Posts Tagged ‘Kunst’

Deutsches Wesen und Arbeitsdemokratie

10. Mai 2018

Kein Volk der Weltgeschichte hat materiell und ideel mehr geleistet als das deutsche, und kein Volk hat sich jemals mehr zerfleischt. Das zeigt der Altnazi in dem hiermit verlinkten Vortrag sehr schön. Durchaus hörenswert! Neben der Verehrung für Hitler, den der Redner in seinem Duktus auch noch zu imitieren scheint, habe ich aber ein weiteres gewichtiges Problem mit dieser Rede: sie verfehlt das deutsche Wesen und die deutsche Mission grundlegend.

Wir sind wie einst die antiken Griechen, die in Stadtstaaten zersplittert waren und trotzdem bzw. DESHALB den gesamten Planeten geprägt haben, – weil sie sich im „olympischen“ Geist ständig gegenseitig zu äußersten Höchstleistungen angestachelt haben („Agon“). Was die Weltherrschaft Griechenlands betrifft, muß nicht viel erläutert werden: die Kultur des Römischen Reiches und aller seiner Ausläufer bis heute war griechisch und selbst der Osten bis zum fernen Japan: eine Buddha-Statue ist griechische Kunst und die indischen Epen sind nichts anderes als ein fader Aufguß der Homerschen Epen! Genauso ist weltweit heute die Naturwissenschaft, Philosophie, Literatur, Musik, Kunst und Kultur deutsch.

Worum es geht, kann man an Wagners und Nietzsches Reaktion auf die Gründung des Zweiten Reiches durch Bismarck ermessen. Wagners deutscher Mythus endet in der Götterdämmerung, die Hitler dann auch im ganz großen Stil inszenierte, und Nietzsche empfand nichts als Verachtung für den neuen „Kaiser“. Genau wie das antike Griechenland lebt Deutschland in Streit, Zwietracht und Zersplitterung. Das führte dazu, daß man sich ständig gegenseitig zu Hochleistungen hochputschte und jedes Provinznest, etwa Schwerin, Weimar oder Mannheim, von Hochkultur geradezu platzt. Deutschland LEBT! Einigung und Gleichschaltung zerstört dieses Leben. Ein Zentrum, eine „Welthauptstadt Germania“ und ein „Führer“ ist der deutschen Nation wesensfremd. Ja, etwas Totes und Abgestandenes wie „die Nation“ ist uns wesensfremd. Anders als Rom, Rußland, England, Frankreich oder heute „Europa“ ist Deutschland kein imperialistisches „Projekt“, sondern ein Organismus, ein Baum mit vielen Ästen, die gleichermaßen am Licht teilhaben.

Das erste Kaiserreich der Deutschen hat in 1000 Jahren nie seine Nachbarn angegriffen, sondern sich allenfalls selbst zerfleischt. Es war, wie das antike Griechenland, kein mechanisches Gebilde, das jemand „entworfen“ hat, sondern ein sich organisch entfaltendes funktionelles Geflecht. Ähnlich wie die Arbeitsdemokratie kann man Deutschland nicht „entwerfen“, wie es das elende Gesindel versucht, das uns heute beherrscht. Tod den Nationalisten, den Sozialisten, den Visionären, den Faschisten, den Tyrannen!

Der genitale Charakter und die genitale Welt

13. April 2018

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt

acologo

Der Kern des orgonomischen Funktionalismus, die Orgonometrie

27. Oktober 2017

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

Teil 7

Der genitale Charakter und die genitale Welt (Teil 1)

