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Frank-Reich (Teil 4)

12. September 2026

Das „Institut Wilhelm Reich“ war eine 1977 von dem Arzt und „Psychosomatiker“ Gérard Guasch gegründete Organisation in Paris, wo man einigen echten Kommunisten begegnen konnte. In Frankreich sind die meisten Reichianer überhaupt nicht an Orgonomie interessiert, sondern nur an Therapie und Politik. Immerhin gründete eine Gruppe das „Laboratoire d’Orgonomie Générale“ (LOG), aber ich glaube nicht, daß sie wissenschaftlich viel erreicht haben. Der eine oder andere wird den Artikel „The Appropriation and Distortion of Orgonomy“ (Teil 2 und 3) des verstorbenen Dr. Robert Dew aus The Journal of Orgonomy von 1980 kennen. Wenn Sie sich den Brief des bereits erwähnten Anarchisten Gian Laurens an das College genau ansehen, werden Sie feststellen, daß aus seinem LOG ein „Laboratoire d’Ortho-Génétique“ (!) wurde. Nach eigener Aussage wolle er sich von der „orthodoxen“ Orgonomie distanzieren und diesen Begriff nicht mehr verwenden, sondern lieber „diese Pseudowissenschaft namens Genetik“ angreifen. Wobei Laurens Ingenieur ist, kein Biologe. Er hegte offensichtlich eine große Verachtung für das American College of Orgonomy.

Roger Dadoun (1928-2022), ein Psychologieprofessor, verfaßte 1975 ein freundliches und nicht allzu schlechtes Buch über Reich, Cent fleurs pour Wilhelm Reich (100 Blumen für Wilhelm Reich), das ins Italienische und Spanische übersetzt und 1999 auf französisch neu aufgelegt wurde. Es diente den Franzosen als eine Art Nachschlagewerk, und das ist auch gut so, denn es gab weitaus destruktivere Bücher. Eine sorgfältige Lektüre seines Buches zeigt, daß er Reich bereits 1975 „sanft“ für dessen angeblich moralistischen Ansichten über Homosexualität und prägenitalen Sex angegriffen hat.

Interessanterweise wurde in der Berliner Zeitschrift emotion Nr. 3, 1981, aus Dadouns Cent fleurs pour Wilhelm Reich genau dieses Kapitel über Homosexualität übersetzt. Dort wird Dadouns Opposition zur Orgonomie besonders deutlich. Hier und im Kapitel über Genitalität greift er Reich offen für dessen „konformistisches“ Ideal der sexuellen Normalität an. Reich wurde schon 1975 als engstirniger Cisgender entlarvt!

2007 veröffentlichte Dadoun das Buch Utopies sodomitiques: diagonales de l’anal, dessen Thema bereits im in der emotion veröffentlichen Kapitel anklang und das wie folgt beworben wurde:

Was kann dieses „schändliche Vergnügen“, dieses „schändliche Laster“, „dieses abscheulichste Verbrechen unter allen Verbrechen“ sein, das nur durch Enthauptung, Galgen oder Scheiterhaufen bestraft werden kann, wobei zuvor Feuerfolter, Auspeitschen und andere Mißhandlungen erforderlich sind – ein Verbrechen, das R.-P. Sinistrari von Ameno in seiner 1754 in Rom veröffentlichten Abhandlung De Sodomia mit so viel heiligem Zorn anprangert? Der Name stammt aus dem biblischen Text und lautet Sodomie, oder besser gesagt Sodomien, da die Frau und das Aneinanderreiben der Geschlechtsteile mit Klitoris, Dildos und vielen peniblen Details im Vordergrund stehen. Der Prälat beleuchtet damit nolens volens die Rolle der Sexualität, genauer gesagt der analen Sexualität, genauer gesagt des Anus, in einer theologischen und religiösen Sicht des Menschen, über der der Schatten Satans liegt. Diese Verbindung zwischen Satan und analer Libido untersucht Roger Dadoun methodisch – um eine entscheidende Antwort darauf zu geben – in seinen Sodomitischen Utopien, einem gelehrten Essay, in dem sich die rosa und schwarzen Diagonalen des Analen kreuzen: ein Luther, der auf der Latrine des Klosters Wittenberg hockt und die kommende Reformation halluziniert, ein Hieronymus Bosch, der ein Tausendjähriges Reich schmiedet, in dem der Teufel die Menschen verschluckt, um sie wie Kothaufen auszuscheißen, ein Dante, ein Sade, die Nazihorden, die Auschwitz zum „Anus der Welt“ machten, aber auch die exquisiten lustvollen Sonette des Aretino, Fourier und seine Neue Welt der Liebe, die Erzählungen eines Artaud oder Bataille, die entscheidenden Fortschritte der Psychoanalyse und die höchsten ästhetischen Schöpfungen, die dem Analen seine herausragende Funktion im lebendigen Energiekreislauf der menschlichen Realität zurückgeben.

