Posts Tagged ‘Antisemitismus’

Zwei Tote

30. Juli 2025

Die beiden Toten verband, daß der eine in den 1970er Jahren, als er am Stuttgarter Staatstheater war, Spenden für die Zahnbehandlung von RAF-Häftlingen sammelte. Es gehe um den Kampf für eine gerechtere Welt, verkündete er…

Anläßlich des Todes des mittlerweile fürstlich bezahlten pseudorevolutionären Staatskünstlers, Theaterregisseurs und Intendanten Claus Peymann hat die ARD-Unkultursendung Titel, Thesen, Temperamente folgendes Zitat von ihm ins Netz gestellt: „Kunst ist immer Widerstand, Widerspruch, das Gegenhalten, und in dem Moment, in dem das nicht mehr stattfindet, versiegt die Kunst.“ „Kunst“ als pseudointellektueller Krampf, nicht etwa als Apotheose von Liebe, Arbeit und Wissen, sondern von: Mord und Todschlag – der Titel von Peymanns Autobiographie von 2016. Nur so nebenbei bemerkt: an den Schulen des Kalifats Nordrhein-Westfalens wird im Geschichtsunterricht deutsche Geschichte jetzt ausschließlich als Kampf gegen Deutschland gelehrt, vom Bauernkrieg bis zu dem sich heute verschärfenden Kampf gegen Hitler: Widerstand, Widerspruch, Gegenhalten – gegen Blut und Boden! „Gesicht zeigen“, wie die stets vermummte Antifa. Krampf! Protest! Schreien, kotzen und mit Kot schmeißen! Und vor allem: Halt-ung!

Auf der anderen Seite: der Staatsfeind Nr. 1 der Besatzungszone BRD, Burschenschafter und Hegelianer Horst Mahler ist Tod, nach Jahren des nicht zuletzt wirtschaftlichen Elends. Obwohl er zu den Gründungsmitgliedern der RAF gehörte, ohne je jemandem körperlich geschadet zu haben, und sich ständig auf Marx bezog, gehörte er mit Sicherheit charakterstrukturell dem rechten Spektrum an, allein schon weil es ihm, wie unten im Video von ihm ausgeführt, darum ging, die Gesellschaft „autoritär“, d.h. auf dezentraler, lokaler Ebene zu organisieren, während Peymann, sozusagen der „Campino“ des verblödeten Bildungsbürgertums, sich in der „antiautoritären“ zentral gelenkten Gesellschaft wie die Made im Speck eingerichtet hatte und für die vermeintliche „Auf-Klärung“ des „lokalen reaktionären Gestrüpps“ kämpfte.

Es ging Mahler um „die Entfaltung Gottes in der Geschichte“. Während hingegen der linke (mechanistische) Charakter Peymann nur Abwehr war, d.h. ausschließlich in der Fassade (Engagement für „soziale Gerechtigkeit“) und vor allem in der Mittleren Schicht lebte (Häßlichkeit, Haß, Verachtung – „Widerstand, Widerspruch, das Gegenhalten“), vertrat Mahler den lebendigen Impuls, wenn auch mystisch (schwarz-faschistisch) verzerrt, was bei ihm vor allem durch die Hegelsche Philosophie zum Ausdruck kam mit ihrem Antisemitismus (bei Mahler verschlimmert mit seiner Holocaust-Leugnung und auch sonst verstörenden Obsession mit „den Juden“) und dem ihr inhärenten Zücht(ig)ungsprogramm, das gegen alles wirklich spontan Funktionierende gerichtet ist: das Freudsche „die Kultur geht vor“; die Verwirklichung der Platonischen Ideenwelt auf Erden, unsere „Vergöttlichung“, d.h. finale „Über-Ich-ung“.

