
ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 5. Der kosmische Orgonenergie-Ozean. a. Kosmische „Hitzewellen“ und der kosmische optische Hintergrund
26. September 2021DIE SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE: Wilhelm Reich kontra die Situationisten (Teil 3)
25. September 2021von Jim Martin
DIE SITUATIONISTEN
In seinem ausgezeichneten Buch The Assault an Culture: Utopian Currents From Lettrisme to Class War führt Steward Hornes die Ahnenreihe vom Futurismus und Dada zum Surrealismus, Lettrismus, den Situationisten, Mail Art, Punk Rock und Neoismus fort. In dieser Einführung sagt er: „Da ‚Kunst‘ als Kategorie auf die religiösen Ikonen des Mittelalters zurückprojiziert wurde, ist es nicht überraschend, daß jene, die sich dagegen stellen, sich in eine ‚utopische Strömung‘ einfügen, die sie umgekehrt wiederum auf die Ketzerei im Mittelalters zurückführt.“ Obwohl die Situationisten sich schon 1957 zusammenfanden (dem Jahr, in dem Reich im Gefängnis starb), wurden sie erst mit Beginn der studentischen Besetzer-Bewegung in Frankreich Mitte der Sechziger Jahre bekannt. Plötzlich war eine Generation von Jugendlichen, die mit liberalen Hoffnungen hochgepeppelt worden waren, bereit, dieses Menü wieder von sich zu geben. In Städten wie Nanterre, Straßburg und Paris begannen Studenten den gesamten Bereich des modernen Lebens zu hinterfragen; eine einheitliche Kritik, wie sich die Situationisten ausdrückten, ihrer eigenen subjektiven Entfremdung zu entwickeln. (Reich würde es Kontaktlosigkeit nennen und die Verantwortlichkeit auf die Schultern des Individuums legen, anstatt abstrakte gesellschaftliche Kräfte verantwortlich zu machen.)
„In Frankreich wurde das Marxistische Denken von der Kommunistischen Partei dominiert und es dauerte bis nach der Befreiung, bevor es irgendeinen Versuch einer philosophischen Revision gab. In mancher Hinsicht ähnelte die Debatte jener, die in den Zwanziger Jahre in Deutschland geführt worden war“ (Home). Tatsächlich war Wilhelm Reich Teil dieser Debatten in den Marxistischen Kreisen Deutschlands in den Zwanziger Jahren und ich glaube, er ging mit seinen Überlegungen weiter als die Situationisten 40 Jahre später.
Der Leitstern der Bewegung des 22. Mai an der Universität von Nanterre in Frankreich war Daniel Cohn-Bendit, oder „der Rote Dany“. Er war von der Gesinnung der Pro-Situs* durchdrungen. Die SI kritisierte ihn offen wegen seines spektakulären Auftretens, mit dem er ein Medienstar wurde. Vielleicht waren sie eifersüchtig auf seine Fähigkeit, die Medien besser auszunutzen, als sie es getan hatten. Wie kam der Rote Dany ins Rampenlicht? Tom Vague beschreibt es in der Zeitschrift Vague (#16-17) wie folgt:
„Der erste größere Vorfall ereignete sich, als der Sportminister kam, um ein neues Schwimmbecken einzuweihen. Es war eine vandalistische Orgie für die Eröffnungsfeier geplant und die Route des Ministers war mit Graffiti vollgesprüht. Aber nichts passierte, bis der Minister gerade gehen wollte. In diesem Augenblick, so heißt es, trat ein rothaariger Jugendlicher aus der Menge heraus und rief:
‚Minister, Sie haben einen 600 Seiten-Bericht über die französische Jugend erstellt, aber es fällt dort kein einziges Wort über unsere sexuellen Probleme. Warum nicht?‘
Der Minister antwortete: ‚Ich bin durchaus bereit, diese Sache mit verantwortungsvollen ‚Leuten zu besprechen, aber Sie gehören sicherlich nicht dazu. Ich selber ziehe Sport der Sexualerziehung vor. Wenn Sie sexuelle Probleme haben, schlage ich Ihnen vor, daß Sie ins Schwimmbecken springen.‘
Darauf erwiderte Dany Cohn-Bendit, dies habe auch die Hitler-Jugend gesagt, woraufhin er sofort in die Schlagzeilen und die Akten der Geheimpolizei kam (wenn er in den letzteren nicht schon war).“
Direkte Hinweise auf Reich tauchen in den situationistischen Schriften nur selten und verstreut auf, obwohl es zahlreiche Parallelen zwischen ihren politischen Philosophien gibt. Es lohnt sich, den besten situationistischen Autor, Raoul Vaneigem, und seine Verweise auf Reich in seinem Klassiker The Revolution of Everyday Life zu betrachten.
