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Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 56

29. Februar 2020

orgonometrieteil12

56. Das autonome Nervensystem

nachrichtenbrief121

11. August 2018

Herztod

29. April 2016

In der MMW (Fortschritte der Medizin) vom 7. April 2011 wird von einer amerikanischen Metaanalyse (Dahabreh IJ, Paulus JK) berichtet, die nachweist, daß sporadische körperliche und sexuelle Aktivitäten mit einem etwa dreifachen Risiko für Myokardinfarkte einhergehen. Das Risiko für einen plötzlichen Herztod wird durch gelegentliche körperliche Anstrengung sogar um das Fünffache erhöht.

Dazu gibt der Münchner Internist und Kardiologe Prof. Dr. H. Holzgreve einen sehr guten Kommentar ab: Zwar würden diese wahrlich erschreckenden Zahlen sowohl bei Fachleuten als auch bei Laien sicherlich Furore machen, doch warne er vor einer Fehlinterpretation. Herzinfarkt und Herztod werden in den untersuchten Studien nämlich nur innerhalb einer Stunde nach der vereinzelten körperlichen Anstrengung erfaßt und diese Stunde dann mit langen anstrengungslosen Zeiträumen, die meist ein ganzes Jahr umfassen, verglichen. „Das bedeutet, daß das absolute Risiko der nur seltenen körperlichen Anstrengung sehr gering ist, nämlich zwei bis drei Herzinfarkte bzw. ein plötzlicher Herztod pro 10 000 Probandenjahren.“

Ohnehin habe der, der sich regelmäßig, d.h. etwa drei- bis fünfmal pro Woche körperlich und sexuell verausgabe, einen Überlebensvorteil gegenüber dem Sport- und Sexmuffel.

Wie geradezu gemeingefährlich derartige Studien sind, hat bereits Reich Anfang der 1940er Jahre in seiner Notiz „Sex-Economy and Medicine: The ‚Dangers‘ of Sexual Intercourse“ diskutiert (International Journal of Sex-Economy and Orgone-Research, Vol. 1, No. 1, March 1942, S. 94f). Dort geht es um ein junges Ehepaar. Der Mann leidet an hohem Blutdruck, die Frau an „Nervosität“. Ihr Hausarzt riet ihnen unter keinen Umständen Geschlechtsverkehr zu haben, da „Geschlechtsverkehr den Blutdruck erhöht, was jede Art von schlimmen Folgen nach sich ziehen kann“. Infolge des Rates stieg der Blutdruck des Mannes immer weiter an und die Frau entwickelte eine schwerwiegende Zwangssymptomatik. Reich beklagt, daß Ärzte in ihrer Ausbildung und in den Fachzeitschriften nichts über die Verbindung zwischen Bluthochdruck, Nervosität und Sexualstauung erfahren. Statt den Patienten die Angst vor den „schlimmen Folgen des Geschlechtsverkehr“ zu nehmen, werden sie von den Ärzten darin bestärkt.

Wäre er gut ausgebildet gewesen, hätte der Hausarzt des Ehepaares durch Sexualaufklärung versucht, den Eheleuten ein gesundes Geschlechtsleben zu ermöglichen. Handelte es sich hingegen um tiefsitzende neurotische Ängste, wäre eine entsprechend tiefgehende Psychotherapie angemessen gewesen.

Bereits Mitte der 1920er Jahre hatte Reich in seiner Studie Die Funktion des Orgasmus ausgeführt, daß Neurosen („Psychoneurosen“) durch Entwicklungsstörungen der bzw. Regression zur infantilen Sexualität entstünden. Sie hätten stets einen stauungsneurotischen („aktual-neurotischen“) Kern durch unmittelbare Störung der motorischen Energieabfuhr. Dies äußere sich in Stauungs- und Herzangst, da die Erregung nicht über das genitale System abfließe und sich so im Vegetativum staue, weshalb Reich auch von „Sexualstauungsneurosen“ spricht, bei der die motorisch nichtabgeführte Genitallibido das vasovegetative System innerviere und für periphere Vasokonstriktion, arteriellen Hochdruck, Herzbeschwerden, Pupillenerweiterung, Versiegen der Speichelsekretion, kalte Schweißausbrüche, Hitze- und Kälteempfindungen, Erschlaffung der Muskulatur mit Tremor, Schwindel, Diarrhöen, etc. verantwortlich sei. Reich vergleicht die Symptome, die frustrierte Genitallibido zeitigt, mit einer Nikotinvergiftung und der sie begleitenden „Herzangst“ und bestätigt so Freuds Intuition über die „toxischen Sexualstoffe“.

