Die Sexualökonomie von Islam und Christentum

5. September 2025

Im Christentum bist du vor den Augen des gerechten Gottes rein, sündenfrei, wenn du eins wirst mit Christus, der für alle deine Sünden an deiner Stelle gebüßt hat. Der Glaube an Jesus rettet.

Im Islam war Jesus nur ein Prophet und wurde auch gar nicht gekreuzigt. Entsprechend steht jeder einzelne Gläubige unmittelbar vor Gott. Allah führt im Himmel Buch und wägt am Ende der Tage die guten (religionskonformen!) und die schlechten (religionswidrigen!) Taten gegeneinander ab. Die einzige Chance, die hoffnungslose Sünder im Islam haben, ist es, zum Märtyrer zu werden, wodurch alle schlechten Taten in Allahs Kontoführung ersatzlos gestrichen werden. Der einzige wirklich sichere Weg zu Heil und Erlösung im Islam ist die Selbstaufopferung. Sozusagen ist jeder sein eigener Christus, wenn er sich nur „kreuzigen“ läßt – und dabei möglichst viele Ungläubige umbringt!

Bei den diversen islamistischen Attentätern wird immer eingewendet, daß diese doch jeweils gar nicht besonders religiös waren, nicht zur Moschee gingen, den Ramadan nicht beachteten, dem Alkohol zugesprochen hatten, etc. Das und Schlimmeres konnten sie sich leisten, weil die islamische Heilsökonomie so ähnlich ist wie die christliche – nur leider ist hier die Reinwaschung von allen Sünden mit Mord und Todschlag verbunden.

Hinzu kommt der bioenergetische Aspekt. Diese Menschen wachsen in einer extrem sexualrepressiven Gesellschaft auf, in der, angefangen bei der Genitalverstümmelung und kulminierend in der Verwandtenehe, explizit alles gegen die Erfüllung in der genitalen Überlagerung gerichtet ist. Ähnlich wie beim Masochisten, wie Reich ihn in Charakteranalyse beschrieben hat, kann die Erlösung nur dadurch zustande kommen, daß der Körper beim „Märtyrertod“ buchstäblich aufgerissen wird (Masochismus). Daß man dabei seinem Haß und seinen Sexualneid final Ausdruck verleihen kann (Emotionelle Pest), ist ein willkommener Bonus.

Im Christentum wird dieses Ressentiment genauso wie die Sündenvergebung ins Jenseits verlagert: nach der vollständigen Unterwerfung unter Gottes Willen (Masochismus) laben sich Guten sadistisch an den ewigen Höllenqualen der Bösen (Emotionelle Pest).

Wie Reich konstatierte: Mystizismus und Sadismus sind nicht voneinander zu trennen. Religion ist letztendlich immer ein sexualökonomisches Problem. Genauso wie der orgastisch Potente gegenüber Perversionen gleichgültig ist und Pornographie ihn anwidert, schwankt er bei der Religion zwischen kalter Distanziertheit und Widerwillen. Macht nur euer Ding, aber laßt uns bitte mit eurem Schweinkram in Ruhe!

Leserbrief zur Rezension „Weltprozess nach dem Hiatus“ über Peter Sloterdijks „Die schrecklichen Kinder der Neuzeit. Über das anti-genealogische Experiment der Moderne“ von Roman Halfmann, 2014

4. September 2025

Leserbrief zur Rezension „Weltprozess nach dem Hiatus“ über Peter Sloterdijks „Die schrecklichen Kinder der Neuzeit. Über das anti-genealogische Experiment der Moderne“ von Roman Halfmann, 2014

Max Stirner, Soter (Teil 26)

3. September 2025

Menschliche Solidarität wird nicht durch eine „übergreifende Idee“ und eine „Gemeinschaft“ hergestellt, in der alle gleich sind, sondern ganz im Gegenteil dadurch, daß sich die Menschen endlich selbst vertreten (Der Einzige, S. 228f). Ein solcher „Interessenverein“ wäre kein Bund liebloser ängstlich an sich haltender kalter kleinbürgerlicher „Egoisten“. Auch der Eigner kann zugunsten des Mitmenschen auf alles verzichten und alles geben. Nur eines wird er nicht tun, sich selbst, d.h. seine Eigenschaft als „Eigner“ opfern, was nichts anderes heißt, als daß er echt bleibt, wirklich liebt, weil, wie Stirner sagt: „Mir das Lieben natürlich ist“, und sich nicht einer bloßen Idee von Liebe opfert, ohne den Mitmenschen überhaupt wahrzunehmen (Der Einzige, S. 323f).

Es gibt nichts Grausigeres als die „Liebe“ der von Liebe Besessenen, die nur einen Spuk lieben.

Wer aber voll heiliger (…) Liebe ist, der liebt nur den Spuk, den „wahren Menschen“, und verfolgt mit dumpfer Unbarmherzigkeit den Einzelnen, den wirklichen Menschen, unter dem phlegmatischen Rechtstitel des Verfahrens gegen den „Unmenschen“. Er findet es lobenswert und unerläßlich, die Erbarmungslosigkeit im herbsten Maße zu üben; denn die Liebe zum Spuk oder Allgemeinen gebietet ihm, den nicht Gespenstischen, d.h. den Egoisten oder Einzelnen, zu hassen; das ist der Sinn der berühmten Liebeserscheinung, die man „Gerechtigkeit“ nennt. (Der Einzige, S. 321)

Stirner: „Ihr liebt den Menschen, darum peinigt Ihr den einzelnen Menschen, den Egoisten; eure Menschenliebe ist Menschenquälerei“ (Der Einzige, S. 325).

Gerade die vor „Liebe“ strotzenden Gutmenschen sind in Wirklichkeit hartherzig und intolerant. Die gegenwärtige Gesellschaft und alle gesellschaftlichen Utopien, sind Prokrustesbetten, auf denen die „Verbrecher“ zu Tode gefoltert werden, das Lebendige gekreuzigt wird. Und zur französischen Revolution: „Weil die revolutionären Pfaffen oder Schulmeister dem Menschen dienten, darum schnitten sie den Menschen die Hälse ab“ (Der Einzige, S. 87).

Nicht Stirner ist Misanthrop, sondern die Gutmenschen:

Wie viele siehst Du überhaupt, die Du nicht unter die „egoistische Masse“ würfest? Was hat also deine Menschenliebe gefunden? Lauter unliebenswürdige Menschen! Und woher stammen sie alle? Aus Dir, aus deiner Menschenliebe? Du hast den Sünder im Kopfe mitgebracht, darum fandest Du ihn, darum schobst Du ihn überall unter. Nenne die Menschen nicht Sünder, so sind sie’s nicht: Du allein bist der Schöpfer der Sünder: Du, der Du die Menschen zu lieben wähnst, Du gerade wirfst sie in den Kot der Sünde, Du gerade scheidest sie in Lasterhafte und Tugendhafte, in Menschen und Unmenschen, Du gerade besudelst sie mit dem Geifer deiner Besessenheit; denn Du liebst nicht die Menschen, sondern den Menschen. Ich aber sage Dir, Du hast niemals einen Sünder gesehen, Du hast ihn nur – geträumt. (Der Einzige, S. 405)

Stirner wollte dem Welttheater ein Ende machen, in dem wir nur schizoide Schauspieler sind, die einerseits fremde „objektive“ Texte sprechen, und dabei andererseits zu bloßen Schimären, zu „reinen“ Subjekten werden, die kurioserweise „auf der Suche nach sich selbst“ sind. Er wollte aus den Schauspielern wieder aktiv, d.h. einheitlich Handelnde machen, die wirklich hier sind und nicht ständig in einem Wolkenkuckucksheim schweben.