„Die Suche nach der wahren Natur, nach einem natürlichen Leben, das nichts mit der Lüge der gesellschaftlichen Ideologie zu tun hat, ist eine der rührendsten Naivitäten eines guten Teils des revolutionären Proletariats, ganz zu schweigen von den Anarchisten und solchen bemerkenswerten Figuren wie dem jungen Wilhelm Reich.“
Man beachte die Hervorhebung des jungen Reich. Die Europäer haben die spätere Arbeit Reichs nie verstanden, insbesondere seinen Antikollektivismus und seine Orgonomie und haben sie vielleicht nur aus zweiter Hand kennengelernt.
„Die Ordnung der Dinge ist krank: dies wollen unsere Führer auf alle Kosten verbergen. In einer schönen Passage aus Die Funktion des Orgasmus erzählt Wilhelm Reich, wie nach langen Monaten psychoanalytischer Behandlung er es schaffte, eine junge Wiener Arbeiterin zu heilen. Sie litt unter Depressionen, die durch die Umstände ihres Lebens und ihrer Arbeit hervorgerufen worden waren. Als sie gesundete, schickte Reich sie wieder nach Hause. Vierzehn Tage später brachte sie sich um. Reichs unbeugsame Ehrlichkeit verurteilte ihn, wie jedermann weiß, zum Ausschluß vom psychoanalytischen Establishment, zu Isolation, Wahn und Tod im Gefängnis: die Zweideutigkeit unserer Neodämonologen kann man nicht ohne Angst vor Bestrafung bloßstellen.“
Soweit ich es bestimmen kann, zumindest nach der amerikanischen Ausgabe, taucht diese Passage in Die Funktion des Orgasmus nicht auf. Home hat ja darauf hingewiesen, daß es die Situationisten liebten, ihre eigenen Sichtweisen auf andere Leute zu projizieren.
„Es gibt keine Lust, die nicht nach ihrem eigenen Zusammenhalt strebt. Ihre Unterbrechung, das Ausbleiben von Befriedigung, verursacht eine Störung ähnlich der Reichianischen ‚Stauung‘. Die Unterdrückung durch die Macht hält Menschen in einem Zustand dauernder Krise gefangen. So ist die Funktion der Lust, als auch der Angst, die durch Abwesenheit von Lust hervorgerufen wird, im Wesentlichen eine gesellschaftliche Funktion. Das Erotische ist die Entwicklung der zu einer Einheit verschmelzenden Leidenschaften, ein Spiel von Einheit und Vielgestaltigkeit, ohne das es einen revolutionären Zusammenhalt nicht geben kann (Langeweile ist immer konterrevolutionär).“
Langeweile mag konterrevolutionär sein, aber sie ist eine Funktion des Grades an psychischem Kontakt, über den jeder einzelne Mensch verfügt. War es vielleicht mein eigener Mangel an psychischem Kontakt, der mich anfangs zu den Situationisten hinzog?
Um die Wurzeln des situationistischen Projekts zu untersuchen; muß man sehen, daß es die Tendenz repräsentierte, psychoanalytische Ideen mit dem Dialektischen Materialismus zu verbinden. So wie die Surrealisten Freudianische Traumanalyse in einen bolschewistischen Putsch der Künste einbrachten, hatten die Situs ihre Psychogeographie und ihr Entfremdungsbegriff, der vom Standpunkt subjektiven Verlangens ausging.
„Wilhelm Reich führt den Großteil des neurotischen Verhaltens auf Störungen des Orgasmus zurück, auf die, wie er es nannte, ‚orgastische Impotenz‘. Er behauptet, daß Angst durch die Unfähigkeit hervorgerufen wird, einen vollständigen Orgasmus zu erleben; durch eine sexuelle Entladung, die es nicht schafft, die gesamte durch vorangehende sexuelle Aktivitäten freigesetzte Erregung zu beseitigen. Die angesammelte und nicht verbrauchte Energie verteilt sich und verwandelt sich in Angst. Angst wiederum behindert die orgastische Potenz noch weiter.
