Posts Tagged ‘Drogenkonsum’

Nachbemerkungen zu Dr. Koopmans Artikel (Teil 3)

11. April 2019

Was vor allem bei Drogenkonsum draufgeht ist die ohnehin sehr labile Funktion „Urteilsvermögen“. Bei der Urteilkraft geht es um die Befähigung eine Situation bzw. einen Sachverhalt korrekt einzuordnen und entsprechend rational zu entscheiden und entsprechend zu handeln.

Jeder Psychiater weiß, daß die Urteilsfähigkeit in der Kindheit sich als letztes entwickelt. Kinder, die ansonsten vollkommen selbständig sind, sind bis weit in die Schulpflicht hinein noch vom magischen Denken geprägt – und „glauben an den Weihnachtsmann“. Im Alter ist es das erste Geistesvermögen, das flötengeht. Entweder verhärten sich die Meinungen („Altersstarrsinn“) oder alle Prinzipien, die sie vorher hochgehalten haben, werden über Bord geworfen („die wilden Alten“). Man nehme eine Familienkonferenz, wo es um den Hausverkauf geht: Die Jungen und die Alten sind vollkommen benebelt von der Aussicht eine Million Euro in der Hand zu halten und bedenken gar nicht, daß man einen Sachwert gegen buntes bedrucktes Papier eintauscht. Was soll man damit machen? Eine Immobilie kaufen? Oder umgekehrt: Sie wollen partout nicht verkaufen, weil sie so am schönen alten Haus hängen und begreifen einfach nicht, daß alles getan werden muß, um die Insolvenz der Familie abzuwenden. Mit anderen Worten geht es beim Urteilsvermögen darum funktionelle Zusammenhänge zu erkennen – funktionell zu denken.

Insbesondere Drogen sind für diese Funktion absolut verheerend. Dieses Vermögen ist sozusagen der Schlußstein der orgonotischen Integration des menschlichen Organismus. Aber leider ist er sehr wackelig. Alkohol, Tabletten, Streß, eine manische Phase – schon fällt er herunter. Bei angeborener Minderbegabung ist er nie richtig da. Solche Leute brauchen zeitweise oder ständig einen Betreuer.

Das Erschreckende dabei ist, daß sich heute die gesamte Gesellschaft in einem solchen Zustand befindet. Die Massen schreien nach dem Staat und die Politiker schreien nach „Europa“. So als hätten sie alle zusammen nicht mehr alle Tassen im Schrank. Die Politiker verschleudern unser Volksvermögen an kriminelle Abenteurer („Flüchtlinge“), als gäbe es kein Morgen, und die Massen klatschen dazu wie geisteskrank – was sie auch tatsächlich sind. Das hatten wir schon mal, als die Gosse, das „Männerwohnheim“ und die infantile Massenhysterie Deutschland regierten und uns schnurrstraks nach Stalingrad und darüber hinaus führten. Schon damals spielten Drogen eine zentrale Rolle. Wie dem auch sei: wer ein Auge dafür hat, sieht, daß praktisch alle, dein Nachbar, dein Arbeitskollege, der Politiker im Fernsehen auf Droge ist (meistens natürlich legal, verschrieben von Hausarzt oder Psychiater).

Die Überschuldung des Staates, die Überschuldung der Individuen, auf allen Ebenen Verantwortungslosigkeit, Zerfall, Wahnsinn, Dekadenz, Sinnlosigkeit und der schiere Wahnsinn. Was wir um uns herum sehen, ist der Zerfall der orgonotischen Integration, der „bionöse Zerfall“ der antiautoritären Gesellschaft. Als erstes verschwindet das Urteilsvermögen – und dann ist der Untergang unausweichlich. Es wird keinen „Betreuer“, keinen Gott geben, der uns an die Hand nimmt.

Das ist übrigens auch der tiefere Grund, warum der Orgonomie das Menschenmaterial abhanden kommt: die Menschen können schlichtweg nicht mehr in Zusammenhängen denken, nicht funktionell denken. Die Zombieapokalypse ist da!

Bewusstseinserweiternde Drogen – Gefahr oder Zeitvertreib? (Teil 6)

2. April 2019

von Dr. med. Dr. phil. Barbara Goldenberg Koopman

 

Diskussion

Im vorliegenden Fall gab es zwei schwerwiegende Probleme, die beständige Arbeit erforderten: die Kontaktlosigkeit und die ausgeprägte Intoleranz für Expansion. Letzteres ging einher mit einer geringen Befähigung, Angst zu binden. Die Patientin war ein wandelndes Schlachtfeld, in dem verdrängtes Material aus allen libidinösen Ebenen chaotisch durchbrechen und sie mit einer verheerenden Überlastung überschwemmen. Eine tiefe Panzerung im Kopf mit daraus folgender Flucht vor dem Kontakt wurde zur hauptsächlichen Abwehrlinie.

Die frühe maligne Geschichte von Frau M. sowie konstitutionelle Faktoren können das vorliegende Krankheitsbild weitgehend geprägt haben. Einige Patienten, die nie auf Droge waren, präsentieren sich auf diese Weise. Auf der anderen Seite deuten ihre solide Arbeitsgeschichte und die konstant hohe intellektuelle Leistung darauf hin, dass die eigentümliche biophysikalische Brüchigkeit zum Teil ein Drogenartefakt gewesen sein könnte. Patienten mit grundsätzlich „mangelhaftem Protoplasma“ und schlechtem „Ich-Zement“ schneiden in der Regel nicht so gut ab wie Frau M., auch wenn sie hoch begabt sind.

Die okulare Panzerung selbst war schwer abzuschätzen. Offenbar ist sie bei Frau M., so scheint es, eine frühe Entwicklung, die vor der Drogenzeit lag und die darauf abzielte, die schreiende, sadistische Mutter, die dazu neigte, der Patientin auf den Kopf zu schlagen, auszublenden. Die „Abstumpfung“ im Kopf wurde zu einer Herausforderung für Frau M., die ganz bewusst versuchte, mit Hilfe der Drogen „durchzubrechen“ und mittels der Drogen „etwas zu fühlen“.

