Posts Tagged ‘Antisemitismus’

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 8)

26. September 2025

Die Geschichte des Antisemitismus in Europa war wesentlich komplexer, als sie Daniel Goldhagen dargestellt hat. Seine Theorie ist zu einseitig und grobschlächtig und hat zu Recht sowohl formale als auch inhaltliche Kritik namhafter Historiker auf sich gezogen. Goldhagen vernachlässigt beispielsweise, daß virulenter Antisemitismus nur ein Ausdruck der Emotionellen Pest unter vielen ist und auch in den Nachbarländern Deutschlands weit verbreitet war und das kurioserweise fast immer mit einem antideutschen Unterton. Man denke nur an die Dreyfus-Affäre! Reich hat, wie in Teil 3 bereits erwähnt, betont, daß der Faschismus kein spezifisch deutsches oder italienisches Phänomen war, sondern als pestilenter Zug in der Charakterstruktur nahezu aller Menschen in gepanzerten Gesellschaften vorhanden ist. So schreibt er in Massenpsychologie des Faschismus, daß „es heute keinen einzigen lebenden Menschen gibt, der nicht in seiner Struktur die Elemente des faschistischen Denkens und Fühlens trüge“.

Weiten Teilen der deutschen Bevölkerung muß es ziemlich sauer aufgestoßen sein und zu wilden Verschwörungstheorien Anlaß gegeben haben, daß die Juden (die nie mehr als 1 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachten) so über alle Maßen erfolgreich und einflußreich waren, etwa im Handel, bei den Banken, an der Börse, bei Versicherungen, an den Universitäten (sowohl als Studenten als auch im Lehrkörper), bei den Rechtsanwälten und Ärzten und nicht zuletzt im Kulturbetrieb. Andererseits wird gerne behauptet, daß die Kriminalstatistik jener Jahre zeige, daß ein deutlich überproportionaler Prozentsatz krimineller Handlungen (Raub, Mord, Vergewaltigung, Dokumentenfälschung, Kindesmißbrauch, Erpressung, Entführung, Unterschlagung, Betrug) von Juden begangen wurde. Solche Behauptungen werden von Antisemiten bis heute verbreitet. Daß sie totaler Schwachsinn sind, die Juden hier sogar eher unterrepräsentiert waren, wurde im Detail nachgewiesen. Daß Deutsche in jüdischen Armenvierteln, insbesondere im Berliner Scheunenviertel, ganz andere Eindrücke gewinnen mußten, ist natürlich von keiner Statistik erfaßbar.

Jedenfalls zeigt die Fälschung der Statistik das ganze Wesen des Antisemitismus: Die Juden waren den nicht-jüdischen Deutschen in jeder Beziehung überlegen. Aber ihr Erfolg wurde mit irgendwelchen „jüdischen Verschwörungen“ erklärt und entsprechend auch noch so getan, als seien „die Juden“ besonders große Schufte und würden ihre Positionen entsprechend ausnutzen. Wie sollten sie sonst die doch angeblich so überlegenen Arier überflügeln?! Daß „die Juden“ durch ihren Arbeitsethos und ihre überkommene Kultur, die so viel Wert auf Gelehrsamkeit legte, so erfolgreich waren und daß sie entsprechend gar nicht zur Kriminalität prädestiniert waren – dem antisemitischen Kleinen Mann will das nicht in den Schädel.

Natürlich sollte man auch nichts romantisieren und beschönigen, denn ohne Zweifel standen „die Juden“ an der Vorfront des Kapitalismus. Reich selbst war von seiner geschäftstüchtigen Verwandtschaft angewidert. Gleichzeitig waren in Rußland und Deutschland überproportional viele der kommunistischen Führer Juden. Einfachen Gemütern muß es um 1920 herum tief beunruhigt haben, daß auf der einen Seite so unverhältnismäßig viele der „Kapitalisten“ Juden waren und auf der anderen Seite so viele namhafte Kommunisten ebenfalls Juden waren.

Subjektiv glaubten viele Deutsche tatsächlich, daß sie sich „gegen die Juden wehren mußten“. Als dann 1933 in Deutschland eine durch und durch widersprüchliche Massenbewegung an die Macht kam, die ideologisch einzig und allein durch ihren Antisemitismus zusammengehalten wurde (der es erlaubte, gleichzeitig gegen den Kapitalismus und gegen den Kommunismus, d.h. eben „Nationalsozialist“ zu sein!), reagierten Juden in Europa und Amerika verständlicherweise extrem alarmiert und riefen öffentlich zum Boykott auf. In London, New York, Paris und Warschau vereinigten sich jüdische Geschäftsleute zu einem umfassenden „wirtschaftlichen Kreuzzug“. So fühlte sich die Hitler-Regierung moralisch vollkommen im Recht, d.h. fühlte sich als Opfer, als sie verkündete, es werde im Gegenzug in Deutschland einen eintägigen Boykott jüdische Geschäfte geben, wenn die Kampagne nicht aufhöre. Noch heute behaupten Neonazis, Hitlers Rede vom 28. März 1933, in der er einen Boykott gegen jüdische Geschäfte forderte, sei eine direkte Reaktion auf die „Kriegserklärung an Deutschland“ von Seiten des „internationalen Judentums“ gewesen. Objektiv war das von vornherein der pure Schwachsinn, aber subjektiv… Beispielsweise zeigen alle Dokumente und berichten Zeitzeugen, daß der tumbe Himmler, ein paranoid-schizophrener Charakter wie Hitler selbst, bis zum bitteren Ende fest von der „jüdischen Weltverschwörung“ überzeugt war.

Man kann sich über die Dummheit der damaligen und heutigen „Nazis“ aufregen, sollte aber zumindest einmal versuchen sich in das subjektive Empfinden dieser Leute hineinzuversetzen. Man muß also etwas tun, was keiner der Protagonisten jemals auch nur im Ansatz versucht hat: Gerechtigkeit walten lassen. Die Juden haben keinerlei Schuld auf sich geladen, „aber“ aufgrund ihrer unglücklichen Geschichte standen sie dort, wo Menschen verletzt wurden: an der vordersten Front von Kapitalismus und Kommunismus. Es war, im Vergleich mit ihrem geringen Anteil an der Gesamtbevölkerung, unverhältnismäßig wahrscheinlich, daß der „kalte Kapitalist“, der einen kleinen Handwerker in den Ruin trieb, etwa weil ein Kredit nicht verlängert wurde, ein Jude war. Jedenfalls machte es sofort die Runde, wenn er ein Jude war. Und wenn ein „roter Kommissar“, der zufällig jüdischer Abstammung war, ein Massaker zu verantworten hatte, waren im Bewußtsein der Beobachter sofort „die Juden“ schuld.

Geradezu alptraumhaft absurd wird das Bild dadurch, daß, kaum waren die Nazis an der Macht, eine Phase der inoffiziellen Zusammenarbeit zwischen der deutschen Regierung und der zionistischen Bewegung in Deutschland und weltweit begann. So bizarr diese seltsame „Interessengemeinschaft“ heute auch anmuten mag, so verfolgten in den darauffolgenden Jahren die SS und die Zionisten doch tatsächlich das gemeinsame Ziel, den Strom an deutsch-jüdischen Einwanderern nach Palästina zu erhöhen. Der wachsende Antisemitismus in Deutschland spielte in diesem Sinne sogar in die Hände der Führer der zionistischen Bewegung. (Das änderte sich drastisch nach dem Beschluß der „Endlösung“ und nachdem die Nazis sich der „palästinensischen Sache“ angenommen hatten. Gewisserweise ist die PLO eine Nachfolgeorganisation der NSDAP!)

Vor der Eskalation des Antisemitismus als Folge des obenerwähnten Boykotts hegte die Mehrheit der deutschen Juden wenig Sympathie für zionistische Bestrebungen. Auch Reich, der ohnehin 1922 offiziell die jüdische Gemeinde verlassen hatte, wollte mit dem Zionismus nichts zu tun haben und sah zu dieser Zeit das Heil der Juden einzig und allein in der weltweiten sozialistischen Befreiungsbewegung.

