Die AfD und der neurotische Irrationalismus

3. Februar 2025

Die Broschüre der AfD über den Islam, die vor Jahren Hunderttausendfach verteilt wurde, ziert ein vielsagendes Cover. Hier sieht man auf den ersten Blick den Kern der Saharasia-These von James DeMeo: abgesehen von der Metastase Indonesien, wo der europäische Kolonialismus tragischerweise zu spät gekommen ist, ist die Verbreitung des Islam paßgenau identisch mit „Saharasia“, dem zentralen Kontinente überschreitenden Wüstengürtel, der sich von Casablanca bis vor die Tore Pekings erstreckt. Hier ist das geographische Gebiet, von dem aus die Panzerung und die Emotionelle Pest den Planeten erobert hat und das bis heute das maligne Zentrum des schlichtweg Bösen in dieser Welt ist. Allein schon diese eine Broschüre zeigt, daß keine Partei den Grundwerten der Orgonomie nähersteht als die AfD. Der Kampf gegen den neurotischen Irrationalismus, die Emotionelle Pest ist das wichtigste, alles andere ist sekundär!

Keine andere Partei stellt sich dermaßen konsequent gegen den muselmanischen Irrationalismus, dessen ganzer Ausmaß mehr umfaßt und tiefer geht als plakativer Terrorismus und kultureller Suprematismus. Beispielsweise fand ich im DNP (Der Neurologe & Psychiater, 1.2012) eine kleine Notiz („Geister nicht ignorieren“) über einen Aspekt der Islamisierung Deutschlands, der mir vollkommen neu ist: die Dschinn (islamische Dämonen).

Der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Ibrahim Rüschoff, ein mit einer Marokkanerin verheirateter Konvertit, führt aus, daß bei den Muslimen in Deutschland „der Lack des Westens“ sehr dünn sei. Eine psychische Erkrankung werde oft einem Dschinn zugeschrieben. Für den Patienten bringe das den Vorteil, daß er halt „Besessen“ ist und nichts für seine inakzeptablen (un-moslemischen) Wünsche und Träume könne. Doch während solche Vorstellungen von der muselmanischen Umwelt bereitwillig akzeptiert werden, wisse der Mohammedaner genau, daß er westlichen Ärzten nicht mit so etwas kommen dürfe. Rüschoff schlägt seinen Kollegen deshalb vor, dem Patienten in solchen Fällen ihre Offenheit zu zeigen und mit einem Imam zusammenzuarbeiten.

Hier ein Bericht darüber, welche Rolle „Hodschas“ insbesondere bei der psychiatrischen Behandlung von türkischen Mit-Bürgern spielen. Und man komme mir nicht mit etwaigen Resten des zentralasiatischen Schamanismus der Turkvölker, denn in Saudiarabien selbst ist das Zentrum des Aberglaubens. Man schaue sich dazu folgenden Film an:

Ein Video der saudi-arabischen Regierungsbehörde „Generalpräsidium der Förderung der Tugend und der Verhütung des Lasters“, spricht über Zauberei und schwarze Magie aus islamischer Sicht. Übersetzt ins Englische zeigt es die bösen Taten von Zauberern auf, die Blasphemie begehen, um Menschen zu verhexen und ihnen zu schaden. Dies ist keine Fiktion, sondern Realität; es stammt von der Regierung Saudi-Arabiens. Saudi-Arabien hat eine Spezialpolizei, die Hexer aufspürt und verfolgt. Viele Krankheiten, die die Wissenschaft nicht heilen kann, werden durch Zauberei verursacht. Im Westen werden sie im Allgemeinen als psychiatrische Krankheiten betrachtet und nur mit Medikamenten betäubt, ohne daß es eine Heilung gibt. Wenn Sie an einer Krankheit leiden und alle Tests normal ausfallen, dann sind Sie wahrscheinlich Opfer von Hexerei oder des bösen Blicks.