Aber das Problem der Spannungen und ihrer Beseitigung gibt es nicht nur auf der Ebene der Sexualität. Es kennzeichnet alle menschlichen Beziehungen. Und obwohl Reich dies wahrnahm, unterließ er es, nachdrücklich genug darauf hinzuweisen, daß die gegenwärtige soziale Krise auch eine Krise orgastischer Art ist. Wenn es stimmt, daß ‚die Energiequelle der Neurose, in der Differenz zwischen der Anhäufung und Entladung der Sexualenergie liegt‘, scheint es mir auch so zu sein, daß diese neurotische Energie von der Energieansammlung und -entladung stammt, die durch menschliche Beziehungen in Bewegung gesetzt wird. Vollständiger Genuß ist noch immer im Augenblick der Liebe möglich, aber sobald man versucht, diesen Moment zu verlängern, es im gesellschaftlichen ,Leben selbst auszuleben, kann man nicht dem entgehen, was Reich ‚Stauung‘ nannte. Die Welt der Nichtbefriedigung und Nichterfüllung ist eine Welt ständiger Krise. Wie würde eine Gesellschaft ohne Neurose aussehen? Ein endloses Fest, bei dem die Lust der einzige Maßstab ist.“ (Vaneigem: The Revolution of Everyday Life, S. 196f)
Hier preist Vaneigem Reichs Theorie der orgastischen Potenz: der primäre biologische Impuls ist eine Sehnsucht nach Lust und Gesundheit und wird gesteuert von der Fähigkeit des Organismus, angesammelte Spannung durch den Orgasmus vollständig zu entladen. Reich enttäuscht Vaneigem durch seine Unterlassung, orgastische Lust zu politisieren. Es ist unwahrscheinlich, daß Vaneigem Reichs Buch Menschen im Staat gelesen hat, da es nicht vor 1953 in Englisch vorlag. Reich beschreibt seine Teilhabe am „gesellschaftlichen Irrationalismus in Zentraleuropa“ und zieht genau die Art von Parallele, die Vaneigem vermißt hat, nämlich die zwischen individuellem und kollektivem Verkehr. In einem bemerkenswert eindringlichen und intimen Bericht, vermittelt Reich seine tiefe Überzeugung, daß die Politik bankrott ist. Er verurteilt gleichermaßen den Mystizismus der Rechten wie den Mechanismus der Linken. Er scheint persönlich verletzt zu sein durch die Immobilisierung gesunder Aggression bei der Linken, ihrer Flucht vor dem Leben, ihrer emotionalen Stauung. Ihm schienen die Nazis mehr…direkt zu sein.
* Pro-Situ oder Pro-Situationist war die abschätzige Bezeichnung, die die Situationisten ihren Anhänger gaben; sie brandmarkte passive Vergötterung durch ihre Zuschauer. Doch am Ende wurden nach eigenem Eingeständnis sogar die Situationisten selbst zu Pro-Situs.
„Electric Currents in Orgone Devices“ von Roberto Maglione
24. September 2021Der dreiteilige Artikel (hier, hier und hier) beginnt mit einer eingehenden Beschreibung dessen, was wir heute über den Orgonenergie-Motor wissen (siehe auch Teil 3). Teil 1 liegt in deutscher Übersetzung im NACHRICHTENBRIEF vor. Reich war es gelungen einen Elektromotor zu betreiben, entsprechend versucht Maglione zu messen, ob im Orgonenergie-Akkumulator spontan elektrischer Strom produziert wird.
Zunächst wird von Maglione vergeblich die Spannung zwischen zwei gegenüberliegenden metallischen Innenseiten bzw. Außenseiten des Orgonenergie-Akkumulators gemessen. Zwischen der metallischen Innenseite und der organischen Außenseite registriert er hingegen eine minimale Spannung. Was dabei erstaunlicherweise nicht erwähnt wird, ist, daß das aus schulphysikalischer Sicht zu erwarten war, da sich freie Elektronen an der Außenwand eines Faradayschen Käfigs (also auch eines Orgonenergie-Akkumulators sammeln), während die Innenwände keine Elektronen haben und der Innenraum frei von elektromagnetischer Strahlung bleibt.
Sodann wird ein selbstgebauter Kondensator aus Papier und Alufolie in den Akkumulator gestellt. Es stellt sich heraus, daß die Werte im Akkumulator niedriger sind als bei einem identischen Kondensator außerhalb. Das würde ich doch auf den Faradayschen Käfig zurückführen, denn der Orgonenergie-Akkumulator ist ein solcher „mit organischer Hülle“! Interessanterweise erwähnt Maglione mit keinem Wort Reichs entsprechendes Vorgehen bei den Messungen zur Bioelektrizität in den 1930er Jahre, die er gegen elektromagnetische Störstrahlung mittels eines Faradayschen Käfig sicherte, desgleichen später seiner strahlenden SAPA-Bione.
Bemerkenswert ist, daß im Akkumulator kaum Unterschiede zwischen gutem und schlechtem Wetter auftreten, außerhalb aber sehr wohl! Infolge werden über fünf Jahre hinweg täglich Messungen an zwei freistehenden Kondensatoren vorgenommen. Das einzige bemerkenswerte Ergebnis stellt sich wie folgt dar:

Im Sommer (Mai, Juni, Juli, August, September) ist keinerlei Strom geflossen im Gegensatz zum Winter. Spontan würde ich annehmen, daß das mit der absoluten Luftfeuchtigkeit zusammenhängt, die während der Wintermonate niedrig ist, im Sommer hoch, da kältere Luft weniger Wasserdampf aufnehmen kann. Bei Maglione davon kein Wort! Wird das Papier im Sommer feuchter und deshalb leitfähig? Und es geht wirklich um minimalste Werte, die über das gesamte Jahr gerechnet eine kleine LED-Lampe vielleicht ein tausendstel Sekunde aufleuchten ließen!
Ein tatsächlich interessanter Punkt, den Maglione vorbringt, ist der spontane Wechsel der elektrischen Polarität bei seinen Kondensatoren, die er mit den erratischen Richtungswechseln bei Reichs Orgonenergie-Motoren in Zusammenhang bringt.