Auf tieferer Ebene können wir postulieren, dass Drogen im Dienste der Verstärkung der Kopfpanzerung bei denjenigen Menschen stehen, die ihre extrem negativen Gefühle nicht binden oder anderweitig bewältigen können. Für einen solchen Drogensüchtigen wäre dieses Motiv im Unbewussten verborgen und würde als Wunsch, sich „anzutörnen“, rationalisiert. Die daraus resultierende Apathie würde dann als willkommene Befreiung von unerträglichen Aggressionsgefühlen erlebt werden. Es scheint wahrscheinlich, dass Frau M. Drogen nahm, um ihre Kopfpanzerung zu verstärken, den Hass zu dämpfen und den Sadomasochismus in Schach zu halten. Ein solcher Benutzer befindet sich damit in einem Teufelskreis folgender Art: Verkrampfung des Kopfsegments (Abwehr von sekundären Trieben); der Versuch mittels Drogen die „Leblosigkeit“ im Kopf zu bekämpfen und die Feindseligkeit zuzuschütten; mit der daraus resultierenden Verstärkung der Kopfpanzerung und der Notwendigkeit vermehrter Drogen (Toleranz). Aber was sind die biophysikalischen Auswirkungen einer solchen Kette von Ereignissen? Was passiert mit dem chronischen Drogennutzer, der versucht, sich einer orgonomischen Behandlung zu unterziehen?

Kontaktstörungen – seien es die neurotischen Charakterzüge des Pseudokontaktes oder der vollständige energetische Rückzug des Katatonen – sind ein zentrales Thema der Orgontherapie. Die Therapie kann nur dann stattfinden, wenn der Kontakt zwischen Arzt und Patient hergestellt wird. Alle Hindernisse, die der Fähigkeit des Patienten zum vollständigen orgonotischen Kontakt entgegenstehen, müssen während der Behandlung so weit wie möglich systematisch beseitigt werden. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Intaktheit der Fernrezeptorfunktionen (Hören, Sehen und Riechen),2 die über das Kopfsegment vermittelt werden. Die physischen und expressiven Aspekte der Augenpanzerung wurden in Bakers Buch ausführlich diskutiert und müssen hier nicht wiederholt werden (1, S. 48-9 und 138-152). Neben dem Krankheitsbild der schweren Kopfpanzerung entsteht der Eindruck, dass sich der Patient gar nicht im Behandlungszimmer befindet. Denn bei einem solchen Patienten ist die Energieladung minimal; die Erregung wird auf einem Tiefstand gehalten, das Feld ist weit zurückgezogen, die emotionale Resonanz zwischen Arzt und Patient fehlt. Man fühlt sich allein im Raum.

 

Anmerkungen

2 Streng genommen gilt der Geruchssinn als Zwischenrezeptor.

 

Literatur

1. Baker, E.F.: Man in the Trap. New York: Macmillan Co., 1967

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 3 (1969), Nr. 2, S. 213-225.
Übersetzt von Robert (Berlin).

Bewusstseinserweiternde Drogen – Gefahr oder Zeitvertreib? (Teil 3)

28. März 2019

von Dr. med. Dr. phil. Barbara Goldenberg Koopman

 

Fallgeschichte (Fortsetzung)

Drogenvorgeschichte: Frau M. beschreibt den Marihuana-Konsum in ihren Kreisen als Lebensweise und Selbstverständlichkeit. Sie selbst rauchte zwei Jahre lang jeden zweiten Tag „einen halben Joint mit Haschisch“. Sie unternahm auch drei LSD-„Trips“, jeden mit einer geschätzten Dosierung von 500 mcgmc. Dies geschah während ihrer Scheidungen, als sie besonders einsam war, sich um ihr kleines Kind kümmerte, den ganzen Tag arbeitete und jeden Abend den Unterricht besuchte. Beim ersten Drogenrausch erlebte sie eine Intensivierung ihrer Einsamkeit und Sehnsucht nach ihrem Mann. Ihr zweiter Drogenrausch, der als „übel“ bezeichnet wird, war eine Erinnerung an ihr Leben im Ausland im Alter von fünfeinhalb Jahren. Bei ihrem dritten Rausch sah sie einen Mann und eine Frau, die sich gegenseitig verprügelten. Er war voller Bilder von Terror, Vergewaltigung und Mord.

Untersuchung: Frau M. präsentierte sich als zierliche, gesund aussehende, adrette und ansprechende junge Frau, die angemessen gekleidet war. Sie war artikuliert und vermittelte den Eindruck eines „netten kleinen Mädchens“. Abhängigkeit und Fügsamkeit stachen ebenfalls hervor. Der Affekt war mäßig ängstlich. Ihr Aussehen und ihre allgemeine Fassade, wie ihr beruflicher Werdegang, schienen der frühen, bösartigen Kindheitsgeschichte zu widersprechen. Es gab keine Bizarrheit. Sie erweckte den Eindruck von Naivität, die sich als Abwehr erwies, da sie im Laufe der Behandlung eine sehr hohe Intelligenz und eine raffinierte Scharfsinnigkeit zeigte.

Biophysisch stellte sich das Bild als Gegensatz zur angenehmen Fassade dar, mit starker Blockade im Augenbereich. Bei der Atmung waren die Brustbewegungen flach und von sehr „vorsichtiger“ Qualität. Bei manuellem Druck gab die Brust ziemlich leicht nach. Die paraspinalend Muskeln waren straff, mit relativ wenig Halten im übrigen Körper. Energetisch war sie weit nach innen gezogen und es fühlte sich für mich nicht so an, als wäre sie im Raum. Durch eine Lockerung der Brust konnten Beinklonismen hervorgerufen werden. Mein vorläufiger diagnostischer Eindruck war Hysterie mit einem Augenblock, obwohl Schizophrenie als eine wenig anzunehmende Möglichkeit blieb.

Therapieverlauf: Angesichts des Krankheitsbildes war es mein vorrangiges Ziel, mich auf das Kopfsegment und die Kontaktprobleme zu konzentrieren. Ich war auch auf eine starke latente negative Übertragung vorbereitet, die sich aus der tiefen Ambivalenz, den intensiven Abhängigkeitsbedürfnissen und der geheimen narzisstischen Erwartung (unbewusst) ergibt, dass ich mich um sie kümmern würde. Ich konnte nicht sicher sein, wie sehr das Krankheitsbild durch den Drogenkonsum verzerrt und wie viel durch andere lebensgeschichtliche Faktoren vorgegeben war. Dies ist bis heute ein Problem geblieben. Bisher habe ich die Patientin in insgesamt 25 Sitzungen behandelt.