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 2)

2. September 2025

Die gegenwärtige Gesellschaft ist, jedenfalls in der Sphäre „unserer Demokratie“, zu fast 100% charakterstrukturell liberal mit einem zunehmenden Abdriften hin zum Pseudoliberalen (rotfaschistischen Extrem). Man betrachte nur den täglich hysterischer werdenden „Kampf gegen Rääächts“ und die immer absurder und grotesker werdende Linkssprechung zur „Generalprävention“, die nur noch als Roter Terror bezeichnet werden kann. Das ist so, weil der Liberale mit seiner Schuld (d.h. in der Muskulatur gefangenen Wut) nicht umgehen kann. Früher bot sich Gott selbst in Gestalt seines „eingeborenen Sohnes“ als Sündenbock an, der stellvertretend alle Schuld auf sich lud. Mit der Säkularisierung und „Liberalisierung“ fiel dieser Trost weg und der heutige Mensch wird von seinen Schuldgefühlen innerlich aufgefressen. An die Stelle von Jesus Christus als „Container, in dem die Schuld entsorgt wird“, tritt die Selbstkasteiung durch nur als psychotisch zu bezeichnende masochistische Asyl- und Klimapolitik und – Adolf Hitler. Alles denkbare und undenkbare Böse in der Welt wird ihm zugeschrieben und seine, offenbar unmittelbar bevorstehende, Machtergreifung wird mit immer größeren und grelleren Lettern an die Wand geschrieben. Der „Kampf gegen Rääächts“ ist nichts anderes als ein rasant inflationierendes „Ent-Schuld-ungsprogramm“!

Entsprechend muß diese Serie von Blogeinträgen, die ganz im Gegenteil das in ewiger Schuld ertrinkende Deutschland als OPFER darstellt, eine alle Maße sprengende Provokation des Zeitgeistes darstellen. Da dieser vollkommen psychotisch ist, hier für die ganz vernagelten rotgrünen Dummbratzen: Der NACHRICHTENBRIEF hat weit weit weit weniger als null Sympathie für den Nationalsozialismus, der in jedweder Beziehung das diametrale Gegenteil der Orgonomie darstellt. Ist alles selbstverständlich, aber ich entblöde mich nicht, das hier für die ganz Blöööden an zwei Namen festzumachen: Heinrich von Kogerer und Johanna Haarer.

Der Wiener Psychiater Dr.med. Heinrich von Kogerer war zehn Jahre älter als Reich und starb ein Jahr nach Reich. Wie Reich und zeitgleich mit ihm arbeitete er unter Julius Wagner-Jauregg an der Wiener Psychiatrisch-Neurologischen Universitätsklinik. Ab 1922 war er Leiter des dortigen psychotherapeutischen Ambulatoriums und damit automatisch der Gegenspieler des von Reich dominierten psychoanalytischen Ambulatoriums, das zeitgleich gegründet wurde.

Im Zuge des Anschlusses von Österreich arbeitete [von Kogerer] noch ab März 1938 in dem von Matthias Heinrich Göring geleiteten Deutschen Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie mit und wurde im gleichen Jahr zudem mit der Leitung eines psychoanalytischen Arbeitskreises in Wien beauftragt. Kogerer, der 1934 ein Werk zur Psychotherapie für Studierende und Ärzte verfaßt hatte, stellte 1938 fest, daß „[…] nunmehr endlich das ausgesprochen werden kann, was dem Kundigen längst bekannt war: nämlich, daß die Psychoanalyse Freuds spezifisch jüdische Psychologie ist und nur teilweise Geltung hat“.

C.G. Jung läßt grüßen! – Mit solchen „Kollegen“ hatte es Reich zu tun! 1935 wurde in Reichs Zeitschrift für Politische Psychologie und Sexualökonomie (Bd. 2, Heft 3) Kogerers erwähntes Buch Psychotherapie, Ein Lehrbuch für Studierende und Ärzte wie folgt kurz abgehandelt:

Das Buch behandelt die Geschichte der Psychotherapie, die Ursachen der psychischen Störungen allgemein und die einzelnen Krankheitsbilder im besonderen. Es wird den modernen Problemen der Psychotherapie in keiner Weise gerecht, weil es ein Sammelsurium von Methoden, Anschauungen und Arbeitsweisen in naiver, hoffnungsloser Weise zu vereinigen sucht.

Wie in Görings Institut, dem sich Kogerer später, wie erwähnt, anschloß, ging es um das, was man heute als „methodenübergreifende integrative Therapie“ bezeichnet. Alles wird mit allem vermanscht, die unterschiedlichsten psychotherapeutische Ansätze gemixt und mit diesem üblen Gebräu dann Patienten malträtiert. Daß sich dabei insbesondere kuriose „Wilhelm Reich Gesellschaften“ mit unterschiedlichen „neo-Reichianischen Methoden“ hervortun – drauf geschissen!

Die Lungenfachärztin Johanna Haarer (1900–1988) prägte die Erziehung, insbesondere die Säuglingspflege im Nationalsozialismus. Sie starb als noch immer bekennende Nationalsozialistin. Ihr bekanntestes Werk Die Mutter und ihr erstes Kind erschien in immer neuen Auflagen bis – 1987!

Im betreffenden Wikipedia-Beitrag heißt es, daß bis Kriegsende fast 700 000 Exemplare verkauft wurden. Der Inhalt wurde auch bei den offiziellen „Reichsmütterschulungen“, an denen bis April 1943 drei Millionen Frauen teilgenommen hatten, verbreitet. „Auch in Kindergärten und Heimen war Haarers Ratgeber Grundlage der Erziehung.“ Das Kind sollte rein unpersönlich mechanisch gepflegt werden ohne jedwede Zuneigung zu zeigen, um das Kind nicht zu „verweichlichen“. Man solle das Kind „ausschreien“ lassen, um es abzuhärten und seine Lungen zu kräftigen.