Angeblich sei das die erste Untersuchung eines möglichen Spannungsaufbaus im Orgonenergie-Akkumulator. Das stimmt nicht, denn bereits 1979 veröffentlichte Matthias Wyneken in Bernd A. Laskas WILHELM REICH BLÄTTERn „Die elektrische Messung von Orgonfeldern“ (WRB 1/79). Dort präzisierte Wyneken, daß wirkliche elektromagnetische Strahlungsfreiheit erst in einem doppelten Faradayschen Käfig herrscht, also in einem kleinen Orgonenergie-Akkumulator innerhalb eines größeren Orgonenergie-Akkumulators. Wyneken beobachtete trotz dieser perfekten Isolation, bei der zwischen einem isolierten Metallgegenstand und der Erdung aus schulphysikalischer Sicht keinerlei Spannung auftreten sollte:
…einen kontinuierlichen Strom von wenigen Mikroampere. Er ist nicht konstant, sondern schwankt zwischen 0 und 2 µA in Abhängigkeit von der Oberfläche des angeschlossenen Metallobjekts und von atmosphärischen Bedingungen. Der Ausschlag des Meßgerätes geht in der Nacht völlig zurück oder sinkt bis auf ein Minimum, um am Nachmittag seinen Höchststand zu erreichen.
Der Verlauf von To-T und des Stroms sei parallel.
Und wie erklärt Maglione, daß seine Werte im Winter (sozusagen der „Nacht des Jahres“) höher sind als im Sommer? Das hänge vielleicht, so Maglione, „mit der allgemeinen pulsierenden Bewegung der atmosphärischen Orgon-Energiehülle zusammen, die sich im Laufe des Jahres ausdehnt und zusammenzieht, genauer gesagt, in den Wintermonaten zusammenzieht und in den Sommermonaten ausdehnt. Dieses Verhalten spiegelt sich wiederum in einer konzentrierteren Menge an Orgon-Energieeinheiten an der Erdoberfläche wider, mit einem höheren orgonomischen Potential als in den Sommermonaten, wo die Konzentration der Orgon-Energieeinheiten an der Oberfläche und das damit verbundene orgonomische Potential geringer ist.“
Im Sommer ist die Orgonenergie-Konzentration am Erdboden geringer? Und warum wirkt dann der Orgonenergie-Akkumulator im Sommer besser als im Winter? (Ein Zusammenhang, der mit einiger Sicherheit auch für den Orgonenergie-Motor selbst gilt!) In diesem Zitat zeigt sich wieder Magliones mechanistische Grundeinstellung gegenüber der Orgonenergie, die er wie eine „Substanz“ behandelt. (Siehe dazu meine Rezension seines Buches über quantitative Orgonometrie.) Dabei ergibt sich die funktionelle Antwort von selbst: im Sommer funktioniert die Orgonenergie mehr in Richtung Ladung, im Winter hingegen geht es Richtung Entladung. Entsprechende Kurven präsentiert Maglione denn auch in Bezug auf spezielle elektroskopische Messungen (C.F. Baker) und Geigerzähler-Messungen (Maglione): in der dunklen Jahreszeit tendiert die Orgonenergie mehr zur Entladung.
Bei Maglione verliert sich dieser einfache funktionelle Zusammenhang in endlosen Ausführungen ausgerechnet über die Orgasmusformel. Die spezifische Lebensformel überträgt er irrigerweise auf alle Naturphänomene bzw. setzt er sie mit jedwedem Orgonenergie-Metabolismus gleich. Dabei dreht sich bei ihm alles darum, daß in den Wintermonaten die Ladung höher ist und deshalb auch die Entladung.
Im dritten Teil versucht Maglione seine These zu verifizieren, indem er die orgonotische Kapazität eines der beiden untersuchten Kondensatoren mit einer hochorgonotischen Flüssigkeit, deren Behälter in den Kondensator gestellt wird, „künstlich“ erhöht. Der Unterschied ist zwar statistisch hochsignifikant, aber es geht wieder nur um minimalste Werte. Entsprechend wirken seine daran anschließenden ausufernden Erläuterungen über den Orgonenergie-Motor merkwürdig deplaziert wie zuvor in Teil 1. Glaubt er wirklich, die Funktionsweise des Motors würde darauf zurückgehen, daß Reich eine neue „Stromquelle“ aufgetan hatte?
Die Verbindung mit radioaktivem Material, die Maglione zieht (letztendlich sei auch der von Reich geheimgehaltene „Faktor Y“ des Orgonenergie-Motors ein radioaktiver Gegenstand), ist etwas an den Haaren herbeigezogen, da Reich den Orgonenergie-Motor Jahre vor dem ORANUR-Experiment entwickelt und nach diesem nicht weiterentwickelt hat (ersterer 1948, letzteres 1951). Es ist angesichts dessen und der erwähnten lächerlich geringen Stromproduktion schlichtweg bizarr, wenn Maglione schreibt, der Anstieg des orgonotischen Potentials durch Kernmaterial (NR) müsse hoch genug sein, „um einen Motor zu betreiben, und sicher genug, um kein gefährliches ORANUR-Feld zu erzeugen“. Das ist so, als würde ich dir eine Kugel in den Kopf schießen, die genug Durchschlagskraft hat, um in deinen Schädel zu dringen, aber so wenig, daß es dich nicht verletzt!