Die ersten Interviews vor der Sommerpause umfassten die Anamnese, weitere Abklärung und das Auftreten sowohl eines Augen- als auch eines Ohrenblocks, der sich durch die Weigerung äußerte, auf der Couch zu sehen bzw. zu hören. Deutlicher Negativismus und Trotz lagen dicht unter der Oberfläche.

Die Sitzungen, die im Herbst nach der Scheidung der Patientin und dem Umzug an einen neuen Ort begannen, beschäftigten sich mit diesen unmittelbaren traumatischen Ereignissen ihrer Lebenssituation. In diesem Kontext ging ich mit verschiedenen Manövern dem Augensegment nach, einschließlich der Verwendung eines Flimmerlichts und der Mobilisierung der Augen durch rasches Verfolgen des Fingers. Zuerst bewegten sich die Augen ruckartig, als wären sie in ihren Höhlen eingerostet. Dies löste wiederum viel Wut gegen den Ehemann aus, den sie symbolisch auf der Couch verprügelte. Während jeder Sitzung ging die Patientin in den Kontakt und wieder hinaus und ich rief sie ständig zurück. Sie selbst hatte das Gefühl, dass sie zuvor die Drogen als Fluchtweg benutzt hatte und jetzt nur noch in den Augen weggehen konnte, ein Manöver, das ich ständig in Frage stellte.

 

Anmerkungen des Übersetzers

c 500 mcgm (Micrograms) = 0,0005 Gramm.

d Paraspinal bedeutet „entlang der Wirbelsäule“ bzw. „neben der Wirbelsäule“.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 3 (1969), Nr. 2, S. 213-225.
Übersetzt von Robert (Berlin).

Bewusstseinserweiternde Drogen – Gefahr oder Zeitvertreib? (Teil 2)

26. März 2019

von Dr. med. Dr. phil. Barbara Goldenberg Koopman

 

Der folgende Fall veranschaulicht einige der Fallstricke, die bei der Behandlung einer Patientin mit einer zweijährigen Marihuana-Vorgeschichte, plus drei LSD-„Trips“, aufgetreten sind. Zu der Zeit, als sie sich zur Behandlung vorstellte, hatte sie ein Jahr lang keine Drogen mehr genommen. Ein großes Problem überschattete jedoch den gesamten Verlauf der Therapie: Inwiefern hatte der vorangegangene Drogenkonsum den biophysikalischen Status der Patientin „kontaminiert“? Es war nie möglich, von einer Sitzung zur nächsten zu wissen, was sich aus den energetischen Wechselfällen der Therapie ergab, was historisch überdeterminiert war und was von möglichen Schäden durch Drogen ausgelöst wurde.

 

Fallgeschichte

Die 25-jährige weiße geschiedene Pädagogin/Psychologin und Mutter eines Kindes kam auf eigene Initiative im April 1968 zur Orgontherapie. Ihre Hauptbeschwerden waren Gefühle von Unruhe, Kummer, nicht mehr in Kontakt mit den Dingen zu stehen und zwanghaftes Grübeln über Tagesereignisse.

Die vorliegenden Beschwerden schienen mehrere Jahre lang chronisch zu sein, mit akuten Verschlimmerungen bei der Auflösung ihrer sechsjährigen Ehe im Jahr 1965. Acht Monate bevor ich sie sah, hatte Frau M. einen Therapeuten besucht, der seine Praxis anschließend in einen anderen Bundesstaat verlegte. Zu dieser Zeit kam sie „gerade von den Drogen runter“, hauptsächlich Marihuana, und fühlte sich allgemein „zerrissen“. Die Therapie war darauf ausgerichtet, sie wiederherzustellen und ihr in der schwierigen Übergangszeit zu helfen. Die endgültige Trennung von ihrem Mann, an den sie sich noch emotional klammerte, war ebenfalls ein zentrales Thema. Es gab keinen Versuch des Therapeuten, sich mit der negativen Übertragung zu befassen.

Vorgeschichte: Der Vater von Frau M. war ein kleiner Beamter im diplomatischen Dienst, ein Posten der bedingte, dass sie ihre frühen Jahre im Ausland zubrachte. Die Eltern trennten sich, als die Patientin sechs Jahre alt war und beide heirateten wieder. Danach gab es sporadische Besuche beim Vater, bis zur frühen Pubertät, als der Vater starb. Frau M. erinnert sich, wie sie sich nach ihm sehnte, aber nicht in der Lage war, ihn zu erreichen, da er in beiden Ehen von Frauen dominiert wurde und passiv war. Die Mutter, die sie als starke Trinkerin darstellt, ist manipulativ, mit Migränekopfschmerzen behaftet, schreit die Patientin ständig an oder schlägt ihr auf den Kopf. Die wichtigste mütterliche Botschaft war, die Patientin solle keinen Lärm machen, solle nicht zu hören sein und keine Gefühle ausdrücken. Sie ließ die Patientin stundenlang unbeaufsichtigt und schreiend zurück oder widersetzte sich ihren Annäherungsversuchen mit einem harten: „Lass mich in Ruhe“. Eine zwei Jahre jüngere Schwester war ihr wichtigstes Standbein; die einzige, die für sie „da“ war.

Frau M., die eine ausgezeichnete Studentin war, spricht von ihren College-Aktivitäten als dem glücklichsten Aspekt ihres Lebens. Sie hat ihren Abschluss mit hohen Auszeichnungen gemacht, verfügt über eine solide Berufserfahrung und einen beeindruckenden Lebenslauf.

Diese Funktionsbereiche stehen in scharfen Kontrast zu der Geschichte ihrer Objektbeziehungen, die die Heirat mit siebzehn Jahren mit einer borderline-gestörten, gleichwohl talentierten Person mit psychopathischen und schizoiden Eigenschaften, einschließt.