In „The Biopathic Diathesis: Arteriosclerosis and Coronary Artery Disease“ (The Journal of Orgonomy, Vol. 4, No. 2, November 1970) führt der orgonomische Internist Robert A. Dew aus, daß Sympathikotonie Grundlage der kardiovaskulären Erkrankungen ist: eine Kontraktion gegen Expansion, d.h. eine reaktive Sympathikotonie. Die Sympathikotonie im Brustkorb kann, neben Arrhythmien, zu Bluthochdruck und weiter zu Arteriosklerose führen.

Reich merkt an:

Es ist durchaus wahrscheinlich, daß (…) Herzklappenfehler und andere Formen organischer Herzerkrankungen eine Reaktion des Organismus auf chronische Hypertonie des Gefäßsystems darstellen. (Die Funktion des Orgasmus, S. 273)

Dew führt den kardiovaskulären Hochdruck auf einen „lebhaften, stark erregbaren Kern“ zurück (siehe dazu Der Krebs, S. 220f), hinzu komme

eine sehr ausgeprägte Beckenblockierung, chronische orgastische Impotenz und eine daraus sich ergebende mächtige Expansion in die höher gelegenen Segmente hinein. Diese nach oben gerichtete Expansion wird eingedämmt durch eine vergleichsweise starke Kontraktion im Brust- und im Halssegment, was einen Großteil der physiologischen und symptomatologischen Störungen hervorruft, die mit der Erkrankung verbunden sind. („The Biopathic Diathesis: Hypertension“, Journal of Orgonomy, 10(2), November 1976, S. 214)

Emanuel Levine, einem der Mitarbeiter Reichs, zufolge zeige sich die spezifische Panzerstruktur beim Bluthochdruck darin, daß „der Hochdruckpatient gewöhnlich ein rötliches Gesicht hat. Die unteren Segmente jedoch blaß wirken“ („Treatment of a Hypertensive Biopathy with the Orgone Energy Accumulator“, Orgone Energy Bulletin, 3(1), January 1951, S. 24).

Reich vertrat die Ansicht, daß kardiovaskuläre Biopathien ihre Ursache hauptsächlich in einer Verschiebung von sexueller Energie aus dem Genitalbereich in die obere Körperhälfte haben. Einige neuere Ergebnisse unterstützen diese Auffassung. (Sean Haldane und Adolph E. Smith: „Das Konzept der Biopathie: Bestätigungen aus neueren Ergebnissen der Verhaltensendokrinologie“, Wilhelm Reich Blätter, 4/77, S. 106-110)

Die Anlage für Arteriosklerose und andere Erkrankungen der Koronararterien zeigt sich bei der orgontherapeutischen Mobilisierung des reaktiv in einer Einatmungshaltung festgehaltenen Brustsegments, wobei, so Dew, stets tiefe Trauer und Sehnsucht an die Oberfläche kommt. Unsere Sprache bringe die Verbindung zwischen Trauer, Sehnsucht und dem Herzbereich sehr klar zum Ausdruck. Reich hat die Emotion Sehnsucht als Energiefluß definiert, der in den Brustbereich und die Arme geht. Gegen diese parasympathische Expansion kommt es reaktiv zu der festgehaltenen sympathischen Inspirationshaltung. Das besondere ist nun, daß diese äußere mit Vasokonstriktion verknüpfte Sympathikotonie einhergeht mit einer zentralen Parasympathikotonie. Der Parasympathikus hemmt jedoch die Herztätigkeit, obwohl das Herz wegen der peripheren durch den Sympathikus hervorgerufene Gefäßverengung mehr leisten muß. Die für das Herz fatale Gleichzeitigkeit dieser beiden Faktoren stellt die biopathische Diathese der Arteriosklerose dar (Dew, S. 198-200).

Levine hatte 20 Jahre zuvor geschrieben:

Der allgemeine Hintergrund des Koronararterienverschlusses wurde von Reich beschrieben. Er fand, daß der Koronarverschluß sich aus starken expansiven Bewegungen in der Brust ergibt, denen starke Kontraktionen im gleichen Segment entgegenstehen und daß wegen Blockaden in den Schultern und im Zwerchfell, die schraubstockartige Kontraktion nicht anderswo freigesetzt werden kann, was schließlich zur Koronarruptur führt. („Observations on a Case of Coronary Occlusion“, Orgone Energy Bulletin, 4(1), January 1952, S. 46)

Baker bringt eine interessante Beobachtung über die hier besprochenen Herzerkrankungen vor:

Bei diesen Herzschäden findet man sogar schon Jahre, bevor eine körperliche Erkrankung auftritt, immer eine Trias von extrem schmerzhaften Punkten, einen unterhalb der linken Brustwarze, einen zweiten oberhalb der Brustwarze und den dritten in der linken Achselhöhle. Eine Lockerung des Krampfes an diesen Punkten lindert die Herzsymptome. Bei der paroxysmalen Tachykardie kann durch diese Methode keine Linderung erreicht werden, wenn der Patient ein Chininpräparat nimmt. (Der Mensch in der Falle, S. 290)

Ein anderer sehr interessanter Punkt stammt von Levine: Bei Frauen können die Brüste als Sicherheitsventil für den biopathischen Druck im Brustkorb wirken und er fragt, ob dies erklärt, „daß Koronararterienverschluß bei unter Bluthochdruck leidenden Frauen weit weniger häufig ist als bei unter Bluthochdruck leidenden Männern“ („Treatment of a Hypertensive Biopathy…“, S. 33).

Reich selbst litt der Autopsie zufolge unter Arteriosklerose, als er 1957 an seinem zweiten Herzinfarkt verstarb: „Herzmuskelschwäche mit plötzlichem Herzversagen, das mit einer generellen Arteriosklerose und einer Sklerose der Herzkranzgefäße verbunden war“ (Myron Sharaf: Fury on Earth, New York 1982, S. 477). In den Originalunterlagen aus dem Gefängnis heißt es: „myokardiale Insuffizienz aufgrund einer kalzifizierten Aortenstenose, die mit einem generalisierten arteriosklerotischen Herzen und einer Koronarsklerose verbunden war“ (Jerome Greenfield: „Wilhelm Reich in Prison“, International Journal of Life Energy, Vol. 2, No. 1, Winter 79-80, S. 49). Zu Beginn der Haft „stellten Mediziner bei Untersuchungen ein ‚besonders raues anschwellendes systolisches Herzgeräusch‘ Grad 2 fest” (ebd., S. 25). Außerdem heißt es in den Unterlagen, daß

zur Zeit seines Todes eine Grippeepidemie in der Anstalt wütete; (…) die histopathologische Untersuchung zeigte eine eitrige Bronchopneumonie. Meiner Meinung nach weisen diese Umstände auf einen Tod durch Komplikationen in einem Fall von asiatischer Grippe hin. (ebd., S. 48)

Im Oktober 1951 hatte sich der erste Herzinfarkt ereignet und Reich erkrankte schwer an Myokarditis (Elsworth F. Baker: „My Eleven Years With Wilhem Reich“, Journal of Orgonomy, 12(2), November 1978, S. 181). Übrigens gab er aus diesem Anlaß das Rauchen auf. „Zwei Jahre zuvor hatte er wegen eines Tachykardie-Anfalls einen Herzspezialisten konsultiert, der festgestellt hatte, daß er an Bluthochdruck litt“ (David Boadella: Wilhelm Reich, München 1980, S. 255; siehe auch Ilse Ollendorff: Wilhelm Reich, München 1975, S. 127).

Betrachten wir nun die oben beschriebene biopathische Anlage, fällt auf, daß Reich in seinen letzten Jahren auffällig oft über „kosmische Sehnsucht“ geschrieben hat. Auch kann man bei ihm wohl tiefe Trauer über die Tragödie seiner Ursprungsfamilie und diverse weitere Brüche in seinem Leben annehmen. „Heartbreak“ war eines von Reichs Lieblingswörtern (Fury on Earth, New York 1983, S. 20). Ilse Ollendorff erinnert sich über Reichs Herzanfall: „Er sagte damals, daß jeder Herzanfall in Wirklichkeit ein gebrochenes Herz ist“ (Ollendorff, S. 141). In diesem Zusammenhang erwähnt sie einen Brief an Neill, den Reich wenige Tage vor seinem Herzanfall schrieb und in dem er seine herzzerreißende Einsamkeit beklagte (ebd., S. 142f).

Die orgonomische Behandlung von zwei Fällen von Panikattacken (Teil 2)

10. November 2014

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Alberto Foglia: Die orgonomische Behandlung von zwei Fällen von Panikattacken (Teil 2)

acologo

Biogenese und Krebsschrumpfungs-Biopathie (Teil 8)

30. September 2013

Zu Grundsätzlichem über die Krebs-Behandlung mit dem Orgonenergie-Akkumulator siehe Chester M. Raphael/Helen E. MacDonald: „Orgonomic Diagnosis of Cancer Biopathie: V. Indications for the Use of the Orgone Energy Accumulator“ (Orgone Energy Bulletin, 4(2), April 1952, S. 116).

