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„Electric Currents in Orgone Devices“ von Roberto Maglione

24. September 2021

Der dreiteilige Artikel (hier, hier und hier) beginnt mit einer eingehenden Beschreibung dessen, was wir heute über den Orgonenergie-Motor wissen (siehe auch Teil 3). Teil 1 liegt in deutscher Übersetzung im NACHRICHTENBRIEF vor. Reich war es gelungen einen Elektromotor zu betreiben, entsprechend versucht Maglione zu messen, ob im Orgonenergie-Akkumulator spontan elektrischer Strom produziert wird.

Zunächst wird von Maglione vergeblich die Spannung zwischen zwei gegenüberliegenden metallischen Innenseiten bzw. Außenseiten des Orgonenergie-Akkumulators gemessen. Zwischen der metallischen Innenseite und der organischen Außenseite registriert er hingegen eine minimale Spannung. Was dabei erstaunlicherweise nicht erwähnt wird, ist, daß das aus schulphysikalischer Sicht zu erwarten war, da sich freie Elektronen an der Außenwand eines Faradayschen Käfigs (also auch eines Orgonenergie-Akkumulators sammeln), während die Innenwände keine Elektronen haben und der Innenraum frei von elektromagnetischer Strahlung bleibt.

Sodann wird ein selbstgebauter Kondensator aus Papier und Alufolie in den Akkumulator gestellt. Es stellt sich heraus, daß die Werte im Akkumulator niedriger sind als bei einem identischen Kondensator außerhalb. Das würde ich doch auf den Faradayschen Käfig zurückführen, denn der Orgonenergie-Akkumulator ist ein solcher „mit organischer Hülle“! Interessanterweise erwähnt Maglione mit keinem Wort Reichs entsprechendes Vorgehen bei den Messungen zur Bioelektrizität in den 1930er Jahre, die er gegen elektromagnetische Störstrahlung mittels eines Faradayschen Käfig sicherte, desgleichen später seiner strahlenden SAPA-Bione.

Bemerkenswert ist, daß im Akkumulator kaum Unterschiede zwischen gutem und schlechtem Wetter auftreten, außerhalb aber sehr wohl! Infolge werden über fünf Jahre hinweg täglich Messungen an zwei freistehenden Kondensatoren vorgenommen. Das einzige bemerkenswerte Ergebnis stellt sich wie folgt dar:

Im Sommer (Mai, Juni, Juli, August, September) ist keinerlei Strom geflossen im Gegensatz zum Winter. Spontan würde ich annehmen, daß das mit der absoluten Luftfeuchtigkeit zusammenhängt, die während der Wintermonate niedrig ist, im Sommer hoch, da kältere Luft weniger Wasserdampf aufnehmen kann. Bei Maglione davon kein Wort! Wird das Papier im Sommer feuchter und deshalb leitfähig? Und es geht wirklich um minimalste Werte, die über das gesamte Jahr gerechnet eine kleine LED-Lampe vielleicht ein tausendstel Sekunde aufleuchten ließen!

Ein tatsächlich interessanter Punkt, den Maglione vorbringt, ist der spontane Wechsel der elektrischen Polarität bei seinen Kondensatoren, die er mit den erratischen Richtungswechseln bei Reichs Orgonenergie-Motoren in Zusammenhang bringt.

Angeblich sei das die erste Untersuchung eines möglichen Spannungsaufbaus im Orgonenergie-Akkumulator. Das stimmt nicht, denn bereits 1979 veröffentlichte Matthias Wyneken in Bernd A. Laskas WILHELM REICH BLÄTTERn „Die elektrische Messung von Orgonfeldern“ (WRB 1/79). Dort präzisierte Wyneken, daß wirkliche elektromagnetische Strahlungsfreiheit erst in einem doppelten Faradayschen Käfig herrscht, also in einem kleinen Orgonenergie-Akkumulator innerhalb eines größeren Orgonenergie-Akkumulators. Wyneken beobachtete trotz dieser perfekten Isolation, bei der zwischen einem isolierten Metallgegenstand und der Erdung aus schulphysikalischer Sicht keinerlei Spannung auftreten sollte:

…einen kontinuierlichen Strom von wenigen Mikroampere. Er ist nicht konstant, sondern schwankt zwischen 0 und 2 µA in Abhängigkeit von der Oberfläche des angeschlossenen Metallobjekts und von atmosphärischen Bedingungen. Der Ausschlag des Meßgerätes geht in der Nacht völlig zurück oder sinkt bis auf ein Minimum, um am Nachmittag seinen Höchststand zu erreichen.

Der Verlauf von To-T und des Stroms sei parallel.