Sigrid Chamberlain faßte das Buch Haarers wie folgt zusammen:

Das Kind soll tags wie nachts in einem stillen Raum für sich sein. Die Trennung von Familie und Kind beginnt gleich nach der Geburt: Sobald der Säugling gewaschen, gewickelt und angezogen ist, soll er für 24 Stunden allein bleiben. Erst danach soll er der Mutter zum Stillen gebracht werden. Von der ersten Minute des Lebens an wurde also alles getan, um die Beziehungsunfähigkeit zu fördern. Alles war verboten, was Beziehung förderte. Denn das Hauptziel bestand darin, die Beziehung zwischen der Mutter oder den Eltern und dem Kind gar nicht erst entstehen zu lassen. Diesem Zweck dienen auch Haarers Forderungen, keine Zeit gemeinsam zu verbringen außer beim Füttern, Windelwechseln, Anziehen, Baden. Dafür aber waren genaue Zeitspannen vorgegeben. Das Füttern mit der Flasche sollte keinesfalls länger dauern als zehn Minuten, das Stillen nicht länger als zwanzig Minuten. Wenn das Kind „bummelt“ oder „trödelt“, soll das Füttern oder Stillen abgebrochen werden. Essen gibt es erst wieder bei der nächsten planmäßigen Mahlzeit. Hat das Kind bis dahin Hunger, geschieht es ihm erstens recht und zweitens lernt es dann, daß es sich beim nächsten Mal mehr beeilen muß.

Weiter heißt es in dem Wikipedia-Beitrag:

Erwachsene, so Haarer, hätten sich „ruhig über die Fehler und Schwächen der Kinder lustig machen und sie verspotten dürfen“, ergänzt Chamberlain und erwähnt Zeitzeugen, die berichteten, wie sie beschämt und bloßgestellt wurden, nicht nur von den Eltern, sondern auch von Erzieherinnen. Zu den Folgen einer solchen Erziehung gehören unter vielem Anderen die Schwierigkeit, „liebevoll, einfühlsam und warmherzig“ mit den eigenen Kindern umzugehen, aber beispielsweise auch, die eigene „Wohnung schön und gemütlich einzurichten“, so Chamberlain. Hinzu komme eine große Sehnsucht nach Anerkennung und Zugehörigkeit.

Noch lange nach dem Krieg wurden viele Kinder von ihrer Mutter nie in den Arm genommen. Körperlichkeit beschränkte sich auf die Reinlichkeitserziehung, ansonsten war für Haarer „Hautberührung […] unerwünscht“.

Es wird darauf verwiesen, daß der Rat Haarers an die Mütter, „die Bedürfnisse ihrer Babys gezielt zu ignorieren“ auf die nachfolgenden Generationen wirke – die Emotionelle Pest pflanzt sich fort:

„Wenn eine ganze Generation systematisch dazu erzogen worden ist, keine Bindungen zu anderen aufzubauen, wie kann sie es dann ihren Kindern oder Enkelkindern beibringen?“ Kinder, „die verführbar sind, nicht denken und nicht fühlen“, seien, so der Bindungsforscher Karl Heinz Brisch, „praktisch für eine Kriegernation“.

Dieses millionenfache Seelenmassaker war der Wesenskern des Nationalsozialismus: Emotionelle Pest in ihrer reinsten, widerwärtigsten Form.

Charles Konia in der Diskussion (Teil 1)

1. September 2025

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia wird kritisiert, weil er die Orgonomie „politisiere“. Tatsächlich geht es ihm aber nicht um eine Parteinahme in der politischen Auseinandersetzung zwischen Sozialliberalen und Konservativen, sondern um den kompromißlosen Kampf gegen die organisierte Emotionelle Pest in Gestalt des Roten Faschismus. Jene, die sich diesem Kampf verweigern, tun dies aus politischen, d.h. irrationalen Gründen. Man lese dazu Konias Aufsatz Wo sind all die Kommunisten hin?

Daraufhin fragte Robert (Berlin) 2012: „Genau so gut könnte er fragen, wo sind all die echten Liberalen hin“? Und:

Wer würde eigentlich heutzutage in Deutschland zu den Pseudo-Liberalen zählen? Große Teile der Grünen, der SPD und auch der CDU. Die Liberalen wären tlws. in der FDP. Aber kann man es dermaßen schematisch machen? Die politische Tradition in Europa ist doch eine ganz andere als in den USA, wo es nur 2 Parteien zur Auswahl gibt und aber die Basisdemokratie stärker ist.

Daraufhin verwies ich damals auf https://pi-news.net/2012/11/grune-sind-kommunisten-nicht-burgerlich/ und fuhr fort:

[Der Grünen-Politiker] Trettin meinte neulich auf dem Grünen-Parteitag: „Die Mitte ist grün geworden!“ In Deutschland liegt die Mitte soweit links, daß heute die „Rechtsradikalen“ (jedenfalls die, die so bezeichnet werden) die wahren Liberalen sind. Es sind etwa Henryk Broder und DIE ACHSE DES GUTEN, die EURO-Rebellen, etc.

Dabei geht es natürlich primär um Charakterologisches. Man komme mir nicht mit irgendwelchen sozialen Ungerechtigkeiten etwa der Agenda 2010, die die Grünen mit durchgesetzt haben.

Sebastian warf ein:

„[…] kompromißlosen Kampf gegen die organisierte Emotionelle Pest in Gestalt des Roten Faschismus.“

Richtig, Sie beschreiben exakt meinen Eindruck. Es ist ein Kampf GEGEN und nicht FÜR. GEGEN dieses, GEGEN jenes:

„Die Arbeitsdemokratie ist aber im Grunde nicht ‚gegen‘, wie die Politik in der Regel ist, sondern sie ist für konkrete Aufgabenstellungen und Aufgabenlösungen.“ (Massenpsychologie, KiWi, S. 279)

Konkrete Aufgabenstellungen und Aufgabenlösungen sehe ich bei Konia nicht, im Gegenteil, erstmal unbestimmt die Massen behandeln, dann soziale Bedingungen verbessern:

“Before social conditions are to improve, people must first be made aware that they live in a contactless state regarding social problems and how this state prevents them from recognizing the emotional plague in the solutions offered by radicals. These tasks cannot be accomplished through political means. They are bio-social problems that have their roots in the armor of humanity and therefore must be treated medically.”

Außerdem: Wenn Konia davon ausgeht, dass die Menschen eh erst behandelt werden müssen, um ihren kontaktlosen Zustand zu erkennen, macht dieser „kompromißlose Kampf“ in seinem Blog überhaupt keinen Sinn!!! Zudem findet dieser „kompromißlose Kampf“ in einem unbedeutenden Winkel der virtuellen Welt statt…

Abschließend ist es kein Kampf gegen die organisierte Emotionelle Pest, sondern ein Kampf gegen Amerikahasser:

“For the most part, they are unable to recognize and address the evil intent behind the agenda of leftist political radicals to destroy America.