(…) jedes Geschwür, das auf Orgonenergie reagiert, muß krebsartig sein; (…) jedes gutartige Geschwür (…) wie ein Fibrom, ein Lipom oder eine Zyste, würde auf Orgonenergie nicht reagieren. (Simeon J. Tropp: „Orgone Therapy of an Early Breast Cancer“, Orgone Energy Bulletin, 2(3), July 1950, S. 132)

(…) gutartige Wucherungen werden durch einen Überschuß an Energie verursacht, während bösartige Wucherungen durch den Erstickungstod des Gewebes aufgrund mangelnder Energie verursacht werden. (ebd., S. 133)

Am besten reagieren Brusttumoren, während Tumoren in inneren Organen wie der Leber, weniger effektiv ansprechen (N.N.: „Orgonomic and Chemical Cancer Research – A Brief Comparison“, Orgone Energy Bulletin, 2(3), July 1950, S. 141).

Ganz allgemein gilt, daß Unterladungsbiopathien, das sind chronische Krankheiten aufgrund von zuwenig Bioenergie, durch Orgonbestrahlung günstig beeinflußt werden. Dazu gehört z.B. Krebs, Polyarthritis, Schizophrenie und Depression. Bei Überladungsbiopathien wie Epilepsie und Gefäßerkrankungen im weitesten Sinne ist OR-Bestrahlung kontraindiziert. (Lars Jörgenson: Ein Überblick über die Grauzone in der Wissenschaft, Berlin 1988, S. 151).

Wie der Orgonenergie-Akkumulator bei der klassischen Überladungstherapie wirkt, hat Emanuel Levine beschrieben: „(…) der Akkumulator hat eine vagotone Wirkung, die beim Hypertoniker der Sympathikotonie entgegewirkt” (Levine: „Treatment of a Hypertensive Biopathy with the Orgone Energy Accumulator“, Orgone Energy Bulletin, 3(1), January 1951, S. 32). Übrigens ist es genau dieser vagotone Effekt, der Asthma durch Orgonakkumulator-Behandlung verschlimmert (Michael Silvert: „On the Medical Use of Orgone Energy“, Orgone Energy Bulletin, 4(1), January 1952, S. 51).

Das eigentlich Problem der Krebsbehandlung mit dem Orgonenergie-Akkumulator ist die Autointoxikation:

Wir haben bisher nur eine Richtung der T-Bazillenwirkung kennengelernt. Gewebsschädigung → T-Bazillen → bionöser Gewebszerfall → Organisation von Protozoen (Krebszellen) aus den Gewebs-PA-Bionen. Dieser Prozeß verläuft also vom T-Bazillus zu höheren biologischen Gebilden. Nun gibt es auch den umgekehrten Prozeß, der im Zerfall der Krebszellen zu T-Bazillen und in folgender verstärkter Fäulnis besteht: Krebszelle → T-Bazillen → allgemeine Blut- und Gewebsfäulnis und T-Intoxikation. Die eigentliche Todeswirkung ist nicht der Bildung von Krebszellen, sondern dem sekundären T-Zerfall zuzuschreiben. War die Gewebsschädigung vorher lokal begrenzt, waren die T-Bazillen nur in geringer Zahl zur Entwicklung gebracht, so bewirkt der Zerfallsprozeß der Krebsgeschwulst eine riesenhafte Beschleunigung und allgemeine Ausbreitung der Fäulnis im Körper: Blutfäulnis und T-Bazillen-Intoxikation des körperlichen Säftesystems. Wir sehen daher, daß Krebskranke sich monate-, ja jahrelang recht und schlecht aufrechthalten können, bis wie mit einem Schlage der allgemeine Verfall, rasche Kachexie und Tod einsetzen. Die zweite Phase, der Zerfall der Krebsgeschwülste in faulige, putride Massen dauert im Gegensatz zu der langen Zeit der Geschwulstbildung nur wenige Wochen. T-Bazillen-Bildung und Fäulnis sind also sowohl Ursache wie Folge der Krebsbiopathie. (Der Krebs, Fischer TB, S. 292f)

Im krassen Gegensatz zur klassischen Krebstherapie sieht Reich das Problem weniger in der Zerstörung des ja biologisch äußerst schwachen Tumors, sondern vielmehr in der Ausscheidung der Zerfallsprodukte aus dem Körper. „Das Problem der Krebsheilung verschiebt sich somit für die Orgontherapie von der Zerstörung des Tumors auf die Unschädlichmachung und Ausscheidung der Zerfallsprodukte“ (ebd., S. 244).

Reichs „erfolgreich“ mit Orgon behandelte Labormäuse starben.