Wirklich: angesichts des hier hervorgehobenen letzten Satzes sollte man nochmals Dadoun in emotion lesen!

Dadoun näherte sich im Laufe der Zeit immer mehr der Linken und den Anarchisten an und begann zu sagen, daß das Orgon „eher ein Zufallskonzept“ sei und ähnliches. „Qui a peur de Wilhelm Reich?“ (deutsch: „Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?“) ist ein Essay, der 1999 als langes Vorwort bzw. Begleittext zur Neuauflage von Cent fleurs pour Wilhelm Reich erschienen ist. Hier geht es u.a. um Umweltverschmutzung bis hin zur Pädophilie, er präsentiert aber nie eine solide, gute Darstellung der orgonomischen Sichtweise.

Der Journalist Gerard Ponthieu, ein enger Freund Dadouns, hat zahlreiche Reportagen und Artikel in französischsprachigen Medien veröffentlicht. Ponthieu und Dadoun haben 1999 ein Buch über die Sexualität älterer Menschen mit dem Titel Vieillir et jouir (Altern und Genießen) veröffentlicht. Ponthieu ist Autor mehrerer Bücher und leitete von 1975 bis 1980 die monatlich erscheinende Zeitschrift Sexpol. U.a. schrieb er dort „Reich – limites et contradictions“ (Reich – Grenzen und Widersprüche). Er konzentriert sich fast ausschließlich auf die Geschichte mit den Schwulen und greift Dadouns Argumente auf. Man erinnere sich an Dadouns verschiedene „Ebenen“ der Betrachtung des Problems, wie Dadoun es in emotion ausführt: Die tiefste war die, das Leben in jedem sexuellen Verhalten zu sehen. Das klingt kaum nach Orgonomie. Unter dem Artikel von Ponthieu ist ein Foto eines FKK-Camps zu sehen, in dem sich viele junge Leute um ein Schwimmbad drängen…

Sexpol war eine Zeitschrift für „Sexualität, Politik, Feminismus, neue soziale Bewegungen“. Herausgeber war „Grif“, ein Verbund politisch engagierter Frauen. Im Netz heißt es weiter: „In den 70er Jahren war Sexpol bekannt dafür, radikale Positionen zu Sexualität und Politik zu vertreten und eine Plattform für neue Stimmen zu sein. Das Magazin war ein wichtiger Akteur in der feministischen und linken Szene.“

Hitlerismus in Grün (Teil 2)

13. August 2025

Aus charakteranalytischer Sicht setzt sich der moderne Antisemitismus aus zwei konträren Elementen zusammen, deren Gemeinsames Funktionsprinzip die Genitalangst ist: das Bild des alten bärtigen Patriarchen, der unschuldige kleine Christkindlein kastriert; und der glutäugige, großnäsige Jud Süß, der mit viehischer Gier über blonde Jungfrauen herfällt. Vom Bereich der Sexual- in die Arbeitsenergie übertragen, finden wir dieses Gegensatzpaar im jüdischen Kapitalisten und jüdischen Bolschewisten. Bei dieser Dichotomie handelt es sich einfach um den nach außen projizierten Ödipuskomplex. Man rebelliert gegen den kastrierenden und ausbeuterischen Vater, bekommt es mit der Angst zu tun und unterdrückt die Rebellion nach dem Vorbild, das einem der Vater geboten hat.

So glaubte Adolf Hitler, wie er in Mein Kampf schreibt, „im Sinne des allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn.“ Der Nationalsozialismus vereinigte in sich also die Revolution und die Reaktion. Er konnte die Erlösung bringen: wenn der Jude beseitigt ist, ist auch der Ödipuskonflikt gelöst und die Menschheit befreit. Die Endlösung war die nationalsozialistische Version der Sexuellen Revolution.