9. Oktober 2017

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt

acologo

nachrichtenbrief69

13. September 2017

nachrichtenbrief68

11. September 2017

Reich und Hegel

23. Januar 2017

Ausgangspunkt von Hegels Philosophie ist die Frage, wie Bewegung überhaupt möglich ist. Zenons Paradoxon ist allgemein bekannt: ein Pfeil kann sich vom „philosophischen“ Standpunkt her nicht bewegen, denn in jedem Moment, an dem wir den Pfeil mit unserem „philosophischen Auge“ betrachten, steht er still. Es ist wie bei den Einzelbildern einer Filmrolle. Hegel zufolge ist Bewegung nur möglich, weil zwei sich gegenseitig ausschließende Tatsachen (der Pfeil ist entweder hier oder dort) koexistieren können (der Pfeil bewegt sich). Diese Einheit von „hier“ und „dort“ ist die synthetische Funktion des Geistes, und so ist alles um uns herum eigentlich nichts als Geist oder vielmehr die Entfremdung des „reinen Geistes“, d.h. der Logik und ihrer Bewegungsgesetze jenseits von Raum und Zeit. Dieser „Geist“ ist autonom, d.h. weder mein Verstand („hier“) noch dein Verstand („dort“), sondern der allgemeine Geist. Der „reine Geist“ wird zum „absoluten Geist“, wenn er sich in Kunst und Musik, Religion und Philosophie manifestiert, wo sich der Geist seiner selbst bewußt wird. Der „absolute Geist“ ist die höhere Synthese des „subjektiven Geistes“ des Individuums und des „objektiven Geistes“ der Ethik (Familie, Gesellschaft, Staat). Dieser „objektive Geist“ manifestiert sich in der Geschichte der Welt, und die Geschichte der Welt ist nichts anderes als die Geschichte von Staaten, Reichen und Dynastien. Das endgültige Ziel dieser Entwicklung ist, wie angedeutet, der „absolute Geist“. Daher muß das egoistische Individuum, das die Entwicklung des „objektiven Geistes“ behindert, unterjocht, d.h. vollkommen der Ethik unterworfen werden. Der Staat ist alles, denn der Staat ist die Manifestation Gottes, oder vielmehr führt der Staat zur endgültigen Manifestation Gottes als „absoluter Geist“. Dergestalt waren „Staaten mit einem philosophischen Ziel“, also kommunistische (und faschistische) Staaten die höchsten Manifestationen des Hegelschen Denkens. Marx war die Fortsetzung von Hegel: die vollständige Unterwerfung des egoistischen Individuums unter die Idee „Menschheit“ (heute „Globalismus“). Max Stirner war das Gegenteil von Hegel: die „subjektive“, „unethische“ Selbstregulierung.

Reich hat sich von Anfang an auf die Seite von Stirner gestellt. Warum er dann als „Marxist“ galt und sich auch selbst mehr oder weniger bis zum Schluß als solcher betrachtete? Weil er Anhänger der Dialektik war, d.h. glaubte, daß es bestimmte „Bewegungsgesetze“ gibt. Der Unterschied ist nicht nur, daß die „Reichsche Dialektik“ nach zur Zukunft hin offen ist. Er wurde aus der KPD geworfen, weil er behauptet hatte, daß die Kommunisten, auf der Seite doch „die Geschichte“ stand, verloren hatten. Er glaubte nicht an die Rationalität des bisherigen „eisernen“ Geschichtsablaufs. Aber vor allem: Reich vertrat nicht die „Vergesellschaftung des Menschen“, die „Ethik“, d.h. das Verinnerlichen der Vorgaben jener, die dich in der Hand haben. Stalin war die Verkörperung des Über-Ichs schlechthin, der Stalinismus die denkbar brutalste Vorführung, wie das Über-Ich installiert wird: werde wie ich oder stirb.

Du kannst mir mal am Hobel blasen!

22. Dezember 2016

Kuang-Yi Ku von der Design Academy in Eindhoven, Niederlande, ein Zahnarzt, der zum Künstler wurde, will im Zahnlabor des King’s College in London die Art und Weise, wie wir über Medizin denken, mit Hilfe von Sexprothesen verändern. Sein Workshop ist Teil der Ausstellung „Mouthy“ der Science Gallery, in der Werke gezeigt werden, in denen sich Kunst und Wissenschaft vereinigen. In dem Artikel, in dem seine Arbeit vorgestellt wird, heißt es:

Die Wissenschaft hat keine große Erfolgsbilanz vorzuweisen, wenn es darum geht, menschliche Sexualität in Forschung und Praxis zu integrieren. Die Zahnmedizin betrachtet beispielsweise drei Funktionen für die Mundhöhle: Ästhetik, Aussprache und Kauen. „Es gibt eine andere Funktion, Sex, die in den Lehrbüchern nie erwähnt wird“, sagt Ku. „Ich komme aus der Homosexuellen-Gemeinschaft und ich erkannte, daß die Ausbildungsinstitute der Medizin sehr patriarchalische Systeme sind, sehr ernst, und die Professoren sind sehr traditionell, vor allem in den asiatischen Ländern. Folglich wollte ich mich diesem Zusammenhang nähern.“

Resultat ist eine Zahnprothese, die die Fellatio lustvoller machen soll. Zum erwähnten Workshop gehören auch Frauen aus der LGBT-Gemeinschaft der Universität. Fellatio-Hilfen sind für Lesben zwar irrelevant, doch die LGBT-Gemeinschaft sei im ganzen offener eingestellt, was Körperveränderungen betrifft, und sie böte so eine hervorragende Plattform dafür, wie Kunst und Wissenschaft zu diesen körperlichen Modifikationen beitragen könnten. Kuang-Yi Ku selbst plant, seine Prothese schließlich mit lebendem Gewebe zu überziehen und fest im Gaumen zu verankern und dergestalt den Mund so zu modifizieren, wie es den sexuellen Präferenzen des betreffenden Klienten entspricht. Der Leiter der Science Gallery sieht den umfassenden Zusammenhang:

Ein Gutteil des Denkens über Gesundheit löst sich vom Aufheben des Negativen von Krankheit, Tod, Schmerz und bewegt sich zu etwas das ihm eigen ist, den positiven Dingen, die wir mit Hilfe aller möglichen Interventionen anstreben sollten. Das ist demnach Teil einer Bewegung, die Technologie einsetzt und Wissenschaft benutzt, um das Leben zu verbessern und nicht nur um Schaden zu mindern.

Wie man bei Wilhelm Reich, Elsworth F. Baker und Charles Konia nachlesen kann, hat sich der linksliberale Charakter, also genau jene Klientel, die heute die entarteten Kunstgalerien und die „Wissenschaft“ dominieren, vollständig von seinem bioenergetischen Kern gelöst. Sexualökonomische Analysen im Sinne Reichs findet man heutzutage nur in konservativen Publikationen, während sich die linksliberalen in Geschlechtsgleichschaltung („Gendermainstreaming“) erschöpfen. Die Verknüpfung der Sexualwissenschaft mit ihren biologischen Grundlagen, wie Reich sie in der Orgonbiophysik vorexerziert hat, nimmt heute eine extrem „antibiologische“ Wende, d.h. die Körper sollen mit Hilfe von Robotik, Schnittstellen zum Computer und genetischen Modifikationen so modifiziert werden („Transhumanismus“), daß sie den pervertierten Trieben des gepanzerten Menschen entsprechen.

Die Zukunft wird ein Horrorfilm sein, dessen Grauen unser jetziges Vorstellungsvermögen übersteigt. Die einzige Überlebenschance der Menschheit ist die allgemeine Verbreitung der von Elsworth F. Baker und Charles Konia entdeckten soziopolitischen Charakterologie im allgemeinen und die Analyse des liberalen Charakters im besonderen. Siehe dazu Dr. Konias Blog http://www.orgonomie.wordpress.com.

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel VI.14.

31. Mai 2016

orgonometrieteil12

I. Zusammenfassung

II. Die Hauptgleichung

III. Reichs „Freudo-Marxismus“

IV. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

V. Reichs Biophysik

VI. Äther, Gott und Teufel

1. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

2. Spiritualität und die sensationelle Pest

3. Die Biologie zwischen links und rechts

4. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

5. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

6. Die gesellschaftlichen Tabus

7. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

8. Dreifaltigkeit

9. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

10. Die Schöpfungsfunktion

11. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft

12. Bewegung und Bezugssystem

13. Der Geist in der Maschine

14. Orgonomie ist Wissenschaft, keine Naturphilosophie!

Die bioenergetischen Grundlagen des Nachrichtenbriefes

9. November 2015

Biophysikalisch gesehen spaltet Panzerung einheitliche orgonotische Impulse auf, dementsprechend zersplittert „mentale Panzerung“ unsere geistigen Schöpfungen. Unterhalten sich z.B. herkömmliche Wissenschaftler, wie Hans Hass schreibt,