Daß die Geschichte manchmal merkwürdige (und für uns Nachgeborene schwer nachvollziehbare) Blüten schlägt, zeigt sich in diesem Zusammenhang z.B. auch dadurch, daß die spätere Magda Goebbels zuvor eine Liebschaft mit dem zionistischen Aktivisten Viktor Chaim Arlosoroff hatte, den Davidstern an einer Kette um den Hals trug (sic!) und mit ihrem Partner gemeinsam nach Palästina auswandern wollte. Wer hätte das von der nachmaligen Ehefrau des antisemitischen NS-Propagandaministers Dr. Joseph Goebbels gedacht?

Ähnlich bizarr erscheint, daß ausgerechnet der Sicherheitsdienst der SS dem späteren Protokollführer der Wannsee-Konferenz, Adolf Eichmann, (zusammen mit seinem SS-Kameraden Herbert Hagen) 1937 eine kostspielige Reise spendierte, „um die zionistische Arbeit in Palästina durch Besichtigungen persönlich kennenzulernen“ und die Zusammenarbeit mit den Führern des Zionismus zu intensivieren, damit das gemeinsame Ziel der forcierten Umsiedlung deutscher Juden nach Palästina befördert werde.

Was für ein nihilistischer Alptraum die Zeit des Nationalsozialismus war, wird auch daran deutlich, daß die SS am Ende des Krieges gewisserweise diese Verhandlungen wiederaufnahm.

Man wiederholt ständig, „daß Geschichte von Menschen“ gemacht wird, – um dann mit ellenlangen Statistiken und drögen Dokumentationen aufzuwarten. Beispielsweise läßt sich darüber trefflich streiten, ob die Rede vom „jüdischen Bolschewismus“ statistisch wirklich durch Fakten gedeckt wird. So kann man meinetwegen volkspädagogisch Leute aufklären, die zu neonazistischem Gedankengut neigen, aber um die Geschichte zu begreifen, bringen solche Darstellungen wenig. Wichtig ist allein, was damals massenwirksam war, d.h. geglaubt wurde, unabhängig von seinem Wahrheitsgehalt. Man muß in der Geschichte den „subjektiven Faktor“ wirklich ernstnehmen, ansonsten begreift man nämlich gar nichts. Reich hat das getan, als er damals etwas für Linke unerhörtes tat, nämlich indem er bei der Vorbereitung auf seine Massenpsychologie des Faschismus Hitler und Rosenberg wirklich las und sich in ihre Gedankenwelt einfühlte, statt nur nach Zitaten zu suchen, die man polemisch verwursten konnte. Erschreckenderweise wird das letztere noch heute getan in einer volkspädagogischen Schmonzette nach der anderen, die die historische Wissenschaft nachhaltig zerstören.

Verschwörungstheorien in der antiautoritären Gesellschaft (Teil 1)

17. September 2025

Es gibt zwei Richtungen, die dem Denken „orgonometrisch“ zur Verfügung stehen: quasi „induktiv“ zurück zum „gemeinsamen Funktionsprinzip“ (common functioning principle, CFP) oder quasi deduktiv ausgehend vom CFP vorwärts zu den unendlich vielen potentiellen Variationen.

In jedem Kriminalfall geht man induktiv vor, d.h. am Anfang stehen die überwältigend vielen konkreten Erscheinungen, mit denen der Detektiv konfrontiert ist. Das verengt sich zusehends auf immer weniger signifikante Details und Indizienstränge und wird entsprechend immer abstrakter. Die möglichen Tatszenarien verengen sich zusehends auf wenige, die möglichen Täter auf immer weniger. Sagen wir, den Koch, den Gärtner und den Butler. Neue Beweise und die pure Logik lassen schließlich nur den Butler über, den einen, sagen wir, „Mr. Reginald Sweeny“. Das ist rationales Denken, das im Verlauf immer abstrakter wird, aber dann doch bei einer konkreten Person landet und den Täter so dingfest macht.

Anders ist das mit Verschwörungstheorien bestellt. Dort steht der Täter praktisch von Anfang an fest, wie etwa bei den Morden an J.F. Kennedy und jetzt Charlie Kirk. Aber dann kommen die vermeintlichen „Experten“, die typischerweise von nichts eine Ahnung haben, etwa was Eintritts- und Austrittswunden betrifft und wie sich angeschossene Gliedmaßen bzw. der ganze Rumpf jeweils bewegen. „Deduktiv“ bauen dann diese Leute aus diesem vermeintlichen „CFP“ eine ganze Welt aus fiktiven Szenarien auf, die zu immer neuen fiktiven „Tätern“ führen, bis das ganze sich in einem sich unendlich verzweigenden Labyrinth verliert.

Das heißt weder, daß die eine oder andere Verschwörungstheorie nicht doch recht behalten wird, noch, daß Detektive nicht vollkommen Unschuldige vermeintlich „dingfest“ machen. Es heißt nur, daß der induktive Ansatz tendenziell mit klarem Denken und einem entsprechend relativ panzerungsfreien okularen Segment einhergeht, ohne daß das Resultat in allen Fällen richtig sein muß. Der deduktive Ansatz hingegen weist alle Merkmale irrationalen, sozusagen „gepanzerten“ Denkens auf, was nicht ausschließt, „daß auch ein blindes Huhn ein Korn findet“.

Ich kann nur immer wieder auf den Gerichtsprozeß gegen Lee Harvey Oswald verweisen – zwar fiktiv und 20 Jahre später in England durchgeführt, aber doch so, als wäre Oswald noch am Leben gewesen und hätte einen fairen Prozeß erhalten. Der Ankläger hat gewonnen, weil er exakt so vorgegangen ist, wie oben kurz umrissen. Oswalds Verteidiger hat verloren, weil er sich in vagen Szenarien, Verschwörungstheorien und moralischen Appellen („Gerechtigkeit“) verlor und dabei sichtlich bemüht war, die Aufmerksamkeit der Geschworenen vom CFP abzubringen und in immer abstrusere Gefilde des Möglichen zu führen:

Beim Attentat auf Charlie Kirk zeichnet sich jetzt das gleiche ab! Wieder werden Jahrzehnte mit haltlosen Spekulationen über vermeintliche „Widersprüche“ vertan werden, weil die Menschen biophysisch schwer geschädigt sind, insbesondere in ihrem Augensegment. Leute, die dir dann drolligerweise sagen: „Ja SIEHST du das nicht!“ Und wieder mit vorsichtig verbrämten Anspielungen antisemitischer Natur:

Hier ein typischer Kommentar zu einem dieser lächerlichen Videos, die „beweisen“, daß Kirk von rechts erschossen wurde: „This Tyler Robinson guy is nothing more than a patsy a scapegoat Charlie Kirk got the JFK treatment. One more victim of Israel.“

An sich ist das alles ein Fall für die Psychiatrie…., aber trotzdem: Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte.

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 1)

29. August 2025

Die Menschheit war über Jahrtausende Opfer von Epidemien, ohne deren Ursache auch nur zu erahnen. Die Schleimhäute schwollen an, die Haut wurde von Pusteln entstellt, etc. – und niemand ahnte, daß das auf Viren oder Bakterien zurückzuführen war. Ganz genauso ist es mit dem geartet, was Reich als Emotionelle Pest bezeichnet hat: ganze Gesellschaften werden von Irrationalität zerrissen, man denke etwa an den Holocaust an den Armeniern in der Türkei und später auch an den der Juden in Deutschland, ohne daß die wahren Hintergründe jemals offengelegt wurden.

