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Besprechung von Andreas Peglau: RECHTSRUCK IM 21. JAHRHUNDERT (Teil 1)

13. August 2017

Der folgende Absatz faßt Andreas Peglaus Buch zusammen:

Je intensiver gesunde Gefühle und gesunde Sexualität weiterhin durch patriarchal-autoritäre Normen und Institutionen, durch Kleinfamilien und Kirchen unterdrückt und pervertiert werden, je schlimmere Erniedrigungen, je mehr Existenzangst der neoliberale Kapitalismus dem hinzufügt, desto mehr destruktives Potential steht zur Verfügung – gerade für „rechte“ Bewegungen. Hier läßt sich die anerzogene Unterwürfigkeit beibehalten; sie muß nur auf Ersatzführer und neue Idole umgelenkt werden. Der seit Kindheit angestauten Wut werden zudem sozial Schwächere, oftmals bereits Ausgegrenzte als Feindbilder präsentiert, an denen man sich ohne größeres Risiko abreagieren kann. (S. 85)

Die erste Hälfte des Buches (50 Seiten), wo es um Reichs Entwicklung bis 1933 geht, dessen Massenpsychologie des Faschismus und, wenn auch sehr kurz, um dessen späteres Schicksal, gehört zum Besten, was ich je über Reich gelesen habe. Hier möchte ich aber sogleich meinen ersten Kritikpunkt anbringen. Die heute verbreitete Version der Massenpsychologie des Faschismus verkleistert durch die wirre Aufteilung in Kapitel, die nicht mit der der Originalversion von 1946 übereinstimmt, daß das Buch aus drei klar voneinander getrennten Teilen besteht: das gering revidierte und mit Zusätzen versehene 1933 erschienene Buch über den Nationalsozialismus, eine Mitte der 30er Jahre verfaßte Abrechnung mit dem Stalinismus und drittens einen Anfang der 40er Jahre verfaßten Abschnitt über die Arbeitsdemokratie. Über diesen letzten Teil verliert Peglau kein einziges Wort! Peglau erwähnt, mit Berufung auf David Boadella, daß Reich am Ende psychisch zunehmend angeschlagener wurde, doch mit keinem Wort wird die Emotionelle Pest erwähnt oder wird erwähnt, daß der McCarthyismus (die „Rechte“ in den USA) bei Reichs Verfolgung keine Rolle spielte.

Wer heute von der Alternative „Kapitalismus oder Klima“ spricht (siehe S. 75), so als würde hier nicht „Wissenschaft“ für bestimmte Interessen manipuliert und instrumentalisiert, ist schlichtweg naiv. Ähnliches ließe sich über die angeblich „lebensbejahende“ Politik der offenen Grenzen sagen, die die Löhne und die Sozialstandards drückt! Übrigens setzt Peglau „Fremdenfeindlichkeit“ durchweg mit „Lebensfeindlichkeit“ gleich (S. 107). Die Biologie sieht das anders – jeder Schimpanse sieht das anders. Ja, jedes Volk auf dem Planeten sieht das anders, bis auf die Weißen. Was sollte daran „lebensbejahend“ sein, nicht für die Interessen der eigenen Gruppe einzutreten? Was sollte daran „lebensbejahend“ sein, Araber mit einem durchschnittlichen IQ von 85 und Afrikaner mit einem von 70 zu Millionen ins Land zu lassen? Was ist daran „lebensbejahend“, sich den Islam ins Land zu holen? Beide Faktoren (niedriger IQ und Islam) sind mit einer Demokratie nicht vereinbar.

In diesem Zusammenhang muß ich eine Stelle im Buch erwähnen, bei der ich laut auflachen mußte. Peglau setzt Demokratie mit „Volksherrschaft“ gleich, was alle Menschen, also auch die Fremden umfasse (S. 103). Der naheliegende Einwand von wegen „Volk“ wird in einer Fußnote abgebügelt: es wäre haltlos von einem ewig abgeschotteten „Staatsvolk“ zu reden, man brauche nur ins Berliner Telefonbuch schauen. Ohne die hier evident werdende „ständige Durchmischung inklusive Zuwanderung“, „dürfte wohl auch heute kein deutscher Staat mehr existieren: Nationalistische ‚Inzucht‘ führt planmäßig zum Aussterben“ (S. 151). Mal abgesehen davon wie abwegig dieser Gedanke bei einem 80 Millionen-Volk ist und daß Peglau hier plötzlich die Biologie anführt: Wie verpeilt ist es, Millionen von Moslems ins Land zu holen, die über viele Generationen hinweg tatsächlich systematisch Inzucht betrieben haben?

Peglau will uns aufklären, uns die Augen öffnen, uns Mitgefühl und Solidarität vermitteln, zeigt aber untergründig eine erschreckende Kälte, Kontaktlosigkeit und Ahnungslosigkeit. Peglau erwähnt den GULAG und Hiroshima, warum nicht das weitaus Näherliegendere: den Alliierten Bombenterror und die Vertreibung aus dem Osten? Warum beklagen deutsche Gutmenschen stattdessen den alliierten Bombenterror in Japan oder die Massenvertreibungen im Nahen Osten? Diese komplette Absurdität, für die Peglau offenbar jedes Sensorium fehlt, ist ein Thema der Massenpsychologie, das man mit Hilfe eines Buches aufschlüsseln kann, welches ich am Ende erwähnen werde. Antisemitismus? Der ist heutzutage wohl eher ein Problem der Linken, die geradezu besessen von „Israel und den Palästinensern“ ist. Sich für tote Juden zu „engagieren“ ist billig! Wer nicht zu Israel steht, soll gefälligst von der Shoa und vom Antisemitismus schweigen! Apropos Juden: die Juden von 1933 werden von Peglau mit den heutigen Moslems, Zigeunern, Homosexuellen und Arbeitslosen verglichen! (S. 84). Da zieht sich bei mir wirklich alles zusammen. Es ist auch geschichtsblind: die Juden waren überdurchschnittlich, teilweise geradezu sensationell erfolgreich… Es ist der helle Wahnsinn Reichs Widerstand gegen die NSDAP mit dem heutigen „Antifaschismus“ gleichzusetzen, der durchweg vollständig risikolos und schlichtweg verachtenswert ist. Die organisierte Emotionelle Pest auf deren Seite sich Peglau stellt – im Namen Wilhelm Reichs!