Ein typischer Reflex in den Medien ist es, bei derartigen Berichten sofort klarzustellen, daß Dämonenglauben auch im Westen gang und gäbe war; Hexenverbrennungen; man brauche doch nur in die Bibel schauen, etc.pp. Das ändert nichts an der Tatsache, daß wir es aktuell in ganzen Bevölkerungsgruppen mit Vorstellungen zu tun haben, die ich allenfalls Schwarzafrikanern angedichtet hätte. Hier öffnet sich ein Feld kultureller Mißverständnisse, die geradezu alptraumhaft sind. Man denke etwa an den guten Rat, Moslems auf der Straße nicht in die Augen zu blicken. Unsereins schwirren dabei irgendwelche sozialpsychologischen Erklärungen durch den Kopf, während es tatsächlich vielleicht in erster Linie um die Angst vor dem „bösen Blick“ geht. Insbesondere blaue Augen gelten als böse!

Es wird gerne eingewendet, daß doch der Koran die Magie mit scharfen Worten verurteile und wie rational doch der Islam imgrunde sei. Nun, der vollkommen wirre Koran, unerschaffen und ewig, ist kein Buch zum Lesen, sondern zum Rezitieren, vor allem aber ein durch und durch magischer Gegenstand zum Anbeten. Hinzu treten die Überlieferungen über das Leben und die Aussprüche des Propheten, die ein absolut absonderliches Bild zeichnen. Auf ihnen beruhen all die bizarren Fatwas. Beispielsweise solle der Muselmane nicht im Stehen pinkeln, weil Mohammed die Einsicht gewonnen hatte, daß jene, die sich aus Versehen ans Bein pinkeln, im Grab von Dschinn gequält werden. Deshalb habe man den Propheten niemals im Stehen urinieren sehen.

In seinem pathographischen Essay Die Krankheit des Propheten kommt der Marburger Medizinhistoriker Armin Geus zu dem Schluß, daß Mohammed unter einer chronisch verlaufenen paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie gelitten hätte. Aus den sadistischen und sexuellen Obsessionen und wahnhaften Phantasien dieses Irren habe sich dann der bis heute anhaltende Wahn „Islam“ entwickelt.

Aus dieser Sicht sind abergläubische Vorstellungen im Volksislam alles andere als eine Entartung einer im Grunde philosophisch anspruchsvollen religiösen Lehre, sondern die konsequente Fortführung des Islam.

Sanitäter können ein Lied davon singen, daß sie ihres Lebens nicht sicher sind, wenn sie zu einem Anhänger des Islam gerufen werden. Regelmäßig werden sie von der Verwandtschaft und Freunden auf das allerübelste bedroht. Man ist schnell mit sozialpsychologischen, gar soziologischen Erklärungen dieses unfaßbar irrationalen Verhaltens zur Hand. Es kann aber durchaus sein, daß hier ganz andere Faktoren hineinspielen… Auch beim fast schon alltäglichen Messern in Kindergärten, Supermärkten, Arztpraen etc., das meist psychiatrisch erklärt wird… Wer hätte sich noch vor einigen Jahren träumen lassen, daß wir uns 2025 mit einem abergläubischen Wahn herumschlagen müssen, der alles in den Schatten stellt, was zur Zeit der Hitlerei oder zu Zeiten des Hexenwahns herrschte. Der schiere Wahnsinn zieht erneut durch Deutschland und die AfD ist die einzige Stimme der Vernunft, das letzte Aufbäumen der Aufklärung

David Holbrook, M.D.: Über „das Ende der Welt“ / Die Fähigkeit zu weinen / Wie ein Vogel in der Serengeti-Ebene / Die Macht des Vermeidens / Das Prinzip der Liebe / Über die „Emotionelle Pest“ und den „emotionell pestilenten Charakter“ / Ein Weg zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden / Antagonismus, Unsicherheit und die Suche nach der Wahrheit

2. Februar 2025

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Über „das Ende der Welt“

Die Fähigkeit zu weinen

Wie ein Vogel in der Serengeti-Ebene

Die Macht des Vermeidens

Das Prinzip der Liebe

Über die „Emotionelle Pest“ und den „emotionell pestilenten Charakter“

Ein Weg zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden

Antagonismus, Unsicherheit und die Suche nach der Wahrheit

Warum werden Orgontherapie-Patienten nicht orgastisch potent?

