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Wie die Umwelt auf die Orgonomie blickt

27. September 2026

Wie Reich heute gesehen wird? Nicht anders als zu seiner Zeit. Liest man die FBI-Akten über Reich, wird man depressiv. Reich schickt ihnen Material, sie fragen bei der Atomenergie-Kommission AEC („Photoeffekt, Compton-Effekt, Paarbildungseffekt, Alpha-, Beta- und Gamma-Strahlen, RBW, Gray, Sievert, Bequerel und Röntgentechnik“) und bei der von der Rockefeller Foundation kontrollierten Gesundheitsbehörde FDA nach – und erfahren, daß Reich „Pseudowissenschaft“ betreibt. Er gibt ihnen das Conspiracy-Material und sie schließen, daß die darin dokumentierten Reich-Gegner doch vollkommen recht haben: gefährliche Pseudowissenschaft. Unter jedem Brief, der an Reich ging, als interne Anmerkung: „…pseudo science…mentally unsoud…mental case…“. Er schickt ihnen den Plan für das ORANUR-Experiment zu und ihre einzige Reaktion ist die Nachfrage beim Postministerium, ob das überhaupt rechtens ist, daß eine solche pseudowissenschaftliche Geschäftemacherei-Organisation wie die Wilhelm Reich Foundation über den Postweg für Spenden wirbt.

Und wie sieht es bei den vermeintlichen Gegnern des Systems aus? Wolfgang Rieger im Nachwort zu Wilhelm Burian: Sexualität, Natur, Gesellschaft (Freiburg 1985):

Um den marxistischen Reich (…) gruppieren sich verschiedene Zirkel: die hauptsächlich in Freiburg agierende Marxistisch-Reichistische Initiative und die Wilhelm-Reich-Initiative Berlin. Sie versuchen „die politökonomische Analyse der marxistischen Theorie“ (emotion 1:112) zu erweitern um den von Reich entwickelten (…) Ansatz (…). Bunter wird es, betrachtet man, wer sich auf den späten Reich bezieht. Hierher gehören dann die Reich-Therapeuten: angefangen bei Fritz Perls und Paul Goodman, auf die die Gestalt-Therapie zurückgeht, über Alexander Lowen, den Begründer der Bioenergetik, Dieter Duhm, der in seiner Kommune Rudolf Steiner und Wilhelm Reich zusammenbringen will („Nur wo Hoden, Vaginalwände und Herzmembranen pulsationsfähig sind, kann Lebendiges sich einnisten“), und Otto Mühl, dem aktionistischen Chef der AAO, bis hin zu den zahllosen Heilpraktikern und Therapeuten, die ihre Dienste marktschreierisch anpreisen. Hierher gehören aber auch die Ufologen, Kosmolgen, Esoteriker, Wünschelrutengänger und Schwerkraftforscher, die fleißig Zeitungen, Blätter und Blättchen publizieren mit so kuriosen Titeln wie „Die Wolken sterben“. Darin erinnert ein gewisser Jerome Eden Vergeßliche: „Für regelmäßige orgastische Entladung sorgen!“

Der amerikanische Anthropologe Richard Grossinger schreibt ähnliches in seinem Buch Wege des Heilens (München 1982): Für Reich wären „die Galaxien selbst (…) ungeheure ‚Bestien‘, die sich über Millionen Jahre der Kopulation hingeben, ausgedehnt über das Gewebe von Zeit und Raum, getrennt von uns durch eine bloße Membran, die sich peristaltisch bewegt, uns aber auch mit ihr verbindet.“

So sah es vor 40 Jahren aus, als die Orgonomie eine genauso kurze wie kleine Renaissance erlebte. Danach kam dann die Sache mit dem Orgonit (in Kunstharz eingegossener Elektroschrott), der die gesamte Orgonomie förmlich aufgefressen hat. Interessiert sich heute jemand für Orgon und googelt, wird er vor allem auf Orgonit, Chemtrails und anderen Esoterik-Müll stoßen. Und was Reich selbst betrifft, hassen ihn die Linken, weil er der ultimative genital-normative Denker ist. Die Rechten hassen ihn, weil er irgendwo zwischen Frankfurter Schule, Kinsey und Foucault schweineigelt.

Dem schwarzen Faschisten dringen verzerrte (perverse) Empfindungen aus dem Kern ins Bewußtsein: um den Zwiespalt zwischen gesundem Empfinden und extremer Perversion zu lösen, bekämpft er die letztere in seiner Umwelt als absolute gesetztes Böses („Kommunisten“, „Homosexuelle“, etc.) und verteidigt dagegen verzweifelt Symbole des orgonotischen Kerns („Ehre“, „Reinheit“, „Nation“, etc.). Der Kommunist hat diesen Kontakt (selbst wenn er abstoßend verzerrt ist) vollkommen verloren, so daß bei ihm der Konflikt zwischen der mittleren (asozialen) Schicht und der (pseudosozialen) Oberfläche besteht. Um diesen zu lösen, muß er sich eine verabsolutierte Ideologie zulegen, mit der er mit allem moralischen Elan nach Belieben morden kann. Was also beide soziopolitischen Bastarde der Religion verbindet, ist, daß verzweifelt der Himmel auf Erden erstrebt wird.

Ich kann mich noch gut an die Religion erinnern, in das die Reich-Renaissance eingebettet war, das „New Age“, dessen ideologisches Gebäude sich durch folgendes Kombinationsschema beschreiben läßt (Psychologie heute, Okt. 1985) – das noch heute die Grüne Politik und damit DIE Politik bestimmt:

Alle Worte kann man beliebig miteinander kombinieren, etwa „harmonische Dissipationssynthese“!

In einer Vorlesungsreihe an der Berliner FHW mit dem Titel Wege aus der ökologischen Krise (die im Sommer 1986 Parallel zu den Wilhelm Reich-Vorlesungen der emotion-Redaktion lief) finden wir natürlich „Fritjof Capra’s ‚Wendezeit’“ (für den Reich noch im „alten Paradigma“ befangen ist – da Reich nicht ins obige Verschiebungsschema paßt), „Rationalität und Transzendenz“ sollen verbunden werden, „Wendezeichen“ mehren sich und die Frage „New Age – Post-Moderne – was kommt danach?“ wird beantwortet.

Ich muß da immer an Reichs Blick auf den Nationalsozialismus denken – in dem sich, Reich zufolge, das vegetative Leben seine Bahn brach (Die sexuelle Revolution).

Ähnlich wie der Nazismus ist auch die New-Age-Bewegung wie eine gigantische Organisation aufgezogen. Und genau wie der Nazismus basiert auch diese Bewegung auf einer Hierarchie (…). Die Oberen (…) wissen immer mehr als die einfachen Gefolgsleute. (…) Nazismus und New-Age-Bewegung sind politisch-spirituelle Größen, die auf den gleichen esoterischen Grundlagen basieren (…) Das politische Klima in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg ist vergleichbar mit der heutigen Situation. Die Vereinigten Staaten befinden sich in einer sehr ähnlichen Lage. Seit dem Vietnamkrieg hat sich eine starke Wende zu „Wandervogel“-Ideen und östlichen Mystizismus vollzogen. Die New-Age-Bewegung wie der Nazismus beschreiben den „Weg“ zur Erlangung eines „transzendentalen Bewußtseins“, zur Transformation der Massen durch Einweihung in „Mysterien“. (…) Ein anderer gemeinsamer Punkt (…): „(…) Eine neue Rasse betritt den Planeten. Die herrschende Rasse ist eine sterbende Rasse. das zunehmende Interesse an Psychotechnologien, geistigen Übungen und heiligen Traditionen ist die Offenbarung einer neuen, intelligenten Rasse, die sich unter dem Widerstand der herrschenden Rasse formiert und eine einheitliche planetarische Kultur entwickelt.“ (John White) Hitler sagte fast genau dasselbe. (C.E. Cumbey z.n. H.-J. Ruppert: New Age, Wiesbaden 1985)

Die erwähnten Psychotechniken (Meditation, Reichianische Körpertherapien, etc.) zerstören systematisch das körperliche Orgonfeld und weiten es konfus aus, wobei Autonomie und Willenskraft zerstört wird.