Peglau rückt den Neoliberalismus zumindest in die Nähe des Faschismus. Dagegen stellt er Gleichheit und Gerechtigkeit, so als würden diese sich nicht gegenseitig ausschließen. Das sieht man allein schon daran, daß es einen Sozialstaat nur bei geschlossenen Grenzen geben kann. Von einem „neoliberalen System“ in Deutschland zu sprechen, ist schon deshalb abwegig, weil die Staatsquote bei fast 45% liegt. Ebensogut könnte man von einem sozialistischen System sprechen. Aber ich möchte mich gar nicht auf die Diskussion einlassen, beispielsweise trat Friedrich von Hayek für eine staatliche Grundsicherung ein, sondern darauf hinweisen, daß Peglau eine linke Vision präsentiert, andere eine rechte Vision präsentieren könnten, – diese Visionen an sich aber vollkommen irrelevant sind. Sie sind der jeweilige Ausdruck unterschiedlicher Charakterstrukturen. Erst nachdem diese in ihrer Dynamik durchschaut worden sind, kann man sich daran machen, die Welt jenseits der beiden ideologischen Scheuklappen zu betrachten. Peglau selbst führt Reichs Dreischichten-Modell (Kern, sekundäre Schicht, Fassade) an (beispielsweise S. 105f), kommt aber nicht auf den Gedanken, daß der „Liberalismus“ (gemeint ist der Linksliberalismus und Sozialismus) und damit seine, Peglaus im Buch ausgebreitete Theorien direkter Ausdruck der oberflächlichen Schicht ist. Folgt man Elsworth F. Bakers Ausführungen in Der Mensch in der Falle ist Peglau ein „sozialistischer Charakter“.

Daß Peglau kein einfacher Liberaler ist, wird an seiner grundsätzlich positiven Haltung zur sogenannten „DDR“ deutlich (weil diese grundsätzlich antifaschistisch gewesen sei), insbesondere aber aus folgenden beiden Sätzen, die man mehrmals lesen sollte:

Klare „Verordnungen“ der Führenden gegen faschistoide Tendenzen und entsprechendes Handeln könnten einiges [für die antifaschistische Umerziehung] bewirken – trotz der autoritären Strukturen: Wer sich wünscht, einer Obrigkeit zu folgen, käme dadurch zumindest in Konflikt mit seiner Fremdenfeindlichkeit. (S. 114)

Der Terror des antideutschen Merkel-Regimes, der politischen Korrektheit, der Drohung mit der Vernichtung der bürgerlichen Existenz für bloße Meinungsäußerungen grinst uns an! Peglau, will jedweder Entwicklung nach rechts die Grundlage entziehen (S. 116). Für ihn gibt es nur eine einzige Richtung, die akzeptabel ist. Selbst Die Linke ist ihm mittlerweile zu rechts (S. 85).

Peglau analysiert den tiefenpsychologischen Hintergrund des AfD-Anhängers. Man sollte sich eher fragen, was in jemandem vorgeht, der so etwas bejaht wie das Parteiprogramm Der Linken. Elsworth F. Baker hat diese Frage beantwortet:

Der-Mensch-in-der-Falle

Der Links-Reichianismus und die Links-„Orgonomie“

29. Juli 2017

Ihr Grundfehler liegt, wie könnte es anders sein, in der Vernachlässigung der soziopolitischen Charakterologie nach Wilhelm Reich, Elsworth F. Baker und Charles Konia. Im Einzelnen:

  1. Die mechanische Übertragung einer Analyse der autoritären Gesellschaft, wie Reich sie bis etwa 1947 vorgelegt hat, auf eine anti-autoritäre.
  2. Die unterschiedslose Vermengung von „Pegida, AfD und Trump“ mit dem Rechtsextremismus (schwarzer Faschismus).
  3. Dabei wird die generelle „Rotverschiebung“ (Konia) der Gesellschaft verkannt, bei der die scheinbare „Mitte“ weit nach links wanderte und deshalb klassisch liberale und traditionell konservative Haltungen plötzlich als „rechtsextrem“ dastehen.
  4. Die Verkennung der heutigen durchweg linksextremen „Rechtsextremismus-Forschung“, die mehr Ausdruck der Charakterstruktur der Autoren ist als „Wissenschaft“. Siehe hier.
  5. Die Verkennung der ökonomischen Gegebenheiten: heute wird die linksextreme Ideologie bzw. die Propaganda für sie von „globalistischen“ Großkonzernen finanziert, die schlichtweg alles tun, um „Pegida, AfD und Trump“ in Schach zu halten. Im Kampf gegen „Pegida, AfD und Trump“ werden ganz konkrete Wirtschaftsinteressen der Superreichen verteidigt. Sie finanzieren und verbreiten den Großteil der „Rechtsextremismus-Forschung“.
  6. Der Verrat an der Arbeiterklasse durch die Intellektuellen, um eigene „psychologische“ (charakterologisch bedingte) Bedürfnisse zu befriedigen: „Ausländerfeindlichkeit“, „Waffengesetze“, „Hate Speech“ stehen für Lohndrückerei und Wohnungsnot, d.h. die Erzeugung willenloser Sklaven für die Reichen und Mächtigen; dafür, daß nur die Bodyguards der Reichen und Mächtigen bewaffnet sind; und schließlich, daß der Protest dagegen, daß das unmittelbare Lebensumfeld der Werktätigen sich zunehmend in eine veritable Hölle verwandelt, durch selbsterhaltende Selbstzensur von vornherein abgewürgt wird.
  7. Es wird nicht zwischen Politik („Staatskunst“, die rational sein kann) und Gesellschaftspolitik unterschieden. Letztere ist immer irrational. Ganz im Gegenteil wird Reich dazu mißbraucht, um im Namen der „Sexualökonomie“ für gesellschaftspolitische Interventionen zu werben bzw. ihnen den Weg zu ebnen.
  8. Das fast schon verächtliche Wegwischen von Reichs Beiträgen über den Roten Faschismus nach ca. 1947. Man lese nur einmal das skandalöse Vorwort zur Korrespondenz von Reich und Neill, Zeugnisse einer Freundschaft. Reichs späte Ausführungen unterscheiden sich prinzipiell in nichts von denen Bakers oder Konias. (Siehe nochmals Punkt 1!)