1. Februar 2025

Eine der Trumpfkarten, die Kritiker der Orgonomie gerne ziehen, ist die Frage danach, ob Patienten wirklich das Ziel der Therapie erreichen, die orgastische Potenz. Erst einmal ist das nicht das Ziel, ohne dessen Erreichen die ganze Unternehmung keinen Sinn machte, sondern der Orientierungspunkt der Therapie. Es geht um die Vereinigung krankhaft auseinandergerissener Biofunktionen. Die Aufhebung dieser inneren Zerrissenheit (einer nicht nur „psychischen“, sondern vor allem biophysischen Zerrissenheit) ist in jedem einzelnen Schritt ein erstrebenswertes Ziel, das zwar stets das logische Endziel „orgastische Potenz“ (die endgültige und komplette Aufhebung der inneren Zerrissenheit) impliziert, aber trotzdem, bzw. eben deshalb, ist auch jeder Teilerfolg erstrebenswert. Solange sich die Orgontherapie am Endziel orientiert und deshalb in letzter Konsequenz zu ihm führt, ist es egal wie lange sie dauert und sie hat sich auch im vollen Umfang gelohnt, wenn, wie im überwiegenden Großteil der Therapien, die orgastische Potenz nie erreicht wird. Wenn sich der Patient im Verlauf der Zeit nicht stetig immer wohler und integrierter fühlt, ist er nicht in Orgontherapie, sondern einem Scharlatan aufgesessen! Orgontherapie ist ein Weg von A (der Neurose) nach B (der orgastischen Potenz), alles andere ist ein zielloses Herumirren, das nirgendwo hinführt.

Selbst wenn kein einziger Patient jemals das Ziel „orgastische Potenz“ erreichen sollte, bedeutet das nicht, daß etwas an der Orgontherapie nicht stimmte. Aber natürlich gibt es einige Patienten, die dieses Ziel erreichen. Man siehe dazu die Artikel „Genitality: Myth or Reality?“ (The Journal of Orgonomy, Vol. 21, No. 2, November 1987, S. 154-158) von Richard A. Blasband, „Genitality Reached by a Chronic Depressive“ (ebd., S. 159-171) von Barbara G. Koopman und „A Patient Brought to Genitality“ (ebd., S. 172-184) von Charles Konia.

Im Vorwort zu dieser Ausgabe des Journal of Orgonomy, das Reichs dreißigsten Todestag markiert, führt Koopman aus, daß Genitalität real sei und erreichbar und daß man diesen einmal erreichten Zustand aufrechterhalten kann. Dazu würden zwei Fälle präsentiert von denkbar unterschiedlichen Charaktertypen mit zwei entsprechend unterschiedlichen Therapieverläufen. Warum das Erreichen der Genitalität so lange dauert und von so wenigen erreicht wird? Der entscheidende Faktor sei die Kontaktfähigkeit des Therapeuten und inwieweit er selbst Angst vor Bewegung und Veränderung hat.

Je mehr er in Kontakt mit sich selbst ist, desto besser kann er mit dem Patienten und der Arbeit Kontakt herstellen. Unsere persönliche Evolution verlangt, daß wir ständig nach echtem Kontakt, sowohl mit uns selbst als auch mit der Umwelt, und seiner Aufrechterhalten streben. Das ist das primäre Werkzeug für die Heilung, genauso wie Genitalität das Endziel der Therapie darstellt.

In Die Funktion des Orgasmus (Fischer-TB, S. 190) spricht Reich von seiner „orgasmotherapeutischen Aufgabe“. Die „Vegetotherapie“ (die spätere Orgontherapie) ist nur eine sozial notwendige Fehlbezeichnung für „Orgasmotherapie“ – und ausgerechnet jene, die heute nichts mehr von der uneingeschränkten Orgasmustheorie wissen wollen, nennen sich „Vegetotherapeuten“. Was diese Leute mit dem Namen Wilhelm Reichs machen ist über alle Maßen abscheulich.

Die Frage, ob Reich ein genitaler Charakter war, ist ziemlich unfruchtbar. Elsworth F. Baker, der die Familienmitglieder und Geliebten von Reich in Orgontherapie hatte und deshalb diese Frage vielleicht als einziger einigermaßen sinnvoll hat beantworten können, meint, daß er wohl nicht ganz ausschließen könne, daß Reich ein vollwertiger genitaler Charakter war, aber seine persönliche Vorstellung von einem genitalen Charakter sähe etwas anders aus, da Reich für seinen Geschmack zu viele phallisch-narzißtische Züge hatte. Nach Bakers Definition war Reich ein „funktioneller genitaler Charakter“, d.h. wenn es ihm gut ging, funktionierte er rational, sobald aber der Streß ein bestimmtes hohes Level überschritt, fiel er in ein neurotisches phallisch-narzißtisches Muster, das er wieder verließ, sobald sich die Situation besserte oder er mit der Situation umzugehen lernte.