Man hat immer das Gefühl, daß Maglione, statt der funktionellen Logik einfach zu folgen, wie ein schlechter Schriftsteller losgelöst von aller augenscheinlichen Evidenz ein Narrativ erzwingt, bei dem die Bundeslade der Israeliten eine zentrale Rolle spielt. Eine Art orgonomischer Erich von Däniken! Ich möchte anfügen, daß aus der Bundeslade der Juden im Christentum die Gottesmutter Maria wurde, die das Christuskind in sich trug. Auf diese Weise wird bei Maglione letztendlich Christus (OR) mit Satan (NR) gleichgesetzt…
ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 4. Aktive Galaxien: e. Gravitationslinsen
23. September 2021DIE SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE: Wilhelm Reich kontra die Situationisten (Teil 2)
22. September 2021von Jim Martin
PAUL GOODMAN: DER ANARCHIST
1944 begann Paul Goodman, Autor von Growing Up Absurd, The Empire City und Co-Autor von Gestalt Therapy, das Werk Wilhelm Reichs vor seinem amerikanischen Publikum im winzigen libertären sozialistischen und anarchistischen Milieu zu enthüllen. Der erste Artikel, der die Trennung von Politik und Sexualität überbrückte, war The Political Meaning of Some Recent Revisions of Freud. Nach einer Kritik an Freud wegen dessen offensichtlicher Nutzbarmachung der Psychoanalyse zugunsten von Zivilisation und Kultur wendet er sich Erich Fromm und Karen Horney zu. Im Kontrast zu ihrem Stachanowismus* erklärt Goodman: „Es gibt nur eine Art von Materie, die der offene und furchtlose Blick eines Kindes oder eines vernünftigen Mannes unfehlbar durchdringen kann: seine drängenden Bedürfnisse und sein tägliches Handeln.“ Klingt doch wie eine Pro-Situ-Erklärung, nicht wahr? Doch es geht den Situs um mehr als ein Jahrzehnt voraus, unmittelbar inspiriert von Reichs Feststellungen. Und schließlich: „Was für eine Lust ist es doch, sich von dieser philisterhaften ethischen Kultur einer Freudianischen Abweichung nach links zuzuwenden! Ich beziehe mich auf das Werk Wilhelm Reichs.“ Goodman erörtert Reichs Vorstellung von der orgastischen Potenz und der massenpsychologischen Entwicklung der Gesellschaft. „Es ist die Psychologie der Revolution.“
Unmittelbar nach der Veröffentlichung dieses Essays in einer obskuren Publikation nahmen C. Wright Mills und Patricia J. Slater in ihrem unterhaltsamen Essay The Barricade and the Bedroom die heilige Sache der Sublimierung in ihre Hand. Die Wünsche der Arbeiter hätten sich zu Aktivitäten zu sublimieren, die auf gesellschaftliche Kräfte und Institutionen gerichtet sein sollten. Offensichtlich rief Goodman extreme Gefühlsaufwallungen bei Marxistischen Theoretikern hervor.
Mills und Slater nannten Reichs Feststellungen „die Revolution der Geschlechtsdrüsen“. Was für eine Verachtung! „Der ‚Reigen der orgastischen Potenz‘ geht viel eher von Schlafzimmer zu Schlafzimmer als vom Schlafzimmer auf die Barrikaden.“ In Ordnung, vorwärts Genossen auf zum Verkehrsstopschild an den Barrikaden! „Wenn wir Goodmans Konzept der Kultivierung der biologischen Entladung folgen, wird Freiheit mit den fixierten Irrationalismen der Freizeit und des privaten Lebens identifiziert.“ Amen. „Freiheit, wie auch andere Werte, nach denen wir streben sollten, muß in Begriffen von institutionellen Strukturen und der Möglichkeit für gesellschaftliche Planung betrachtet werden.“ Sssssssss.
* Stachanow war ein Arbeiter aus der Stalin-Zeit, der für seine Überproduktion belohnt und zu einem Nationalhelden gemacht wurde. Ihm sollten die anderen Arbeiter nacheifern. „Stachanowisten“ wurden von ihren Arbeitskollegen oft getötet oder verstümmelt.