Das läßt sich am Ur-Nazi, Richard Wagner, exemplifizieren, dessen ganzes Leben ein einziges Aufbegehren gegen den ungeliebten jüdischen Stiefvater Ludwig Geyer war.

Dieses ödipale Moment findet sich heute insbesondere im sogenannten „Antizionismus“, der alle Probleme der Welt an einem geradezu grotesk unbedeutenden Lokalkonflikt (Israel ist so groß wie Hessen!) festmacht. Man erhebt sich gegen die angeblichen „Herrscher dieser Welt“ (die Freimaurer/Illuminaten/Bilderberger/das Finanzkapital, die glücklicherweise in einem kleinen Territorium greifbar sind) und solidarisiert sich dabei mit der denkbar finstersten Reaktion, dem islamischen Fundamentalismus.

Bei dieser faschistischen Rebellion der Nationalsozialisten und der heutigen Antizionisten (unter denen auch viele Juden sind – die Kapos der Jetztzeit) ging und geht es dabei nur vordergründig um Kapitalismus und „Zinsknechtschaft“. Primär geht es um ein Aufbegehren gegen Gott, das strafende Über-Ich, letztendlich gegen die Panzerung – es geht um Welterlösung.

Wirklich: die gesamte „Bewegung“ seit den 1970er Jahren ist nichts anderes als Hitlerismus in Grün!

Für Hitler unterscheidet sich der materialistische (d.h. „kapitalistische“, „unökologische“) Jude vom vergeistigten Christen dadurch, daß er sich nicht wie der Arier für ein Ideal opfern könne. Demgegenüber sei der opferwillige Arier in der Lage seine rein persönlichen Interessen zurückstellen. Überwindung des Egoismus in der sozialistischen Volksgemeinschaft, Gemeinschaftsgefühl, Glaube an Unsterblichkeit und ewige Werte sowie vor allem Aufopferungswille sei nur beim Arier ausgebildet.

Die grundsätzliche Gesinnung, aus der ein solches Handeln erwächst, nennen wir zum Unterschied vom Egoismus, von Eigennutz – Idealismus. Wir verstehen darunter nur die Aufopferungsfähigkeit des einzelnen für die Gesamtheit, für seine Mitmenschen. (Mein Kampf)

Insbesondere prangert Hitler als Folge der Prostitution die „Verjudung unseres Seelenlebens und Mammonisierung unseres Paarungstriebes“ durch „jüdische Mädchenhändler“ an und bringt das mit alle „Werte“ zerfressender Inflation, Wucher, „Zinsknechtschaft“, Profitgier und „Mädchenhandel“ in Zusammenhang.

Nach der Vorstellung Gottfried Feders, des Wirtschaftsexperten der NSDAP während der „Kampfzeit“, ist die „Zinsknechtschaft“ das eine Hauptübel der Welt, mit dessen Beseitigung sich alle anderen Übel von selbst erledigen würden. 1920 ging in das Parteiprogramm der NSDAP die Federsche Forderung nach „Abschaffung des arbeits- und mühelosen Einkommens“ und „Brechung der Zinsknechtschaft“, sowie nach der Todesstrafe für „gemeine Volksverbrecher, Wucherer, Schieber“ ein. Im Primärprozeßdenken sind „Schuld“ und „Schulden“ ein und dasselbe!

Feder hob stets hervor, daß 1919 er es gewesen sei, der Hitler seine erste grundlegende politische Erkenntnis vermittelt habe.

Die „rationale“ Funktion des nationalsozialistischen Antisemitismus bestand darin, daß er so gut wie der einzige ideologische Kitt war, der den Nationalsozialismus überhaupt zusammenhielt. (Desgleichen vereinigt heute der „Antizionismus“ die hoffnungslos zersplitterte Linke!)

Das, was für die Nazis und Stalinisten die Unterwanderung der Gesellschaft durch „Juden“ („Kosmopoliten“) und „Saboteure“ war, ist für die Linksliberalen die „soziale Gerechtigkeit“: ein Vorwand, mit dem sich alles rechtfertigen läßt.