Was ist der „Virus“, der hinter der heutigen Christenverfolgung in der mohammedanischen Welt und der jahrhundertelangen Judenverfolgung in der christlichen Welt steht? Die traditionelle Weisheit reicht immerhin soweit, daß es „die Angst vor dem Anderen“ ist. Toleranz sei deshalb das höchste Gut. – Das ist eine rationalistische Vorstellung, die außer acht läßt, daß wir es hier mit Emotionen zu tun haben und daß das, was als Grund für die Verfolgung der jeweiligen Minderheiten angegeben wird, nur vorgeschoben ist. Es wird vorgegeben, daß man sie bekämpfe, weil sie für den Feind arbeiteten, eine „fünfte Kolonne“ seien, doch tatsächlich geht es darum, daß sie unbewußt für etwas stehen, was den von der Emotionellen Pest infizierten in die Raserei treibt: jenes Lebensglück, das ihm selbst versagt ist. Entsprechend spielen immer sexuelle Untertöne mit: die Juden, die Christen, die „fremde Rasse“, die „fremde Volksgruppe“, etc. – sie seien „sexuell haltlos“.

Das ist der verborgene Kern, der „unsichtbare Virus“, der hinter der Emotionellen Pest steckt: man leidet an einem Energiestau und statt sich seinen neurotischen Symptomen (= vergebliche Versuche der psychischen und somatischen Energieentladung) resignativ anheimzugeben, tut man alles, um die vermeintliche Ursache des Energiestaus, d.h. die vermeintliche Quelle der Erregung auszuschalten. Der Leitspruch der Emotionellen Pest lautet entsprechend: „Ich finde das unerträglich!“

Die Emotionelle Pest ist derartig ansteckend, weil wir alle unter einem Energiestau leiden, d.h. orgastisch impotent sind.

Diese allgemeine, allgegenwärtige Malaise liegt üblicherweise brach und es kommt nur vereinzelt zu kleineren, engbegrenzten Ausbrüchen der Emotionellen Pest, die schnell wieder verebben.

Man nehme die Juden in Deutschland: der Antisemitismus war allgegenwärtig und für die Betroffenen ein ewiges Ärgernis, aber man konnte sich mit der Situation arrangieren. Bis Leute wie Julius Streicher kamen, die die in den Massen brachliegende Emotionelle Pest künstlich angefacht haben, sodaß es für die Opfer kein Entrinnen mehr gab. Der Holocaust wurde erst dadurch möglich, daß Streicher (und andere seines Schlages) die in den Deutschen (wie in allen anderen Völkern) sozusagen auf Sparflamme glimmende Emotionelle Pest angefacht hat. Ohne einen derartigen „pestilenten Charakter“ (Modju) auf der einen und die neurotischen Massen auf der anderen Seite, hätte es keinen Holocaust gegeben.

Es müssen immer beide Elemente vorhanden sein, bevor es zu katastrophalen Ausbrüchen der Pest kommen kann. Es bedarf nur des richtigen Umfeldes, meist eine wirtschaftliche Krise, die die Massen emotional destabilisiert und zugänglich für die Sprüche Modjus macht:

In der heutigen, der antiautoritären Gesellschaft hat sich an all dem nichts geändert. Der einzige Unterschied ist, daß der Auslöser der pestilenten Attacke ein anderer ist. In der autoritären Gesellschaft ging es letztendlich immer darum, daß das Opfer real oder phantasiert unerträgliche sexuelle Gefühle ausgelöst hat und deshalb beseitigt werden mußte, „damit Ruhe ist“. Heute macht dieses „Ruhebedürfnis“ sich an jenen fest, die die irrationale Grundlage der antiautoritären Gesellschaft gefährden: die alles durchdringende und beherrschende Kontaktlosigkeit. Was früher die Hetze gegen und die schließliche Verfolgung von Juden war, das ist heute „der Aufstand der Anständigen“. Ziel der Hetze sind „Neonazis“ (vermeintliche oder wirklich ist in diesem Zusammenhang gleichgültig). Sie gefährden die allgegenwärtige Permissivität und müssen deshalb ausgemerzt werden. Die Hetze ist erbarmungslos eliminatorisch. Die fast immer in grotesker Überzahl „gegendemonstrierenden“ Antifanten empfinden sich dabei ebenso als heroische „Widerstandskämpfer“, wie einst die eifrigen Leser von Julius Streichers Der Stürmer, die eingeschüchterte Juden auf der Straße bedrängten.

Man erinnere sich an die Sarrazin-Debatte, dem irrationalen Haß, den Unterstellungen und Verdrehungen, dem der Mann, der schließlich in allem recht behalten hat und eher untertrieben hatte, ausgesetzt war. Er konnte tun und lassen, was er wollte, aus seiner Rolle als „der Leibhaftige“ kam er einfach nicht heraus. Es ging gar nicht um ihn, noch nicht einmal um das, was er wirklich geschrieben hatte, sondern einzig darum, daß er die Ruhe gestört, die Kontaktlosigkeit gefährdet hat, die die Grundlage der „bunten Republik“ bzw. „unserer Demokratie“ ist. Genauso ging es früher nie um die Juden als solche, sondern um ihre Stellung als Minderheit, die die Bewegungslosigkeit der monolithischen „Volksgemeinschaft“ gefährdete. Die Opfer waren nicht besser oder schlechter als der Rest der Bevölkerung. Heute ist es nicht anders: wer zur verhaßten und letztendlich auszumerzenden Gruppe der „Neonazis“ gehört, bestimmen die Gutmenschen. Die Stadt soll nazirein werden.

Das vorgeschobene Motiv dieser entmenschten Hetze ist der „Antifaschismus“, der unsichtbare „Virus“ ist jedoch die Todesangst vor Kontakt. Daß es einen Unterschied zwischen primären und sekundären Trieben gibt, daß die Wirklichkeit autonom funktioniert und sich nicht nach den eigenen „Idealen“ richtet, daß die menschliche Natur nicht beliebig formbar ist, daß es beispielsweise zwei biologische Geschlechter gibt – derartige Einsichten treibt die heutige Ausformung der Emotionellen Pest in die Raserei. Man denke nur an die ungeheuerliche Aussage von Sigmar Gabriel von vor 13 Jahren, daß die moderne Genetik nicht in Übereinstimmung mit dem Parteiprogramm der SPD stehe. Daß der Intelligenzquotient größtenteils auf Vererbung beruht und deshalb die „bunte Ideologie“ Makulatur ist, daß die Welt tatsächlich nicht so konturlos ist, wie sie durch die Milchglasscheibe der antifantischen Ideologie aussieht, sondern Strukturen und Kontur hat – wer so etwas sagt und damit den Zustand der Kontaktlosigkeit gefährdet, wird für vogelfrei erklärt. Man darf ihm straffrei die größten Ungeheuerlichkeiten an den Kopf werfen. Wenn er sich wehrt, macht er sich der „Volksverhetzung“ schuldig. Die Emotionelle Pest, deren Ziel es ist, jede bioenergetische Bewegung und Erregung zu unterbinden, erklärt das Opfer zum Täter, dem nur widerfährt, was ihm ohnehin zusteht.

Die heutige Ausformung der Emotionellen Pest ist in vieler Hinsicht sogar schlimmer als früher, denn es war nur allzu offensichtlich, daß Streicher ein Schwein war. Sogar viele Nazis ekelten sich vor ihm. Die heutigen Modjus sind unsichtbar, stehen sie doch für „Antifaschismus“, Völkerverständigung und sogar für die „Kultur des Dialogs“. Was sollte am Widerstand gegen Nazis verwerflich sein?

Wenn Lebensrechtler, Impfgegner, neuerdings sogar Friedensaktivisten auf die Straße gehen und damit die grundgesetzlich verbriefte Demonstrationsfreiheit wahrnehmen, kommt es zum „Aufstand der Anständigen“ – die kurioserweise immer vermummt sind. Wenn sie nur könnten, würden uns alle an die Wand stellen – und Ruhe ist.

Das ist die Emotionelle Pest in der antiautoritären Gesellschaft: jene werden als Außenseiter abgestempelt und militant bekämpft, die die allgemeine Kontaktlosigkeit gefährden könnten, etwa den heute allgegenwärtigen „antifaschistischen“ Kriegswahn gegen Putin. Es ist die Todesangst vor bioenergetischer Erregung, die diese Ausformung der Emotionellen Pest antreibt – genauso wie es bei jeder Ausprägung der Pest ist.

