Posts Tagged ‘Zionismus’

Der tolerante Volksislam

21. Mai 2019

Worüber nie gesprochen wird, sind die „guten Moslems“, d.h. die die etwa aus dem Iran wegen den Mullahs geflohen sind und die Allah einen guten Mann seinlassen, d.h. tatsächlich für ihren Lebensunterhalt arbeiten und sich integrieren. Wenn man solche Leute nicht nur aus der Distanz betrachtet, sondern wirklich Umgang mit ihnen hat, fällt zweierlei auf: sie sind fast durchweg Anhänger der obskursten und absurdesten Verschwörungstheorien, etwa daß die Mullahs, der IS, die Saudis, etc. „zionistische Agenten“ sind, die den Islam in Mißkredit bringen sollen; und zweitens hängen sie einem pseudo-islamischen Volksglauben an, der an das tiefste Afrika, Voodoo und Schamanen erinnert. Der „böse Blick“, Amulette, das Wunderbuch Koran, das man nie liest (meist mangels hocharabischer Sprachkenntnis auch gar nicht lesen kann), aber das man ehrfürchtig an die Stirn legt und geradezu als Götzen anbetet und über dessen Inhalt man Nichtmoslems die wunderbarsten Geschichten erzählt. Hinzu kommen zahllose Geschichten über Mohammed, die ebenfalls wirklich nichts mit dem historischen Mohammed bzw. dem Mohammed der islamischen Lehren zu tun haben. Das ganze gemahnt an den „Katholizismus“ in Süditalien, der so gut wie nichts mit dem Christentum zu tun hat, sondern eine direkte Fortführung des Volksglaubens der Antike ist.

Wie mir mal ein Orgonom sagte, ist eine Orgontherapie in diesen Weltgegenden extrem schwer, weil die Menschen derartig in ihrer abergläubischen Weltsicht gefangen sind, daß die Kontaktlosigkeit unüberwindlich scheint, zumal der Einfluß der Familie und überhaupt der Umgebung, den Patienten immer von neuem in den Morast aus krankhaftem Schwachsinn zurückzieht.

Der orthodoxe Islam der Gelehrten ist trotz seiner immer noch heidnischen Absurditäten geradezu rational verglichen mit dem, was Leute vertreten, die sich teilweise explizit vom orthodoxen Islam losgesagt haben. Was wir zusammen mit den letzteren in Deutschland importiert haben, ist eine zusätzliche Schicht okularer Panzerung, Kontaktlosigkeit und energetischer Verzerrung. Mehr Humus für die Pflanzen des Faschismus, aber m.W. redet niemand, wirklich niemand darüber!

Und schließlich noch etwas, was nie erwähnt wird. „Diese Leute“ sprechen unter sich in einer Sprache, die wir nicht verstehen. Im öffentlichen Raum ist das extrem unhöflich gegenüber dem gastgebenden Land. Ein Affront sondergleichen, der aber wie selbstverständlich hingenommen wird. Warum das so schlimm ist? Weil „diese Leute“ alles verstehen, was ich sage, während ich durch deren Sprache, von der ich kein Wort verstehe, zum Fremden im eigenen Lande werde. Ich muß meine Aussagen „kultursensibel“ stets abwägen, während sie mich nach Belieben beleidigen und vor meinen Augen sonstwas verabreden können. Neulich war ein Freund von mir mit seiner Partnerin bei McDonald, am Nebentisch eine kleine Gruppe von Kurden, die sich laut miteinander unterhielten. Mein Freund verließ zusammen mit seiner Partnerin nach wenigen Minuten McDonald fluchtartig und absolut panisch. Was war passiert? Ohne, daß man es ihr ansieht, versteht sie Kurdisch und mußte mit anhören, wie dieses Dreckspack, dieser minderwertige Abschaum auf das Mieseste und denkbar Abfälligste über sie, „die Nutte“, herzogen und ihren Freund „offen“ (auf Kurdisch!) mit dem Tod bedrohten. Das ganze vollkommen unprovoziert, ohne jedwede Vorgeschichte (sie waren auf der Durchreise und wenige Minuten im Restaurant) und willkürlich. Man kann sich vorstellen, was für Jauchekübel tagtäglich über uns, die Köterrasse, ausgegossen werden! Aber wehe, wenn du…

Noch mehr rechte Hetze: Gerade lese ich, daß dem Bundesverband der deutschen Dermatologen zufolge sich die Zahl der Fälle von Krätze in Deutschland seit 2010 VERSIEBENFACHT hat!

Der verdrängte Christus: 23. Der zweite Jesus

8. September 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

23. Der zweite Jesus

Der charakterologische Rechenfehler der Machteliten in der Sowjetunion und in den USA

22. August 2017

In meinem Blogeintrag Weder links noch rechts hätte ich einen vierten Punkt anführen können: In der heutigen Orgonomie haben liberale Charaktere nichts verloren! Zu Reichs Lebzeiten ging es darum das Alte zu überwinden und etwas revolutionär Neues zu schaffen. Das ist die natürliche Agierfeld der Linken. Heute kann es nur darum gehen das Erreichte zu bewahren. Wie vermeintlich „Weiterentwicklungen“ der Orgonomie aussehen, zeigt der Reichianismus, der gleichbedeutend ist mit der systematischen Unterminierung und Zerstörung der Orgonomie. Er wird vollständig von liberalen Charakteren bestimmt. Man schaue sich nur an was sogenannte Progressive gegenwärtig ganz allgemein in bzw. mit der westlichen Gesellschaft anrichten. Sie zerstören alles, auch das, was erhaltenswürdig ist. Das sieht man auch am Zionismus: Früher war er ein linkes, geradezu kommunistisches Unterfangen. Es waren liberale und sozialistische Charaktere, die das moderne Israel aufgebaut haben. Heute sind linke Israelis eine zerstörerische Kraft, die alles tun, um den israelischen Staat im Namen einer vermeintlichen „Gerechtigkeit“ zu zerstören.

So kann man auch den Untergang des Ostblocks erklären, dessen wirtschaftliche und gesellschaftliche Agonie sich noch hätte lange hinziehen können, wie etwa auf Cuba oder in Nordkorea, der aber in Gestalt des liberalen Reformers Gorbatschow Selbstmord beging. Der Westen zeigt eine umgekehrte Dynamik: Im Kalten Krieg wurden geheime Militärstrukturen in der „Zivilgesellschaft“ aufgebaut, die bei einem Überrennen durch die Rote Armee den Besatzungstruppen, insbesondere aber Kollaborateuren eine blutige Überraschung bereitet hätten. Man denke nur an „Gladio“. Derartige Stay-Behind-Todesschwadronen professioneller Killer und Terroristen mit militärischer Einzelkämpfer-Ausbildung gab und gibt es bis zum heutigen Tag sogar in den USA selbst. Es ist aber eine Illusion, daß diese Strukturen sich vom tiefen Staat und den globalistischen Großkonzernen (Reichs Hoodlums in Government) instrumentalisieren lassen werden, um den Nationalisten Trump auszuschalten. Es gehört zur Natur der Sache, daß Militärs, jedenfalls in den unteren Rängen, praktisch durchweg konservative Charaktere sind. Die linksliberalen Massenmedien in den USA bereiten die Bevölkerung zwar täglich auf die heißersehnte Ermordung Trumps vor (sic!), normalisieren den Gedanken an seine „Beseitigung“, doch wird sich aus rein charakterologischen Gründen die Geheimarmee kaum dafür hergeben.

Zionismus

14. Juli 2016

Die frühen Zionisten waren im Osmanischen Reich gar nicht in der Lage jemanden zu vertreiben. Sie haben Brachland urbar gemacht und Land gekauft. Nicht viel anders als die Juden vor ihnen, die sich vor und nach den Kreuzfahrern wieder im Heiligen Land angesiedelt hatten. Warum wurde im letzten Jahrhundert daraus so ein haßerfüllter Kampf? War es nicht deshalb, weil die Moslems es nicht ertragen konnten „halbnackte“, selbstbewußte Frauen und ungezwungene Jugendliche vor ihrer Nase zu sehen?! Das lebendige Leben kehrte ins abgestorbene Kernland Saharasias zurück. Saharasia hat sich gewehrt und wehrt sich noch heute und treibt die ganze Welt in den Wahn, daß es kein anderes Problem gibt als ausgerechnet die „Palästinenserfrage“. Die UNO (eine Ansammlung von undemokratischen Regimen, die zu einem Gutteil mit Völkermorden beschäftigt waren und teilweise noch sind) scheint ja kein anderes Thema zu kennen. Das DOR kämpft gegen das frische Orgon.