Die beiden Bedrückungen (Teil 2)

25. Mai 2017

Die innere Dynamik des westlichen Projekts der Befreiung der organismischen Orgonenergie war inhärent „globalistisch“, d.h. alle Grenzen wurden aufgehoben, was wegen der Freiheitsunfähigkeit der Massen mit der Etablierung einer neuen globalen Elite einherging, die entsprechend dieses Projekt immer weiter vorantreibt und jeden, etwa Trump oder die AfD, mit allen Mitteln zu vernichten trachtet, der sich dem entgegenstellt. Diese Elite bildet zunehmend eine eigene Zivilisation aus, die über kurz oder lang sich vollständig von uns Normalsterblichen separieren wird. Genetisch veränderte und technologisch modifizierte Menschen, die nicht mehr sterben müssen und Weltraumkolonien bilden, zeichnen sich am Horizont ab. Die Massen werden ein „Leben“ fristen, wie sedierte Legehennen – gemach, die meisten „Menschen“ sind heute bereits nichts als „sedierte Legehennen“! Die Menschen am unteren Ende der Gesellschaftspyramide werden sich ihrerseits separieren und Clans bilden. Brechen orgonotische Systeme zusammen, reorganisieren sie sich auf einem primitiveren Niveau neu. Hier sind Les Brigandes einzuordnen.

Ich paraphrasiere und zitiere ihr Manifest der zukünftigen Clans (übersetzt von KH): Die Gruppe bestehe seit 12 Jahren. Seit der Zeit, als Joel LaBruyere dazu aufrief, gemeinschaftliche Heimstätten zu bilden im Kampf gegen die bestehende Weltordnung. Wir könnten zwar die Weltordnung nicht ändern, aber wir können uns organisieren um am Rande zu leben und eine neue Gesellschaft zu formen. Das Dasein sei ein individueller Kampf, aber in der Gemeinschaft sei es ein gemeinsamer Kampf. In ihrem Manifest wollen Les Brigandes ihre Erfahrungen darstellen. Nur dank ihres Lebens in der Gemeinschaft konnten sie die notwendige Energie freisetzen, um ein mediales Kampforgan zu schaffen. Die Gruppe besteht hauptsächlich aus Mitdreissigern, die als Familie mit ihren Kindern zusammenleben. „Wir bündeln unsere Kräfte und Talente in der Gruppe, weil wir das Leben als Individualisten ablehnen, wie es das System aufbürdet.“

Wir wissen, was wir ablehnen und wir wissen was wir wollen: ein reiches und brüderliches Leben teilen und unsere Kinder im gesunden kulturellen Kontext erziehen, den wir für sie schaffen. Das ist unsere positive Art zu kämpfen und so täglich unsere europäische Zivilisation schützen. (…) Das Manifest der Clans ist ein Aufruf, die Kräfte strategisch zu bündeln, weil davon die Zukunft unserer Zivilisation abhängt.

Die Feststellung, daß die westliche Gesellschaft zu nichts anderem mehr fähig ist, als ihre materialistischen Ambitionen zu übermitteln, führt dazu, daß würdige kulturelle Heimstätten von dem Geist gegründet werden müssen, der die europäische Kultur hervorgebracht hat.

Wir müssen die Dinge von Beginn an aufrollen, um die Ursprünge unserer Kultur wiederzufinden. Wir greifen die kranken Wurzeln unserer Zivilisation an. Wenn uns die moderne Welt atomisiert hat. um aus uns konsumorientierte Sklaven zu machen, ist es wesentlich eine organische und brüderliche Gesellschaft wiederzufinden, um ein anständiges Leben zu führen.

Wenn uns die moderne Welt durch den Individualismus geschwächt hat, müssen wir uns vereinen, um wieder Kraft zu gewinnen. Wir wissen, daß die Kraft eines Kollektivs unerläßlich ist, um gegen die soziale wirtschaftliche und kulturelle Unterdrückung durch die moderne Welt zu kämpfen.

Sich mit anderen im Alltagsleben zusammenschließen, um mit Ihnen eine andere Lebensart zu erarbeiten, ist die Voraussetzung um nicht unter dieser Unterdrückung zu leiden.

In unseren Augen ist das die Lösung um nicht vergeblich zu sterben, ohne unseren Kindern ein soziales und geistiges Erbe zu hinterlassen, das diesen Namen verdient. Die Zukunft gehört denen, die die Vorstellungskraft und den Mut haben sich zusammenzutun und nach ihren eigenen Prinzipien zu leben.

Die Dringlichkeit erfordert die Bildung von Clans, um ein würdiges und freies Leben zu führen.

Ich weiß nicht, ob ich mich dem anschließen kann. Für mich wirkt das ganze wie eine Rückkehr der beiden Bedrückungen der Vergangenheit: Clans nehmen dir jede Freiheit, bestimmen Arbeit und Liebe. Währenddessen terrorisiert dich eine vollkommen losgelöste und unberechenbare Elite.

Ohne ein Verständnis der orgonotischen Prozesse, die die Gesellschaft bestimmen, wird es keinen Ausweg aus der gesellschaftlichen Misere geben. Es geht hier nicht darum, von oben herab irgendwelche Leute zu verurteilen oder auch nur belehren zu wollen, sondern einzig um den Hinweis, daß man wissen muß, was man tut. Dazu muß man die Kräfte richtig einschätzen, die unser Zusammenleben bestimmen.

Wie „orgonomisch“ ist der Nationalismus?

2. Mai 2017

Reich hat sein ganzes Leben gegen die Nation angewettert. Als Marxist, der nur den „Klassenstandpunkt“ kennt, sowieso und auch später: die Arbeitsdemokratie ist inhärent übernational, die Grenzen sind künstlich. Erstrecht wenn man sie vom Standpunkt der Orgonenergie her betrachtet: der „pulsierende Orgonsack“ kennt keine „Rassen“, das kosmische Orgon-Ingenieurswesen keine Landesgrenzen.