Die stürmische und sadomasochistisch geprägte Ehe brachte ein siebenjähriges Mädchen hervor. Die Patientin blickt zurück auf ihr Leben als Zustand der tiefen Kontaktlosigkeit. Mit viel Bedauern erkennt sie jetzt, dass sie ihr Kind aufgezogen hat, wie ihre Mutter sie aufgezogen hatte – sie hat ihren emotionalen Ausdruck abgesperrt, es in der frühen Kindheit viele Stunden allein gelassen, es am Kopf geschlagen und geschrien usw. Der Vater des Kindes, ein starker Konsument von Marihuana, war ebenfalls hart und verhielt sich dem Kind gegenüber wie ein Leuteschinder.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 3 (1969), Nr. 2, S. 213-225.
Übersetzt von Robert (Berlin).

Bewusstseinserweiternde Drogen – Gefahr oder Zeitvertreib? (Teil 1)

25. März 2019

von Dr. med. Dr. phil. Barbara Goldenberg Koopman*

 

Da der Einsatz von bewusstseinserweiternden Drogen, insbesondere bei jungen Menschen, weiter an Dynamik gewinnt, können wir uns fragen, was die biophysikalischen Auswirkungen des chronischen Konsums sind. Ich stelle diese Frage vor allem in Bezug auf Marihuana, der Schwächsten der Psychedelika, die von ihren Apologeten am meisten verteidigt wird und am weitesten verbreitet ist.

Was LSD betrifft, haben Forscher den Verdacht, es könne für chromosomale Schäden verantwortlich sein und sie wissen, dass es bei dafür Empfänglichen eine Psychose auslösen kann. Marihuana kann letzteres ebenfalls tun und wurde kürzlich gleichfalls Gegenstand einer genetischen Untersuchung. Aber niemand kennt wirklich die langfristigen Auswirkungen des Rauchens von „Haschisch“. Der Trend in den Nachrichtenmedien geht dahin, die Bedenken der Menschen zu zerstreuen und eine moderate Nutzung als harmlosen Genuss hinzustellen, auf dem gleichen Level wie der Cocktail vor der Mahlzeit. Auch drängen sie auf Legalisierung.

Ich habe mit vielen Eltern von Teenagern gesprochen, in allen Bereichen des Lebens. Sie trösten sich mit dieser Sichtweise und führen zur Beruhigung an, dass es keine physiologische Abhängigkeit oder damit verbundene Entzugserscheinungen gibt. Dennoch erkennen sowohl Arzt als auch Laie an, dass der fortgesetzte Gebrauch die Passivität fördert, insbesondere bei jungen Menschen, die Motivation erstickt und eine „Null-Bock“-Einstellung gegenüber dem Leben hervorruft. Es gibt eine anonyme Broschüre, die im Rockland County (New York) zur Förderung der schwarzen revolutionären Sache zirkuliert. Ihre Stellung zu Marihuana („Gras“) ist sehr aufschlussreich:

Auch die Drogenfrage muss gelöst werden. Ich habe das Gefühl, dass wir unser Hasch für eine Weile opfern müssen, um erfolgreich zu sein. Nicht nur, dass es uns paranoid macht, es macht uns auch kaputt. Was nützt ein Revolutionär im Gefängnis?

Neben dem rechtlichen Aspekt, warum lässt der Manna die offene Nutzung von Drogen in Harlem, on the Hillb oder durch die Hippies zu? Weil er damit die Unterdrückten kontrollieren kann. Es macht uns selbstgefällig, apathisch und inaktiv . . . {Kursiv von mir – B.G.K.}

Es überrascht, dass allein schon dieser Aspekt, ohne weitere Hinweise auf negative Wirkungen, nicht ausreicht, um die Menschen innehalten zu lassen.

Klinisch fallen mir immer mehr Anwender von Psychedelika, insbesondere Marihuana, auf. Ein Muster zeichnet sich ab, das ich das „Haschisch-Syndrom“ nenne. Ein chronischer Konsument oder eine Person, die Marihuana innerhalb der letzten 48 Stunden geraucht hat, bietet bei der Betrachtung ein charakteristisches biophysikalisches Bild, das für den geübten Beobachter schnell ersichtlich ist. (Dies wird unter „Diskussion“ beschrieben.)

 

Anmerkungen

* Medizinische Orgonomin. Psychiatrie-Diplom der Amerikanische Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie. Mitglied des American College of Orgonomy.

 

Anmerkungen des Übersetzers

a Umgangssprachlich für das weiße Establishment oder die Polizei.

b The Hill = The Capitol Hill = der US-Kongress. Abwertende Anspielung auf den behaupteten Drogenkonsum unter Parlamentariern. (PN)

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 3 (1969), Nr. 2, S. 213-225.
Übersetzt von Robert (Berlin).

Blogeinträge Februar 2013

30. August 2018

Charles Konia über die Pest „Gesellschatfspolitik“:

Blogeinträge Februar 2013

  • Der Mythos des 21. Jahrhunderts
  • Ein Musterbeispiel für die Emotionelle Pest: Der Krieg gegen die Drogen
  • Die Stoßrichtung der politischen Agenda von Obamas zweiter Amtszeit
  • Willkommen in der Demokratie im Nahen Osten
  • Die Exposition des amerikanischen Volks gegenüber der kommunistischen Pest
  • Die Anziehung der Pest auf die Linke und die Rechte
  • Das Problem die Emotionelle Pest zu erkennen

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 5)

25. Juni 2018

von Paul Mathews, M.A.*

Das Jugendproblem

Die Jugend scheint heute einen Siedepunkt erreicht zu haben. Überall hören wir von ihren drastischen Aktionen: Schlachten mit der Polizei, Blockade konträrer Meinungsäußerungen oder die Besetzung von Gebäuden großer Universitäten. In vielfältiger Weise – Kleidung, Verhalten, Lebensgestaltung, Drogenkonsum, Sprache und Gewalt – hat die moderne Jugend eine Unruhe und Unbeständigkeit gezeigt, die vielleicht ohne Vergleich ist. Professor Feliks Grossg beschreibt in The Seizure of Political Power (6) eine Klasse junger Andersdenkender, die die Tendenz hat in Zeiten der Spannung in Erscheinung zu treten, um unterschiedliche radikale und faschistische Ziele zu unterstützen. Diese jungen Dissidenten werden nach Catilina, dem radikalen Gegner von Cicero, der sich an junge und machthungrige Männer wandte, Catilinarianer genannt. Professor Gross schreibt:

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten die Kommunisten in Italien und Frankreich einen Anteil, einen mächtigen Anteil der catilinarianischen Intellektuellen. In der Sowjetunion genießen sie einen hohen Status und eine privilegierte wirtschaftliche Position [wenn sie der Parteilinie folgen – P.M.]. Ein verarmtes, müdes Europa konnte den Schriftstellern, Dichtern, Malern und einigen der ehrgeizigen, machthungrigen Studenten wenig bieten. Moskau bot mit seiner gewandten und wirksamen Taktik, seinen politischen Fähigkeiten und seiner starken ideologischen Anziehungskraft eine verlockende Alternative … Viele schlossen sich indessen an, weil der Kommunismus eine emotionale und ideologische Anziehungskraft hatte (6: S. 389f).