David Holbrook, M.D.: BEWUSSTE VERSUS UNBEWUSSTE PROZESSE / DIE „BEIDEN ENTZÜNDUNGEN“ / DIE EMOTIONELLE PEST UNTER LOCKDOWN STELLEN
21. September 2021DIE SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE: Wilhelm Reich kontra die Situationisten (Teil 1)
19. September 2021von Jim Martin [entnommen aus der Zeitschrift für Orgonomie, Peter Nasselstein, Bd. 7, Heft 1, Jan. 1992]
Vorbemerkung des Herausgebers: Die „Situationistische Internationale“ (SI) war eine westeuropäische Künstlervereinigung, deren deutscher. Ableger die im Herbst 1957 in München gegründete „Gruppe SPUR“ war, aus der z.B. Dieter Kunzelmann hervorgegangen ist. Im SPUR-Manifest vom Januar 1961 heißt es: „So wie Marx aus der Wissenschaft eine Revolution abgeleitet hat, leiten wir aus der Gaudi eine Revolution ab. Die sozialistische Revolution mißbrauchte die Künstler. Die Einseitigkeit dieser Umstürze beruhte auf der Trennung von Arbeit und Gaudi. Eine Revolution ohne Gaudi ist keine Revolution.“ Man denke an die revolutionären Witzbolde der „Kommune 1“ Rainer Langhans, Fritz Teufel und eben Kunzelmann. Das Manifest der SI von Mai 1960 beantwortet die Frage, was die „Situation“ sei, wie folgt: „Sie ist die Verwirklichung eines höheren Spiels, genauergesagt, die Provokation zu dem Spiel, das die menschliche Gegenwart ist. Die revolutionären Spieler aller Länder können sich in der Situationistischen Internationale vereinigen, um dann zu beginnen, aus der Nichtgeschichtlichkeit des alltäglichen Lebens hervorzutreten. … Welches müssen die grundlegenden Eigenschaften einer neuen Kultur, sein, und zwar im Vergleich zur jetzigen Kunst? Entgegen dem Schauspiel führt die realisierte situationistische Kultur die umfassende Teilnahme ein. Entgegen der konservierten Kunst ist sie eine Gemeinschaft des direkt erlebten Augenblicks. … Ihre Versuche beabsichtigen wenigstens eine Revolution des Verhaltens und einen dynamischen unitären Urbanismus, fähig, sich über den ganzen Planeten auszubreiten und darauf über alle bewohnbaren Planeten ausgebreitet zu werden“ (CheSchahShit. Die Sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow, Berlin 1984, S. 188).
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Vor fast zehn Jahren stand ich eines Montagsmorgens auf, um mir eine Tasse Kaffee zu machen. Ich ging in die Küche und nahm einen Becher vom Trockengestell, wodurch ich glücklicherweise ein chinesisches Hackbeil auf meinen großen Zeh fallenließ. Ich wurde von meinem Job in der Gemeinwesenarbeit freigestellt und verbrachte eine Woche im Liegen und Sitzen, wobei ich die Situationist International Anthology las. Großartig. Hier fand ich endlich eine Stimme für meine eigenen Frustrationen über den scheiß Reformismus und ein neues Vokabular, mit dem ich meine Mitmenschen beleidigen konnte. Die Kritik aus einem Guß, die die Situationisten präsentierten, sagte mir zu, ihr Angriff auf die Spezialisierung und ihre rücksichtslose Rhetorik gegen die traditionelle linke Politik. Doch als ich versuchte, diese Grundsätze in meiner Lebenspraxis anzuwenden, wurde ich in eine Sackgasse geführt.
Ich erfuhr bald, daß die Situationisten zu der Zeit sehr en vogue waren, besonders in San Francisco. Es gab viele Leute, die ihre Ideen in detournierte* progressive Politik integrierten. Hier ist nicht der Raum (und ich habe nicht die Geduld), um eine vollständige Geschichte der Situationisten zu bieten, aber ich empfehle sehr die Anthology, sowie Vague #16-17 mit seinem einführenden Leitfaden zur Situationistischen Internationale. Ich werde auch andere Linkslibertäre behandeln, die über Reich schrieben, da sie zu einer allgemeinen Erörterung von Reichs Gedanken gehören.
Kurz gesagt war Wilhelm Reich (1897-1957) einer der strahlenden jungen Sterne aus Freuds innerem Kreis, bis er die Toleranz der älteren Psychoanalytiker durch sein Beharren überstrapazierte, daß die orgastische Potenz für die Gesundheit wesentlich sei. Weiter belastete er die Beziehung, indem er auf die Fruchtlosigkeit der individuellen Therapie hinwies, während die Gesellschaft im ganzen eine wahrhaftige Neurosenfabrik bliebe. Als Mitglied der sozialistischen und kommunistischen Bewegungen in Deutschland verfocht er eine kompromißlose politische Plattform, die auf umfassenden sexuellen Fragen beruhte, einschließlich den sexuellen Rechten von Jugendlichen, der Legalisierung von Geburtenkontrolle und der Beseitigung der Zwangsgesetzgebung für Sexualität und Ehe. Dies brachte wiederum Parteifunktionäre auf, was Reich dazu zwang, seine Haltung zur Marxistischen Politik neu zu bestimmen.