Somit reagierte Reich exakt wie jemand, der eine Orgontherapie in jeder Hinsicht erfolgreich abgeschlossen hat: betrachtet man ihn, wenn es ihm gut geht, hat er tatsächlich seinen Charakter verändert (aus einem neurotischen wurde ein genitaler Charakter), geht es ihm schlecht, besteht unauslöschlich die Tendenz, daß er genauso reagiert wie früher („einen krumm gewachsenen Baum kann man nicht wieder grade machen“). Nun ist es so, daß dies, d.h. die Ausbildung eines „funktionellen genitalen Charakters“ nicht nur infolge einer Orgontherapie geschieht, sondern manchmal auch spontan bei Menschen, die eine Struktur haben, die nahe an der Genitalität ist (also Hysterikerinnen und Phallische Narzißten, deren Hysterie und phallischer Narzißmus nicht besonders stark ausgeprägt ist). Reich war so ein neurotischer Mensch, der aufgrund seines frühen Sexuallebens sich zu einem „funktionellen genitalen Charakter“ entwickelt hat. Das läßt sich alles widerspruchsfrei erklären. Ohnehin kann es einen „idealen“ genitalen Charakter in unserer Gesellschaft gar nicht geben. Er wäre nicht lebensfähig. Siehe das Schicksal der Naturvölker. Man betrachte auch Reichs eigenen hilflosen, „naiven“ und „blauäugigen“ Umgang mit der Emotionellen Pest.

Überhaupt finde ich es fruchtbarer, die Frage zu stellen, ob Reich „anders“ als „Homo normalis“ war. Typischerweise wird Reich – auf eine unglaublich spießige Weise – immer dann kritisiert, wenn er anders als Homo normalis war. Ich find ihn eher kritikwürdig, wenn er sich genauso wie Homo normalis verhalten hat. Reich war immer dann neurotisch, wenn er nicht er selbst war. Die verdammten Spießer sehen es genau umgekehrt.

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Phantasie” und folgende

31. Januar 2025

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Phantasie“ und folgende

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 19)

30. Januar 2025

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 19)

Das Atom heute

29. Januar 2025

Seit Reichs ORANUR-Experiment 1951, als er Radium-Nadeln, wie sie damals in der Krebstherapie verwendet wurden, einer starken Orgonenergie-Konzentration aussetzte, ist die Kernenergie ein zentrales Thema der Orgonomie. Reich beobachtete, daß die Orgonenergie das radioaktive Material nicht etwa „unschädlich“ macht, wie er auf Grundlage seiner vorangegangenen Experimente vermutet hatte, sondern ganz im Gegenteil der Orgonenergie so verändert wird, daß sie selbst zu einem schädlichen Agens wird.

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Heute gibt es drei große Gefahrenherde:

  1. Atombombenversuche: Mit ihnen befassen wir uns auf unserer ORANUR-Seite. Glücklicherweise gibt es nach Ende des Kalten Krieges keine Versuche mehr. (Ausgenommen ist neuerdings Nord-Korea.) Jedoch ist die atmosphärische Orgonenergie mittlerweile so „sensibilisiert“, daß sie sogar auf „subkritische“ Tests reagiert. James DeMeo hat im Jahre 2002 darauf hingewiesen, daß sich in den Wetterbildern nach subkritischen Nukleartests in Nevada die gleichen Muster zeigen, wie einst bei richtigen Nuklearexplosionen, nämlich die für ORANUR charakteristische atmosphärische Überexpansion. Die Folge: eine mörderische Hitzewelle, trockene Windstürme mit Blitzen und dann natürlich Waldbrände. 2002 habe es, so DeMeo damals, zwei solcher subkritischer Tests gegeben: der erste am 14. Februar, der dem sehr guten Schneefall im Westen der USA ein Ende setzte; der zweite am 7. Juni, der im Westen eine Dürre hervorrief und „dry lightning storms“ und Waldbrände einläutete.
  2. Radioaktives Material entweicht durch Unfälle in Kernanlagen: Im Verlauf des ORANUR-Experiments konnte Reich feststellen, daß das Orgon letztendlich doch die Oberhand behält. Unter normalen Bedingungen kann das alldurchdringende Orgon auf das Kernmaterial einwirken, während dieses selbst von der Umwelt abgeschirmt bleibt. Das erzeugt zwar noch immer eine ORANUR-Reaktion, doch es entwickelt sich immerhin so etwas wie ein Gleichgewicht zugunsten des Orgons. Dieses Gleichgewicht wird empfindlich gestört, wenn bei Unfällen das zuvor eingeschlossene radioaktive Material freigesetzt wird: es kommt zu einer sehr heftigen ORANUR-Reaktion.
  3. Unzählige kleine ORANUR-Experimente: Das kommende Zeitalter der Mini-Reaktoren. In der ganzen Welt werden neue kleine Reaktoren gebaut – nur nicht in Deutschland. Sie sind teilweise transportabel und können in Serie günstiger gebaut werden. Hier ein Überblick.