Nun, es kann unmöglich das als Richtschnur gelten, was Reich geschrieben hat! Ich möchte jedenfalls kein Mitglied einer Sekte sein! Selbst die Frage, was „Reich heute tun würde“, ist gruselig. Zumal Reich selbst sich scharf gegen Fragestellungen, wie: „Was ist der Standpunkt der Orgonomie zu…“, verwahrt hat. Die einzige genuin orgonomische Herangehensweise ist schlicht die Frage, was in einer ganz konkreten Situation jeweils kontaktvoll ist.

Zu Zeiten von Marx und Reich war die Globalisierung fast durchgehend ein Segen. Es war der „weiße Mann“ und niemand sonst, der die Sklaverei und den Aberglauben weitgehend ausgetilgt hat. Seine Medizin hat unzählige Menschenleben gerettet und seine Technik hat verhindert, daß auch noch der letzte Baum auf diesem Planeten zu Feuerholz verarbeitet worden ist. Hingegen war sein Nationalismus nichts als Emotionelle Pest (erst recht die kolonialen Mißgeburten in Gestalt der „nationalen Befreiungsbewegungen“!). Der 30jährige Krieg zwischen 1914 und 1945 war – die Hölle.

Aber heute? Wenn irgendetwas Europa zerreißt, dann ist es die EU, insbesondere der Euro. Wenn irgendetwas für Emotionelle Pest steht, dann ist es die UN. Wenn irgendetwas die tägliche Lebenswelt zerstört, dann ist es die Migration.

Unter diesen Umständen Reich zu zitieren und ihn als Kronzeugen gegen Trump, LePen und die AfD aufzurufen… Sind derartige „Reichianer“ eigentlich vollständig dem sektiererischen Irrsinn verfallen? Geistige Mikroben!

Die Situation erinnert an den Reich der 1940er und 1950er Jahre, der Höllenqualen durchlebt hat, als er sehen mußte, daß die Schriften seiner Wiener und Berliner Zeit von linken „Reichianern“ zitiert wurden, während die Welt einen verzweifelten Abwehrkampf gegen den Roten Faschismus führte.

Wie Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS ins Gegenteil verkehrt wird

5. April 2017

Angesichts des Aufkommens von Marine LePen, der AFD, dem Brexit und anderer „rechtspopulistischer“ Bewegungen wird gerne auf die Aktualität von Reichs 1933 erschienenem Buch Die Massenpsychologie des Faschismus verwiesen. Reich hätte damals genau das analysiert, was auch heute geschehe. Was damals Antisemitismus war, sei heute die „Ausländerfeindlichkeit“; die Mischung aus Autoritarismus und Rebellion, das nach oben Buckeln und nach unten Treten, der Appell an „einfache Lösungen“ („endlich durchgreifen“!) und das Schwarzweißdenken entspräche heute dem Rechtspopulismus.

Ich bestreite in keinster Weise, daß Reichs Analyse noch heute aktuell ist, aber man gehe damit doch bitte in Erdogans Türkei! Worum es Reich zentral ging, war, daß die Menschen gegen ihre eigenen Interessen handelten, sich ausbeuten und als Kanonenfutter mißbrauchen ließen. Wenn heute Menschen sich dagegen wehren, daß ihr Lebensglück dem persönlichen Machtinteresse einer Angela Merkel und den Visionen linker Ideologen geopfert wird – ausgerechnet gegen diese Menschen, die für ihre eigenen Interessen ein- und aufstehen, Reich ins Feld zu führen, ist schlichtweg obszön. Konkret wehren sie sich gegen die biosoziale („emotionale“) Vergiftung ihres unmittelbaren Lebensumfelds durch islamische Herrenmenschen, Zigeuner, Neger, etc., die Zerstörung des Bildungssystems und damit der Zukunftschancen unserer Kinder, die Überforderung der Sozialkassen und vor allem der wachsenden Wohnungsnot für Unter- und sogar Mittelschichtler in den Ballungsräumen. Daß sie dagegen aufstehen und für die eigenen Interessen kämpfen, mit dem Faschismus gleichzusetzen… Geht’s noch?!

Im besten Fall handelt es sich hier einfach um das mechanistische Übertragen von Reichs Analyse der autoritären Gesellschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf die so andersgeartete antiautoritäre Gesellschaft Anfang des 21. Jahrhunderts. Im schlimmsten Fall ist es Emotionelle Pest, d.h. Ausdruck des eigenen irrationalen Antiautoritarismus der entsprechenden Autoren. Unbewußt ertragen sie das Lebensglück der anderen nicht und wollen es deshalb zerschlagen, indem sie vorgeben gegen den Faschismus (d.h. das Zerschlagen des Lebensglücks der Massen) aufzustehen. Charakterstrukturell sind sie „liberal“ und ertragen nicht die Mobilisierung der rationalen Aggression im bioenergetischen Kern. Wir können alle krepieren, damit sie sich wohlig und sicher fühlen! Weist man auf diese bioenergetischen Zusammenhänge hin, erklären einem diese „Reichianischen“ Arschlöcher frech, daß das eine groteske Entstellung der Erkenntnisse Reichs wäre bzw. keinerlei Ähnlichkeit mit Reichs Ausführungen habe, man brauche ja nur Die Massenpsychologie des Faschismus zu lesen!

Charles Konia und die Zukunft der Menschheit

4. März 2017

In seinen Blogeinträgen führt Dr. Konia immer wieder aus, daß Politik, d.h. in diesem Zusammenhang die Rückkehr zu den „1950er Jahren“, etwa durch Trump oder die AfD, nicht die Lösung sein kann, weil die charakter-strukturellen Veränderungen im Verlauf der Transformation von einer autoritären zu einer antiautoritären Gesellschaft zu weit fortgeschritten sind. Generell kann die Politik nicht die Lösung sein. Was tun?