Ich schreibe weder als genitaler Charakter noch als Revolutionär. Ich hinke durchs Leben und ertaste blind meinen mit Verlusten übersäten Weg. Aus zwei Gründen werde ich an dieser Stelle nicht Reichs Schriften wiederkäuen. Erstens drückt er sich in seinen Büchern selbst treffend aus und jeder Versuch, seine Arbeit zu paraphrasieren, entartet ausnahmslos zur Parodie (siehe Vaneigem). Zweitens ist die gegenwärtige Treuhänderin seines Erbes, Mary Boyd Higgins, bei der Erteilung der notwendigen Erlaubnis sehr zurückhaltend. Obwohl dies für Forscher frustrierend ist, wirkt es sich in vielfacher Hinsicht positiv für Reich aus, da er ein ausgezeichneter Schriftsteller ist. Seine Prosa hat einen ganz persönlichen Rhythmus. Er stieß sich oft daran, daß sein Übersetzer, Theodore Wolfe, versuchte, seine, wie Reich sie nannte, krachenden Höhepunkte zu glätten. Reichs Arbeit auszugsweise wiederzugeben, bedeutet, sie ganz aus dem Zusammenhang zu reißen.
Auf der anderen Seite beachteten die Situationisten in Übereinstimmung mit ihrer „Eigentum ist Diebstahl“-Haltung nie das Urheberrecht. Dies hat sich zu ihren Gunsten als famoser Werbegag erwiesen. Zitate, Auszüge und Übersetzungen tauchen überall auf. Im Gegensatz zu Reich kann man aus dem situationistischen Oeuvre problemlos etwas herausreißen. Einzelne Sätze und Redewendungen können fast überall entnommen werden und doch bleibt die Atmosphäre stupiden Einhämmerns erhalten. Von allen Situationisten hatte nur Vaneigem das Gespür eines Prosaisten.
* Aus dem Französischen, mit der buchstäblichen Bedeutung „Entführen“. Bezieht sich auf die Praxis, Elemente der populären Kultur einen subversiven Inhalt zu verleihen.
ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 4. Aktive Galaxien: c. Radiogalaxien
18. September 2021Das ultimative Tabu (Teil 9)
17. September 2021Schuldgefühle sind in der Muskulatur festgehaltene Aggression (Sadismus). Mit anderen Worten ist Schuld nichts anderes als eine bioenergetische Stauung, die nur durch Selbstaufopferung (Masochismus) aufgelöst werden kann. Das erklärt den gesamten linksliberalen Krampf, die Besessenheit die Dritte Welt, das Klima etc. retten zu wollen und dafür sein eigenes Land, ja seine gesamte Rasse zu opfern. Bis vor nicht allzulanger Zeit hat das Christentum die Weißen vor dieser Selbstaufopferung bewahrt, denn Gott selbst (Christus) hatte ein für allemal die Schuld, alle Schuld auf sich genommen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es in diesem Land zu einer alle Lebensbereiche bestimmenden Re-Christianisierung. Nur so konnten die Menschen die kollektive Schuld, die sie auf sich geladen hatten, meistern. Spätestens Ende der 1960er Jahre ist dieser Versuch kollabiert und ein sozialer Aktivismus trat an seine Stelle, der darauf hinausläuft die ermordeten Juden mit der Selbstvernichtung des deutschen Volkes aufzuwiegen.
Damit dieses Land eine Zukunft hat, muß die Orgonomie an die Stelle des Christentums treten. Ausschließlich sie kann uns vom Erbe des Holocaust erlösen. Ohne sie sind wir dem Untergang geweiht. Einzig und allein die Orgonomie kann der deutschen Tragödie ein Ende setzen!
ANHANG: Es ist vollkommen banane, was du vorbringst an libertären, anarchistischen, konservativen oder was auch immer „Problemlösungen“. Solange sie „links“, „rechts“ oder, was fast immer der Fall ist, eine Mischform aus beidem sind, sind sie kontraproduktiv und haben nichts, aber auch rein gar nichts mit der Orgonomie zu tun – außer, daß man allenfalls das kleinere Übel wählt.
Diese politischen „Lösungen“ sind durchweg Ausdruck der Charakterstruktur derer, die sie vertreten. Da sie eine Funktion der Panzerung sind, d.h. eine Funktion der Zerstörung des einheitlichen Funktionierens des Organismus, können sie nur weitere Panzerung induzieren. Das wird auch nicht besser durch absurde Lösungsversuche wie sie von „nationalen Sozialisten“ oder „liberal-konservativen Reformern“ vertreten werden.
Deutschland ist Hort der Dialektik und, frei nach Goethes Faust, der Tat, d.h. wir wollen nichts mit der einseitigen, halbblinden und halbgelähmten Parteienwirtschaft zu tun haben, sondern vor dem Hintergrund einer beide Pole überwindenden (orgonomischen) Einheitsschau zum produktivem (arbeitsdemokratischen) Handeln schreiten.
Genauso auch in der Naturwissenschaft: mechanistische Einwürfe gegen die Orgonomie, „Ergänzungen“, „Korrekturen“, „Weiterentwicklungen“ etc., sind genauso unwillkommen wie mystische oder gar ein mechano-mystisches Konglomerat aus beiden: „Prana“, „Äther“ und ähnliches Zeugs, das auch jeder Nationalsozialist und jeder schizophrene Spinner vertreten kann (ich verweise zurück auf Teil 3).