DOR-Wolken und DOR-Linien: eine Korrektur (Teil 1)

26. August 2026

DOR-Wolken sind eine alltägliche Erscheinung. Sie sind typischerweise eckig und sehen aus wie Stahlwolle, die am Himmel hängt. Beobachtungen überzeugen schnell, daß ihre schwarz-graue Farbe weder etwas mit der dicke der Wolke zu tun haben kann noch mit dem Stand der Sonne.

Derartige Wolken „inmitten von Regenwolken zeigen das Vorhandensein von Ea an“ (Das ORANUR-Experiment II, S. 226). Siehe dazu auch Edens Die orgonomische UFO-Forschung – Ein Überblick.

Zur Ergänzung möchte ich auf etwas verweisen, was mehr oder weniger auf meinem eigenen Mist gewachsen ist – und wohl doch etwas mit dem Stand der Sonne und Wolken zu tun hat. In Ea und die Wellenfunktion habe ich dazu u.a. folgendes geschrieben:

Der amerikanische Arzt Max Bloom hat zweimal am morgendlichen Himmel seltsame linealgerade dunkle Streifen beobachtet, wobei einer zusammen mit einem welligen Kondensstreifen auftrat, der verwehte und sich auflöste, während die schnurgerade Linie bestand hatte. Durch diesen Bericht sensibilisiert habe auch ich Anfang 1985 in Schleswig-Holstein, erneut etwa ein Jahrzehnt später in Hamburg und dann wieder 2004 in Westfalen, jeweils am frühen oder späten Nachmittag solche subtilen aber nichtsdestoweniger unzweideutig mathematisch perfekten und zweifellos artifiziellen dunklen Streifen gesehen, die übrigblieben, als die verwirbelten Kondensstreifen langsam verwehten und sich auflösten.

Charakteristischerweise erwägt Bloom, der (genau wie ich) kein Flugzeug sah, nicht die Möglichkeit, daß UFOs für diese seltsame und offensichtlich sehr seltene Erscheinung verantwortlich sein könnten. Eine solche Spekulation wäre nur folgerichtig gewesen, denn einerseits wurden UFOs mit bestimmten „Kondensstreifen“ oder „gasförmigen Himmels-Bändern“ in Verbindung gebracht und andererseits glaubte Reich, daß DOR-Wolken (genauer gesagt die typischen „Trockenheitswolken“), welche „mechanisch kantig“ aussehen und eine „schmutzige, stahlgraue Farbe“ haben, von UFOs erzeugt werden. Ich kann mir jedenfalls keinen Mechanismus vorstellen, wie Flugzeuge die von Bloom beobachteten Linien zuwege bringen sollen, zumal sich normalerweise Kondensstreifen und DOR ausschließen.

Besonders interessant ist Blooms Beobachtung eines „nackten“ DOR-Streifens ohne begleitenden Kondensstreifen, der einen Schatten auf eine unter ihm befindliche Wolke warf. Die Dunkelheit des geworfenen Schattens wollte nicht recht zu der scheinbaren Dichte des DOR-Streifens passen. „Für etwas“, schreibt Bloom, „das so durchsichtig war, blockierte es viel des Sonnenlichts“ (Bloom 1981). Ähnliches habe auch ich beobachtet, obwohl ich nur den Schatten auf der weißen Cumuluswolke sah, nicht aber den schattenwerfenden DOR-Streifen selbst, der offenbar viel zu subtil war, um vom Boden aus gesichtet werden zu können.

Zur weiteren Illustration hier einige Videos von YouTube, wobei ich mich jedoch ausdrücklich von all dem „Chemtrail“-Unsinn, der hier geboten wird, distanzieren möchte:

Was die Verbindung von DOR-Linien und UFOs betrifft, möchte ich auf folgendes verweisen: dieses Photo zeigt eine DOR-Linie in Verbindung mit einem UFO. Allgemein zur Verbindung von DOR-Wolken und UFOs siehe „Jerome Eden: Kann der Planet Erde gerettet werden?“ in Ein Querschnitt durch das Schaffen Jerome Edens (S. 155-166).

Die Spaltung der Partei Die Linke in Ost und West (Teil 2)

23. Dezember 2025

Warum ist im Osten die AfD so stark, im Westen aber eher schwach?

Der Mensch ist keine Maschine. Menschen, die im Sozialismus der „DDR“ aufgewachsen sind, können „kapitalistischer“ sein, als jeder Wessi, wie ich persönlich immer wieder gesehen habe. Knallhart im Geschäftsleben und im Beruf, extrem geschäftstüchtig. Gleichzeitig findet man aber auch Leute, die brave Stammwähler der SED („Die Linke“) geblieben sind, der „DDR“ nostalgisch nachtrauern und die alten „sozialistischen Werte“ hochhalten. Es ist so ähnlich, wie in der individuellen Panzerstruktur: die einen wuchsen in einer asozialen Alkoholikerfamilie auf, wurden vernachlässigt und mißhandelt, und werden doch zu gesunden, praktisch ungepanzerten Erwachsenen, während die anderen unter denkbar besten Voraussetzungen rührend umhegt in einer intakten Familie aufgewachsen sind, vielleicht sogar in einer orgonomisch orientierten, und doch zu neurotischen Wracks werden. Da der Mensch keine Maschine ist, ist seine Entwicklung unvorhersehbar.

Der Mensch ist eine Maschine! Das kann man in Labors von psychologischen Instituten nachweisen, wo sich etwa messen läßt, daß Männer durch zwei richtig angeordnete Punkte und einen vertikalen kurzen Strich auf einem weißen Blatt Papier sexuell erregt werden. Wir reagieren auf primitivste Schlüsselreize genauso wie Insekten oder Amöben. Nichts anderes als Biomaschinen! Entsprechend sind wir fast beliebig manipulierbar. Beispielsweise wurden wir im Westen seit 60 Jahren im Sinne des pestilenten Charakters Herbert Marcuses flächendeckend beeinflußt und das seit den ersten Stunden unseres Lebens (Schule, Universität, Kultur, Werbung, „Wissenschaft“, Politik, Alltagsästhetik, Medien). Der Kult der Minderheiten und des Perversen und vor allem alles Außereuropäischen, die Gängelung der Sprache und eine generelle Umwertung aller Werte der autoritären Gesellschaft, Multikulti und Gendermainstreaming. In einem solchen Umfeld, d.h. unter Biorobotern, die derartig programmiert wurden, kann es passieren, daß Leute einen Weihnachtsamrkt besuchen, der zu einem Hochsicherheitstrakt wurde, und trotzdem nicht auf die Idee verfallen, die AfD zu wählen. Im Westen gehen der Selbsthaß, die Selbstverachtung und Selbstekel bis zur Selbstvernichtung:

Anders sah es in der „DDR“ aus. Hier haben die kommunistischen Verschwörer alles getan, damit der zersetzende Dreck eines Herbert Marcuse nicht über die Mauer schwappte. Es wurde alles getan, daß die Menschen sich mit dem Staat, der Nation, dem Volk identifizierten, die Sprache wurde (im Rahmen der kommunistischen Ideologie) funktionsfähig gehalten und generell der Dekadenz Paroli geboten. (Ähnliches läßt sich über Rußlanddeutsche sagen.) Dergestalt haben wir die paradoxe Situation, daß unter den Kommunisten mehr konservativ strukturierte Menschen aufgewachsen sind, während im freien Westen das rote Gesindel, zu einem Gutteil KINDERFICKER, die Freiheit hatte, jene Seelenkrüppel heranzuzüchten, Pack, die letzte Mischpoke, das heute Die Grünen und eine zwielichtige Organisation wie die SPD in die Parlamente wählt.