Langfristig hat Reich die Antwort gegeben: die Kinder der Zukunft. Aber erstens umfaßt eine Generation 30 Jahre und es braucht viele Generationen, um einen „meßbaren“ Effekt zu haben. Und zweitens ist seit Reichs Zeiten eher ein ständiger Rückschritt zu verzeichnen. Man vergleiche die heutigen fast flächendeckend mit Psychopharmaka gedämpften Zombies, die nichts besseres mit ihrem Leben abfangen können, als jeden Abend vor dem Fernseher oder der Spielkonsole zu sitzen, mit den freien, frischen Menschen noch der 1960er und 1970er Jahre! Als Kind habe ich mein Leben selbst organisiert, bin mit meinen Freunden den ganzen Tag durch Industriebrache, Feld, Wald und Wiese gestreunt, nie wußten meine Eltern, wo ich war – heute schlichtweg undenkbar.

Natürlich kann man trotzdem alles Menschenmögliche tun, damit Reichs Traum sich doch noch materialisiert, etwa für die natürliche Geburt eintreten! Aber sonst? Nichts spricht dagegen sich für „Trump und die AfD“ zu engagieren, zur Schadensbegrenzung und auf daß der gesellschaftliche Zerfall zumindest gestoppt wird! Die eigentliche Lösung liegt aber darin genau das zu tun, was Dr. Konia macht: die Massen auf die biosozialen Zusammenhänge hinweisen, d.h. die Tatsache der Panzerung bekannt machen und was sich aus der Panzerung ergibt. Alles andere ist das leere Gewäsch von „Reichianern“, die Emotionelle Pest. Darunter fallen irgendwelche ach so großartigen „Gesellschaftsmodelle“ irgendwelcher anarchistischen oder kommunistischen „Aktivisten“ (die Avantgarde des Antiautoritarismus) oder der Verweis auf die allheilende Kraft der „Liebe“, Propaganda für Cannabis, etc.pp. Ohne Dr. Konia gäbe es heute keine Orgonomie mehr – und die Menschheit hätte keine Zukunft.

Rotverschobener Kapitalismus

15. August 2016

Hollywood hat sich gerade mit der „feministischen“ Version der Ghost Busters einen desaströsen Flop eingehandelt und wird kaum je die 300 000 000 Dollar einnehmen, um zumindest eine schwarze Null schreiben zu können. Durch ihre einseitige und einfach nur noch lächerliche Anti-Trump-Berichterstattung verlieren Fernsehsender wie CNN und Tageszeitungen wie die New York Times massiv an Zuschauern bzw. Lesern. Mit ihrer Pro-Asyl- und Anti-AfD-Hetze steuert in Deutschland die BILD-Zeitung ihrem Untergang entgegen. Wo man hinschaut: die Unterhaltungsindustrie und die Medien graben sich aus ideologischer Verblendung das eigene Grab. Man kann sich kaum ausmalen, wieviel Geld Hollywood mit einer patriotischen Großproduktion machen würde! Wieviel Geld die Medien machen würden, wenn sie die schier unglaublichen Machenschaften der Clintons ins Rampenlicht zerren würden! Sex & Crime & und eine sterbende Frau, die Präsident werden will!

Daß die Kapitalisten Milliarden ins Klo spülen, liegt an charakter-strukturellen Gegebenheiten: „horizontal“ hat sich die gesamte Gesellschaft nach links bewegt (Charles Konia spricht von der „Rotverschiebung“) und „vertikal“ sind Menschen desto linker, je weiter sie von der Handarbeit entfernt sind, je „verkopfter“ sie sind, etwa „etwas mit Medien machen“. Das kapitalistische Kalkül der „Kopfarbeiter“ geht nicht auf, weil die Rotverschiebung der „Handarbeiter“ noch nicht so weit gediehen ist, daß sie feministische „ghost buster“, schwule Cowboys oder die Vernichtung der eigenen Ethnie ohne weiteres honorieren würden.

Siehe dazu auch Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie.

Die Aktualität von Reichs WAS IST KLASSENBEWUSSTSEIN? von 1934 (Teil 1)

10. April 2016

Es gilt Reichs kommunistisch geprägte Schriften von 1928 bis etwa 1935 der Linken zu entreißen und für die Orgonomie fruchtbar zu machen. Zunächst einmal ist zu konstatieren, daß Reichs Sexualökonomie jener Jahre ohne jeden Abstrich noch immer volle Gültigkeit hat und immer Gültigkeit haben wird:

Die Zwangsregulierung des Geschlechtslebens arbeitet mit Hilfe sexueller Hemmungen, die sie im Individuum von Kindheit auf verankert. Diese Hemmungen erzeugen einen unlösbaren Widerspruch, indem sie einerseits durch die Sexualverdrängung eine sexuelle Stauung bedingen und so die sexuellen Bedürfnisse steigern und sie in „sekundäre“ grausame, pervertierte Triebe umwandeln, die gezügelt werden müssen, andererseits die Struktur der Person im Sinne einer verminderten bis vollends gestörten Befriedigungsfähigkeit verändern. Aus diesem Widerspruch, der eine unausgleichbare Differenz zwischen Bedürfnisspannungen und Befriedigbarkeit erzeugt, ergeben sich als energetische Ausgleichsreaktionen die sexuellen Krankheiten, Neurosen, Perversionen und unsozialen sexuellen Verhaltungsweisen. (Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral, KiWi, S. 161)

Reich ist einen Schritt weitergegangen und hat aus den inneren Widersprüchen der emotionalen („psychischen“) Struktur der Menschen die „hohe Politik“ abgeleitet. Wenn er etwa in Was ist Klassenbewußtsein? im Zusammenhang mit der damaligen Frauenbewegung schreibt:

Frauenrechtlertum, in seiner heutigen Form reaktionär, gegen das klassenmäßige Fühlen gerichtet, ist leicht [im Sinne der Revolution] umkehrbar, weil es auf Veränderung drängt. Auch bei den Frauen muß festgestellt werden, daß direkter Hunger und Sorge um die Ernährung der Kinder nur verhältnismäßig selten revolutionäres Denken vermittelt; weit häufiger Angst vor der Politik überhaupt, Bremsung der politischen Tätigkeit des Mannes und der Kinder, die die Familie miternähren, Stumpfheit oder Prostituierung. Diese Sorgen und Ängste können zu wesentlichen Triebkräften des Klassenbewußtseins werden, wenn sie in richtigen Zusammenhang mit den anderen Kräften und Gegenkräften gebracht würden. (Was ist Klassenbewußtsein?, 1934, S. 23f, Hervorhebungen hinzugefügt)

