Posts Tagged ‘New Age’

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 5

12. Februar 2019

orgonometrieteil12

5. Reichs Selbstverständnis als Naturwissenschaftler

ZUKUNFTSKINDER: 8. Utopia, a. Der Kult der Expansion

3. Mai 2018

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ZUKUNFTSKINDER:

8. Utopia, a. Der Kult der Expansion

„Orgonomische“ Ideologie und funktionelles Denken

11. Juli 2017

Man kann aus Reichs Schriften herausziehen, was man will. Beinharten Atheismus oder christlichen Mystizismus, Rationalismus oder das New Age, Marxismus oder Kapitalismus, „Bernie Sanders“ oder „Donald Trump“. Das hat dann aber jeweils nichts mit Reich zu tun, sondern ist nur Ausdruck der Charakterstruktur des jeweiligen Reichianers. Gepanzerte Menschen können nicht mit dem Leben mitschwingen und reagieren deshalb starr wie Maschinen. Sind sie „Reichianische Körpertherapeuten“ haben sie eine vage Vorstellung, daß Sexualität etwas Gutes ist und wollen entsprechend die böse Beckenblockierung beseitigen. Sagt man ihnen, daß Orgonomen alles tun, damit sich etwa Schizophrene in den unteren Segmenten abpanzern, sehen sie nichts als Verrat an der Orgasmustheorie. Interessieren sie sich für gesellschaftspolitische Probleme, kämpfen sie gegen den „Faschismus“, den sie überall da sehen, wo auf Autorität beharrt wird. Erklärt man ihnen, daß diese nicht den „Faschismus“ verkörpert, sondern die Arbeitsdemokratie… Sie sind verwirrt, wenn man ihrer Schwärmerei von der „Wiederverzauberung der Welt“ entgegenhält, daß magisches Denken mindestens so kontaktlos ist wie das mechanistische Denken.

Ihre „Orgonomie“ ist pure Ideologie. Sie denken stets abstrakt und fragen nie, nach der konkreten Rolle, die Gegebenheiten jeweils im Zusammenhang spielen. Muskelverspannungen muß man stets von ihrer Funktion her betrachten. Beim Schizophrenen ist die Körperpanzerung ein Segen, wenn sie verhindert, daß das okulare Segment mit Erregung überflutet wird und es zur „Spaltung“ kommt. Panzerung ist ein Segen! Ideologien muß man von ihrer Funktion her betrachten. In islamischen Ländern ist es ein Segen, wenn die Völker zu ihrer vorislamischen Identität zurückfinden. „Faschistischer“ Nationalismus ist ein Segen! Wie Milos Djilas gesagt hat, waren die ersten 10 Jahre Kommunismus ein Segen für Jugoslawien, um in diesem Land endlich Ordnung und einigermaßen zivilisierte Zustände zu schaffen. „Rotfaschistischer“ Kommunismus ist ein Segen!

Es geht jeweils um die Zusammenhänge und die Folgen, d.h. um Funktionalismus – nicht um inhaltsleere Versatzstücke einer verschrobenen Lehre, die als „Orgonomie“ hinstellt wird, in Wirklichkeit aber das genaue Gegenteil ist.

Rächtz

29. Dezember 2016

Die Protokolle der Weisen von Zion wurden von Pjotr Iwanowitsch Ratschkowski, einem Agenten des russischen Geheimdienstes Ochrana fabriziert. Ursprünglich war Ratschkowski ein Linker, änderte aber seine Haltung und wurde 1881 Mitglied der rechtsextremen Organisation „Heilige Druschina“ und im Jahre 1883 Offizier der Sicherheitspolizei von St. Petersburg. Ab 1884 leitete er zwei Jahrzehnte lang in Paris sämtliche geheimen Operationen der Ochrana außerhalb Rußlands. In Paris war er Mitglied zahlreicher esoterischer und okkulter Kreise. Zurück in Rußland veröffentlichte er im Jahr 1903 Die Protokolle der Weisen von Zion, die später zur Bibel von Adolf Hitler und Heinrich Himmler wurden (Eduard Gugenberger, Franko Petri und Roman Schweidlenka: Weltverschwörungstheorien. Die neue Gefahr von Rechts, Wien: Franz Deuticke Verlag, 1998).

Warum ich das erwähne? Weil man den Rechtsextremismus („Schwarzen Faschismus“) am besten an der vermeintlichen „Esoterik“ und am „Okkultismus“ festmachen kann. Es ist gleichgültig, daß etwa die Nazis, insbesondere Heydrich, zeitweise gegen den esoterischen und okkultistischen „Schmutz“ vorgegangen sind, denn im Kern dreht sich bei allen Schwarzen Faschisten alles um die untrennbare Einheit von Mystizismus und Sadismus. Die Panzerung des Schwarzen Faschisten verwehrt ihm jeden Zugang zu einem erfüllenden Leben. Seine vage (mystische) Ahnung des ihm verschlossenen Lebens verbindet sich auf eine ungute, perverse Weise mit seinen gewaltsamen (sadistischen) Versuchen aus diesem Gefängnis auszubrechen. Auf diese Weise entsteht eine in sich geschlossene paranoide Vorstellungswelt, die bevölkert wird von Teufeln („Juden“) und Engeln („Ariern“). In den heutigen Buchhandlungen gibt es ganze Regalwände, die in den Irrsinn hineinführen, in dem Ratschkowski lebte, aber man zieht es vor die Gefahr bei jenen zu suchen, die aus politischem Kalkül und ohne jede Einsicht in die biopsychologischen Zusammenhänge willkürlich in die rechte Ecke verwiesen wurden.

Links- und Rechtsextremismus kann man nur mit Hilfe der von Elsworth F. Baker und Charles Konia entdeckten soziopolitischen Charakterologie verstehen. Siehe dazu Dr. Konias Blog http://www.orgonomie.wordpress.com.

Skan Reader (1996)

16. Dezember 2016

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Skan Reader (1996)

Das Schicksal der Orgonomie (Teil 2): Die Libidotheorie 1929 und heute

5. Februar 2016

1929 beschrieb Reich die damalige Lage der Psychoanalyse wie folgt:

Wenn man der Psychoanalyse in den Händen, besser den Köpfen von nicht wirklich analytisch Ausgebildeten begegnet, erkennt man in ihr das Werk Freuds nicht wieder; die Sache mit der Sexualität stimme ja, aber die Übertreibungen… und wo bleibt das Ethische im Menschen? Analyse sei ja sehr richtig, aber… Synthese sei nicht weniger notwendig. Und gar als Freud auf seiner Sexualtheorie die Ichpsychologie aufzubauen begann, da ging ein hörbares Aufatmen durch die wissenschaftliche Welt: endlich beginne Freud seine Absurditäten einzuschränken, endlich komme auch das „Höhere“ im Menschen zu Wort, und überhaupt die Moral… Und es dauerte nicht lange, bis man nur mehr von Ichidealen reden hörte und die Sexualität, wie die stereotype Ausrede lautet, „selbstverständlich vorausgesetzt“ wurde. Man sprach von einer neuen Ära der Analyse, von einer Renaissance… die Psychoanalyse wurde mit einem Worte gesellschaftsfähig.

Nicht weniger trostlos, nur noch widerlicher, sieht es im breiten Publikum aus. Unter dem Drucke der bürgerlichen SexuaImoral hat man sich der Psychoanalyse als einer die Lüsternheit befriedigenden Modeangelegenheit bemächtigt, man analysiert einander die Komplexe, spricht in den Salons beim Fünf-Uhr-Tee von den TraumsymboIen, streitet ohne die geringste Sachkenntnis und nur weil es sich um Sexualität handelt, für und wider die Analyse, der eine ist begeistert von der großartigen „Hypothese“, der andere, kein geringerer Ignorant, ist überzeugt, daß Freud ein Scharlatan ist und seine Theorie eine Seifenblase, und überhaupt diese „einseitige Überschätzung der Sexualität, als ob es nichts anderes, ‚Höheres‘ gäbe“, und dabei spricht der „Kritiker“ über nichts anderes als über die Sexualität. In Amerika bilden sich ganze Vereine und Diskussionsklubs für Psychoanalyse, die Konjunktur ist gut, sie muß ausgenützt werden, man lebt seine unbefriedigte Sexualität aus und verdient außerdem mit einer Mache, die sich Psychoanalyse zu nennen wagt, viel Geld. „Psychoanalyse“ ist ein gutes Geschäft geworden. So sieht es außerhalb der Psychoanalyse aus.