Siehe dazu auch Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie.

Wilhelm Reich und das Judentum (Teil 3)

28. März 2016

Die Griechen, Gnostiker und Christen gingen davon aus, daß das Geistige dem Körperlichen übergeordnet sei, dagegen lehrt die jüdische Kabbala, der hebräischen Bibel folgend, die Ebenbürtigkeit. Der Mensch ist sein Körper! Eines der Wesenszüge der Kabbala ist die Verpflichtung zum Humor und zur Lebensfreude. Das Hauptgebot ist, glücklich zu sein. Die Kabbala kennt weder Askese noch Kasteiung. Sie ist eine weltfreudige Mystik.

In der jüdischen (im Unterschied z.B. zur griechischen) Tradition war niemals die Rede von sexueller Askese (mit den Essenern und den frühen zionistischen Pionieren als einziger Ausnahme). Die Kabbala ist kraß antizölibatär. Der Liebesakt heiligt den Körper. Nur durch die sexuelle Vereinigung ist göttliche Vollkommenheit erlangbar. Erst in der leidenschaftlichen Liebesvereinigung ist der Mensch ganz Mensch: ein Leib und eine Seele. Genauso wie in der Orgonomie im gemeinsamen gleichzeitigen Orgasmus aus zwei Organismen energetisch ein einziges Orgonom wird. Es ist die Quelle aller religiösen Sehnsucht nach Einheit mit „Gott“.

Für die Kabbala ist Sexualität göttlich. Damit ist keine spiritualistische Pseudosexualität gemeint. Auch geht es nicht nur um die Erzeugung von neuem Leben, vielmehr zählt vor allem der reine Lustgewinn. Dies macht die Kabbala einmalig in der mystischen Tradition der Welt (einschließlich dem vom Koitus reservatus geprägten Tantra und Taoismus). Hier ist eine der Quellen für die gemeinste, widerwärtigste Form der antigenitalen Emotionellen Pest: der Antisemitismus.

Leider hat sich Reich vollständig von den spirituellen Traditionen des Judentums ab und der christlichen Tradition zugewandt. Scheinbar war ihm nie bewußt, wie nah doch die Kabbala seinen eignen Ansichten kommt. Und was Reichs Vorliebe für Christus als Verkörperung des Genitalen Charakters betrifft, hat sich die moderne Kabbala ausdrücklich auf den „Rabbi Jesus“ berufen, der von der Last des Gesetzes befreite und sich so von den Priestern abhob, so wie später der Kabbalist vom orthodoxen Talmudisten.

Die Kabbala vertritt eine quasi funktionelle neuplatonische Schöpfungslehre mit Gott als der „Wurzel aller Wurzeln“, die sich durch Emanation stufenweise in „10 Sephiroth“ entfaltet. „Proto-Orgonomen“ wie Bruno und Goethe (die beide das Christentum mehr oder weniger verachteten) haben sich eingehend mit der Kabbala befaßt und sind nicht zuletzt dadurch dem späteren Orgonomischen Funktionalismus sehr nahe gekommen.

Reichs Haupteinfluß, Freud soll, David Bakan zufolge, ebenfalls stark von der Kabbala geprägt worden sein (Sigmund Freud and the Jewish Mystical Tradition, Princeton, NJ 1958). Bakan sieht die Psychoanalyse in einer revolutionären, „antigesetzlichen“ kabbalistischen Tradition. Es ist wohl unumstritten, daß er hier einer fixen Idee aufgesessen ist und sich in dieser Hinsicht in haltlosen Spekulationen verfangen hat. Was seine Analyse trotzdem interessant macht, ist die Tatsache, daß Reichs Orgonomie weitaus besser mit Bakans Behauptungen harmoniert als Freuds Psychoanalyse – obwohl natürlich auch Reich in keinster Weise von der „mystischen Tradition“ des Judentums beeinflußt wurde.

Die offensichtlichste Verbindung zwischen Psychoanalyse und Kabbala sei, so Bakan, daß auch die letztere versucht, in einer „Wortanalyse“ hinter die oberflächliche Bedeutung der Wörter zu blicken. Über den großen Kabbalisten Abraham Abulafia (geb. 1240) schreibt Bakan:

Das psychologische Ziel, das Abulafia verfolgte, war, „die Seele zu öffnen, die Knoten, die sie binden, zu lösen.“ Dies beruhte auf der Vorstellung, daß die inneren Kräfte des Menschen infolge seines gewöhnlichen, täglichen Lebens in Anspruch genommen (bound in) werden. In Abulafias Schriften gibt es die Vorstellung, daß diese Knoten darin einen Wert haben, daß sie das Individuum davor bewahren, von den Strömen des Kosmos übermannt zu werden. Wenn jedoch das Individuum Kontakt mit dem göttlichen Strom haben will, ist es notwendig, daß die Knoten gelöst werden. (ebd., S. 76)

Dies überschreitet die Psychoanalyse und verweist auf die Charakteranalyse und Orgontherapie.

Auch durch die ganze Denkmethode weist die Kabbala über die Psychoanalyse hinaus zur funktionellen Charakteranalyse. Bakan erwähnt Abulafias kabbalistische Methode des „Springens“, die stark an den Orgonomischen Funktionalismus gemahnt. Er zitiert dazu den Kabbala-Kenner Scholem:

Tatsächlich ist dies nichts weiter als eine sehr bemerkenswerte Methode, die Assoziation als Meditationsweg zu benutzen. Es ist nicht ganz das „freie Spiel de Assoziierens“, wie es die Psychoanalyse kennt; vielmehr wird der Übergang von einer Assoziation zur anderen von bestimmten Regeln bestimmt (…). Jeder „Sprung“ öffnet eine neue Sphäre, die von bestimmten formalen, nicht materiellen Charakteristiken gekennzeichnet ist. (ebd., S. 77)

Man denkt sofort an das systematische Vorgehen der Charakteranalyse und an das Wechseln von einem Funktionsbereich zum anderen aufgrund funktioneller („formaler“) Identität.

Antisemitismus (Teil 2)

16. November 2015

Aus charakteranalytischer Sicht setzt sich der moderne Antisemitismus aus zwei konträren Elementen zusammen, deren Gemeinsames Funktionsprinzip die Genitalangst ist: das Bild des alten bärtigen Patriarchen, der unschuldige kleine Christkindlein kastriert; und der glutäugige, großnäsige Jud Süß, der mit viehischer Gier über blonde Jungfrauen herfällt. Vom Bereich der Sexual- in die Arbeitsenergie übertragen, finden wir dieses Gegensatzpaar im jüdischen Kapitalisten und jüdischen Bolschewisten. Bei dieser Dichotomie handelt es sich einfach um den nach außen projizierten Ödipuskomplex. Man rebelliert gegen den kastrierenden und ausbeuterischen Vater, bekommt es mit der Angst zu tun und unterdrückt die Rebellion nach dem Vorbild, das einem der Vater geboten hat.

So glaubte Adolf Hitler, wie er in Mein Kampf schreibt, „im Sinne des allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn.“ Der Nationalsozialismus vereinigte in sich also die Revolution und die Reaktion. Er konnte die Erlösung bringen: wenn der Jude beseitigt ist, ist auch der Ödipuskonflikt gelöst und die Menschheit befreit. Die Endlösung war die nationalsozialistische Version der Sexuellen Revolution.

Das läßt sich am Ur-Nazi, Richard Wagner, exemplifizieren, dessen ganzes Leben ein einziges Aufbegehren gegen den ungeliebten jüdischen Stiefvater Ludwig Geyer war.

Dieses ödipale Moment findet sich heute insbesondere im sogenannten „Antizionismus“, der alle Probleme der Welt an einem geradezu grotesk unbedeutenden Lokalkonflikt (Israel ist so groß wie Hessen!) festmacht. Man erhebt sich gegen die angeblichen „Herrscher dieser Welt“ (die Freimaurer/Illuminaten/Bilderberger/das Finanzkapital, die glücklicherweise in einem kleinen Territorium greifbar sind) und solidarisiert sich dabei mit der denkbar finstersten Reaktion, dem islamischen Fundamentalismus.