Bezeichnenderweise bleibt von dem „ewigen Rebellen“ Peymann, für den Trump eine „böse Mißgeburt eines Alptraums“ war, nur der vollkommen hohle und wirklich abgrundtief verlogene Kampf gegen „die da oben“ und der schlichtweg schwachsinnige „Kampf gegen Räääächts“, also eine gähnende Leere, während Mahler so viel anspricht, was die zahllosen NACHRICHTENBRIEFler umtreibt. Der linke Peymann war einfach nur ein Wirrkopf, der uns nichts, aber auch rein gar nichts zu sagen hatte (die spezifische extreme Augenpanzerung des Linken), während Mahler ein ausgesprochen klarer Kopf mit einem bemerkenswert klaren Blick war – bei allen unüberwindlichen Abgründen, die uns von ihm trennen. Möge seine gepeinigte Seele in Frieden ruhen! DEUTSCHLAND WIRD LEBEN!

Rationalität und Irrationalität des Kulturellen

10. April 2025

Hier wird beschrieben, wie das Familien- und Gedöns-Ministerium einerseits gegen „Haß“ im Netz vorgeht, andererseits aber „Antizionismus“, d.h. Antisemitismus fördert. Dieser Haß von Leuten, die nicht genug von „Anne Frank“ haben können, auf die lebenden Juden und auf das eigene Volk, nämlich die Deutschen, läßt sich nur charakteranalytisch erklären: der pseudoliberale modern liberal steht in ständiger subversiver Rebellion gegen den Vater – die biblischen Patriarchen (heute vor allem verkörpert durch den Staat Israel) und das eigene Vaterland. Bioenergetisch betrachtet ist das eine Funktion seiner vollständigen Trennung vom biologischen Kern. Als pestilenter Charakter, d.h. als Agent der sekundären Schicht, tut er alles, um das Lebendige, den bioenergetischen Kern, auszulöschen.

Generell ist Kultur vor allem Erinnerungskultur. Das war schon so bei unseren frühsten Vorfahren, wenn sie sich in langen Tropennächten um das Lagerfeuer gruppierten und sich Geschichten über die Ahnen erzählten. Da ganze Leben drehte sich darum diesen nachzueifern, sich ihres Erbes würdig zu erweisen und es fortzuführen. Das Alte Testament ist nichts anderes! Tatsächlich war das weitaus fortgeschrittener als unsere heutige „Demokratie“, die nur das Jetzt kennt, – denn das Fühlen, Denken und Handeln erstreckte sich damals vor allem auf der Zeitachse. Man war nicht nur zwischen seinen Nachbarn verortet, sondern vor allem auch zwischen seinen Ahnen und Nachfahren. Man denke etwa auch an die Sprachpflege, um das Überkommene zu verstehen und an die Zukünftigen unverfälscht weiterzugeben – und vergleiche das mit gegenwärtigen Sprachverfall, der die Bevölkerung zunehmend auf das Niveau grunzender Schimpansen zurückfallen läßt.

Für den oben beschriebenen heute vorherrschenden emotionell pestilenten Charakter ist die Kultur nur eine Last: er konnte mit den Begriffen „Volk“ und „Deutschland“ nie etwas anfangen. Wessen Geistes Kind er ist, sieht man daran, wie er im Hier und Jetzt nicht nur das Erbe unserer Ahnen ausradiert, sondern gleichzeitig auch die Zukunft unserer Kinder zerstört. Er ist das absolut Böse in Menschengestalt. „Absolut böse“? Im Grunde seines Wesens kann er von den 6 000 000 ermordeter Juden nicht ablassen, denn er ist, wie erläutert, erstens, wie alle Linken, zutiefst Antisemit, er hat, zweitens, mit dem Holocaust die ultimative Begründung dafür sein eigenes Vater-Land zu hassen und in alle Ewigkeit zu strafen und zu negieren; drittens ist, frei nach Adorno, mit Auschwitz für ihn alle Kultur unmöglich geworden. Modju fühlt sich erst wohl, wenn auch der allerletzte „Märchenwald“ Deutschlands zu einer Vogelschredder-Industriebrache geworden ist und im Brachland unverständliches Gegrunze von sich gebende geschlechts- und identitätslose Mischwesen gierig ihr Tofu verschlingen, nachdem sie es in übelriechende, aber klimaneutrale Mehlwürmertunke gedippt haben.