„Das internationale Finanzjudentum“ (Deutschland und die Emotionelle Pest [Teil 0])

28. August 2025

Dies ist sowohl eine Fortführung meiner neulich veröffentlichten Ausführungen zum Antisemitismus (hier und hier), als auch die Einleitung der Blogserie „Deutschland und die Emotionelle Pest“:

In dem Film Little Big Man gibt es einen lustigen Nebenplot, in dem ein Indianer, Younger Bear, zu Tode beleidigt ist, weil ihm der Titelheld das Leben gerettet hat. Younger Bear ist jetzt nämlich auf ewig in dessen Schuld. Younger Bear schuldet ihm ein Leben!

Das Leben der „Naturmenschen“ war tatsächlich alles andere als streßfrei, denn innerhalb der Clans, vor allem aber zwischen den Clans und Stämmen, wurde der soziale Zusammenhalt durch Geschenke aufrechterhalten, die nach einer größeren Gegengabe in absehbarer Zukunft verlangten.

Noch heute kennt jeder das Gefühl der Beschämung, wenn man von Leuten beschenkt wird, für die man alles andere als freundschaftliche Gefühle hegt. Trotzdem wurde mit dem Geschenk ein Band etabliert, dem man sich kaum mehr entziehen kann. Genau auf diese Weise werden Gesellschaften zusammengehalten. Keine Gesellschaft, selbst wenn sie ungepanzert wäre, könnte nach dem Prinzip „Seid nett zueinander!“ lange bestehen, denn Antipathie ist die natürlichste Sache der Welt. Man braucht sich nur das Verhalten unter Pferden im Stall und auf der Weide ansehen: spontan bilden sich lebenslange Freundschaften und Feindschaften. Auf derartige unkontrollierbare Gefühle können Menschen keine Arbeitsdemokratie aufbauen!

Was die Arbeitsdemokratie zusammenhält wird durch folgende Gleichung dargestellt:

Schon vor Jahrtausenden hat dieser Herzschlag arbeitsdemokratische Beziehungen über ganze Kontinente hinweg zusammengehalten. Ein gigantisches, ständig von neuem geflochtenes Gewebe aus Beziehungen zwischen Leuten, die sich teilweise nur vom Namen her kannten.

Bis heute durchdringt dieser Pulsschlag unser Leben. Am klarsten und grundlegendsten im Kreditwesen. Vom Kreditgeber erhalten jene Geld, die es nach menschlichem Ermessen mit Zins zurückzahlen können. Es kann in diesem Zusammenhang nichts Destruktiveres geben, als Geld auf Grund von Sympathie, gar „Liebe“, zu verleihen. Nicht nur, daß es dem Kreditnehmer extrem schadet, wenn er Geld aufnimmt, daß er nie zurückzahlen kann, – geschädigt werden auch die, die genau diesen Kredit beantragt hatten, aber zurückgewiesen wurden, weil dem Kreditgeber ihre Nase nicht gepaßt hat. Im Kreditwesen geht es wirklich nur um eins: Kann der Kreditnehmer den Kredit plus den Zins abarbeiten? Der kluge Kreditgeber wird ihn in dieser Hinsicht beraten und unterstützen.

Drei Aspekte sind bemerkenswert:

  1. Arbeitsdemokratie ist inhärent internationalistisch. Sie sprengt die familiären und nationalen Bande, sieht vollkommen von der Person ab. Beispielsweise war es bis vor kurzem so, daß Rotchina, in jeder Hinsicht der Todfeind der USA, als Kreditgeber alles daran setzen muß, daß sich Amerika wirtschaftlich gut entwickelt. Ideologien und irgendwelche „geopolitischen“ Überlegungen (Stammesdenken) werden so bis zur Bedeutungslosigkeit zurückgedrängt.
  2. Wie Robert Harman dargelegt hat, ist das Wesen der physikalischen Größe „Zeit“ für die Ökonomie von alles entscheidender Bedeutung („Practical Functional Economics (Part II)“, Journal of Orgonomy, 44/2, Fall 2010/Winter 2011). Man nehme einen Bauern, der Feldfrüchte gegen Fische tauscht, die ein Nachbar geangelt hat. In diesem einfachen Tausch spielt der Faktor Zeit so gut wie gar keine Rolle. Ähnlich ist es, wenn wir im Laden etwas einkaufen. Ganz anders ist es bei Kreditgeschäften. Hier wird eine Beziehung gebildet, die theoretisch über Jahrzehnte, ja sogar über Generationen hinweg, andauern kann. Es kommen Aspekte ins Spiel wie wachsende bioenergetische Erregung und vor allem die Grundeigenschaft der Orgonenergie: das orgonomische Potential. Durch die Kreditvergabe werden Dinge, orgonotische Funktionen, in Bewegung gesetzt, die beim einfachen Tauschhandel nie und nimmer aufgekommen wären. Und genau das, dieser Mehrwert, rechtfertigt letztendlich den Zins.
  3. Der Orgonenergie-Metabolismus im Kapitalismus ist funktionell identisch mit der Funktion des Orgasmus:

Das Brechreiz erregende Geschwafel über „Judenbanken“, „internationales Finanzjudentum“ und „Zinsknechtschaft“ entspricht einem krankhaft verzerrten Erahnen dieser Zusammenhänge. Die religiös bedingte Ausgrenzung der Juden, die sie zu Fremden im eigenen Land machte, das Fernhalten vom unmittelbaren Austausch („Feldfrucht gegen Fisch“), ihre Abdrängen in den überregionalen Handel (Beispielsweise der Handel mit Pferden) und nicht zuletzt das Zinsverbot für Christen, dem sie nicht unterlagen, machten sie zu idealen Wegbereitern des modernen Kapitalismus.

Der fiese Judenhaß bei Nationalsozialisten und anderen Sozialisten geht auf einen tiefsitzenden Horror vor bioenergetischer Erregung zurück. Die fast schon sprichwörtlichen „Rothschilds“ sollten statt dessen als Menschheitsheroen verehrt werden, denn ohne visionäre Bankiers wie sie, könnten wir heute nicht acht Milliarden Menschen auf einem vor nicht allzulanger Zeit undenkbar hohen Niveau am Leben erhalten.

Hitlerismus in Grün (Teil 3)

14. August 2025

Im Grund, d.h. vom emotionalen Gehalt her gesehen, ist Antisemitismus und Antikapitalismus ein und dasselbe. Der freie Austausch von Gütern wird genauso betrachtet, wie der „Austausch“ zwischen den Geschlechtern und ihre wechselseitige „Wert-Schätzung“.

Besonders instruktiv ist in diesem Zusammenhang der nationale Sozialist Adolf Hitler. Der Jude sei „nur von dieser Welt“, und damit dem Christen wesensfremd. Niemals hätten die Juden etwas anderes angebetet als das Geld, das „Goldene Kalb“.

Das Geld ist für Sozialisten so über alle Maßen anrüchig, weil es das eine Gut (in diesem Fall Gold) ist, das in alle anderen Güter umgetauscht werden kann: es ermöglicht den „Verkehr“. Es ist unmittelbar einsichtig, daß Geld vom Gefühl her mit Sexualität identisch ist. Der Zins, der Mietpreis für das Geld, ist das gleiche in Potenz. „Zinswucher“ und „Mädchenhandel“ gehören in den gleichen Gefühlsbereich.