Es heißt nicht „to destroy the living in our society“, sondern „to destroy America“. Immer geht es ihm um Amerika, das muss einem doch auffallen! Patriotismus. Reich:

„Liebe, Arbeit und Wissen kennen keine Vaterländer, keine Zollgrenzen, keine Uniformen. Sie sind international, allmenschlich und allumfassend. […] Doch du bist weiter Patriot und willst es bleiben.“ (Rede an den kleinen Mann, S. 52)

Aber nach Konia ist diese Einstellung eben pseudo-liberal und anti-amerikanisch:

„Wo der Liberale pro-amerikanisch ist, ist der Pseudo-Liberale anti-amerikanisch und internationalistisch.“

Während Reich mit allen verfügbaren Mitteln an die Arbeit gehen und so die Grundlagen für die sozialen Schwierigkeiten beseitigen wollte, damit Politik überflüssig wird, möchte Konia die Massen medizinisch behandeln, bevor es daran geht die sozialen Bedingungen zu verbessern.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich möchte FÜR Liebe, Arbeit und Wissen kämpfen und zwar im realen Leben. Wenn mich die EP daran hindert, muss ich GEGEN sie kämpfen, aber auch nur dann. Alles andere ist Zeitverschwendung, weil man keinen Millimeter vorwärts kommt.

Das sind alles sehr gute Einwände. Ich zitierte daraufhin aus Christusmord, Freiburg 1978, S. 40:

Es würde an Wahnsinn grenzen, so große Projekte wie „Die Kinder der Zukunft“ (…) in Angriff zu nehmen, ohne begriffen zu haben, wie es möglich war, daß all dies Elend jahrtausendelang unvermindert, unerkannt und unangefochten bestehen konnte; daß nicht ein einziger der vielen glänzenden Versuche zur Erklärung der Situation und zur Linderung der Leiden Erfolg hatte; daß mit jedem Schritt hin zur Erfüllung des großen Traums das Elend nur schlimmer und tiefer wurde (…). Gegenwärtig ist eine sorgfältige Untersuchung des Christusmordes weit wichtiger als die wunderbarsten Kinder, die wir vielleicht aufziehen könnten. Jede Hoffnung, jemals den Sumpf unserer Erziehungsmisere zu durchdringen, wäre unwiderruflich verloren, wenn dieser neue und so hoffnungsvolle Versuch, Kinder auf bessere Art zu erziehen, sich festfahren und in sein genaues Gegenteil verkehren würde, so wie es allen früheren, hoffnungsvollen Unterfangen des Menschen auch ergangen ist.

Damit wollte ich zum Ausdruck bringen, daß der Kampf GEGEN die Emotionelle Pest aktuell wichtiger ist als die Arbeitsdemokratie, die ohne unser Zutun ohnehin autonom funktioniert. Beispielsweise bietet das, was Trump in den USA getan hat (man denke nur an die Beendigung der illegalen Einwanderung und die forcierte Remigration, d.h. die Wiederherstellung des Rechts), zumindest eine kleine Chance, daß das Lebendige sich entfalten kann. Weitere Themen wäre der Kampf gegen die Wokeness, eine links-ideologisierte übergriffige Justiz und die trans Agenda. Aber, wie gesagt, Sebastians Einwurf ist sehr gut.

Das bringt mich zurück zu Roberts Frage, wo all die echten Liberalen hin sind. Die Linksverschiebung im politischen Spektrum der letzten Jahrzehnte, Konia spricht von „Rotverschiebung“, führte dazu, daß selbst die CDU sich offen zur Antifa, also linksfaschistischen Terroristen, bekennt und daß echte Liberale mittlerweile als rechtsextrem gelten. Die FDP redet ab und an noch „echtliberal“ daher, aber wenn es zum Schwur kommt, reihen sie sich dann doch stets in die Rotfront ein. Man denke nur an das pseudoliberale „Fairness-Abkommen“ im Kommunalwahlkampf in Köln, das fast „arbeitsdemokratisch“ klingt.

Merkel und Trump, Merz und Milei

31. August 2025

Das folgende schrieb ich ein Jahr, nachdem Modju Merkel Deutschland endgültig den Todesstoß verabreicht hatte. In Fortführung ihrer Tätigkeit als FDJ(SED)-Funktionärin oder als CIA-Werkzeug oder Agentin einer „dritten Macht“? Es gibt jede Menge Belege dafür, daß verfassungswidrige NGO-Regierungsorganisationen das ganze schon seit Jahren mit Hilfe der Soros-Foundation vorgeplant hatten. Gleichzeitig verheddert man sich hier schnell in letztlich doch unhaltbaren, löchrigen Verschwörungstheorien voller Widersprüche. Jedenfalls paßt der folgende Text noch weit mehr zu BlackRock Merz, der gerade die kläglichen Restbestände Deutschlands verschrottet. Doch steckt wirklich ein Plan dahinter?

Die „Eliten“, angefangen bei der vollständig verpeilten Angela Merkel, die, ähnlich wie Obama, buchstäblich nicht in der Lage ist, in freier Rede auch nur einen rational nachvollziehbaren Satz von sich zu geben, sind vollständig durchgedreht, vollständig verantwortungslos und vollständig realitätsfremd. Verschwörungstheoretiker können auf mechano-mystische Weise dies nur mit sinisteren Machenschaften erklären: irgendwelche nicht greifbaren höheren Mächte (Mystizismus) ziehen aus dem Hintergrund die Fäden (Mechanismus). Daß dies teilweise stimmen kann, weiß jeder, der nicht vollkommen blind durchs Familien- und Berufsleben geht, wo ständig irgendwelche Mauscheleien und Seilschaften wirken, doch das ist nicht das Wesentliche. Das Wesentliche ist nicht die, wenn man so will, „mechano-mystische“ Ebene intentionaler Interventionen, sondern die funktionelle, d.h. die bioenergetische Ebene. Wir haben es mit der Panzerung des Menschen und ihren gesellschaftlichen Folgen zu tun. In der anti-autoritären Gesellschaft bricht bei den Menschen die körperliche Panzerung („Muskelpanzer“) zusammen, was durch eine um so stärkere Augenpanzerung („okularer Panzer“) kompensiert wird. Folge des Schwindens des Muskelpanzers ist ein ansteigender Angstpegel, sowie Realitäts- und Perspektivverlust. Es entwickelt sich ein ständiger Zustand der Panik, unter dessen Einfluß selbstzerstörerische Entscheidungen gefällt werden. Bei unseren Jugendlichen kann man das unmittelbar beobachten. Merkel ist nur eine Funktion dieser bio-sozialen Vorgänge.

Ob Verschwörung oder Charakterstruktur, also bewußte oder emotionale Verschwörung: es ist doch immer die Emotionelle Pest, die stets nur ein einziges Ziel verfolgt – die orgonotische Erregung aus der Umwelt zu beseitigen. Modju ist es dabei gleichgültig, ob ganze Länder und Kontinente dabei zugrunde gehen, Hauptsache die bioenergetische Spannung verschwindet und dadurch die Modju bedrängende Orgasmusangst.

Man vergleiche die Augen, das Gesicht und die Körperhaltung von Merkel (offene Grenzen) und Trump (Grenzschutz) und sieht unmittelbar, was gemeint ist!

In der Wirtschaft wird die Emotionelle Pest durch den Keynesianismus vertreten, wie er von den Sozialdemokraten und Merz verkörpert wird. Die Wirtschaft soll mit immer mehr inflationiertem Geld „stimuliert“ werden, wobei das mittel- bis langfristig exakte Gegenteil geschieht. Im Moment ist das gerade am wirtschaftlichen Kollaps Englands, Frankreichs und, trotz Trump, auch der USA zu sehen. Das Gegenteil, die Österreichische Schule, können wir gerade in Mileis Argentinien neidvoll bewundern.