Der hergebrachte Kommunismus (roter Faschismus) ist schnell dabei, die Jugendrebellion für seine eigenen Zwecke auszunutzen, indem er emotionale Pestreaktionen schürt, obwohl die jungen Rebellen den revolutionären Zielen der Neuen Linken treu ergeben sind. Das Credo der Rebellen ist der marcusianischen Ethik entnommen, die alles Abschreckende, alle Regeln und Vorschriften meidet, die das Millennium der aktuellen radikalen Ideale aufhalten würden. Die Marcusianer gedeihen unter der liberalen Toleranz ihres ungeheuerlichsten Verhaltens, aber charakteristischerweise verachten sie genau diesen Liberalismus. Laut Marcuse und seinen jugendlichen Anhängern ist nur die marcusianische Ideologie gültig. Da die Massen „verblödet“ und von den technologischen und materiellen Belohnungen des Kapitalismus verführt wurden, obliegt es einer elitären Gruppe, diesen Massen der Freiheit und Gleichheit zu berauben, bis sie durch die richtige Gehirnwäsche des evangelikalen Marcusianismus „entlaust“ wurden. So schlägt er in seinem Aufsatz „Repressive Toleranz“ (9)h vor, „dass Gruppen und Bewegungen die Rede- und Versammlungsfreiheit entzogen wird, die eine aggressive Politik, Aufrüstung, Chauvinismus und Diskriminierung aus rassischen und religiösen Gründen befürworten oder sich der Ausweitung öffentlicher Dienste [ein Euphemismus für ‚Sozialismus‘ – P.M.] widersetzen.“ Man braucht nicht viel Phantasie, um zu sehen, wohin dieses Rezept führen könnte.

Eine andere Facette der Jugendrebellion ist paradoxerweise die Vergötterung des alternden Ideologen. Sie ersetzen somit die entthronte ältere Generation durch einen Vertreter, der ein entfremdeter, ewiger Rebell ist. Dies gibt ihnen ein selbstgerechtes Gefühl, mit einem quasi-religiös im Beigeschmack, und befriedigt ihr geheimes Bedürfnis nach erwachsener „Führung“. Platon, Sokrates, Catilina, Michael Bakunin, Marcuse, Spock und Paul Goodman präsentieren ein historisches und aktuelles Spektrum solcher älterer Führer. Lewis S. Feuer weist in seinem jüngsten Buch auf die unbewussten ödipalen Faktoren in den Studentenbewegungen, sowie auf ein homosexuelles Element in dieser älteren Gruppe hin (3: S. 525-27)i.

Man kann hier ein Muster nachzeichnen, das ungefähr am Ende des Zweiten Weltkriegs begann: ein Muster verstärkter Kommunikation; erhöhter Katastrophenangst in unserem Atomzeitalter; erhöhter Druck seitens der faschistischen Linken in Europa, China, Korea, Kuba, dem Nahen Osten und Vietnam; zunehmender verfehlter Nachgiebigkeit gegenüber dieser faschistischen Linken; zunehmender Zynismus in Bezug auf traditionelle Werte, sowohl weltlicher als auch religiöser (letztere initiiert vom Ökumenischen Konzil unter Papst Johannes XXIII.); und die Selbstgeißelung von Individuen und Nationen aufgrund von Schuldgefühlen und liberaler Propaganda.

 

Fußnoten

* Pädagoge, Sprachlehrer und Kliniker. Doktorand der Psychologie, New York University. Mitglied des American College of Orgonomy. [Anm. d. Übers.: Paul N. Mathews (1924-1986)]

 

Anmerkungen des Übersetzers

g Polnisch-US-amerikanischer Soziologe. Nach Promotion in Polen Stipendium in England, wo er als Mitarbeiter des Anthropologen Bronisław Malinowski an der London School of Economics forschte. Bis zu Malinowskis Tod 1942 blieb die enge Verbindung zwischen Lehrer und Schüler bestehen (Feldforschung bei den Arapahoi aus dem Wind River Reservat in Wyoming, USA). 1946 bis 1977 Fakultätsmitglied der Abteilung für Soziologie am Brooklyn College.

h https://www.marcuse.org/herbert/pubs/60spubs/65reprtoleranzdt.htm

i https://www.questia.com/read/99893234/the-conflict-of-generations-the-character-and-significance

 

Literatur

3. Feuer, L.S..: The Conflict of Generations. New York: Basic Books, 1969

6. Gross, F.: The Seizure of Political Power. New York: Philosophical Library, 1958

9. Marcuse, H.: „Repressive Tolerance“, A Critique of Pure Tolerance by H. Marcuse, R. P. Wolff, and B. Moore

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 111-125.
Übersetzt von Robert (Berlin) mit Unterstützung von Peter Nasselstein

ZUKUNFTSKINDER: 7. Das Drogenproblem, f. Der Weg in die Verblödung

30. April 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

7. Das Drogenproblem, f. Der Weg in die Verblödung

Ein bioenergetischer Blick auf Verschwörungstheorien

22. März 2017

Die Sache mit den Verschwörungstheorien, insbesondere hinsichtlich „9/11“ war stets ein zentraler Streitpunkt auf diesen Blog. Früher, als ich noch ferngeschaut habe, etwa Colombo mit Peter Falk, habe ich regelmäßig die Augen verdreht, wenn irgendwelche „Widersprüche“ den Täter zu Fall gebracht haben. Mein Gott, das ganze Leben ist voller „Ungereimtheiten“ und zum Glück steht man heutzutage als Beschuldigter einer objektiven Kriminaltechnik gegenüber und ist nicht mehr trotteligen Gehirnakrobaten a la Colombo ausgeliefert.