Bei dieser faschistischen Rebellion der Nationalsozialisten und der heutigen Antizionisten (unter denen auch viele Juden sind – die Kapos der Jetztzeit) ging und geht es dabei nur vordergründig um Kapitalismus und „Zinsknechtschaft“. Primär geht es um ein Aufbegehren gegen Gott, das strafende Über-Ich, letztendlich gegen die Panzerung – es geht um Welterlösung.

Wirklich: die gesamte „Bewegung“ seit den 70er Jahren ist nichts anderes als Hitlerismus in grün!

Für Hitler unterscheidet sich der materialistische (d.h. „kapitalistische“, „unökologische“) Jude vom vergeistigten Christen dadurch, daß er sich nicht wie der Arier für ein Ideal opfern könne. Demgegenüber sei der opferwillige Arier in der Lage seine rein persönlichen Interessen zurückstellen. Überwindung des Egoismus in der sozialistischen Volksgemeinschaft, Gemeinschaftsgefühl, Glaube an Unsterblichkeit und ewige Werte sowie vor allem Aufopferungswille sei nur beim Arier ausgebildet.

Die grundsätzliche Gesinnung, aus der ein solches Handeln erwächst, nennen wir zum Unterschied vom Egoismus, von Eigennutz – Idealismus. Wir verstehen darunter nur die Aufopferungsfähigkeit des einzelnen für die Gesamtheit, für seine Mitmenschen. (Mein Kampf)

Insbesondere prangert Hitler als Folge der Prostitution die „Verjudung unseres Seelenlebens und Mammonisierung unseres Paarungstriebes“ durch „jüdische Mädchenhändler“ an und bringt das mit alle „Werte“ zerfressender Inflation, Wucher, „Zinsknechtschaft“, Profitgier und „Mädchenhandel“ in Zusammenhang.

Nach der Vorstellung Gottfried Feders, des Wirtschaftsexperten der NSDAP während der „Kampfzeit“, ist die „Zinsknechtschaft“ das eine Hauptübel der Welt, mit dessen Beseitigung sich alle anderen Übel von selbst erledigen würden. 1920 ging in das Parteiprogramm der NSDAP die Federsche Forderung nach „Abschaffung des arbeits- und mühelosen Einkommens“ und „Brechung der Zinsknechtschaft“, sowie nach der Todesstrafe für „gemeine Volksverbrecher, Wucherer, Schieber“ ein.

Feder hob stets hervor, daß 1919 er es gewesen sei, der Hitler seine erste grundlegende politische Erkenntnis vermittelt habe.

Die „rationale“ Funktion des nationalsozialistischen Antisemitismus bestand darin, daß er so gut wie der einzige ideologische Kitt war, der den Nationalsozialismus überhaupt zusammenhielt. (Desgleichen vereinigt heute der „Antizionismus“ die hoffnungslos zersplitterte Linke!)

Das, was für die Nazis und Stalinisten die Unterwanderung der Gesellschaft durch „Juden“ („Kosmopoliten“) und „Saboteure“ war, ist für die Linksliberalen die „soziale Gerechtigkeit“: ein Vorwand, mit dem sich alles rechtfertigen läßt.

Der Holocaust war in der UdSSR und später in allen anderen kommunistischen Staaten ein großes Tabu und wurde fast nie erwähnt, weil natürlich Kommunisten, nicht „zionistische Juden“, die Heroen des Antifaschismus hätten sein sollen. Entscheidender war aber wohl, daß man nicht die eigene „antizionistische“ Propaganda hintertreiben wollte, denn zur Zeit Hitler-Deutschlands und danach gab es in der Sowjetunion die Kampagne gegen den „Trotzkismus“, die eindeutig antisemitische Züge trug und durchtränkt war von der Vorstellung, aus dem Ausland würden politische „Krankheitserreger“ das Mutterland des Sozialismus vergiften.

Ganz wie die Nazis dem „Weltjudentum“ sowohl den „jüdischen Bolschewismus“ als auch den „Wall Street-Kapitalismus“ zur Last legten, galt der „Linksabweichler“ Trotzki als Werkzeug des internationalen Faschismus. Daß das stalinistische mit dem nationalsozialistischen Muster identisch war, zeigte sich aber erst in der Zeit von 1949 bis 1953 mit der Kampagne gegen den „wurzellosen Kosmopolitismus und Zionismus“, der für den zersetzenden Einfluß des prosperierenden, libertären „dekadenten Westens“ stand, der sich dergestalt in den „Zionisten“ (Juden) personalisierte. Sie würden den sowjetischen Volkskörper vergiften und stünden außerdem hinter den angeblichen „zionistischen Sabotage-Aktionen“ des Westens, bei denen krankheitserregende Bakterien und landwirtschaftliche Schädlinge, z.B. Kartoffelkäfer, in den sozialistischen Luftraum eingebracht würden.

Ähnliches geschah 1968 in Polen, als die Partei von „zionistischen Elementen“ gereinigt wurde – und der Kommunismus endgültig sein wahres, nämlich Nazi-Gesicht zeigte. Manche Historiker sehen in den damaligen antisemitischen Ereignissen in Polen, die an schierer Widerwärtigkeit einfach nicht mehr zu überbieten waren, den Anfang vom moralischen Ende des Weltkommunismus.

Und dieses rote Nazitum war kein Ausrutscher: es gehörte durchgehend zum Kommunismus. Das ging soweit, daß die KPD die NSDAP gegen Ende der Weimarer Republik in Sachen Antisemitismus überholen wollte. (Ähnlich der „antizionistischen“ „Antifa“ heute!)

Für die KPD waren „die Nationalsozialisten nichts anderes (…) als die Speerspitze von Bourgeoisie und Großkapital. Da letzteres auch aus Sicht der Kommunisten jüdisch dominiert war, prophezeite Politbüro-Mitglied Hermann Remmele das baldige Verschwinden des zweiten Teils des nationalsozialistischen Schlachtrufs „Deutschland erwache! Juda verrecke!“. In ihrer ideologischen Verblendung gingen sie sogar so weit, im jüdischen Großkapital die Hinterleute Hitlers zu sehen. So hieß es in der Roten Fahne über antisemitische Ausschreitungen der SA im jüdischen Scheunenviertel Berlins: „Die Pogrome, die diese von dem jüdischen Großkapital gut bezahlten Horden durchführen, sind Mörderfeldzüge gegen arme Proletarier, die nicht nur in dem tiefsten Elend dieser kapitalistischen Gesellschaft ihr Dasein fristen, sondern auch Sklaven einer mittelalterlichen Zurückgebliebenheit sind.“ (Ralf Georg Ruth: Hitler. Eine politische Biographie, München 2005)

Wie die Verhältnisse heute sind, nämlich ganz ähnlich, beschreibt hier Henryk M. Broder:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=3ME4DDqBvdU%5D

Der Antisemitismus war von Anfang an konstitutionelles Element der sozialistischen Emanzipationsbewegung. Wie August Bebel so schön sagte: „Der Antisemitismus ist der Sozialismus der Dummen.“ Dies sieht man z.B. bei Fourier und Proudhon, sowie natürlich bei Michail Bakunin, der über seinen Jünger Netschajew direkter Vorgänger von Lenin war. 1871 hatte dieser Papst des Anarchismus hitleresk über seine Persönliche Beziehung zu Marx geschrieben:

Nun, diese ganze jüdische Welt, die eine einzige ausbeuterische Sekte, ein Blutegelvolk, einen einzigen fressenden Parasiten bildet, eng und intim nicht nur über die Staatsgrenzen hin, sondern auch über alle Verschiedenheiten der politischen Meinungen hinweg, – diese jüdische Welt steht heute zum größten Teil einerseits Marx, andererseits Rothschild zur Verfügung… Dies mag sonderbar erscheinen. Was kann es zwischen dem Kommunismus und der Großbank gemeinsames geben? O! Der Kommunismus von Marx will die mächtige staatliche Zentralisation, und wo es eine solche gibt, muß heutzutage unvermeidlich eine zentrale Staatsbank bestehen, und wo eine solche Bank besteht, wird die parasitische jüdische Nation, die in der Arbeit des Volkes spekuliert, immer ein Mittel zu bestehen finden…