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „N” und folgende

4. Dezember 2024

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „N“ und folgende

Biopolitik

20. November 2024

In gewisser Weise sind die Ursprünge der Orgonomie eng mit dem Thema „politische Biologie“ bzw. „biologische Politik“ verwoben, da Reich sein Projekt der „sexualökonomischen Lebensforschung“ explizit gegen die Nationalsozialisten initiierte, die sich damit brüsteten, ihre Politik sei nichts anderes als „praktische Biologie“, von Hitlers „nicht gefühlsmäßigem, sondern wissenschaftlichem Antisemitismus“ bis hin zu Dr. Mengele in Auschwitz. Reich wollte der „Erbbiologie“ („Rasse“, Sozialdarwinismus, Eugenik) der Nazis eine „dialektisch-materialistische Biologie“ entgegenstellen. Wobei wir nicht auf vermeintlich „antifaschistische“ Weise vergessen sollten, daß die Nazis nicht im luftleeren Raum agierten, sondern von Theorien inspiriert wurden, die in Großbritannien, den USA („Jim Crow“) und sogar in Skandinavien (siehe Reichs Probleme mit den dortigen sozialdemokratischen, nach Reichs Ansicht „erbbiologischen, faschistischen“ Biologen) Mainstream waren.

Heute haben wir immer noch auf der einen Seite die Vorstellung vom Menschen als eine von seiner evolutionären Vergangenheit bestimmte „Genmaschine“ und auf der anderen Seite die orgonotische „bio-psychologische“ Struktur, wie sie von Reich, Baker und Konia beschrieben wurde. Letztere Analyse, die „soziopolitische Orgonomie“, ist nach wie vor Teil der sexualökonomischen Lebensforschung. Wenn also angemahnt wird, die Orgonomie solle nicht „politisch“ sein, bedeutet dies, richtig verstanden, tatsächlich ein Annihilieren des Grundwesens der Orgonomie als Wissenschaft.

Jeder Blick auf ferne Galaxien, jeder Blick ins Mikroskop ist, solange nach dem Richtigen geschaut wird, ein imminent politischer Akt! Wie das? In allen Bereichen der Natur und auf allen Größenebenen funktioniert die Orgonenergie auf gleiche Weise, insbesondere was Pulsation und die Kreiselwellen-Bewegung anbetrifft, genau das aber ist die Grundlage der orgonomischen Analyse politischer Vorgänge („soziopolitischer Charakter“). Umgekehrt ist eine orgonomisch-soziopolitische Analyse unumgänglich, um das Instrumentarium der Wissenschaft, zu dem an erster Stelle die Charakterstruktur des einzelnen Wissenschaftlers und die gesellschaftliche Struktur gehören, in der sich Wissenschaft abspielt („gesellschaftliche Panzerung“), frei von irrationaler Subjektivität zu halten.

Der Vernichtungskampf gegen den Nationalsozialismus und andere faschistische Doktrin wird erst dann abgeschlossen sein, wenn Wissenschaft WIRKLICH Wissenschaft ist.

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Antiautoritarismus” und folgende

1. März 2024

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Antiautoritarismus“ und folgende

Peters Haltung zum American College of Orgonomy

27. Januar 2024

Seit mehr als vier Jahrzehnten bin ich ein genauso eifriger wie überzeugter Unterstützer des 1968 von Elsworth F. Baker gegründeten American College of Orgonomy (ACO). Auf gut deutsch ein „Kollegium amerikanischer Orgonomen“. Als sich Reich Ende der 1940er, Anfang der 1950er Jahre ganz der Orgon-Biophysik zuwandte, vertraute er Baker sein charakteranalytisches und vegetotherapeutisches Erbe an. Entsprechend gründete Baker noch zu Lebzeiten die Zeitschrift Medical Orgonomy, die nach nur drei Nummern eingestellt werden mußte, und 1967 als Journal of Orgonomy weitergeführt wurde. Das American College of Orgonomy ist die ungebrochene Fortführung der Orgonomie bis zum heutigen Tag. Nach Bakers Tod im Jahre 1985 wurde es nach einigen Anfangsturbulenzen, ähnlich denen nach Reichs Tod, von Charles Konia und Peter Crist fortgeführt.

Konia leitet die Ausbildung neuer medizinischer Orgonomen und hat sich in den letzten Jahren ganz auf den soziologischen Aspekt der Orgonomie konzentriert, während Crist der Präsident des American College of Orgonomy ist. Ich war stets ein begeisterter Anhänger dieser beiden Männer, was immer wieder zu konsternierten Reaktionen von sogenannten „Reichianern“ führte, die bezeichnenderweise sich mittlerweile alle buchstäblich in Luft aufgelöst haben. Ihre „Bekenntnisse“ zu Reich waren stets nur heiße Luft…

In letzter Zeit haben mich bei Konia und Crist aber zwei Dinge heftig gestört, von denen ich heute berichten möchte.

Zunächst wäre da Crists Analyse des Antisemitismus, die man in der aktuellen Ausgabe seiner alljährlichen „Neujahrsbotschaft“ nachlesen kann. Er führt den Antisemitismus darauf zurück, daß der Gott der Juden für das grundlegende einheitliche Funktionsprinzip steht und die gepanzerten Menschen, innerlich zersplittert wie sie sind, die Botschafter dieser Einheit, die Juden, deshalb verfolgen. Diese Analyse des Antisemitismus ist eine Enttäuschung, denn erstens sind beispielsweise auch die Moslems Monotheisten, so daß der „jüdische Monotheismus“ kaum der Grund für den Antisemitismus sein kann. Oder glaubt irgendjemand, die Moslems würden gehaßt, weil sie an Allah glauben?! Und, ohnehin, typischerweise tolerante Polytheisten haben sich nie im Entferntesten um den Glauben anderer Leute geschert, zumal etwa die griechische Philosophie, und wirklich alle anderen Traditionen, das „Ureine“ kennen. Alle heidnischen Religionen verweisen in ihren kosmogonischen Mythen auf eine Quelle, „das Eine“.

Reich selbst, der sich bezeichnenderweise bemüßigt fühlte, ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß er kein Antisemit sei, wies auf den fehlenden „kosmischen Kontakt“ der Juden hin (siehe Reich Speaks of Freud). Der reine Monotheismus jüdischer und moslemischer Provenienz ist nicht funktionell, da er erstens immer ein Kurzschluß zu Gott ist, d.h. es wird keine funktionelle Entwicklung konzeptualisiert. Das kommt besonders eindeutig im moslemischen Fatalismus zum Ausdruck: wenn eine Warze auf deiner Wange wächst oder Wildschweine deinen Schrebergarten verwüsten – es ist alles Gottes direktes Wirken: Gott will es! Zweitens ist dieser monotheistische Gott eine statische Entität, ein Götze, dem jedes Leben fehlt, ähnlich dem statischen mechanischen Äther. Interessanterweise ist die christliche Trinität anders, da sie bereits die „Drei-Struktur“ einer orgonometrischen Entwicklungsgleichung verkörpert und weil hier die Gottheit ein inneres Leben hat (das nach christlicher Lehre Liebe ist). Bei allem Respekt: nicht von ungefähr wirken gläubige Juden und Moslems so emotional leer und „trocken“!

Juden und Moslems verstümmeln Genitalien. Die heidnischen Religionen waren, wie gesagt, gegenüber anderen Religionen durchweg tolerant. Fanatismus war ihnen von jeher vollkommen fremd. Es sind Jahwe und Allah, die voller Haß und Eifersucht sind. Jahwe und Allah sind jeweils menschenähnliche, bedeutungslose Idole, während die Dreifaltigkeit eine dynamische Einheit voller Bedeutung ist: wie gesagt, sie ist Liebe (Einheit in der Dreifaltigkeit) und sie ist „Orgonometrie“ (die CFP und seine beiden Funktionsvariationen). Warum also Antisemitismus? Man muß nur das Alte Testament lesen: Die Juden waren die einzigen, die der Tyrannei hartnäckig widerstanden. Sie haben der Emotionellen Pest nie nachgegeben. Tragischerweise gibt es eine andere Seite – bei jedem Kampf gegen das EP, wird man, wie angeschnitten, selbst von ihr infiziert.

Mein zweiter Kritikpunkt, bei dem mir „die ganze Richtung nicht paßt“, ist Konias nach meinem Geschmack zu linke Haltung, wie sie in seinem Blog zum Ausdruck kommt. Was ich damit meine, habe ich einem amerikanischen Freund wie folgt dargelegt:

Ich sollte erklären, warum ich weit rechts vom ACO stehe. Zunächst einmal wäre ich als Amerikaner ein „Verfassungsfundamentalist“ und würde 99% der Republik als völlig verfassungswidrig, als unamerikanische Travestie bezeichnen. Und was die Außenpolitik angeht, bin ich ein extremer Anti-NeoCon. Kein Tropfen amerikanischen Blutes, kein einziger Tropfen, ist es wert, Somalia oder irgendein anderes ausländisches Rattenloch zu retten, einschließlich Israel und der Ukraine. Für meine Ohren klingt vieles von dem, was Dr. Konia schreibt, liberal. Das Geschäft Amerikas ist das Geschäft, Punkt. Keine „Moral“, Ideologie und Geopolitik mehr! Dr. Konia ist gegen Soziopolitik, aber es ist völlig inkohärent, daß er Geopolitik unterstützt, die nichts anderes als „planetarische Soziopolitik“ ist. Deshalb stehe ich weit, weit rechts vom ACO!

Konia hat sich stets gegen die Gesellschaftspolitik gewandt, d.h. das Eingreifen des Staates in die Gesellschaft, „um Probleme zu lösen“. Man denke etwa daran, daß seit Mitte der 1960er Jahre Quadrillionen von Dollar in Sozialprogramme für den amerikanischen Neger investiert wurden. Ergebnis war die Zerstörung der afroamerikanischen Familie und der sich abzeichnende komplette Zusammenbruch der „Black Community“. Genozid! Nicht anders sieht es mit den geopolitischen Interventionen Amerikas auf praktisch jedem Flecken dieser Erde aus!

Der Rote Faden (Band 2): 63. Ad hominem

22. Januar 2024

DER ROTE FADEN (Band 2): 63. Ad hominem

Peter liest die kommentierte Neuauflage der Originalausgabe von Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 8)

25. Februar 2023

Peglau schreibt, durch das Einfügen von sechs zusätzlichen Texten, die die Massenpsychologie auf mehr als den doppelten Umfang haben anschwellen lassen, könne von einem „kohärenten Buch“ nicht mehr die Rede sein (S. 231). Dazu ist zu sagen, daß in der Originalausgabe von 1946 (neben einem zusätzlichen Abschnitt über „Die drei Grundelemente des religiösen Gefühls“ im VII. Kapitel) nur eine Einleitung und zwei zusätzliche Kapitel beigefügt wurden: einer über die Entwicklung in der Sowjetunion, die die Diskussion aus dem letzten Kapitel der ursprünglichen Massenpsychologie von 1933 fortführt, und ein abschließendes Kapitel über die Arbeitsdemokratie, die wiederum das vorangehende Kapitel organisch fortführt. In der von Mary Boyd Higgins zu verantwortenden heute „offiziellen“ Ausgabe, wurde diese klare Struktur (Kommunisten scheitern, Faschismus [Kapitel I-VIII der Higgins-Ausgabe] – Stalinismus [Kapitel IX und X der Higgins-Ausgabe] – Arbeitsdemokratie als neuer Ansatz [Kapitel XI und XIII der Higgins-Ausgabe]) leider durch auseinanderreißen der beiden nunmehrigen Schlußkapitel leider buchstäblich zerfleddert und das ganze macht einen zusammengestückelten Eindruck.

Die beiden Schlußkapitel müßten in einer korrekten deutschen Auflage wie folgt überschrieben sein:

IX. MASSE UND STAAT

1. Was geht in den Menschenmassen vor?

2. Die „sozialistische Sehnsucht“

3. Das „Absterben des Staates“

4. Das Programm der Kommunistischen Partei der Sowjetunion

5. Die „Einführung der Sowjetdemokratie“

6. Die Entwicklung des autoritären Staatsapparates aus rationalen sozialen Beziehungen

7. Die soziale Funktion des Staatskapitalismus

8. Biosoziale Funktionen der Arbeit. Das Problem der „freiwilligen Arbeitsdisziplin“

X. ARBEITSDEMOKRATIE

1. Gebt Verantwortung der lebensnotwendigen Arbeit!

2. Die biologische Rechenfehler im menschlichen Freiheitskampf

3. Arbeitsdemokratie versus Politik. Die natürlichen sozialen Kräfte zur Beherrschung der emotionalen Pest

Hier sieht man sofort, den vollkommen logischen und konsequenten Aufbau des Buches! Warum erwähnt Peglau das nicht in seiner Beschreibung der Unterschiede der Ausgabe von 1946 und dem Machwerk von Ms. Higgins?!

Gegen eine Präsentation der Ausgabe von 1933 als eigenständiges Werk ist natürlich nichts einzuwenden. Auch nichts gegen die meisten Ausführungen von Peglau am Ende des Buches. Mehr als befremdlich finde ich jedoch die Aussage, Reich habe, wie Freud, die Bedeutung der menschlichen Sexualität überbewertet, wobei sich Peglau ausdrücklich ausgerechnet auf Erich Fromm beruft… Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen:

Selbst die volle Befriedigung jener „Bedürfnisse, die der Mensch mit dem Tier gemeinsam hat – Hunger, Durst und das Bedürfnis nach Schlaf und sexueller Befriedigung – (…) gewährleistet noch nicht die geistige und seelische Gesundheit, Diese hängt von der Befriedigung jener Bedürfnisse und Leidenschaften ab, die spezifisch menschlich sind“. Freud überwand seine thematische Verengung, indem er das Konzept des Sexual- zu dem eines Lebenstriebes ausweitete, Reich durch Fokussierung einer sämtlichen Lebensvorgängen zugrundeliegenden Energie. (S. 235)

Wie ich schon in Teil 6 schrieb: Es ist, wie immer, der Gegensatz zwischen „Tier“, das sich nicht zügeln kann, und dem rötgrünen verantwortungsvollen „Geistesmenschen“ (vgl. S. 152). – Ich glaub, mein Schwein pfeift! Erich Fromm… Leute!

Eine weitere Schrecksekunde eine Seite weiter: in der Aufzählung der Ursachen des Faschismus in Deutschland fällt neben „Grundwidersprüche des Kapitalismus“ die Wortkombination „Antisemitismus und –kommunismus“ (S. 236). Hhmmm…

Reichs Buch zur Massenpsychologie könnte dazu beitragen „rechte Bewegungen“ zu verstehen und zu bekämpfen, denn „kein destruktives soziales System, ohne destruktiv gemachte Menschen!“ (S. 137). Schön, aber das ist heute allgemeiner gesellschaftlicher Konsens. Antifaschismus und „Sanftheit“ sind heute DER ideologische Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Daher braucht man nun nicht ausgerechnet Reichs Buch gegen Pegida und AfD und putschende Reichsbürger in Stellung bringen!

„Ausgerechnet“? Ja, denn dieses Buch hat weder die Nationalsozialisten noch irgendwelche „Rechten“ groß in Wallung gebracht. Interessanterweise war es die Linke, die auf dieses Buch mit einem nur als viehisch zu bezeichnenden HASS reagiert hat. Unmittelbar nach seiner Herausgabe im August/September 1933 reagierten die Kommunisten mit Reichs endgültigen Exkommunikation (vgl. S. 263). 1946 war die Herausgabe der veränderten und erweiterten amerikanischen Version der Anlaß ihn als „Psychofaschisten“ zu diffamieren, was über Mildred Brady zur Untersuchung der FDA und, zehn Jahre später, zur Gerichtsverhandlung Inhaftierung Reichs führte (vgl. S. 271). Und schließlich führte die Widerentdeckung Reichs ab etwa 1966 auch zu seiner posthumen Erledigung.

Peglau zitiert Reichs Beschreibung der Berliner Polizei in ihrem Vorgehen gegen Demonstrationen der Kommunisten. Sie seien Maschinenmenschen: verbotenes Lied –> Dreinschlagen (S. 140). Überlegen wir mal ganz stark, zu welchen Anlässen die Polizei in Berlin heutzutage genauso reagiert – und auch die Medien, wenn man den Gummiknüppel gegen die Schreibfeder tauscht. Covid 19 hat die Aktualität von Reichs Massenpsychologie des Faschismus gezeigt! Die einzigen Nichtfaschisten in diesem Land waren „Pegida und AfD und die Reichsbürger“!

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 48)

12. Februar 2023

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Das Problem liegt im Grundwesen der Psychoanalyse (das in den diversen „Weiterentwicklungen“ der Reichschen Therapie wieder durchgebrochen ist): die innere Natur steht vor Gericht, sie wird mit diversen psychischen und körperlichen Methoden hinterhältig und sadistisch überlistet (z.B. den bioenergetischen „Streßpositionen“ bei Alexander Lowen) und schließlich unterworfen. Während Reich ihr zum Durchbruch verhelfen will. – Daraus folgt alles: der Vorwurf ein triebenthemmter Psychopath zu sein, ein Psychotiker, und ein Mensch, den man Todschweigen muß, weil er eine tödliche Gefahr darstellt. Über den Teufel spricht man nicht!

Mein Blick fällt gerade auf Myron Sharafs Fury on Earth (frei übersetzt „Die Leidenschaft wütet auf Erden“). Statt all dieser Psycho-Analyse mit Reichs Mutter und dem ganzen Psychologieren…. Warum hat Sharaf nicht klar und deutlich ausgesprochen, was wirklich in Reich gebrannt hat, worin wirklich dieses „Wüten auf Erden“ bestand?! Der Buchtitel wirkt fast so, als wollte Sharaf sich zu etwas zwingen, wozu er dann doch nicht den Mut fand: den obenerwähnten „Teufel“ zu entfesseln.

Statt alles auf die letztendlich vollkommen unwichtige Episode Selbstmord der Mutter zurückzuführen, hätte Sharaf lieber darstellen sollen, wie das Wunder möglich war, daß Reich die Entfremdung von der Gesellschaft, die jedes Kind durchmachen muß, bis ins Mannesalter ausgehalten und erhalten hat: daß diese Gesellschaft im Mark krank und lebensfeindlich ist und keine Legitimation besitzt! – Aber wer in solchen Kategorien denkt, ist ja ein Fanatiker, während Leute wie Sharaf „objektiv“ bleiben wollen….

Man denke auch an Gunnar Heinsohns Antisemitismus-These? Hitler wollte, so Heinsohn, das europäische Judentum ausradieren, um (sozusagen die „ethnischen“) Grundlagen der Ethik zu beseitigen, auf daß der Germane wieder zur blonden über-ich-freien Bestie werden kann. – Der perfekte Ansatz um LaMettrie, Stirner und Reich auf die gleiche Stufe mit Hitler zu stellen: „Gegner des Über-Ich sind Judenmörder!“ (natürlich kein Zitat!).

Das wäre auch die Grundlage für eine mögliche politische Seite des Problems: auf der einen Seite der bürgerliche Freud, der unter allen Umständen den wildgewordenen Marxisten eindämmen will – und auf der anderen Seite der sozialistische Org’ler (Neu Beginnen) Siegfried Bernfeld, der die Linke von ihren sektiererischen Entartungen am rechten und linken Rand reinigen will und für eine zukünftige Sozialistische Einheitspartei intrigiert.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 19. Die Dogmatik der Christusmörder: Christus und Hitler (Teil 1)

19. Januar 2023

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 19. Die Dogmatik der Christusmörder: Christus und Hitler (Teil 1)