Der Keynsianismus ist natürlich nichts anderes als Krypo-Gesellianismus. Silvio Gesell und sein „Schwundgeld“. Fast alle „Reichianer“ hängen Keynes oder gar Gesell an.

Das Geld soll fließen, indem es vom Staat ständig entwertet wird und entsprechend wie eine heiße Kartoffel weitergereicht wird, bevor es seinen Wert ganz verliert, – wobei die, die am Anfang der Inflationskette stehen, weil sie der Macht nahestehen, die Gewinne einheimsen, während der Plebs die inflationierte Arschkarte zieht. Anyway, so komme die Wirtschaft in Schwung.

Gesellianer wenden natürlich sofort ein, daß das Schwundgeld lokal und demokratisch kontrolliert entwertet wird, also nichts mit staatlich. Gerade das aber beinhaltet eine geradezu „mittelalterliche“ soziale Kontrolle und behindert den überregionalen, gar internationalen Handel.

Der „Reichianer“ und Gesellianer Bernd Senf, der vor 1989 als Marxist noch fanatischer Gesell-Gegner war, insistiert, daß das Geld „Energie“ sei und zum Fließen gebracht werden müsse, indem man es sozusagen „dünnflüssiger“ macht (verwässert, inflationiert)?! Doch tatsächlich fließt Geld nur dann frei, wenn Mileis Kettensäge die „Panzerung“ aus Gesetzen und Bestimmungen schreddert und vor allem, indem auf dem Markt „unwiderstehliche“ Angebote gemacht werden, die den Leuten das Geld aus der Tasche lockt. Sozusagen, frei nach LaMettrie, „die Kunst Wollust zu empfinden“. Gesellianer hingegen arbeiten mit dem exakten Gegenteil, nämlich der Angst, daß der Wert des Geldes schwindet, also man schnell unüberlegt jeden Schrott kauft.

Hinzu kommt, daß durch das Schwundgeld genau das zerstört wird, was die Gesellschaft bioenergetisch zusammenhält: der Spannungsbogen. Wir alle „schulden“ uns wechselseitig etwas. Jeder Euro ist eine Anweisung auf Arbeit: irgendwo muß der Euro abgearbeitet werden, damit er überhaupt einen Gegenwert hat. Ein gigantisches Netz wechselseitiger Abhängigkeiten und Verpflichtungen. Schwundgeld würde dieses Netz schlaff durchhängen lassen. In Argentinien sieht man förmlich, wie das Netz wieder angespannt wird – und das ist nicht nur ein wirtschaftliches, sondern vor allem auch ein psychologisches (emotionales) und orgonenergetisches Phänomen. „Ein Ruck geht durch die Gesellschaft.“

Man vergleiche die Augen, das Gesicht und die Körperhaltung von Milei mit der von Merz und sieht unmittelbar, was gemeint ist!

Deutschland ist das Anti-Argentinien:

Max Stirner, Soter (Teil 25)

30. August 2025

Stirners Vorgänger LaMettrie fordert uns auf, uns nicht von Schuldgefühlen zerfressen zu lassen, „diesen Henkern, diesen bitteren Früchten, die auf dem Baum der Erziehung, nie jedoch auf dem der Natur, gewachsen sind“ (Philosophie und Politik, S. 101); einer „Erziehung „die unsere Seele sozusagen beugt und unseren Organismus verändert“ (Anti-Seneca, S. 21). Einzig für diese seine Lehre von den Schuldgefühlen beansprucht er Priorität (Anti-Seneca, S. 11). Nur diese eine Wahrheit, daß die kontraproduktiven Schuldgefühle eine Plage für das Menschengeschlecht sind, sei die eine und einzige Wahrheit, „die zu kennen für die Menschen von Bedeutung ist, eine Wahrheit, der gegenüber all die anderen Wahrheiten Lappalien sind“ (Anti-Seneca, S. 22). Es geht um das Über-Ich:

Begeben wir uns zurück in unsere frühe Kindheit (…) und wir befinden uns dort, wo das Schuldgefühl entsteht. Das war zunächst einfach irgendein Gefühl, das unbewußt und ungeprüft übernommen wurde und sich so leicht in das Gehirn eingeprägt hat wie ein Petschaft in weichen Wachs. (…) jene frühen Prägungen, die einst das Gewissen gebildet haben (…) Ihre vielförmigen aktuellen Wirkungen sind das, was man als Schuldgefühle bezeichnet. (Anti-Seneca, S. 53f)

Stirner schrieb ein Jahrhundert später: „Die Macht der Worte folgt auf die der Dinge: erst wird man durch die Rute bezwungen, hernach durch Überzeugung“ (Der Einzige, S. 350). Man hat also die äußeren Machtverhältnisse verinnerlicht, ein Über-Ich gebildet. Furcht werde zu Ehrfurcht. „Hier wird nicht nur gefürchtet, sondern auch geehrt: das Gefürchtete ist zu einer innerlichen Macht geworden, der Ich Mich nicht mehr entziehen kann“ (Der Einzige, S. 81).

Einfacher geht es nicht! Man verfehlt Stirner grundsätzlich, wenn man in seinem Buch das „Philosophische, Tiefschürfende und gedanklich Tiefgründige“ sehen will, für das man superintelligent und supergebildet sein muß. Stirner jedenfalls hebt hervor, daß es nicht um Philosophie, Kritik und ein intellektuelles Projekt geht, sondern ganz im Gegenteil sieht er sich nicht als „Superkritiker“, der nur konsequenter kritisiert als alle anderen. Nein, über solche Leute sagt er:

Die Kritik ist der Kampf des Besessenen gegen die Besessenheit als solche, gegen alle Besessenheit, ein Kampf, der in dem Bewußtsein gegründet ist, daß überall Besessenheit oder, wie es der Kritiker nennt, religiöses und theologisches Verhältnis vorhanden ist. Er weiß, daß man nicht bloß gegen Gott, sondern ebenso gegen andere Ideen, wie Recht, Staat, Gesetz usw. sich religiös und gläubig verhält, d.h. er erkennt die Besessenheit allerorten. So will er durch das Denken die Gedanken auflösen, ich aber sage nur die Gedankenlosigkeit rettet Mich wirklich vor dem Gedanken. Nicht das Denken, sondern meine Gedankenlosigkeit oder ich, der Undenkbare, Unbegreifliche befreie mich aus der Besessenheit. (Der Einzige, S. 164, Hervorhebung hinzugefügt).