Der Sozialist Proudhon schrieb:

Der Jude ist der Feind des Menschengeschlechtes. Man muß diese Rasse nach Asien zurückschicken oder sie vernichten. (z.n. Michael Ley: Genozid und Heilserwartung, Wien 1993, S. 126)

Ursprünglich nannte Marx das, was er später als „Kapitalismus“ bezeichnete, „Judentum“ und „das Geldsystem“. André Glucksmann schreibt in diesem Zusammenhang über Marx‘ Aufsatz Zur Judenfrage vom Herbst 1843:

Marx hat den Haß auf den Juden zum Haß auf das Geld verlagert. Die Nazis haben diese Verschiebung wieder zurückverlagert. (Die Meisterdenker, Reinbek 1979, S. 107)

Konrad Löw zufolge, bringt Zur Judenfrage

das Judentum mit dem Kapitalismus in Verbindung und zwar dergestalt, daß beide Ausdrücke geradezu Synonyma werden. Alle negativen Elemente des Kapitalismus sind zugleich Eigenschaften des Judentums. (Der Mythos Marx und seine Macher, München 1996, S. 452)

Marx führte in diesem, seinem Pamphlet aus:

Suchen wir das Geheimnis des Juden nicht in seiner Religion, sondern suchen wir das Geheimnis der Religion im wirklichen Juden. Welches ist der weltliche Grund des Judentums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus der Juden? Der Schacher. Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld. Nun wohl! Die Emanzipation vom Schacher und vom Geld, also vom praktischen, realen Judentum wäre die Selbstemanzipation unserer Zeit. (…) Wir erkennen also im Judentum ein allgemeines gegenwärtiges antisoziales Element, welches durch die geschichtliche Entwicklung, an welcher die Juden in dieser schlechten Beziehung eifrig mitgearbeitet, auf seine jetzige Höhe getrieben wurde, auf eine Höhe, auf welcher es sich notwendig auflösen muß. Die Judenemanzipation in ihrer letzten Bedeutung ist die Emanzipation der Menschheit vom Judentum. (z.n. Löw, S. 452f)

Nachdem Michael S. Voslensky den letzten Satz in seinem Buch über „Die Lehrmeister der Nomenklatura“ zitiert, fragt er: „Eine ‚Endlösung‘?“ und fährt fort:

In der Literatur erörtert man die Frage, ob Hitler seine antisemitischen „Argumente“ diesem Artikel entnommen hatte. Bekanntlich las Hitler die Werke von Marx im Landsberger Gefängnis (1924), aber auch früher. In einer Rede in München am 15. August 1920 zum Thema, warum die Nationalsozialisten Antisemiten seien, behauptete ihr Führer, seine antisemitische Argumentation stamme von „einem Juden“; vermutlich meinte er Marx. (Sterblich Götter, Erlangen 1989, S. 27)

Erst vor diesem Marxistischen Hintergrund kann man Hitlers berühmte Reichstags-Rede vom 30. Januar 1939 verstehen, die den Holocaust ankündigte:

Ich will heute wieder ein Prophet sein: wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.

In Marx‘ Zur Judenfrage heißt es:

Der Jude hat sich auf jüdische Weise emanzipiert, nicht nur, indem er sich die Geldmacht angeeignet, sondern indem durch ihn und ohne ihn das Geld zur Weltmacht und der praktische Judengeist zum praktischen Geist der christlichen Völker geworden ist. Die Juden haben sich insoweit emanzipiert, als die Christen zu Juden geworden sind. (…) der Gott der Juden hat sich verweltlicht, er ist zum Weltgott geworden. Der Wechsel ist der wirkliche Gott des Juden. Sein Gott ist nur der illusorische Wechsel.

Es wird gerne behauptet, Marx hätte die „Judenfrage“ ja nur im Rahmen einer Rezension von Bruno Bauers entsprechenden Thesen berührt und wäre ansonsten nirgends auf dieses Thema zurückgekommen, weshalb es abwegig sei, seine Behauptungen aus der hitzigen Debatte mit Bauer herauszureißen und aus ihm einen Antisemiten zu machen. Gemach, Marx‘ Neue Rheinische Zeitung hetzte in Streicher-Manier gegen diese, so Engels, „schmutzigste aller Rassen“ (z.n. Löw, S. 453).

Aber auch später, z.B. 1856 in einem Beitrag für The New York Tribune konnte Marx hitleresk schreiben:

Wir wissen, daß hinter jedem Tyrannen ein Jude steht, wie hinter jedem Papst ein Jesuit. Wie das Heer der Jesuiten jeden freien Gedanken tötet, würde der Wunsch der Unterdrückten Erfolgsaussichten haben; die Nützlichkeit von Kriegen, angestiftet von Kapitalisten, würde enden, wenn sie nicht für die Juden sein würden, welche die Reichtümer der Menschheit stehlen. Kein Wunder, daß vor 1856 Jahren Jesus die Wucherer aus dem Tempel Jerusalems gejagt hat. Sie waren die zeitgenössischen Wucherer, die hinter Tyrannen und Tyranneien stehen. Die Mehrheit von ihnen ist jüdisch. Die Tatsache, daß die Juden so stark geworden sind, das Leben der Welt in Gefahr zu bringen, veranlaßt uns, ihre Organisation und ihr Ziel zu enthüllen, damit ihr Gestank die Arbeiter der Welt zu Kampf aufrütteln möge, um solch ein Übel auszulöschen. (z.n. Richard Wurmbrand: Der unbekannte Karl Marx, CH-Seewis, 1987, S. 41f)

Das sind alles andere als bloße Marginalien, die nichts mit dem Kern des Marxismus zu tun hätten: der Antisemitismus ist der Kern des Marxismus! Man lese doch Das Kapital:

Der Kapitalist weiß, daß alle Waren, wie lumpig sie immer aussehen oder wie schlecht sie immer riechen, im Glauben und in der Wahrheit Geld, innerlich beschnittene Juden sind und zudem wundertätige Mittel, um aus Geld mehr Geld zu machen.

„Innerlich beschnittene Juden “ bezieht sich auf Paulus (Röm 2:29): zwar seien gentile Christen nicht „äußerlich“ beschnitten, doch seien sie durch ihren Glauben an Christus, der das jüdische Gesetz erfüllt hat, „innerlich“ beschnitten, d.h. wahre Juden. Da für Marx Kapitalismus und Judentum ein und dasselbe sind, will er damit ausdrücken, daß, wie immer sich Waren und Handel nach außen hin auch darstellen mögen, sie innerlich häßlich sind und stinken, d.h. jüdisch = kapitalistisch sind.

Man kann durchweg alle sozialistischen Bewegungen vom Marxismus und seinen Vorläufern bis hin zum Nationalsozialismus und dem heutigen Öko- und Esoterik-Gesindel als verzweifelten Versuch betrachten, eine „biologische Revolution“ zustande zu bringen, d.h. das mechanistisch und mystisch aufgefaßte Lebendige („Proletariat“ da und „die arische Rasse“ dort) von seinen Einschränkungen zu befreien. Man hat das z.B. versucht, indem man im Gulag und in Ausschwitz die „Kapitalistenklasse“ physisch vernichtete. Lenin hat dieses Vorhaben stolz verkündet und zwar ganz im Sinne von Marx. Ein Zeitgenosse erinnerte sich „des schneidend höhnischen, ich möchte sagen, des ausspuckenden Tones“, wenn Marx das Wort „Bourgeois“ aussprach“ (Carl Schurz: Lebenserinnerungen, Bd. 1, Berlin 1906, S. 144).

Bereits 1934 schrieb E.H. Carr in seinem Buch Karl Marx a Study in Fanatism, daß zwischen den Roten und Schwarzen Diktaturen der damaligen Zeit der einzige Unterschied darin liege, „daß die erstere ihre marxistische Abstammung verkündet, während die anderen sie verleugnen“ (z.n. Walter Laqueur: Mythos der Revolution, Frankfurt 1967, S. 127).

Hitlerismus in Grün (Teil 2)

13. August 2025

Aus charakteranalytischer Sicht setzt sich der moderne Antisemitismus aus zwei konträren Elementen zusammen, deren Gemeinsames Funktionsprinzip die Genitalangst ist: das Bild des alten bärtigen Patriarchen, der unschuldige kleine Christkindlein kastriert; und der glutäugige, großnäsige Jud Süß, der mit viehischer Gier über blonde Jungfrauen herfällt. Vom Bereich der Sexual- in die Arbeitsenergie übertragen, finden wir dieses Gegensatzpaar im jüdischen Kapitalisten und jüdischen Bolschewisten. Bei dieser Dichotomie handelt es sich einfach um den nach außen projizierten Ödipuskomplex. Man rebelliert gegen den kastrierenden und ausbeuterischen Vater, bekommt es mit der Angst zu tun und unterdrückt die Rebellion nach dem Vorbild, das einem der Vater geboten hat.