„Kraft und Gegenkraft“ entsprechen „Trieb und Abwehr“ im Individuum. Hier geht es um das Erkennen und Handhaben der „Kräfte und Gegenkräfte“ im gesellschaftlichen Bereich. Ein konkretes Beispiel sind die „Instruktionsabende“ der Sexpol in Berlin, die dem Kontakt zwischen den Massen und den Funktionären dienten, wo Reich, wie in der Charakteranalyse, immer von den aktuellen konkreten Problemen ausging, nicht von psychoanalytischen und Marxistischen Theorien über die Vergangenheit:

Man setzte kein Thema an und keine Diskussion, sondern stellte einfach an die Funktionäre und einfachen Genossen die Frage, wo sie gegenwärtig die größten Schwierigkeiten hätten. Schon dadurch konnte man nicht fehlgehen in der Beurteilung dessen, was momentan am wichtigsten war. Man beriet gemeinsam die Schwierigkeit, fand hier eine Lösung, die der praktischen Überprüfung überlassen wurde, schob dort eine Entscheidung auf, bis man mehr Material zur Entscheidung vorliegen hatte; das lebendige Leben flutete aus den kameradschaftlichen Besprechungen; man brauchte nicht Theorien aus den Fingern zu saugen, sie ergaben sich von selbst. Die wachsende Beteiligung und die Lebhaftigkeit der Diskussion zeigten, daß die Instruktionsabende ein glücklicher Griff gewesen waren. Man erwarb die Überzeugung, daß das Leben sich nicht betrügen, sondern klar, einfach fassen läßt. Man mußte nur die einfachen Organisationsmitglieder (es waren auch viele Nichtmitglieder anwesend) einfach von der Leber weg reden lassen. Als einzige ernste Schwierigkeit ergab sich immer nur die Verbauung durch falsche, von der bürgerlichen Ideologie vermittelte Anschauungen, die aber im Lichte lebensnaher, unverbogener, undogmatischer Besprechung in Nichts zerflossen. (ebd., S. 46)

Das erinnert frappant an seine Kritik an der damals gängigen psychoanalytischen Therapie.

Zu Reichs Verbindung von psychoanalytischer und Leninistischer Herangehensweise hat Myron Sharaf in Fury on Earth geschrieben:

So wie die Charakteranalyse das Individuum von der inneren Unterdrückung befreien und den Fluß der natürlichen Energien freisetzen konnte, würden – so Reichs Hoffnung – radikale Sozialisten und Kommunisten die Massen von externer Unterdrückung retten und eine natürliche soziale Harmonie freisetzen, eine „klassenlose“ Gesellschaft. Ein wenig anders ausgedrückt, gab es eine Parallele zwischen Reichs Wunsch nach kraftvollen Aktionen von Seiten der politischen Linken und seiner klinischen Suche nach Maßnahmen, die eine schnelle individuelle Veränderung bewirkten. Entsprechend konnte ein genitaler Durchbruch den Patienten befreien, trotz ungelöster psychischer Konflikte und ohne längere Analyse. Die soziale Revolution, die von konsequent auftretenden Führern geleitet wird, könnte zu sozialen Durchbrüchen führen trotz aller Ängste und Widersprüche bei den Bürgern. Reichs Versuch seine klinischen und sozialen Hoffnungen zu integrieren bildete den Kern seiner Bemühungen zwischen 1927 und 1934. (Fury on Earth, S. 126)

Die „klinischen Maßnahmen für schnelle Veränderungen“ entsprechen seinem späteren direkten Angehen der muskulären Panzerung.

In den 1950er Jahren machte Reichs Rechtsanwalt gegenüber Sharaf die Anmerkung, „daß Reich nie wirklich den demokratischen Prozeß verstanden hat; er hatte eine elitäre Vorstellung davon, wie die Dinge sein sollten, wo ‚rationale‘ Menschen wie er selbst bestimmen, was legitim und illegitim sei“ (ebd., S, 436). Die „verkörperte Rationalität“. Wie schon in der Schlußsequenz von Was ist Klassenbewußtsein? :

Das Klassenbewußtsein der revolutionären Führung (der revolutionären Partei) ist nichts anderes als die Summe des Wissens und der Fähigkeiten, für die Masse auszusprechen, was sie selbst nicht auszudrücken vermag; und die revolutionäre Befreiung vom Joche des Kapitals ist die zusammenfassende Tat, die aus dem vollentwickelten Klassenbewußtsein der Masse von selbst erwächst, wenn die revolutionäre Führung auf allen Lebensgebieten die Masse begriffen hat. (S. 65)

Was „Demokratie“ anbetrifft, geht es hier um die Gewinnung der Massen der Bevölkerung. Reich:

Jedem marxistisch Geschulten ist sofort klar, daß bürgerliche Politik immer demagogisch sein muß, denn sie kann den Massen nur Versprechungen machen, aber nichts erfüllen. Im Gegensatze dazu ist die revolutionäre Politik, da sie den Massen alles, was sie verspricht, auch erfüllen kann, im Prinzip undemagogisch. Wo sie demagogisch ist oder wirkt, kann man mit Sicherheit auf Preisgabe der revolutionären Grundsätze schließen. (ebd., S. 37)

Man muß hier unmittelbar an die AfD oder Trump denken, die beide das Kartell des haltlosen Geschwafels („Wir schaffen das!“) durchbrochen haben und die Welt der politischen Hinterzimmer, der politischen Machenschaften, der Lobbyisten der Großindustrie, der „Bertelsmann-Stiftung“, etc. durchbrochen haben. Man lese nur die ständige Hetze der Bild-Zeitung und der öffentlichen Medien gegen die AfD und Trump. Reich:

Ein alter Grundsatz der Revolution ist die Abschaffung der Geheimdiplomatie. Er ist selbstverständlich, denn da die soziale Revolution der Vollzug des Volkswillens gegen die Besitzer der Produktionsmittel unter Führung des Industrieproletariats ist, bleibt nichts mehr zu verheimlichen. Dann gibt es nichts mehr, das die Masse nicht hören dürfte; im Gegenteil sie muß alles wissen und kontrollieren können. (S. 43)

Und weiter:

Die revolutionäre Politik hat vor den Massen nichts zu verbergen, sie will alles enthüllen. Die bürgerliche Politik darf nichts enthüllen, muß alles verbergen. An der Kulissenpolitik, wo immer sie auftreten mag, erkennt man die politische Reaktion. (S. 44)

ReichsKlassenbewusstsein

Björn Höcke und die körperliche Arbeit

21. Dezember 2015

In den letzten Tagen sind mir zwei Dinge aufgestoßen bzw. aufgefallen. Erstens die folgende Passage aus dem neuen Journal of Orgonomy

Wegen der gesellschaftspolitischen Rotverschiebung wird in jedem Land der modernen Welt die Kopfarbeit gegenüber körperlicher Arbeit begünstigt. Kopfarbeiter werden daher im Vergleich zu denen, die mit ihren Händen arbeiten, überkompensiert. (Robert A. Harman: „Practical Functional Economics (Part V)“, The Journal of Orgonomy, 48,2,105)

Und zweitens: ich hatte mir auf Youtube mit einiger Begeisterung den Vortrag des AfD-Politikers Björn Höcke angeschaut, in der er, ähnlich wie mein Gott Akif Pirincci, biologische Kategorien in die Politik einbrachte. Der einhellige Kommentar, auch von angeblichen Konservativen: „Was soll man dazu sagen?“ (Eine ausgewogene, rationale Diskussion der Problematik aus Sicht der heutigen Biologie findet sich hier, wobei natürlich auch Biologen dem allgemeinen Linksdrall unterliegen können.)

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=FEdA–FlSDk%5D

Was diese beiden Dinge, der Arbeitsmarkt und die wohl tatsächlich nicht ganz unproblematische Rede eines rechten Politikers, miteinander verbindet? Sie sind schlagende Beispiele dafür, wie unglaublich tief die politische Rotverschiebung, von der Charles Konia gesprochen hat, unsere Gesellschaft durchdringt! Es geht hier nicht nur darum, daß sich die Politik nach links verlagert hat, so daß ganz normale konservative Ansichten heute rechtsextrem wirken und Linksextreme der „Mitte der Gesellschaft“ zugeordnet werden, sondern um eine tiefgreifende bioenergetische Veränderung.

Daß körperliche Arbeit generell schlechter bezahlt wird als Kopfarbeit, hat erst mal nichts mit linker Politik zu tun, eher mit dem Gegenteil, mit der Ausbeutung der Arbeiter. Tatsächlich tut sich die Schere zwischen „Körper und Kopf“ immer weiter auf, weil der erstere einen immer niedrigeren gesellschaftlichen Stellenwert hat und das ist wiederum so, weil sich die Panzerstruktur der Menschen ändert. Statt durch muskuläre (körperliche) Panzerung die bioenergetische Erregung zu regulieren, geschieht dies durch intellektuelle Abwehr. War früher der Bauch (das Autonome Nervensystem bzw. das orgonotische System, das im Solar plexus seinen Mittelpunkt hat) das bioenergetische Zentrum, ist es heute das Gehirn (das Zentrale Nervensystem, die materielle Entsprechung des energetischen Orgonoms). In einer solchen Gesellschaft, die in diesem Sinne zunehmend vom Zentralen Nervensystem beherrscht wird, muß körperliche Arbeit zwangsläufig an Wertschätzung verlieren. (Man denke auch an die allgemeine Faszination mit Information und Informationsverarbeitung oder all den Verschwörungsunsinn, der seit Beginn des Internets alles zuwuchert – der Kopf ist beschäftigt. Dieses gesellschaftliche Phänomen entspricht in der individuellen Neurose dem Zwangsgrübeln.)

Daß die politische Entwicklung nach links nur ein oberflächlicher Aspekt der Rotverschiebung ist, läßt sich auch an der zunehmenden Ablehnung von „Biologismen“ ablesen. Obwohl die Verhaltensforschung, die Genetik, etc. immer mehr Fortschritte machen und mit wachsender Eindringlichkeit zeigen, wie sehr der Mensch doch ein Tier ist bzw. wie „menschlich“ doch Tiere sind, existieren diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in einer Art Paralleluniversum, jedenfalls was den gesellschaftlichen Diskurs betrifft. Das ist so, weil die intellektuelle Abwehr davon lebt, daß sie die Biologie verleugnet. Die Menschen leben nur noch im Bereich der Psychologie und Soziologie, während die Biologie draußen vor bleibt. (Siehe meine Ausführungen in Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 3.a.).

Jene, die die sich auftuende Schere zwischen körperlicher und Kopfarbeit quasi Marxistisch mit irgendwelchen ökonomischen Zwangläufigkeiten erklären (Soziologie) oder die Reaktion auf Höckes Rede (und ähnliche Vorkommnisse) psychologistisch mit irgendwelchen von langer Hand geplanten, bewußten Machinationen erklären, spielen dieses Spiel mit – sie sind selbst Teil der Rotverschiebung. Die Verschwörungstheorien, mit denen ich mich hier bis zum Erbrechen ständig herumschlagen muß, sind meist eine Mischung dieser beiden Ansätze und sie werden einzig und allein vorgebracht, weil ihre Vertreter eine panische Angst vor der Biologie, der bioenergetischen Erregung haben. Das zeigt sich auch an ihrem Anspruch die Orgonomie sozusagen „reformieren“ zu wollen, auf daß diese nicht mehr so einseitig auf Bioenergetisches fixiert sei. Die mit verräterischer Vehemenz vorgebrachten „Argumente“ sind Emotionelle Pest, d.h. die Quelle der Erregung soll ausgeschaltet werden. Charakteristischerweise geschieht das unter dem Vorwand „helfen zu wollen“, „die Sache voranbringen zu wollen“.

Parasiten!