Eine Ironie der Geschichte, daß nun ausgerechnet die ehemaligen Bürger der „DDR“ die einzige Kraft sind, die unser Vaterland noch retten können!

Da der Mensch keine Maschine ist, kann man sein Verhalten unmöglich genau voraussagen, aber immerhin gelingt das mit den Verhaltenstendenzen der überwiegenden Mehrheit von größeren Gruppen. Das ist der Bereich der Charakterologie. Mit hoher Wahrscheinlichkeit zeitigen die und die Erziehungsarten die und die Charaktere, wie von Wilhelm Reich und Elsworth F. Baker beschrieben.

Hier die klassische Aufstellung des soziopolitischen Spektrums nach Elsworth F. Baker:

Während sich auf der rechten Seite des Spektrums seit Baker nichts geändert hat, sehen die Orgonomen die linke Seite heute etwas anders. Der Sozialist hat mit dem pseudoliberalen „modernen Liberalen“ sozusagen den Platz getauscht. Der Sozialist träumt von „wirklicher Gerechtigkeit“, d.h. das abstrakte Versprechen des Liberalismus nach „Freiheit“ soll auch gesellschaftlich durchgesetzt werden. Die wirtschaftlichen Ursachen der Ungleichheit sollen bekämpft und damit erst die materiellen Voraussetzungen für die Freiheit geschaffen werden. Das ist klassisches sozialdemokratisches Gedankengut. Der pseudoliberale „moderne Liberale“ ist hingegen alles andere als nur ein „konsequenter Liberaler“, sondern der Todfeind jeden Liberalismus. Er ist die Verkörperung der extrem illiberalen „political correctness“, sozusagen die bildungsbürgerliche Variante des mörderischen Kommunisten. Er geht über Leichen. Wenn es seinen Zielen entgegenkommt, sollen die Massen ruhig leiden, hungern und verrecken!

Gehen wir von der Mitte nach rechts:

Da haben wir zunächst den Konservativen, wie er uns beispielsweise im größten deutschen politischen Blog, Politically Incorrect, entgegentritt.

Extrem Konservatives findet sich auf nationalistisch-völkischen Seiten, etwa von Burschenschaften.

Reaktionäres findet sich etwa bei fundamentalistischen Katholiken, nichts als moralinsaurer Haß.

Wie es aussieht, wenn der pure Obskurantismus bei „deutschen Patrioten“ durchbricht zeigt sich bei Neoheiden und „Reichsdeutschen“.

Reich hat das alles in seiner Massenpsychologie des Faschismus eingehend analysiert.

Nun von der Mitte nach links:

Ein ehrlicher, konsequenter klassischer Liberalismus findet sich auf Die Achse des Guten.

Typisch für diese Denkungsart ist ein Faible für das urbane Leben, den „Kosmopolitismus“ und ein Hang zu einer mechanistischen Lebensanschauung („Skeptizismus“).

Den Weg weiter nach links brauchen wir hier nicht zu verfolgen, weil heutzutage praktisch alle Medien und alle Parteien eine sozialistische Gesinnung vertreten. Die Volksparteien sind durch und durch sozialistisch geprägt. Die sogenannten „Grünen“ und Die Linke sind nichts weiter als Emotionelle Pest links vom Sozialismus. Ich werde mich hüten, diesen apokalyptischen Abschaum hier auch noch zu verlinken!

Die von Baker eingeführte Betrachtungsweise wird zweifelhaft, weil sie offensichtlich nur für die einigermaßen stabile autoritäre Gesellschaft vor den 1960er Jahren gilt. (Baker formulierte seine sozio-politischen Gedanken Anfang der 1960er Jahre.) Mit dem Zerfall hin zu einer antiautoritären Gesellschaft kam es zu absurden Verwerfungen, die das Konzept eines „sozio-politischen Spektrums“ scheinbar ad absurdum führen. Man denke nur einmal an die Grünen, wo man anfangs nicht so recht wußte, ob nun Heinrich Himmler oder Stalin auferstehen würden.

Ich kann mich sehr gut an eine der ersten Sendungen mit „Ekel Alfred“ und seinem linken Schwiegersohn erinnern, wo der „Nazi“ Alfred erzreaktionäre ökologische Thesen vertrat und gegen die Kernkraft wetterte, während sein fortschrittsoptimistischer sozialdemokratischer Schwiegersohn souverän die moderne Lebensmittelindustrie, Atomkraftwerke, etc. als Garant des Fortschritts pries und gegen den reaktionären Wurzelsepp Alfred verteidigte. Das neo-Leninistische Konzept Herbert Marcuses hat es fertiggebracht, diese zwar gepanzerte, aber immerhin vorhersehbare Welt zu kippen. Da der technische Fortschritt nicht mehr gegen, sondern im Widerspruch zu Marx‘ Vorhersage für den Kapitalismus arbeite, müsse, frei nach Lenins Devise „Je schlechter, desto besser!“, das Wirtschaftsgetriebe mit „ökologischen“ Forderungen zerstört werden. Je mystischer, fortschrittsfeindlicher, von irrationalen Ängsten getriebener und „bekloppter“ die Massen werden, desto besser!

Verschwörungstheorien in der antiautoritären Gesellschaft (Teil 2)

18. September 2025

Man kann zwischen vier Arten von okularer Panzerung unterscheiden:

  1. Die okulare Panzerung beim Neurotiker. Sie tritt zur restlichen Panzerung des Körpers hinzu, kann beliebig schwer sein, bestimmt aber nicht den Charakter der Person. Die okulare Panzerung färbt sozusagen die Persönlichkeit ein. Man denke nur an die Panzerung des Kleinen Mannes, der buchstäblich „ein Brett vor dem Kopf“ hat. Oder an die übliche Kontaktlosigkeit seiner Mitmenschen.
  2. Beim Schizophrenen bestimmt die okulare Panzerung den Charakter selbst. Hier ist sozusagen die restliche Panzerung „das Anhängsel“, das die Persönlichkeit färbt. Beispielsweise ist der kataton-schizophrene Charakter mit der Körperpanzerung des Zwangscharakters assoziiert, der paranoid-schizophrene Charakter mit der des phallisch-narzißtischen Charakters.
  3. Unabhängig davon tritt bei den soziopolitischen Charakteren die okulare Panzerung auf. Je weiter sie sich von der Mitte zu den beiden Rändern des soziopolitischen Spektrums entfernen, desto stärker ist sie ausgeprägt. Man könnte von „ideologischer Verblendung“ sprechen.
  4. Hinzu kommt, daß sich die gesamte gesellschaftliche Atmosphäre verändern kann. Beispielsweise kann allgemein die Unsicherheit so zunehmen, daß unabhängig von den ersten drei Faktoren, die gesamte Bevölkerung „in den Augen weggeht“, d.h. keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Auch spielen hier beispielsweise der fast flächendeckende Konsum legaler und illegaler Drogen und die verheerende Wirkung der Unterhaltungsindustrie und der Massenmedien hinein.