Stirner will sich nicht am „Logos“ abarbeiten, ihn entwickeln oder sonstwas, sondern einen Schritt darüber hinaus ins „Unsagbare“ tun (Der Einzige, S. 201): Selbstregulation, während die Philosophie für Regulation steht – „die Stimme des Gewissens“. Deshalb sollte man zu viel Achtung vor der „Intellektualität“, vor dem Denken, von sich weisen. Stirner:

Dies Letzte nun, das Denken selbst zu einer Sache des egoistischen Beliebens, einer Sache des Einzigen, gleichsam zu einer bloßen Kurzweil oder Liebhaberei zu machen und ihm die Bedeutung, „letzte entscheidende Macht zu sein“, abzunehmen, diese Herabsetzung und Entheiligung des Denkens, diese Gleichstellung des gedankenlosen und gedankenvollen Ich’s, diese plumpe, aber wirkliche „Gleichheit“ – vermag die Kritik nicht herzustellen, weil sie selbst nur Priesterin des Denkens ist und über das Denken hinaus nichts sieht als – die Sündflut. (Der Einzige, S. 166, Hervorhebung hinzugefügt)

Wenn Stirner gegen das „Heilige“ angeht, dann meint er bornierte, in sich verpanzerte Unaufgeschlossenheit – und nicht irgendwelche spontan aufkommenden natürlichen und alles andere als bornierten Gefühle, die man gegenüber seiner Geliebten, seinen Kindern, seinen Eltern, etc. hegt. Die Unaufgeschlossenen sind Besessene, die „gleich Brutus“, z.B. das natürliche Vatergefühl zu ersticken trachten (Parerga, S. 143) – für irgendwelche hehren Ideen. Nicht natürliche Gefühle will Stirner desavouieren, sondern alles, was keine spontane Sache des Herzens ist.

Stirners „Utopie“ ist der „unsittliche“ Naturzustand, der sich spontan ergibt, wenn Mensch auf Mensch trifft, ohne daß irgendwelche „heiligen“ Instanzen zwischen sie treten. Wie wir gesehen haben, ist dieser „Naturzustand“ nicht im platten Sinne „natürlich“, d.h. er fällt dem Menschen nicht in den Schoß, sondern beinhaltet neben angeborenen Instinkten, auch Wissen, das sich quasi in einen „Trieb“ verwandelt hat – „den Instinkt des Geistes, in ein bewußtloses Wissen, von dem sich jeder wenigstens eine Vorstellung zu machen vermag, wenn er es damit vergleicht, wie so viele und umfassende Erfahrungen bei ihm selbst in das einfache Gefühl sublimiert wurden, das man Takt nennt: alles aus jenen Erfahrungen gezogene weitläufige Wissen ist in ein augenblickliches Wissen konzentriert, wodurch er im Nu sein Handeln bestimmt“ (Parerga, S. 93).

Wie Reich ausgeführt hat, ist die Welt des Mechanisten wie tot, es ist unlebendig. In ihr ist alles determiniert, es gibt keinen Platz für das Schöpferische. Die Welt des Mystizismus ist genauso starr: „es lebt nichts als das Gespenst“. Anders ist es im Animismus, für den die Welt lebendig ist. Entsprechend spricht Stirner davon, daß die „Alten“, „die überall Götter sahen“, nicht wie die „Neuen“ (die Christen mit ihrer Mystik) zu Geistern, d.h. zu bloßen Gespenstern beteten, denn die heidnischen „Götter setzen die Welt nicht zu einem Schein herab und vergeistigen sie nicht“ (Der Einzige, S. 37). Im orgonomischen Funktionalismus begreift der Mensch die Zusammenhänge auch intellektuell und kann sie praktisch angehen: er nimmt die Welt in Besitz.

Alle gesellschaftlichen Gebilde, die man auf dem Papier entwerfen kann, sind rein „mechanische Zusammensetzungen“. Gegen diese „abstrakten, leblosen Einheiten“ steht die lebendige Interaktion der sich befreienden Einzelnen (Der Einzige, S. 252-254). Ihr Verkehr bildet den „flüssigen“ Verein, während Gebilde wie der Staat (status) mechanisch starr sind (Der Einzige, S. 246). Der Verein ist im übrigen auch die heimliche Grundlage unserer kapitalitischen Wirtschaft: „(…) das Geld ist eine Ware, und zwar ein wesentliches Mittel oder Vermögen. Denn es schützt vor der Verknöcherung des Vermögens, hält es im Fluß und bewirkt seinen Umsatz. Wißt Ihr ein besseres Tauschmittel, immerhin; doch wird es wieder ein ‚Geld‘ sein“ (Der Einzige, S. 305).

Der Sozialismus, die Gesellschaft, der Staat oder die „Partei“ ist der „tote Verein, eine fix gewordene Idee“ (Der Einzige, S. 260), der „Leichnam des Vereins“ (Der Einzige, S. 342) der roboterhaft seinen vorgefaßten Vorurteilen bzw. willkürlichen Schnellurteilen folgt (das besagte „reine Denken“ der Narren). Genauso wie ein Mensch, der sich nicht selbst fühlt, nur eine Maschine ist (Parerga, S. 30), fühlt sich auch die Gesellschaft nicht selbst. Die „Gesamtmasse“ handelt genauso willkürlich wie der von der Interaktion abgetrennte „vereinzelte Einzelne“ (Parerga, S. 276). Die Masse ist dumm und verantwortungslos. Objektiv, bzw. „unparteiisch“ kann nur der Egoist nicht der „Parteigänger“ sein (Der Einzige, S. 260). Einzig und allein der souveräne und großzügige Egoismus des Einzelnen kann die Gesellschaft befrieden, während der „zurückgehaltene Egoismus“ der „ungeständigen Egoisten“ die Gesellschaften in ewigen Konflikten zerreißt: „Besessene in ihrem Glauben sind sie zugleich unbesessen von dem Glauben der Gegner, d.h. sie sind gegen diesen Egoisten“ (Der Einzige, S. 165).

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 1)

29. August 2025

Die Menschheit war über Jahrtausende Opfer von Epidemien, ohne deren Ursache auch nur zu erahnen. Die Schleimhäute schwollen an, die Haut wurde von Pusteln entstellt, etc. – und niemand ahnte, daß das auf Viren oder Bakterien zurückzuführen war. Ganz genauso ist es mit dem geartet, was Reich als Emotionelle Pest bezeichnet hat: ganze Gesellschaften werden von Irrationalität zerrissen, man denke etwa an den Holocaust an den Armeniern in der Türkei und später auch an den der Juden in Deutschland, ohne daß die wahren Hintergründe jemals offengelegt wurden.

Was ist der „Virus“, der hinter der heutigen Christenverfolgung in der mohammedanischen Welt und der jahrhundertelangen Judenverfolgung in der christlichen Welt steht? Die traditionelle Weisheit reicht immerhin soweit, daß es „die Angst vor dem Anderen“ ist. Toleranz sei deshalb das höchste Gut. – Das ist eine rationalistische Vorstellung, die außer acht läßt, daß wir es hier mit Emotionen zu tun haben und daß das, was als Grund für die Verfolgung der jeweiligen Minderheiten angegeben wird, nur vorgeschoben ist. Es wird vorgegeben, daß man sie bekämpfe, weil sie für den Feind arbeiteten, eine „fünfte Kolonne“ seien, doch tatsächlich geht es darum, daß sie unbewußt für etwas stehen, was den von der Emotionellen Pest infizierten in die Raserei treibt: jenes Lebensglück, das ihm selbst versagt ist. Entsprechend spielen immer sexuelle Untertöne mit: die Juden, die Christen, die „fremde Rasse“, die „fremde Volksgruppe“, etc. – sie seien „sexuell haltlos“.