Und innerhalb? Eine Abfallbewegung nach der anderen, die Forscher halten dem Druck der Sexualverdrängung nicht stand. Jung stellt die ganze analytische Theorie auf den Kopf und macht daraus eine Religion, in der von Sexualität keine Rede mehr ist. Ebenso führt die Sexualverdrängung bei Adler zur These, die Sexualität sei nur eine Erscheinungsform des Willens zur Macht, damit zur Abkehr von der Psychoanalyse und zur Gründung einer ethischen Gemeinde. Rank, früher einer der begabtesten Schüler Freuds, gelangt dadurch, daß er den Libidobegriff ichpsychoIogisch verwässert, zu seiner Mutterleibs- und Geburtstraumatheorie und leugnet schließlich die wesentlichsten analytischen Erkenntnisse ab. Immer wieder wirkt sich die Sexualverdrängung gegen die Psychoanalyse aus. Auch sonst kann man im psychoanalytischen Kreise selbst die gesellschaftliche und ökonomische Gebundenheit in ihrer mildernden, abschwächenden, Kompromisse bildenden Arbeit sehen. Nach dem Erscheinen von Das Ich und das Es ist jahrelang von der Libido kaum die Rede, man versucht, die ganze Neurosenlehre auf die Ich-Termini umzumünzen, man verkündet, daß erst die Entdeckung des unbewußten Schuldgefühls die Großtat Freuds sei, man sei erst jetzt zum Eigentlichen und Wesentlichen vorgedrungen. (Dialektischer Materialismus und Psychoanalyse)

Wenn man das aufmerksam liest, fühlt man sich unwillkürlich in die Welt zwischen 1957 und 2016 versetzt:

Begegnet man dem Werk Reichs in der Version fast aller seiner Adepten, erkennt man es kaum wieder. Reichs zentraler Aussage von 1931, daß „die Neurose ein Produkt der Sexualverdrängung und der Stauung der sexuellen Energie (ist), ihre Heilung Aufhebung der Verdrängung und gesundes genitales Lebens (voraussetzt)“ (Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral, KiWi, S. 16), wird man nie begegnen. Stattdessen ein ermüdendes Blablabla über Pulsation, Blockaden und „Energie“. Statt von Sexualökonomie ist von „überweltlichen Wirkstrukturen“ und all dem verstaubten Krempel aus dem „New Age“ die Rede. Immer mehr tritt die Spiritualität, eben das „Höhere“, in den Mittelpunkt. Die Atmosphäre wurde „reiner“ und Versatzstücke von Reichs „körpertherapeutischer Arbeit“ akzeptabel für so gute wie alle. Man lese nur die schier unglaublichen Machwerke des verstorbenen Heiko Lassek! Beim breiten Publikum wird Reich nur noch mit „Orgonit“ und den Kinderfickern der Grünen in Zusammenhang gebracht. Wirklich jeder Schreiberling („Journalist“), der sich an das Thema heranwagt, kann sich von pornographischen Andeutungen und dem Suhlen im Psychotischen und Psychopathischen nicht wieder einkriegen. Wenn Reich verteidigt wird, dann als „Kämpfer gegen Rechts“, als Inspirator des besagten Grünen Abschaums und als „Rudolf Steiner“ für Arme. Ich habe an dieser Stelle keine Lust über so manchen vermeintlichen „Vertreter der Orgonomie“ herzuziehen. Wenn ich etwa daran denke, daß von manchen „Orgonomen“ ausgerechnet das Schwein Herbert Marcuse hervorgekramt wurde…

Hier ein Beispiel für die heutige Rezeption des Reichschen Werks:

Der Schriftsteller und Radiomann Matthew Sweet zeichnet für die Sendung The Life and Afterlife of Wilhelm Reich verantwortlich, die 2011 auf BBC Radio 3 lief. (Hier setzt sich der Dreck in einer Besprechung der Radiosendung fort.) Zentrum der Darstellung ist die „sexuelle Revolution“. Reichs Ideen hätten dazu beigetragen die 60er Jahre zu formen. Von der wirklich wichtigen Sache, den Kindern der Zukunft, ist an keiner Stelle in dem 45 minütigen Beitrag auch nur ansatzweise die Rede. Und das im Heimatland von A.S. Neill! Die Sendung sagt mehr über die heimlichen Obsessionen von Herrn Sweet aus als über Reich und seine Probleme!

Eingerahmt und zusammengehalten wird die Sendung von Sweets kurzem Besuch auf Reichs zugeschneiten Anwesen Orgonon. Hinzu kommen am Anfang und Ende der Sendung zwei Ausschnitte aus Reichs Tonaufnahme „Alone“, in der er darüber reflektiert, daß er keinen Gesprächs- und Ansprechpartner habe, der seine Arbeit auch nur annähernd verstehen würde. Die Sendung ist nach der Assoziationstechnik aufgebaut: „verschneites Orgonon → verschneites Galizien → ein kalter Hauch durchzog auch Reichs Kindheit → Selbstmord der Mutter“. Nach diesem Muster ist die gesamte Sendung gestaltet. In Maßen und als Notlösung ist das ja vertretbar, aber bei Sweet ist es das einzige Formelement! Genauso war 1987 Digne Meller Marcovicz‘ Film Wilhelm Reich – Viva, Little Man gestaltet. Ganz große Kunst!

Mary Higgins, seit einem halben Jahrhundert die Kuratorin des Wilhelm Reich Infant Trust, führt Sweet durch das Museum. Als nächstes wird der Orgontherapeut Harry Lewis interviewt, ein Schüler von Victor Sobey, der wiederum einer der medizinischen Orgonomen zu Reichs Lebzeiten war. Hier sind die beiden 1993 zu sehen:

Lewis berichtet über den Konflikt Freud-Reich und im Anschluß daran Higgins über Reichs Sexpol-Zeit in Berlin. Wie Sweet sich ausdrückt: „Er gab jungen verwirrten Berlinern radikale Ratschläge über Sex.“ Higgins‘ Beschreibung ist vollkommen korrekt, doch vorher hat Sweet vorgegeben, wie man das zu verstehen hat.

Reich habe, Sweet zufolge, nicht nur eine Marxistische, sondern auch eine sexuelle Revolution angestrebt. Als nächstes kommt – die Pest vollends zum Zuge: Christopher Turner. Turner ist Autor des 2007 erschienenen Buches Adventures in the Orgasmatron: How Renegade Europeans Conceived the American Sexual Revolution and Gave Birth to the Permissive Society.

In Sweets Sendung erklärt uns Turner Reichs Buch Die Massenpsychologie des Faschismus!

Hier eine Beschreibung von Turners pestilentem Machwerk:

Die faszinierende jedoch bisher unbekannte Geschichte über Wissenschaft, Sex und das Amerika der Nachkriegszeit.
Bereits lange vor den 1960er Jahren entwickelte sich die sexuelle Revolution in Amerika angeführt von verbannten europäischen Denkern, die das weite Land als reif für die Befreiung erachteten. (…) Turner erzählt die Geschichte der Revolution – eine erhellende, packende, oft bizarre Geschichte über Sex und Wissenschaft, Ekstase und Repression.
Im Zentrum der Schilderung steht die Orgon-Box – eine große, schlanke Konstruktion aus Holz, Metall und Stahlwolle. Ein Mensch, der in der Kiste saß, konnte, wie geglaubt wurde, sein „orgastisches Potential“ erhöhen – den Körper von repressiven Kräften befreien und seine sexuelle Potenz verbessern. Norman Mailer, Saul Bellow und William Burroughs saßen in der Orgon-Box und suchten nach einer Synthese von sexueller und politischer Befreiung.
Die Box war die Erfindung von Wilhelm Reich, einem Außenseiter der Psychoanalyse und abtrünnigen Anhänger Freuds, der seine Theorien über die sexuelle Energie während des Zweiten Weltkriegs nach Amerika brachte. Bei ihm handelt es sich um die archetypische Geschichte eines zielstrebigen Wissenschaftlers, der sich mit einer argwöhnischen Gesellschaft in Konflikt befindet: er war mit einem landesweiten Verbot seiner Orgon-Box konfrontiert, einer Untersuchung durch das FBI, einer aufreibenden Begegnung mit Einstein und Anfällen von Verfolgungswahn, die es ihm verunmöglichten sich selbst zu verteidigen.
Turners lebhafter Darstellung zufolge nahmen Reichs Bestrebungen jene von Alfred Kinsey, Herbert Marcuse und anderen prominenten Denkern vorweg – Bestrebungen, die eine Transformation der westlichen Einstellung zur Sexualität herbeiführten in einer Art und Weise, die diese Denker nicht einmal selbst sich hätten vorstellen können.