Natürlich ist auch heute jedes Atomkraftwerk, und unabhängig vom „Atom“ jede Röntgenanlage, jedes Laserlicht, ja jede Sonnenbank, ein kleines „ORANUR-Experiment“, aber die Renaissance der Atomkraft mit kleinen und „sicheren“ Kernkraftwerken wäre doch eine neue Qualität des Mordens der lebendigen Orgonenergie-Hülle des Planeten.

Reich und die Intellektuellen

28. Januar 2025

In dem von Birgit Johler herausgegebenen Band Wilhelm Reich Revisited (Wien 2008) verteidigt der österreichische Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Robert Pfaller Reich gegen Michel Foucault und dessen Adepten, die Reich als obsolet hinstellen, da „die Macht“ nicht etwa sexuelle Lust unterdrücke, wie Reich behauptet hat, sondern ganz im Gegenteil gezielt anwendet, um die Masse zu korrumpieren. Pfaller wendet dagegen ein, daß Reich gezeigt habe, daß die Klassenverhältnisse die Menschen so umgeformt haben, daß sie ihre Unterdrückung aktiv unterstützen und diese sogar als lustvoll erleben. Reich spricht von der „Schere“, die sich zwischen der zur „Progression“ treibenden ökonomischen Entwicklung und dem reaktionären Empfinden der Masse auftut. In diesem Zusammenhang gibt Pfaller ein aktuelles Beispiel:

Man hätte Ende der 1990er Jahre in Österreich erwarten können, daß eine Bevölkerung, die von den immer hastiger und zerstörerischen Bewegungen eines unter neoliberalen Bedingungen agierenden multinationalen Kapitals in beträchtlichem Ausmaß bedroht war, ihre Wut gegen dieses Kapital und gegen diese Bedingungen richtet. Stattdessen richtete diese Bevölkerung ihre Wut vor allem gegen die von diesen Bedingungen hervorgerufene Migration der Arbeitskraft; nicht selten auch gerade gegen diejenigen, die versuchten, diese Bedingungen zu kritisieren und zu verändern: gegen Intellektuelle, Kunstschaffende, politisch Engagierte. Auch hätte man erwarten können, daß eine Bevölkerung unter solchen Bedingungen die Forderung nach besserem – z.B. staatlichem, gewerkschaftlichem oder anderem – Schutz gegen die vom multinationalen Kapital angerichteten Zerstörungen erhebt. Stattdessen beobachteten wir, wie diese Bevölkerung sich mit Begeisterung gerade denjenigen zuwandte, die völlig unverhohlen versprachen, noch die letzten Einrichtungen zu beseitigen, die solchen Schutz bieten konnten. Schließlich schien es, daß diese Bevölkerung, anstatt (wie Majakowski) zu rufen: „Her mit dem schönen Leben!“, noch geradezu Gefallen an Parteien und Persönlichkeiten fand, die ihr einen „Kassasturz“, eine „Budgetsanierung“ oder, noch klarer, einen „Verlust von Annehmlichkeiten“ (…) in Aussicht stellten.