Das ist der verborgene Kern, der „unsichtbare Virus“, der hinter der Emotionellen Pest steckt: man leidet an einem Energiestau und statt sich seinen neurotischen Symptomen (= vergebliche Versuche der psychischen und somatischen Energieentladung) resignativ anheimzugeben, tut man alles, um die vermeintliche Ursache des Energiestaus, d.h. die vermeintliche Quelle der Erregung auszuschalten. Der Leitspruch der Emotionellen Pest lautet entsprechend: „Ich finde das unerträglich!“

Die Emotionelle Pest ist derartig ansteckend, weil wir alle unter einem Energiestau leiden, d.h. orgastisch impotent sind.

Diese allgemeine, allgegenwärtige Malaise liegt üblicherweise brach und es kommt nur vereinzelt zu kleineren, engbegrenzten Ausbrüchen der Emotionellen Pest, die schnell wieder verebben.

Man nehme die Juden in Deutschland: der Antisemitismus war allgegenwärtig und für die Betroffenen ein ewiges Ärgernis, aber man konnte sich mit der Situation arrangieren. Bis Leute wie Julius Streicher kamen, die die in den Massen brachliegende Emotionelle Pest künstlich angefacht haben, sodaß es für die Opfer kein Entrinnen mehr gab. Der Holocaust wurde erst dadurch möglich, daß Streicher (und andere seines Schlages) die in den Deutschen (wie in allen anderen Völkern) sozusagen auf Sparflamme glimmende Emotionelle Pest angefacht hat. Ohne einen derartigen „pestilenten Charakter“ (Modju) auf der einen und die neurotischen Massen auf der anderen Seite, hätte es keinen Holocaust gegeben.

Es müssen immer beide Elemente vorhanden sein, bevor es zu katastrophalen Ausbrüchen der Pest kommen kann. Es bedarf nur des richtigen Umfeldes, meist eine wirtschaftliche Krise, die die Massen emotional destabilisiert und zugänglich für die Sprüche Modjus macht:

In der heutigen, der antiautoritären Gesellschaft hat sich an all dem nichts geändert. Der einzige Unterschied ist, daß der Auslöser der pestilenten Attacke ein anderer ist. In der autoritären Gesellschaft ging es letztendlich immer darum, daß das Opfer real oder phantasiert unerträgliche sexuelle Gefühle ausgelöst hat und deshalb beseitigt werden mußte, „damit Ruhe ist“. Heute macht dieses „Ruhebedürfnis“ sich an jenen fest, die die irrationale Grundlage der antiautoritären Gesellschaft gefährden: die alles durchdringende und beherrschende Kontaktlosigkeit. Was früher die Hetze gegen und die schließliche Verfolgung von Juden war, das ist heute „der Aufstand der Anständigen“. Ziel der Hetze sind „Neonazis“ (vermeintliche oder wirklich ist in diesem Zusammenhang gleichgültig). Sie gefährden die allgegenwärtige Permissivität und müssen deshalb ausgemerzt werden. Die Hetze ist erbarmungslos eliminatorisch. Die fast immer in grotesker Überzahl „gegendemonstrierenden“ Antifanten empfinden sich dabei ebenso als heroische „Widerstandskämpfer“, wie einst die eifrigen Leser von Julius Streichers Der Stürmer, die eingeschüchterte Juden auf der Straße bedrängten.

Man erinnere sich an die Sarrazin-Debatte, dem irrationalen Haß, den Unterstellungen und Verdrehungen, dem der Mann, der schließlich in allem recht behalten hat und eher untertrieben hatte, ausgesetzt war. Er konnte tun und lassen, was er wollte, aus seiner Rolle als „der Leibhaftige“ kam er einfach nicht heraus. Es ging gar nicht um ihn, noch nicht einmal um das, was er wirklich geschrieben hatte, sondern einzig darum, daß er die Ruhe gestört, die Kontaktlosigkeit gefährdet hat, die die Grundlage der „bunten Republik“ bzw. „unserer Demokratie“ ist. Genauso ging es früher nie um die Juden als solche, sondern um ihre Stellung als Minderheit, die die Bewegungslosigkeit der monolithischen „Volksgemeinschaft“ gefährdete. Die Opfer waren nicht besser oder schlechter als der Rest der Bevölkerung. Heute ist es nicht anders: wer zur verhaßten und letztendlich auszumerzenden Gruppe der „Neonazis“ gehört, bestimmen die Gutmenschen. Die Stadt soll nazirein werden.

Das vorgeschobene Motiv dieser entmenschten Hetze ist der „Antifaschismus“, der unsichtbare „Virus“ ist jedoch die Todesangst vor Kontakt. Daß es einen Unterschied zwischen primären und sekundären Trieben gibt, daß die Wirklichkeit autonom funktioniert und sich nicht nach den eigenen „Idealen“ richtet, daß die menschliche Natur nicht beliebig formbar ist, daß es beispielsweise zwei biologische Geschlechter gibt – derartige Einsichten treibt die heutige Ausformung der Emotionellen Pest in die Raserei. Man denke nur an die ungeheuerliche Aussage von Sigmar Gabriel von vor 13 Jahren, daß die moderne Genetik nicht in Übereinstimmung mit dem Parteiprogramm der SPD stehe. Daß der Intelligenzquotient größtenteils auf Vererbung beruht und deshalb die „bunte Ideologie“ Makulatur ist, daß die Welt tatsächlich nicht so konturlos ist, wie sie durch die Milchglasscheibe der antifantischen Ideologie aussieht, sondern Strukturen und Kontur hat – wer so etwas sagt und damit den Zustand der Kontaktlosigkeit gefährdet, wird für vogelfrei erklärt. Man darf ihm straffrei die größten Ungeheuerlichkeiten an den Kopf werfen. Wenn er sich wehrt, macht er sich der „Volksverhetzung“ schuldig. Die Emotionelle Pest, deren Ziel es ist, jede bioenergetische Bewegung und Erregung zu unterbinden, erklärt das Opfer zum Täter, dem nur widerfährt, was ihm ohnehin zusteht.

Die heutige Ausformung der Emotionellen Pest ist in vieler Hinsicht sogar schlimmer als früher, denn es war nur allzu offensichtlich, daß Streicher ein Schwein war. Sogar viele Nazis ekelten sich vor ihm. Die heutigen Modjus sind unsichtbar, stehen sie doch für „Antifaschismus“, Völkerverständigung und sogar für die „Kultur des Dialogs“. Was sollte am Widerstand gegen Nazis verwerflich sein?