Exakt, wortwörtlich, die gleiche Scheiße, mit der es Mildred Brady Ende der 1940er Jahre gelang, die FDA auf Reich aufmerksam zu machen, was schließlich zu seiner Inhaftierung und vorzeitigem Tod führte. Die Emotionelle Pest bleibt sich treu!

Das ist auch ungefähr der Inhalt von Sweets Radiosendung. Norman Mailer, Saul Bellow und William Burroughs werden als Beispiele für Reichs Einfluß erwähnt. Lewis weist darauf hin, wie berühmt Reich doch war, als er in Amerika erschien: der Hörsaal der New School of Social Research in New York sei vollständig überfüllt gewesen. Morton Herskowitz beschreibt seine Begegnung mit Reich und die Orgontherapie. Turner beruft sich auf „Reichs Tochter“ (wohl Lore Reich), die ihm erklärt habe, daß Reich, der manische und depressive Episoden gehabt habe, doch ganz offensichtlich „manisch-depressiv“ gewesen sei. Higgins stellt auf unangenehm sektiererisch und „kultisch“ wirkende Weise Reichs Umgang mit der FDA und dem amerikanischen Gerichtssystem als Triumph dar: die Wissenschaft habe sich durchgesetzt. Die Qual endet mit einer Aussage der feministischen Theoretikerin Germaine Greer, die sehr stark von Reich beeinflußt wurde:

Leider habe sich gezeigt, daß die sexuelle Revolution nicht zu mehr Glück geführt habe, denn die Befreiung des Sex habe gezeigt, daß er wie alles andere auch sei, d.h. mit dem Wegfall der äußeren Repression hätte sich gezeigt, daß selbstregulierte Sexualität nicht zärtlich und liebevoll sei – diese Vorstellung sei angesichts der Realität offensichtlich verrückt gewesen. Außerdem habe man, anstelle das repressive Gesellschaftssystem politisch zu analysieren, sich, Reich folgend, quasi religiös nach innen gekehrt, um die Repression in seinem Inneren zu suchen. Dies habe eine ganze Generation (politisch) lethargisch gemacht.

Diese Leute können sich ihr gesamtes Leben mit Reich beschäftigen – und nichts, rein gar nichts, verstehen!

Was Lewis geradezu enthusiastischen Hinweis auf Reichs Aufnahme in New York betrifft: das hat einen Hintergrund, der in der Radiosendung (man möchte sagen: zum Glück) nicht durchklingt. Sobey war der einzige Orgontherapeut in Reichs Umgebung (obwohl alle, bis auf Baker und Silvert, linksliberal eingestellt waren), der sich selbst als eine Art „Marxist“ verstand. Bei ihrem letzten Treffen vor seiner Inhaftierung habe sich Reich ihm gegenüber ausdrücklich zu Marx bekannt. In der Folgezeit bildeten er und seine Schüler, insbesondere Lewis, so etwas wie das „Linksaußen“ der Orgonomie. Wenn Lewis sagt, Reich wäre in New York begeistert empfangen worden, bezieht sich das auf die Sozialisten. Was Leute wie Lewis geflissentlich nicht erwähnen, ist daß Reich genau zu diesem Zeitpunkt mit seinem Konzept „Arbeitsdemokratie“ sich ein für allemal von den Sozialisten distanziert hat. Ilse Ollendorff beschreibt das als Zeitzeugin in ihrer Reich-Biographie. Reich hätte es so einfach haben können, wenn er nur opportunistischer gewesen wäre!

Herskowitz beschreibt die Halsstarrigkeit als Beispiel für Reichs therapeutische Herangehensweise. Halsstarrige Menschen seien buchstäblich halsstarrig. Er würde das so angehen, daß er den Muskel drückt bis dieser schmerzt und die Patienten dabei auffordern, die Gefühle auszudrücken, die von der kontrahierten Muskulatur zurückgehalten werden. Gut, nur leider geht heute kein gutausgebildeter Orgontherapeut mehr so vor! Ich habe mich damit in Warum Orgontherapie nichts bringt beschäftigt. Das dort dargestellte Orgontherapie-Opfer war ein Patient aus dem Sobey-Umfeld.

Reich als „manisch-depressiv“ zu beschreiben, weil sich Phasen großer Verzweiflung mit denen überbordendem Enthusiasmus und Optimismus abwechselten, ist an Gemeinheit kaum zu überbieten. Hier ist nicht der Platz, um sich mit Reichs Charakter und persönlichen Problemen zu beschäftigen. Faszinierend ist, wie paßgenau Reich „diagnostiziert“ wird, um sich eine wirkliche Auseinandersetzung mit seinem Werk zu ersparen. Er wurde einfach verrückt und man braucht sich ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr mit seinen Forschungen beschäftigen. Oder er war manisch-depressiv, so daß man sich Dinge aus jenen Phasen herausgreifen kann, in denen er ernst zunehmen war. Wenn man „Alone“ hört: der arme Mann! Wenn man vom Schwung seiner Arbeit mitgetragen zu werden droht: der arme Mann!

Higgins scheint vom gleichen Kaliber wie die kleingeistigen Fanatiker, mit denen sich Reich in seinen letzten Jahren umgab. Man siehe dazu meine Ausführungen in Fragwürdigkeiten der Reich-Biographik. Man kann es so sehen oder so… Als Treue zu Reich – oder als ultimativem Verrat an dem Mann. Geradezu… „tragikomisch“ ist das falsche Wort – ist es, wenn Higgins sagt:

Und, wie Sie wissen, wenn es eine Sache gibt, denke ich, die seit Reichs Tod sich als richtig erwiesen hat – obwohl sicherlich wenig, wenn überhaupt, sehr wenig wissenschaftliche Arbeit geleistet wurde und so weiter und so weiter – aber ich glaube der Trust hat die Richtigkeit von Reichs anfänglicher Haltung bewiesen.

Mein Gott, wenn der Trust etwas bewiesen hat, dann, daß es ohne Reich keine orgonomische Forschung mehr gab!

Auf den Einwand, der Einsatz sei hoch gewesen (Reichs Leben!), antwortet Higgins, daß es um Reichs Arbeit ging und daß er niemandem erlaubte, sich ihr in den Weg zu stellen.

Er hätte geradezu getötet, um sie zu schützen. Und tatsächlich hat er hier ein Gewehr bei sich getragen und wollte nicht mit den FDA-Agenten sprechen.

Die DOR-Menschen (Teil 2)

28. Mai 2015

Wie Arbeitsameisen scheinen die Außerirdischen keinerlei Geschlechtsmerkmale und Geschlechtsorgane zu besitzen. Im wahrsten Sinne des Wortes sind es also vollkommen „vergeistigte“ Wesen. Man denke nur an ihre „hypnotischen Augen“.

Es deutet alles darauf hin, daß es sich auch bei den Außerirdischen nicht um selbstbestimmte Individuen handelt, sondern um bloße unselbstständige Glieder an einem telepathisch verknüpften „Gruppenorganismus“ nach Art der Termiten-, Bienen- und Ameisenstaaten. Vielleicht sind sie „ein Geist“ ohne individuelle Differenzierung.