Man nehme etwa das Schulmassaker von „Sandy Hook“, wo Verschwörungstheoretiker beispielsweise auf den Vater eines („angeblich“) ermordeten Kindes verweisen, der zunächst vollkommen entspannt ist, lächelt und scherzt, um dann, kaum daß er vor die Fernsehkameras tritt, anfängt zu schluchzen und zu weinen. Diese „Ungereimtheit“ sei ein „Beweis“, daß das ein Schauspieler war, der Teil eines großangelegten Fakes sei. Nein, es ist ein Beweis, daß die Sache authentisch ist, denn jeder Schauspieler der Welt würde sich lange vorher auf diese schwierige Rolle eintunen. Wer an Filmsets war, weiß, daß Schauspieler lange vor dem Filmen „in der Rolle sind“ und auch lange brauchen, um da wieder rauszukommen. Wenn einen etwas emotional überfordert, macht man die verrücktesten Dinge, bekommt etwa einen Lachanfall (sic!), wenn das eigene über alles geliebte Kind ermordet wird. Und dann wird man aus dieser akuten seelenschützenden Psychose herausgerissen, weil man berichten muß, was passiert ist. Verschwörungstheoretiker sind manchmal derartig weltfremd, – wollen uns aber die Welt erklären!

Zu dieser Weltfremdheit gehört auch mangelndes naturwissenschaftliches und technisches Wissen. Vielleicht sollte man sich vorher mit Ballistik, Akustik und Waffentechnik beschäftigen, bevor man auf entsprechende vermeintliche „Widersprüche“ bei Schulmassakern hinweist! Oder mit Videotechnik, bevor man behauptet, daß bestimmte Dinge „eindeutig“ im Studio gedreht wurden!

Andere Verschwörungstheorien sind wegen ihrer Komplexität zwar schwer bis gar nicht zu beweisen bzw. zu widerlegen, aber trotzdem vertretbar. Man nehme etwa die Theorie, daß der überbordende Drogenkonsum in den USA im letzten halben Jahrhundert auf den KGB und das CIA zurückgeht. Daß die Chinesen über das „Goldene Dreieck“ und die Russen über Kuba und die lateinamerikanischen „Befreiungsbewegungen“ jedes Interesse hatten, die USA buchstäblich zu vergiften, liegt auf der Hand. Und daß das CIA jedes Interesse hatte, eine aus ihrer Sicht zum Kommunismus neigende Jugend buchstäblich lahmzulegen, ist ebenfalls offensichtlich. Timothy Leary hat offen damit geprahlt Einflußagent des CIA zu sein!

Und schließlich gibt es Verschwörungen, die einen geradezu ins Gesicht springen. Dazu gehört etwa Pizzagate. Alles fing mit Wikileaks‘ Veröffentlichung von John Podestas Emails an. Podesta ist einer der einflußreichsten Männer der Welt und trotzdem gehörte er zu denen, die Paßwörter wie „Passwort“ wählen! Seine Emails waren voll von kryptischen Verweisen auf „Pizza“, „Pasta“ und etwa „Landkarte“ und zwar in Zusammenhängen, die keinerlei Sinn machen. Er beschäftigt sich mit „Pizza“ über eine Stunde lang, fragt, ob er besser auf „Pasta“ oder auf „Pizza“ „Domino spielt“! Zunächst glaubte die Webcommunity, daß sich dieser offensichtliche Code vielleicht auf Drogen bezog, bis jemand entdeckte, daß diese Wortwahl FBI-Agenten nur zu wohlbekannt ist: „Pizza“ steht für kleine Jungs, „Pasta“ für kleine Mädchen, „Domino“ für Dominanz bei SM und „Landkarte“ (map) für Handtuch: das Handtuch, das beim Mißbrauch unter das Baby, Kleinkind oder Kind gelegt wird und das so gefährlich ist, weil von ihm genetisches Material abgelesen werden kann, das zum Täter führt (daher „Landkarte“).

Wie hat Podesta reagiert? Indem er auf die Massenmedien verwies, die das alles „debunked“ hätten. Wie haben sie das gemacht? Es wurde einfach behauptet, daß nichts an der Geschichte dran sei und nichts mehr darüber berichtet. Währenddessen ist die Webcommunity über eine Merkwürdigkeit nach der anderen gestoßen. Etwa den bizarren Pizzakult bei pornographischen (sic!) Teen Stars (sic!) wie Miley Cyrus und Katy Perry, Macaulay Culkin, etc. etc.

Es gibt zwei Arten von Wahnsinn: Zusammenhänge zu sehen, wo keine sind, und Zusammenhänge zu leugnen, die sich einem aufdrängen. Ein Beispiel für beiderlei Wahnsinn ist die Political Correctness: du sagst die denkbar harmlosesten Dinge, wirst aber als „Nazi“ hingestellt, indem durch abenteuerlichste mentale Verrenkungen irgendwelche nichtexistierenden Verbindungen gezogen werden, während umgekehrt die offensichtlichsten Verbindungen, wie sie etwa Sarrazin statistisch unterlegt hat, schlichtweg geleugnet werden. Man fühlt sich wie im Irrenhaus! Der gemeinsame Nenner ist die von Reich beschriebene bioenergetische Kontaktlosigkeit.

Wie funktioniert linkes Denken?

6. Januar 2015

Auf Politically Incorrect war folgender Leserkommentar zu lesen:

Letztens ist mir aufgefallen, daß früh morgens, wenn die ARBEITENDE Bevölkerung unterwegs ist, unsere Straßen und Plätze, unsere Bahnhöfe, unsere Züge und Busse von Menschen bevölkert werden, deren Gesellschaft mir das Gefühl gibt, daß ich in meiner Heimat, daß ich in Deutschland bin. Daß ich hier hin gehöre. Abends, wenn ich von der Arbeit nach Hause gehe, komme ich mir dann wie ein Tourist in meinem eigenen Land vor.

Genau daran muß ich seit Jahren wirklich jeden Montagmorgen denken, wenn ich mit der Bahn zur Arbeit fahre und in aller Herrgottsfrühe auf dem Bahnsteig lange Kolonen von Pendlern aus dem Hamburger Umland an mir vorbeiziehen. Manche kommen ganz aus Kiel!