So glaubte Adolf Hitler, wie er in Mein Kampf schreibt, „im Sinne des allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn.“ Der Nationalsozialismus vereinigte in sich also die Revolution und die Reaktion. Er konnte die Erlösung bringen: wenn der Jude beseitigt ist, ist auch der Ödipuskonflikt gelöst und die Menschheit befreit. Die Endlösung war die nationalsozialistische Version der Sexuellen Revolution.

Das läßt sich am Ur-Nazi, Richard Wagner, exemplifizieren, dessen ganzes Leben ein einziges Aufbegehren gegen den ungeliebten jüdischen Stiefvater Ludwig Geyer war.

Dieses ödipale Moment findet sich heute insbesondere im sogenannten „Antizionismus“, der alle Probleme der Welt an einem geradezu grotesk unbedeutenden Lokalkonflikt (Israel ist so groß wie Hessen!) festmacht. Man erhebt sich gegen die angeblichen „Herrscher dieser Welt“ (die Freimaurer/Illuminaten/Bilderberger/das Finanzkapital, die glücklicherweise in einem kleinen Territorium greifbar sind) und solidarisiert sich dabei mit der denkbar finstersten Reaktion, dem islamischen Fundamentalismus.

Bei dieser faschistischen Rebellion der Nationalsozialisten und der heutigen Antizionisten (unter denen auch viele Juden sind – die Kapos der Jetztzeit) ging und geht es dabei nur vordergründig um Kapitalismus und „Zinsknechtschaft“. Primär geht es um ein Aufbegehren gegen Gott, das strafende Über-Ich, letztendlich gegen die Panzerung – es geht um Welterlösung.

Wirklich: die gesamte „Bewegung“ seit den 1970er Jahren ist nichts anderes als Hitlerismus in Grün!

Für Hitler unterscheidet sich der materialistische (d.h. „kapitalistische“, „unökologische“) Jude vom vergeistigten Christen dadurch, daß er sich nicht wie der Arier für ein Ideal opfern könne. Demgegenüber sei der opferwillige Arier in der Lage seine rein persönlichen Interessen zurückstellen. Überwindung des Egoismus in der sozialistischen Volksgemeinschaft, Gemeinschaftsgefühl, Glaube an Unsterblichkeit und ewige Werte sowie vor allem Aufopferungswille sei nur beim Arier ausgebildet.

Die grundsätzliche Gesinnung, aus der ein solches Handeln erwächst, nennen wir zum Unterschied vom Egoismus, von Eigennutz – Idealismus. Wir verstehen darunter nur die Aufopferungsfähigkeit des einzelnen für die Gesamtheit, für seine Mitmenschen. (Mein Kampf)

Insbesondere prangert Hitler als Folge der Prostitution die „Verjudung unseres Seelenlebens und Mammonisierung unseres Paarungstriebes“ durch „jüdische Mädchenhändler“ an und bringt das mit alle „Werte“ zerfressender Inflation, Wucher, „Zinsknechtschaft“, Profitgier und „Mädchenhandel“ in Zusammenhang.

Nach der Vorstellung Gottfried Feders, des Wirtschaftsexperten der NSDAP während der „Kampfzeit“, ist die „Zinsknechtschaft“ das eine Hauptübel der Welt, mit dessen Beseitigung sich alle anderen Übel von selbst erledigen würden. 1920 ging in das Parteiprogramm der NSDAP die Federsche Forderung nach „Abschaffung des arbeits- und mühelosen Einkommens“ und „Brechung der Zinsknechtschaft“, sowie nach der Todesstrafe für „gemeine Volksverbrecher, Wucherer, Schieber“ ein. Im Primärprozeßdenken sind „Schuld“ und „Schulden“ ein und dasselbe!

Feder hob stets hervor, daß 1919 er es gewesen sei, der Hitler seine erste grundlegende politische Erkenntnis vermittelt habe.

Die „rationale“ Funktion des nationalsozialistischen Antisemitismus bestand darin, daß er so gut wie der einzige ideologische Kitt war, der den Nationalsozialismus überhaupt zusammenhielt. (Desgleichen vereinigt heute der „Antizionismus“ die hoffnungslos zersplitterte Linke!)

Das, was für die Nazis und Stalinisten die Unterwanderung der Gesellschaft durch „Juden“ („Kosmopoliten“) und „Saboteure“ war, ist für die Linksliberalen die „soziale Gerechtigkeit“: ein Vorwand, mit dem sich alles rechtfertigen läßt.

Der Holocaust war in der UdSSR und später in allen anderen kommunistischen Staaten ein großes Tabu und wurde fast nie erwähnt, weil natürlich Kommunisten, nicht „zionistische Juden“, die Heroen des Antifaschismus hätten sein sollen. Entscheidender war aber wohl, daß man nicht die eigene „antizionistische“ Propaganda hintertreiben wollte, denn zur Zeit Hitler-Deutschlands und danach gab es in der Sowjetunion die Kampagne gegen den „Trotzkismus“, die eindeutig antisemitische Züge trug und durchtränkt war von der Vorstellung, aus dem Ausland würden politische „Krankheitserreger“ das Mutterland des Sozialismus vergiften.

Ganz wie die Nazis dem „Weltjudentum“ sowohl den „jüdischen Bolschewismus“ als auch den „Wall Street-Kapitalismus“ zur Last legten, galt der „Linksabweichler“ Trotzki als Werkzeug des internationalen Faschismus. Daß das stalinistische mit dem nationalsozialistischen Muster identisch war, zeigte sich aber erst in der Zeit von 1949 bis 1953 mit der Kampagne gegen den „wurzellosen Kosmopolitismus und Zionismus“, der für den zersetzenden Einfluß des prosperierenden, libertären „dekadenten Westens“ stand, der sich dergestalt in den „Zionisten“ (Juden) personalisierte. Sie würden den sowjetischen Volkskörper vergiften und stünden außerdem hinter den angeblichen „zionistischen Sabotage-Aktionen“ des Westens, bei denen krankheitserregende Bakterien und landwirtschaftliche Schädlinge, z.B. Kartoffelkäfer, in den sozialistischen Luftraum eingebracht würden.

Ähnliches geschah 1968 in Polen, als die Partei von „zionistischen Elementen“ gereinigt wurde – und der Kommunismus endgültig sein wahres, nämlich Nazi-Gesicht zeigte. Manche Historiker sehen in den damaligen antisemitischen Ereignissen in Polen, die an schierer Widerwärtigkeit einfach nicht mehr zu überbieten waren, den Anfang vom moralischen Ende des Weltkommunismus.

Und dieses rote Nazitum war kein Ausrutscher: es gehörte durchgehend zum Kommunismus. Das ging soweit, daß die KPD die NSDAP gegen Ende der Weimarer Republik in Sachen Antisemitismus überholen wollte. (Ähnlich der „antizionistischen“ „Antifa“ heute!)