Und wie erklärt Maglione, daß seine Werte im Winter (sozusagen der „Nacht des Jahres“) höher sind als im Sommer? Das hänge vielleicht, so Maglione, „mit der allgemeinen pulsierenden Bewegung der atmosphärischen Orgon-Energiehülle zusammen, die sich im Laufe des Jahres ausdehnt und zusammenzieht, genauer gesagt, in den Wintermonaten zusammenzieht und in den Sommermonaten ausdehnt. Dieses Verhalten spiegelt sich wiederum in einer konzentrierteren Menge an Orgon-Energieeinheiten an der Erdoberfläche wider, mit einem höheren orgonomischen Potential als in den Sommermonaten, wo die Konzentration der Orgon-Energieeinheiten an der Oberfläche und das damit verbundene orgonomische Potential geringer ist.“

Im Sommer ist die Orgonenergie-Konzentration am Erdboden geringer? Und warum wirkt dann der Orgonenergie-Akkumulator im Sommer besser als im Winter? (Ein Zusammenhang, der mit einiger Sicherheit auch für den Orgonenergie-Motor selbst gilt!) In diesem Zitat zeigt sich wieder Magliones mechanistische Grundeinstellung gegenüber der Orgonenergie, die er wie eine „Substanz“ behandelt. (Siehe dazu meine Rezension seines Buches über quantitative Orgonometrie.) Dabei ergibt sich die funktionelle Antwort von selbst: im Sommer funktioniert die Orgonenergie mehr in Richtung Ladung, im Winter hingegen geht es Richtung Entladung. Entsprechende Kurven präsentiert Maglione denn auch in Bezug auf spezielle elektroskopische Messungen (C.F. Baker) und Geigerzähler-Messungen (Maglione): in der dunklen Jahreszeit tendiert die Orgonenergie mehr zur Entladung.

Bei Maglione verliert sich dieser einfache funktionelle Zusammenhang in endlosen Ausführungen ausgerechnet über die Orgasmusformel. Die spezifische Lebensformel überträgt er irrigerweise auf alle Naturphänomene bzw. setzt er sie mit jedwedem Orgonenergie-Metabolismus gleich. Dabei dreht sich bei ihm alles darum, daß in den Wintermonaten die Ladung höher ist und deshalb auch die Entladung.

Im dritten Teil versucht Maglione seine These zu verifizieren, indem er die orgonotische Kapazität eines der beiden untersuchten Kondensatoren mit einer hochorgonotischen Flüssigkeit, deren Behälter in den Kondensator gestellt wird, „künstlich“ erhöht. Der Unterschied ist zwar statistisch hochsignifikant, aber es geht wieder nur um minimalste Werte. Entsprechend wirken seine daran anschließenden ausufernden Erläuterungen über den Orgonenergie-Motor merkwürdig deplaziert wie zuvor in Teil 1. Glaubt er wirklich, die Funktionsweise des Motors würde darauf zurückgehen, daß Reich eine neue „Stromquelle“ aufgetan hatte?

Die Verbindung mit radioaktivem Material, die Maglione zieht (letztendlich sei auch der von Reich geheimgehaltene „Faktor Y“ des Orgonenergie-Motors ein radioaktiver Gegenstand), ist etwas an den Haaren herbeigezogen, da Reich den Orgonenergie-Motor Jahre vor dem ORANUR-Experiment entwickelt und nach diesem nicht weiterentwickelt hat (ersterer 1948, letzteres 1951). Es ist angesichts dessen und der erwähnten lächerlich geringen Stromproduktion schlichtweg bizarr, wenn Maglione schreibt, der Anstieg des orgonotischen Potentials durch Kernmaterial (NR) müsse hoch genug sein, „um einen Motor zu betreiben, und sicher genug, um kein gefährliches ORANUR-Feld zu erzeugen“. Das ist so, als würde ich dir eine Kugel in den Kopf schießen, die genug Durchschlagskraft hat, um in deinen Schädel zu dringen, aber so wenig, daß es dich nicht verletzt!

Man hat immer das Gefühl, daß Maglione, statt der funktionellen Logik einfach zu folgen, wie ein schlechter Schriftsteller losgelöst von aller augenscheinlichen Evidenz ein Narrativ erzwingt, bei dem die Bundeslade der Israeliten eine zentrale Rolle spielt. Eine Art orgonomischer Erich von Däniken! Ich möchte anfügen, daß aus der Bundeslade der Juden im Christentum die Gottesmutter Maria wurde, die das Christuskind in sich trug. Auf diese Weise wird bei Maglione letztendlich Christus (OR) mit Satan (NR) gleichgesetzt…

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie

2. November 2020

Diese Arbeit von Klaus Heimann spiegelt die Orgonomie in Deutschland bzw. das orgonomische Wissen in Deutschland Mitte/Ende der 1970er Jahre wider. In diese Zeit reichen die Bemühungen zurück, die Orgonomie in Deutschland, nach der restlosen Zerstörung erster Anfänge auf deutschem Boden, die 1933 erfolgte, erneut zu etablieren. Das damalige orgonomische Wissen ist der Ausgangspunkt des NACHRICHTENBRIEFes und sollte deshalb von jedem, der neu zu unseren Netzseiten stößt, als Einführung gelesen werden, damit wir alle eine gemeinsame Grundlage haben. Klaus Heimanns Arbeit hat den Zauber des Anfangs an sich und möge in einer neuen Generation das Feuer von neuem entzünden:

ZUR ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DER ORGONOMIE von Klaus Heimann

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 20)

16. Oktober 2018

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Funktionelle Betrachtungen zu Verbrennung und Erstrahlung