Der Holocaust war in der UdSSR und später in allen anderen kommunistischen Staaten ein großes Tabu und wurde fast nie erwähnt, weil natürlich Kommunisten, nicht „zionistische Juden“, die Heroen des Antifaschismus hätten sein sollen. Entscheidender war aber wohl, daß man nicht die eigene „antizionistische“ Propaganda hintertreiben wollte, denn zur Zeit Hitler-Deutschlands und danach gab es in der Sowjetunion die Kampagne gegen den „Trotzkismus“, die eindeutig antisemitische Züge trug und durchtränkt war von der Vorstellung, aus dem Ausland würden politische „Krankheitserreger“ das Mutterland des Sozialismus vergiften.

Ganz wie die Nazis dem „Weltjudentum“ sowohl den „jüdischen Bolschewismus“ als auch den „Wall Street-Kapitalismus“ zur Last legten, galt der „Linksabweichler“ Trotzki als Werkzeug des internationalen Faschismus. Daß das stalinistische mit dem nationalsozialistischen Muster identisch war, zeigte sich aber erst in der Zeit von 1949 bis 1953 mit der Kampagne gegen den „wurzellosen Kosmopolitismus und Zionismus“, der für den zersetzenden Einfluß des prosperierenden, libertären „dekadenten Westens“ stand, der sich dergestalt in den „Zionisten“ (Juden) personalisierte. Sie würden den sowjetischen Volkskörper vergiften und stünden außerdem hinter den angeblichen „zionistischen Sabotage-Aktionen“ des Westens, bei denen krankheitserregende Bakterien und landwirtschaftliche Schädlinge, z.B. Kartoffelkäfer, in den sozialistischen Luftraum eingebracht würden.

Ähnliches geschah 1968 in Polen, als die Partei von „zionistischen Elementen“ gereinigt wurde – und der Kommunismus endgültig sein wahres, nämlich Nazi-Gesicht zeigte. Manche Historiker sehen in den damaligen antisemitischen Ereignissen in Polen, die an schierer Widerwärtigkeit einfach nicht mehr zu überbieten waren, den Anfang vom moralischen Ende des Weltkommunismus.

Und dieses rote Nazitum war kein Ausrutscher: es gehörte durchgehend zum Kommunismus. Das ging soweit, daß die KPD die NSDAP gegen Ende der Weimarer Republik in Sachen Antisemitismus überholen wollte. (Ähnlich der „antizionistischen“ „Antifa“ heute!)

Für die KPD waren „die Nationalsozialisten nichts anderes (…) als die Speerspitze von Bourgeoisie und Großkapital. Da letzteres auch aus Sicht der Kommunisten jüdisch dominiert war, prophezeite Politbüro-Mitglied Hermann Remmele das baldige Verschwinden des zweiten Teils des nationalsozialistischen Schlachtrufs „Deutschland erwache! Juda verrecke!“. In ihrer ideologischen Verblendung gingen sie sogar so weit, im jüdischen Großkapital die Hinterleute Hitlers zu sehen. So hieß es in der Roten Fahne über antisemitische Ausschreitungen der SA im jüdischen Scheunenviertel Berlins: „Die Pogrome, die diese von dem jüdischen Großkapital gut bezahlten Horden durchführen, sind Mörderfeldzüge gegen arme Proletarier, die nicht nur in dem tiefsten Elend dieser kapitalistischen Gesellschaft ihr Dasein fristen, sondern auch Sklaven einer mittelalterlichen Zurückgebliebenheit sind.“ (Ralf Georg Ruth: Hitler. Eine politische Biographie, München 2005)

Wie die Verhältnisse heute sind, nämlich ganz ähnlich, beschreibt hier Henryk M. Broder:

Der Antisemitismus war von Anfang an konstitutionelles Element der sozialistischen Emanzipationsbewegung. Wie August Bebel so schön sagte: „Der Antisemitismus ist der Sozialismus der Dummen.“ Dies sieht man z.B. bei Fourier und Proudhon, sowie natürlich bei Michail Bakunin, der über seinen Jünger Netschajew direkter Vorgänger von Lenin war. 1871 hatte dieser Papst des Anarchismus hitleresk über seine Persönliche Beziehung zu Marx geschrieben:

Nun, diese ganze jüdische Welt, die eine einzige ausbeuterische Sekte, ein Blutegelvolk, einen einzigen fressenden Parasiten bildet, eng und intim nicht nur über die Staatsgrenzen hin, sondern auch über alle Verschiedenheiten der politischen Meinungen hinweg, – diese jüdische Welt steht heute zum größten Teil einerseits Marx, andererseits Rothschild zur Verfügung… Dies mag sonderbar erscheinen. Was kann es zwischen dem Kommunismus und der Großbank gemeinsames geben? O! Der Kommunismus von Marx will die mächtige staatliche Zentralisation, und wo es eine solche gibt, muß heutzutage unvermeidlich eine zentrale Staatsbank bestehen, und wo eine solche Bank besteht, wird die parasitische jüdische Nation, die in der Arbeit des Volkes spekuliert, immer ein Mittel zu bestehen finden…

Aber auch Marx und Engels waren wütende Antisemiten, nicht anders als ihr nationalsozialistischer Gegenspieler Dühring, dessen alles bestimmender Antisemitismus vom Antisemiten Engels im Anti-Dühring bezeichnenderweise nur kurz gestreift wird. Nach Dühring sollte Privateigentum durch autonome republikartige Wirtschaftskommunen ersetzt werden. Aus dieser Bewegung ging einerseits die asketische, antisexuelle, hochneurotisch-kollektivistische Kibbuz-Bewegung über den Dühring-Schüler Franz Oppenheimer hervor, der Wirtschaftsberater Theodor Herzls war (und bei dem der Vater der Sozialen Marktwirtschaft, Ludwig Erhard 1924 promovierte). Andererseits geht die antitschechische, antiklerikale und antisemitische „Deutsche Arbeiterpartei“ (DAP), die 1904 in Trautenau in Böhmen gegründet wurde, unmittelbar auf Dühring zurück. Nach dem Krieg wurde über diverse Neugründungen daraus schließlich die NSDAP (– und gegen Ende des Nazi-Regimes wurde der indirekte Dühring-Schüler Ludwig Erhard vom Inland-Chef des SD, Otto Ohlendorf beauftragt, Wirtschaftskonzepte für den Fall der Niederlage auszuarbeiten…).

Die Hitler-Tochter Ulrike Meinhof hat in einem Interview gesagt, daß hinter Auschwitz ein wahres, von den Nazis ausgebeutetes antikapitalistisches Gefühl gesteckt habe, bei dem die Juden stellvertretend für die Kapitalisten vernichtet wurden. Diese Äußerung der „antifaschistischen“ Walküre war eine Reflexion von Marxens Gleichsetzung von Kapitalismus und Judentum. Nach der Wiedervereinigung hat ein Neo-Nazi-Führer und Ex-SED-Genosse vor Gericht ausgesagt, daß sein Wechsel vom Real- zum Nationalsozialisten nicht so verwunderlich sei, denn die BRD hasse er genauso wie früher, außerdem hätten schon Marx und Engels den Kapitalismus auf das Judentum zurückgeführt.

Diese Gleichsetzung geht auf Hegel und auf Fichte zurück, der 1808 nach einem Holocaust verlangte. Das war wiederum ein direkter Ausfluß der Lutheranischen kollektivistischen Zwangsmoral, hatte Luther doch schon 1543 in seiner Schrift Von den Juden und ihren Lügen für einen Holocaust plädiert. Die Juden symbolisierten das freie Unternehmertum einer separaten, also freien, amoralischen Menschengruppe, die sich nicht in die Volksgemeinschaft einpassen will und Profite und Zins von ihr abschöpft. Daraus entwickelte sich bruchlos das sozialistische Bild von habgierigen, sündhaften, unmoralischen, entarteten und bösen Kapitalisten, die das arbeitende Volk wie Vampire aussaugen. Im Grunde sind Nazis, Kommunisten (einschließlich originale Marxisten) und die heutigen ökologischen und pazifistischen Dritte Welt-Aktivisten alle von dieser Art christlichem antisexuellen Moralismus geprägt.

Anstreichungen in David McLellan: DIE JUNGHEGELIANER UND KARL MARX

7. Mai 2024

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Email „Fourier; LSR“ (2004)

19. August 2023

Email „Fourier; LSR“ (2004)

Der verdrängte Christus: 22. Christus und Jesus

3. September 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

22. Christus und Jesus