In der seit etwa 1960 sich entwickelnden antiautoritären Gesellschaft, die sich um uns herum zunehmend konsolidiert, spielen alle vier Elemente hinein. Die klassischen triebgehemmten Neurotiker verschwinden langsam aber sicher und werden von Kreaturen abgelöst, die nach Charles Konia in etwa wie folgt aufgebaut sind:

  1. chronische Parasympathikotonie (reaktive bioenergetische Expansion), als Reaktion auf die zugrundeliegende Sympathikotonie (bioenergetische Kontraktion), die die Menschen in der autoritären Welt bestimmt hat;
  2. muskuläre Erschlaffung im Gegensatz zur muskulären Verspannung, wie sie Reich zwischen den 1930er und 1950er Jahren beschrieben hat;
  3. statt dessen wird die überexpansive Energie vom okularen Segment gebunden, daß entsprechend stark gepanzert ist;
  4. dies geht wiederum mit einer extremen emotionalen Kontaktlosigkeit einher;
  5. weshalb die Panzerung heute ausgeprägter ist als jemals zuvor;
  6. das sieht man daran, daß die Orgontherapie weitaus länger dauert (aus dem „Homo novis“ der antiautoritären Welt muß zuerst ein normaler Neurotiker gemacht werden, der dann wie zu Reichs Zeiten geheilt wird);
  7. trotz der oberflächlichen „Entspanntheit“ und Überexpansion sind die bioenergetischen Kontraktionen weitaus stärker ausgeprägt als jemals zuvor: schwerste Depressionen, Selbstmorde, „Borderline-Symptomatik“ und vor allem eine extreme Intoleranz für wirkliche Expansion (wirkliche Lebensfreude) – nicht zufällig gehen so viele Menschen „in schwarz“;
  8. das alles führt zu einer ewigen Rebellion ohne Ziel und Grund. Hierher gehört nicht zuletzt die Vorstellung, daß „die da oben“ in finsterste Verschwörungen verwickelt sind.

Soziopolitisch verschiebt sich das gesamte politische Spektrum nach links („Rotverschiebung“) mit entsprechend drastischen Gegenreaktionen von einzelnen Segmenten der Gesellschaft, die immer weiter in den Rechtsradikalismus abdriften.

Die generelle Zunahme der okularen Panzerung sieht man daran, daß weite Kreise der Bevölkerung zu „denken“ anfangen, wie sonst nur paranoid-schizophrene Charaktere. Ich spreche von den überhandnehmenden Verschwörungstheorien von der Mondlandung als Fake, über „9/11“ bis hin zu den „Chemtrails“.

In ihrer Studie „Dead and Alive: Beliefs in Contradictory Conspiracy Theories“ haben Michael Wood, University of Kent, Canterbury, et al. aufgezeigt, daß Verschwörungstheoretiker offenbar kaum Probleme damit haben, gleichzeitig zwei Theorien zu vertreten, die sich wechselseitig unbedingt ausschließen. Beispielsweise neigen Menschen, die davon überzeugt sind, daß Lady Diana ihren eigenen Tod inszenierte, um unterzutauchen, und daß Osama Bin Laden schon seit Jahren tot war, gleichzeitig zu der Auffassung, daß Lady Diana im Pariser Autotunnel vom englischen Geheimdienst ermordet wurde und Osama sich noch immer in einem Geheimversteck seines Lebens freut. Oder anders ausgedrückt: sich wechselseitig ausschließende Verschwörungstheorien stehen sich nicht etwa feindlich gegenüber, sondern ganz im Gegenteil unterstützen sie einander – manchmal im gleich Kopf. Das ist möglich, weil diese konträren Theorien eines verbindet, was alle anderen Überlegungen außer Kraft setzt: die Vorstellung, daß es per se eine Verschwörung gibt.

Oder mit anderen Worten: die „Verschwörungskultur“ ist nichts anderes als Emotionelle Pest: die vermeintlichen „Schlußfolgerungen“ stehen lange vor der Denkarbeit fest. Verschwörungstheorien sind destruktiver Irrationalismus auf dem sozialen Schauplatz und nichts außerdem.

Es geht bei ihnen nicht um Logik, sondern um die Vorstellung einer Verschwörung an sich. Will sagen: „die da oben“ (die Autoritäten) haben immer Unrecht, egal wie wirr und inkonsistent die „alternativen Theorien“ auch immer sein mögen. Es ist also nicht eine Sache des rationalen Abwägens, sondern das Diktat vollkommen irrationaler Emotionen („Rebellion“).

Natürlich sind Spekulationen über Verschwörungen nicht in jedem Fall etwas Schlimmes oder „Krankhaftes“. Das Problem ist die mangelnde Distanz: ohne okularen Panzer kann man klar die Umwelt wahrnehmen und widerspruchsfrei unterschiedliche Informationen objektiv abwägen, während okular gepanzerte Verschwörungstheoretiker die Wirklichkeit verzerrt wahrnehmen und sich in einem Netz von Widersprüchen verfangen, die mit immer neuen Zusatzvermutungen gegen jede logische Herausforderung verteidigt werden, so als ginge es um ein religiöses Glaubenssystem. In der antiautoritären Welt dreht sich alles nur noch um Subjektivität, welchen Eindruck man hat und wie man sich fühlt. Klares Denken, Logik? Nein, es geht um angeblich authentische Gefühle.

Die Absurdität der Emotionellen Pest (Teil 1)

16. Juni 2025

Die Pathologie fängt im Kleinen mit absurdem Klatsch an. In unserem Haus raunte man über einen „Knastologen“, der im ersten Stock wohnt – schließlich, nach langer Zeit, stellte sich heraus, daß es ein ehemaliger Justizvollzugsbeamter ist. In anderen Zusammenhängen, bei denen es um gemeinsam zu meisternde Aufgaben oder einfach um gemeinsame Interessen geht, etwa Vereinen, wuchern wilde Spekulationen über Beziehungen in denen bestimmte Personen angeblich stehen. Beispielsweise wurde mir in den 1980er Jahren angedichtet, ich sei ein Anhänger von Charles Kelly. Als ich zwanzig Jahre später davon erfuhr, bin ich aus allen Wolken gefallen. Es ist wirklich unglaublich, was für ein vollkommen abwegiger Schwachsinn, der aus Mißverständnissen und einer verqueren Logik zusammengeschustert wurde, mit geradezu heiligem Ernst verbreitet wird und weite Kreise zieht. Manche Leute scheinen in einer vollständig fiktiven Welt zu leben, die kaum Berührungspunkte zur Realität hat!

