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Mechano-mystische Pseudologik

25. September 2026

Wie man an jeder Katze und jedem Hund beobachten kann, überwiegt bei biopsychologischer Gesundheit der Parasympathikus bzw. die „Vagotonie“. Wenn wir entspannt und in einem biophysiologisch expansiven Zustand sind „chillen“ wir, wir verdauen und schlafen.

Man darf nicht an bloßen Worten und deren inhärenten Logik („am Logos“) haften. Für den Mechano-Mystiker gibt es eine „Substanz“, die ein Attribut hat, nach dem Muster: Vagotonie —> Expansion —> stimmt nicht überein mit kontraktiler Verdauung und Schlaf. Das Konzept (die „Substanz“) Vagotonie wird durch ihr Attribut Expansion definiert, da aber Verdauung und Schlaf der Kontraktion zugeordnet werden können, tun sich Widersprüche auf und die Orgonomie ist der haltlosen Vereinfachung überführt.

Das ist vollkommen logisch, aber nicht funktionell gedacht. Für Reich gibt es nicht Substanz und Attribut, sondern die Beziehung eines Teils zum Ganzen, d.h. Funktion, die man nicht kausal, sondern nur interpretativ erklären kann. Die Vagotonie ist eine funktionelle Einheit, in der der Körper die vorübergehende Kontrolle über seine Umwelt erlangt hat und sich deshalb gehenlassen kann. Löwen können den ganzen Tag rumdösen („Kontraktion“), eben weil sie die Savanne beherrschen („Expansion“).

Solche ganzheitlichen Interpretationen kann man logisch auseinanderreißen („Kontraktion ungleich Expansion“) und so die ganze Orgonomie widerlegen. Man vergißt dabei aber, daß das ganze Leben derartig „unlogisch“ ist. Es ist unlogisch, daß ein bestimmtes Kind von asozialen Trinkern ein genitaler Charakter ist, ein anderes Kind aus geregelten Verhältnissen hingegen ein Neurotiker, da man es kausal nicht erklären kann. Sieht man die Sache aber funktionell, d.h. als einen multidimensionalen „Lebensroman“, kann diese Geschichte trotz aller gegenteiligen Theorie durchaus stimmig sein.

Abstrakt geht man wie folgt vor: Patient X (die „Substanz X“) hat folgende Symptome („Attribute“): a, b und c, folglich ist es weder eindeutig der Charakter A noch B oder C. Der konkrete funktionelle Ansatz sieht es aber wie eine kleine „unlogische“ Novelle: die Ganzheit X umfaßt u.a. die Teile a, b und c, wobei der Teil a die Rolle der Hauptabwehr spielt, wenn die Ganzheit X(a.b,c) ihre Integrität bewahren will, deshalb ist die Ganzheit X(a.b,c) ganz eindeutig der Charakter A.

Der Unterschied zwischen der mechanomystischen und der funktionellen Logik ist, daß in ersterer „logisch“ alles (a, b und c) gleich gewichtet wird, während im funktionellen Ansatz jedes Element (a, b und c) perspektivisch gewichtet wird. Die Elemente a, b und c müssen nicht alle auf einer „Ebene“ sein, sondern jeweils auf allen möglichen Funktionsebenen verortet sein:

Die innere Dynamik der antiautoritären Gesellschaft (Teil 6)

26. März 2022

Die Orgasmusformel Spannung – Ladung – Entladung – Entspannung hat zwei Phasen: die Überlagerungsphase (Spannung – Ladung) und die Phase der orgastischen Zuckung (Entladung – Entspannung). Sie bestimmt nicht nur unmittelbar den individuellen Organismus, sondern mittelbar auch den gesellschaftlichen Organismus. In der antiautoritären Gesellschaft äußert sich das wie folgt:

Spannung geht mit zentraler Erregung einher, die nicht ertragen werden kann und unmittelbar zum „bionösen Zerfall“ führt, d.h. Anarchie mit späterer Reorganisation der Gesellschaft auf einer primitiveren Ebene (Kommunismus). Womit wir bereits den Kern der antiautoritären Gesellschaft vor uns haben.

Energetische Überlagerung und die daraus resultierende „materielle“ Produktion findet nicht mehr statt. An ihre Stelle tritt das Aufbrauchen der von vergangenen Generationen erwirtschafteten immateriellen und materiellen Werte.

Die „Ladung der Peripherie“ führt zu Kontakt, was in der antiautoritären Gesellschaft unmittelbar zu Panik und hysterischem Weglaufen führt. Entladung wird zu chaotischer „Action“ und Entspannung wird zum indolenten „Chillen“.

Das ganze entspricht einer Art „Pseudobioenergetik“, die nur noch eine groteske Karikatur des Lebens darstellt. Um das unmittelbar zu erfahren, braucht man sich nur der heutigen „Kultur“ auszusetzen, die mehr und mehr wie eine bizarre Drogenparty voll von Kokain, Speed, Ecstasy und Pot wirkt: Anarchie, die mit Konformismus changiert (beispielsweise sind all die bunten Kids auf erschreckende Weise gleichförmig), Eskapismus, Aktionismus und Indolenz. Was schließlich bleibt ist die schwarze Tristesse der orgastischen Impotenz.

Letztendlich wird in der „Neosexualität“ die Friktion negiert, das Hin und Her der Pulsation und das Auf und Ab der Kreiselwelle. Negiert wird die orgonotische Erregung, das Leben selbst. Auf gesellschaftlicher Ebene äußert sich das in gesellschaftlicher „bunter“ Atomisierung und gleichzeitigem „grauen“ Kollektivismus: mit einem Wort Krebs, d.h. Kommunismus.

ZUKUNFTSKINDER: 8. Utopia, a. Der Kult der Expansion

3. Mai 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

8. Utopia, a. Der Kult der Expansion