Die Außerirdischen müssen eine sehr große Angst vor uns haben, weil wir so fremdartig sind und durch unsere Spontaneität und Produktivität unberechenbar und unkontrollierbar. Daß wir die DOR-Menschen auf der Basis „von Mann zu Mann“ nicht zu fürchten brauchen – ja, daß wir es irgendwie mit ziemlich lächerlichen Gestalten zu tun haben, zeigt der bekannte UFO-Fall von Cisco Grove in Kalifornien. Ein Geschehen, das in seiner ganzen Absurdität archetypisch für das ganze UFO-Phänomen ist:

Übers Wochenende waren Donald S., Tim T. und Vincent A. in den Bergen Kaliforniens auf einem Jagdausflug. Am Abend des 4.9.1964 trennten sie sich bei der Jagd, um einzeln zu ihrem Camp zurückzukehren. Bei Sonnenuntergang hörte S. ein Geräusch und kletterte auf einen hohen einzelnstehenden Baum, weil er Angst vor Bären hatte. Da er sich verlaufen hatte, feuerte er dreimal seine Signalpistole ab, um Hilfe zu rufen. Daraufhin sah er am Horizont ein Licht auftauchen, das immer näher kam und schließlich wie ein Kugelblitz um die Baumkrone tanzte. Danach sah S. wie 400 Meter entfernt ein großes kugelförmiges Objekt landete. Zwei DOR-Menschen kamen aus unterschiedlichen Richtungen auf ihn zugeschritten. Sie waren mit einer Art von silberweißer Uniform bekleidet und als sie zu ihm aufblickten, konnte S. ihre großen dunklen Augen erkennen. Jetzt kam aus der Richtung des gelandeten UFOs ein Roboter auf den Baum zu. Er war grauschwarz und hatte zwei glänzende Lichter dort, wo bei einem Menschen die Augen zu erwarten waren.

Inzwischen versuchten die beiden kleinen Humanoiden unbeholfen den Baum zu erklimmen und an S. zu gelangen, indem einer auf den anderen stieg. Als dies zu nichts führte, öffnete der Roboter so etwas wie einen rechteckigen „Mund“, aus dem ein weißes Gas aufstieg. S. fiel in Ohnmacht. (Er hatte sich mit einem Gürtel an den Baum festgeschnallt.) Als er wieder erwachte, versuchten die beiden DOR-Menschen noch immer den Baum zu erklimmen, wenn auch vergebens. Im Laufe der Nacht mußte S. sie immer wieder vertreiben, indem er brennende Kleidungsfetzen und ähnliches auf sie warf. Zwischendurch fiel er immer wieder durch den weißen Rauch in Ohnmacht, den der Roboter ausstieß. Gegen morgen erschien ein zweiter Roboter und die beiden DOR-Menschen zogen sich zurück. Die beiden Roboter „schauten sich an“ woraufhin eine große weiße Gaswolke aufstieg. Als S. wieder aus der Ohnmacht erwachte, hatten sich die Angreifer entfernt. Und als er schließlich wieder mit seinen Jagdkameraden zusammenkam, erklärte Vincent A., auch er habe am Nachthimmel ein seltsames Licht gesehen.

Wegen ihrer eigenen Unbeholfenheit und, wie Reich vermutete, „Geistesgestörtheit“ setzen sie alles daran, unsere Spontanität und Intelligenz zu brechen: durch eine alles Leben erstickende DOR-Atmosphäre und durch die Kontrolle unserer Gefühle und Gedanken. Whitley Strieber beschreibt folgende DOR-Effekte nach einer Begegnung mit ihnen: Untertemperatur, Schwächegefühl, „das unangenehme Gefühl, von der Realität abgeschnitten zu sein“, Müdigkeit.

Das psychische Einbinden ins „Neue Zeitalter“ erstreckt sich nicht nur auf eine äußerliche Beeinflussung, sondern auch auf eine „innerpsychische“: die direkte telepathische Manipulation von psychisch labilen, „medial begabten“ Menschen, die „Stimmen“ hören. Die diversen New Age-UFO-Kulte mit ihren telepathisch „gechannelten“ Botschaften von Außerirdischen sind das aktuellste und auch eindeutigste Beispiel. Es sei auch an jene Massenmörder, Amokläufer, etc. erinnert, die behaupten, nur den Befehlen von „Dämonen“ gefolgt zu sein.

Nicht von ungefähr ist auch bei Whitley Strieber ein mystischer Unterton unverkennbar – er erstrebt so etwas wie die „heilige Kommunion“ (Communion) mit den DOR-Menschen. So gefährlich dieser mystische New Age-Aspekt auch sein mag, hat man nicht ganz zu Unrecht das UFO-Phänomen oft mit der Parapsychologie in Zusammenhang gebracht – wie ja auch die Orgonenergie selber. Und was ist „Geist“ schon anderes als eine Äußerungsform der Orgonenergie – und angesichts extrem hoher Orgonkonzentrationen, wie sie mit den UFOs, bzw. Ea (Energie alpha) verbunden sind, ist es nicht verwunderlich, wenn Strieber schreibt:

Jedesmal, wenn man sich entscheidet, [irgendein UFO-Phänomen] sei entweder psychologisch oder real, findet man bald eine Theorie, die dazu zwingt, den Fall zugunsten der entgegengesetzten Vorstellung neu zu beurteilen.

Diese beiden Elemente (die „Vergeistigung“ der UFOnauten und die extrem hohen Orgonenergie-Konzentrationen [ORANUR] mit ihren „psychischen“ Begleiterscheinungen) erklären vieles von dem, was so manchen UFO-Forscher dazu gebracht hat, von „parallelen Wirklichkeiten“, „psychischen Projektionen“, „geistigen Entitäten, die vor uns eine ‚UFO-Show abziehen’“ und ähnlichem zu phantasieren. Gefährlich wird dies dadurch, daß sich die DOR-Menschen hinter diesem mystischen Vorhang verstecken und ihre Ziele unerkannt verfolgen können.

Zusammenfassen schreibt Eden über die DOR-Menschen:

Male dir (…) eine Rasse von menschenähnlichen „Wesen“ aus, die die Atomkraft entwickelt haben (der Tunguska-„Meteor“ beweist, daß die Außerirdischen Atomenergie lange vor uns besessen haben) und die diese zerstörerische Kraft in einem Krieg auf ihrem eigenen Planeten benutzt haben, dadurch alles Dasein in Gefahr gebracht haben und derartig gefährliche energetische Zustände (ORANUR und DOR) erzeugten, daß das gegenwärtige und zukünftige Leben gefährdet wurde. (…) Die Kinder starben in einem immer jüngeren Alter an Krebs. (Heute ist auf dem Planeten Erde Krebs die führende Todesursache bei den Kindern im Alter von 3 bis 15 Jahren!) Dann wurde die Fortpflanzung unmöglich. Die gefährlich hohe Radioaktivität zerstörte allmählich alles Leben auf dem Planeten. Ei- und Samenzellen mußten in besonderen Kellergewölben aufbewahrt werden. Krampfhaft suchten die Herren-Mechaniker nach neuen Wegen, um „am Leben“ zu bleiben – und verwendeten künstliche Teile, Nieren, Herzen, Lungen, synthetisches Blut. Außerdem gab es das wachsende Problem, was mit dem radioaktiven Abfall zu geschehen habe. Eine neue Heimat mußte gefunden, ein anderer Planet vorbereitet werden.

Die Herren-Mechaniker, jetzt selber Herren-Maschinen, waren über die Entdeckung eines Energiekontinuums gestolpert, einer Energie die sich weit in den interstellaren Raum ausdehnt und ihn ausfüllt, einer Energie die mächtiger als das Atom ist. Aber jetzt war diese „Lebensenergie“ (das Orgon) für sie zum genauen Gegenteil dessen geworden, was sie für uns ist – für sie war sie eine Todesenergie geworden, die sie einfach nicht länger aushalten konnten, genauso wie Regen für Wüstenkreaturen, die in den Tropen nicht überleben können, den Tod bedeutet. Die Außerirdischen haben viele Männer und Frauen der Erde entführt, sie untersucht und viele für zukünftige Aufgaben programmiert (…) Sie haben jetzt die Kontrolle. Täglich werden sie kecker, setzen sich mehr fest, werden stärker. Wird der Wirt erwachen, bevor der Parasit ihn zerstört?