Ein Schritt weiter und wir sind bei den abstrusesten Weltverschwörungstheorien, von denen das Internet nur so wimmelt. Verschwörungstheoretiker geben nach jedem folgenschweren Ereignis praktisch instantan weitreichende Theorien über die „wahren Hintergründe“ zum Besten. Sie wissen alles, immer und überall und in jeder Hinsicht. Stets sind die Amerikaner und die Israelis, kurz die Juuuuuuuuden, die wahren Schuldigen…

Diese Pathologie ist einfach nur als tragikomisch zu bezeichnen, da sie stets irgendwelche „Machenschaften“ aufdecken will, jedoch selbst die größte, imgrunde die einzige „Verschwörung“ darstellt. Diese emotionale Verschwörung beruht erstens auf der individuellen Charakterstruktur und zweitens auf der soziopolitischen Charakterstruktur.

Da sind etwa jene angeblichen „Studenten der Orgonomie“, die mir stundenlang ein Ohr abgekaut haben, über Dr. xya und dessen Beziehung zu xyb und was Dr. xyc darüber zu xyd gesagt hat und was ich denn in diesem Zusammenhang von xye halte, das wegen xyf Dr. xyg ausgeschlossen habe, obwohl Dr. xyh toleriert wird, der wiederum anscheinend eng mit Dr. xya befreundet ist, obwohl dieser doch zu xyi gehört und… Und so weiter – stundenlang. Das alles hat nur eine einzige Aufgabe: Energie im Gehirn zu binden, die anderenfalls frei im Körper flotieren und Angst erzeugen würde. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Wissenschaft von der Lebensenergie würde diese Leute schlichtweg zerreißen. Entsprechend verschwinden sie auch sehr schnell oder sie werden gar zu bitteren „Skeptikern“.

Bei anderen sind Klatsch, Tratsch und „Theorien“ Ausdruck ihrer Zwanghaftigkeit. Sie können das Schwebende, Ungewisse und sich ständig Verändernde nicht ertragen und bändigen daher die beunruhigende Wirklichkeit, indem sie „Grenzen“ ziehen. „xya gehört zu xyz!“ In diese Kategorie gehören auch die Minigeopolitiker. Liest man Bücher oder sieht Fernsehberichte etwa über das Mongolenreich oder z.B. über Napoleon, ist auffallend, wie durchweg alle Autoren angesichts sich begradigender Grenzen und weltumfassender Perspektiven förmlich in Ekstase geraten. Es läßt sich nachweisen, daß z.B. Hitler in seiner Kindheit und Jugend von derartigen Heldensagen geprägt wurde. Leute, die über Weltkarten brüten und für die entsprechend die Menschen nichts weiter als unsichtbare Mikroben sind. Diese Begeisterung und diese Kontaktlosigkeit zum wirklichen Leben – das ist die faschistische Emotionelle Pest. In jeder Generation werden damit Abermillionen träumerischer, frustrierter kleiner Jungen infiziert. Und auch Erwachsene werden heute von den ach so aufklärerischen Intellektuellen angestachelt doch endlich geopolitisch und in globalen Zusammenhängen zu denken und die Erde sozusagen vom Weltraum aus zu betrachten. Ich möchte nicht wissen, was in den Köpfen mancher Zeitgenossen vor sich geht, wenn man sie mit der Saharasia-These bekanntmacht!

Für manche ist die Beschäftigung mit, das Eintauchen in die fiktive Welt untergründiger, geheimnisvoller Zusammenhänge schlicht Ersatzkontakt, ohne den sie in tiefe Depressionen verfallen würden. Das ganze ist eine Art World of Warcraft. Ganze Verlage leben davon, diese bedauernswerten Kreaturen mit immer neuem Phantasiestoff über Chemtrails, Bilderberger, geheime Symbole, die wahren Hintergründe des Dritten Reichs, etc. zu versorgen. Das Schlimme dabei ist, daß etwa Science Fiction-Freunde wissen, daß sie Eskapisten sind (und in Maßen ist das ja auch harmlos!), während die Verschwörungstheoretiker ganz im Gegenteil überzeugt sind, sie würden fester in der Wirklichkeit stehen als wir Deppen, die wir nicht mal ahnen, daß das englische Königshaus die Welt regiert und aus reptiloiden Formwandlern besteht, die sich an Menschenopfern laben – wenn auch vielleicht nur „auf der Astralebene“.

Wirklich ernst wird es jedoch, wenn sich die „emotionalen Verschwörungen“ um den soziopolitischen Charakter kristallisieren. Hier betreten wir den eigentlichen Bereich der Emotionellen Pest. Das beginnt mit den politischen Parteien, in denen sich spontan Menschen zusammenfinden, die mit ihrer bioenergetischen Erregung so umgehen, daß sie die „Erreger“ in ihrer Umwelt ausschalten. Die Konservativen finden sich zusammen, um für „Recht und Ordnung“ zu sorgen. Und die Linken finden sich zusammen, um dagegen zu protestieren. Dabei geht es stets um den Umgang mit der eigenen Erregung, nie um die wirklichen Probleme in dieser Welt.

Fokalpunkte der Erregung lösen ganze Kreuzzüge aus. Man denke etwa an die Verschwörung gegen Reich von Kommunisten und Menschen mit einer ähnlichen Charakterstruktur. Sein Insistieren darauf, daß soziologische Probleme eine letztendlich biologische (besser gesagt bioenergetische) Ursache haben, entzog ihrer gesamten neurotischen Abwehr die Grundlage – deshalb mußte Reich vernichtet werden.

Oder man denke daran, daß bekennende Homosexuelle stets mit einem viehischen Haß von Konservativen verfolgt wurden. In afrikanischen, arabischen und karibischen Ländern bedeutet es schlichtweg den sicheren Tod, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen. Dazu bedarf es nicht einmal des Eingreifens einer schwulenfeindlichen Obrigkeit. Der Mob erledigt das! Das „Gay-Sein“ stellt wirklich die gesamte Existenz des Konservativen infrage: Selbstkontrolle, Triebverzicht, festgelegte Rollen. Ähnlich gefährlich sind „Zigeuner“ und „Wilde“. Das wird in dem wunderschönen französischen Film Chocolade sehr plastisch präsentiert.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 2. Wilhelm Reich statt Jesus Christus

22. März 2022

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 2. Wilhelm Reich statt Jesus Christus

Orgonomie und Metaphysik (Teil 23)

9. Januar 2022

Auf meiner Seite über Orgonenergie-Kontinuum und atomare Struktur wird der mechano-mystische Charakter der quantenmechanischen Theorien David Bohms freigelegt. In „esoterischen“ Kreisen wird er geradezu als Prophet des neuen Zeitalters vergöttert.

Worum es geht, zeigt folgende Stelle aus einer mittlerweile aus dem Netz verschwundenen Website:

Bohm meinte, daß ein wichtiger Grund, warum sich die Menschen dieses Planeten, hinsichtlich Rasse, Nationalität, Religion und all dem anderen, feindlich gegenüberstehen, in ihrer Tendenz begründet liegt, alles in Bruchstücken zu sehen. Weil der Mensch sich selbst und alles um ihn herum als unabhängig und sich selbst genügend betrachtet, wird er ich-zentriert und abwehrend; „… (…) Er ist unfähig, die Menschheit wirklich als die grundlegende Realität zu betrachten, deren Ansprüche an erster Stelle stehen.“ Bohm zufolge beginnt dieses Problem der Fragmentierung auf der Ebene des Eigeninteresses (…). Bohm errichtete seine kommunistische Utopie auf der unhaltbaren Annahme, daß das Universum eine perfekt geordnete mystische Ganzheit ist (…). Die meisten Wissenschaftler sind unbeeindruckt von Bohms Verweis auf eine primordiale universelle Harmonie, die sich abwechselnd verbirgt und offenbart. Sie sind sich der chaotischen Zufälligkeit vollkommen bewußt, die Bohm, in seiner Liebe für perfekte Ordnung, nicht wahrhaben wollte. Sie sehen in der Natur, wie Bohr und Heisenberg es getan haben, das Unscharfe und Unsichere; nicht das Werk eines (…) Gottes, der, wie in der mittelalterlichen Theologie, ein Schweizer Uhrmacher ist.