Aber auch Marx und Engels waren wütende Antisemiten, nicht anders als ihr nationalsozialistischer Gegenspieler Dühring, dessen alles bestimmender Antisemitismus vom Antisemiten Engels im Anti-Dühring bezeichnenderweise nur kurz gestreift wird. Nach Dühring sollte Privateigentum durch autonome republikartige Wirtschaftskommunen ersetzt werden. Aus dieser Bewegung ging einerseits die asketische, antisexuelle, hochneurotisch-kollektivistische Kibbuz-Bewegung über den Dühring-Schüler Franz Oppenheimer hervor, der Wirtschaftsberater Theodor Herzls war (und bei dem der Vater der Sozialen Marktwirtschaft, Ludwig Erhard 1924 promovierte). Andererseits geht die antitschechische, antiklerikale und antisemitische „Deutsche Arbeiterpartei“ (DAP), die 1904 in Trautenau in Böhmen gegründet wurde, unmittelbar auf Dühring zurück. Nach dem Krieg wurde über diverse Neugründungen daraus schließlich die NSDAP (– und gegen Ende des Nazi-Regimes wurde der indirekte Dühring-Schüler Ludwig Erhard vom Inland-Chef des SD, Otto Ohlendorf beauftragt, Wirtschaftskonzepte für den Fall der Niederlage auszuarbeiten…).

Die Hitler-Tochter Ulrike Meinhof hat in einem Interview gesagt, daß hinter Auschwitz ein wahres, von den Nazis ausgebeutetes antikapitalistisches Gefühl gesteckt habe, bei dem die Juden stellvertretend für die Kapitalisten vernichtet wurden. Diese Äußerung der „antifaschistischen“ Walküre war eine Reflexion von Marxens Gleichsetzung von Kapitalismus und Judentum. Nach der Wiedervereinigung hat ein Neo-Nazi-Führer und Ex-SED-Genosse vor Gericht ausgesagt, daß sein Wechsel vom Real- zum Nationalsozialisten nicht so verwunderlich sei, denn die BRD hasse er genauso wie früher, außerdem hätten schon Marx und Engels den Kapitalismus auf das Judentum zurückgeführt.

Diese Gleichsetzung geht auf Hegel und auf Fichte zurück, der 1808 nach einem Holocaust verlangte. Das war wiederum ein direkter Ausfluß der Lutheranischen kollektivistischen Zwangsmoral, hatte Luther doch schon 1543 in seiner Schrift Von den Juden und ihren Lügen für einen Holocaust plädiert. Die Juden symbolisierten das freie Unternehmertum einer separaten, also freien, amoralischen Menschengruppe, die sich nicht in die Volksgemeinschaft einpassen will und Profite und Zins von ihr abschöpft. Daraus entwickelte sich bruchlos das sozialistische Bild von habgierigen, sündhaften, unmoralischen, entarteten und bösen Kapitalisten, die das arbeitende Volk wie Vampire aussaugen. Im Grunde sind Nazis, Kommunisten (einschließlich originale Marxisten) und die heutigen ökologischen und pazifistischen Dritte Welt-Aktivisten alle von dieser Art christlichem antisexuellen Moralismus geprägt.

Antisemitismus (Teil 1)

15. November 2015

Am Beispiel des Antisemitismus kann man die gesamte orgonomische Sozialwissenschaft revuepassieren lassen.

Zunächst einmal ist der Antisemitismus bzw. der heutige „Antizionismus“ in seiner ganzen Widerwärtigkeit vielleicht das naheliegendste Beispiel für den Christusmord:

Im Ghetto von Wilna gab es einen Juden, den die SS-Wachmannschaft zum Spott „Jud Jesus“ nannte. Eines Tages ergriffen sie ihn, zerschunden ihm sein Haupt mit einer Krone aus Stacheldraht und kreuzigten ihn dann am Lagertor. (Dekan Rudolf Pfisterer z.n. Pinchas Lapide: Wer war schuld an Jesu Tod? , Gütersloh 1987)

Spezifischer kann man dem Haß gegen Juden mit der von Elsworth F. Baker entwickelten soziopolitischen Charakterologie auf den Grund gehen. In der Vergangenheit hatten Juden vor allem eine liberale Charakterstruktur mit verhältnismäßig vielen pseudo-liberalen Charakteren. Man siehe dazu die Ausführungen von Bakers Schüler Charles Konia: „Why Are Jews Liberal?“, The Journal of Orgonomy, Vol. 43(2), Fall 2009/Winter 2010, S. 68f. Deshalb wurden sie von den Rechten dermaßen gehaßt. Mit der Gründung Israels ist es zu einer dramatischen Umkehr gekommen und der Haß gegen Juden („Zionisten“) kommt mittlerweile vor allem von der Linken. In ihrer verzerrten Wahrnehmung sehen Linke „amerikanische Siedler“ („Zionisten“), die erneut die Indianer („Palästinenser“) unterdrücken und massakrieren. Der typische Linksintellektuelle ist heute besessen vom „Israelproblem“, wie es früher der typische Rechtsintellektuelle vom „Judenproblem“ war. Gemäß ihrer Charakterstruktur sehen die ersteren ihr besagtes „Problem“ als sozio-ökonomisch bzw. politisch bedingt, während die letzteren das ihre „biologisch“ (rassistisch) und „moralisch“ („Feinde Christi“) sehen.

In Sophia und Christus habe ich gezeigt, wie in der religiösen Mystik die Sexualität transzendiert wird bei gleichzeitiger Erniedrigung der realen Sexualität – wie die irreale Frau vergöttlicht wird bei gleichzeitiger Erniedrigung der realen Frau. Erinnert sei hier an die kitschige Mutterverehrung (eine Art „Jungianisches Matriarchat“) der extrem patriarchalisch eingestellten Nationalsozialisten wie Reich sie in der Massenpsychologie des Faschismus (Fischer TB, S. 70-73) darstellt:

Durch die patriarchale Sexualunterdrückung wird „die ursprüngliche biologische Bindung des Kindes an die Mutter und auch der Mutter an die Kinder zur unlösbaren sexuellen Fixierung“. Um diese Mutterbindung, dem Kern der Familienbindung, gruppieren sich dann, so Reich, die reaktionären Vorstellungen von Heimat und Nation.

Das nationalistische Empfinden ist demnach die direkte Fortsetzung der familiären Bindung und wurzelt wie diese zuletzt in der fixierten Mutterbindung.

Als Beispiel zitiert Reich Aussagen von Goebbels wie die folgenden:

Die Heimat ist die Mutter Deines Lebens, vergiß das nie.

Mit dem Begriff „Mutter“ ist „Deutschsein“ ewig verbunden – kann uns etwas enger zusammenführen als der Gedanke gemeinsamer Mutterehrung?

Wenn jemand deiner Mutter mit der Peitsche mitten durchs Gesicht schlägt, sagst du dann auch: Danke schön! Er ist auch ein Mensch!? Das ist kein Mensch, das ist ein Unmensch! Wieviel Schlimmeres hat der Jude unserer Mutter Deutschland (von WR gesperrt) angetan und tut es heute noch an! Er (der Jude) hat unsere Rasse verdorben, unsere Kraft angefault, unsere Sitten unterhöhlt und unsere Kraft gebrochen (…) Der Jude ist der plastische Dämon des Verfalls (…) beginnt sein verbrecherisches Schächtwerk an den Völkern.

Das letzte Zitat kommentiert Reich folgendermaßen:

Man muß die Bedeutung der Vorstellung von der Kastration als der Strafe für sexuelles Begehren kennen, man muß den sexualpsychologischen Hintergrund der Ritualmordphantasien wie des Antisemitismus überhaupt erfassen und zudem das sexuelle Schuldgefühl und die sexuelle Angst des reaktionären Menschen richtig einschätzen, um beurteilen zu können, wie solche vom Schreiber unbewußt abgefaßten Sätze auf das unbewußte Gemütsleben der Leser einwirken. Hier liegt die psychologische Wurzel des Antisemitismus der Nationalsozialisten.