Die genau gegenteilige Beobachtung mache ich, wenn ich mir die Schlangen vor dem Hartz-IV-Center (ARGE) hier in der Nähe anschaue.

Man würde annehmen, daß derartige Beobachtungen das politische Bewußtsein der Massen prägen, doch stattdessen wählen sie brav weiter multikulturelle Volkszertreter in die Parlamente. Seit 30 Jahren hat sich kaum etwas am Lebensstandard der Massen verbessert, doch sie votieren immer noch für die „europäische Integration“ – die ihren Lebensstandard rapide senken wird. Sie frieren sich den Arsch ab, machen sich aber um die „Klimaerwärmung“ Sorgen und sind bereit jede Menge Opfer zu bringen. Sie lassen sich sogar die Glühbirnen verbieten und dafür ineffiziente „Energiesparlampen“ andrehen, die mit Quecksilber verseucht sind und Elektrosmog erzeugen.

Was wir hier vor uns haben, ist eine Art von Faschismus: nicht mehr das wirkliche Leben bestimmt das Bewußtsein, sondern eine realitätsferne Ideologie, die von den Massenmedien verbreitet wird.

Ich habe mal eine ganze Zeit Woche für Woche neben einem dieser Meinungsmacher in der Bahn gesessen, einem Redakteur beim Bremer Weser-Kurier. („Ich bin kein Journalist, ich betrachte mich als Schriftsteller!“) Er ziehe demnächst mit seiner Lebensgefährtin in ein gemeinsames Haus in ein neu erschlossenes Wohngebiet im Umland von Bremen. Das Bauland sei ganz billig und alle jungen Familien in diesem Idyll hätten die gleichen politisch fortschrittlichen Ansichten.

Die „Meinungsmacher“ leben buchstäblich in einem alternativen Universum, einer Phantasiewelt, die nichts mit dem Leben der Massen zu tun hat – denen sie Tag für Tag eintrichtern, was sie zu denken und zu fühlen haben. Und erstaunlicher Weise funktioniert es: die Massen lesen diese abscheulichen Schmierantenblätter und verhalten sich entsprechend.

Aber es geht tiefer: es ist nicht nur die rot-grüne ideologische Indoktrinierung durch pseudoliberale Sozialisten, es ist die Politik an sich.

Politik hat nur eine einzige Funktion – die gleiche Funktion wie DSDS und GZSZ: es soll von den wirklichen persönlichen und gesellschaftlichen Problemen ablenken. Ein Volk, das sich „Anne Will“ gefallen läßt und dafür auch noch GEZ-Gebühren bezahlt, ist dem Untergang geweiht!

Was bleibt ist Leere. In einem Rückblick wurden mal Zeitgenossen von Herbert Wehner gefragt, was denn von ihm bleiben würde. Wirklich bei jedem betretenes, peinlich berührtes Schweigen. Nichts. Ein großes schwarzes Loch. Das ist Politik!

Und genau dahin wird sie uns führen, die Politik: in den Untergang. Weil sie nichts, aber auch rein gar nichts, mit dem wirklichen Leben zu tun hat. Blinde, die mit lauter Musik in den Kopfhörern an einem brüchigen Abgrund lustwandeln.

Troy Campbell und Aaron Kay von der Duke University (Durnham, North Carolina) haben durch einfache Experimente erneut nachgewiesen, wie gepanzertes Denken funktioniert: es wird nur das wahrgenommen, was in Harmonie mit der Charakterstruktur steht. Wenn man etwa konservative Charaktere wissenschaftlich fundiert von der Klimaänderung berichtet und als Lösung staatliche Eingriffe vorschlägt, etwa die Versteuerung von Kohlendioxid-Einträgen in die Atmosphäre, glauben nur 22 Prozent der Konservativen, daß es zu einem entsprechenden globalen Temperaturanstieg in diesem Jahrhundert komme. Gibt man ihnen jedoch eine Lösung vor, die ihrer Ideologie entspricht, d.h. beispielsweise die unternehmerische Erfindungsgabe, sind plötzlich 55 Prozent der Konservativen vom anthropogenen Temperaturanstieg überzeugt. Für linksliberale Charaktere machen diese beiden Lösungen keinen Unterschied. Umgekehrt sieht es bei Problemstellungen aus, die Linksliberale nervös machen, etwa Waffen in Bürgerhand zur Selbstverteidigung. Ideologische Voreingenommenheit macht uns blind gegenüber der Realität. Wir würden lieber sterben, als unsere Gesinnung gefährden zu lassen. Das ist die politische Pest, von der Reich sprach. Es geht in der Politik nie um die realen Probleme der Außenwelt, sondern immer nur um den pathologischen Ausdruck der Panzerung!

Ich erinnere an meine allmontägliche Beobachtung, daß in aller Herrgottsfrühe auf dem Bahnsteig lange Kolonen von teutonischen Steuerkartoffeln an mir vorbeiziehen. Ein Linker sieht etwas grundlegend anderes: er übersieht die Hundertschaften von blassen Germanen und konzentriert sich vollkommen auf die modisch aufreizend gekleidete junge Büroangestellte offensichtlich türkischer Herkunft, die aus der langweiligen Masse hervorsticht. Ein Beweis für Integration – und die menschenverachtende Dummheit von konservativen Ideologen, die so etwas nicht sehen wollen.

Der unvergleichliche Henryk M. Broder berichtet von folgendem Dialog:

(Ein schwedischer Schriftsteller) sagt, er würde demnächst von Stockholm nach Malmö umziehen. You’ve got a problem in Malmö, sage ich. Yes, sagt er, there is a problem with the Jewish community. No, sage ich, there is a problem with the Muslim community. Oh yeah, sagt er, the Jews feel harassed by the Muslims. No, sage ich, the Jews are harassed by the Muslims. Kurze Pause. Yes, that’s true, sagt der Schriftsteller. So herum hat er die Sache noch nicht gesehen. But the food is much besser in Malmö than in Stockholm, sagt er, because of the ethnic diversity. Ein echter Sozialdemokrat, immer auf der Suche nach dem Positiven.

In der Tat: linkes Denken ist im schlechtesten Sinne des Wortes „idealistisches Denken“.

Linke leben in einer Schwarz-Weiß-Welt, d.h. in einer Welt, die von ihrer extremen okularen Panzerung geprägt ist. Wir sehen die Wirklichkeit, sie sehen – was sie sehen wollen. Schließlich verfolgen sie ein Ziel: eine bessere Welt.

