung sehen. Sie haben recht! Tatsächlich geht es beim Islam um Tradition und nichts sonst: Ibn Dingsbums sagte Ibn Soundso, daß Ibn Jenerda vor Ibn Dieserda bezeugt habe, Mohammed hätte gesagt… Alles ist ein schier undurchdringliches Netz der „Genealogie“. Entsprechend ist der Koran auch unübersetzbar. Die Staatsmoslems meinen etwa, wenn zitiert werde, der Moslem solle sich keinen Christen zum Freunde nehmen, stehe dies im Zusammenhang mit dem defensiven Glaubenserhalt und stelle damit kein Angriff auf das Christentum dar… Desgleichen mit dem Wort „Sklave“ im Koran, etc. Oder mit anderen Worten: man muß voll und ganz in Islam aufgehen, um ihn zu verstehen; sich in eine Tradition begeben. Der bundesdeutsche Staatsislam ist eine dreiste Lüge.

Siehe dazu auch Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie.