Posts Tagged ‘Photonen’

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 29

6. September 2019

orgonometrieteil12

29. Funktion und Funktionsträger sind voneinander unabhängig

Das rotverschobene Kleinkind

26. Dezember 2017

Materie entsteht durch die kontraktile Überlagerung zweier massefreier Orgonenergie-Ströme. Im Kosmos erkennt man junge Materie, etwa in Quasaren, an den größeren Atomen, was sich in der Emission von langwelligeren Photonen ausdrückt („intrinsische Rotverschiebung“). Reift die Materie, wird die Strahlung immer kurzwelliger, weil sich der kontraktile Prozeß der Überlagerung fortsetzt.

Ähnliches beobachtet man beim Menschen. Zwar schrumpfen wir nicht physisch (zunächst wachsen wir sogar und die meisten nehmen in ihren besten Jahren an Körpergewicht und entsprechend an Körperumfang zu), jedoch bioenergetisch. Das zeigt sich vor allem in unserer Psyche: im Laufe der Zeit wird die Welt immer kleiner und die Zeit verfließt immer schneller. Man betrete nur mal den Schulhof der Kindheit: eine Landschaft voller Abenteuer schrumpft zu einer beklemmend kleinen Asphaltfläche. Man vergleiche wie die letzten Jahre vorbeigeflogen sind mit der unendlich großen Zeitdauer der frühen Kindheit!

Mechanistisch wird das damit erklärt, daß wir schlichtweg größer geworden sind und uns die Welt vertrauter geworden ist, weshalb auch die Zeit schneller zu fließen scheint. Wir lernen mit der Welt umzugehen, weswegen sie schrumpft, und außerdem gibt es nichts neues, weshalb die Zeit davoneilt. Doch das sind nur oberflächliche und wenig überzeugende Erklärungsversuche. Tatsächlich spiegelt die Psyche getreulich unser bioenergetisches System wider und das schrumpft in direkter Fortsetzung der kontraktilen Überlagerung, aus der wir ursprünglich hervorgegangen sind („genitale Überlagerung“).

Man könnte einwenden, daß die Welt uns größer erscheinen müßte, wenn wir (bioenergetisch!) schrumpfen, doch das ist mechanistisch gedacht, an anschaulichen Modellen orientiert. Es geht um das innere Erleben: mit uns schrumpft unser „Weltempfinden“.

Begonien, Orgon und Mikrolaser

26. Dezember 2016

In Orop Wüste (S. 25) erklärt Reich das Grün der Pflanzen damit, daß sich das Gelb des Pflanzensafts mit dem Blau der Orgonenergie mischt. Im Herbst werden die Blätter gelb, weil zusammen mit dem Orgon das Blau aus den Blättern schwinde.

Tatsächlich gibt es im dunklen Unterholz des Regenwaldes Malaysias eine Begonienart (Begonia pavonina), die intensiv blauschimmernde Blätter hat. Heather Whitney (University of Bristol) et al. zufolge, gehe diese auffällige Färbung auf die besondere innere Struktur ihrer Chloroplasten, bzw. „Iridoplasten“, zurück. Die „Thylakoidmembranen“ würden sich zu drei oder vier Lagen zusammenschichten, so grünes Licht absorbieren können und dabei blaues Licht reflektieren, die Blätter dementsprechend blau leuchten. Auf diese Weise könnten diese Begonien auch im schummrigen „grünen Dunkel“ am Fuße der Urwaldriesen überleben.

Der Student der Orgonomie muß bei diesen übereinandergeschichteten „Thylakoidmembranen“ an den Orgonenergie-Akkumulator denken. Die besagten Forscher denken an quantenphysikalische Phänomene. Will sagen, es gehe bei den periodischen Nanostrukturen der Iridoplasten nicht nur, wie bei gewöhnlichen Chloroplasten, um rein photochemische Prozesse, sondern um die „photonische“ Kontrolle des Lichtflusses, wie sie etwa in Mikrolasern zur Anwendung kommt.

Die Orgonomie und die moderne Physik

20. Oktober 2016

Alles, wirklich alles, was uns umgibt, kann die moderne Physik mit der Quantenelektrodynamik erklären, d.h. der Wechselwirkung zwischen Elektronen und Photonen, natürlich ergänzt durch die klassische Mechanik, um der Gravitation Rechnung zu tragen, und die Nuklearphysik, was Radioaktivität betrifft.

Aus dem Rahmen fällt die starke Kraft, d.h. die Kraft, die den Atomkern zusammenhält und die Allgemeine Relativitätstheorie. Diese beiden Bereiche stehen sozusagen draußen vor, weil es jeweils um ein Sonderproblem geht: die extreme Konzentration von Materie auf (relativ) extrem kleinen Raum. Wie erklären, daß es die Atomkerne geben kann, in denen sich positiv geladene Protonen mit auf dieser Distanz schlichtweg unendlicher Kraft gegenseitig abstoßen? Und was geschieht, wenn astronomische Massenansammlungen aufgrund der eigenen Gravitation kollabieren und sich dabei mit ständig wachsender gegen unendlich gehender Kraft gegenseitig anziehen?

Für die eingangs erwähnten „Alltagsphänomene“ hat die Orgonomie ihre eigenen Erklärungen, aber welche Erklärung hat sie für die starke Kraft, die Atomkerne zusammenhält, und „schwarze Löcher“, die alles in ihrer Umgebung in einer zeitlosen Singularität aufsaugen? Reich hat gezeigt, daß elektrische Phänomene (mechanisches Potential) auf die Orgonenergie reduzierbar sind (orgonomisches Potential) und man deshalb Beobachtungen von „Ladungstrennung“ im Labor nicht einfach auf Bereiche extrapolieren kann, die einem anderen, tieferen Funktionsbereich angehören. Ähnliches läßt sich über die „schwarzen Löcher“ sagen, die zunächst einmal nur ein theoretisches Konstrukt sind, d.h. nicht direkt beobachtet werden können. Was man sieht, sind Jets, d.h. gebündelte Materiestrahlen, die von supermassenreichen „schwarzen Löchern“ ausgehen, die sich im Zentrum von Galaxien befinden. Was wir beobachten, ist die Umwandlung von sich überlagernden Strömen von kosmischer Orgonenergie (orgonomisches Potential) in gradlinig abstrahlende sekundäre Energie und Materie (mechanisches Potential). Ähnliches geschieht beim radioaktiven Zerfall von Atomkernen. (Kollidieren Protonen in Teilchenbeschleunigern entstehen „Jets“, Teilchenbündel.)

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 2.f.

6. November 2015

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

a. Die Auffächerung der Hauptgleichung

b. Kreiselwelle und Pulsation

c. Welle, Puls, Expansion und Kontraktion

d. Ladung und Entladung

e. Erstrahlung und Anziehung

f. Schein, Sein, Trennen und Verbinden

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel VII.4.f.

1. September 2015

orgonometrieteil12

VII. Die Lebensenergie (Orgon) in der Schulphysik

1. Die mathematischen Grundlagen der Schulphysik

a. Algebra

b. Differenzieren

c. Integrieren

d. Vektoren

2. Körper in Bewegung

a. Masse

b. Jenseits der Masse

c. Himmelsmechanik

d. Die Kreiselwelle

e. Kosmische Überlagerung

3. Der Orgonenergie-Akkumulator

a. Die Kreiselwelle (Schwingungen und Wellen)

b. Wellen im Orgonenergie-Medium

c. Von der Thermodynamik zum Orgonenergie-Akkumulator

d. Von der Elektrostatik zum Orgonenergie-Akkumulator

e. Elektrotechnik

f. Orgontechnik

4. Kosmogonie

a. Gravitation im Funktionsbereich „Bewegung“

b. Gravitation im Funktionsbereich „Erstrahlung“

c. Quantenmechanik

d. Spezielle Relativitätstheorie

e. Allgemeine Relativitätstheorie

f. Funktionalismus

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel II.2.c.

10. Mai 2015

orgonometrieteil12

II. Der orgonomische Funktionalismus

1. Die orgonotische Strömung

a. Orgonotischer Kontakt

b. Die funktionelle Identität von objektiven Vorgängen und subjektivem Erleben

c. Varianten der orgonotischen Strömung

d. Die Grundlage der Psychoanalyse

e. Die Grundlage der Orgontherapie

2. Die kosmische Überlagerung

a. Die Galaxien

b. Familien und Arbeitsorganisationen

c. Atome

The Journal of Orgonomy (Vol. 34, No. 1, Spring/Summer 2000)

29. August 2012

1859 hatte Kirchhoff aufgrund thermodynamischer Überlegungen gefolgert, daß die Strahlung, die von einem „schwarzen Körper“, d.h. vom absolut schwarzen Loch zu einem abgeschlossenen Hohlraum ausgeht, einzig und allein von der Temperatur der Hohlraumwände abhängt. Lummer und Pringsheim erhielten 1899 erstmals die entsprechenden physikalisch fundamentalen Strahlungskurven. Die Strahlungsenergie war auf die Lichtfrequenzen so verteilt, daß im mittleren Bereich ein Maximum lag, das zu den Rändern des Spektrums rasch abfiel. Das Maximum selbst verschob sich bei steigender Temperatur hin zu kleineren Wellenlängen. Weil es aber im Gegensatz zu den festumrissenen Atomen der statistischen Mechanik theoretisch keine untere Grenze für die Wellenlänge gab und kleinere Wellenlängen den Raum energetisch besser ausnutzen, hätte theoretisch alle verfügbare Wärmeenergie in den Strahlungsanteil investiert werden müssen, der von den unendlich kleinen Wellen eingenommen wird. Die Gammastrahlung war noch nicht bekannt, so wurde dies als „Ultraviolettkatastrophe“ bezeichnet.

1900 gelang es Planck diese Katastrophe abzuwenden. Obwohl er kein Energetiker im Sinne Ostwalds war, hatte er stets Boltzmanns Modellvorstellungen über Atome als unnötigen, inhärent widersprüchlichen und ohnehin unbeobachtbaren Ballast abgelehnt. Widerwillig sah er sich bei der neuen Problemstellung zwar gezwungen, das Instrumentarium der statistischen Mechanik auf die Strahlung anzuwenden, doch anders als Boltzmann spekulierte er nicht über die Struktur von Materie und Strahlung, sondern er beschrieb einfach die funktionellen Zusammenhänge. Aus unbekannten Gründen würden die Atome ihre Strahlungsenergie nur in einzelnen unteilbaren Portionen aufnehmen und abgeben können. Dazu mußte er eine neue (wenn auch vom Maßsystem abhängige) Naturkonstante einführen, das später nach ihm benannte „Wirkungsquantum“.

Plancks Quanten sind keine Atome und ihre Aufstellung bedeutet z.B. nicht, daß es keine beliebig kleinen Frequenzen geben kann. Sie bedeutet, daß auf einer gegebenen Frequenz der Energieaustausch niemals kleiner sein kann als das Produkt aus dem Planckschen Wirkungsquantum (h) und dieser Frequenz (f): hf. Durch diese Forderung nach unteilbaren Einheiten des Energieaustausches werden die Freiheitsgrade mittels eines rein energetischen Vorgangs beschränkt und so eine Ultraviolettkatastrophe verhindert.

Greifbar im Sinne einer mechanistisch-atomistischen Modellvorstellung wurde die Quantenkonstante erst 1905, als Einstein sie heranzog, um den 1888 von Hallwachs entdeckten „photoelektrischen Effekt“ zu erklären. Er tritt auf, wenn ultraviolettes Licht z.B. auf eine Zinkplatte trifft, was dieser eine positive elektrische Ladung verleiht. Dies erklärte Lenard 1899 mit dem Austritt der zwei Jahre zuvor von Thomson entdeckten Elektronen, die durch Licht oberhalb einer bestimmten „Schwellenfrequenz“ langsam aber sicher so in Schwingung versetzt würden, daß sie aus der Metalloberfläche austreten können. Nun zeigten aber 1902 entsprechende Versuche Lenards, daß auch bei minimaler Lichtintensität, d.h. „Leistung pro Flächeninhalt“, die Elektronen ohne Verzögerung austreten, lange bevor in ihrer Umgebung überhaupt ausreichend Lichtenergie absorbiert werden kann. Analog zur Ultraviolettkatastrophe war dies wieder eine für das Theoriegebäude der Physik desaströse thermodynamische Katastrophe.

Einstein, ein glühender Anhänger Boltzmanns, griff bei dieser, seiner Problemstellung anders als Planck auf eine mechanistische Modellvorstellung zurück. Die Elektronen würden ohne jede Verzögerung aus den Metalloberflächen austreten, da sie von seit Planck denkbar gewordenen distinkten Quanten des Lichts, Einstein sprach von „Lichtpfeilen“, herausgeschlagen worden wären (der Begriff „Photon“ wurde erst 1926 geprägt). Tatsächlich wurde Einsteins Lichtteilchen-Hypothese zunächst von den meisten Physikern bekämpft, wobei sich insbesondere Planck hervortat, und konnte sich nur sehr langsam durchsetzen.

Ein ganz ähnliches Schicksal hatte vorher Boltzmanns Atom-Hypothese erlitten, was sicherlich mit zu seinem Selbstmord 1906 beitrug. Einstein war nun nicht nur einer der wenigen, die vorbehaltlos Boltzmanns Weltsicht teilten – er war auch derjenige gewesen, der sie ein für allemal bestätigte. Denn 1905 hatte er nicht nur in zwei Artikeln die Relativitätstheorie begründet und den Photoeffekt erklärt, sondern in einer dritten fast ebenso wichtigen Arbeit über die Brownsche Molekularbewegung die Existenz der Boltzmannschen Atome endgültig nachgewiesen, indem er die Zitterbewegung von Staubteilchen in einem Medium statistisch beschreiben und so den Atomen des Mediums eine direkt beobachtbare physikalische Wirkung zuschreiben konnte.

Wie ist das ganze von orgonomischer Warte aus zu deuten?

In seinem Artikel „An Investigation into the Orgonotic Properties of Light“ (S. 3-13) formuliert Charles Konia einen sehr interessanten Gedanken in Zusammenhang mit dem photoelektrischen Effekt: dessen enge Verwandtschaft zu einem zentralen rein orgonotischen Prozeß.

Funktionell kann nichtlebende Materie in zwei Kategorien eingeteilt werden, organisch und anorganisch. Beide können mit Sonnenstrahlung aufgeladen werden. Organische Materie kann eine Orgonenergie-Ladung dauerhaft anziehen und halten, während anorganische Stoffe, etwa Metalle, sie zuerst anziehen und dann abstoßen. Im photoelektrischen Effekt, der ein Beispiel für das letztere ist, wird Orgon in Gestalt der Lichtquanten [hf] innerhalb von Photozellen funktionell in elektrischen Strom umgeformt:

Die gegensätzliche Funktion tritt in Beleuchtungskörpern auf, in denen elektrischer Strom in Licht umgewandelt wird:

Die unterschiedliche Funktionsweise von organischem Material und Metall liegt natürlich dem Orgonenergie-Akkumulator zugrunde.

Übrigens findet sich entsprechendes auch in der Natur: Die Orientalische Hornisse (Vespa orientalis) hat in ihrem Panzer das Pigment Xanthopterin, das mit Hilfe von Sonnenlicht elektrischen Strom erzeugen kann. Keiner weiß, wozu die Hornisse den Strom benötigt.

Das einzige andere Insekt, das ähnliches zuwege bringt, ist die in Nordamerika weitverbreitete Boisea rubrolineata (Western Boxelder Bug). Diese Wanzen nehmen ein Sonnenbad, um gesund zu bleiben und Keime abzuwehren. Sie rotten sich dazu im Sonnenlicht zusammen und sondern dabei eine stark riechende chemische Substanzen (Monoterpene) ab. Diese tötet Pilzkeime ab, die auf Blättern leben und in den Körper der Wanzen eindringen könnten. Offenbar kann, Joseph J Schwarz (Simon Fraser University, Kanada) et al. zufolge, Boisea rubrolineata Sonnenenergie direkt für die Produktion dieser Chemikalien nutzen.

Meereschnecken und Salamander haben mikroskopische Algen in ihre Körperzellen integriert, um so indirekt Sonnenlicht als Energiequelle zu nutzen. Boisea rubrolineata scheint einen derartigen Umweg nicht nötig zu haben.

Die Faschisierung der Orgonomie

19. Oktober 2011

Vor zwei Jahrzehnten veröffentlichte „Franz Ferzak“ eine Satire über Reich: Wilhelm Reich. Ein außerirdischer Österreicher, der vom CIA ermordet wurde (Franz Ferzak World and Space Publications [FFWASP], Neuenhinzenhausen im Schambachtal 1991).

Er präsentierte die Theorien eines gewissen Joseph H. Carter (The Awesome Life Force), für den die Orgonenergie identisch mit einer bestimmten Art von „weichen Elektronen“ ist, die wiederum aus Photonen bestehen. Orgonenergie ist demnach nicht massefrei und kann in Photonen und diese „weichen Elektronen“ zerfallen. „DOR ist selbstverständlich nichts anderes als normale Orgonenergie oder weiche Elektronen, die eine große Zahl von harten, hochfrequenten Elektronen in sich aufgenommen haben.“ Das Licht, aus dem ja das Orgon, bzw. die „weichen Elektronen“, bestehe, entsteht durch Störungen im Äther, „die von höheren Wesen ausgelöst werden“. Diese „Logoi“ gehen dabei nach Gesetzen vor, wie Reich sie, so Ferzak, in Die kosmische Überlagerung erforscht habe.

Jenseits der Orgonenergie gibt es also noch Gott, die unsterbliche Seele, etc. und Ferzaks Haupteinwand gegen Reich ist dessen Ablehnung der Mystik. Daß die Seele nach dem Tod nicht weiterexistiert, es keine Inkarnation und Reinkarnation gibt, „dürfte der bombastischte Scheiß sein, den Reich in seinem ganzen Leben von sich gegeben hat“. Ferzak verwirft Reichs gesamte Kritik an der Mystik, da Reich sich da nicht genug ausgekannt hätte. Es sei nämlich „insgesamt“ so,

daß das Universum wie eine Pyramide aufgebaut ist. Oben sitzt Gott und alles, was weiter unten ist, ist von ihm abhängig. Selbstverständlich ist es so, daß sich z.B. höhere Wesen in niedrigere Bereiche inkarnieren oder eben verkörpern können. Solche Wesen sind z.B. die großen Künstler, Wissenschaftler, Philosophen und Führer usw. Ohne diese Jungs würde es auf der Welt absolut keinen Fortschritt geben.

Groteskerweise gibt diese unappetitliche Satire ziemlich genau die Weltsicht nicht etwa einiger, sondern so gut wie aller sogenannten „Reichianer“ wider. Seit Reichs Tod hat sich der „Reichianismus“ immer mehr in eine Anthroposophie für Arme entwickelt. Ich habe das teilweise in Reichianische Bücher illustriert. Der „Reichianismus“ erweist sich als etwas, was zwischen dem alten jenseits orientierten Mystizismus der Kirchen und dem diesseitigen biologistischen Mystizismus des Nationalsozialismus steht. Niemand hat die Bewegung, die seinen Namen trägt, besser erfaßt als Reich – als er die Anthroposophie beschrieb:

Es würde sich lohnen, auf die Soziologie der verschiedenen (…) theosophischen und anthroposophischen Strömungen (…) als gesellschaftlich bedeutsame Erscheinungen patriarchalischer Sexualökonomie genau einzugehen. Hier genüge die Feststellung, daß die mystischen Kreise bloß Konzentrationen von Tatbeständen sind, die wir in mehr diffuser, weniger greifbarer, aber deshalb nicht weniger deutlicher Art in allen Schichten der Bevölkerung finden. Zwischen dem Grade des mystisch-sentimental-sadistischen Empfindens und dem Grade der durchschnittlichen Störung des natürlich orgastischen Erlebens gibt es eine enge Beziehung. (…) Man vergleiche damit das wirklichkeitsnahe, unsentimentale, lebenskräftige Erleben der echten Revolutionäre, echter Naturforscher, gesunder Jugendlicher etc. (Massenpsychologie des Faschismus, S. 135)

Die Gegenüberstellung von „Tier“ und „Geistesmensch“ orientiert sich an der Gegenüberstellung von „sexuell“ und „geistig“ (…), die in stets gleichbleibender Weise die Grundlage der gesamten theosophischen Moralphilosophie bildet. (ebd., S. 154)

Die mystische Einstellung wirkt sich zunächst typischerweise als mächtiger Widerstand gegen die Aufdeckung des unbewußten Seelenlebens, im besonderen der verdrängten Genitalität, aus. Es ist bezeichnend, daß die mystische Abwehr weniger den prägenitalen, kindlichen, als den genitalen, natürlichen Triebregungen gilt, besonders der kindlichen Onanie. Der Kranke klammert sich an seine asketischen, moralistischen und mystischen Anschauungen, verschärft den weltanschaulichen unüberbrückbaren Gegensatz des „Moralischen“ zum „Tierischen“, d.h. Natürlichen-Sexuellen; er wehrt sich gegen seine genitale Sexualität mit Hilfe moralistischer Herabsetzung. Er wirft Unverständnis für „seelische Werte“ und „groben, niedrigen Materialismus“ vor. Kurz, wer die Argumentation der Mystiker und Faschisten in der politischen und der Charakterologen und „Geisteswissenschaftler“ in der naturwissenschaftlichen Diskussion kennt, dem klingt das alles wohlbekannt, es ist ein und dasselbe. (ebd., S. 169)

Der deutsche Faschismus versuchte es mit aller Macht, sich in den psychischen Strukturen zu verankern und legte daher das größte Gewicht auf die Erfassung der Jugend und der Kinder. Er hatte keine anderen Mittel zur Verfügung als Weckung und Pflege der Hörigkeit zur Autorität, deren Grundvoraussetzung die asketische, sexualverneinende Erziehung ist. Die natürlichen sexuellen Strebungen zum anderen Geschlecht, die von Kindheit an zur Befriedigung drängen, wurden im wesentlichen durch verstellte, abgelenkte homosexuelle und sadistische Gefühle, teils auch durch Askese ersetzt. Das gilt etwa für den sogenannten „Kameradschaftsgeist“ in den Arbeitsdienstlagern wie für die Einpflanzung des sogenannten „Geistes von Zucht und Gehorsam“. Sie hatten die Aufgabe, die Brutalität zu entfesseln und im imperialistischen Kriege nutzbar zu machen. Sadismus entstammt unbefriedigter orgastischer Sehnsucht. Die Fassade heißt „Kameradschaft“, „Ehre“, „freiwillige Disziplin“, die Kulisse birgt geheime Auflehnung, Gedrücktheit bis zur Rebellion wegen der Behinderung jedes persönlichen Lebens, insbesondere des sexuellen. (ebd., S. 179)

Der Faschismus wäre, so heißt es, Rückkehr zum Heidentum und ein Todfeind der Religion. Weit davon entfernt, ist der Faschismus der extreme Ausdruck des religiösen Mystizismus. Als solcher tritt er in besonderer sozialer Gestalt auf. Der Faschismus stützt diejenige Religiosität, die aus der sexuellen Perversion stammt, und er verwandelt den masochistischen Charakter der Leidensreligion des alten Patriarchats in eine sadistische Religion. Demzufolge versetzt er die Religion aus dem Jenseitsbereiche der Leidensphilosophie in das Diesseits des sadistischen Mordens. (ebd., S. 14f)

Reich hat hier die autoritäre Gesellschaft beschrieben, die bis etwa 1960 bestand hatte. Seitdem entwickelte sich die anti-autoritäre Gesellschaft, die in mancher Hinsicht sogar noch sexualfeindlicher ist. Die Faschisierung der Orgonomie äußert sich entsprechend natürlich etwas anders: wirr, grotesk und „alternativ“.