Für die KPD waren „die Nationalsozialisten nichts anderes (…) als die Speerspitze von Bourgeoisie und Großkapital. Da letzteres auch aus Sicht der Kommunisten jüdisch dominiert war, prophezeite Politbüro-Mitglied Hermann Remmele das baldige Verschwinden des zweiten Teils des nationalsozialistischen Schlachtrufs „Deutschland erwache! Juda verrecke!“. In ihrer ideologischen Verblendung gingen sie sogar so weit, im jüdischen Großkapital die Hinterleute Hitlers zu sehen. So hieß es in der Roten Fahne über antisemitische Ausschreitungen der SA im jüdischen Scheunenviertel Berlins: „Die Pogrome, die diese von dem jüdischen Großkapital gut bezahlten Horden durchführen, sind Mörderfeldzüge gegen arme Proletarier, die nicht nur in dem tiefsten Elend dieser kapitalistischen Gesellschaft ihr Dasein fristen, sondern auch Sklaven einer mittelalterlichen Zurückgebliebenheit sind.“ (Ralf Georg Ruth: Hitler. Eine politische Biographie, München 2005)

Wie die Verhältnisse heute sind, nämlich ganz ähnlich, beschreibt hier Henryk M. Broder:

Der Antisemitismus war von Anfang an konstitutionelles Element der sozialistischen Emanzipationsbewegung. Wie August Bebel so schön sagte: „Der Antisemitismus ist der Sozialismus der Dummen.“ Dies sieht man z.B. bei Fourier und Proudhon, sowie natürlich bei Michail Bakunin, der über seinen Jünger Netschajew direkter Vorgänger von Lenin war. 1871 hatte dieser Papst des Anarchismus hitleresk über seine Persönliche Beziehung zu Marx geschrieben:

Nun, diese ganze jüdische Welt, die eine einzige ausbeuterische Sekte, ein Blutegelvolk, einen einzigen fressenden Parasiten bildet, eng und intim nicht nur über die Staatsgrenzen hin, sondern auch über alle Verschiedenheiten der politischen Meinungen hinweg, – diese jüdische Welt steht heute zum größten Teil einerseits Marx, andererseits Rothschild zur Verfügung… Dies mag sonderbar erscheinen. Was kann es zwischen dem Kommunismus und der Großbank gemeinsames geben? O! Der Kommunismus von Marx will die mächtige staatliche Zentralisation, und wo es eine solche gibt, muß heutzutage unvermeidlich eine zentrale Staatsbank bestehen, und wo eine solche Bank besteht, wird die parasitische jüdische Nation, die in der Arbeit des Volkes spekuliert, immer ein Mittel zu bestehen finden…

Aber auch Marx und Engels waren wütende Antisemiten, nicht anders als ihr nationalsozialistischer Gegenspieler Dühring, dessen alles bestimmender Antisemitismus vom Antisemiten Engels im Anti-Dühring bezeichnenderweise nur kurz gestreift wird. Nach Dühring sollte Privateigentum durch autonome republikartige Wirtschaftskommunen ersetzt werden. Aus dieser Bewegung ging einerseits die asketische, antisexuelle, hochneurotisch-kollektivistische Kibbuz-Bewegung über den Dühring-Schüler Franz Oppenheimer hervor, der Wirtschaftsberater Theodor Herzls war (und bei dem der Vater der Sozialen Marktwirtschaft, Ludwig Erhard 1924 promovierte). Andererseits geht die antitschechische, antiklerikale und antisemitische „Deutsche Arbeiterpartei“ (DAP), die 1904 in Trautenau in Böhmen gegründet wurde, unmittelbar auf Dühring zurück. Nach dem Krieg wurde über diverse Neugründungen daraus schließlich die NSDAP (– und gegen Ende des Nazi-Regimes wurde der indirekte Dühring-Schüler Ludwig Erhard vom Inland-Chef des SD, Otto Ohlendorf beauftragt, Wirtschaftskonzepte für den Fall der Niederlage auszuarbeiten…).

Die Hitler-Tochter Ulrike Meinhof hat in einem Interview gesagt, daß hinter Auschwitz ein wahres, von den Nazis ausgebeutetes antikapitalistisches Gefühl gesteckt habe, bei dem die Juden stellvertretend für die Kapitalisten vernichtet wurden. Diese Äußerung der „antifaschistischen“ Walküre war eine Reflexion von Marxens Gleichsetzung von Kapitalismus und Judentum. Nach der Wiedervereinigung hat ein Neo-Nazi-Führer und Ex-SED-Genosse vor Gericht ausgesagt, daß sein Wechsel vom Real- zum Nationalsozialisten nicht so verwunderlich sei, denn die BRD hasse er genauso wie früher, außerdem hätten schon Marx und Engels den Kapitalismus auf das Judentum zurückgeführt.

Diese Gleichsetzung geht auf Hegel und auf Fichte zurück, der 1808 nach einem Holocaust verlangte. Das war wiederum ein direkter Ausfluß der Lutheranischen kollektivistischen Zwangsmoral, hatte Luther doch schon 1543 in seiner Schrift Von den Juden und ihren Lügen für einen Holocaust plädiert. Die Juden symbolisierten das freie Unternehmertum einer separaten, also freien, amoralischen Menschengruppe, die sich nicht in die Volksgemeinschaft einpassen will und Profite und Zins von ihr abschöpft. Daraus entwickelte sich bruchlos das sozialistische Bild von habgierigen, sündhaften, unmoralischen, entarteten und bösen Kapitalisten, die das arbeitende Volk wie Vampire aussaugen. Im Grunde sind Nazis, Kommunisten (einschließlich originale Marxisten) und die heutigen ökologischen und pazifistischen Dritte Welt-Aktivisten alle von dieser Art christlichem antisexuellen Moralismus geprägt.

Zwei Tote

30. Juli 2025

Die beiden Toten verband, daß der eine in den 1970er Jahren, als er am Stuttgarter Staatstheater war, Spenden für die Zahnbehandlung von RAF-Häftlingen sammelte. Es gehe um den Kampf für eine gerechtere Welt, verkündete er…

Anläßlich des Todes des mittlerweile fürstlich bezahlten pseudorevolutionären Staatskünstlers, Theaterregisseurs und Intendanten Claus Peymann hat die ARD-Unkultursendung Titel, Thesen, Temperamente folgendes Zitat von ihm ins Netz gestellt: „Kunst ist immer Widerstand, Widerspruch, das Gegenhalten, und in dem Moment, in dem das nicht mehr stattfindet, versiegt die Kunst.“ „Kunst“ als pseudointellektueller Krampf, nicht etwa als Apotheose von Liebe, Arbeit und Wissen, sondern von: Mord und Todschlag – der Titel von Peymanns Autobiographie von 2016. Nur so nebenbei bemerkt: an den Schulen des Kalifats Nordrhein-Westfalens wird im Geschichtsunterricht deutsche Geschichte jetzt ausschließlich als Kampf gegen Deutschland gelehrt, vom Bauernkrieg bis zu dem sich heute verschärfenden Kampf gegen Hitler: Widerstand, Widerspruch, Gegenhalten – gegen Blut und Boden! „Gesicht zeigen“, wie die stets vermummte Antifa. Krampf! Protest! Schreien, kotzen und mit Kot schmeißen! Und vor allem: Halt-ung!

Auf der anderen Seite: der Staatsfeind Nr. 1 der Besatzungszone BRD, Burschenschafter und Hegelianer Horst Mahler ist Tod, nach Jahren des nicht zuletzt wirtschaftlichen Elends. Obwohl er zu den Gründungsmitgliedern der RAF gehörte, ohne je jemandem körperlich geschadet zu haben, und sich ständig auf Marx bezog, gehörte er mit Sicherheit charakterstrukturell dem rechten Spektrum an, allein schon weil es ihm, wie unten im Video von ihm ausgeführt, darum ging, die Gesellschaft „autoritär“, d.h. auf dezentraler, lokaler Ebene zu organisieren, während Peymann, sozusagen der „Campino“ des verblödeten Bildungsbürgertums, sich in der „antiautoritären“ zentral gelenkten Gesellschaft wie die Made im Speck eingerichtet hatte und für die vermeintliche „Auf-Klärung“ des „lokalen reaktionären Gestrüpps“ kämpfte.