Es ist bezeichnend, daß der Antisemitismus in Hitlers österreich-ungarischer Heimat 1882 anläßlich eines Ritualmordprozesses den entscheidenden Aufschwung nahm. Der Jude Joseph Scharf wurde angeklagt, die 14jährige Esther Solymossy zu rituellen Zwecken ermordet zu haben. Es folgten pogromartige Ausschreitungen. In Dresden wurde daraufhin noch im gleichen Jahr der erste antisemitische Kongreß abgehalten. Über dem Rednerpult hing das Bild des Mädchens. Außerdem wurde die erste antisemitische Zeitung ins Leben gerufen, der Österreichische Volksfreund. Ritualmordanschuldigungen waren in Folge eines der Hauptthemen der 1890er Jahre. Von da an war es ein grader konsequenter Weg in die Gaskammern. 1943 führte Himmler vor SS-Schergen aus: „Wir hatten das moralische Recht, wir hatten die Pflicht gegenüber unserem Volk, dieses Volk, das uns umbringen wollte, umzubringen.“

Im Antisemitismus klingengleichzeitig auch Elemente an, die gegen das „Mütterliche“, „Dunkle“ und „Chthonische“ gerichtet sind. Reich hat in seiner Massenpsychologie des Faschismus dargestellt, wie die Sexualität verteufelt und zusammen mit „niederen“ Bevölkerungsgruppen, den „Untermenschen“, in die Unterwelt verdrängt wird. („Übermenschen gegen Untermenschen = Unterleibsmenschen, ebd., S. 304)

Am klarsten tritt uns dies im deutschen Faschismus entgegen, wo die „Herrenmoral“ des „nordischen“ (kalten) Menschen für das Lichte, Hehre, Himmelhafte, Asexuelle, Reine steht; während „der Jude“ triebhaft, dämonisch, geschlechtlich, ekstatisch, orgastisch ist – und in besonders kranken Phantasien bringt er sogar Menschenopfer dar. Wie Hitler es in Mein Kampf so schön plastisch ausdrückt: „Der schwarzhaarige Judenjunge lauert stundenlang, satanische Freude in seinem Gesicht, auf das ahnungslose Mädchen, das er mit seinem Blut schändet.“ „Der Jude“ ziehe die „nordische Rasse“ auf sein sexuelles Niveau hinab. Ausgerechnet „die Juden“ empfand man als sexuell haltlos. So schrieb Walter Schubart in seinem Buch Religion und Eros, das 1941 in München veröffentlicht wurde:

Dionysischer Art ist das biblische Gebot: „Seid fruchtbar und mehret euch“, anklingend an die den Naturreligionen eigene Vergottung des unermüdlichen gebärenden Muttertums. Im [apokryphen] Buch Henoch 10,17 freut sich der Apokalyptiker darauf, daß die Gerechten nach dem Gericht über die Gottlosen bis zu 1000 Kinder zeugen werden; man träumt davon, daß zur Zeit des Messias die Weiber täglich gebären. (…) Der Same ist heilig (Esra 9,2). Kinderreichtum gilt als Segen, Unfruchtbarkeit als göttliche Strafe (4 Makk 18,9; Henoch 96,5) (…) Die Vielweiberei ist gestattet (Dtn 21,15-17). Viele Kinder zu haben ist Pflicht, viele Frauen zu haben keine Schande. Salomo ergötzte sich an 700 Weibern und 300 Kebsen (1 Kön 11,3). Jungvermählte werden vom Heeresdienst befreit, um sich des Geschlechts zu erfreuen (Dtn 20,7 und 24,5). (…) Im ganzen läßt sich sagen, daß sich das vorchristliche Judentum einige Vorstellungen und Gepflogenheiten der Naturreligion bewahrt hat. Nur in der Gottesfrage gilt kraß und einseitig das männliche Prinzip. (z.n. Czech/Loth/Trzaskalik/Tworuschka: Judentum, Dieserweg/Kösel 1978, S. 66)

Die Generation der Nationalsozialisten entstammt einer Periode in der Entwicklung des westlichen Patriarchats, Mitte des 19. Jahrhunderts, als „die Einschätzung der Sexualität ihren absoluten Tiefpunkt erreichte“ (Herbert Haag und Katharina Elliger: Stört nicht die Liebe, Olten und Freiburg 1986, S. 46).

Von Anfang an konzentriert sich (…) die Behandlung sexueller Fragen auf das 6. Gebot. Während jedoch die ältesten Katechismen sich in der Formulierung an die biblische Überlieferung halten und eine sachgemäße, offene Sprache sprechen, verändert und verengt sich die Redeweise immer mehr, bis in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Geschlechtliche völlig tabuisiert wird. (ebd., S. 44)

Hier, aus diesem Pfuhl abgestandener Sexualenergie, aus dem stickigen Schoß der Kirche ist die buchstäblich braune Bewegung hervorgekrochen.

Die antisemitischen Tiraden der Nationalsozialisten gegen den Einbruch des „Triebhaften, Gestaltlosen, Dämonischen, Geschlechtlichen, Ekstatischen, Chthonischen und der Mutterverehrung“ (vgl. Reichs Ausführungen in der Massenpsychologie über die Rolle von „Rassereinheit, Blutvergiftung und Mystizismus“ bei Alfred Rosenberg) sind keine Ausnahmeerscheinung in der Kulturentwicklung, sondern sozusagen die Speerspitze unserer gepanzerten „Kultur“. Es ist nichts spezifisch Deutsches, wie es manche Rassisten gerne hinstellen.

„Rassische“ Elemente (wenn auch sicherlich nicht im primitiven biologistischen Sinne) kann man auch im Alten Testament finden. Unter den Neubegründern (bzw. den eigentlichen Begründern) des Judentums, Esra und Nehemia, herrschte nach dem babylonischen Exil ganz offener Rassismus. So „schalt und verwünschte“ Nehemia jene Juden, die Mischehen geschlossen hatten und „ließ auch einige von ihnen schlagen und ihnen die Haare ausraufen“ (Neh 13,25). Esra meinte, Mischehen würden das Land mit Unreinheit von einem Ende zum anderen erfüllen (Esra 9.10). Fremde Frauen und ihre Kinder sollten verstoßen werden.

Anläßlich der Massenirrationalität der 30er Jahre in Deutschland und Italien stellte Reich fest, daß der „Faschismus das Resultat jahrtausenderalter Verunstaltung der Menschen (ist). Er hätte in jedem Lande, in jeder Nation zur Entwicklung kommen können“ (Massenpsychologie, S. 284). In diesem Sinne war der Nationalsozialismus nur die konsequenteste Ausprägung des Patriarchats, dessen Doktrin im Alten Testament archetypisch niedergelegt ist.

Ebensogut könnte ich von den Griechen und Römern oder von den Inkas und Azteken sprechen, aber die patriarchalische Grundschrift des Westens ist nun einmal das Alte Testament, dessen Programm Paulus und nach ihm die Kirche getreulich ausgeführt haben. Die Juden sind sogar ein weitaus unpassenderes Beispiel als die oben genannten patriarchalen Völker, denn, wie Ernst E. Vardiman schreibt, gab es in Israel im Gegensatz zu Hellas keine unterdrückte Urbevölkerung und keine Massensklaverei (Die Frau in der Antike, Düsseldorf 1982). Außerdem war die Unterdrückung der Frau weit geringer.

Bis zu David war Israel ohne zentralen König und hat auch später nie einen wirklichen „orientalischen Tyrannen“ geduldet. Für die despotischen Zustände im antiken Orient ist es ohne Beispiel wie etwa Judas König Joschija (638-609), nachdem er sich von der assyrischen Tyrannei befreit hatte, den aufgefundenen Text des Deuteroniums vor dem Volk verlas. Michael Grant zufolge scheint Joschijas Regierungsstil demokratischer als der der anderen Herrscher seiner Zeit gewesen zu sein.

Seine öffentliche Verlesung des heiligen Textes weist darauf hin, daß er offensichtlich davon überzeugt war, daß die Bevölkerung ein Recht habe, über Dokumente von nationaler Bedeutung informiert zu werden, und der Prophet Jeremia [22,15f], der gewiß nicht leicht zufriedenzustellen war, erklärte, der König habe recht gehandelt, indem er sich den Niedrigen und Armen zugewandt habe. (Das Heilige Land, Bergisch Gladbach 1988, S. 224f)

Warum ich mich mit diesem abgestandenen Thema beschäftige? Es gibt kaum etwas aktuelleres!