mit den Vertretern anderer Spezialgebiete, dann werden viele Worte gebraucht, die hier und dort zu ganz verschiedener Bedeutung gelangen – andererseits wird jedoch sehr oft mit verschiedenen Worten das an sich gleiche, funktionell ebenbürtige, bezeichnet. (Naturphilosophische Schriften, Bd. 1, München 1987)

Hass hält sich nun zugute, durch seine Energontheorie die Überspezialisierung der Wissenschaft aufgehoben zu haben. Dabei vergleicht er seine Theorie mit dem von Hermann Hesse im gleichnamigen Roman dargestellten „Glasperlenspiel“.

Interessanterweise schöpfen die Vertreter des orgonomischen Funktionalismus und der Energontheorie aus denselben historischen Quellen. Die Orgonomie ist aus Freuds Modifikation der Darwinistischen Biologie hervorgegangen (vgl. Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht). Der Orgonom Charles Konia führt als Beispiel für funktionalistische Wissenschaft folgendes an:

Darwins Prinzip einer grundlegenden Naturgesetzlichkeit in der phylogenetischen Entwicklung wurde von [Hughlings] Jackson [1836-1911] und Freud auf ontogenetische Prozesse in der Neurologie bzw. Psychiatrie übertragen. (…) So wird die künstliche und rigide Trennung der Natur in verschiedene Zweige der Wissenschaft, die der Mechanismus erzeugt hat, durch ein rationaleres, tieferes und einheitlicheres Verständnis ersetzt. (Journal of Orgonomy, May 1986)

Genauso preist auch Hass Darwin als zukunftsweisenden Überwinder des babylonischen Sprachengewirrs in der Wissenschaft:

Seitdem (…) unsere Abstammung erwiesen ist, liegt ein natürliches und neutrales Bezugssystem vor; die Lebensentwicklung. (Naturphilosophische Schriften, Bd. 4)

Dementsprechend „sollten auch die Begriffssysteme aller Spezialwissenschaften auf die gemeinsame Wurzel dieser Entwicklung zurückgehen“. Nach Hass führt die Betrachtungsweise der Energontheorie

zu einer beträchtlichen Vereinfachung des Denkens. Es wird möglich, sämtliche Strukturen, welche die Lebensentwicklung weitertragen in ein und dasselbe Begriffssystem einzuordnen. Es wird möglich, in den mannigfachen Sparten der Biologie, der Wirtschafts- und Staatswissenschaften zu einer einheitlichen Verständigungsmöglichkeit zu gelangen. Ja es sollte möglich werden. Erkenntnisse in einem Gebiet zur Erklärung von Phänomenen in anderen, bisher völlig abgetrennten heranzuziehen. (Naturphilosophische Schriften, Bd. 2)

Den letzten Punkt hat Konia im Rahmen der Orgonomie beeindruckend am Beispiel Kommunismus/Krebs aufgezeigt, die für den „normalen“ Denker ja wirklich nichts miteinander zu tun haben. Vom Augenschein her, ist ja keinerlei Verbindung erkennbar.

Hass unterstreicht ein Element des funktionellen Denkens, das m.E. in der Orgonomie unterbewertet wird, nämlich, daß sich das Denken von rein bildlichen Vorstellungen befreien muß, wie es z.B. in der Quantenmechanik auf sehr radikale Weise geschehen ist. Hass beklagt, daß unsere bisherige Art die Welt vom Visuellen her zu beurteilen, „in den Wissenschaften zu einem babylonischen Sprachengewirr und im Alltagsleben zu einem Chaos von Wertungen“ geführt hat.