Es ging Mahler um „die Entfaltung Gottes in der Geschichte“. Während hingegen der linke (mechanistische) Charakter Peymann nur Abwehr war, d.h. ausschließlich in der Fassade (Engagement für „soziale Gerechtigkeit“) und vor allem in der Mittleren Schicht lebte (Häßlichkeit, Haß, Verachtung – „Widerstand, Widerspruch, das Gegenhalten“), vertrat Mahler den lebendigen Impuls, wenn auch mystisch (schwarz-faschistisch) verzerrt, was bei ihm vor allem durch die Hegelsche Philosophie zum Ausdruck kam mit ihrem Antisemitismus (bei Mahler verschlimmert mit seiner Holocaust-Leugnung und auch sonst verstörenden Obsession mit „den Juden“) und dem ihr inhärenten Zücht(ig)ungsprogramm, das gegen alles wirklich spontan Funktionierende gerichtet ist: das Freudsche „die Kultur geht vor“; die Verwirklichung der Platonischen Ideenwelt auf Erden, unsere „Vergöttlichung“, d.h. finale „Über-Ich-ung“.

Bezeichnenderweise bleibt von dem „ewigen Rebellen“ Peymann, für den Trump eine „böse Mißgeburt eines Alptraums“ war, nur der vollkommen hohle und wirklich abgrundtief verlogene Kampf gegen „die da oben“ und der schlichtweg schwachsinnige „Kampf gegen Räääächts“, also eine gähnende Leere, während Mahler so viel anspricht, was die zahllosen NACHRICHTENBRIEFler umtreibt. Der linke Peymann war einfach nur ein Wirrkopf, der uns nichts, aber auch rein gar nichts zu sagen hatte (die spezifische extreme Augenpanzerung des Linken), während Mahler ein ausgesprochen klarer Kopf mit einem bemerkenswert klaren Blick war – bei allen unüberwindlichen Abgründen, die uns von ihm trennen. Möge seine gepeinigte Seele in Frieden ruhen! DEUTSCHLAND WIRD LEBEN!

Rationalität und Irrationalität des Kulturellen

10. April 2025

Hier wird beschrieben, wie das Familien- und Gedöns-Ministerium einerseits gegen „Haß“ im Netz vorgeht, andererseits aber „Antizionismus“, d.h. Antisemitismus fördert. Dieser Haß von Leuten, die nicht genug von „Anne Frank“ haben können, auf die lebenden Juden und auf das eigene Volk, nämlich die Deutschen, läßt sich nur charakteranalytisch erklären: der pseudoliberale modern liberal steht in ständiger subversiver Rebellion gegen den Vater – die biblischen Patriarchen (heute vor allem verkörpert durch den Staat Israel) und das eigene Vaterland. Bioenergetisch betrachtet ist das eine Funktion seiner vollständigen Trennung vom biologischen Kern. Als pestilenter Charakter, d.h. als Agent der sekundären Schicht, tut er alles, um das Lebendige, den bioenergetischen Kern, auszulöschen.

Generell ist Kultur vor allem Erinnerungskultur. Das war schon so bei unseren frühsten Vorfahren, wenn sie sich in langen Tropennächten um das Lagerfeuer gruppierten und sich Geschichten über die Ahnen erzählten. Da ganze Leben drehte sich darum diesen nachzueifern, sich ihres Erbes würdig zu erweisen und es fortzuführen. Das Alte Testament ist nichts anderes! Tatsächlich war das weitaus fortgeschrittener als unsere heutige „Demokratie“, die nur das Jetzt kennt, – denn das Fühlen, Denken und Handeln erstreckte sich damals vor allem auf der Zeitachse. Man war nicht nur zwischen seinen Nachbarn verortet, sondern vor allem auch zwischen seinen Ahnen und Nachfahren. Man denke etwa auch an die Sprachpflege, um das Überkommene zu verstehen und an die Zukünftigen unverfälscht weiterzugeben – und vergleiche das mit gegenwärtigen Sprachverfall, der die Bevölkerung zunehmend auf das Niveau grunzender Schimpansen zurückfallen läßt.

Für den oben beschriebenen heute vorherrschenden emotionell pestilenten Charakter ist die Kultur nur eine Last: er konnte mit den Begriffen „Volk“ und „Deutschland“ nie etwas anfangen. Wessen Geistes Kind er ist, sieht man daran, wie er im Hier und Jetzt nicht nur das Erbe unserer Ahnen ausradiert, sondern gleichzeitig auch die Zukunft unserer Kinder zerstört. Er ist das absolut Böse in Menschengestalt. „Absolut böse“? Im Grunde seines Wesens kann er von den 6 000 000 ermordeter Juden nicht ablassen, denn er ist, wie erläutert, erstens, wie alle Linken, zutiefst Antisemit, er hat, zweitens, mit dem Holocaust die ultimative Begründung dafür sein eigenes Vater-Land zu hassen und in alle Ewigkeit zu strafen und zu negieren; drittens ist, frei nach Adorno, mit Auschwitz für ihn alle Kultur unmöglich geworden. Modju fühlt sich erst wohl, wenn auch der allerletzte „Märchenwald“ Deutschlands zu einer Vogelschredder-Industriebrache geworden ist und im Brachland unverständliches Gegrunze von sich gebende geschlechts- und identitätslose Mischwesen gierig ihr Tofu verschlingen, nachdem sie es in übelriechende, aber klimaneutrale Mehlwürmertunke gedippt haben.

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „N” und folgende

4. Dezember 2024

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „N“ und folgende

Biopolitik

20. November 2024

In gewisser Weise sind die Ursprünge der Orgonomie eng mit dem Thema „politische Biologie“ bzw. „biologische Politik“ verwoben, da Reich sein Projekt der „sexualökonomischen Lebensforschung“ explizit gegen die Nationalsozialisten initiierte, die sich damit brüsteten, ihre Politik sei nichts anderes als „praktische Biologie“, von Hitlers „nicht gefühlsmäßigem, sondern wissenschaftlichem Antisemitismus“ bis hin zu Dr. Mengele in Auschwitz. Reich wollte der „Erbbiologie“ („Rasse“, Sozialdarwinismus, Eugenik) der Nazis eine „dialektisch-materialistische Biologie“ entgegenstellen. Wobei wir nicht auf vermeintlich „antifaschistische“ Weise vergessen sollten, daß die Nazis nicht im luftleeren Raum agierten, sondern von Theorien inspiriert wurden, die in Großbritannien, den USA („Jim Crow“) und sogar in Skandinavien (siehe Reichs Probleme mit den dortigen sozialdemokratischen, nach Reichs Ansicht „erbbiologischen, faschistischen“ Biologen) Mainstream waren.

Heute haben wir immer noch auf der einen Seite die Vorstellung vom Menschen als eine von seiner evolutionären Vergangenheit bestimmte „Genmaschine“ und auf der anderen Seite die orgonotische „bio-psychologische“ Struktur, wie sie von Reich, Baker und Konia beschrieben wurde. Letztere Analyse, die „soziopolitische Orgonomie“, ist nach wie vor Teil der sexualökonomischen Lebensforschung. Wenn also angemahnt wird, die Orgonomie solle nicht „politisch“ sein, bedeutet dies, richtig verstanden, tatsächlich ein Annihilieren des Grundwesens der Orgonomie als Wissenschaft.

Jeder Blick auf ferne Galaxien, jeder Blick ins Mikroskop ist, solange nach dem Richtigen geschaut wird, ein imminent politischer Akt! Wie das? In allen Bereichen der Natur und auf allen Größenebenen funktioniert die Orgonenergie auf gleiche Weise, insbesondere was Pulsation und die Kreiselwellen-Bewegung anbetrifft, genau das aber ist die Grundlage der orgonomischen Analyse politischer Vorgänge („soziopolitischer Charakter“). Umgekehrt ist eine orgonomisch-soziopolitische Analyse unumgänglich, um das Instrumentarium der Wissenschaft, zu dem an erster Stelle die Charakterstruktur des einzelnen Wissenschaftlers und die gesellschaftliche Struktur gehören, in der sich Wissenschaft abspielt („gesellschaftliche Panzerung“), frei von irrationaler Subjektivität zu halten.

Der Vernichtungskampf gegen den Nationalsozialismus und andere faschistische Doktrin wird erst dann abgeschlossen sein, wenn Wissenschaft WIRKLICH Wissenschaft ist.