Ich könnte jetzt die Sache mit der „neoliberalen Wirtschaftspolitik“ auseinandernehmen oder erläutern, wie bizarr ich es finde, daß die Suche nach „Schutz“ „progressiv“ sein soll. Pfaller könnte dann im Einzelnen Reich zitieren, der doch all dies vertreten habe. Beschäftigen wir uns lieber mit Leuten wie Pfaller, die im krassen Gegensatz zu Reich vollkommen abgeschnitten sind von den wirklichen Lebensverhältnissen der Massen und imgrunde nichts als Verachtung für diese aufbringen. Wenn sich die Massen gegen ihre staatliche Bevormundung, die bis hin zu „Gedankenverbrechen“ reicht, gegen Erstarrung und Regelwut, gegen immer höhere Steuern und Abgaben aussprechen, wird das prompt mit Verweis auf Reich pathologisiert.

Leute wie Pfaller verzweifeln, weil die Massen einfach nicht so funktionieren, daß sie den Interessen von „Intellektuellen, Kunstschaffenden und politisch Engagierten“ dienen. Die Massen sollen gefälligst für weniger Wettbewerb und mehr Staat sorgen, damit die „Intellektuellen, Kunstschaffenden und politisch Engagierten“ sich in den staatlichen und öffentlich-rechtlichen Nischen wie Parasiten entfalten können. Die Massen haben vor allem aber eins zu tun: eine identitätslose beliebig formbare „Masse“ zu werden. Dazu muß das Volk zur „Be-Völkerung“ werden, d.h. derartig zersplittern, daß eine Solidarität unmöglich wird. Oder mit anderen Worten: durch „Migration“ soll jedwedes „Milieu“ zerstört werden. Orientierung kommt dann nicht mehr aus der Tradition, sondern von „Intellektuellen, Kunstschaffenden und politisch Engagierten“. So haben Kommunisten schon immer agiert: die „Vermassung“ fördern und, im krassen Gegensatz zur Propaganda, jedwede Solidarität zwischen den Menschen („Fraktionsbildung“!) hintertreiben. Stattdessen wollen die Kommunisten eine vollkommen infantilisierte und „schutzbedürftige“ Bevölkerung, losgelöst von ihren arbeitsdemokratischen Wurzel.

Es ist wirklich vollständig egal, was Leute wie Pfaller mehr oder weniger Kluges über Reich schreiben; ob sie für oder gegen ihn sind, Foucaultianer sind oder nicht. Wichtig ist einzig und allein, was für Interessen sie vertreten! Oberflächlicher sozioökonomische Interessen, tiefer „charakterstrukturelle“ Interessen. Es geht schlicht darum, daß Kommunisten (die sich heute als „Sozialisten“ und „Linksliberale“ tarnen) das „freie Spiel der Kräfte“ nicht ertragen können („die immer hastiger und zerstörerischen Bewegungen“). Im Namen des „Antifaschismus“, gar im Namen von Wilhelm Reich, perpetuieren sie deshalb das (faschistische) Elend.

Während Philosophen wie Pfaller und Foucault naiv herumphilosophieren und an ihren Theorien herumbasteln, beschäftigt sich die Orgonomie mit den arbeitsdemokratischen und biologischen Hintergründen ihres Denkens.

Nur ein Idiot kann begeistert sein, wenn sich Geistesgrößen wie Pfaller dazu herablassen Reich ideologisch bzw. „wissenschaftlich“ (man beachte die Anführungszeichen!) zu „rehabilitieren“. Die Orgonomie bewegt sich auf einer ganz anderen Ebene als alle Philosophien und „Weltanschauungen“. Sie steht grundsätzlich außerhalb derartiger „Diskurse“, deren Inhalt vollkommen nebensächlich ist. Das einzige, was zählt, ist die Funktion des ach so klugen Geredes.

Überhaupt die IntellektuellenAch ja

Unser Haus am Meer

27. Januar 2025

Das Lied „Home by the Sea“, das 1983 auf der nach der Gruppe selbst betitelten CD „Genesis“ erschienen ist, handelt nach dem Autor der Liedtextes, dem Keyborder Tony Banks, von einem Einbrecher, der in ein Geisterhaus gerät und von den Gespenstern für den Rest seines Lebens mit ihren Geschichten gepiesackt wird. Betrachten wir den Text selbst und was das Unbewußte des Autors uns zu erzählen hat – mit Kürzungen frei übersetzt:

An der uneinsehbaren Seite hinaufkriechen, an der Wand hinaufklettern, schleichend durch das Dunkel der Nacht. Durch ein Fenster klettern, auf den Boden treten, nach links und nach rechts schauen, Sachen an sich nehmen und einstecken. Doch irgendetwas fühlt sich nicht normal an. Hilf mir jemand, laßt mich hier raus. Dann hört man plötzlich aus der Dunkelheit: „Willkommen im Haus am Meer“. Aus dem Gebälk, durch die offene Tür drängen von oben und unten kommend Schatten ohne Substanz. In Menschengestalt wirbeln sie ziellos durcheinander. Ihre Augen sind voller Verzweiflung und sie stöhnen wehklagend wie ein Mann: „So helfe uns doch jemand, laßt uns hier raus, die wir hier so lange ungestört lebten, träumend von der Zeit, als wir frei waren vor so vielen Jahren, vor der Zeit, als wir zum ersten Mal hörten: ‚Willkommen im Haus am Meer.‘ Setz dich hin, während wir unser Leben in dem, was wir euch davon erzählen, noch einmal durchleben. Bilder des Kummers, Bilder der Freude, Dinge, die ein Leben ausmachen: endlose Tage des Sommers, längere Nächte der Finsternis, Warten auf das Morgenlicht, Szenen der Unwichtigkeit, Fotos in einem Rahmen. Dinge, die ein Leben ausmachen. – Setz dich hin. Du entkommst uns nicht. Nein, bei uns wirst du bleiben für den Rest deiner Tage. – Setz dich hin. Wir erleben unser Leben neu in dem, was wir dir erzählen. Laß uns unser Leben neu erleben in dem, was wir dir erzählen.

Als Fremde stehlen wir uns ins Leben – und finden uns unvermittelt in der Falle, im klaustrophobischen „Haus am Meer“ – dem Meer mit seinen unendlichen Weiten. Schattenhafte, orientierungslose Wesen, die einst ebenso frei waren, wie wir, als wir eben noch draußen am Strand waren, bedrängen uns mit ihren bedeutungslosen Geschichten, die genauso leer sind wir ihre gesamte Existenz in diesem bedrückenden Gefängnis. Ein Leben aus zweiter Hand, während draußen die Meereswellen verheißend gegen den Strand stoßen.

Bedeutsam wird das Lied durch den weitestgehend instrumentellen zweiten Teil „Second Home by the Sea“, wo das Unbewußte der Musiker sich ungestört ausdrücken kann. Wie bei praktisch jeder Instrumentalmusik seit der Wiener Klassik geht es um einen quasi sexuellen Spannungsaufbau bis zu einer orgastischen Entladung. Man kann „hören“ wie sich im Becken Orgonenergie immer mehr konzentriert, sich mit jedem Wellenschlag der Körper windet, es aber schließlich nicht zur befreienden steil aufsteigenden Akme und anschließender Entladung kommt, sondern alles flach in Melancholie versandet: „Bilder des Kummers, Bilder der Freude, Dinge, die ein Leben ausmachen: endlose Tage des Sommers, längere Nächte der Finsternis, Warten auf das Morgenlicht, Szenen der Unwichtigkeit, Fotos in einem Rahmen. Dinge, die ein Leben ausmachen. Wir erleben unser Leben neu in dem, was wir dir erzählen.“

Wir alle leben gefangen im Haus am Meer, während draußen das glückverheißende Meer unerreichbar geworden ist. Jeder „Einbrecher“, jedes dem Meer entstiegene lebendige neugeborene Kind, machen wir zu einem schattenhaften, substanzlosen toten Gespenst, so wie wir selbst es sind. Wir „leben“ nur, indem wir uns gegenseitig mit Geschichten über das Leben vollabern. Ein „Leben“ aus zweiter Hand! Das „Haus am Meer“ ist unsere Panzerung, die uns gefangenhält, d.h. befriedungsunfähig macht. So sitzen wir und sitzen und sitzen in alle Ewigkeit im Haus am Meer – und öden uns gegenseitig mit unseren Geschichten an. Willkommen im Haus am Meer, wo wir unser Leben vollkommen sinnlos vertun und rettungslos verzweifeln, da uns das Leben unwiederbringlich wie der Sand einer Sanduhr durch die Finger rinnt:

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Parkinson” und folgende

26. Januar 2025

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Parkinson“ und folgende

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „PA-Bione” und folgende

25. Januar 2025

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „PA-Bione“ und folgende