Die reale Welt steht dieser besseren Welt im Weg. Deshalb unterstützen Linke instinktiv alles, was die gegenwärtige Gesellschaft aushöhlt und zerstört: Drogenkonsum, Kriminalität, Anspruchsdenken, „Migration“, Islam, etc.pp.

Linke sind die Todfeinde des Lebendigen. Es sind pestilente Charaktere (Emotionelle Pest), in deren Gegenwart es einem schwer fällt frei zu atmen – und ausgerechnet sie gerieren sich als Vertreter des Lebendigen, der Aufklärung und des freien Blickes.

Man nehme etwa folgenden Blogeintrag eines Streiters gegen den – Papst. Wir wissen ja alle, wie todesmutig man sein muß, um Bücher mit Titeln wie Benedikts Kreuzzug: Der Kampf des Vatikans gegen die moderne Gesellschaft zu veröffentlichen!

„Warum sind die türkischen Jugendlichen heute so friedlich?“ fragt ein Schwimmhallengast den Bademeister in Til Mettes neuester Karikatur für den „Stern“. Die Antwort: „Ich habe 5000 Liter Baldrian ins Becken gekippt.“
Man will ja in der Ära Sarrazin kein politisch korrekter Miesepeter sein, also beschließen wir, das ebenso wenig rassistisch zu finden wie die Kritik von Mettes weniger begabtem Kollegen Bernd Zeller auf der “Achse des Guten”, Baldrian würde es nicht tun, „es müßte schon eine Ladung Östrogen sein“. Sexualneid ist schon etwas Peinliches.

Irgendwo muß ich hier schon mal eine Anekdote von Anfang der 1980er Jahre zum Besten gegeben haben, als mich eine kurvenreiche, aufreizende Blondine unvermittelt bat, sie doch bitte in die öffentliche Schwimmanstalt zu begleiten. Sie gehe so gerne Schwimmen, würde aber ständig dort auf die mieseste Weise „von Türken“ angemacht. Keine Badehose dabei? Die besorgen wir Dir schon! Ich hatte damals allen Ernstes dieses Traumangebot von mir gewiesen – so angewidert war ich von ihrer Ausländerfeindlichkeit. Peter, Peter, Peter!

Das war Anfang der 80er Jahre. Seit dreißig Jahren machen wir jetzt diese Scheiße mit dem schier unglaublichen Verhalten türkischer Jugendlicher in Badeanstalten mit. Siehe auch die folgende Anekdote:

Ich war vor 15 Jahren mit meinem Kind im Freibad. Wo ich selber als Kind öfter war und dachte, ich kann meinem Kind eine schöne Erfahrung bieten.
Da kam mein Kleinkind nach einer Weile erschrocken, entsetzt und verängstigt zu mir und meinte:
„Der Junge hat gesagt, ich mach dich tot!“
Das war das erste Mal, daß ich unfreiwillig mit den Kulturentreicherern zu tun bekam.
Ich beobachtete, im Freibad waren viele mohammedanische Kinder. Sie machten das ganze harmonische Klima kaputt.
Spuckten von der Rutschtreppe, bedrohten die anderen Kinder, zerstörten den Frieden.
Das war meine unfreiwillige Zusammenkunft mit dem Haß und der Zerstörungswut dieses Menschenschlags.
Das Freibad habe ich nicht wieder besucht.

Der Stern, der all die Zeit ausschließlich „die modisch aufreizend gekleidete junge Büroangestellte offensichtlich türkischer Herkunft“ sah, macht einen harmlosen Scherz – und prompt fangen die Blogwarte der Politischen Korrektheit an zu keifen: „Rassismus!“

Jeder darf sich ausmalen (…) was im Kopf eines türkischen Jugendlichen vorgeht, der diese Woche den „Stern“ liest.

Leute wie der unerschrockene Aufklärer Alan Posener sehen nur den fiktiven türkischen Jugendlichen, der, ohnehin von der „Ära Sarrazin“ entnervt, schluchzend bei der Lektüre des Stern zusammenbricht, und – scheißen auf den deutschen Familienvater, der sich im Freibad gegen Horden junger Grauwölfe erwehren muß, um seinen jungen Sohn zu schützen. Die unbeschwerte Kindheit ist vorbei, das Bild des beschützenden Vaters irreparabel zerstört, alles nur, weil die Familie einen Nachmittag im Freibad verbringen wollte. Ich will gar nicht erst von all den schlimmen Erfahrungen junger Mädchen sprechen, denn das würde ja meinen „Sexualneid“ offenlegen:

Ja, Clint Eastwood. Was wurde er doch wegen seiner Dirty Harry-Filme als „Krypto-Faschist“ beschimpft. Weil er sich schützend vor die Schwächsten der Gesellschaft stellte und gegen menschenverachtende psychopathische Killer beschützte. Für einen Linken sind nicht etwa die feigen hinterhältigen Mörder die Faschisten, sondern jene, die gegen die Mörder vorgehen und sie zur Strecke bringen. Die Opfer dieser Mörder sind für Linke eh nur „heimlich Sympathisanten von Faschisten“. Gesindel, wie Poseners herumgrölende „Vollblut-Germanen“.

By the way: Posener ist Redakteur bei der angeblich konservativen Welt. Wahrscheinlich CDU-Wähler. Clint Eastwood und sein Regisseur, der göttliche Don Siegel betrachteten sich selbst eher als (im amerikanischen Sinne) „Liberale“. Es geht hier gar nicht um Politik im üblichen Sinne, sondern um die unterschiedlichen Charakterstrukturen des gepanzerten Menschen unabhängig von seinen oberflächlichen „Meinungen“.

Eastwoods Pale Rider zeigt, daß er zwar zweifellos ein konservativer Charakter ist, dabei aber extrem linke Ansichten vertritt.

Wie die soziopolitischen Charakterstrukturen auseinanderhalten? Dem Orgonomen Charles Konia zufolge ist die Antwort denkbar einfach. Man muß die Frage stellen, wohin die politischen Vorschläge in letzter Konsequenz führen. Zur Bewahrung dieser Gesellschaft (konservativ) oder zu ihrer Zerstörung (links)?