Der moderne Antisemitismus breitet sich, wenn man mal vom importierten Antisemitismus der mohammedanischen Gasthartzvierler absieht, vor allem in der angeblichen „Esoterik“ aus. Wenn irgendjemand ein zukünftiges Auschwitz plant, dann sind es diese Leute:

Scientologen (und ähnliche „Lichtarbeiter“) denken wirklich so!

Hier willkürlich eine beliebige Leserstimme aus den Abgründen des Internets:

DE ist nicht nur pleite, sondern Land und Kinder an den auserwählten Feudalismus bis zum Nimmerleinstag verpfändet
So wie alle nicht souveränen Länder wie USA+EU+JP Opfer des Bankierwuchers sind –
Ein Völkerbetrug wahrlich biblischen Ausmaßes. Der große Hochmut vor dem sicheren Fall der Vampire.
Verhaßt und gefürchtet in der ganzen Welt wegen ihrer Scham- und Gewissenlosigkeit, der geistigen Primitivität des Altertums mit seinem Wucher und religiösen Rassismus

Es gibt überhaupt keinen Unterschied zur geistigen Verfassung weiter Kreise Deutschlands zu Zeiten der Weimarer Republik. Der wirre Haß ist vielleicht sogar noch größer! Diese Leute würden sich heute wieder begeistert freiwillig für „Sondereinsatzgruppen“ melden!

Der nackte Wahnsinn (Teil 1)

9. Oktober 2014

Ähnlich wie vor der „Machtübernahme“ der Nationalsozialisten werden auch heute die deutschen Universitäten von „National-Sozialisten“ dominiert. Dazu eine typische Veranstaltungsankündigung eines beliebigen Allgemeinen (!) Studierendenausschusses:

„Grenzgänge – Critical Whiteness Studies und Weißseinsforschung in Deutschland“ (sic!). Eine Frau Dr. Soundso diskutiert die Bedeutung der Hautfarbe in Deutschland. „Weißsein“ gelte „als Signatur für Deutschsein, als das Normale und somit Normative.“ Wie in den USA müsse nun auch in Deutschland die Debatte um Rassismus und „Weißsein“ geführt werden.

Zu den Feldern, auf denen diese Debatte geführt wird, gehört auch die Richtung von Queer Theorie, deren Fokus auf De/Konstruktionen von Gender und Sexualität liegt. (sic!)

Diese Leute mögen sich für „Antifaschisten“ halten, aber die systematische Zerstörung („Dekonstruktion“) wissenschaftlichen Denkens und die Aufteilung der Gesellschaft in willkürlich konstruierte „Gruppen“ brandmarken sie als Nazis.

In der Massenpsychologie des Faschismus hat Reich gezeigt, wie die ursprünglich noble Idee eines internationalen Sozialismus aufgrund der Struktur der Massen und ihrer „Führer“ unweigerlich in einen nationalen Sozialismus degenerieren muß: in Absonderlichkeiten wie etwa „nationale Befreiungsbewegungen“ und die Kreierung und Instrumentalisierung immer neuer derartiger „Nationen“ (beispielsweise der „queer nation“).

Siehe dazu auch Der politische Irrationalismus aus orgonomischer Sicht, wo die funktionelle Identität solcher modern liberals mit rechtsradikalen Obskurantisten diskutiert wird.

Hier ein bezeichnender Einblick in das alltägliche Geschehen deutscher Universitäten: die „antifaschistische“ Einheitsfront von Stalinisten und Islamisten.

Wie der neue Stalinismus, der dieses Land überzieht, konkret aussieht, hat Henrick M. Broder sehr schön beschrieben: „Der nackte Wahnsinn gibt den Ton an“.

Für diesen Wahnsinn steht ein Name: Judith Butler:

Konsequent verweigert Butler auch in ihrem politischen Denken die Unterscheidung von sex und gender. Ihr Ausgangspunkt ist die Annahme, dass auch das biologische Geschlecht/sex durch materialisierende Akte von Sprache entstehe. Durch Dekonstruktion gelte es auch hier, Spielraum für ein Erproben von alternativen Geschlechtsidentitäten, „queer identities“, zu schaffen. „Queer“ ist hierbei nicht als ständig wechselbare Identität gedacht, ebenso wenig wie „queer“ auf den Wunsch eines Körpers jenseits von Macht verweist. Ziel sei vielmehr, die Kontingenz von anatomischen Körpermerkmalen und performativer Geschlechtsidentität aufzuzeigen und Geschlechter-Verwirrung zu stiften. Butlers Konzept der Subversion setzt voraus, dass Subjekte, die gegebene Geschlechtsidentitäten annehmen, zwangsläufig inkohärente Konfigurationen erzeugen, die durch die Valenz überschneidender und widersprüchlicher Diskurse Widerstand hervorrufen. Durch diese Koexistenz der Diskurse entsteht die Möglichkeit der Rekonfiguration und Neu-Einsetzung: zum Beispiel durch Parodie, Travestie oder andere experimentelle Praktiken.

Zu Butler auch hier.

Vor der Linken bzw. vor obskurantistischen Linken kann man heutzutage nur noch angewidert ausspucken! Geistig korruptes debiles stinkendes Nazi-Dreckspack! Ekelhaft wie Julius Streicher und dumm wie Brot.

Um den Obskurantismus abzurunden Butler zu Freuds – Todestrieb:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=OYYdM6FfcZU%5D

Es paßt, daß die linken Obskurantisten ein symbiotisches Verhältnis zu den heutigen Nationalsozialisten haben, d.h. den „Islamisten“. Der Islam ist Nationalsozialismus. Da wäre Rassismus und das Führerprinzip. Zum ersteren hat, wie oben verlinkt, Hartmut Krauss gesagt: „Der Reinrassigkeit als totalitärem Druckmittel im faschistischen Terrorstaat entspricht die Rechtgläubigkeit als totalitärem Druckmittel im gottesherrschaftlichen Terrorstaat.“

Der Journalist Gideon Böss erzählt eine Begebenheit aus dem Berliner Wedding:

Ich wartete auf den Bus und las dabei einen Artikel über die Satanischen Verse von Salman Rushdie, da setzt sich ein Mann neben mich und fragt nach der Uhrzeit. Sein Blick fällt auf den Artikel. „Allah wird ihn bestrafen!“, bemerkt er, nicht aggressiv, eher wie eine Feststellung. (…) Ich überlege, ob ich eine Diskussion über Meinungs-, und Kunstfreiheit führen will und entscheide mich dagegen. „Ich glaube eigentlich, daß Allah Rushdie ziemlich mag, immerhin läßt er ihn mit Models schlafen, während die iranischen Mullahs Frauen gewaltsam dazu zwingen müssen, mit ihnen das Bett zu teilen. Es ist doch eindeutig, auf wessen Seite Allah da steht.“ Der Tunesier lacht und verabschiedet sich wieder.

Was an dieser Geschichte bemerkenswert ist? Der Nordafrikaner bzw. „Araber“ wäre schier ausgerastet, vielleicht sogar handgreiflich geworden, wäre nicht von Allah, sondern von Mohammed die Rede gewesen! Im Islam steht Mohammed über Gott.

Martin Bormann hat auf die Frage seines Sohnes, was denn nun eigentlich „Nationalsozialismus“ sei, lapidar geantwortet: „Der Wille des Führers!“ Nichts anderes ist der Islam: der Wille Mohammeds, wie er im Koran, in den überlieferten Aussprüchen und Handlungen und in der Biographie des „Propheten“ niedergelegt ist.

Nur ein eurozentrisch beschränkter Mensch kann glauben, der Islam sei einfach eine „Religion“ wie jede andere auch. Der spirituelle Gehalt des Islam ist gleich Null. Das einzige, was ihn zu einem Faszinosum macht, ist seine politische Dimension.

Leider fehlt heute das, was nur ein lebendiger Führer geben kann: der unmittelbare Befehl, an dem es nichts zu deuteln gibt und der aus der Gemeinschaft eine schlagkräftige Armee macht. Das strebt die Kalifats-Bewegung an: eine Umma, ein Weltreich, ein Führer. Ihr Motto ist: „Der Islam wird die Welt beherrschen!“

Imgrunde ist bereits heute alles so wie zu Reichs Lebzeiten! Die Nazis (Hamas und die Hisbollah) bedrohen Israel mit Raketen, die nur eine Funktion haben: so viele Zivilisten wie nur irgend möglich zu verstümmeln und zu töten und auf diese Weise Angst und Schrecken zu verbreiten. Die Hisbollah droht mit „Wunderwaffen“. Es gibt gewisserweise sogar den Hitler-Stalin-Pakt: heute unter dem gemeinsamen Dach „Antizionismus“.

