Archive for the ‘Wissenschaft’ Category

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 14

25. April 2019

orgonometrieteil12

14. Übertreibt es die Orgonomie mit dem Analogieschluß?

Der Orgon-Akkumulator (Teil 5)

21. April 2019

von Bernd Laska

Großer Akku für Körperganzbestrahlung

A. Herstellung eines Wandelements

  1. Rahmen aus Tischlerplatten zusammenschrauben oder –nageln, Dämmplatte draufnageln (Nägel mit breitem Kopf), umdrehen
  2. In den flachen Kastenabwechselnd Stahlwolle- und Mineralwolle-Schichten einlegen bis etwa ¼ der Wandstärke übersteht. Schichten mit Stahlblech zusammendrücken und Stahlblech rundum annageln. Vorher müssen Löcher ins Blech gebohrt oder durchgeschlagen worden sein.

 

B. Akku in zusammengesetzter Form

 

Kleiner Akku für lokale Betrahlung („Shooter“)

Aus 8 Holzstäben 40/40 mm – entstehen 2 Rahmen (zusammenleimen) + 4 weitere Holzstäbe 40/40 mm + 8 lange Nägel (80 mm) ergibt das Gerüst oben rechts

oben rechts: Schnittdarstellung des zusammengesetzten Akkus

um das [oben dargestellte] Gerüst herum Dämmplatten nageln; Schichten einlegen; oben offenen Blechkasten hineinstellen

loser Deckel nach Prinzip „großer Akku“ gebaut, aber überstehendem Rand

Fertigmaße außen 40/40/40 cm

flexibler Stahlschlauch 1,50 m mit Eisentrichter; beides mit Tesakrepp außen umwickeln

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors. Aus: Wilhelm Reich Blätter 4/76.

Der Orgon-Akkumulator (Teil 4)

20. April 2019

von Bernd Laska

4. Bauanleitung

(a) Für Beratung beim Bau eines Akkus haben sich gemeldet: Manfred Hinz (…) Rony Werams (…)

(b) Materialbezugsquellen:

Dämmplatten (bei Reich auch als Celotex bezeichnet), Tischlerplatten für Rahmen und Holzteile liefert jeder Schreiner. Wegen Maßgenauigkeit und vor allem Rechtwinkligkeit am besten gleich zuschneiden lassen.

Mineralwolle (Glaswolle auch möglich) gibt es im Baustoffhandel (Markenname zB ISOVER)

Stahlblechtafeln, verzinkt, kann man beim Klempner/Spengler bestellen. Es wird empfohlen, diese ebenfalls gleich auf das Fertigmaß zuschneiden zu lassen.

Stahlwolle (Nr. 3 oder 4) wird in größeren Mengen benötigt; deshalb am besten im Großhandel oder ab Hersteller kaufen (…).

Metallschlauch, flexibel (bei Reich auch als BX-Kabel bezeichnet), für kleinen Akku (‚shooter‘) bekommt man bei einigen Autozubehörhandlungen oder Elektroinstallationsbedarfshandlungen (Magnet mitnehmen, um zu prüfen, ob es tatsächlich Stahl ist!). Brauseschläuche sind aus Leichtmetall mit Plastik innen, also ungeeignet.

(c) Größe des Akkus

Die Größe des Akkus ist abhängig von der Größe der ihn benutzenden Person. Wenn man entspannt drin sitzt, soll der Abstand zu den Innenwänden nie kleiner als 5 oder größer als 10 cm sein. Der in der Zeichnung dargestellte Akku enthält Maßangaben für eine Körpergröße von 1,75 m. Er dürfte somit für Personen, die zwischen 1,70m und 1,80 groß sind, bequem zu benutzen sein. Bei anderer Körpergröße sind die Maße entsprechend abzuändern.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors. Aus: Wilhelm Reich Blätter 4/76.

Der Orgon-Akkumulator (Teil 3)

19. April 2019

von Bernd Laska

3. Funktionsprinzip des Orgon-Akkumulators

Der Akku funktioniert aufgrund der folgenden Eigenschaften der Orgonenergie, die Reich in ausführlichen Versuchsreihen ermittelt hat:

1) Orgonenergie erfüllt den gesamten Raum, durchdringt alle Materie, aber verschiedene Stoffe mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Sie ist also überall vorhanden, lediglich in unterschiedlicher Dichte bzw. Konzentration. Akkus funktionieren also überall.

2) Material, das ein guter Isolator bzw. eine schlechter Leiter für elektrische Energie ist, zieht Orgonenergie an. Gute Leiter (in der Regel also Metalle) dagegen ziehen Orgon zwar ebenfalls an, stoßen es aber sofort wieder ab.

In den Schriften Reichs wird für Isolator auch oft ‚organisches‘ oder ‚nicht-metallisches‘ Material verwendet. Konkret wird heute als Metall verzinktes Stahlblech (Aluminiumblech wirkt schädlich!) und Stahlwolle und als Isolator Dämmplatten und Mineralwolle (nicht Watte, da wasseranziehend!) benutzt.

Der Akku besteht nun im Prinzip aus einem allseitig geschlossenen Kasten, dessen Wände aus beliebig vielen Doppelschichten von elektrisch leitendem und isolierendem Material bestehen, und zwar so, daß die Metallschicht jeweils auf der Innenseite liegt. Einzelheiten siehe Bauanleitung.

Die Wirksamkeit eines Akkus hängt von folgenden Parametern ab:

(a) Art des Isolatormaterial: zB Plastik besser als Holz

(b) Art des Metalls: für med. Zwecke nur Eisen bzw. Stahl

(c) Höhe der relativen Luftfeuchtigkeit in der Atmosphäre, weil Wasser Orgon absorbiert: je trockener desto besser

(d) Geografische Breite: je näher am Äquator desto besser

(e) Höhe über Meeresspiegel: je höher desto besser

(f) Anzahl der Schichten: je mehr desto besser. Die Wirksamkeit nimmt aber nicht linear mit der Schichtzahl zu, wie durch elektroskopische Messungen festgestellt wurde. So ergab sich für einen 1-schichtigen (dh. mit einer Doppelschicht) Akku eine Konzentration 3 mal so hoch wie in der Atmosphäre, ein 3-schichtiger Akku hatte aber nur die 4-fache Konzentration und ein 10-schichtiger gar nur eine 6-fache, also nur eine doppelt so starke wie der 1-schichtige.

(g) Abstand des Körpers zur Innenwand während einer Sitzung: je näher desto besser, aber nicht berühren!

(h) Anzahl der Akkus in einem Raum oder Gebäude: je mehr desto höher ist schon die allgemeine Orgonkonzentration, also auch Akkumulation.

Konzentration der Orgonenergie im Akku ist objektiv demonstrierbar durch Messung der Temperaturdifferenz zwischen oberem Akkuinneren und der Umgebung. Dieser Effekt wurde seinerzeit zuerst von Einstein bestätigt, dann aber (wohl wegen seiner fundamentalen Erschütterung des theoretischen Gebäudes der Physik) konventionell weggedeutet, zu Unrecht, wie Reich meint und belegt hat (siehe hierzu auch den Artikel „Die Begegnung Einstein-Reich“ in den WRB 1/76).

Weitere Möglichkeiten zur Objektivierung des Orgons durch Messungen am Akku bestehen mit dem Elektroskop und dem Geiger-Müller-Zähler. Einzelheiten hierzu würden jedoch im Rahmen dieses Artikels zu weit führen.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors. Aus: Wilhelm Reich Blätter 4/76.

 

Der Orgon-Akkumulator (Teil 2)

18. April 2019

von Bernd Laska

2. Entstehungsgeschichte

Der Akku war nicht eine geniale Idee, die Reich plötzlich hatte, sondern das Resultat jahrelanger, intensiver Forschungsarbeit.

Nach gut einem Jahrzehnt klinischer Arbeit auf psychoanalytischer Grundlage war Reich etwa um 1932/33 an die Grenzen der Psychologie gestoßen. Sicher gab es (und gibt es auch heute) noch zu erforschende Details; aber das war für den Pionier Reich keine Aufgabe, er wollte nicht in die Breite forschen, sondern in die Tiefe.

Da Reichs Orientierung von Anfang an naturwissenschaftlich war, hielt er sich neben seiner sonstigen Tätigkeit über die Entwicklungen in anderen Wissenschaften wie Biologie, Medizin, Physiologie etc. auf dem laufenden. Zudem wuchs mit seinen Einsichten in die Ursachen der Neurosenentstehung sein gesellschaftspolitisches Engagement, sodaß man kaum erwarten konnte, daß Reich sein Leben wie die meisten Psychoanalytiker mit dem einträglichen Kurieren von Neurosen verbringen würde.

Die wesentlichen Erkenntnisse, die mit der psychoanalytischen Methode gewonnen worden waren, hielt Reich gegen die ‚revisionistischen‘ Bestrebungen von vielen Analytikern und Freud selbst fest und brachte sie mit Erkenntnissen in Verbindung, die aus anderen Naturwissenschaften kamen. Er integrierte ausgewählte Ergebnisse aus Physiologie, Biochemie (speziell Kolloidchemie) und Biologie, die er mit eigenen charakteranalytischen Erkenntnissen zu einer ganzheitlichen Theorie vom Menschen zu entwickeln suchte. So stammt zB das Konzept der vegetativen Strömung vom Berliner Internisten Friedrich Krause. Auch die Untersuchungen von Walter und Käthe Misch zur Biochemie von Lust und Angst sowie L.R. Müllers Forschungen zum vegetativen Nervensystem ergänzten sich in Reichs Sicht gegenseitig und mit seinen eigenen Konzepten. Während dieses Jahres intensiven Studiums (1934) im dänischen Exil machte Reich selbst keine neuen Entdeckungen; er verarbeitete die erwähnten und weitere bisher kaum miteinander in Beziehung gebrachte Ergebnisse der Spezialwissenschaften zusammen mit eigenen Theorien zu dem fundamentalen biologischen Konzept der „psychosomatischen Identität und Gegensätzlichkeit“.

In diesem Prozeß der Aufarbeitung aller ihm in diesem Zusammenhang relevant erscheinenden Theorien tauchten bald Fragestellungen auf, deren Beantwortung er selbst in Angriff nehmen mußte. Er frischte also seine alten experimentellen Kenntnisse wieder auf, erweiterte sie und ging mit einigen speziell ausgebildeten Mitarbeitern diese neuen Probleme an. So kam es zu den elektrophysiologischen Versuchsreihen zur Angst und Sexualität (lange vor Masters/Johnson und mit anderer Zielrichtung) und zu den Bionversuchen.

Trotz der schlechten äußeren Bedingungen der Emigration waren die Jahre 1933-39 eine sehr fruchtbare Periode in Reichs Leben. Auch im ideologischen Bereich fand in diesen Jahren eine entscheidende Veränderung statt. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem französischen Vitalisten Roger DuTeil bei den Bionversuchen und unter dem Eindruck der Entwicklung im ‚sozialistischen Lager‘ löste sich Reich langsam vom offiziellen Marxismus, ohne jedoch die Ziele aufzugeben, die einst ihn und viele andere zum Marxismus geführt hatten.

Bei seinen elektrophysiologischen Vorsuchen und bei der Arbeit mit den Bionkulturen arbeitete Reich noch immer mit dem Konzept der Bioelektrizität. Einige Ergebnisse paßten dort jedoch überhaupt nicht hinein, sodaß sich Reich gezwungen sah, die Existenz einer energetischen Strahlung außerhalb des elektromagnetischen Spektrums zu postulieren, die er Orgonenergie nannte.

Dieser so konsequente Weg Reichs, der hier nur ganz grob skizziert werden konnte, ist allgemein wenig bekannt und deshalb hier dem eigentlichen Thema vorangestellt.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors. Aus: Wilhelm Reich Blätter 4/76.

Der Orgon-Akkumulator (Teil 1)

17. April 2019

von Bernd Laska unter Verwendung der Veröffentlichungen von Wilhelm Reich und Material, das von Manfred Hinz (München) und Rony Werams (Stuttgart) zur Verfügung gestellt wurde.

1. Einleitung

Über den Orgon-Akkumulator (im folgenden: Akku) kursieren seit eh und je die abenteuerlichsten Gerüchte, unabhängig davon, ob der Zugang zu seriöser Information darüber in jedem Fall leicht oder schwierig war. In ihrer Mehrzahl haben diese Gerüchte erkennbar die Funktion der Abwehr von Reichs Theorien insgesamt (und hier besonders die der Sexualität), wie auch die Gerüchte über seine Person und das oft auffällig im Vordergrund stehende Interesse zu diskutieren, ob Reich denn „wirklich verrückt geworden“ sei. Beispiele hierzu brauche ich wohl nicht anzuführen; sie dürften den meisten Lesern aus eigener Erfahrung geläufig sein.

Im folgenden soll daher in etwas komprimierter Form alles für einen potentiellen Benutzer Wesentliche über den Akku zusammengestellt werden, da die Angaben in den bisher auf deutsch veröffentlichten Schriften Reichs in dieser Beziehung nicht detailliert genug sind.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors. Aus: Wilhelm Reich Blätter 4/76.

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 9

10. März 2019

orgonometrieteil12

9. „Reichianer“

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 7

5. März 2019

orgonometrieteil12

7. Orgonomie 4.0

Die Begegnung Wilhelm Reich – Albert Einstein (Teil 3)

1. März 2019

von Bernd Laska

 

Reich war sich lange Zeit nicht im Klaren, warum sich Einstein auf solche Art und Weise zurückgezogen haben mag, wo er doch anfangs großes Verständnis und Interesse gezeigt und auch kooperiert habe. Im Kreise seiner Mitarbeiter gab es eine Reihe von Theorien darüber, die natürlich alle nicht überprüfbar waren. Als dann am 17.3.1950 in der New York Times eine Meldung erschien, nach der Einsteins früherer Assistent Leopold Infeld – aus Polen gebürtig und 1936 emigriert – in seine Heimat zurückkehrte, glaubte Reich das Rätsel um Einsteins Verhalten gelöst: als Teil einer kommunistisch gelenkten Kampagne gegen ihn. Das war nun keineswegs eine Wahnidee aus heiterem Himmel. Wer Reichs Dokumentensammlung /3/ zu diesem Komplex gelesen hat und sich bewußt ist, daß das Dokumentierbare nur die Spitze eines Eisbergs sein mag, findet diese Einordnung des Falles Infeld nicht so absonderlich. Daß Infeld Marxist war, geht schon aus der Tatsache hervor, daß er in das stalinistische Polen ging; aber auch in seiner Autobiographie /4/ bezeichnet er sich als „undogmatischen Marxisten“, der von den Taten der Stalin-Ära erst nach dem XX. Kongreß der KPdSU erfuhr (S. 194 und 170). Allerdings hat er, nachdem er von 1936-38 Einsteins Assistent war, bis zum Ende des 2. Weltkrieges an der Universität Toronto Mathematik gelehrt und Einstein in dieser Zeit („soweit ich mich erinnere“) nicht gesehen.

Die Sache ist nie weiter aufgeklärt worden. Man sollte vielleicht auch mal versuchen, sich die Atmosphäre unter Amerikas Physikern (davon viele deutsche Emigranten) vorzustellen, als in Deutschland Otto Hahn die erste Uran-Atomkernspaltung gelang. Auch Einstein, der zwar nicht zur engeren Kreis der Physiker des (Atombomben-) Projektes „Manhattan“ gehörte, war hier sehr engagiert. Außerdem war er von der jungen Physikergeneration theoretisch isoliert, weil er sich weigerte, die von Heisenberg und anderen begründete Quantenmechanik voll anzuerkennen („Gott würfelt nicht!“). Er arbeitete an einer Theorie, die auf seiner ursprünglichen aufbaute und der Quantenmechanik überlegen werden sollte. In dieser Situation kam ihm die Reich-Sache sicher nicht gelegen, zumal Reichs Theorie, wie sich später herausstellte, die Annahme eines Äthers erforderte. Einstein mag diese Konsequenz geahnt und sich deshalb zurückgezogen haben, denn sein Lebenswerk ruhte nun mal auf der Abschaffung des Ätherkonzeptes. (/5/)

Wie dem auch gewesen sein mag: ob kommunistisch gelenkte Kampagne, ob ein einzelner marxistisch oder sonst feindselig gesinnter Assistent, ob Gerüchte aus Psychoanalytikerkreisen oder ob Einsteins eigener Entschluß es war, für uns bleibt wichtig:

  1. Einstein hat die Temperaturdifferenz zwischen Akku und umgebender Luft als „Bombe“ für die Physik bezeichnet.
  2. Einstein hat die Temperaturdifferenz durch eigene Messungen bestätigt, sie dann aber auf konventionelle Art gedeutet.
  3. Reich hat weitere Experimente unter Ausschaltung der Möglichkeit von Konvektion gemacht und den gleichen, im Freien noch deutlicher auftretenden Effekt erzielt und dies Einstein mitgeteilt.
  4. Einstein hat sich auf merkwürdige Art aus der Affäre gezogen.

Die Temperaturdifferenz wurde später von Reich und anderen ungezählte Male bestätigt und war Grundlage für Reichs weitere Arbeit. Von der etablierten Wissenschaft sind Reichs Arbeiten aber nie mehr ernst genommen und überprüft worden.

 

Literatur:

/3/ Conspiracy – An Emotional Chain Reaction, Rangeley USA 1954
/4/ Leopold Infeld, Leben mit Einstein, Zürich 1969
/5/ Ronald Clark, Einstein – Leben und Werk, Essligen 1974

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors. Aus: Wilhelm Reich Blätter 2/76N.

Die Begegnung Wilhelm Reich – Albert Einstein (Teil 2)

28. Februar 2019

von Bernd Laska

 

Die Kontaktaufnahme mit Einstein als weltberühmter Autorität ist unbedingt auf dem Hintergrund obiger Überlegungen zu sehen. Es spielt natürlich auch eine Rolle, daß Reich kein Physiker war, und die Fülle seiner Entdeckungen ihm allein über den Kopf gewachsen war. Im wesentlichen war es aber ein erneuter Versuch, sein „Einzelkämpferdasein“ zu durchbrechen.

Was in /2/ über die „Einsteins-Affäre“ gesagt ist, will ich hier nicht im einzelnen wiederholen, sondern mehr auf die sachlichen Einzelheiten, wie sie aus /1/ hervorgehen zu sprechen kommen.

Reichs Treffen mit Einstein fand am 13.1.1941 statt und dauerte fünf Stunden. Einstein war sehr beeindruckt und bezeichnete das Phänomen der Temperaturdifferenz zwischen Akku und umgebener Luft als „Bombe“ für die Physik, wenn es einwandfrei gesichert werden könnte. Er führte selbst Messungen durch und kam zu ähnlichen Ergebnissen wie Reich. In seinem Brief vom 7.2.1941 /1/ stellte er jedoch fest: „…einer meiner Assistenten machte mich nun darauf aufmerksam, daß in Räumen…stets die Bodentemperatur niedriger ist als die Temperatur an der Decke. Wenn nun eine horizontale feste Platte (die Tischplatte, auf der der Akku beim Experiment stand, B.L.) vorhanden ist, so kommuniziert die Unterseite der Platte durch Konvektion mehr mit dem Boden, die Oberseite mehr mit der Decke…Dieser Umstand hat sich schließlich als der maßgebende herausgestellt…Durch diese Experimente halte ich die Sache für völlig aufgeklart.“

Obwohl Reich das Problem der Konvektion schon von seinen früheren Versuchen her kannte und diesen Einfluß bereits eliminiert hatte, führte er eine Reihe unterschiedlicher Experimente durch, bevor er Einstein am 20.2.1941 einen langen Antwortbrief schrieb. Der erste Teil des Briefes besteht aus einer Beschreibung der Versuche sowie Angabe der Meßergebnisse und einer zusammenfassenden Abhandlung. Reich hatte folgende Experimente durchgeführt:

1. im Raum
1.1 Anordnung des Raumthermometers ebenfalls über der Tischplatte (bei Einstein hing es neben der Tischplatte frei im Raum).
1.2 Anbringung einer zweiten Holzplatte ca. 1m über der Tischplatte, auf der der Akku stand, zur Unterbrechung der Konvektionswirkung von der Decke.
1.3 Ersatz der Holztischplatte durch eine Metallplatte (besserer Wärmeleiter).
1.4 Akku frei im Raum hangend ohne Tisch.

In allen Fällen ergab sich die Temperaturdifferenz zwischen dem Akkuinnern und der umgebenden Luft.

2. im Freien
Hier ergab sich eine noch stärkere Temperaturdifferenz, weil die Einflüsse von Wanden, Tischen usw. entfielen.

Der zweite Teil des Briefes bestand aus einer ausführlichen Beschreibung des biophysikalischen Kontextes zum Temperaturphänomen, um dem Eindruck entgegenzuwirken, dieses stünde isoliert und mehr zufällig zur Debatte.

Auf diesen sehr sachlichen Brief Reichs antwortete Einstein nicht mehr. Anfangs glaubte Reich, Einstein würde noch weitere Kontrollexperimente machen, um ganz sicher zu gehen. Am 23.9.41 berichtete Reich in einem Brief an Einstein ergänzend von Messungen, die er im Sommer bezüglich der Entladungsgeschwindigkeit des Elektroskops in Abhängigkeit von Wetteränderungen durchgeführt habe. Am Schluß deutete er dezent an, daß er auf eine Nachricht Einsteins wegen der Temperaturdifferenz warte. Immerhin war er bereits seit mehr als einem halben Jahr ohne Antwort. Aber Einstein reagierte nicht mehr.

Es ergab sich nur noch ein Schriftwechsel der Sekretärinnen der beiden über die Abwicklung der Rückgabe von Orgongeräten, die noch bei Einstein waren. Erst im Februar 1944 schrieb der Herausgeber von Reichs International Journal of Sex-Economy and Orgone Research, Dr. Wolfe, an Einstein, daß aufgrund von Gerüchten, Einstein könne die experimentellen Ergebnisse nicht bestätigen, er es für nötig halte, den Vorgang zu publizieren. Daraufhin drohte Einstein rechtliche Schritte für den Fall an, daß sein Name in irgendeinen Zusammenhang mit der Orgonsache gebracht werde. Er wolle seinen Namen nicht für Reklamezwecke verwendet sehen, besonders nicht für eine Sache, die er nicht gutheißen könne. Auf diese beleidigende Unterstellung schrieb Reich, auch im Namen aller seiner Mitarbeiter, einen Protestbrief an Einstein. Daraufhin antwortete Einstein noch einmal kurz. Erst jetzt schrieb er, daß er vor drei Jahren auf mehrere Briefe von Reich nicht reagiert habe, weil er sich, so gut er konnte, ein Urteil gebildet hatte und keine Zeit mehr für die Angelegenheit verwenden wollte. Er bat Reich noch, alle seine mündlichen und schriftlichen Äußerungen von ihm diskret zu behandeln, was umgekehrt er auch immer getan habe. Damit endete die „Einstein-Äffäre“ /1/!

 

Literatur:

/1/ The Einstein Affair, Rangeley USA 1953
/2/ Ilse Ollendorff-Reich, Wilhelm Reich, München 1975

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors. Aus: Wilhelm Reich Blätter 2/76N.