Nachdem in den 1950er Jahren die UFO-Forschung durch die „Kontaktler“, die von „Venusianern“ und Reisen auf den Mond berichteten, der sich kaum von der Erde unterschied, der Lächerlichkeit preisgegeben worden war, galten über zwei Jahrzehnte hinweg Geschichten über „UFOnauten“ als Tabu. Seit Anfang der 1980er Jahre zwang die schiere Masse der Berichte jedoch zu einem Umdenken. Was in den 50er Jahren die Kontakler waren, wurden nun die „Entführungsopfer“, die von „kleinen grauen Männchen“ (greys) aus ihren Betten entführt wurden. Diese neuen „Kontaktler“ sprachen jedoch nicht aus freien Stücken über ihre Erfahrungen, sondern ausschließlich unter Hypnose.

Ging es in den 50er Jahren bei den (vermeintlichen) Kontakten vor allem um den „interkulturellen Austausch“ mit unseren „Sternenbrüdern“, die uns vor dem bevorstehenden Atomkrieg warnten, handelt es sich bei den neuen Entführungsfällen fast ausschließlich um gynäkologische bzw. andrologische Unternehmungen, bei der es um die Entnahme von Keimzellen und „test tube babies“ geht.

Drei Forscher, die teilweise Bestseller schrieben, haben sich auf diesem Feld hervorgetan: Budd Hopkins, David Jacobs und John Mack. Für Hopkins handelt es sich bei dem Phänomen um eine Art „Forschungsprogramm“ der Außerirdischen. Jacobs hingegen betrachtet das ganze im Sinne eines Invasionsszenarios, bei dem es darum geht Hybride zwischen Menschen und Außerirdischen zu erzeugen, die eine vollkommene Integration der beiden Zivilisationen ermöglicht – wobei natürlich wir integriert werden. Mack sieht das Phänomen im Rahmen einer vom östlichen Mystizismus geprägten Theorie.

Kritiker haben darauf hingewiesen, daß auffälligerweise die Zeugen, die unter Hypnose aussagen, jeweils eine der drei Theorien bestätigen. Wobei jene, die das ganze als wissenschaftliche Untersuchung erfahren haben, bei Hopkins landen, jene, die eine letztendlich schreckliche Erfahrung gemacht haben, bei Jacobs und jene, denen es um ihre „spirituelle Entwicklung“ zu tun ist, bei Mack. Das deutet darauf hin, daß die Erwartungshaltung des Hypnotiseurs das prägt, was der Hypnotisierte sagt.

Ohnehin sind die drei Theorien widersinnig, denn was gäbe es schon groß zu erforschen? Und vor allem auf diese absurde Art und Weise!

Ein Indiz, das Jacobs für die Authentizität der Entführungsgeschichten anführt, sind die Beschreibungen der Außerirdischen: es handelt sich (ziemlich „phantasielos“) ausschließlich um „Greys“, neuerdings auch um menschliche Hybride (was eine logische Entwicklung aufzeige). Ein weiteres Indiz sei das Verfrachten der Opfer durch geschlossene Fenster hindurch. Wären das alles nur Träume und Phantasien, würde das naheliegende beschrieben: daß die Fenster geöffnet werden. Zumindest würde dies in einigen Fällen geschehen. Es geschieht aber nie. Dies sei, so Jacobs, ein untrügliches Indiz dafür, daß wir es nicht mit bloßen Hirngespinsten zu tun haben.

Das Problem ist nur, ob es nicht auch für die Aliens bequemer wäre, die Fenster zu öffnen. Oder zumindest manchmal! Warum der ungemeine Aufwand für solche paranormalen Kunststückchen, wenn sie nicht nötig sind?

Jacobs‘ Szenario beinhaltet die Züchtung der erwähnten Hybriden. Dies sei der eigentliche Sinn der Entführungen: die Mischung der außerirdischen mit der menschlichen Spezies. Dazu würden den Opfern Spermien bzw. Ovarien entnommen, Schwangerschaften abgebrochen und die Entführungsopfer mit der Betreuung ihrer „Sternenkinder“ beauftragt. Am Ende stünden dann Wesen, die genauso aussehen wie normale Menschen, nur daß sie eine zentrale Fähigkeit der Aliens besitzen: Telepathie und Gedankenkontrolle.

Da frägt man sich doch, ob die Aliens es nicht einfacher haben könnten. Wir selbst stehen kurz davor, aus Hautschuppen ganze Menschen kreieren zu können! Besonders absurd wird es aber, wenn die Entführungsopfer den Hybriden beibringen sollen, wie man sich als Mensch verhält. Beispielsweise wie man ein Zimmer einrichtet: nicht indem man die Möbel alle in eine Ecke stellt. Aber um so etwas zu wissen, bräuchten die Aliens nur unseren Alltag betrachten, Fernsehen anschauen und schlicht logisch denken. (Man denkt dabei unwillkürlich an Bronislaw Malinowskis funktionalistische Ethnologie, der zufolge die Funktionen Gestalt und Handhabe unserer Werkzeuge bestimmen. Löffel, Stühle, Tische, etc. werden überall unabhängig voneinander entwickelt. Und das gilt sicherlich auch für Wesen mit Kopf und vier Gliedmaßen überall im Universum! Die Funktion bestimmt die Form und Handhabe der Dinge.)

Die ganze Geschichte, die uns Jacobs erzählt, ist von vorne bis hinten vollständig absurd. Und genau hier führt uns eine seiner Beobachtungen in die richtige Richtung: für die Aliens reduziert sich alles auf Form, vollkommen unabhängig von Funktion. Beispielsweise insistieren sie darauf, daß die Mütter der Hybriden ihre Kinder an die Brust halten, egal ob sie Laktieren oder nicht. Die Aliens haben gesehen, „daß man das so macht“! Wahrscheinlich erklärt sich ähnlich ihr gesamtes absurdes Verhalten, etwa die Sache mit den geschlossenen Fenstern oder die „Trainingsprogramme“ für Hybride. „Es gehört sich so“, unabhängig davon, ob es sinnvoll ist oder nicht.

Wir scheinen es mit einer Art von Ritualen zu tun zu haben, bei denen es um die genaue Abfolge der Handlungen geht, nicht um die Handlungen selbst. Es ist, als würden wir bedrängt nicht von einer technischen Zivilisation, sondern von einer Gruppe von Schamanen oder tantrischen Adepten des Dalai Lama oder von Aleister Crowley. Der Dalai Lama okkupiert Länder auf magische Weise durch das nach außen hin sinnleere Legen von aufwendigen Sandmandalas, die sofort wieder zerstört werden. Crowley träumte von einem goldenen Zeitalter, das von der Kommunion mit den „Göttern“ geprägt sei. Er wollte es mit Hilfe von „Sex-Magick“ heraufbeschwören.

Von dieser Warte aus gesehen macht vielleicht sogar Macks Theorie noch am meisten Sinn. Ich beschäftige mich damit in Ea und die Wellenfunktion: Wir haben es mit etwas zu tun, das sich außerhalb unserer üblichen Denkweise bewegt, in einem Grenzbereich zwischen Physik und Psychologie, den die Parapsychologen untersuchen.

ufo

Ergänzungen zu „Der Blaue Faschismus“ (Teil 1)

17. Januar 2015

Das folgende ist so etwas wie ein Anhang zu Der Blaue Faschismus.

Auf meiner Seite über Orgonenergie-Kontinuum und atomare Struktur wird der mechano-mystische Charakter der quantenmechanischen Theorien David Bohms freigelegt. In „esoterischen“ Kreisen wird er geradezu als Prophet des neuen Zeitalters vergöttert.

Worum es geht, zeigt folgende Stelle aus einer mittlerweile aus dem Netz verschwundenen Website:

Bohm meinte, daß ein wichtiger Grund, warum sich die Menschen dieses Planeten, hinsichtlich Rasse, Nationalität, Religion und all dem anderen, feindlich gegenüberstehen, in ihrer Tendenz begründet liegt, alles in Bruchstücken zu sehen. Weil der Mensch sich selbst und alles um ihn herum als unabhängig und sich selbst genügend betrachtet, wird er ich-zentriert und abwehrend; „… (…) Er ist unfähig, die Menschheit wirklich als die grundlegende Realität zu betrachten, deren Ansprüche an erster Stelle stehen.“ Bohm zufolge beginnt dieses Problem der Fragmentierung auf der Ebene des Eigeninteresses (…). Bohm errichtete seine kommunistische Utopie auf der unhaltbaren Annahme, daß das Universum eine perfekt geordnete mystische Ganzheit ist (…). Die meisten Wissenschaftler sind unbeeindruckt von Bohms Verweis auf eine primordiale universelle Harmonie, die sich abwechselnd verbirgt und offenbart. Sie sind sich der chaotischen Zufälligkeit vollkommen bewußt, die Bohm, in seiner Liebe für perfekte Ordnung, nicht wahrhaben wollte. Sie sehen in der Natur, wie Bohr und Heisenberg es getan haben, das Unscharfe und Unsichere; nicht das Werk eines (…) Gottes, der, wie in der mittelalterlichen Theologie, ein Schweizer Uhrmacher ist.