Hier ein weiterer Blick in den Wahnsinn:

  1. Strategischer Essentialismus und Klassen-Hurenkampf (Class Whorefare): Evangelische Christen als Analogie
  2. Die „Ander-ungen“ („Other-ings“) des Zionismus und der Apartheid: Reflektionen über schwules und jüdisches Aufwachsen im Südafrika der Apartheid
  3. Das Pinkwashing meiner Diaspora: LGBTQ-Geburtsrechts-Trips und der Homonationalismus der zurückblickt
  4. Vom Heteronormativen zum Homonationalen: Die gegenderte Verrassung (Racialization) des „Jüdischseins“ im Zionismus
  5. Homonationalismus/Ethnizität: über die Selbstproduktion der Zionisten als eine liberale und kritische Gesellschaft durch die Erschaffung des Araber-Juden (Mizrahi) als des Anderen
[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=KfZJJPrK4Ak%5D

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 6)

24. Juli 2013

Die Geschichte des Antisemitismus in Europa war wesentlich komplexer als sie Daniel Goldhagen dargestellt hat. Seine Theorie ist zu einseitig und grobschlächtig und hat zu Recht sowohl formale als auch inhaltliche Kritik namhafter Historiker auf sich gezogen. Goldhagen vernachlässigt beispielsweise, daß virulenter Antisemitismus nur ein Ausdruck der Emotionellen Pest unter vielen ist und auch in den Nachbarländern Deutschlands weit verbreitet war und das kurioserweise fast immer mit einem antideutschen Unterton. Man denke nur an die Dreyfus-Affäre! Reich hat, wie im 1. Teil bereits erwähnt, betont, daß der Faschismus kein spezifisch deutsches oder italienisches Phänomen war, sondern als pestilenter Zug in der Charakterstruktur nahezu aller Menschen in gepanzerten Gesellschaften vorhanden ist. So schreibt er in der Massenpsychologie des Faschismus, daß „es heute keinen einzigen lebenden Menschen gibt, der nicht in seiner Struktur die Elemente des faschistischen Denkens und Fühlens trüge“.

Weiten Teilen der deutschen Bevölkerung muß es ziemlich sauer aufgestoßen sein und zu wilden Verschwörungstheorien Anlaß gegeben haben, daß die Juden (die nie mehr als 1 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachten) so über alle Maßen erfolgreich und einflußreich waren, etwa im Handel, bei den Banken, an der Börse, bei Versicherungen, an den Universitäten (sowohl als Studenten als auch im Lehrkörper), bei den Rechtsanwälten und Ärzten und nicht zuletzt im Kulturbetrieb.

Andererseits wird gerne behauptet, daß die Kriminalstatistik jener Jahre zeige, daß ein deutlich überproportionaler Prozentsatz krimineller Handlungen (Raub, Mord, Vergewaltigung, Dokumentenfälschung, Kindesmißbrauch, Erpressung, Entführung, Unterschlagung, Betrug) von Juden begangen wurde. Solche Behauptungen werden von Antisemiten bis heute verbreitet. Daß sie totaler Schwachsinn sind, die Juden hier sogar eher unterrepräsentiert waren, wurde im Detail nachgewiesen. Daß Deutsche in jüdischen Armenvierteln, insbesondere im Berliner Scheunenviertel, ganz andere Eindrücke gewinnen mußten, ist natürlich von keiner Statistik erfaßbar.

Jedenfalls zeigt die Fälschung der Statistik das ganze Wesen des Antisemitismus: Die Juden waren den Deutschen (man verzeihe mir diese Gegenüberstellung, aber wie soll ich sonst einigermaßen übersichtlich argumentieren?!) in jeder Beziehung überlegen. Aber ihr Erfolg wurde mit irgendwelchen „jüdischen Verschwörungen“ erklärt und entsprechend auch noch so getan, als seien „die Juden“ besonders große Schufte und würden ihre Positionen entsprechend ausnutzen. Wie sollten sie sonst die doch angeblich so überlegenen Arier überflügeln?! Daß „die Juden“ durch ihren Arbeitsethos und ihre überkommene Kultur, die so viel Wert auf Gelehrsamkeit legte, so erfolgreich waren und daß sie entsprechend gar nicht zur Kriminalität prädestiniert waren – dem antisemitischen Kleinen Mann will das nicht in den Schädel. (Ich habe das bereits an anderer Stelle erläutert.)

Natürlich sollte man auch nichts romantisieren und beschönigen, denn ohne Zweifel standen „die Juden“ an der Vorfront des Kapitalismus. Reich selbst war von seiner geschäftstüchtigen Verwandtschaft angewidert. Gleichzeitig waren in Rußland und Deutschland überproportional viele der kommunistischen Führer Juden. Einfachen Gemütern muß es um 1920 herum tief beunruhigt haben, daß auf der einen Seite so unverhältnismäßg viele der „Kapitalisten“ Juden waren und auf der anderen Seite so viele namhafte Kommunisten ebenfalls Juden waren.

Subjektiv glaubten viele Deutsche tatsächlich, daß sie sich „gegen die Juden wehren mußten“. Als dann 1933 in Deutschland eine durch und durch widersprüchliche Massenbewegung an die Macht kam, die ideologisch einzig und allein durch ihren Antisemitismus zusammengehalten wurde (der es erlaubte, gleichzeitig gegen den Kapitalismus und gegen den Kommunismus, d.h. eben „Nationalsozialist“ zu sein!), reagierten Juden in Europa und Amerika verständlicherweise extrem alarmiert und riefen öffentlich zum Boykott auf. In London, New York, Paris und Warschau vereinigten sich jüdische Geschäftsleute zu einem umfassenden „wirtschaftlichen Kreuzzug“. So fühlte sich die Hitler-Regierung moralisch vollkommen im Recht, d.h. fühlte sich als Opfer, als sie verkündigte, es werde im Gegenzug in Deutschland einen eintägigen Boykott jüdische Geschäfte geben, wenn die Kampagne nicht aufhöre. Noch heute behaupten Neonazis Hitlers Rede vom 28. März 1933, in der er einen Boykott gegen jüdische Geschäfte forderte, sei eine direkte Reaktion auf die „Kriegserklärung an Deutschland“ von Seiten des „internationalen Judentums“ gewesen. Objektiv war das von vornherein der pure Schwachsinn, aber subjektiv… Beispielsweise zeigen alle Dokumente und berichten Zeitzeugen, daß der tumbe Himmler, ein paranoid-schizophrener Charakter wie Hitler selbst, bis zum bitteren Ende fest von der „jüdischen Weltverschwörung“ überzeugt war.

Man kann sich über die Dummheit der damaligen und heutigen „Nazis“ aufregen, sollte aber zumindest einmal versuchen sich in das subjektive Empfinden dieser Leute hineinzuversetzen. Man muß also etwas tun, was keiner der Protagonisten jemals auch nur im Ansatz versucht hat: Gerechtigkeit walten lassen. Die Juden haben keinerlei Schuld auf sich geladen, „aber“ aufgrund ihrer unglücklichen Geschichte standen sie dort, wo Menschen verletzt wurden: an der vordersten Front von Kapitalismus und Kommunismus. Es war, im Vergleich mit ihrem geringen Anteil an der Gesamtbevölkerung, unverhältnismäßig wahrscheinlich, daß der „kalte Kapitalist“, der einen kleinen Handwerker in den Ruin trieb, etwa weil ein Kredit nicht verlängert wurde, ein Jude war. Jedenfalls machte es sofort die Runde, wenn er ein Jude war. Und wenn ein „roter Kommissar“, der zufällig jüdischer Abstammung war, ein Massaker zu verantworten hatte, waren im Bewußtsein der Beobachter sofort „die Juden“ schuld.