Die Orgonomie ist weder eine Ideologie, noch ein „Weltmodell“, sie ist keine Weltanschauung, die an irgendwelchen „Weltanschauungskriegen“ teilnimmt, sondern eine Wissenschaft, d.h. sie geht nicht mit vorgefaßten Meinungen an die Wirklichkeit heran, sondern zieht Schlußfolgerungen aus der Beobachtung. Mit anderen Worten lebt sie nicht in der Zukunft, sondern entwickelt sich aus der Vergangenheit in die Zukunft. Sie hat keine vorgefaßten Meinungen, die die Abfolge „bevor, während, nachdem“ auf den Kopf stellt. Sie preßt die Welt nicht in das Prokrustesbett von Ideologien und Theorien. Etwas, was Goethes Faust in den Wahnsinn treibt.
“Weather Engineering in Contact with Space: Global Warming and the Planetary Emergency” von Conny Huthsteiner
16. September 2021Diesen Artikel von 2005 hatte ich damals geflissentlich ignoriert, weil ich den Titel („Global Warming“) als absolut abstoßend empfand. Dabei ist das „Global Warming“ wieder erwarten gar nicht das zentrale Moment des Artikels und wird als eine Art fiebrige Erkrankung der Erdatmosphäre interpretiert. Tatsächlich ist dieser Artikel einer der bedeutsamsten, die in den letzten Jahren zur Orgonomie erschienen sind.
Er dokumentiert nicht nur, daß Reichs damalige Aussagen über seine Wetteroperationen in Arizona in den Wintermonaten 1954/55 rundweg dokumentarisch belegt werden können, sondern auch, daß die Entwicklung nach seiner Rückkehr aus Arizona, die von ihm angestoßene Tendenz („Wüstenbegrünung“) fortführte. Etwas, was Reich damals gar nicht mehr zur Kenntnis nahm, weil er voll und ganz in seine juristischen Verwicklungen mit der FDA verstrickt war.
[Es] waren während und nach Reichs Aufenthalt in Arizona extreme Anomalien in Bezug auf Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und verschiedene Formen von Niederschlag zu beobachten. Außerdem waren die Stürme sehr aggressiv. Monsunregen sind von Natur aus aggressiver als andere Wetterereignisse, dennoch empfanden lokale Beobachter die Regenstürme während dieses Zeitraums als bemerkenswert in ihrer Intensität. Die Niederschläge in den ersten vier Monaten nach Reichs Abreise aus Arizona (Mai, Juni, Juli und August 1955) waren die stärksten seit 1800. Die Monsunstürme, die im Juli und August auftraten, werden in Contact with Space nicht erwähnt. Ich nehme an, daß Reich davon nichts wußte, da er durch die Gerichtsverfahren zunehmend unter Streß stand. Die Gesamtniederschlagsmenge des Jahres 1955 war die zweithöchste in der Geschichte des Wetters in Tucson seit 1895 (die dritthöchste Niederschlagsmenge wurde im Jahr 2003 verzeichnet).
Tatsächlich hatte, Huthsteiner zufolge, Reich eine Dürreperiode kurz unterbrochen, die von 1947 bis 1977 andauerte. Dabei handelte es sich um die stärksten Monsunregen seit mehr denn 100 Jahre und 1955 war das drittfeuchteste Jahr in Arizona überhaupt!
Auch wird nachgewiesen, daß die offizielle Meteorologie Mitte der 1950er Jahre davon ausging, daß die Feuchtigkeit vom Golf von Mexiko, also dem Atlantik hochkäme, während Reich gemäß seiner Theorie von Galaktischen Orgonenergie-Strom auf Kalifornien und den Pazifik verwies. In den 1970er Jahren gab die Meteorologie ihm schließlich recht.
Am Ende möchte ich mit einiger Verwunderung feststellen, daß James DeMeos Arbeit, insbesondere die in Arizona („OROP Arizona 1989“ Journal of Orgonomy 1989 und 1990), die in vieler Hinsicht eine Wiederholung der Reichschen Expedition war, in dem Artikel mit keinem Wort erwähnt wird. Es hat mich auch irritiert, daß von „Eas“ die Rede ist, tatsächlich heißt es „ein Ea“, „zwei Ea“, „drei Ea“ etc. „Ea“ steht für „Energy alpha“ bzw. „Enigma“ (Rätsel), die in mehreren Objekten gleichzeitig zum Ausdruck kommen mögen, aber es bleibt eine Orgonenergie bzw. ein Rätsel!
Ich kann Huthsteiners Artikel nur jedem Orgonomie-Interessierten wärmstens ans Herz legen, zumal Reichs Contact with Space von anderen, etwa Myron Sharaf, geradezu mit Verachtung gestraft wurde.
