Ein hervorragendes Beispiel für die gängige Mischung aus faschistischem Mystizismus und kommunistischen „Mechanismus“, die eine Karikatur der Orgonomie darstellt.

Das „Neue Zeitalter“ ist ein klaustrophobischer Alptraum, in dem alles mit allem verbunden ist, alles Bedeutung hat und man buchstäblich nicht frei atmen kann. Kaum entdeckt der Mensch in der Quantenphysik, daß die Natur nicht mechanisch ist, sondern Freiheit herrscht, deutet er alles so, daß der Mechanismus noch getoppt wird. Und kaum wird die Orgonenergie entdeckt, um nicht nur dem Mechanismus, sondern auch dem Mystizismus den garauszumachen kommt – folgendes:

Vor mir liegt ein Werbeartikel aus einer Esoterikpostille. Es dreht sich um „Elektrosmog“ und „Chemtrails“, also um die Leiden hysterischer Frauen und paranoider Männer. Statt einen Psychiater zu konsultieren, sollen sie sich mit „Orgonite“ wappnen. „Pranakristalle“, das „Orgonschild“ und das „Pranalicht“ (bzw. die „Orgonlampe“) soll vor Elektrosmog schützen. Für großräumige Bereiche wurde die „Akasha-Säule“ entwickelt. Statt in Metern wird ihr Wirkradius in Kilometern angegeben, so daß auch „Chemtrails“ aufgelöst werden können.

Ebenfalls auf der Grundlage des Orgonites funktionieren die „Pranatropfen“, die in ihren unterschiedlichen Ausführungen bestimmten „Erzengeln“ zugeordnet werden: Uriel, Jophiel, Raphael, Chamuel, Michael, Zadkiel und Metatron sowie Elohim höchstpersönlich. Er spricht alle „Chakren“ gleichzeitig an! Daneben gibt es noch den Pranakristall Brahman, der ebenfalls alle Chakren betrifft. Die Pranakristalle sollen einen mit Orgonenergie erfüllten Raum erschaffen, „welcher Schutz vor Elektrosmog und negativen Gedanken schafft“. Das bereits erwähnte Orgonschild eignet sich speziell für Notebooks und neutralisiert das von ihnen ausgehende DOR. Es werde dabei vollständig in Orgon umgewandelt.

Im Vergleich dazu wirkt jeder katholische Sektierer vom Opus Dei aufgeklärt, frei und rational!

Trevor Constable war einer der Ersten, der diese Gedankenwelt vertreten hat, dieses okkult verstellte Lebensgefühl, in dem Reich mit dem verbunden wird, was Europäer für Hinduismus und Taoismus halten, und nicht zuletzt mit Rudolf Steiners Anthroposophie. Es wäre durchaus möglich gewesen, daß das heute die Orgonomie ist! Siehe dazu meine Besprechung von Constables Buch The Cosmic Pulse of Life. Wie vollkommen absurd das alles ist, wird deutlich, wenn man an Reichs Massenpsychologie des Faschismus erinnert.

Constable war Co-Autor u.a. der beiden folgenden militaristischen Bücher und ein großer Verherrlicher der Deutschen Luftwaffe: Das waren die deutschen Jagdfliegerasse 1939–1945 (Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1972) und Holt Hartmann vom Himmel! Die Geschichte des erfolgreichsten Jagdfliegers der Welt (Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1971). Was für eine merkwürdige Synthese von Schwärmereien über Rudel und Hartmann mit…

Der Wikipedia-Eintrag zu Constable meint dazu:

Die beiden Historiker Ronald M. Smelser und Edward J. Davies rechnen die kontextlose und heroisierende Darstellung Hartmanns durch Constable und Toliver zu den Versuchen der Romantisierung und nachträglichen Verbrüderung mit den „Helden“ der „Sauberen Wehrmacht“, die nun im Kontext des Kalten Krieges an der Seite ihrer westlichen Waffenbrüder erneut gegen die Gefahr aus dem Osten stünden. Durch die fehlenden Quellenangaben und den Einfluß der dargestellten Offiziere auf die Präsentation seien diese Werke keine geschichtswissenschaftlichen Darstellungen, sondern Ausdruck von Popkultur.

Weiter im Gruselkabinett:

Das erste Mal traf ich auf den angeblichen „UFO-Kontakler“ Billy Meier über eine Bekannte, die mir ganz begeistert erzählte, daß 1963 bei Jerusalem ein verschollenes Evangelium von Jesus entdeckt worden sei, das ganz mit Reichs Auffassung der Jesus-Geschichte harmoniere, der Talmud Jmmanuel. Demnach habe, so meine Bekannte, Jesus nicht gesagt, daß den geistig Armen das Himmelreich gehöre, sondern den Wissenden. Ich wußte sofort, daß es sich nur um eine plumpe Fälschung handeln könne, denn in der revidierten Fassung macht Jesus‘ Aussage überhaupt keinen Sinn mehr. „Die Ersten werden die Ersten sein!“ – Meier, der diesen „Talmud“ veröffentlicht hatte, war für mich innerhalb von Sekunden erledigt. Übrigens ist dieses Machwerk antisemitisch: man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte.

Später sah ich dann Meiers dilettantisch gemachten UFO-Photos und -Filme. Das einzige, was mich kurz pausieren ließ, waren Photos über seine angebliche Zeitreise 65 Millionen Jahre zurück zu den Dinosauriern, die seine außerirdischen Freunde mit ihm unternommen hatten. Insbesondere ein Flugsaurier sah erstaunlich realistisch aus. Wie sollte er das gefälscht haben? Noch überzeugender war ein Photo einer Raumfahrerin von den Plejaden. Die Frau war wirklich von überirdischer Schönheit und sah merkwürdig „humanoid“ aus. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man so ein Photo als Schweizer Bergbauer herstellen kann!

Schließlich stolperte ich im Internet über die denkbar einfache Lösung: die Dinosaurier hat er mit einer Polaroid-Kamera aus einem bekannten Bildband über die Urzeit aufgenommen.

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Und die Untertassen-Arierin „Asket“ war Tänzerin in einer amerikanischen Fernsehshow mit Dean Martin! Meier hatte sie vom Bildschirm abphotographiert!

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Wozu der ganze Betrug? Meier will seine krude New Age-Philosophie verbreiten, indem er sie Jesus und außerirdischen Blondinen in den Mund legt. Er möchte gerne, geltungssüchtig wie er ist, als Prophet einer Gemeinde vorstehen. Tatsächlich gehören zu seinen gläubigen Anhängern sogar renommierte Universitätsprofessoren, die den Talmud Jmmanuel zu ihrer neuen Bibel erkoren haben und ganze Abhandlungen darüber schreiben.

Ich erwähne Meier als Muster, um den Fall Nikolai Levashov besser einordnen zu können. Der russische „Geistheiler“ Levashov zählt sogar einst führende Orgonomen zu seiner Anhängerschaft. Ich habe bereits von meiner positiven Erfahrung mit der „Geistheilung“ berichtet, die Levashov praktiziert und lehrt. Als ich dem Levashov-Schüler, einem der besagten Orgonomen, damals, d.h. vor fast 25 Jahren, sagte, daß mich das, was er da mache, an den „Mesmerismus“ erinnert, wie ihn Jerome Eden praktiziert hat, reagierte er sichtlich verärgert. Es ginge gar nicht primär um die Beeinflussung des Energiefeldes des Patienten durch das Energiefeld des Therapeuten, sondern um the mind, den vom Körper unabhängigen „Geist“, der durch „gerichtete Intention“ wirksam wird. Überhaupt: durch Erzählungen erfuhr ich, daß Levashov-Anhänger extrem empfindlich reagierten, wenn man gegenüber dieser „Neuerung“ skeptisch blieb und die Orgonomie partout nicht „spirituell“ ergänzen wollte.