9. September 2013

Ich werde häufig (gut, ab und an) gefragt, wie es denn angehen könne, daß sich die Orgonomie gesellschaftspolitisch um 180° hat drehen können, von KPDlern damals zu AfDlern heute.

Zu Reichs Zeiten, also Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre, galt in der Linken: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“ Die Reichen, die Kapitalisten, die von ihrer „Rente“ lebten, d.h. von den Arbeitserträgen anderer, wurden als Parasiten betrachtet und entsprechend behandelt. Ilse Ollendorff berichtet:

[Reichs] Einstellung hinsichtlich finanzieller Unterstützungen war in den späten zwanziger Jahren stark von seinem militanten Sozialismus beeinflußt. Jeder mußte arbeiten, um sich selbst zu erhalten. Bürgerliches Parasitentum war für ihn verächtlich. Nach der großen finanziellen Krise im Jahre 1929 wurde er von Verwandten ersucht, eine ziemlich bescheidene Summe monatlich zur Unterstützung seiner Großmutter beizusteuern. Sie hatte ihr gesamtes Einkommen aus Dividenden, von denen sie bis dahin hatte gut leben können, verloren. Man berichtete mir, daß er jede Hilfe mit der Rechtfertigung verweigerte, daß Großmutter ihr ganzes Leben nie gearbeitet und nur von der Arbeit anderer gelebt hätte, so daß es nur gerecht sei, wenn sie jetzt ins Armenhaus gehen müsse. Er wäre andererseits gern bereit, die alte Köchin Sascha zu unterstützen, sollte sie einmal Hilfe benötigen. (Ollendorff: Wilhelm Reich, München 1975, S. 34f)

Diametral entgegengesetzt sieht es heute aus. Das Nichtarbeiten und „Rentieren“ ist zu dem linken Ideal geworden. Jene Linken, die „arbeiten“, „arbeiten“ beim Staat. Die Beamtenschaft ist heute fast durchgehend rot-grün. Überspitzt gesagt, kann man sagen, daß die Schwarzen für die Roten arbeiten: die Beschäftigten in der freien Wirtschaft für die Staatsbediensteten und andere Blutsauger.

Damals glaubten Reich und seine Genossen, daß, wenn man die unproduktiven reichen Parasiten beseitigen würde, es zu einem ungeheuerlichen Produktivitätsschub käme, der die soziale Frage gegenstandslos mache. Das war natürlich Unsinn, da der Unternehmer selbst Mehrwert erwirtschaftet und in seiner Funktion schlichtweg unersetzbar ist. Siehe dazu Der biologische Rechenfehler in der Marxschen Mehrwertlehre.

Ganz anders sieht es heute aus: die heutigen Parasiten sind wirklich Parasiten. Entsprechend vermehren sie sich auch wie die Pest, indem sie so viele weitere Parasiten ins Land holen, wie nur irgend möglich. Die Leittragenden sind die Arbeiter, die wirklich politisch Verfolgten und jene, die aufgrund von Behinderungen wirklich vom Sozialstaat abhängig sind.

Die Orgonomie hat stets die Interessen der produktiv Arbeitenden vertreten. Sie war stets Feind derer, die nicht arbeiten wollen und auf Kosten der Arbeitenden und jener leben, die aufgrund von Behinderungen nicht arbeiten können.

Hinzu kommen die Lügen und die Manipulation, die früher Domäne der Rechten waren, etwa die Dolchstoßlegende und die skandalöse „Klassenjustiz“. Heute ist das fast ausschließlich eine Domäne der Linken. Man denke etwa an die dreiste Behauptung, Deutschland sei ein Einwanderungsland. Was ist das für ein „Einwanderungsland“, in dem die angeblichen „Einwanderer“ überdurchschnittlich arbeitslos sind und von Sozialtransfers leben?! Was ist das für ein Einwanderungsland, das überwiegend Leute ohne Sprachkenntnisse, ohne dringend benötigte Spezialkenntnisse und gar Analphabeten und Kranke ins Land läßt? Dazu noch Leute, die dieses Land offensichtlich hassen.

Das ganze ist an Absurdität nicht zu überbieten. Aus dieser Politik spricht ein abgrundtiefer Haß und eine abgrundtiefe Verachtung für jene, die den Wohlstand in diesem Land erarbeitet haben. Woher kommt dieser Haß?

Es ist der Haß jener, die im Wohlstand aufgewachsen sind, denen ständig Puderzucker in den Arsch geblasen wurde, und die entsprechend entsetzt sind, wenn die Zumutungen des Lebens vor sie treten. Sie reagieren wie Parasiten, die aus ihrem Wirtsorganismus herausgerissen werden. Sie rebellieren gegen ihn, d.h. gegen die eigenen Eltern, den Staat, das „kapitalistische Schweinesystem“, und sie solidarisieren sich mit „allen anderen Zukurzgekommenen“, fühlen sie sich doch selbst wie die „Enterbten dieser Erde“ und fordern allen Ernstes das „bedingungslose Grundeinkommen“. Sie wollen für ihre bloße Existenz bezahlt werden!

Das einzige Erwerbsleben, das ihnen lebenswert erscheint, ist das des rundumversorgten Staatsdieners. Und wenn sie nicht selbst an die Mutterbrust zurück können, dann tun sie zumindest alles, um die „Sache des Sozialismus“ zu fördern.

Im Prinzip sind es die gleichen Leute wie einst Reichs Oma Roninger! Arbeitsscheue Parasiten, denen es nie an irgendetwas gemangelt hat und die wirklich alles tun, um ihre parasitäre Existenz ad infinitum fortzuführen: „Arbeit ist Scheiße!“ Das sagt schon ihr Gehabe, – die vollständige Diskrepanz zwischen der rebellischen Attitüde und den gesellschaftlichen Verhältnissen. Je permissiver die Gesellschaft wird (sogar die Rechtsschreibung wurde auf Idiotenniveau abgesenkt!), desto stärker wird der anti-autoritäre Impuls.

Hier ein beliebiger Schnappschuß vom Aufstand der Parasiten gegen das arbeitende Volk (die „Spießer“ und „Faschos“), das schüchtern seine Meinung zu sagen wagt:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=tl-xleXb68g%5D