Ein hervorragendes Beispiel für die gängige Mischung aus faschistischem Mystizismus und kommunistischen „Mechanismus“, die eine Karikatur der Orgonomie darstellt.

Das „Neue Zeitalter“ ist ein klaustrophobischer Alptraum, in dem alles mit allem verbunden ist, alles Bedeutung hat und man buchstäblich nicht frei atmen kann. Kaum entdeckt der Mensch in der Quantenphysik, daß die Natur nicht mechanisch ist, sondern Freiheit herrscht, deutet er alles so, daß der Mechanismus noch getoppt wird. Und kaum wird die Orgonenergie entdeckt, um nicht nur dem Mechanismus, sondern auch dem Mystizismus den garauszumachen kommt – folgendes:

Vor mir liegt ein Werbeartikel aus einer Esoterikpostille. Es dreht sich um „Elektrosmog“ und „Chemtrails“, also um die Leiden hysterischer Frauen und paranoider Männer. Statt einen Psychiater zu konsultieren, sollen sie sich mit „Orgonite“ wappnen. „Pranakristalle“, das „Orgonschild“ und das „Pranalicht“ (bzw. die „Orgonlampe“) soll vor Elektrosmog schützen. Für großräumige Bereiche wurde die „Akasha-Säule“ entwickelt. Statt in Metern wird ihr Wirkradius in Kilometern angegeben, so daß auch „Chemtrails“ aufgelöst werden können.

Ebenfalls auf der Grundlage des Orgonites funktionieren die „Pranatropfen“, die in ihren unterschiedlichen Ausführungen bestimmten „Erzengeln“ zugeordnet werden: Uriel, Jophiel, Raphael, Chamuel, Michael, Zadkiel und Metatron sowie Elohim höchstpersönlich. Er spricht alle „Chakren“ gleichzeitig an! Daneben gibt es noch den Pranakristall Brahman, der ebenfalls alle Chakren betrifft. Die Pranakristalle sollen einen mit Orgonenergie erfüllten Raum erschaffen, „welcher Schutz vor Elektrosmog und negativen Gedanken schafft“. Das bereits erwähnte Orgonschild eignet sich speziell für Notebooks und neutralisiert das von ihnen ausgehende DOR. Es werde dabei vollständig in Orgon umgewandelt.

Im Vergleich dazu wirkt jeder katholische Sektierer vom Opus Dei aufgeklärt, frei und rational!

Trevor Constable war einer der Ersten, der diese Gedankenwelt vertreten hat, dieses okkult verstellte Lebensgefühl, in dem Reich mit dem verbunden wird, was Europäer für Hinduismus und Taoismus halten, und nicht zuletzt mit Rudolf Steiners Anthroposophie. Es wäre durchaus möglich gewesen, daß das heute die Orgonomie ist! Siehe dazu meine Besprechung von Constables Buch The Cosmic Pulse of Life. Wie vollkommen absurd das alles ist, wird deutlich, wenn man an Reichs Massenpsychologie des Faschismus erinnert.

Constable war Co-Autor u.a. der beiden folgenden militaristischen Bücher und ein großer Verherrlicher der Deutschen Luftwaffe: Das waren die deutschen Jagdfliegerasse 1939–1945 (Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1972) und Holt Hartmann vom Himmel! Die Geschichte des erfolgreichsten Jagdfliegers der Welt (Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1971). Was für eine merkwürdige Synthese von Schwärmereien über Rudel und Hartmann mit…

Der Wikipedia-Eintrag zu Constable meint dazu:

Die beiden Historiker Ronald M. Smelser und Edward J. Davies rechnen die kontextlose und heroisierende Darstellung Hartmanns durch Constable und Toliver zu den Versuchen der Romantisierung und nachträglichen Verbrüderung mit den „Helden“ der „Sauberen Wehrmacht“, die nun im Kontext des Kalten Krieges an der Seite ihrer westlichen Waffenbrüder erneut gegen die Gefahr aus dem Osten stünden. Durch die fehlenden Quellenangaben und den Einfluß der dargestellten Offiziere auf die Präsentation seien diese Werke keine geschichtswissenschaftlichen Darstellungen, sondern Ausdruck von Popkultur.

Weiter im Gruselkabinett:

Das erste Mal traf ich auf den angeblichen „UFO-Kontakler“ Billy Meier über eine Bekannte, die mir ganz begeistert erzählte, daß 1963 bei Jerusalem ein verschollenes Evangelium von Jesus entdeckt worden sei, das ganz mit Reichs Auffassung der Jesus-Geschichte harmoniere, der Talmud Jmmanuel. Demnach habe, so meine Bekannte, Jesus nicht gesagt, daß den geistig Armen das Himmelreich gehöre, sondern den Wissenden. Ich wußte sofort, daß es sich nur um eine plumpe Fälschung handeln könne, denn in der revidierten Fassung macht Jesus‘ Aussage überhaupt keinen Sinn mehr. „Die Ersten werden die Ersten sein!“ – Meier, der diesen „Talmud“ veröffentlicht hatte, war für mich innerhalb von Sekunden erledigt. Übrigens ist dieses Machwerk antisemitisch: man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte.

Später sah ich dann Meiers dilettantisch gemachten UFO-Photos und -Filme. Das einzige, was mich kurz pausieren ließ, waren Photos über seine angebliche Zeitreise 65 Millionen Jahre zurück zu den Dinosauriern, die seine außerirdischen Freunde mit ihm unternommen hatten. Insbesondere ein Flugsaurier sah erstaunlich realistisch aus. Wie sollte er das gefälscht haben? Noch überzeugender war ein Photo einer Raumfahrerin von den Plejaden. Die Frau war wirklich von überirdischer Schönheit und sah merkwürdig „humanoid“ aus. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man so ein Photo als Schweizer Bergbauer herstellen kann!

Schließlich stolperte ich im Internet über die denkbar einfache Lösung: die Dinosaurier hat er mit einer Polaroid-Kamera aus einem bekannten Bildband über die Urzeit aufgenommen.

flugenten

Und die Untertassen-Arierin „Asket“ war Tänzerin in einer amerikanischen Fernsehshow mit Dean Martin! Meier hatte sie vom Bildschirm abphotographiert!

asket

Wozu der ganze Betrug? Meier will seine krude New Age-Philosophie verbreiten, indem er sie Jesus und außerirdischen Blondinen in den Mund legt. Er möchte gerne, geltungssüchtig wie er ist, als Prophet einer Gemeinde vorstehen. Tatsächlich gehören zu seinen gläubigen Anhängern sogar renommierte Universitätsprofessoren, die den Talmud Jmmanuel zu ihrer neuen Bibel erkoren haben und ganze Abhandlungen darüber schreiben.