Es ging darum, den „orgonomischen Dogmatismus“ aufzugeben, offen und „wissenschaftlich“ zu sein – und die Philosophie von Levashov anzuerkennen, in der der körperlose „unsterbliche Geist“ des Menschen eine zentrale Rolle spielt. Die angebliche „Geistheilung“ war nur ein Vehikel für die Verbreitung eines obskurantistischen Weltbildes, das teilweise faschistoide Züge trägt.

Mir wurde erzählt, was Levashov doch für eine beeindruckende Persönlichkeit sei. („Beeindruckender als Reich!“) Ein echtes Wunderwesen und wissenschaftliches Genie mit einer bezwingenden persönlichen Aura. Um so enttäuschter war ich, als ich schließlich auf seiner Website Photos von ihm sah. Eine ausgesprochen unförmige und unsympathische Erscheinung mit null Charisma. Seine geschmacklosen Gemälde. Und all der pseudo-esoterische Unsinn und die Verschwörungstheorien, wie die einstige spirituelle Weltmacht Rußland, im Laufe der Geschichte ihre Vorherrschaft verlor, weil der spirituelle Schutzschirm, der das Reich umgab, brüchig wurde.

Ein einheitliches Psi-Feld des Reiches, das durch hochstehende Volkhvs mittels Pyramiden aufrechterhalten wurde, wurde nach der Zerstörung der Tempelstadt Asgard-Iryisky von Horden von Dschungaren, die die „kleine“ Hilfe schwarzer Magier benutzten, deutlich geschwächt.

Das erinnert alles fatal an Tolkiens Der Herr der Ringe! Absolut gruselig. Etwa das gleich Niveau, auch inhaltlich, wie L. Ron Hubbard und seine „Scientology“. Schlimmer!

Den zweiten Teil seiner Autobiographie bewirbt er mit folgendem Auszug:

Geboren in der UdSSR und in diesem Land dreißig Jahre lang vor meiner Abreise in die USA gelebt habend, war ich ganz sicher, daß das sozialistische Regime eine Schöpfung sozialer Parasiten war mit dem Ziel, den besten Teil der Nation zu zerstören – die starken Menschen, wie sie in der Thora und im Alten Testament genannt wurden – um das Rückgrat der Nation zu brechen und die Übriggebliebenen in Sklaven zu verwandeln… […] Ich möchte darauf hinweisen, daß ich auch in den USA keinerlei Freiheit gefunden habe! Im Gegenteil, ich sah ein weiteres parasitäres System, wo die Menschen zu Sklaven umgewandelt wurden, während sie sich selbst als frei betrachteten…

Soziale Parasiten haben sowohl das sowjetische als auch das amerikanische System geschaffen, um den besten Teil der Nation zu zerstören und so die Nation zu vernichten. „Die starken Menschen, wie sie in der Thora und dem Alten Testament genannt werden“ –, werden von „sozialen Parasiten“ zerstört. Erinnert Sie das an etwas? Etwa an ideologische Versatzstücke des Nationalsozialismus?

Aber zurück zu seiner Arbeit über die Historie Rußlands:

Der Inhalt dieses Buches entspricht den slawisch-arischen Veden und archäologischen Entdeckungen der letzten Jahrzehnte, die durch die „Einwände“ der „echten“ Historiker vollkommen zur Seite gewischt wurden. In gewisser Weise sind sie „im Recht“. Das Wort „Historie“ hat seinen Ursprung in einer Zusammenführung der beiden Wörter „von + Thora“, das bedeutet „Geschichten aus der Vergangenheit des jüdischen Volkes“. Tatsächlich hat das Buch von Veles nichts zu tun mit der Geschichte des jüdischen Volkes, einfach weil es die Vergangenheit des russischen Volkes widergibt. Aber ich sehe persönlich keinerlei Problem in ihm, da es keinen Versuch unternimmt, die Geschichte der Jüdischen zu verzerren oder die irgendeines anderen Volkes. Dieses Buch beschreibt die Vergangenheit der Slawen. Jetzt haben wir eine sehr interessante Situation: Juden haben das Recht, ihre Vergangenheit, ihre Geschichte wie alle anderen Menschen zu haben, außer uns, den Slawen, die ihre Vergangenheit nicht haben dürfen, zumal es eine große ist.

Wie die Juden eine eigene Geschichte haben, stehe den Russen auch eine (nicht-jüdische) Geschichte zu. Übrigens ist die in diesem Zusammenhang von Levashov präsentierte Etymologie gröbster Unfug. „History“ (bzw. russisch история = istorija) kommt vom griechischen Wort historia, das so viel wie „Wissen durch Ergründen“ bedeutet. Und mal ganz abgesehen von der Etymologie: Daß die Russen ein griechisches Fremdwort benutzen, weil es in ihrer eigenen Sprache für „Geschichte“ keines gibt, zeigt doch, daß sie keine Geschichtsschreibung kannten. Wie bei Billy Meier: allein schon wegen dieses erbarmungswürdigen Dilettantismus war für mich dieser Mann sehr bald gestorben. Daß er offensichtlich ein Antisemit zu sein scheint, macht das ganze nur noch schlimmer. (Woran erkennt man einen Antisemiten? Er ist vom Thema „Juden“ besessen und erwähnt es in den unmöglichsten Zusammenhängen. In diesem Fall wird zwanghaft die „Thora“ erwähnt.)

Der eine erfindet Kontakte zu den „Plejaden“, der andere beeindruckt sein Umfeld mit „Mesmerismus“ – um als Prophet, der das Schicksal des Planeten in den Händen trägt, auftreten zu können. Levashovs erstes Buch ist betitelt The Final Appeal to Mankind. Seine Anhänger insinuieren, sein Geist (mit anderen Worten: er) käme von einem anderen Planeten, um die Menschheit zu retten.

Es ist verblüffend, wie leicht man doch aus seinem Gleichgewicht gerissen werden kann. Wie leicht ich doch aus dem Konzept zu bringen bin. Je kruder der Betrug, desto überzeugender. Meiers, na ja, „aufwendige“ UFO-Photos konnten mir nur ein müdes Lächeln entlocken, aber aus Büchern bzw. vom Fernsehschirm abphotographierte Bilder haben mich verunsichert! Hätte Levashov nicht den Fehler gemacht, eine geschmacklose „slavo-arische“ Internetseite zu kreieren, wäre ich wohl heute noch unsicher, ob nicht vielleicht doch etwas dran ist an seinem letzten Weckruf an die Menschheit.

Es liegt mir durchaus fern, Meier und Levashov (pseudo-) rationalistisch abbügeln zu wollen! Wer meine Blogeinträge verfolgt hat, weiß, daß ich durchaus offen bin für Dinge, die von anderen schon vom Tisch gewischt werden, bevor sie sie überhaupt angesehen haben. Ich glaube gerne, daß Meier und Levashov über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen und in ihrem Umfeld Dinge geschehen, die „unerklärlich“ bleiben. Es ist nur immer eine Frage, wo die Quelle dieser Kräfte ist. Nehmen wir dazu ein letztes Beispiel: Benjamin Creme und seine Verkündigung des „Weltenheilandes“ Maitreya, dessen Kommen von gigantischen UFOs angekündigt werden wird.

Der Interviewer George Noory, der schon mehr als 5000 derartige lange Interviews über „esoterische Fragen“ hinter sich gebracht hatte, fühlte sich nach dem Interview mit Creme erstmals so schlecht, daß er befürchtete in Ohnmacht zu fallen, wenn er mit dem Gespräch fortfahren würde. Es sei das seltsamste und unheimlichste Gefühl, das er je in seinem Leben verspürt habe. Gleichzeitig berichteten Hunderte von Zuhörern der in den USA sehr populären Radiosendung Coast to Coast, daß sie sich nach der Sendung krank gefühlt hätten. Es war, als wäre der Antichrist aus den Pforten der Hölle geschritten…

Das Neue Zeitalter (Teil 2)

5. August 2012

Neben Botschaften sind direkte materielle „Wunder“ der Außerirdischen ein weiterer Anlaß der Religionsbildung, wie es heute am augenscheinlichsten in den Marienerscheinungen wie der von Fátima der Fall ist. Die Grundlage von Judentum, Christentum und Islam sind die Wunder, die der ägyptische Magier Moses mit der Bundeslade den unbedarften Hebräern vorzauberte. Stand dahinter und überhaupt hinter dem ganzen Exodus eine außerirdische Technologie? Wie dergestalt Religionen entstehen können, kann man ganz konkret am „Cargo-Kult“ von Südsee-Insulanern studieren, die während des Zweiten Weltkrieges Armee-Rationen aus der Luft erhielten. An den Fundplätzen errichteten sie Kultstätten und beteten dort zu den unbekannten Vogelgöttern um die Wiederkehr der himmlischen Bescherung.