Unser Denken stützt sich auf altüberkommene Begriffe, die im Visuellen verankert sind – wir sind Sklaven unseres Auges, seit Jahrtausenden. Diese essentiellen Werkzeuge unseres Denkens, unserer Sprache, unserer Informationsbewältigung sind uns derart zur Selbstverständlichkeit geworden, daß es uns geradezu unmöglich vorkommt, ein anderes Denken neben dem vertrauten überhaupt zuzulassen. Begibt man sich in ein grundsätzlich anderes Begriffsfeld, dann verliert man gleichsam den Boden unter den Füßen, tritt wie ein Schlafwandler ins Nichts hinaus. (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978)

So sind ja auch die Energone

nicht durch ein besonderes Aussehen, sondern durch eine besondere Wirkung definiert. (…) Die Energontheorie zeigt verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Strukturen auf, die sich äußerlich unseren Sinnen total verschieden darstellen und deshalb zu einer getrennten Beurteilung verleiten.

Die vollkommene Übereinstimmung mit dem Grundkonzept des orgonomischen Funktionalismus, nämlich dem „gemeinsamen Funktionsprinzip“ (CFP), ist offensichtlich. Dieser Einklang zwischen Orgonomie und Energontheorie findet sich auch wieder, wenn Hass eine enge Beziehung zwischen der menschlichen Begriffsbildung, besonders im wissenschaftlichen Bereich, und der Tätigkeit des Künstlers sieht. Unsere Begriffsbildung beruhe „auf dem Vorgang, in ähnlichen Erscheinungen das Gemeinsame und Typische zu erkennen“. Dieses Gemeinsame verknüpfen wir dann mit einem (Wort-) Symbol.

Was nun aber der Künstler tut, ist etwas prinzipiell ähnliches (…). Er versucht die Gesamtheit des Erlebens oder einer Betrachtungsweise in ein Symbol zu kristallisieren – sein „Kunstwerk“ ist ebenso Symbol dieser größeren Vielheit, wie es das Wort für einen (meist einfacheren Begriff) ist. (Naturphilosophische Schriften, Bd. 4)

Orgonometrisch ist ein Symbol, bzw. Wort, nichts anderes als ein CFP, ein gemeinsames Funktionsprinzip.

Zu den Grundprinzipien der Orgonometrie gehört, daß sich der „Glasperlenspieler“ nicht willkürlich mehr oder weniger interessanten Gedankenergüssen hingibt, – vielmehr ermöglicht es die Orgonometrie, daß sich jemand bei theoretischen Erwägungen genauso auf einen überindividuellen, bzw. objektiven Grundbau stellt, wie es ihm im Labor durch das Experiment möglich ist.

Reich hat entdeckt, daß die „objektive funktionelle Logik der Orgonenergie“ und das „subjektive funktionelle, logische Denken“ identisch sind. Wenn ich hier also einen theoretischen Blogeintrag verfasse, kann ich mich genauso auf die von mir vollkommen unabhängige Logik der Orgonometrie berufen, wie es der Physiker auf sein Experiment kann. Das heißt nichts weniger, als daß erst mit Reich das Denken beginnt, eine Angelegenheit der (allenfalls durch formale Logik gebändigten) Willkür zu sein. Daß genauso wie beim Experimentieren vieles vom persönlichen Geschick abhängt, ist offensichtlich.

Wie beim Experimentieren im Labor zwingt uns auch die innere orgonometrische Logik von Gedankengängen Theorien auf.

Die neuropsychologische Forschung hat gezeigt, daß Sprache und Denken nicht identisch sind. Wären sie identisch, könnten wir nur so schnell denken, wie wir sprechen – und könnten deshalb nicht sprechen. Vielmehr ist der Denkprozeß größtenteils unbewußt und nicht-linear, sondern „umgekehrt“ orgonometrisch:

Das Ausmaß, in dem ich gar nicht „Artikel schreibe“, sondern einfach nur den Früchten eines autonom ablaufenden orgonometrischen Prozesses Ausdruck verleihe, bestimmt die Qualität meiner Beiträge.