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Islam und Orgon

3. Juli 2026

Es geht um konkrete energetische Prozesse, die ungezwungen spontan und auftreten, hier und den Drang zu einer irrationalen „Transzendenz“ als Ausdruck der Panzerung, die die Welt in ein „Diesseits“ und ein „Jenseits“ teilt, dort. Nichts ist spontan und alles gezwungen und krampfhaft.

Diese beiden Aspekte, das lebendig-spontane und das todbrigende-krampfhafte, werden besonders erhellend im Koran miteinander verknüpft. Immer wieder (ich habe neun fast gleichlautende Stellen gezählt) wird dort die Auferstehung mit dem Aufgehen der Saat im Frühling verglichen, so z.B. in Sure 36,34:

Ein Zeichen der Auferstehung sei die tote Erde, die wir durch den Regen neu beleben und dadurch aus ihr verschiedene Saaten hervorbringen, von deren Frucht ihr eßt.

Der Regen belebt „die Erde nach ihrem Tode“, und so werde auch einst der Mensch wieder aus der Grube steigen (Sure 30,20). Das Grünen nach dem Regen gilt Mohammed als Beleg für Allahs Fähigkeit die Toten einst wiederzubeleben (Sure 22,2-8). Das Leben triumphiert über den Tod, Orgon über DOR.

Doch die Panzerung kommt ins Spiel und versetzt das Leben in ein Jenseits, das charakteristischerweise in erster Linie jene sexuelle Entspannung verspricht, die hier auf Erden durch die Panzerung hintertrieben wird, was zum Versuch treibt, die Panzerung sadistisch zu durchbrechen.

Wahrlich dieses irdische Leben ist ein Scherz, ein Spiel, nur die künftige Wohnung des Paradieses ist wahres Leben. (Sure 29,65)

In Sure 4,78 wird dies mit dem Heiligen Krieg verknüpft: daß das Leben hienieden nicht viel wert ist, im Krieg aber das ewige Leben zu gewinnen sei.

O Gläubige, was fehlte euch, als zu euch gesagt wurde: Geht hinaus und kämpft für die Religion Allahs, daß ihr euch nicht von der Stelle bewegen wollt? Habt ihr mehr Gefallen an diesem als an dem zukünftigen Leben? Wahrlich, die genußvolle Freude in diesem Leben ist gegen die des zukünftigen nur als sehr gering zu achten. (Sure 9,38)

Dort warten „die herrlichsten und schönsten Mädchen“ (55,71), die man heiratet (Sure 44,55). Jungfrauen „mit schwellenden Busen“ (Sure 78,34), die stets Jungfrauen bleiben (Sure 56,35-37). Und was ist mit der eigenen Frau? Offenbar hat Mohammed am Anfang gar nicht daran gedacht, daß nicht nur Menschen, sondern auch Frauen ins Paradies kommen könnten. Aber in einer späteren Sure heißt es dann: „Geht ein in das Paradies, ihr und eure Frauen, in Ehren und glückselig“ (Sure 43,71) Schließlich erinnert sich Mohammed auch noch der Kinder, jedoch nur jener, „welche fromm gewesen sind“ (Sure 13,24).

Rationalität und Irrationalität des Religiösen

11. April 2025

Charles Konia befaßt sich in seinem Artikel „Applied Orgonometry IV: Mysticism“ (The Journal of Orgonomy, Vol. 39, No. 2, Fall/Winter 2005, S. 60-69) u.a. mit einem recht überzeugenden Argument gegen die von Elsworth F. Baker entwickelte „sozio-politische Charakterologie“, derzufolge Konservative („verzerrter Kontakt zum Kern“) zum Mystizismus neigen, Liberale („fehlender Kontakt zum Kern“) eher zum Mechanismus. Seit den 1960er Jahren, d.h. seit dem Aufkommen der antiautoritären Gesellschaft, hat nämlich die Linke ein auffallendes Interesse für den Mystizismus gezeigt.

Wie diesen offensichtlichen Widerspruch erklären? Bakers Formulierungen gehen nicht tief genug, d.h. der alles entscheidende bioenergetische Unterschied zwischen Konservativen und Liberalen wird nicht klar formuliert: bei Konservativen steht die Emotion und das im Solar Plexus zentrierte „orgonotische System“ im Mittelpunkt, bei Liberalen die Sensation und das im Zentralen Nervensystem zentrierte „energetische Orgonom“.

Entsprechend können sich Liberale durchaus vom Ersatzkontakt „Mystizismus“ angesprochen fühlen, solange dieser ein „Head Trip“ bleibt. Während der „emotionale Rechte“ sich dem „unergründlichen Ratschluß Gottes“ unterwirft, versucht der „zerebrale Linke“, der sich zum Mystizismus hingezogen fühlt, die Welt in ihrem Innersten zu ergründen. Ein Gutteil dessen, was heute unter dem Titel „Orgonomie“ und 100 Prozent dessen, was unter dem Titel „Reichianismus“ abläuft, entspricht dieser Art von mystischer Perversion. Es ist Neurose, wenn nicht Emotionelle Pest und nichts außerdem.

Im Gegensatz zu den Mystikern der Rechten glauben die Mystiker der Linken, daß man im Diesseits Gesundheit („Ganzheit“) und Glück erlangen kann: holistische Medizin, spirituelles Wachstum, „Heilung“, etc. Typischerweise geht es um das Erlangen eines „höheren Bewußtseins“. Die Wahrheit hänge von der Sichtweise des Einzelnen ab, alles ist „relativ“. Von den etablierten Religionen, insbesondere aber von „Gott, dem Vater“ will man nichts wissen. Alles sei machbar.

Allen Arten von Mystizismus ist gemeinsam, daß sie Ersatz für sexuelle Befriedigung sind. Oder mit anderen Worten: ohne orgastische Impotenz kein Mystizismus.

koniamystik

Der Panzer verzerrt die ursprünglichen sexuellen Empfindungen und an ihre Stelle tritt der mystische Ersatzkontakt. Dieser ist antisexuell und gleichzeitig eben das: Ersatz für Sexualität. Bei den einen ist die Angst vor der Sexualität unmittelbar an die autoritäre Vaterfigur bzw. „Gott“ gebunden, bei anderen sind es pseudowissenschaftliche Theorien, die die antisexuelle Haltung rationalisieren. Man denke nur einmal daran, wie linke „Reichianer“ die Orgonomie mit Tantra, Taoismus, Yoga, Buddhismus und anderem extrem antisexuellen Theorien „erweitern“!

Zusammenfassend kann man sagen: Die religiösen Anwandlungen des Konservativen können inspirierend sein und auf tiefe zugrundeliegende Wahrheiten verweisen. Das zeigt sich etwa in Reichs Umgang mit dem Christentum in Christusmord. Die Entsprechung beim Linken bzw. „Liberalen“ ist fruchtlos, im Zweifelsfall destruktiv, in jedem Fall aber schlichtweg meschugge.