Ich erwähne Meier als Muster, um den Fall Nikolai Levashov besser einordnen zu können. Der russische „Geistheiler“ Levashov zählt sogar einst führende Orgonomen zu seiner Anhängerschaft. Ich habe bereits meiner positive Erfahrung mit der „Geistheilung“ erwähnt, die Levashov praktiziert und lehrt. Als ich dem Levashov-Schüler, Richard Blasband, damals vor 30 Jahren sagte, daß mich das, was er da mache, an den „Mesmerismus“ erinnert, wie ihn Jerome Eden praktiziert hat, reagierte er sichtlich verärgert. Es ginge gar nicht primär um die Beeinflussung des Energiefeldes des Patienten durch das Energiefeld des Therapeuten, sondern um the mind, den vom Körper unabhängigen „Geist“, der durch „gerichtete Intention“ wirksam wird. Überhaupt: durch Erzählungen erfuhr ich, daß Levashov-Anhänger extrem empfindlich reagierten, wenn man gegenüber dieser „Neuerung“ skeptisch blieb und die Orgonomie partout nicht „spirituell“ ergänzen wollte.

Es ging darum, den „orgonomischen Dogmatismus“ aufzugeben, offen und „wissenschaftlich“ zu sein – und die Philosophie von Levashov anzuerkennen, in der der körperlose „unsterbliche Geist“ des Menschen eine zentrale Rolle spielt. Die angebliche „Geistheilung“ war nur ein Vehikel für die Verbreitung eines obskurantistischen Weltbildes, das teilweise faschistoide Züge trägt.

Mir wurde erzählt, was Levashov doch für eine beeindruckende Persönlichkeit sei („beeindruckender als Reich!“); ein echtes Wunderwesen und wissenschaftliches Genie mit einer bezwingenden persönlichen Aura. Um so enttäuschter war ich, als ich schließlich auf seiner Website Photos von ihm sah. Eine ausgesprochen unförmige und unsympathische Erscheinung mit null Charisma. Seine geschmacklosen Gemälde. Und all der pseudo-esoterische Unsinn und die Verschwörungstheorien, wie die einstige spirituelle Weltmacht Rußland, im Laufe der Geschichte ihre Vorherrschaft verlor, weil der spirituelle Schutzschirm, der das Reich umgab, brüchig wurde.

Ein einheitliches Psi-Feld des Reiches, das durch hochstehende Volkhvs mittels Pyramiden aufrechterhalten wurde, wurde nach der Zerstörung der Tempelstadt Asgard-Iryisky von Horden von Dschungaren, die die „kleine“ Hilfe schwarzer Magier benutzten, deutlich geschwächt.

Das erinnert alles fatal an Tolkiens Der Herr der Ringe! Absolut gruselig. Etwa das gleich Niveau, auch inhaltlich, wie L. Ron Hubbard und seine „Scientology“. Schlimmer!

Den zweiten Teil seiner Autobiographie bewirbt er mit folgendem Auszug:

Geboren in der UdSSR und in diesem Land dreißig Jahre lang vor meiner Abreise in die USA gelebt habend, war ich ganz sicher, daß das sozialistische Regime eine Schöpfung sozialer Parasiten war mit dem Ziel, den besten Teil der Nation zu zerstören – die starken Menschen, wie sie in der Thora und im Alten Testament genannt wurden – um das Rückgrat der Nation zu brechen und die Übriggebliebenen in Sklaven zu verwandeln… […] Ich möchte darauf hinweisen, daß ich auch in den USA keinerlei Freiheit gefunden habe! Im Gegenteil, ich sah ein weiteres parasitäres System, wo die Menschen zu Sklaven umgewandelt wurden, während sie sich selbst als frei betrachteten…

Soziale Parasiten haben sowohl das sowjetische als auch das amerikanische System geschaffen, um den besten Teil der Nation zu zerstören und so die Nation zu vernichten. „Die starken Menschen, wie sie in der Thora und dem Alten Testament genannt werden“ –, werden von „sozialen Parasiten“ zerstört. Erinnert Sie das an etwas? Etwa an ideologische Versatzstücke des Nationalsozialismus?

Aber zurück zu seiner Arbeit über die Historie Rußlands:

Der Inhalt dieses Buches entspricht den slawisch-arischen Veden und archäologischen Entdeckungen der letzten Jahrzehnte, die durch die „Einwände“ der „echten“ Historiker vollkommen zur Seite gewischt wurden. In gewisser Weise sind sie „im Recht“. Das Wort „Historie“ hat seinen Ursprung in einer Zusammenführung der beiden Wörter „von + Thora“, das bedeutet „Geschichten aus der Vergangenheit des jüdischen Volkes“. Tatsächlich hat das Buch von Veles nichts zu tun mit der Geschichte des jüdischen Volkes, einfach weil es die Vergangenheit des russischen Volkes widergibt. Aber ich sehe persönlich keinerlei Problem in ihm, da es keinen Versuch unternimmt, die Geschichte der Jüdischen zu verzerren oder die irgendeines anderen Volkes. Dieses Buch beschreibt die Vergangenheit der Slawen. Jetzt haben wir eine sehr interessante Situation: Juden haben das Recht, ihre Vergangenheit, ihre Geschichte wie alle anderen Menschen zu haben, außer uns, den Slawen, die ihre Vergangenheit nicht haben dürfen, zumal es eine große ist.

Wie die Juden eine eigene Geschichte haben, stehe den Russen auch eine (nicht-jüdische) Geschichte zu. Übrigens ist die in diesem Zusammenhang von Levashov präsentierte Etymologie gröbster Unfug. „History“ (bzw. russisch история = istorija) kommt vom griechischen Wort historia, das so viel wie „Wissen durch Ergründen“ bedeutet. Und mal ganz abgesehen von der Etymologie: Daß die Russen ein griechisches Fremdwort benutzen, weil es in ihrer eigenen Sprache für „Geschichte“ keines gibt, zeigt doch, daß sie keine Geschichtsschreibung kannten. Wie bei Billy Meier: allein schon wegen dieses erbarmungswürdigen Dilettantismus war für mich dieser Mann sehr bald gestorben. Daß er offensichtlich ein Antisemit zu sein scheint, macht das ganze nur noch schlimmer. (Woran erkennt man einen Antisemiten? Er ist vom Thema „Juden“ besessen und erwähnt es in den unmöglichsten Zusammenhängen. In diesem Fall wird zwanghaft die „Thora“ erwähnt.)

Der eine erfindet Kontakte zu den „Plejaden“, der andere beeindruckt sein Umfeld mit „Mesmerismus“ – um als Prophet, der das Schicksal des Planeten in den Händen trägt, auftreten zu können. Levashovs erstes Buch ist betitelt The Final Appeal to Mankind. Seine Anhänger insinuieren, sein Geist (mit anderen Worten: er) käme von einem anderen Planeten, um die Menschheit zu retten.

Es ist verblüffend, wie leicht man doch aus seinem Gleichgewicht gerissen werden kann. Wie leicht ich doch aus dem Konzept zu bringen bin. Je kruder der Betrug, desto überzeugender. Meiers, na ja, „aufwendige“ UFO-Photos konnten mir nur ein müdes Lächeln entlocken, aber aus Büchern bzw. vom Fernsehschirm abphotographierte Bilder haben mich verunsichert! Hätte Levashov nicht den Fehler gemacht, eine geschmacklose „slavo-arische“ Internetseite zu kreieren, wäre ich wohl heute noch unsicher, ob nicht vielleicht doch etwas dran ist an seinem letzten Weckruf an die Menschheit.