Wie wir schon beim „esoterischen Hitlerismus“ gesehen haben (siehe Der Blaue Faschismus), gehört es zur theosophischen Tradition, daß der Mensch aus dem Weltall stammt. Der Anthroposophie zufolge waren es zumindest seine geistigen Anteile, die durch ihre Herabkunft aus der „Höheren Welt“ den unbehaarten Affen zum Menschen gemacht haben. Wir sind, so die Theosophie, auf diesen Planeten verbannt und nur Gast auf der Erde, in Wirklichkeit gehören wir aber zu einer wandernden, interplanetarischen Zivilisation. Wir müssen das verlorene Wissen wiedererlangen, um auf unsere eigentliche, höhere Ebene zurückkehren zu können. Unsere außerirdischen Brüder, bzw. „die Hierarchie der Engel in der Geistigen Welt“, können uns dabei helfen, z.B. durch „gechannelte“ Botschaften.

Es gibt eine ganze „UFO-Esoterik“, wonach wir durch Inkarnation mit den anderen galaktischen Zivilisationen zutiefst verbunden sind. Nur, daß wir „Terraner“ noch etwas tumbe sind. Die Insassen der UFOs, unsere esoterischen Brüder kommen jedoch, um unser Bewußtsein so zu erweitern, daß wir endlich in die kosmische Familie aufgenommen werden können. Nur ein Prozent der „Terraner“ müßte ein „höheres Bewußtsein“ erlangen, um die restlichen 99 Prozent nachzuziehen. Dann sei der Tag des Heils gekommen, die Außerirdischen würden ganz offen landen – und den Planeten übernehmen.

Aber nicht nur die UFO-Religion, sondern die Religion an sich, insbesondere aber das was wir heute „New Age“ nennen, ist, wie erwähnt, Einfallstor der außerirdischen („jenseitigen“) Intelligenz. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Anbetung von Göttern auf die Anbetung der Außerirdischen zurückgeht. Beim Propheten Ezechiel, 1. Kapitel, wo er die „Herrlichkeit Gottes“ schaut, wird dies ganz deutlich. Das absolut Erschreckende speziell an der biblischen Religion ist aber der eschatologische Aspekt, der auf die Vernichtung der Menschheit zugunsten der „Heerscharen des Himmels“ abzielt.

Konstituierend für die New Age-Bewegung ist die Vorstellung, daß ein neuer Schritt in der Evolution des Menschen bevorsteht. Dies war natürlich der Traum aller faschistischen Bewegungen hinsichtlich Rasse und Klasse, doch jetzt überschreitet es perfekte Körper und altruistische Hirne, obwohl diese zwei Faktoren Teil davon sind – es geht um die menschliche Natur selbst: strukturell und energetisch. Der Mensch wird „spirituell“, aufgrund der Blockierung seines okularen Segments, die ihn aus der dreidimensionalen Wirklichkeit herausreißt, und seine organismische Orgonenergie wird sich entsprechend verändern.

Das „New Age“, das die Einheit der Menschheit und eine neue Weltreligion mit sich bringen werde, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der Chef-Theosophin Alice Ann Bailey verkündet. 10 Jahre später hat C.G. Jung in seinem Buch über UFOs (Ein moderner Mythos – Von Dingen, die am Himmel gesehen werden) die Weltenwende des Aquarius vorausgesagt: „Wir nähern uns jetzt der großen Veränderung, die mit dem Eintritt des Frühlingspunktes in Aquarius erwartet werden kann.“ Bereits 1914 hatte Peter Danov (1864-1944), der in vielem an Gurdjieff erinnert, das Zeitalter des Wassermanns proklamiert. Er war der „Begründer der ‘Weißen Bruderschaft’, einer Bewegung in Bulgarien, die mit einer Art Eurhythmie die ‘Entfaltung der Seele’ fördern wollte. Anhänger bezeichnen Danov als Propheten, der vom Stern ‘Alfeola’ zur Erde gekommen sei“ (Werner F. Bonin: Lexikon der Parapsychologie, Bern 1976, S. 120).

Die Esoterik lehrt, daß dieser Planet in eine neue Ära „höherer und schnellerer Schwingungen“ eingeht und nur jene überleben werden, die energetisch auf diese neue Umwelt eingestellt sind – die energetisch zu toxisch für lebendiges Leben ist. Man nehme den Anthroposophen Peter von Siemens, der den Kernkrafthandel des Hauses Siemens folgendermaßen verteidigt hat:

Der Weltenplan, von dem Rudolf Steiner gesprochen hat, vollzieht sich unerbittlich. In der Mitte des vierten Jahrtausends (…) wird die Erde beginnen, sich zu astralisieren, das heißt, sie wird in eine Form der Schwerelosigkeit übergehen. Wenn wir jetzt in sehr vorsichtiger Form gewisse erste Stufen der Radioaktivität, also der Dritten Kraft für Energiezwecke verwenden, so vermag ich darin nichts Verwerfliches zu sehen. (z.n. Peter Brügge: Die Anthroposophen, Hamburg 1984, S. 19)

Das New Age preist genau das, was wir den außerirdischen DOR-Wesen zuschreiben: die energetische Vergiftung dieses Planeten. Das schwache „lebensunwerte Leben“ wird den Kampf ums Dasein verlieren und an seine Stelle wird der Gott-Mensch treten, dessen Struktur der DOR-Energie angepaßt ist. Es wird offensichtlich, daß Religion nur ein spezifischer Ausdruck der „Massenpsychologie des Faschismus“ ist, wobei die aufgesetzte Ethik und gar der Pazifismus (z.B. bei den Zeugen Jehovas) nur ein besonders perfider Ausdruck des tiefsitzenden Sadismus dieser Leute ist. (Der Zeuge Jehovas hat ständig den von Jehova inszenierten zukünftigen sadistischen Mord durch Jehova an allen Ungläubigen im Hinterkopf.)

Daß wir es beim „Neuen Zeitalter“ wirklich mit reinem Faschismus zu tun haben, beweist folgendes Aussage des New Age-Propheten John White (International Cooperation Council Directory, 1979):

Was heute erfolgt, ist nicht ein Bruch der Generationen oder der menschlichen Beziehungen, sondern es ist ein Bruch der gesamten Menschenrasse. Eine neue Rasse betritt den Planeten. Die herrschende Rasse ist eine sterbende Rasse. Das zunehmende Interesse an Psychotechnologien, geistigen Übungen und heiligen Traditionen ist die Offenbarung einer neuen, intelligenten Rasse, die sich unter dem Widerstand der herrschenden Rasse formiert und eine einheitliche planetarische Kultur entwickelt. (z.n. Hans-Jürgen Ruppert: New Age, Wiesbaden 1985)

„DAS NEUE ZEITALTER IST DA“ – unter dieser Überschrift veröffentlichte ein Vertreiber von „UFO-Detektoren“ 1989 eine Anzeige in amerikanischen UFO-Zeitschriften. Mit Hilfe dieser Detektoren könnte man mit den „seltenen blonden UFO-Insassen“ in Kontakt treten. Das Erschreckende an dieser Anzeige war die Abbildung zweier markig nordischer Skulpturen des bekannten deutschen Nazi-Bildhauers Georg Kolbe (1877-1947) aus dem Jahre 1937. Ganz im Stil der Zeit sieht man hier die hehren nackten Körper eines herb kühlen Mannes und einer züchtig kühlen Frau.

Sie glauben an den Himmel, doch uns allen steht die Hölle bevor:

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Am Ende des Videos wird übrigens etwas gezeigt, was auch Reich widerfahren ist: das Gebiet wird wieder und wieder von Militärflugzeugen überflogen.