Wenn Lebensrechtler, Impfgegner, neuerdings sogar Friedensaktivisten auf die Straße gehen und damit die grundgesetzlich verbriefte Demonstrationsfreiheit wahrnehmen, kommt es zum „Aufstand der Anständigen“ – die kurioserweise immer vermummt sind. Wenn sie nur könnten, würden uns alle an die Wand stellen – und Ruhe ist.

Das ist die Emotionelle Pest in der antiautoritären Gesellschaft: jene werden als Außenseiter abgestempelt und militant bekämpft, die die allgemeine Kontaktlosigkeit gefährden könnten, etwa den heute allgegenwärtigen „antifaschistischen“ Kriegswahn gegen Putin. Es ist die Todesangst vor bioenergetischer Erregung, die diese Ausformung der Emotionellen Pest antreibt – genauso wie es bei jeder Ausprägung der Pest ist.

„Das internationale Finanzjudentum“ (Deutschland und die Emotionelle Pest [Teil 0])

28. August 2025

Dies ist sowohl eine Fortführung meiner neulich veröffentlichten Ausführungen zum Antisemitismus (hier und hier), als auch die Einleitung der Blogserie „Deutschland und die Emotionelle Pest“:

In dem Film Little Big Man gibt es einen lustigen Nebenplot, in dem ein Indianer, Younger Bear, zu Tode beleidigt ist, weil ihm der Titelheld das Leben gerettet hat. Younger Bear ist jetzt nämlich auf ewig in dessen Schuld. Younger Bear schuldet ihm ein Leben!

Das Leben der „Naturmenschen“ war tatsächlich alles andere als streßfrei, denn innerhalb der Clans, vor allem aber zwischen den Clans und Stämmen, wurde der soziale Zusammenhalt durch Geschenke aufrechterhalten, die nach einer größeren Gegengabe in absehbarer Zukunft verlangten.

Noch heute kennt jeder das Gefühl der Beschämung, wenn man von Leuten beschenkt wird, für die man alles andere als freundschaftliche Gefühle hegt. Trotzdem wurde mit dem Geschenk ein Band etabliert, dem man sich kaum mehr entziehen kann. Genau auf diese Weise werden Gesellschaften zusammengehalten. Keine Gesellschaft, selbst wenn sie ungepanzert wäre, könnte nach dem Prinzip „Seid nett zueinander!“ lange bestehen, denn Antipathie ist die natürlichste Sache der Welt. Man braucht sich nur das Verhalten unter Pferden im Stall und auf der Weide ansehen: spontan bilden sich lebenslange Freundschaften und Feindschaften. Auf derartige unkontrollierbare Gefühle können Menschen keine Arbeitsdemokratie aufbauen!

Was die Arbeitsdemokratie zusammenhält wird durch folgende Gleichung dargestellt:

Schon vor Jahrtausenden hat dieser Herzschlag arbeitsdemokratische Beziehungen über ganze Kontinente hinweg zusammengehalten. Ein gigantisches, ständig von neuem geflochtenes Gewebe aus Beziehungen zwischen Leuten, die sich teilweise nur vom Namen her kannten.

Bis heute durchdringt dieser Pulsschlag unser Leben. Am klarsten und grundlegendsten im Kreditwesen. Vom Kreditgeber erhalten jene Geld, die es nach menschlichem Ermessen mit Zins zurückzahlen können. Es kann in diesem Zusammenhang nichts Destruktiveres geben, als Geld auf Grund von Sympathie, gar „Liebe“, zu verleihen. Nicht nur, daß es dem Kreditnehmer extrem schadet, wenn er Geld aufnimmt, daß er nie zurückzahlen kann, – geschädigt werden auch die, die genau diesen Kredit beantragt hatten, aber zurückgewiesen wurden, weil dem Kreditgeber ihre Nase nicht gepaßt hat. Im Kreditwesen geht es wirklich nur um eins: Kann der Kreditnehmer den Kredit plus den Zins abarbeiten? Der kluge Kreditgeber wird ihn in dieser Hinsicht beraten und unterstützen.

Drei Aspekte sind bemerkenswert:

  1. Arbeitsdemokratie ist inhärent internationalistisch. Sie sprengt die familiären und nationalen Bande, sieht vollkommen von der Person ab. Beispielsweise war es bis vor kurzem so, daß Rotchina, in jeder Hinsicht der Todfeind der USA, als Kreditgeber alles daran setzen muß, daß sich Amerika wirtschaftlich gut entwickelt. Ideologien und irgendwelche „geopolitischen“ Überlegungen (Stammesdenken) werden so bis zur Bedeutungslosigkeit zurückgedrängt.
  2. Wie Robert Harman dargelegt hat, ist das Wesen der physikalischen Größe „Zeit“ für die Ökonomie von alles entscheidender Bedeutung („Practical Functional Economics (Part II)“, Journal of Orgonomy, 44/2, Fall 2010/Winter 2011). Man nehme einen Bauern, der Feldfrüchte gegen Fische tauscht, die ein Nachbar geangelt hat. In diesem einfachen Tausch spielt der Faktor Zeit so gut wie gar keine Rolle. Ähnlich ist es, wenn wir im Laden etwas einkaufen. Ganz anders ist es bei Kreditgeschäften. Hier wird eine Beziehung gebildet, die theoretisch über Jahrzehnte, ja sogar über Generationen hinweg, andauern kann. Es kommen Aspekte ins Spiel wie wachsende bioenergetische Erregung und vor allem die Grundeigenschaft der Orgonenergie: das orgonomische Potential. Durch die Kreditvergabe werden Dinge, orgonotische Funktionen, in Bewegung gesetzt, die beim einfachen Tauschhandel nie und nimmer aufgekommen wären. Und genau das, dieser Mehrwert, rechtfertigt letztendlich den Zins.
  3. Der Orgonenergie-Metabolismus im Kapitalismus ist funktionell identisch mit der Funktion des Orgasmus:

Das Brechreiz erregende Geschwafel über „Judenbanken“, „internationales Finanzjudentum“ und „Zinsknechtschaft“ entspricht einem krankhaft verzerrten Erahnen dieser Zusammenhänge. Die religiös bedingte Ausgrenzung der Juden, die sie zu Fremden im eigenen Land machte, das Fernhalten vom unmittelbaren Austausch („Feldfrucht gegen Fisch“), ihre Abdrängen in den überregionalen Handel (Beispielsweise der Handel mit Pferden) und nicht zuletzt das Zinsverbot für Christen, dem sie nicht unterlagen, machten sie zu idealen Wegbereitern des modernen Kapitalismus.

Der fiese Judenhaß bei Nationalsozialisten und anderen Sozialisten geht auf einen tiefsitzenden Horror vor bioenergetischer Erregung zurück. Die fast schon sprichwörtlichen „Rothschilds“ sollten statt dessen als Menschheitsheroen verehrt werden, denn ohne visionäre Bankiers wie sie, könnten wir heute nicht acht Milliarden Menschen auf einem vor nicht allzulanger Zeit undenkbar hohen Niveau am Leben erhalten.

Email [Reichs MENSCHEN IM STAAT] 2016

27. August 2025

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