Es liegt mir durchaus fern, Meier und Levashov (pseudo-) rationalistisch abbügeln zu wollen! Wer meine Blogeinträge verfolgt hat, weiß, daß ich durchaus offen bin für Dinge, die von anderen schon vom Tisch gewischt werden, bevor sie sie überhaupt angesehen haben. Ich glaube gerne, daß Meier und Levashov über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen und in ihrem Umfeld Dinge geschehen, die „unerklärlich“ bleiben. Es ist nur immer eine Frage, wo die Quelle dieser Kräfte ist. Nehmen wir dazu ein letztes Beispiel: Benjamin Creme und seine Verkündigung des „Weltenheilandes“ Maitreya, dessen Kommen von gigantischen UFOs angekündigt werden wird.

Creme wurde von dem amerikanischen Journalisten George Noory interviewt. Noory hatte schon mehr als 5000 derartige lange Interviews über „esoterische Fragen“ hinter sich gebracht, fühlte sich aber nach dem Interview mit Creme erstmals so schlecht, daß er befürchtete in Ohnmacht zu fallen, wenn er mit dem Gespräch fortfahre. Es sei das seltsamste und unheimlichste Gefühl, das er je in seinem Leben verspürt habe. Gleichzeitig berichteten Hunderte von Zuhörern der in den USA sehr populären Radiosendung Coast to Coast, daß sie sich nach der Sendung krank gefühlt hätten. Es war, als wäre der Antichrist aus den Pforten der Hölle geschritten…

Das ultimative Tabu (Teil 7)

13. September 2021

Ein Großteil der Verschwörungstheorien beruhen einfach auf einer erschreckenden humanistischen und naturwissenschaftlichen Unbildung und schlichter Dummheit. Etwa, das, was mir gestern auf Facebook widerfahren ist. Ein Photo, wo ein Flugzeug am Boden aus einer geheimnisvollen Öffnung am Heck dichten weißen Rauch ausstößt. „Der Pilot hat vergessen, die Chemtrails auszumachen.“ Auf mein Hinweis, daß das die Zusatzturbine ist, die jedes größere Flugzeug hat, eine Entsprechung zur Autobatterie, kommt die Antwort, davon habe er ja noch nie gehört, aber er glaube trotzdem weiter an Chemtrails. Diese Leute haben wirklich null Ahnung von Atmosphärenphysik, Flugzeugtechnik und den Vorgängen auf Flughäfen (mein engbefreundeter Nachbar war Techniker hier am Flughafen Fuhlsbüttel, der „Flugzeugwerkstatt“ der Lufthansa), vertreten aber mit eisernem Fanatismus die abstrusesten Theorien über „Chemtrails“.

Oder nehmen wir etwa das Christentum: „Alles Fake! Allein schon der Anfang: Jesus war Jude und hieß natürlich in Wirklichkeit Joschua!“ Nein, seine Alltagssprache war Aramäisch und in dieser Sprache hieß er „Jeschu“. Mit Sicherheit hat ihn nie jemand mit „Joschua“ angeredet, genausowenig, wie ich je mit „Petrus“ oder gar „Kaiphas“ angesprochen wurde! Die offizielle Sprache des östlichen Mittelmeers zur Zeit der Römer war Griechisch, entsprechend wurde er mit einiger Sicherheit auch schon zu Lebzeiten „Jesus“ genannt. Und dann natürlich die elende Geschichte mit dem auf dem Kopf gestellten Kreuz, das manchmal die Päpste benutzen. Nein, das ist kein Zeichen des Satanismus im Vatikan, sondern Petrus wurde auf eigenes Verlangen hin, da er sich als unwürdig erachtete, so wie sein Herr zu sterben, mit dem Kopf nach unten gekreuzigt und der Papst ist sein Nachfolger. Das umgekehrte Kreuz ist also kein Zeichen der Rebellion gegen Gott, sondern ganz im Gegenteil von nicht mehr zu toppender Frömmigkeit. Seufz! Aus solchen blödgrotesken Versatzstücken werden ganze Bücher gebastelt, aus denen dann fleißig zitiert und deren „bahnbrechenden Informationen“ weiter ausgeschmückt werden…

Der zweite Schritt in den Wahnsinn sind pathologische Lügner. Als normaler Mensch sind einem Lügen wesensfremd. Bis heute frage ich mich, warum ich vor 500 Jahren einem Klassenkameraden erzählt habe, unsere Familie hätte mal einen Hund besessen. Eine Geschichte, die ich aus mir nicht ersichtlichen Gründen frei erfunden hatte. Ich schäme mich bis heute! Es gibt aber Menschen, die bestehen praktisch ausschließlich aus Lügen. Wenn man einmal mit dem Lügen angefangen hat, kommt man nie mehr aus dem eigenen Lügengebäude heraus. „Welche Rasse hatte der Hund? In welchem Alter ist er gestorben? Wie hieß er?“ Du kommst da nie wieder raus! Man ersetze den „Hund“ mit einer „UFO-Entführung“ oder einer Gefangenschaft im GULAG oder ähnlichem. Es gibt ganze Bücher, etwa der berühmte „Erlebnisbericht“ So weit die Füße tragen, in denen buchstäblich kein einziges Wort stimmt! Gruseligerweise glaubt so mancher pathologische Lügner am Ende selbst an seine Geschichten. Eine Selbsthypnose, die uns zum dritten Schritt führt:

Der endgültige Wahnsinn: paranoide Schizophrenie. Ich habe schon vor dem PC-Bildschirm fast zwei Stunden gesessen, um mir die Ausführungen von Leuten anzuhören, die vollkommen normal auf mich wirkten und wo ich mir sagte: „Ist ja extrem merkwürdig und unwahrscheinlich, was die da erzählt, aber man muß einen offenen Geist bewahren.“ In sich ist das, was da präsentiert wird, meist alles folgerichtig und logisch, aber wenn man aus dem Bannkreis heraustritt: praktisch kein Punkt ist bei näherer Betrachtung stichhaltig (siehe „Schritt 1“ oben), das eine oder andere ist eindeutig konstruiert, um ins Gesamtgebäude zu passen („Schritt 2“) und schließlich springt einen die Paranoia ins Auge (Geheimdienste pflanzen dir nachts Computerchips ein, du wurdest schon als Fünfjährige „erwählt“ und ähnliches).

Der gesamte Nationalsozialismus beruhte auf diesem Humbug, angefangen bei seinen vermeintlich „esoterischen“ Anfängen Ende des 19. Jahrhunderts in der Runendeuterei (die „Edda“ bedeutet „es ist eh da“ und ähnlicher Schwachsinn) bis hin zu Himmlers festen Überzeugung, er würde indirekt Kontakt zu einer imaginären „jüdischen Weltregierung“ aufnehmen, als er gegen Ende des Krieges Vertreter jüdischer Hilfsorganisationen aus Schweden empfing.

Zig Millionen Menschen mußten wegen den pathologischen soziopolitischen und individuellen Charakterstrukturen von Leuten wie Wilson und Hitler elendig in der Blüte ihrer Jahre verrecken. Dabei sollten wir aber nie vergessen, daß diese bösen Clowns nur deshalb geschichtswirksam sein konnten, weil sie in den Charakterstrukturen der gepanzerten Massen Widerhall fanden! Dank des Weltnetzes und der zunehmenden okularen Panzerung der Menschen ist diese massenpsychologische Dynamik aktueller denn je.

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Der Cloudbuster

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