Geradezu alptraumhaft absurd wird das Bild dadurch, daß, kaum waren die Nazis an der Macht, eine Phase der inoffiziellen Zusammenarbeit zwischen der deutschen Regierung und der zionistischen Bewegung in Deutschland und weltweit begann. So bizarr diese seltsame „Interessengemeinschaft“ heute auch anmuten mag, so verfolgten in den darauffolgenden Jahren die SS und die Zionisten doch tatsächlich das gemeinsame Ziel, den Strom an deutsch-jüdischen Einwanderern nach Palästina zu erhöhen. Der wachsende Antisemitismus in Deutschland spielte in diesem Sinne sogar in die Hände der Führer der zionistischen Bewegung. (Das änderte sich drastisch nach dem Beschluß der „Endlösung“ und nachdem die Nazis sich der „palästinensischen Sache“ angenommen hatten. Gewisserweise ist die PLO eine Nachfolgeorganisation der NSDAP!)

Vor der Eskalation des Antisemitismus als Folge des oben erwähnten Boykotts hegte die Mehrheit der deutschen Juden wenig Sympathie für zionistische Bestrebungen. Auch Reich wollte mit dem Zionismus nichts zu tun haben und sah zu dieser Zeit das Heil der Juden einzig und allein in der weltweiten sozialistischen Befreiungsbewegung.

Daß die Geschichte manchmal merkwürdige (und für uns Nachgeborene schwer nachvollziehbare) Blüten schlägt, zeigt sich in diesem Zusammenhang z.B. auch dadurch, daß die spätere Magda Goebbels zuvor eine Liebschaft mit dem Zionisten Viktor Chaim Arlosoroff hatte, den Davidstern an einer Kette um den Hals trug (sic!) und mit ihrem Partner gemeinsam nach Palästina auswandern wollte. Wer hätte das von der nachmaligen Ehefrau des antisemitischen NS-Propagandaministers Dr. Joseph Goebbels gedacht?

Ähnlich bizarr erscheint, daß ausgerechnet der Sicherheitsdienst der SS dem späteren Protokollführer der Wannsee-Konferenz, Adolf Eichmann, 1937 eine kostspielige Reise spendierte, „um die zionistische Arbeit in Palästina durch Besichtigungen persönlich kennenzulernen“ und die Zusammenarbeit mit den Führern des Zionismus zu intensivieren, damit das gemeinsame Ziel der forcierten Umsiedlung deutscher Juden nach Palästina befördert werde.

Was für ein nihilistischer Alptraum die Zeit des Nationalsozialismus war, wird auch daran deutlich, daß die SS am Ende des Krieges gewisserweise diese Verhandlungen wiederaufnahm.

Man wiederholt ständig, „daß Geschichte von Menschen“ gemacht wird, – um dann mit ellenlangen Statistiken und drögen Dokumentationen aufzuwarten. Beispielsweise läßt sich zeigen, daß die Rede vom „jüdischen Bolschewismus“ statistisch durch keine Fakten gedeckt wurde. So kann man meinetwegen volkspädagogisch Leute aufklären, die zu neonazistischem Gedankengut neigen, aber um die Geschichte zu begreifen, bringen solche Darstellungen wenig. Wichtig ist allein, was damals massenwirksam war, d.h. geglaubt wurde, unabhängig von seinem Wahrheitsgehalt. Man muß in der Geschichte den „subjektiven Faktor“ wirklich ernstnehmen, ansonsten begreift man nämlich gar nichts. Reich hat das getan, als er damals etwas für Linke unerhörtes tat, nämlich indem er bei der Vorbereitung auf seine Massenpsychologie des Faschismus Hitler und Rosenberg wirklich las und sich in ihre Gedankenwelt einfühlte, statt nur nach Zitaten zu suchen, die man polemisch verwursten konnte. Erschreckenderweise wird das letztere noch heute getan in einer volkspädagogischen Schmonzette nach der anderen, die die historische Wissenschaft nachhaltig zerstören.

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=bxoCJh8-Yxk%5D

Der Irrsinn regiert die Welt

21. März 2012

Hitler hat, ganz Darwinist, einfach darauf vertraut, daß sich das (Starke und deshalb) Gute durchsetzt. Am Ende wollte er ja den überlegenen Slawen ein plattgemachtes Germanien überlassen. Und über die Juden schrieb er in Mein Kampf, ob nicht das „unerforschliche Schicksal“, also für Hitler Gott selber, „den Endsieg dieses kleinen Volkes in ewig unabänderlichem Beschlusse wünsche“.

Antisemit war er, weil er, wieder ganz Darwinist, in den Juden sozusagen das „biologische Substrat“ jener jüdisch-christlich-marxistischen Weltanschauung ausmachte, die den ewigen Kampf ums Überleben des Stärkeren hintertreibe, deshalb lebensfeindlich sei – und deshalb ausgemerzt gehöre.

Aber hat er jemals wirklich im wortwörtlichen Sinne an die jüdische Weltverschwörung geglaubt? Bei Himmler ist das absolut sicher. Am Ende hat er mit Vertretern des jüdischen Weltbundes verhandelt, weil er allen Ernstes fest davon überzeugt war, daß die im Hintergrund die Fäden ziehen. (Genauso wie es heute Millionen glauben, die dem „antizionistischen“ „Zeitgeist“ folgen!) Den besagten Vertretern hat er natürlich auch erzählt, daß er persönlich gar nichts gegen Juden habe. Ich bin geneigt ihm zu glauben.

Vor zehn Jahren hat der deutsch-syrische Islam-Experte Bassam Tibi eine schöne Anekdote im Radio erzählt: In einer Live-Diskussion im ägyptischen Fernsehen wurde er gefragt, ob es stimme, daß in Deutschland Moslems verbrannt werden. Total perplex und verwirrt hat Tibi das natürlich verneint. Nach der Fernsehsendung wurde er vom Chefredakteur zur Seite genommen. Er könne ihm doch nun unter vier Augen eingestehen, daß er von der deutschen Regierung bezahlt werde, um solche offensichtlichen Lügenmärchen („Moslems werden in Deutschland nicht verbrannt!“) zu verbreiten. – Große Teile der Weltbevölkerung scheinen genauso total irre und wahnhaft zu sein, wie es Himmler war. Total meschugge.

Und es sind nicht nur absurde, d.h. islamische Länder wie Ägypten oder Pakistan! Millionen, zig Millionen, Deutsche hängen den allerwirrsten Verschwörungstheorien an. Man schaue sich das Internet an! Beispielsweise Blogs, meine „Kollegen“: manche sind dermaßen irre, wirklich psychotisch, daß man es kaum glauben kann. Channeling, Botschaften von UFO-Kommandanten vom Planeten Venus, etc.pp. Und das ist kein Randphänomen, sondern derartige Blogs sind ein großer Erfolg, was man am leichtesten anhand der zahlreichen Kommentare ablesen kann. Bei anderen sehr erfolgreichen Blogs kann ich beim besten Willen nicht ausmachen, ob ich es mit Nationalsozialisten oder gewöhnlichen Bolschewisten zu tun habe. Und man glaube nicht, daß sich die Auswüchse des Darwinismus seit Hitler viel gebessert haben.

Ähnlich wie einst die Nationalsozialisten im einzelnen Menschen primär nur den Träger des Erbgutes seiner Rasse sahen, definiert auch der Vorreiter der neuen Gottlosen, der Engländer Richard Dawkins, den Menschen als „Verpackung der allein wichtigen Gene“, deren Erhaltung der vorrangige Zweck unseres Daseins sei.

Ich stimme, wie fast immer, mit dieser Aussage Kardinal Meisners vollkommen überein.

„Peter, ist dieser Blogeintrag nicht etwas wirr?“ Ähhh, es geht darum, daß ich keinen großen Unterschied zwischen Leuten sehe, die abends vom Meditationskreis heimkehren und feststellen, daß der Mond gekippt ist, und Wissenschaftlern, die uns gegen den „Klimawandel“ (sic!) gentechnisch Katzenaugen verpassen wollen.

Die Welten der Wissenschaft und hohen Politik auf der einen und des schieren Irreseins auf der anderen Seite scheinen weit voneinander getrennt zu sein, doch Reich hat in Werken wie Die Massenpsychologie des Faschismus und Äther, Gott und Teufel gezeigt, daß überall der gleiche Wahnsinn Methode hat:

Das geschieht in allen gepanzerten Menschen, unabhängig davon wie „rational“ sie sich auch immer gerieren mögen.