Zwar gelang es (…), Tumoren durch orgonotische Aufladung des Blutes zu zerstören. Aber Leben und Tod der behandelten Mäuse hingen wesentlich davon ab, ob und in welcher Weise das tote Tumormaterial aus dem Körper ausgeschieden wurde. Viele Mäuse starben im Verlaufe dieser Versuche nicht an der Krebsgeschwulst und nicht an T-Intoxikation, sondern (nach dem berühmten Satze „Operation gelungen, Patient tot“) an verstopften Nierenkanälchen und Lymphdrüsenwegen, an riesenhaft vergrößerter Leber und Milz. Es sind die Organe, die die Aufgabe haben, den Detritus auszuscheiden. Besonders typisch war die Verstopfung der Nierenkanälchen. Je größer der Tumor war, der zerstört wurde, desto größer wurde diese Gefahr. Die Mäuse starben nicht an Krebskachexie und nicht an fauligem Gewebs- und Blutzerfall. Sie sahen beim Tode gut aus, hatten glattes Fell, waren nicht abgemagert. Sie starben an den Versuchen, die Produkte des Tumorzerfalls auszuscheiden. (ebd., S. 312)

Entsprechendes fand sich auch bei Reichs menschlichen Krebspatienten (ebd., S. 330f).

Eva Reich hat gegen die Autointoxikation später spezielle Diäten vorgeschlagen, etwa die von Gerson. Die stark strahlenden Bione, etwa aus frisch gepreßten Obstsäften, zerstören mit ihrer reinen Orgonenergie die T-Bazillen im Körper und helfen beim Ausscheiden (Eva Reich: „I was the Strange Doctor“, International Journal of Life Energy, Vol. 1, No. 1 (o.J.), S. 40f). Schon Reich selbst hat die orgonotische Potenz von Nahrungsmitteln untersucht (Der Krebs, S. 82-85), daraus aber keine Diätik abgeleitet.

Wegen der Autointoxikation ist auch in der Orgonomie das Wegoperieren des Tumors eine Option, womit aber die Therapie nicht abschließt, sondern erst anfängt, bzw. deren Abschluß unproblematischer macht (N.N.: „Public Responsibility in the Early Diagnosis of Cancer“, Orgone Energy Bulletin, 1(3), July 1949, S. 110-116). Jedenfalls hat Reich aufgrund der beschriebenen Komplikationen in besonderen Fällen auch in der Orgontherapie des Krebses ausdrücklich die Entfernung des Tumors nahegelegt (siehe sein „Prefatory Note“ zu Simeon J. Tropp: „Medical Orgonomy: Limited Surgery in Orgonomic Cancer Therapy“, Orgone Energy Bulletin, 3(2), April 1951, S. 81-89).

(…) es sollte wenig einzuwenden sein gegen das Entfernen einer faulenden Masse, die durch das Verbreiten von Abbauprodukten und eine erhöhte Belastung der Ausscheidungsorgane zu einer generellen Vergiftung beiträgt. In diesem Zusammenhang sollte darauf hingewiesen werden, daß dem orgonomischen Arzt häufig vorgeworfen wird, notwendige medizinische und chirurgische Interventionen zu behindern. Jedem sollte bewußt sein, daß sich der orgonomische Arzt in erster Linie mit dem Krankheitsprozeß befaßt ist, dem gestörten Funktionieren hinter dem betreffenden Symptom oder Tumor. Er weiß, daß die Linderung des Symptoms oder das Entfernen des Tumors gute Medizin ist, solange es nicht zusätzliche Belastungen für den Organismus mit sich bringt durch das Bewältigen zerstörerischer Chemikalien oder den Schock radikaler chirurgischer Eingriffe oder Strahlentherapie. (Chester M. Raphael: “Confirmation of Orgonomic (Reich) Tests for the Diagnosis of Uterine Cancer”, Orgonomic Medicine, 2(1), April 1956, S. 36-41)

Besonders auf den Artikel Eva Reich: „Early Diagnosis of Cancer of the Uterus (CaV) (Case No.13)“ (CORE, 7(1,2), March 1955, S. 47-53) ist zu verweisen, in dem von einem Fall berichtet wird, bei dem Reich aufgrund seiner Diagnose die Radikalentfernung des Uterus vorschlug, während andere Ärzte nichts feststellen konnten. Als endlich nach Jahren auch die traditionellen Diagnosetechniken ansprachen, war es zu spät und die Patientin starb.

Der Pfeil zeigt auf drei T-Bazillen, die größeren schwarzen Flecken sind Kohlebione:

Krebstballienbione